A/N: Und weiter geht's… Aber erst mal eine kurze Erklärung, hauptsächlich für JE: Ich selbst schminke mich nicht, habe mich nie geschminkt und habe nie vor, mich zu schminken. Alles was ich über's Schminken weiß, ist das die anderen Mädels bei mir in der Gegend es immer tun und alle relativ schnell damit fertig sind. Es tut mir leid, wenn Harrys Schminkerei etwas schnell abläuft… aber vielleicht ist er ja ein schneller Lerner? Gomen nasai! Ich hätte besser recherchieren sollen, bevor ich so etwas schreibe!

FF.net hatte kurz Probleme beim Uploaden, deswegen habe ich das Kapitel noch einmal deleted und dann neu hochgeladen. Sorry an diejenigen, die das Update schon vorher bemerkten und es nicht sehen konnten!

DIESES KAPIEL IST DEATHEATER GEWIDMET

Harry verstaute sein Gepäck – Ginnys trug nur noch einen Rucksack bei sich und der Rest war bereits verstaut, wie sie ihm erklärte – und suchte schnell nach einem freien Abteil im hinteren Teil des Zuges. Durch pures Glück bekamen die beiden das letzte Abteil, direkt am Ende des Zugs. Sobald Harry die Tür hinter sich verschlossen hatte, war Ginny auch schon dabei auf ihn einzureden.

„Geht es ihm gut, geht es ihm gut?" Harry hob abwehrend die Hände und schüttelte kurz seinen Kopf, als wenn er nass wäre. „Woah, immer mit der Ruhe, Ginny. Wem soll es gut gehen?"
Ginny biss sich auf die Lippe, machte dann die Abteiltür auf, sah sich um und schloss sie wieder. Schließlich setzte sie sich und deutet Harry an, sich gegenüber von ihr hinzusetzen. Als er endlich saß flüsterte sie: „Percy!"

Harrys Augen wurden groß. „Ich hatte gehört, deine Familie hätte ihn verstoßen, weil er ein Priester ist!"

Ginny schnaubte. „Es ist mir egal was Ron, die Zwillinge, Bill und meine Eltern sagen! Ich weiß, dass Percy ein guter Mensch ist! Du bist ja auch nicht böse, nur weil du Parsel sprichst!" Harry hatte bemerkt, dass Charlie bei der Aufzählung ausgelassen worden war. Hatte das etwas zu bedeuten?

„Warum glaubst du, ich wüsste etwas von Percy?"

Ginny biss sich noch einmal auf die Lippe. „Nun ja, einerseits soll Sirius Black ihn ja gerettet haben und nun… ich weiß ja von seiner Unschuld und dass er dein Pate ist…"

Wieder biss sie sich kurz auf die Lippe. „Außerdem… nun ja, Charlie ist auch der Meinung, Percy kann nicht auf einmal über Nacht böse werden. Er kennt in Rumänien ein paar Werwölfe, die auch mit den Drachen arbeiten… einer von ihnen hatte ihm den Tipp gegeben, bei Remus Lupin nach Percy zu suchen… und als Hermine und Ron losgelaufen sind, sagten sie etwas von Professor Lupin… also bin ich hinterher, weil ich wissen wollte, wie es Percy geht."

Das erklärte natürlich einiges. Ginny war also begierig darauf, Neuigkeiten über Percy zu hören.

„Ihm geht es gut. Äußerst gut sogar, würde ich behaupten. Remus und Sirius haben sich gut um ihn gekümmert in den ersten Wochen der Ferien und danach sind wir zusammen am gleichen Ort geblieben. Er ist in perfekt gesunder Verfassung und lernt noch, mit seinen Kräften umzugehen."

Ginny atmete aus. „Oh, danke! Ich hatte solche Angst ihm sei was zugestoßen!" Während sie das sagte fiel sie Harry um den Hals. Harry klopfte ihr etwas verwirrt auf den Rücken, nicht im Klaren darüber, was er jetzt tun sollte.

Ginny löste sich wieder von ihm und lächelte. Und es gab keinen Zweifel mehr: Ginnys Augen hatten einen deutlichen Grünstich. Hatte Harry das vorher ohne seine Supersinne gar nicht mitbekommen? Wäre ja möglich. Aber woher sollte sie denn auch grüne Augen haben. Grüne Augenfarben waren selten in der Natur und noch seltener mit Magie hinzukriegen.

Harry wusste das, weil ihm das mal jemand über seine Augen erzählt hatte. Und die einzigste Person außer ihm, die grüne Augen gehabt hatte war – Harrys Augen verengten sich etwas und er musterte Ginny nachdenklich. Diese suchte aus ihrem kleinen Rucksack etwas heraus und schien gar nicht zu bemerken, dass sie beobachtet wurde.

War es möglich? Konnte das überhaupt sein? Harry war sich nicht sicher, aber er würde sie auf alle Fälle genauer beobachten in nächster Zeit…

Die erste halbe Stunde der Zugfahrt verlief ereignislos. Ginny brachte Harry auf den neuesten Stand der Dinge was die Weasleys anging und erzählte von Gesprächen ihrer Eltern die sie hier und da aufgeschnappt hatte.

