2. Kapitel - Erinnerungen

Mein Herz pochte wie verrückt, heute würde ich endlich etwas über meinen Vater erfahren und doch hatte ich Angst davor. Wie würde er sein? Wie sah er wohl aus? Würde ich ihn mögen? Dumbledore schien zu wissen was ich dachte (wen wunderte es), denn er sagte „Sarah hör mir bitte gut zu, dein Vater hat in der Vergangenheit Dinge getan die nicht zu entschuldigen und nicht ehrenhaft sind, doch er hat Reue gezeigt und geschworen alles zu tun um diese Fehler wieder gut zu machen. Dein Vater ist ein mutiger und tapferer Mann und ich vertraue ihm." Ich konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Ein Teil von mir wollte am liebsten sofort in die Erinnerungen eintauchen, doch der andere Teil von mir sträubte sich dagegen. Aber ich hatte keine Wahl ich musste diese Erinnerungen sehen.

„Bereit?" fragte Dumbledore „Bereit" sagte ich und Dumbledore öffnete das Fläschen und lies die silbrige Flüssigkeit in das Denkarium fliesen. Langsam tauchten unsere Gesichter in die Flüssigkeit des Denkariums, wie in einem Strudel und langsam klärte sich die verschwommene Szenerie, Dumbledore und ich standen auf einem Hügel es war schon dunkel und es schien Herbst zu sein, denn die Bäume wogen sich im Wind und verloren ihre Blätter. Erst war ich verwirrt weil ich niemanden sah, doch dann drehte Dumbledore sich um und ich erkannte einen weiteren Dumbledore und einen Mann der ganz in Schwarz gekleidet war, sehr dünn und blass und seine langen schwarzen Haare wurden vom Wind zerzaust. Er wirkte aufgelöst, ja fast schon verzweifelt.

Mein Vater, das war mein Vater.

„Töten Sie mich nicht" sagte er zu dem anderen Dumbledore. „Das hatte ich nicht vor." Dumbledores Zauberstab spendete Licht und es sah irgendwie gespenstisch aus. „Was wollen Sie Severus?" Dumbledores Worte waren voller Hass.

„Ich- ich möchte Sie um etwas bitten"

„Ein Todesser der mich um etwas bittet?"

„Bitte, meine Tochter und Lily..." seine Stimme brach.

„Die Prophezeiung bezog sich auf einen Jungen der Ende Juli geboren wird."

„Es geht um ihren Sohn, der Dunkle Lord wird sie alle töten. Ich flehe Sie an, bringen Sie Lily und Sarah in Sicherheit, wenn ihnen was zustößt, dann-dann..." weiter kam er nicht, seine Verzweiflung brachte es nicht zustande das zu sagen was er dachte.

„Lord Voldemort wird ihnen bestimmt Gnade gewähren." sagte Dumbledore.

„Nein, ich habe es versucht, aber..:"

„Sie widern mich an" Dumbledores Stimme war voller Verachtung.

„Der Tod des Jungen und seinem Vater ist Ihnen egal, solange Sie haben was Sie wollten?"

„Bringen Sie alle in Sicherheit, bitte Dumbledore, ihnen darf nichts passieren, bitte"

„Und was geben Sie mir dafür, Snape?"

„Was meinen - ?" Snapes Gesicht wurde noch weißer als es ohnehin schon war. Und nach einigen Sekunden antwortete er „Alles."

Die Szene löste sich langsam auf und als alles wieder klar wurde standen der echte Dumbledore und ich in einem alt eingerichteten Büro. Mein Vater, Snape, saß auf einem Stuhl, wie ein Häufchen Elend.

„Sie-Sie wollten sie schützen... Auf sie aufpassen..."

„Sie wurden verraten, sie haben der falschen Person vertraut" sagte Dumbledore. „Der Junge hat überlebt. Severus, er hat Ihre Augen, genau Ihre Augen."

„Nicht" schrie Snape. „Meine Tochter...Lily..." Tränen rannen über sein Gesicht.

„Wenn Sie Ihre Tochter und Lily geliebt haben, richtig und wahrhaftig geliebt haben, dann haben Sie nur einen richtigen Weg, Severus".

