19. KapitelDie Einladung
Anm. der Autorin: Uuuh, endlich wird das Geheimnis um Olivers ominösen Plan gelüftet =) Seid dabei, wie er den wohl mutigsten Schritt in diesem Schuljahr unternimmt und vor allem, was Katie davon hält ;)
Nebendarsteller in diesem Kapitel sind unter anderem Angelina und Adrien, wenn auch nur indirekt ^^
Und nun viel Freude beim Lesen (und haltet dem guten Wood die Daumen, dass sein Plan aufgeht ^^).
Eure Calypso
P.S.: Wie immer vielen lieben Dank an alle Reviewschreiber und Geschichteaufrufer 3
This is your invitation
Come just the way you are
Come and find
What your soul has been longing for …
~ Steven Curtis Chapman – The Invitation ~
Hey Oliver,
na, wie geht es dir? Alles klar an der Professorenfront?
Ich weiß, ich hätte mich früher melden sollen … schon gut, schon gut! Ich schäme mich ja schon! Wenn du jetzt hier wärst, würdest du mir wahrscheinlich skurrile und bestimmt nicht ernst gemeinte Vorwürfe entgegenschmettern, aber da mich viele, viele Meilen von dir trennen, werde ich dir nun ungestraft meine Ausreden vortragen (die im Übrigen NICHT erfunden sind, hörst du?)
Um dich vielleicht etwas versöhnlicher zu stimmen, habe ich die passende Neuigkeit für dich. Obwohl ich es schon mal kurz habe anklingen lassen, wird es dich trotzdem freuen zu hören, dass ich es geschafft habe, mich einigermaßen mit Lee zu arrangieren und mich sogar bei ihm zu entschuldigen. Ja, du hast richtig gelesen: Entschuldigen. Hat mich zwar ein klein wenig Überwindung gekostet, aber deine Worte in meinem Kopf haben schon dafür gesorgt, dass ich den richtigen Weg gehe.
Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich gar keinen Plan davon habe, wie ich mich jemals bei dir revanchieren soll. Ohne deine Hilfe hätte ich all das nicht geschafft, und das wissen wir beide – also brauchst du gar nicht bescheiden zu tun, wenn wir uns das nächste Mal sehen und ich bis dahin hoffentlich etwas aufgetrieben habe, was dir Freude bereitet.
Nein, im Ernst: Du warst derjenige, der mir da wieder rausgeholfen hat, und das zeigt umso mehr, wie viel dir unsere Freundschaft bedeutet. Du hättest es auch auf die andere Tour machen und mich fallen lassen können … aber daran will ich gar nicht denken.
Danke, Oliver.
So, und nun zu etwas erfreulicheren Themen – sprich, meinen angekündigten Ausreden. Hier läuft alles gut, dem Team geht's ausgezeichnet. Die Spielergebnisse sind perfekt, wie du vielleicht mit verfolgen kannst; und auch das Klima stimmt. Es geht mir viel besser hier, und du weißt, was das bedeutet. Auch von den anderen bekomme ich zu spüren, dass sich meine Lage erheblich gebessert hat – und diesen Umstand musste ich pflegen, damit er nicht gleich wieder verloren geht. Ich weiß, dass du das verstehen wirst.
Hm, was noch … ach ja, Rob hat auch schon angefangen, mich wegen meiner Schulter zu traktieren … na gut, meine Würfe sind vielleicht ein wenig schwächer geworden in letzter Zeit, obwohl es gar nicht meinen Wurfarm betrifft … Hier aber die zweite gute Nachricht: Ich hab morgen bereits einen Termin im St. Mungo's … ich hoffe, die können mir helfen, sonst wird Rob echt ungemütlich. Hoffentlich kommt die Presse nicht auf die Idee, daraus eine Story über Alkoholentzug zu machen oder so – man weiß ja nie, mit was die einem als nächstes kommen.
Weswegen ich dir aber eigentlich – oder sagen wir, auch – schreiben wollte: Weihnachten kommt ja immer näher und … Hast du am 31. Dezember schon was vor? Mannschafts-Silvester-Weihnachten-Mixparty, Jahresabschluss, du weißt schon … Hiermit bist du herzlich vom ganzen Team eingeladen, von mir natürlich besonders.
Das Ganze findet bei mir in der Wohnung statt (Alanis meinte, damit sie und die anderen auch mal die Vorzüge einer Kapitänswohnung genießen können). Ich hab kein Problem damit; Cubby sehnt sich sowieso danach, auch mal größere Menschenmassen bekochen zu können.
Also, wie sieht's aus? Ich rechne fest mit deiner Anwesenheit, nur damit du's weißt. Du kannst auch jemanden mitbringen, wenn du willst (wenn's geht aber nicht die gesamte hysterische PU-Fangemeinde von Hogwarts – du weißt ja, wie die Dimensionen meiner Wohnung aussehen).
So, genug geredet … du musst schon ganz verwirrt sein, weil ich so viel geschrieben habe … nun ja – ging eben nicht anders :-)
Schick mir deine Antwort bitte bald, damit ich ein wenig kalkulieren kann, wie viel Leute kommen und so … nicht, dass Cubby einen Herzinfarkt bekommt.
Alles Liebe und bis bald,
Adrien
Wahrlich über seinen besten Freund staunend ließ Oliver die Hand, die den Brief – oder besser gesagt, die Briefseiten – hielt, sinken und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, das mit dem erleichterten Gefühl in seiner Magengegend einherging.
Solche Zeilen von Adrien zu lesen war nach all dem, was geschehen war, beinahe ein Wunder – und aus jedem Satz war herauszulesen, dass sich der junge Kapitän seit langer, langer Zeit wieder richtig wohl in seiner Haut fühlte.
Noch immer mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen sprang Oliver vom Bett auf und eilte hinüber zu seinem Schreibtisch. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigte ihm eine tief verschneite Landschaft, weiche Schneeflocken fielen vom grau verhangenen Himmel und die angezuckerten Wipfel der Bäume wogten im Wind. Es war ein Wetter, wie es besser nicht sein konnte, um sich an einem freien Samstag in seinem wohlig warmen Zimmer zu verkriechen, einen Brief an seinen besten Freund zu schreiben, sich auf das baldige Treffen mit seinen Ex-Teamkollegen zu freuen und in Ruhe an den noch immer wenig von Erfolg gekrönten Plänen in Sachen Katie zu feilen.
Bewaffnet mit Adlerfederkiel, Tintenfässchen und einer langen Pergamentrolle machte Wood es sich erneut auf dem Bett gemütlich, warf einen letzten Blick hinaus auf die stürmische Landschaft und tauchte dann seine Feder in die glänzende, schwarze Tinte.
Hey Adrien,
entschuldige, dass ich nicht früher schreiben konnte – ich musste mich erst von dem Schock über deinen langen Brief erholen.
Nein, Spaß beiseite: Ich hab mich sehr über deine Nachricht gefreut. Aber freu dich nicht zu früh: Meine skurrilen und nicht ernst gemeinten Vorwürfe hebe ich mir schon noch auf, bis dass ich dich treffe – davor wirst du nicht gefeit sein, verlass dich drauf.
Es freut mich wirklich zu hören, dass es so viele gute Nachrichten gibt … das mit deiner Schulter wurde endlich mal Zeit (Rob sei Dank!) und all das andere hast du DIR zu verdanken, Adrien. Du selbst hast dafür gesorgt, dass dein Leben anders verläuft, du selbst hast die Stärke bewiesen. Ich hab dir dabei nur einen Schubs zur Tür hinaus gegeben.
Hier im Schloss ist alles ruhig, alles geht seinen gewohnten Gang … ich aber habe das Gefühl, es ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Irgendetwas liegt in der Luft; es ist so, als ob überall dunkle Schatten lauerten, die nur darauf warten, die Überhand zu gewinnen und uns alle ins Verderben zu stürzen. Die Anti-Voldemorts Rückkehr-Politik, die hier betrieben wird, kann das nicht vertuschen.
Jedes Mal, wenn ich meine Schüler unterrichte, schwebt mir vor Augen, dass er irgendwo dort draußen ist und nur auf seine Gelegenheit wartet … dann treibe ich die Schüler zu ihrer Höchstleistung an und hoffe mehr denn je, dass sie all das, was ich sie lehre, niemals anwenden müssen.
Ich will nicht, dass mein Brief derartig trübselig wird … wo doch der deine so fröhlich war. Es gibt tatsächlich einige Dinge, die ich dir erzählen muss, es hier aber nicht kann. Deshalb freue mich schon sehr auf die Party. Nach alldem, was letztes Jahr bei Ted zuhause abgegangen ist … ja, ich freue mich definitiv, euch alle wiederzusehen.
Voraussichtlich werde ich Weihnachten bei meinen Eltern sein, muss mich aber noch mit ihnen absprechen – obwohl ich glaube, dass sie nichts dagegen haben werden, wenn ich sie besuchen komme.
Richte Cubby schöne Grüße von mir aus. Du kannst sie und dich beruhigen – ich werde die hysterischen Puddlemere-Fangemeinden schön hier lassen ...
Danke für das Angebot, jemanden mitzubringen; aber …
Und gerade, als Oliver dieses letzte ‚aber' niederschrieb, durchfuhr ihn ein Geistesblitz mit solch einer Wucht, als wäre es ein echter. Wie elektrisiert hatte sich der junge Schotte kerzengerade im Bett aufgesetzt, die dunklen Augen erst ungläubig, dann triumphierend aufgerissen und sein Herz klopfte vor Aufregung wie wild gegen seinen Brustkorb.
