25. Aussichtslos?
„Also hat Pansy dich ausgeschaltet" schlussfolgerte Cedric als er sich alles von Harry ausführlich erzählen lies
Harry nickte und befühlte seinen Hinterkopf. Selbst zwei Tage nach der gescheiterten Racheaktion konnte er noch leicht die Beule fühlen. Er war nicht zu Madam Pomfrey gegangen um den Fragen auszuweichen. Er war einfach nur froh das die Sache vorbei war und er keine ominösen Zettel mehr zu gesteckt bekam.
„Aber ich frage mich immer noch wie Zabini und Parkinson das geschafft haben" sprach Cedric weiter und Harry sah ihn stirnrunzelnd an
„Was meinst du?"
„Na ja..." begann Cedric und drehte sich auf den Rücken wodurch sich ein wenig Staub von der Bettdecke löste, der in die Luft gewirbelt wurde „Das sie dir immer die Zettel zu stecken konnten ohne das es jemand gemerkt hat schließlich habe ich sie nie oft genug in unsere Nähe gesehen, das es uns auffallen hätte müssen"
Harry überlegte kurz.
„Vielleicht haben sie immer wieder einen anderen beauftragt" mutmaßte er
Cedric zuckte mit Schultern.
„Könnte sein"
Harry seufzte und beugte sich über den Huffelpuff. Verträumt strich er mit den Fingern über die nackte Brust.
„Ist ja auch egal. Die Sache ist gelaufen" flüsterte er und begann den Hals des Huffelpuffs mit der Zunge zu erforschen
Cedric grinste und schloss genießerisch die Augen.
„Stimmt, gibt ja auch noch wichtigere Dinge"
Nach dem bei den fünf Freunden ein wenig Ruhe eingekehrt war und Hermine ihr Plan durchgeführt hatte, Malfoy zum Scheitern zu bringen hatte sie endlich wieder ein wenig Zeit für ihre geliebte Bibliothek.
Erfreut sah Madam Pince das Gryffindormädchen an.
„Miss Granger meine Bücher und ich haben Sie vermisst" sprach sie als Hermine am Samstagnachmittag die Bibliothek betrat
Hermine lächelte.
„Ja, ich auch aber in letzter Zeit ist so viel passiert" erklärte sie und Madam Pince rückte ihre Brille zurecht und winkte ab
„Sie wissen ja Papier ist sehr geduldig"
Damit machte sich Hermine auf den Weg ins hinterste Eckchen, suchte die benötigten Bücher zusammen und setzte sich. In letzten Wochen war so viel Tumult das sie mit der Lernerei gar nicht nachkam. Jetzt galt es wieder viel aufzuholen.
Sie schlug das erste Buch auf, für Zaubergeschichte und begann über einen Zauberkrieg zu lesen, in dem es rauszufinden galt ob er Mythos oder Vergangenheit war.
Doch schnell merkte sie das ihrer Konzentration nicht lange anhielt. Immer wieder schweiften ihre Gedanken ab zu dem einzigsten Slytherinjunge, der sie schon seit Wochen beschäftigte und es bereitete ihr Kopfschmerzen. Sie schüttelte über sich selbst den Kopf als sie an den letzten Kuss dachte.
„Das ist lächerlich" sagte sie sich immer wieder selbst und zwang sich zu lernen, vergeblich
Wieso musste Draco sie auch küssen? Was ist in ihn gefahren? Warum glaubte sie das dieser Kuss plötzlich so viel Bedeutung hatte? Das war Blödsinn. Sie bastelte sich Dinge zurecht, die einfach nicht sein konnten. Aber immer wenn sie seine Augen bildlich vor sich hatte, sein schüchterne Blick, sein Gesten, sein Ausdruck dann wagte sie zu glauben das es für Draco auch mehr als nur ein gewöhnlicher Kuss war, den er immerhin ihr gegeben hatte.
Sei seufzte und schlug das Buch zu. Heute würde wohl wieder ein Tag vergehen in dem sie nichts aufholen konnte, dabei schrie ihr Lernplan förmlich danach.
Küssend rollten sie sich auf dem Bett. Der Gryffindor bekam ihre Hände zu fassen und hielt sie über ihren Kopf fest verschlossen. Sie grinste.
