Mit vor Schreck geweiteten Augen sah ich mich um. Maru und ich befanden uns in einem spärlich eingerichtetem Raum welchen ich als Büro identifizieren konnte. Scheinbar waren Maru und ich durch die Decke direkt in eine Besprechung geplatzt, da über uns ein unschönes Loch prangte und um uns herum mehrere Männer, sowie eine Frau standen und uns quasi mit ihren Blicken erdolchten.
Trotz der mehr als nur unangenehmen Blicke musterte ich jeden der Anwesenden und starrte anschließend Maru mit offenen Mund an. Diese war ebenso verblüfft wie ich.

"Denkst du das gleiche was ich denke?", fragte sie zögerlich.
"Wenn du auch denkst das wir uns hier in Enies Lobby befinden dann schon", erwiderte ich.

Wie wir zu dem Schluss kamen das wir in der One Piece-Welt genauer gesagt in Enies Lobby sind? Vermutlich weil um uns herum die gesamte CP9 stand. Klingt einleuchtend oder?
Ein räuspern riss uns aus unseren Gedanken und verwirrt drehten wir uns um.
Ungeduldig sah Spandam uns an. Scheinbar hatte er uns zuvor eine Frage gestellt welche wir gekonnt überhört hatten.
Wir waren halt damit beschäftigt gewesen die anderen anzustarren.
Genervt strich er sich durch seine rosa Haare und tippte ungeduldig auf seinem Schreibtisch.
"Ja?", unsicher sah ich ihm in die Augen als ich etwas schockierendes feststellte.
Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf und ein schrilles quietschen verließ meine Lippen.
Schockiert über meine neue Erkenntnis starrte ich Maru an und die Tatsache das wir von der CP9 umzingelt waren hatte ich bereits vergessen da diese im Vergleich zu meiner Feststellung unwichtig waren.

"Ich hab einen Schwanz!", irritiert betrachtete Maru mich ehe sie von einem Lachanfall überrascht wurde.
"Hast du denn auch Eier?", fragte sie spaßeshalber nach, was ihr einen verwirrten Blick meinerseits einbrachte.
"Ja…natürlich hab ich auch Eier. Aber ich meins ernst ich hab einen Schwanz und…oh Gott, er bewegt sich!", panisch sah ich sie an. Erfolglos versuchte sie sich wieder zu beruhigen. Zu meinem Unverständnis war sie allerdings nicht die einzige die meine Situation amüsant fand, da sich auf den Lippen einiger Agenten ein kleines Grinsen abbildete oder ihre Augen vor Schalk funkelten.
"Kommst du gleich auch schon?", fragte Maru zwischen zwei Lachanfällen.
Noch verwirrter als zu vor betrachtete ich sie.
Was meinte sie denn jetzt damit?
Angestrengt dachte ich nach ehe mir die Zweideutigkeit meiner Worte bewusst wurde.
"Verdammt Maru das mein ich doch gar nicht! Rute, Schweif nenne es wie du willst, aber ich hab einen Schwanz!", um meine Wort zu unterstreichen griff ich hinter mich und zog einen weißen, buschigen Hundeschwanz dahinter hervor welcher sich in meinem Griff wand.