Ja! Er hatte es! Den Schlüssel für seinen Plan – er hatte ihn gefunden!
Er war mittlerweile so aufgeregt und hibbelig über seine Entdeckung, dass er fast sein Tintenfässchen über den bereits geschriebenen Zeilen umstieß, weil seine Hände so sehr bebten und er sein Glück kaum fassen konnte. An die weitere Ausführung des soeben ersonnenen Planes dachte er noch gar nicht, so froh war er erst einmal darüber, dass Adrien ihm – unbewusst oder nicht – auf die Sprünge geholfen hatte.
Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen setzte er die Feder wieder an, strich das ‚aber' wieder durch und fügte neue Worte hinzu.
Danke für das Angebot, jemanden mitzubringen. Ich werde es bestimmt in Anspruch nehmen …
~*~
„Stupor!"
Das Letzte, was Oliver sah, bevor ein leuchtend roter Strahl ihn in die Brust traf, war das vor Konzentration angespannte, doch noch immer überaus hübsche Gesicht Katies, als sie ihm mit entschlossener Stimme den Schockzauber auf den Hals jagte. Viel zu viel damit beschäftigt, ihre Bewegungen und vor allem sie selbst zu beobachten und zu betrachten, hatte der junge Schotte erst viel zu spät reagiert.
Als er Augenblicke später blinzelnd die Lider öffnete und sein Rücken gleichzeitig von Schmerz erfüllt und taub zu sein schien, hatten sich Angelina, Alicia und Katie bereits um ihn versammelt, eine mit einem besorgterem Blick als die andere.
„Tut mir Leid, Oliver", bat Katie mit erschrockenem Blick. „Aber ich wusste doch nicht, dass du vorhast, neben das Kissen zu fallen."
Mit zynisch erhobener Augenbraue schielte Wood hinab auf das besagte Kissen neben sich, bevor der Schmerz in seinem Rücken ihn wieder davon ablenkte.
Leicht benommen versuchte er sich zu erheben, doch es wollte ihm nicht gelingen – und so blieb er mit zusammengebissenen Zähnen liegen und schüttelte den Kopf, um Klarheit in seine Gedanken zu bringen.
Wenn du nicht aufhörst, sie die ganze Zeit anzustarren, machst du dich noch komplett zum Affen …
„Na Oliver, vermöbeln dich deine Jägerinnen schon wieder?", grinste Harry, der gerade vorbeikam und warf seinen Teamkolleginnen anerkennende Blicke zu. „Ich an deiner Stelle würde mir das nicht gefallen lassen – vor allem nicht von Katie. Die hat es wohl faustdick hinter den Ohren, wenn ich mir deine gegenwärtige Situation so ansehe …"
„Danke vielmals für deine Komplimente, Harry", meinte die blonde Jägerin lakonisch und setzte ein engelsgleiches Lächeln auf, das Olivers Herz weich werden ließ. „Und jetzt verzieh dich!"
„Schon gut, schon gut", lachte der Fünftklässler mit erhobenen Händen und setzte seine Runde durch die Schülerschar fort, nicht ohne erfolglos unauffällig zu Cho hinüberzuschielen.
Der hat den Dreh genauso wenig raus wie ich, schoss dem frustrierten Oliver bei diesem Anblick durch den Kopf und er seufzte. So konnte das ja nichts werden, und schon gar nicht, wenn er halb bewusstlos auf dem Boden herumlag.
Ein kurzer Blick zu Angelina zeigte ihm, dass diese ihre besorgte Miene bereits wieder abgelegt hatte, ihre Freundin Alicia nun am Arm packte und sie mit den Worten, für Oliver genüge auch eine Krankenschwester statt drei, davonzog. Der wissende Ausdruck in ihren Augen entging ihm dabei nicht, und er war ihr mehr als dankbar für die Gelegenheit, allein mit Katie zu sein – wenn man die sich gegenseitig verhexenden Schüler ringsherum wegließ.
„Tut mir wirklich Leid, Oliver", beteuerte Katie noch einmal mit bekümmertem Gesichtsausdruck. „Nächstes Mal werde ich sanfter sein, versprochen."
Schock mich, so oft du willst …
„Macht nichts, Kates", ächzte er und startete einen zweiten Aufstehversuch, der genauso kläglich scheiterte wie der erste. Es war, als hätte sich sein Körper noch nicht ganz von dem Schockzauber erholt. „Aber dein Schockzauber ist nicht von schlechten Eltern, alle Achtung."
Ein glückliches Leuchten, wie immer, wenn er ihr Komplimente machte, trat in ihren Blick und ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen.
„Stimmt", meinte sie triumphierend. „Ich habe es geschafft, dass der große, starke Aufsteiger der Quidditchliga auf dem Boden liegt wie ein hilfloser Käfer. Ein Königreich für eine Kamera! Vielleicht sollte ich Colin fragen, ob er seine dabei hat …"
„Untersteh dich", knurrte Oliver gespielt beleidigt und versuchte sich auf die Seite zu drehen, um von dort aus wieder in die Vertikale zu kommen. „Sonst …"
„Sonst was?", lachte Katie und rückte ein Stück näher; so nahe, dass er beinahe die Wärme, die von ihrem Körper ausging, fühlen konnte. Ein sanftes Kribbeln erfüllte seinen Bauch und schien sich durch seine Blutbahnen im ganzen Körper zu verteilen. Ein schönes Gefühl.
„Sonst … wirst du schon sehen."
„Sehr einfallsreich, wirklich. Komm, du gefallener Held. Ich helf dir auf."
Ihre letzten Worte waren sanfter geworden, und mit derselben Zärtlichkeit griff sie nach seinen Händen, umschloss seine Finger langsam mit ihren, bevor sie ihre Hände auf seine Seite wandern ließ, den Druck auf seine Rippen verstärkte und ihm so half, hochzukommen und aufrecht zu stehen.
Ihr Herz klopfte mit einem Mal schneller, als sie seinen Körper unter seinem Shirt spürte; die Muskeln, die sich unter ihrer Berührung zu rollen und zu dehnen begannen, vom vielen Sport geprägt; und sie schluckte, um sich darauf zu konzentrieren, ihn hochziehen zu können (was sie in all der Aufregung beinahe vergessen hätte).
Wood jedoch ließ all das mit sich geschehen und genoss den Moment, der sich anfühlte wie nie etwas zuvor. Ein unbekanntes Glücksgefühl strömte durch seinen Körper – erst jetzt wurde ihm wirklich bewusst, dass die DA die beste Gelegenheit war, Umbridges gemeinen Augen zu entkommen und mit Katie zusammenzusein. Auch wenn es nur für eine Stunde war: Das Gefühl, welches zurückblieb und ihn oft tagelang nicht losließ, war traumhaft.
Katie spürte die besondere Spannung dieser Situation ebenfalls; ihre Hände brannten an jenen Stellen, wo sie Olivers Haut berührten und sie spürte Hitze in ihren Wangen aufsteigen, als sie ihm an den Händen zurück in die Vertikale half.
Einen Moment lang schwiegen beide und sahen sich lange in die Augen, die Welt um sie herum schien vergessen – noch immer hielt Katie den ehemaligen Kapitän an den Händen fest und Oliver wäre am liebsten ewig so dagestanden, wären ihm nicht schlagartig die Schüler eingefallen, die sich ringsherum befanden und es sicher äußerst seltsam finden würden, wenn sie sich so lange an den Händen hielten.
Widerwillig und mit einem letzten Blick, in den er eine große Portion versteckte Sehnsucht legte, ließ er ihre Hände los und auch Katie, die offensichtlich denselben Gedanken gehabt hatte, trat einen Schritt zurück. In ihrem Kopf drehte sich alles, und das warme Gefühl in ihrer Magengegend kam nicht nur von seiner Nähe, dessen war sie sich sicher. Vielmehr war es der Blick, mit dem er sie angesehen hatte – ein Blick, der so viel mehr zu sagen schien als alles bisher.
Verstohlen beobachtete sie den jungen Professor, der sich inzwischen nach einigen wackligen Gehversuchen auf die Suche nach seinem Zauberstab gemacht hatte, und konnte nicht umhin, zu lächeln.
Irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los (und es war ein großartiges Gefühl), dass endlich alles so laufen würde, wie sie es sich wünschte.
~*~
„Angelina, warte kurz!"
Die Kapitänin, die schon gemeinsam mit ihren beiden Teamkolleginnen um die Ecke hatte verschwinden wollen, drehte sich mit verwundertem Blick um und hob fragend eine Augenbraue.
„Was gibt's?"
Mit schnellen Schritten holte Oliver zu ihr auf, und als er schließlich vor ihr stand, konnte sie Ratlosigkeit aus seinen Augen sprechen sehen. Es bedurfte keiner Worte seinerseits um zu verstehen, dass er – wieder einmal – ihre Hilfe brauchte.
„Mädels, geht schon mal ohne mich vor. Wie ihr seht, gibt's eine Krise in der Professorenabteilung", grinste die junge Gryffindor und zwinkerte ihren Freundinnen schelmisch zu, die ihr Lächeln erwiderten und schließlich den Weg zum Gryffindorturm alleine fortsetzten; Katie jedoch nicht ohne noch einmal einen Blick zurück auf Oliver zu werfen.