„Wie meinen Sie das, Dumbledore?"

„Helfen Sie mir Lilys Sohn zu beschützen."

„Wofür braucht er einen Schutz, der Dunkle Lord ist tot."

„Der Dunkle Lord wird zurückkehren, das wissen Sie, Severus."

Snape rang nach Worten, hielt inne und sah Dumbledore an.

„Nun gut, ja ich tu es, aber Dumbledore verraten Sie niemanden etwas, niemanden. Ich möchte Ihr Wort haben. Potters Sohn..."

„Mein Wort, Severus? Wenn sie unbedingt darauf bestehen." sagte Dumbledore und sah auf das Gesicht meines Vaters herab. Erst jetzt sah ich, dass er ein Foto in seiner Hand hielt, ich ging näher ran um zu sehen was darauf zu sehen war und konnte ein Schluchzen nicht unterdrücken. Auf dem Bild waren meine Eltern, Lily und Snape, und beide hielten ein Baby in den Armen, mich. Sie sahen so glücklich aus. Strahlten gewissermaßen um die Wette. Die Szene löste sich auf und kurz darauf befand ich mich wieder in unserem Wohnzimmer.

Die Tür wurde aufgestoßen und Edward kam mit Emmet hereingestürmt, besorgte Minen in ihren Gesichtern und ich verstand nun warum, mir rannen Tränen übers Gesicht und ich schluchzte unaufhörlich.

„Ich verstehe, dass Sie Sarah Trost spenden wollen, dass können Sie auch sogleich tun. Aber jetzt gibt es noch einige winzige Dinge die ich mit Ihrer Schwester bereden muss." Dumbledore sagte die Worte beruhigend aber dennoch bestimmt. Und so zogen sich Edward und Emmet zurück, nicht ohne mir einen besorgten Blick zuzuwerfen.

„Mein Vater heißt Snape?" Dumbledore lächelt.

„Ja, Severus Snape"

Ich wische mir mit dem Handrücken die Tränen aus den Augen, langsam werde ich ruhiger.

„Er war ein Todesser, er hat für Voldemort gearbeitet..." begann ich, doch Dumbledore unterbrach mich.

„Dein Vater ist immer noch ein Todesser, er spioniert in meinem Auftrag weiter für Voldemort und umgekehrt genauso."

„Aber ist das nicht gefährlich?" irgendwie musste ich diese Bilder und Eindrücke verarbeiten.

„Das ist es in der Tat, Sarah und du erinnerst Dich bestimmt an meine Worte die ich dir vorhin gesagt habe."

„Das mein Vater viele Fehler gemacht hat, aber er ein mutiger und ehrenwerter Mann ist." wiederholte ich Dumbledores Worte.

„Das ist er" Dumbledore sah mich über die Gläser seiner Halbmondbrille hinweg an.

„Und er hat Harry all die Jahre beschützt, obwohl er wusste das meine Mutter tot ist und immer noch glaubt, dass ich auch tot bin?" Ich ersuchte mich daran zurück zu erinnern wie mein Vater reagiert hatte, als Dumbledore ihm gesagte hatte, dass er auf Harry aufpassen sollte. Man hat ihm regelrecht angesehen, dass es ihm zuwider war den Sohn seines Widersachers zu beschützen. Denn das war Harrys Vater, James Potter, schon seit Schultagen gewesen. So viel habe ich in Erfahrung bringen können, aber mehr auch nicht.

„Oh ja, Du darfst nicht vergessen, wie sehr er Dich und deine Mutter geliebt hat. Die Reue, das Gewissen, dass er Euch verloren hat trieb ihn an Harry zu beschützen."

„Ich denke für heute waren das genügend Eindrücke" sagte Dumbledore und ging zum Kamin

„Wann werden Sie wiederkommen?" fragte ich ihn.

„Eine gute Frage, die ich leider so nicht beantworten kann, denn in Hogwarts wartet viel Arbeit und nicht nur dort. Ich werde dir eine Nachricht zukommen lassen, Sarah. Leb wohl"

Und dann stieg er in den Kamin, wie Professor McGonagoll zuvor auch und war auch schon verschwunden.

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Kleines Review?