„Und jetzt?" flüsterte sie ihm zu und er lächelte
Antwortete mit einem langen, leidenschaftlichen Kuss. Er knabberte an ihrem Lippen und strich ihr durch das lange schwarze Haar. Er liebte ihr Haar. Die Ravenclaw wand sich unter seinen zarten Berührungen und keuchte auf.
„Ron..."
Er lächelte. Es gefiel ihm sie so zu sehen. Wie sich nach seinen Lippen verzerrte, wie ihre Augen lustvoll aufleuchteten, wie ihre Wangen glühten und wie ihre Lippen matt und voll glänzten. Stundenlang hätte er sie anschauen können aber diesmal wollte er mehr. Er begann ihren Hals zu küssen während eine Hand unter ihr Shirt verschwand. Verstohlen berührte er ihre Brüste während sie sich ihm entgegen streckte. Ihre Haut fühlte sich so glatt und weich an. Vorsichtig umschloss er ihre Brust und massierte sie sanft dabei zuschauend wie sie reagierte. Sie stöhnte auf und kniff die Augen zusammen. Ihr Anblick verursachte in ihm ein Kribbeln das sich geradewegs in seinen Lenden staute.
Immer noch ihre Brüste massierend begann er sie wieder zu küssen und merkte nicht wie auch ihre Hände nicht länger untätig blieben. Diebisch bahnten sie sich einen Weg in seine Hose und als sie seine Erregung zart streichelte stöhnte er überrascht auf.
Lächelnd sah er sie an und lies sich von ihren Fingern verwöhnen.
„Gefällt dir das?" fragte sie rau und Ron brachte nur ein Nicken zustande
Immer aufreizender waren ihre Bewegungen und Ron wusste das er dieser süßen Folter nicht mehr lange stand halten konnte. Keuchend und stöhnend drehte er sich auf den Rücken das Cho wenig später auf ihm saß. Zufrieden beobachtete sie ihn während ihre Hände immer schneller wurden. Ron stöhnte laut auf als er plötzlich einen flachen Schmerz auf der Schulter spürte.
„Was ist los mit dir?"
Irritiert blickte er auf und sah in Chos Gesicht, die ihn mehr als fragwürdig entgegenblickte.
„Was soll sein?" fragte Ron zurück und rappelte sich auf.
„Na, du schwitzt total und stöhnst die ganze Zeit. Hast du schlecht geträumt?" fragte sie wobei sich ein kleines Schmunzeln auf ihre Lippen stahl
Rons Ohren glühten. Er sah auf und die Mittagssonne blendete seine Augen. Ein Duft vom frischen Gras lag in der Luft, der seine Nase kitzelte. Er musste niesen und rieb sich die Augen.
„Ich hab dir ja gesagt das die pollenverseuchte Luft mir nicht gut tut aber du wolltest unbedingt raus" erklärte er hastig und kramte ein Taschentuch aus seiner Hosentasche
„Soso die Pollen" kam es von Cho wenig überzeugt
„Ja" wehrte Ron sich und putzte seine Nase
„Du hast mich doch um Hilfe bei deinem Kräuterkundeaufsatz gebeten und dann schläfst du einfach ein"
„So eine Hitze macht mich eben müde" maulte der Gryffindor und legte sich zurück auf die Decke
Cho legte ihr Pergament und Buch beiseite und legte sich neben ihn. Lächelnd beobachtete sie sein Profil und strich mit den Fingern über seine Brust. Ron keuchte leicht und hielt ihre Hand fest.
„Träume haben immer eine Bedeutung, weißt du das?" flüsterte sie und Ron grinste
„Vielleicht habe ich ja die Zukunft gesehen"
Cho stützte sich auf einen Arm ab um ihm direkt ins Gesicht sehen zu können.
„Vielleicht. Was hast du denn gesehen?"
Wieder begannen Rons Ohren zu glühen.
„Das willst du nicht wissen"
Cho grinste und legte sich nun vollständig über Ron. Dieser sah sie erschrocken an. Einen Moment blickte sie ihn stumm an und sah erfreut zu wie er mit seiner Beherrschung kämpfte.