Kaum waren sie aus dem Sichtfeld verschwunden, verschwand das Lächeln von Angelinas Gesicht; sie nahm Oliver am Arm und zog ihn näher zur Wand des Korridors. Plötzlich wurde ihr Blick wieder besorgt und aufmerksam; so wie damals, als er wegen seinen Gefühlen für Katie zu ihr gekommen war.
„Was ist los? Sag ja nicht, du hast es heute vergeigt! Wo ich dir doch extra eine kleine Gelegenheit geboten habe! Ich schwöre dir –"
„Angelina, ganz ruhig! Ich hab es nicht vergeigt, okay? Es war wunderbar."
Mit einem Schlag trat ein zufriedener und gleichzeitig erleichterter Ausdruck in die Augen seiner besten Freundin.
„Oh, gut. Das freut mich … Was ist es dann?"
„Eben darum geht es. Also wenn du mich bitte erst zu Wort kommen lassen würdest?"
Angelina verdrehte die Augen und seufzte. „Natürlich, entschuldige."
Wood nickte dankbar und räusperte sich. „Danke. Ich wollte dich eigentlich nur fragen", er senkte die Stimme auf ein heiseres Flüstern und die Angesprochene musste sich leicht vorbeugen, um alles zu verstehen, „ob Katie schon irgendwelche Ferienpläne hat."
Die Kapitänin stieß ein überraschtes Quietschen aus und schlug die Hände vor den Mund, ihre Augen weiteten sich und sie hüpfte aufgeregt auf der Stelle. Wood, sichtlich überrascht von dieser Reaktion, warf ihr einen tadelnden Blick zu.
„Psst, oder hast du Lust auf einen kleinen Abstecher in Umbridges oder Filchs Büro?", zischte er beschwichtigend und schüttelte seine Freundin kurz an den Schultern, bis sie sich wieder gefangen hatte und nurmehr das freudige Auf- und Abhüpfen ihre Freude kundtat.
„Bist du fertig?", grummelte Wood, während er mit Argusaugen den Gang hinauf und hinunterspähte, „oder möchtest du vielleicht noch eine Weile weiter unüberhörbare Geräusche von dir geben?"
„Nein, du Blödmann", grinste die Kapitänin und rieb sich die Hände. „Deine Worte haben nur meine Erwartungen um einiges übertroffen."
„Was?"
„Naja weißt du, ich hab irgendwie gehofft, dass du endlich soweit bist, irgendetwas zu unternehmen. Dass du aber in deinen Ferien etwas mit ihr vorhast, soweit hätte ich nicht mal im Traum gedacht." Ihre Augen funkelten fröhlich und noch immer grinste sie von einem Ohr zum andern; so als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen.
„Wer sagt denn, dass ich –"
„Komm, hältst du mich für blöd?"
„Nein."
„Na siehst du. Also, was hast du vor?"
„Du hast noch immer meine Frage nicht beantwortet", wagte der junge Schotte anzumerken, der mit Angelinas Euphorie über seine Worte leicht überfordert schien. „Wenn Katie nämlich in ihren Ferien schon etwas vorhat, ist mein ganzer Plan nichts wert!"
Angelina verschränkte die Arme vor der Brust und tippte sich verheißungsvoll an die Nase und erinnerte Oliver dabei stark an Professor Lockhart, der diese Eigenart in seinem sechsten Schuljahr zu oft vor seinen Schülern gezeigt hatte.
„Wir haben letztens über die Weihnachtsferien gesprochen", begann sie langsam und sah dabei aus, als müsse sie angestrengt nachdenken. „Dass sie nach Hause fährt, ist sicher … Die Weihnachtsfeiertage wird sie wohl bei ihren Eltern verbringen … aber ansonsten hat sie nichts gesagt … zumindest nicht zu mir, aber ich gehe davon aus, dass sie mir über die meisten Dinge Bescheid gibt. Ergo: Du hast freie Bahn, für was auch immer", fasste sie schwungvoll das Ergebnis ihrer Überlegungen zusammen und Oliver wurde leicht ums Herz.
„Das heißt, sie hat nichts vor? Keine Verwandtenbesuche? Kein Urlaub, wo man sich wie die Muggel auf Holzbrettern einen Berg hinunterstürzt?"
„Skifahren nennt man das, mein Guter", berichtigte ihn die Gryffindor lächelnd und klopfte ihm leicht auf die Schulter. „Und nein, derartiges ist nicht geplant. Zumindest nicht meinen Informationen nach. Ich kann mich aber nochmal unauffällig erkundigen, wenn du möchtest."
Mit deutlich in seiner Miene abgezeichneter Erleichterung nickte Wood. „Ja, das wäre toll."
„Gut", erwiderte Angelina, deren Laune sich schlagartig gebessert hatte. Dass Oliver nun endlich die Initiative ergriff und trotz aller Schwierigkeiten bereit war, eine Beziehung zu riskieren, stimmte sie froh; vor allem, als sie an Katie dachte und daran, wie ihre Freundin wohl reagieren würde. „Was mich jetzt aber noch interessieren würde", fügte sie schließlich lächelnd hinzu, „wie sieht dein Plan aus? Was hast du vor?"
Doch Oliver schüttelte grinsend den Kopf und zwinkerte. „Glaub ja nicht, dass ich dir das verrate. Ich muss das Ganze ja selbst noch ein wenig zurechtfeilen."
„Und das ist der Dank für meine ganze Hilfe", schmollte Angelina und zog eine Schnute, die sowohl Wood als auch sie nach einigen Augenblicken zum Lachen brachte. „Nun gut, ich verstehe. Du willst ein Geheimnis daraus machen, auch schön. Nach den Ferien weiß ich ohnehin Bescheid", konterte sie keck und erntete dafür einen Knuff in die Seite.
„Mach dir keine Sorgen, Lina. Du wärst bestimmt stolz auf mich. Und noch was: Kein Wort zu Katie, okay?"
„Natürlich nicht! Wofür hältst du mich? Wenn du schon einen so wunderbaren Plan ersonnen hast, kann ich dich unmöglich verpfeifen."
Mit einem zufriedenen Lächeln verschränkte Angelina die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen die Wand des dunklen Korridors. Mittlerweile war es schon spät, und sie benötigte Glück – viel Glück – um ungesehen zum Gemeinschaftsraum zurückzukehren. Eine Sache jedoch wollte sie noch ansprechen.
„Oliver?"
„Hm?"
„Was … was fühlst du, wenn du Katie siehst?"
Verwirrt blinzelnd sah Oliver auf. „Was?"
Angelina wiederholte geduldig ihre Frage und ließ ihren besten Freund dabei nicht aus den Augen.
„Eine neue psychologische Methode oder wie?", witzelte der junge Professor, verstummte jedoch sofort beim völlig ernsten Gesichtsausdruck seiner besten Freundin. Nachdenklich fuhr er sich durchs Haar und zerstrubbelte es so noch heftiger, das Blut rauschte durch seine Adern und als er antwortete, war es ihm völlig egal, seine Gefühlswelt so offen vor Angelina darzulegen – immerhin war sie seine beste Freundin und hatte ihre Treue und Einfühlsamkeit schon in ganz anderen Situationen bewiesen.
„Wenn ich Katie sehe … Wenn ich sie sehe, dann … dann ist es, als würde irgendetwas in meinem Kopf abschalten. Oft klopft mein Herz dazu so laut, dass ich Angst habe, sie könnte es hören … Ich spüre ein sanftes Kribbeln in meinem Bauch … und ein flaues Gefühl im Magen … oft weiß ich nicht, was ich sagen soll, wenn sie mir gegenübersteht und dann ärgere ich mich, weil ich wieder mal wie ein vollkommener Idiot ausgesehen habe … und dann muss ich ständig an sie denken, auch wenn sie nicht mehr da ist und ich mir dann ständig den Kopf darüber zerbreche, wie ich es endlich anstellen soll, dass … naja, du weißt schon … Sie ist immer da. Wenn ich aufwache. Wenn ich einschlafe."
Überrascht von diesem doch eher unerwarteten Gefühlsausbruch hob Angelina beide Augenbrauen und stieß sich mit einem anerkennenden Laut von der Mauer ab, während Oliver innegehalten hatte und sie nun mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck bedachte.
„Willst du das jetzt in irgendeiner Form gegen mich verwenden?", fragte er misstrauisch und brachte so die Kapitänin zum Lachen.
„Nein, du Dummkopf", kicherte sie und hakte sich bei ihm unter. „Bis jetzt war ich mir hundertprozentig sicher, dass du in sie verliebt bist." Sie zwinkerte schelmisch und erwiderte so seinen verwirrten Blick.
„Bis jetzt?"
„Ja. Jetzt bin ich mir nämlich tausendprozentig sicher."
~*~
„Sag mal Katie", meinte die Kapitänin der Gryffindors in beiläufigem Ton, während sie am nächsten Morgen in Katies leerem Schlafsaal eine hübsche Schneeuhr auf Leannes Nachtkästchen betrachtete und auf die Angesprochene wartete, bis diese sich für das Frühstück angezogen hatte, „was machst du eigentlich so in den Ferien?"
Verdutzt zog Katie ihren Schulumhang über und sammelte eilig ihre Schulsachen zusammen, die noch quer über ihr Bett verstreut lagen.
„Nach Hause fahren, das weißt du doch … naja, und dann Weihnachten bei meinen Eltern verbringen und mir den Rest der Ferien Gedanken über – nun, einfach zuhause sein und nichts tun. Wieso fragst du?"