Enttäuscht betrachtete Maru das weiße etwas in meinen Händen.
"Aber Eier hast du wirklich oder?"
"Natürlich hab ich Eier", zum Beweis zog ich eine Packung davon aus meiner Umhängetasche.
Allerdings viel mir dann wieder ein das wir nicht alleine waren.
Wie auf Kommando lief ich rot an und sah mich im Raum um während ich mich verlegen am Kopf kratze.
"Ähm…ja…..also…hi", stotterte ich kaum hörbar, unwissend was ich hätte sagen sollen.
Maru hatte sich mittlerweile auch wieder erholt war aber auch nicht sehr hilfreich.
"Wer seid ihr?", donnerte auch schon die schlecht gelaunte Stimme Spandams durch den Raum.
Erschrocken zuckten ich und Maru zusammen und hielten und augenblicklich die Ohren zu. Erneuter Schock, dieses mal von uns beiden. Wo in aller Welt waren unsere Ohren?!
Vorsichtig tastete meine Freundin an ihrem Kopf herum, bis sie etwas flauschiges berührte. Die angesteckten Tiger-Ohren. Neugierig beobachtete ich sie und tat es ich anschließend gleich, fand aber ebenfalls nur meine angesteckten Hunde-Ohren.
Dann allerdings traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag. Erneut ignorierte ich sämtliche Anwesenden und stieß einen spitzen Schrei aus. Eine äußerst dumme Idee, denn sofort verzog ich schmerzvoll das Gesicht.
"Maru, du hast auch einen Schwanz! Und und….die Ohren sind angewachsen!", zuerst verständnislos dann schockiert und schließlich begeistert blickte mich die blau haarige an.
"Du meinst?", unvollendet blieb ihre Frage im Raum und dennoch wusste ich genau was sie meinte weswegen ich eifrig nickte.
Dann allerdings wurde ihre Miene wieder ernst und sie deutete auf die Agenten, sowie ihren Boss die uns mittlerweile wütend anstarrten.
Ich schluckte und sah Maru hilfesuchend an.
Seufzend räusperte sie sich.
"Nun also….tut uns leid für die kurze Unterbrechung", fing sie professionell an. "Wir sind, nun ja das ist jetzt etwas kompliziert", druckste sie herum. Innerlich schlug ich mir die Hand gegen die Stirn.
Erwartungsvoll und sichtlich genervt starrte Spandam uns an.
"Ist ja auch egal, Lucci töte sie", befahl er nun mit eiskalter Stimme.
Geschockt rissen wir die Augen auf.
"Nein, nein! Wartet! Wir können das erklären! Ich bin Selly Linnéa Iluma und das ist meine Freundin Maru Koneko und wir kommen aus einer anderen Welt!", beeilte ich mich ohne nachzudenken zu sagen. Aber mal ehrlich, wer denkt schon nach wenn gerade sein Todesurteil unterschrieben wurde?

Skeptisch zog Spandam eine Augenbraue hoch ehe er anfing zu lachen.
"Da hab ich schon bessere Ausflüchte gehört!", höhnte er.
"Das ist die Wahrheit! Keine Ahnung wie aber vor ein paar Minuten stand ich noch vor meiner Haustür.", sagte ich etwas schroffer als beabsichtigt.

Plötzlich schrie Maru schrill auf und zu spät bemerkte ich das Lucci bereits hinter mich getreten war. Sein ausgestreckter Finger raste auf mich zu, während ich mich zu ihm umdrehte. Im Bruchteil einer Sekunde durchbohrte sein Zeigefinger meine linke Schulter und hinterließ eine stark blutende Wunde.
Vor Schmerz schrie ich auf und meine Hand schnellte zu meiner Verletzung, während ich nur mit mühe die Tränen zurück halten konnte.
Sein kalter Blick durchbohrte mich während er erneut seine Hand nach mir ausstreckte. Ängstlich schloss ich die Augen. Das wars.
"Warte Lucci. Sperr sie lieber ein", vernahm ich Spandams gelangweilte Stimme. Ich hätte mir nie träumen lassen das ich jemals so dankbar sein würde diese Stimme zu hören. Erleichtert öffnete ich meine Augen und sah Maru an.
Dann jedoch wurde sie von einer kräftigen Hand gepackt und weggezerrt. Jabura. Auch ich blieb nicht verschont und wurde mitgeschleift.
Schweigend folgten Maru und ich den beiden Männern durch mehrere Gänge bis wir schließlich die Verließe betraten. Unsanft schubsten sie uns in eine freie Zelle und ließen uns alleine.
Hätte mir vor ein paar Monaten noch jemand gesagt das ich eines Tages so denken würde, hätte ich ihn vermutlich ausgelacht aber nun wurde mir schmerzlichste bewusst das es niemals wie in einer Fanfiction sein würde. Dies war die Realität und ich wünschte mir das ich bald wieder zu Hause in meinem langweiligem Alltag sein würde.
Ja ich wünschte mir vom ganzen Herzen niemals hierhin gelangt zu sein, denn die One Piece Charaktere nahmen einen nicht sonderlich freundlich aus.
Und Maru und ich konnten froh sein noch zu leben.