„Dann muss ich das wohl oder übel selber herausfinden" hauchte sie und begann ihn zu küssen
Sie dachte an dem Abend, wo sie so viel Scham gefühlt hatte wie noch nie zuvor in ihrem Leben. An seine eisigen Worte. „So hatte es sich bei mir angefühlt..."
Er war auf der anderen Seite so berechnend und kalt, das sie ein frösteln packte obwohl der Nachmittag noch mild war. Mit verschleiertem Blick sah sie auf dem schwarzen See. Wer war er wirklich? So zärtlich wie er sein konnte so hart konnte er sein. Sie konnte sich kein Bild von ihm machen. Es schien als steckten in ihm zwei Personen. Aber wer war sie schon? In den letzten Wochen als die Draco das fürchten lernte hatte sie sich selbst kaum wieder erkannt. In ihr steckte eine dunkle Seite von der sie nie etwas geahnt hatte.
Sie waren vielleicht gar nicht so unterschiedlich und das lag nicht nur daran das sie verwandt waren. Sie waren beide Einzelgänger. Sie mit ihren Büchern, er mit seiner Maske die ihm vor jedem unerüberlegten Gefühlsausbruch schützte. Während sie sich hinter den ernormen Wissen der Bücher versteckte. Sie verstand nicht ganz wie es nur dazu kommen konnte das sie so über Draco nachdachte. Sie wünschte sich schon mehr als einmal das sie die Blutsverwandtschaft nie raus gefunden hätte.
Dann würden sie sich immer noch hassen bis sie am ende ihrer Schulzeit getrennte Wege gehen. Aber nun? Jetzt hoffte sie das Draco sie nicht mehr hasst egal wie sehr er sie verletzt hat. Sie haben sich beide verletzt bis es nicht mehr ging.
Jetzt standen sie an einem Punkt wo beide ihre Schwäche gezeigt haben aber wie sollte es jetzt weiter gehen?
Hermine seufzte. Sie zog ihren Schulumhang enger und schlang die Arme um ihre Beine. Das ungute Gefühl der Einsamkeit beschlich sie wieder. Seit Ron und Harry vergeben waren hatte sie ihre Freunde nur noch selten gesehen, wenn keine Schule war. Sie war glücklich über ihre Partner und freute sich darüber aber der Gedanke das sie immer öfter alleine war gefiel ihr gar nicht.
Sie wusste das die beiden irgendwann in diese Phase kamen aber sie hätte nicht gedacht das es so bald passieren würde. Sie fühlte sich manchmal zurück gelassen als würde sie was verpassen und oft wünschte sie sich die Tage, wo die drei vor dem Kaminfeuer in den drei kuschliegen Ohrensesseln saßen und redeten würden zurück kehren. Sie befürchtete das dies nicht mehr passieren würde. So vieles hatte sich verändert...
Ein ungutes Gefühl beschlich sie plötzlich und ihr Nackenhaar sträubte sich. Sie konnte fühlen wie ein kalter Schauer über ihren Rücken rann und drehte sich um. Draco stand nur wenige Meter hinter ihr und sah sie an.
Er kam auf sie zu und Hermine hielt die Luft an. Er ging an ihr vorbei blieb aber einige Schritte vor ihr stehen und sah zu den schwarzen See.
„Seit wann sitzt du hier?" fragte er, seine Stimme hörte sich irgendwie anders an, nicht mehr verachtend
Hermine legte den Schulhang ab und erhob sich. Sie blieb auf der Stelle stehen und blickte ihn irritiert an.
„Ich weiß nicht"
Er drehte sich um und seine grauen Augen blickten ihr direkt entgegen.
„Komisch, ich hatte dich in der Bibliothek vermutet"
Hermine runzelte die Stirn.
„Ich versteh nicht ganz. Hast du mich gesucht?"
Zu ihrer Überraschung nickte der Slytherin.
„Aber wieso?" fragte sie mit angelhaltendem Atem
Er reckte das Kinn und sah sie abschätzend an. Dann ging er einen Schritt auf sie zu und verharrte.
„Kannst du dir das nicht denken?"
Fortsetzung folgt