Hatte sie sich geirrt oder huschte tatsächlich ein fast triumphierender Ausdruck über Angelinas Gesicht?
„Ach, ich wollt's bloß nochmal wissen", erwiderte die Kapitänin gut gelaunt, doch auch in ihrer Stimme konnte sie den Hauch von Triumph nicht unterdrücken. Was war bloß los mit ihr?
Verwundert hob Katie eine Augenbraue und hielt in ihrer Bewegung inne, um ihre Freundin genau und auffordernd zu mustern; doch diese hatte sich geräuspert und als sie wieder sprach, war der Triumph sowohl aus ihrer Miene als auch aus ihrer Stimme verschwunden.
„Nein, ich hab nur gestern mit Oliver über seine Ferienpläne gesprochen und jetzt dachte ich, ich könnte ja noch mal alle durchfragen, was sie so vorhaben. Alicia kommt später auch noch dran, und du weißt ja, wie neugierig ich bin." Sie zwinkerte, was nur zu Katies kompletter Verwirrung und auch zu ihrem Missfallen beitrug. Ein seltsam stechendes Gefühl regte sich in ihrer Brust. Ihr war schon öfter aufgefallen, dass Oliver und Angelina viel Zeit alleine verbrachten und über Dinge sprachen, von denen niemand sonst etwas wusste – gut, sie waren sehr gute Freunde, schon zu seiner Schulzeit, und trotzdem bemerkte sie plötzlich ein weiteres Gefühl in ihrer Magengegend, das sie das letztemal gespürt hatte, als Cassandra Theano beim Schlossportal aufgetaucht war und sie und Oliver abgefangen hatte.
„Ach", meinte sie langsam und verschloss mit einem Klicken ihre Schultasche, die Augen misstrauisch verengt. „Und das war so unheimlich wichtig, dass ihr gestern noch zu dieser Uhrzeit allein miteinander sprechen musstet, ja?"
Angelina, verwundert über die plötzliche Distanziertheit Katies, blinzelte und stellte Leannes Schneekugel zurück auf das Nachttischchen. Ihr Blick traf den ihrer Freundin, und sie sah Misstrauen darin, begleitet von einem Hauch Nachdenklichkeit. Welche Laus war ihr nun so plötzlich über die Leber gelaufen?
„Nein, Katie", stammelte sie und trat einen Schritt auf diese zu, „darum ging es eigentlich gar nicht –"
„Na dann bin ich aber beruhigt", schnaubte die Jüngere frustriert und schüttelte mit heftigen Bewegungen ihren Kopfpolster auf. „Ich dachte mir schon … aber es gibt doch noch so viele andere Themen, die man besprechen kann, wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, verstehe."
Ihre Worte trafen die Kapitänin wie einen Faustschlag, sie wankte ein paar Schritte zurück und starrte Katie mit fassungslosem Blick an, während diese weiter auf ihren Kopfpolster einschlug und eine einsame Träne, klar und perlend, auf den Stoff tropfte.
„Katie", meinte Angelina vorsichtig, nachdem sie sich wieder einigermaßen von dem unterschwelligen Vorwurf erholt hatte, „du … du weißt doch, dass Oliver und ich gute Freunde sind, nicht wahr?"
Ärgerliches Schnauben war die Antwort und Angelina seufzte, während sie sich innerlich für ihre Blindheit schalt. Wieso hatte sie, die immer einen Rat für solche Probleme parat hatte, nicht miteinkalkuliert, dass Katie die zugegeben sehr enge Freundschaft zwischen ihr und Oliver sehr wohl auch missverstehen konnte? Noch dazu, wo sie gezwungen waren, sich heimlich zu treffen, um Umbridge nicht einen Grund für den Rauswurf Olivers zu geben?
Gefasst machte sie wieder ein paar Schritte auf ihre Freundin zu und legte ihr vorsichtig eine Hand auf die Schulter.
„Nur gute Freunde, Katie. Immer schon gewesen, und es wird auch immer so bleiben. So, und nicht anders. Und das weißt du, genauso wie ich es weiß."
Die wütenden Schläge gegen den mittlerweile arg malträtierten Polster wurden schwächer, dafür rannen die Tränen nun in schimmernden Bahnen Katies Wangen hinab und sie ließ sich auf ihr Bett sinken, den Polster fest umklammert und die Lippen fest zusammengepresst. Wie ein Häufchen Elend saß sie da, und Angelina wagte es erst nach einigen Augenblicken, sich neben ihr niederzulassen und ihr vorsichtig einen Arm um die Schulter zu legen.
„Katie, du denkst doch nicht wirklich, ich … und Oliver … " Der Gedanke allein war so absurd, dass Angelina fast ungläubig den Kopf geschüttelt hätte. Sie, und Katie jenen Mann ausspannen, den diese vergötterte, seit sie in diese Schule gekommen war? Ausgerechnet sie, Angelina? Gut, Oliver mochte äußerst attraktiv, intelligent und humorvoll sein und sie empfand für ihn tiefe Zuneigung, doch für mehr als den besten Freund hatte es bei ihr nie gereicht, und würde es auch nie. Man konnte es eher als ein Bruder-Schwester-Verhältnis bezeichnen, und bisher war Angelina der Annahme gewesen, Katie hätte es auch so gesehen. Das hatte sie sicher auch – bis ihr seit Beginn dieses Schuljahres wohl alles zuviel geworden war.
Wie eine vorwurfsvolle Erkenntnis kam ihr ein Satz in den Sinn, der zwischen ihr und Oliver gefallen war, als sie nach dem Gespräch über eine Beziehung zu Katie das Kapitänsbüro verlassen hatten.
Man wird uns eine Affäre andichten, du wirst schon sehen …
Unwillkürlich schauderte Angelina bei dem Gedanken an diese Worte, auch wenn diese damals in einem anderen Zusammenhang und eigentlich als Spaß gefallen waren.
„Ach Katie, Kleines", seufzte sie deshalb und rückte etwas näher. „Hätte ich doch nur deine Gedanken erraten …"
Als Antwort bekam sie leises Schluchzen und sie drückte die Jüngere sanft an sich, um sie zu trösten. Katies Schultern bebten und die Tränen bahnten sich unaufhaltsam ihren Weg über ihre Wangen hinab, wo sie mit einem steten, dumpfen Geräusch auf den Polster tropften und dort dunkle Spuren hinterließen.
„Es … es tut mir Leid, Angelina", wimmerte sie schließlich mit leiser Stimme und schniefte. „Wie ungerecht von mir, dir … dir sowas zu unterstellen, wo du doch so viel für mich tust … aber ich – ich kann nicht mehr … ich hab das vorhin nur gesagt, weil ich – weil ich frustriert bin … Du und er, ihr trefft euch so oft, weil ihr so gut befreundet … und was ist mit mir? Mir bleiben nur seltene Gelegenheiten, in denen wir nie allein sind und ich gar nicht versuchen kann, irgendeinen Schritt auf ihn zuzumachen, ich … Wieso ist die Liebe so ein seltsames Spiel? Wieso kann sie mich nicht einmal glücklich sein lassen?"
Ihre letzten Worte gingen in leisem Schluchzen unter und sie bettete ihren Kopf in Angelinas Schulter; ihre Freundin drückte sie noch fester an sich und wiegte sie sanft hin und her, endlich verstehend, worauf Katies Reaktion begründet gewesen war. Es musste wirklich schlimm für sie sein, mit ansehen zu müssen wie sie selbst sich unbeschwert mit Oliver traf, da zwischen ihnen sozusagen „alles geregelt" war und sie nicht erst aufeinander zugehen und sich ihre Gefühle gestehen mussten.
Alles in Angelina drängte sie dazu, Olivers Geheimnis preiszugeben und Katie einfach glücklich damit zu machen, doch dies wäre ein Verrat an den Gefühlen und dem Vertrauen ihres besten Freundes, und so überlegte sie, wie sie ihre Freundin aufmuntern konnte, ohne zu viel preisgeben zu müssen.
„Du wirst glücklich sein, hörst du?", flüsterte die Kapitänin, als Katies Tränen versiegt waren und sie wie ein Häufchen Elend Armen der Siebtklässlerin hing. „Keinem anderen vergönne ich es so wie dir und niemand anderes hätte es im Moment mehr verdient als du. Du darfst nicht aufgeben, Katie … schon bald –", sie schluckte und wägte die Worte, die sie sich zurechtgelegt hatte, noch einmal sorgfältig ab, bevor sie sie aussprach, „schon bald wird etwas sehr, sehr Schönes passieren, okay?"
Verwundert und mit tränennassen Augen sah Katie zu ihr auf, ihr Blick fragend. „Was? Wieso sagst du das?"
Hilflos, da sie an ihre Schweigepflicht gebunden war, hob Angelina die Schultern und ein aufmunternder Ausdruck trat in ihre Augen. „Ich … vertrau mir einfach, Katie. Bitte. Ich will, dass es dir wieder gut geht, und ich hab da so eine Ahnung, dass bald etwas passieren wird. Das ist alles. So, und jetzt gehen wir frühstücken, ich hab erstens mächtig Hunger und zweitens keine Lust auf eine wütende McGonagall, wenn ich zu Verwandlung zu spät komme."
Katie nickte mit einem schwachen Lächeln und trocknete ihre Augen mit einem Papiertaschentuch. Sie fragte nicht nach, woher Angelina diese ‚Vorahnung' hatte und sprach das Thema auch nicht mehr an, doch als sie hinunter zum Frühstück gingen, hatte sich ihre Laune spürbar gebessert und mit zunehmender Lebhaftigkeit diskutierte sie mit der Kapitänin über das nächste große Problem: Woher sollten sie einen Sucher und zwei Treiber mit jenen Qualitäten zaubern, die jenen ihrer Vorgänger um nichts nachstanden?
~*~
Als Oliver am Abend desselben Tages nach anstrengenden weil beißend kalten Unterrichtsstunden und einem warmen Gemüseeintopf beim Abendessen in sein Zimmer zurückkehrte, befand sich seine Laune auf dem Höhepunkt.
Beschwingt ließ er seinen Umhang auf den Boden fallen und drehte sich einmal im Kreis, bevor er glücklich eine selbst erdachte Melodie summend die Schuhe auszog und sie sich wenig später zu seinem Umhang gesellten.
Der Grund für seine gute Laune war ein ziemlich simpler: Angelina hatte ihn, als sie sich zufällig vor der Bibliothek getroffen hatten und gerade niemand in der Nähe war, darüber aufgeklärt, dass Katie nun wirklich nichts in den Ferien vorhatte – eine Tatsache, die den ehemaligen Kapitän optimistisch und froh stimmte wie selten etwas zuvor in diesem Schuljahr.
Die Glückseligkeit, mit der sein Plan ihn seit seiner Entstehung durchflutete, ließ kaum andere Empfindungen zu: Er würde Katie bitten, mit ihm auf die Weihnachtsfeier seiner alten Mannschaft zu gehen, ja sie vielleicht sogar bitten, schon früher zu kommen und dem eher scherzhaft traditionellen Abschlusstraining im alten Jahr zuzusehen, sodass sie Spieler, die vielleicht auch ihre Idole waren, näher kennenlernen konnte …
In diesem Moment fühlte sich Oliver Wood wie der glücklichste Mensch auf der großen, weiten Welt – denn er schien endlich etwas gefunden zu haben, dass sein Sinnen vorantrieb.
Mit einem lauten Kreischen machte plötzlich Sayuri auf sich aufmerksam, die auf dem Schreibtisch hockte und ihren Herrn mit vorwurfsvollen, großen Augen anstarrte. In ihren Fängen hielt sie ein zusammengerolltes Stück Pergament und sie flatterte ungeduldig mit ihren Schwingen, ganz so als ob sie ihn zur Eile drängen wollte, die ihr anvertraute Nachricht zu lesen.
„Merlin, Sayuri! Wann bist du denn zurückgekommen, meine Schöne? Hm?", murmelte Oliver mit sanfter Stimme und strich über das weiche Gefieder seiner Eule, der das sichtlich zu behagen schien. „Ich bitte aufrichtig um Verzeihung, dass ich dich nicht eher bemerkt habe. Aber es ist etwas sehr Gutes passiert, Sayu. Vielleicht bekommen wir in den Ferien Besuch." Kurz vergrub er sein Gesicht in den weichen Federn, beeilte sich dann aber, aus seiner Schublade ein paar Eulenkekse zu holen und damit Sayuri zu versorgen, die sich zufrieden an den Leckereien gütlich tat und ihrem Herrn im Gegenzug die Pergamentrolle aushändigte.
Oliver erkannte die Handschrift auf dem Blatt sofort und ließ sich schmunzelnd auf seinen Schreibtischstuhl sinken.
Lieber Oliver,
in der Hoffnung, dass es dir gut geht, schicke ich dir nun diesen Brief.
Natürlich weiß ich, dass jeder in Hogwarts gut aufgehoben ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob ihr dort auch mitbekommt, was außerhalb der Schlossmauern geschieht.
Um uns brauchst du dich nicht zu sorgen, es geht uns gut und es sieht so aus, als wären die immer länger werdenden Schatten noch nicht in unsere Gegend vorgedrungen. Trotz allem sind wir auf der Hut, denn wer weiß schon, was geschehen kann?
Es ist schon lange her, seit wir dich das letzte Mal gesehen haben und dein Vater kommt langsam zu der Meinung, dass er nur allein durch die Zeitungsberichte noch weiß, wie du aussiehst – hör nicht auf ihn, Schatz! Du fehlst ihm einfach, genauso wie mir.
Ich weiß nicht, ob es den Lehrern der Schule erlaubt ist, über Weihnachten das Schloss zu verlassen – aber wenn dies möglich ist, so möchte ich dich gerne dazu einladen, die Festtage doch zuhause zu verbringen, wie du es auch früher immer getan hast.
Dad und mir ist es Geschenk genug, wenn wir dich nur sehen könnten!
Natürlich verstehe ich es vollkommen, wenn dich Pflichten an deinen jetzigen Aufenthaltsort binden; und trotzdem wünsche ich mir, dass wir wenigstens an Weihnachten alle wieder vereint sein können!
Schick mir bitte schnell deine Antwort zurück, sodass ich mich richten kann!
Dein Vater und ich würden uns freuen, wenn du die Einladung annimmst.
In Liebe,
Mum
Mit einem Lächeln auf den Lippen legte Wood den Brief seiner Mutter nieder. Es stimmte, zu lange schon hatte er seine Eltern nicht mehr gesehen oder besucht; die ständigen Trainingseinheiten, Spiele und offiziellen Termine in seinem alten Verein und die darauffolgende Anstellung in Hogwarts hatten ihn viel Zeit gekostet. Umso mehr freute er sich nun darauf, Weihnachten zuhause feiern zu können und dann in seine alte Wohnung zurückzukehren, um –
Aber halt …
Plötzlich stutzig geworden zog Oliver den Brief erneut heran, überflog ihn und fand schließlich die Zeile, deren Inhalt sein Herz nun deutlich schwerer machte als noch vor ein paar Minuten.
Ich weiß nicht, ob es den Lehrern der Schule erlaubt ist, über Weihnachten das Schloss zu verlassen …
Wenn sich der junge Schotte ehrlich war, wusste er es genauso wenig. Durften die Lehrer Hogwarts' Weihnachten und die Ferien außerhalb verbringen? Durften sie die Schule verlassen und erst nach Neujahr zurückkehren? Soweit er sich selbst erinnern konnte, war während seiner Schulzeit nie ein Lehrer während der Ferien fort gewesen …
Ein unbehagliches Gefühl beschlich ihn und rastlos begann er, im Zimmer auf und ab zu gehen, während er seinen Zauberstab nervös zwischen seinen Fingern drehte.
Er musste Gewissheit haben, musste wissen, ob er überhaupt nach Hause und dann nach Prestwick konnte – denn wenn nicht, würde sein ganzer Plan zunichte gemacht werden.
Rasch und von seinem spontanen Vorhaben beflügelt schritt er hinüber zur Tür und trat hinaus auf den Gang; mit schnellen Schritten eilte er den Gang entlang, bog um eine Ecke und befand sich endlich vis á vis mit jener Tür, die er anvisiert hatte.
Mit pochendem Herzen räusperte er sich und klopfte dreimal deutlich gegen das Holz.
Einen Moment lang regte sich nichts hinter der Türe und Wood, mittlerweile die Hände in den Hosentaschen vergraben und rastlos von einem Bein aufs andere tretend, wollte schon den Lehrerflügel verlassen und anderweitig nach der gesuchten Person Ausschau halten, da öffnete sich bereits die Pforte und Professor McGonagall stand vor ihm, bereits gewandet in ihren altbekannten, schottengemusterten Schlafmantel und mit einem verwunderten Ausdruck im Gesicht.
„Oliver, was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?", begrüßte sie ihn mit einem von ihr so seltenen Lächeln und zog die Kordel ihres Mantels fester um ihren Körper. „Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes geschehen?" Bei diesen Worten verzog sie das Gesicht zu einer eindeutigen Grimasse, und Oliver wusste, dass sie Umbridge damit meinte.
„Nein, Minerva", beruhigte er sie und fuhr sich durchs Haar. „Ich fragte mich bloß gerade … wissen Sie, meine Mutter hat mir heute eine Einladung geschickt; Sie wissen schon, Weihnachten bei der Familie und so weiter … und da wurde mir bewusst, dass –"
„ – dass Sie gar keine Ahnung haben, ob es überhaupt üblich ist, dass das Kollegium in den Ferien die Schule verlässt", vollendete die Professorin seinen Satz mit einem Schmunzeln und nickte verständnisvoll. „Nun, ich will nicht leugnen, dass viele Lehrer es vorziehen, die Ferien hier zu verbringen und Vorbereitungen für das Sommersemester zu tätigen. Allerdings muss dies nicht zwingend der Fall sein. Ich selbst habe vor langer Zeit einmal meine Familie besucht, hatte aber seither an Weihnachten keine Gelegenheit mehr dazu. Eigentlich schade." Sie seufzte. „Was Ihre Frage angeht: Folgen Sie ruhig der Einladung Ihrer Mutter und verbringen Sie ein paar schöne Tage zuhause. Es wird Ihnen gut tun, wenigstens für kurze Zeit aus dieser … Atmosphäre wegzukommen."
Ein frohes Lächeln stahl sich auf die Lippen des über alle Maßen erleichterten jungen Professors. „Danke, Professor. Meine Eltern werden sich bestimmt freuen."
Oh, und wie ICH mich gerade freue …
Mit deutlich beschwingterem Schritt und einem Lächeln, das so aussah, als ob es schwer wieder abzusetzen wäre, machte sich Wood schließlich zurück auf den Weg zu seinem eigenen Zimmer; jedoch nicht bevor er von Professor McGonagall verabschiedet und mit einem schmunzelnden letzten Blick ob seiner guten Laune bedacht worden war.
„Sayuri, gleich gibt es Arbeit für dich", eröffnete er seiner Eule händereibend, als er aus einer Schreibtischschublade Pergament und Federkiel zutage förderte und noch immer nicht aufhören konnte zu grinsen – wie sollte er auch; seinem Plan stand nichts mehr im Wege … nun ja, fast nichts. Es war immer noch möglich, dass Katie absagte; doch daran wollte – konnte er nicht denken.
Vorerst wichtig war, seiner Mutter seine Zusage zum gemeinsamen Weihnachtsfest zu schicken und damit die eine oder andere leichte Familienkrise abzuwenden – vor allem vonseiten seines Vaters, der oft noch – auch, wenn er es niemals zugab – damit zu kämpfen hatte, dass der Name seines Sohnes mittlerweile jedem Zauberer und jeder Hexe bekannt war, die auch nur einigermaßen etwas von Quidditch verstand.
Hey Mum, hey Dad,
natürlich geht es mir gut! Macht euch keine Sorgen, hier im Schloss geht alles einen mehr oder weniger ruhigen Gang – so ruhig, wie es in Hogwarts eben zugehen kann!
Trotzdem kann ich sehr wohl sehen, was außerhalb des Schlosses passiert, und ihr könnt euch vorstellen, dass die Angst langsam beginnt, auch auf die Schüler überzugreifen. Ich tue mein Bestes, um sie dagegen zu wappnen, auch wenn ich noch nicht wirklich weiß, was eines Tages wohl auf uns alle zukommen mag.
Aber genug von den düsteren Dingen – danke für die Einladung! Natürlich werde ich kommen, was für eine Frage! Ich habe McGonagall gefragt, ob es üblich ist, dass wir Lehrer die Schule während der Ferien verlassen, und sie hatte kein Problem damit. Dem Heimaturlaub steht also nichts mehr im Wege!
Ach Dad, du übertreibst! Soooo lange ist es nun auch wieder nicht her – aber ich kann dich verstehen, wirklich. Manchmal wünschte ich selbst, das Leben würde mit etwas weniger Geschwindigkeit laufen und mir mehr Zeit für die Dinge lassen, die wirklich wichtig sind.
An dieser Stelle hielt er kurz inne, stützte das Kinn auf die geballte Faust und dachte mit einem leisen Seufzen an Katie. Was sie wohl gerade machte?
Sayuris ungeduldiges Flügelschlagen holte ihn aus seinen Gedanken und nach einem augenrollenden Blick zu seiner Eule hinüber schrieb der junge Schotte den Brief zu Ende.
Deshalb freue ich mich schon drauf, Weihnachten zuhause zu verbringen.
Ich hoffe, es gibt Mums guten Truthahn, einen Bannock* – und das leckere Tiramisu vom letzten Jahr!
Der letzte Schultag ist dieses Jahr der 23. Dezember, ich werde wohl nach dem Unterricht packen und dann zu euch apparieren – so gegen fünf?
Wir sehen uns dann an Weihnachten!
Liebe Grüße aus dem Norden,
Oliver
~*~
„Tja", kam es dumpf von einer ziemlich missgelaunten Angelina, die ihre Jacke in die Ecke des Raums der Wünsche pfefferte und sich im Schneidersitz neben Oliver und den bereits anwesenden anderen Jägerinnen niederließ. Die letzte DA Stunde vor den Weihnachtsferien stand an, und die Kapitänin schien äußerst ‚gut' gelaunt zu sein. „Wir haben dich endlich ersetzt", fügte sie hinzu und warf Harry einen Blick zu, der Unwillen und einen Hauch von Verzweiflung erahnen ließ.
„Ersetzt?", raunte Oliver Katie zu, die – zu seiner unermesslichen Freude – neben ihm saß und sich schon seit ihrer Ankunft toll mit ihm unterhalten hatte.
„Ja, Harry und die Zwillinge, du weißt schon", wisperte die Jägerin mit sorgenvollem Gesicht zurück, genau in dem Moment, als Harry ebenfalls mit verwirrtem Blick nachhakte: „Mich ersetzt?"
„Dich, Fred und George natürlich", klärte Angelina ihn ungeduldig über den Sachverhalt auf und schien sich so kurz als möglich mit dem neuen Team befassen zu wollen. Die Vorstellung, dass jener vielversprechender Kader vom Schuljahresbeginn nicht mehr existierte, schien ihr noch immer schwer im Magen zu liegen.
„Ich wusste gar nicht, dass du schon neue Leute gefunden hast", meldete sich Wood zu Wort und rückte ein Stück näher. „Wer sind sie?"
Angelinas Augen nahmen einen undefinierbaren Ausdruck an. „Nun, wir brauchten natürlich einen neuen Sucher, also –"
„Wen?", fragte Harry sofort, sichtlich gespannt darauf, wer seine Nachfolge antreten sollte.
„Ginny Weasley", antwortete Katie an Angelinas Stelle und bemühte sich redlich, Harry nicht offen anzusehen. Dabei rutschte sie noch ein gutes Stück näher an Oliver heran – ob bewusst oder unbewusst war diesem dabei egal. Es fühlte sich gut an.
Harry, der mit offenem Mund und noch verdutzterem Blick seine Kapitänin anstarrte, wollte schon etwas sagen, als Angelina ihn unterbrach. „Ja, ich weiß schon was du sagen willst. Aber ehrlich gesagt, sie ist ziemlich gut. Nichts gegen dich natürlich, aber", sie warf ihm einen für Oliver völlig ungewohnten bissigen Blick zu, „da wir dich nicht haben können …"
Wood konnte in diesem Moment genau sehen, dass Harry sich bemühte, eine ebenso bissige Antwort hinunterzuschlucken und die Ruhe zu bewahren. Der junge Professor wusste auch, dass Angelina niemals im Leben derartige Vorwürfe hervorbringen würde – wenn sie nicht ebenso verzweifelt gewesen wäre wie er es vielleicht in seinem letzten Schuljahr gewesen war. Der Druck, der auf den Schultern eines Mannschaftskapitäns lastete, wirkte sich wie bei ihm damals auf die Laune aus und führte leicht dazu, Dinge zu sagen, die man nicht wirklich meinte. Er beschloss, seine beste Freundin später auf andere Gedanken zu bringen und sie so daran zu erinnern, nicht seine Fehler zu wiederholen.
„Was ist mit den Treibern?", fragte Harry mit betont ruhiger Stimme und versuchte, beiläufig zu wirken.
„Andrew Kirke", erwiderte Alicia ohne Begeisterung in der Stimme und holte seufzend ihren Zauberstab hervor. „Und Jack Sloper. Keiner von denen ist Spitze, aber verglichen mit den anderen Idioten, die sich gemeldet haben …" Frustriert ließ sie den Stab durch die Luft sausen und beschwor einen glühroten Funkenregen herauf, der langsam im Nichts verglomm.
Oliver atmete tief durch und tauschte einen vielsagenden Blick mit Katie, der jedoch von dem eintretenden Menschenstrom unterbrochen wurde. Schon bald war der Raum wie gewohnt voll mit Menschen, und Harry, der sichtlich froh war, dem deprimierenden Gespräch und den vorwurfsvollen Blicken Angelinas entkommen zu sein, gab ihnen die Instruktionen für die letzte Stunde vor den Ferien. Paarweise sollten sie alle Zauber wiederholen und üben, die sie in den letzten Monaten gelernt und gefestigt hatten.
Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung mit Zacharias Smith, die Fred gewohnt schlagfertig beendete, teilte sich die Gruppe wie schon so oft in Paare auf und begann, zu üben.
Katie sah sich suchend nach den anderen beiden Jägerinnen um und erkannte, dass diese sich bereits in einer Zweiergruppe zusammengefunden hatten und Alicia Angelina gerade einen Lähmfluch auf den Hals gejagt hatte.
Wenn das Glück ihr nun hold war und es gut mit ihr meinte, dann –
„Sieht so aus als wären wir übrig", meinte plötzlich eine leise Stimme hinter ihr und sie wandte sich wie in Trance um. Ihr Blick traf sofort den Olivers und sie fühlte, wie sich die altbekannten Schmetterlinge in ihrem Bauch ausbreiteten. Schon wieder, wie so oft in den letzten Tagen, bedachte er sie mit diesem seltsamen Ausdruck in seinen unergründlich dunklen Augen, und seine Lippen waren zu einem leichten Lächeln geschwungen. Merlin, wie konnte man nur so dermaßen gut aussehen?
„J-ja, sieht so aus", erwiderte sie mit heiserer Stimme, die sich jedoch schnell festigte und es ihr erlaubte, selbstbewusst lächelnd auf ihn zuzutreten. Das Glück hatte sie wohl doch nicht vergessen. „Ich verspreche dir, heute bin ich nicht mehr so grob."
„Oh, das werden wir schon noch sehen", grinste Wood, als er sich die Ärmel seines schwarzen Shirts hochkrempelte und wie sein Gegenüber den Zauberstab zog. „Ein altes Sprichwort besagt: ‚Habe keine Gnade mit dem, der dir etwas anhaben will, denn er wird auch keine mit dir haben'."
„Ich gehe davon aus, dass man dir vor deinem Antritt gesagt hat, dass du keine Schüler umbringen sollst", konterte die Jägerin mit einem breiten Lächeln und brachte sich in Position. „Schon gar keine unschuldigen, lieben Jägerinnen!"
„Ach ja, ich erinnere mich. Vor denen hat man mich sogar gewarnt", antwortete Wood langsam, bevor beide die Zauberstäbe erhoben. „Man sagt, die können einen ziemlich … in ihren Bann ziehen …"
Die unsichtbare Spannung, die in diesem Moment zwischen ihnen zu spüren war, war beinahe greifbar. Olivers Worte waren immer leiser und für Katie intensiver geworden; so wie sein Blick, der nun auf ihr brannte wie ein Feuer, das sie schon so lange entzündet wissen wollte. Sie schluckte und versuchte, den Zauberstab oben zu halten, doch das Beben ihrer Hände machte es ihr schwer. Irgendetwas war zwischen ihnen, irgendetwas … es war, als wäre die unsichtbare Mauer, die sie noch vor Wochen im Krankenflügel gespürt hatte, widerstandslos eingestürzt …
Den Rest der DA-Stunde lang verbrachten sowohl Oliver als auch Katie wie auf glühenden Kohlen. Sie neckten sich, umkreisten sich wie Raubkatzen, die kurz davor waren, ihre Beute ganz für sich einzunehmen und warfen einander Blicke zu, die mehr zu sagen schienen als tausend Worte. Wie die Ruhe vor dem Sturm wirkte es, und die Spannung, die zwischen ihnen herrschte, war bald auch für andere spürbar. Angelina, die das Schauspiel lange beobachtete, fühlte Freude in ihrer Brust aufkeimen; denn nun, so dachte – oder hoffte – sie, würde endlich alles ins Rollen kommen.
Nach gut einer Stunde beendete Harry das Training, und Oliver und Katie, die in einem abgelegeneren Winkel trainierten, halfen sich lachend gegenseitig auf – der Schockzauber hatte wieder einmal eine ‚verheerende' Wirkung gehabt. Oliver wusste schließlich nicht, was ihn dazu bewegte – vielleicht das verlockende Halbdunkel, in dem er und die Jägerin sich befanden – er ließ Katies Hand, die noch in seiner lag, nicht los. Dieses Mal endgültig nicht.
Erst zögernd, doch dann bewusster, verschlangen sich ihre Finger in den seinen; und nur der Hauch eines Lächelns auf ihren Lippen verriet, wie aufgeregt sie sein musste. Zumindest konnte er das am Beben ihrer Hand fühlen, und sein Herz klopfte um eine Nuance schneller. Der Augenblick, den er seit Tagen herbeisehnte, kam immer näher.
„Ihr werdet allmählich richtig gut", lobte Harry sie mittlerweile und strahlte in die Runde von Kämpfern. „Wenn wir aus den Ferien zurückkommen, packen wir mal was von den großen Sachen an – vielleicht sogar den Patronus."
Aufgeregtes Murmeln erfüllte den weihnachtlich dekorierten Raum, und die Schüler, einander noch frohe Weihnachten wünschend, verließen wie üblich in Zweier- und Dreiergruppen den Raum.
Auch Angelina und Alicia, deutlich besser gelaunt als vor der DA-Stunde, packten ihre Sachen; warteten jedoch nicht auf Katie und verließen den Raum sofort mit den Zwillingen, was bei Katie einen verdutzten und bei Oliver einen dankbaren Blick auslöste.
„Können sich die nie merken, dass sie auf einen warten sollen?", grummelte die jüngste Jägerin etwas missmutig, während auch sie ihre Tasche packte, ihr einige Haarsträhnen in die funkelnden Augen fielen und Wood an sich halten musste, bei diesem Anblick nicht in Seufzen auszubrechen.
„Ist doch nicht so schlimm", sagte er stattdessen mit heiserer Stimme und lächelte schwach. „Ich bin doch auch noch da und kann dich ein Stück begleiten."
Ruckartig fuhr Katies Kopf in die Höhe und ihre blauen Augen musterten blitzend die seinen; doch bald kam sie zu dem Entschluss, dass er es wirklich ernst meinte. Er hatte diese Worte wirklich eben von sich gegeben.
„Ja", erwiderte sie grinsend. „Das ist natürlich um einiges besser." Auch ihre Worte waren ernstgemeint.
Gemeinsam wünschten sie Harry und seinen Freunden eine frohe Weihnacht und verließen ebenfalls den Raum der Wünsche in Richtung Gryffindorgemeinschaftsraum. Auf dem Weg sagte keiner der beiden etwas; was in Olivers Fall wohl eher daran lag, dass er – obwohl er sich so viele Worte zurecht gelegt hatte – nun nach der richtigen Auswahl suchen musste und so nicht mehr tun konnte, als seiner Begleiterin ab und an einen kurzen Blick zuzuwerfen.
Schließlich fasste sie sich ein Herz. „Toll, nicht? Dass Harry uns schon den Patronus versuchen lassen will?"
Wood, der wie aus einer Art Trance gerissen wirkte, nickte. „Mhm, stimmt … hast du es noch nie versucht?"
Verwundert sah ihn Katie von der Seite her an, sah in seine verschmitzt funkelnden Augen. „Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich glaube", fügte sie grinsend hinzu, „Umbridge steht nicht sosehr auf Patroni."
„Oh, da könntest du sogar Recht haben", stimmte Wood ihr belustigt zu.
„Hast du denn schon einmal einen Patronus heraufbeschworen?"
„Nun … ja."
Vor Staunen waren Katies Schritte langsamer geworden, und sie beeilte sich, wieder zu ihrem Begleiter aufzuholen. Sie wirkte, wie Oliver bemerkte, aufrichtig beeindruckt.
„Echt? Wann hast du es gelernt?"
„Lupin hat gegen Ende meines letzten Schuljahres versucht, uns noch die Grundlagen beizubringen. Genauergesagt haben wir ihn dazu genötigt – besonders Percy. Ein Patronus gehört wirklich der höheren Magie an, darum war es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Versuche nicht wirklich erfolgreich waren."
„Und deine waren es, ja?", hakte Katie mit amüsiert erhobener Augenbraue nach, während sie um eine Ecke bogen und sich vergewisserten, dass auch niemand in dem anschließenden Korridor Streife ging.
„Natürlich nicht", erwiderte Oliver lächelnd. „Ich hab's natürlich weiter versucht, im Schlafsaal oder im Kapitänsbüro, wenn niemand zusah. Für einen Patronus braucht es viel geistige Kraft und Konzentration, und die geht nach all dem Lernen für die Abschlussprüfungen irgendwann flöten. Aber noch viel wichtiger ist die Erinnerung an einen Moment, der so glücklich ist, dass er kraftvoll genug ist um einen Patronus heraufzubeschwören. Und so einen hatte ich." Sein Lächeln wurde breiter, als er in der Erinnerung an sein letztes Jahr dachte. „Deshalb habe ich es dann an meinem letzten Schultag hier geschafft. Und seither funktioniert es."
Die Jägerin zögerte eine Weile, bevor sie ihm die Frage stellte, die ihr seit seinen Ausführungen auf der Zunge lag.
„Wie sieht er aus?"
„Wer?"
„Na dein Patronus!"
„Ach so, der." Ein geheimnisvolles Lächeln umspielte Olivers Mundwinkel. „Das … verrat ich dir nicht."
„Du bist gemein!", rief Katie leise aus und stieß ihn in die Seite. „Jetzt sag schon! Oder lass mich raten: Etwas sehr peinliches vielleicht, so dass du es nicht verraten willst, bevor es drauf ankommt! Ein … Frosch oder so!"
Wood lachte leise und schüttelte den Kopf. „Nein, nicht wirklich."
„Dann …", Katie runzelte die Stirn und tat so, als müsse sie angestrengt nachdenken, „… ein Schmetterling!" Sie grinste breit.
„Oh ja, wie eindrucksvoll", erwiderte Oliver amüsiert und tat so, als feuere er einen Patronus gegen imaginäre Dementoren ab. „Hilfe Schmetterling, bewahre mich vor den Dementoren! Also wirklich …"
Sie beide lachten und fühlten sich in der Gegenwart des anderen so unbeschwert wie schon lange nicht mehr.
Umso mehr verfielen sie wieder in Schweigen, als das Portrait der Fetten Dame in ihr Blickfeld kam. Katie seufzte leise und verlangsamte ihren Schritt. Sie hatte es genossen, mit Oliver zusammenzusein; ihr Herz war froh und mit wohligen Schauern auf ihren Oberarmen dachte sie an seine Hand in der ihren. Dieser Moment im Raum der Wünsche hätte von ihr aus ewig dauern können.
Oliver, der allerdings im letzten Moment erkannte, dass ein Gespräch zwischen ihm und Katie mit der Fetten Dame als Hintergrund nicht sehr klug war, packte sie plötzlich am Arm und zog sie in einen kleinen, leicht übersehbaren Seitenkorridor, der zu einem versteckten Geheimgang hinter einer hässlichen Statue führte. Ein verdutzter Laut entwich Katies Lippen, doch etwas in ihr sagte ihr, nichts dagegen einzuwenden und abzuwarten, was passierte – auch wenn ihr Herz drohte, ihre Brust zu sprengen.
„Oliver, was –?"
Doch im nächsten Moment hatte er ihr auch schon einen Finger auf die Lippen gelegt und sie schwieg augenblicklich, so gebannt war sie von dieser Situation. Der Korridor, in den sie sich nun befanden, war so eng, dass kaum drei Schüler nebeneinander gehen konnten – und dementsprechend nahe standen sie nun aneinander; so nahe, dass ihre Körper sich beinahe berührten. Schon einmal waren sie in diesem Schuljahr in so einer Situation gewesen – und jede prickelnde Faser in Katies Körper hoffte, dass sie sich wiederholen würde.
Die Fackeln des Hauptkorridors nebenan tauchten sie in flackerndes Zwielicht, und Olivers Augen glommen wie Kohlen in der Dunkelheit, fingen ihren Blick ein und ließen ihn nicht mehr los.
„Katie, ich …" Seine Stimme klang ungewohnt rau, und nach kurzem Zögern tastete er im Halbdunkel nach ihren Händen, deren Finger sich sofort wieder mit seinen vereinigten. „ … ich würde dich … dich gerne etwas fragen …"
Die Luft um sie herum schien durchdrungen von Spannung, und Katie hätte es in diesem Moment nicht gewundert, wenn sich die feinen Härchen auf ihren Oberarmen aufgerichtet hätten; so ein Kribbeln durchfuhr ihre Adern und schickte Adrenalin in jeden Winkel ihres Köpers, das Gefühl des Verbotenen. Was machte er da? Endlich das, was sie sich schon so lange erhofft hatte?
„Ja …?", brachte sie mit nahezu tonloser Stimme hervor und drückte kurz seine Hände, denn er schien etwas nervös zu sein - wenn er nur wüsste, wie es in ihrem Inneren aussah!
Wood holte tief Luft und atmete langsam aus, noch schien er nach Worten zu fischen, ohne jedoch die Augen von ihr zu nehmen; sein Daumen fuhr sanft über den ihren und hinterließ eine wahre Feuerspur auf ihrer Haut.
„Weißt du … vor ein paar Tagen habe ich eine Einladung bekommen, von … von Adrien. Bei Puddlemere steigt jedes Jahr eine mehr oder weniger kleine Silvesterjahresabschlussparty … und die Sache ist die … nun ja …", er holte erneut tief Luft und verstärkte den Druck auf ihre Hände, „würdest du – würdest du mich in den Ferien besuchen? Würdest du mit mir hingehen, Katie?"
Hatte er das gesagt? HATTE ER DAS WIRKLICH GESAGT?
Nein, sie musste träumen; ja, das war es … träumen …
Aber wieso fühlte sie dann seine Hand in ihrer, wieso fühlte sie ihr Herz so schnell schlagen, dass es womöglich bald aus ihrer Brust hüpfen würde?
Wirklichkeit … ja, so unglaublich es sich auch anhörte … es war die Wirklichkeit …
Ein breites Lächeln, das bestimmt irrsinnig dümmlich aussehen musste, breitete sich auf ihren Lippen aus und sie bemühte sich, nicht zu blinzeln – so sehr war sie von seiner Anwesenheit und seinen Augen gefangen. Fast hätte ihre Stimme versagt, als sie ihm antwortete – und Antwort gab es für sie nur eine einzige.
„Ja. Ja natürlich, Oliver. Wie …", sie zögerte einen Moment, bevor sie es für richtig befand, die folgenden Worte auch auszusprechen, „… wie könnte ich nicht mit dir dorthin gehen wollen?"
Sichtlich erleichtert und glücklich hellte sich Olivers Miene auf und ein sanftes Lächeln trat auf seine Lippen.
Nun, wo der ‚schlimmste' Teil vorüber war, schien es so einfach, so unbeschwert gewesen zu sein, sie zu fragen – welche Nervosität er noch vor Sekunden ausgestanden hatte, wusste er schon nicht mehr.
„Ich hatte gehofft, dass du das sagst", flüsterte er schließlich und zog sie ein Stück näher zu sich heran, was Schauer um Schauer über seinen Rücken hinunterjagen ließ. Die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus, und es war ihm gleichgültig, dass er sich in anderen Situationen wohl überlegt hätte, sie auszusprechen – nun war die Gelegenheit, auf die er lange gewartet hatte. „In Zukunft … in Zukunft möchte ich mehr in deiner Nähe sein, ich …"
Er brach ab und sah verlegen zu Boden; und sogar im Halbdunkel konnte Katie sehen, dass sich seine Wangen leicht rosa gefärbt hatten. Sie lachte leise und versuchte, seinen Blick wieder einzufangen, was ihr erfolgreich gelang.
„Glaub mir, dazu werden wir noch viel Zeit haben …"
„Du hast Recht", grinste er. „Und … was den Patronus angeht …"
In einem Anflug von Wagemut und mit dem Gefühl, als steuere längst nicht mehr sein Kopf, sondern sein Herz sein Handeln, beugte er sich näher zu Katie, so dass ihre Gesichter nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren – wie schon einmal – und er bemerkte, wie sie vor Aufregung den Atem anhielt.
„… wenn du ihn errätst … bekommst du ein Geschenk dafür."
„Und das wäre?", erwiderte Katie mit bebender Stimme und verkürzte den Abstand zwischen ihren Gesichtern – und vor allem ihren Lippen – noch einmal um ein Stück; ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt und das Beben ihres ganzen Körpers ließ sich immer schwerer unterdrücken. In ihre Nase stieg der bekannte und so geliebte Duft nach Wald und ihr wurde leicht schwindelig.
„Nun ja … so was ähnliches wie das hier vielleicht …"
Ihre Köpfe bewegten sich immer mehr aufeinander zu und ihre Lippen trennte nurmehr ein Fingerbreit – als vom anderen Ende des Korridors plötzlich Stimmen zu hören waren und sie lautlos auseinanderfuhren, Oliver jedoch Katies Hände fest in den seinen hielt.
Ihnen beiden war der Unmut über die plötzliche Störung im Gesicht abzulesen und Oliver fuhr sich ärgerlich durchs Haar, als er erkannte, dass es Ron und Hermine waren, die ebenfalls zurück in den Gryffindorturm wollten und anscheinend Harry noch im Raum der Wünsche zurückgelassen hatten.
Katie rollte mit den Augen, nahm aber Oliver bei der Hand und schenkte ihm einen aufmunternden Blick, der wohl sagen sollte ‚Bald können wir ungestörter sein…'.
Dankbar lächelnd drückte Wood ein letztes Mal ihre Hand und spähte hinaus auf den Gang, in dem die Stimmen immer näher kamen und sie bereits die Schritte hören konnten.
„Hast du schon am 28. Zeit?", raunte er Katie dann zu und sie nickte lächelnd. „Gut … ich werd dir noch meine Eule mit einer Art ‚Anreiseplan' schicken … ich freu mich, Katie."
„Ich mich auch, Oliver …"
Keiner von beiden wollte den anderen gehen lassen, doch es war schon spät und die Gefahr, entdeckt zu werden, war im Moment sehr hoch.
„Geh jetzt", flüsterte Wood mit unwilliger Stimme und ließ Katies Hände los. „Wir sehen uns, ja?"
„Ja … wir sehen uns", erwiderte Katie, die nun wie das glücklichste Mädchen auf Erden aussah, schenkte ihm ein letztes Lächeln und wandte sich um, um unauffällig hinter Ron und Hermine durch das Porträtloch zu klettern.
Oliver ließ sich flach atmend gegen die kühle Steinmauer sinken und konnte nicht umhin, zu grinsen. Es war besser gelaufen, als er gedacht hatte – viel besser. Die Entscheidung, ein bisschen zu riskieren, war mehr als gut gewesen.
Egal, was sich in den Ferien in Prestwick entwickeln würde – es hatte bereits einen vielversprechenden Anfang genommen …
~*~
Die Schüler im Gemeinschaftsraum registrierte Katie nicht. Besser gesagt: Sie bewegte sich in einer Art Trance und konnte sie nicht registrieren. Selbst Angelinas und Alicias Winken drang nicht zu ihr durch, was bei Angelina ein freudiges in die Hände klatschen auslöste und bei Alicia eher Verwirrung hervorrief. Doch Katie sah es nicht. Ihre Ohren klangen von seinen Worten und ihr Herz klopfte noch immer aufgeregt in ihrer Brust; und erst, als sie ihren leeren Schlafsaal erreicht hatte, wurde sie sich dessen bewusst, was geschehen war.
Schreiend und jubelnd tanzte sie im Raum umher, breitete die Arme von sich und drehte sich im Kreis; sie schloss die Augen und sah Olivers Gesicht vor sich, sein Lächeln, seine rosa angehauchten Wangen …
Mit einem dumpfen Geräusch ließ sie sich mit dem Gesicht voran auf ihr Bett fallen und trommelte so lange in unbändiger Freude auf ihr Bettzeug ein, bis ihre Fäuste schmerzten.
Endlich, endlich war alles gut geworden, endlich hatte sie eine Chance bekommen, um für ihr Glück zu kämpfen.
Der Tag, an dem Olivers Eule zu ihr kommen würde, konnte gar nicht schnell genug kommen.
~*~
Anm.: Sooo, ich hoffe euch hat der ‚Anfang' des Ganzen schon mal gefallen =) Mal sehen, was in den Ferien noch so alles geschieht ;) Aber erst mal schottische Weihnachten feiern ^^
Reviews? ^^
* Bannock: Ein Bannock Kuchen aus Hafermehl wird traditionell in Schottland zu Weihnachten gegessen ^^
Eure Caly