So wie es aussah hatten die Weasleys mit verächtlichen Äußerungen anderer Zauberer zu kämpfen. Der Ruf der Weasleys war nicht besser geworden, jetzt wo Percy ein Priester war. Oder besser: Jetzt wo er als Priester erkannt worden war. Die Weasleys hatten was Percy anging anscheinend fast alle die gleiche Meinung: Ein Priester ist schlimmer als ein Todesser und wenn Percy einer ist existiert er für uns nicht mehr.

Die einzigsten Ausnahmen waren Ginny und Charlie.

„Woher wusste der Werwolf eigentlich etwas von Remus? Es sah in den Ferien nicht so aus, als hätte er viel Kontakt mit anderen Werwölfen gehabt." meinte Harry plötzlich.

Ginny zuckte mit den Schultern. „Darüber weiß ich auch nichts. Aber unsere Eltern wissen nicht, dass Charlie ein paar Werwölfe kennt. Die wären ja außer sich!"

Harry machte einen verwirrten Gesichtsausdruck. Die Weasleys waren doch recht freundlich gegenüber Remus gewesen, wenn er sich richtig  erinnerte.

Ginny musste seinen Gesichtsausdruck bemerkt haben, denn sie erklärte schnell: „ Oh, sie haben nichts gegen Remus, weil er ja für Dumbledore arbeitet und so, und auch immer den Trank nimmt. Aber meine Eltern sind sehr… abergläubisch wenn du so willst, Harry. Slytherins sind böse und Priester sind böse, Vampire und Werwölfe sind auch böse… wenn sie jemanden kennen, der trotz allem… nun ja, der versucht seine ‚Schulden abzuarbeiten', dann sind sie… verständnisvoll. Aber sonst nicht. Du hättest mitkriegen sollen, wie sie sich aufgeregt haben, als Charlie verkündet hat er will mit Drachen arbeiten!" Ginny rollte mit den Augen.

„Warum? Für mich sah es immer so aus, als würden sie eher stolz auf Charlie sein."

Ginny seufzte. „Ja, an sich sind sie stolz. Weißt du, zuerst wollte Charlie nicht nur im Drachenreservat arbeiten. Er wollte sich einen Drachen als Vertrauten nehmen." Sie stockte. „Weißt du, was Vertraute sind?" Harry schüttelte den Kopf. „Vertraute sind magische oder nicht magische Tiere, die sich an eine Person gebunden haben. Sie helfen ihrem Meister, beschützen ihn, warnen ihn, alles so etwas. Bei den nicht magischen Tieren geschieht so etwas dadurch, dass sie die Magie des Zauberers oder der Hexe in sich aufnehmen und dadurch… na ja, irgendwie schlauer werden. Ich weiß es auch nicht so genau. Bei magischen Tieren ist es schwieriger, sie suchen ihre Meister selbst aus und folgen ihnen nur wenn sie es auch einsehen. Viele magische Tiere sind aber sehr nützlich als Vertraute. Fawkes ist Dumbledores Vertrauter."

Harry nickte langsam. „Das erklärt einiges." Plötzlich viel ihm etwas ein. Wenn normale Tiere sich dadurch banden, das sie Magie aufsogen und wenn Aragog schon ein gewisses Alter hatte… was bei seiner Spinnenart eigentlich unmöglich wäre… aber Harry hatte ja schon im Schrank immer mit Spinnen gehaust… war Aragog an ihn gebunden?

Harry wandte sich der Spinne zu, die neben ihm auf der Zugbank saß und hob sie hoch.

„Hey mein Kleiner, bist du mein Vertrauter?" Die Spinne drehte sich zu ihm und hob die Vorderbeine. „Ist das jetzt ein ja oder ein nein?" murmelte Harry.

Ginny beugte sich vor. „Kann ich sie mal streicheln?" „Na klar. Es ist übrigens ein er. Aragog ist der Name." Ginny näherte sich dem Spinnenrücken vorsichtig mit dem Finger und streichelte Aragog vorsichtig dort. Aragog zuckt zwar nur mit den Beinen, aber es schien ihm nicht zu gefallen.

„Mag er es nicht?"

Harry dachte nach. „Spinnen haben ein Außenskelett. Wahrscheinlich würden wir es auch nicht mögen, wenn jemand auf unser Rückrat drückt." Ginny und Harry sahen sich kurz an und machten dann mit ihrem Gesicht einen ‚Bah!' Ausdruck.

Aragog entschied sich dazu auf Harrys Schulter zu klettern.

„Woher hast du ihn?" wollte Ginny wissen.

„Ach, er kommt von den Dursleys. In meinem… Zimmer waren immer Spinnen gewesen. Aus Langeweile habe ich angefangen mit ihm hier zu sprechen und als ich fortging habe ich ihn gefragt ob er mit will."

Ginny lächelte. „Hört sich ganz so an, als wenn er an dich gebunden ist."

„Ja, würde ich auch sagen. Haben Leute oft Spinnen als Vertraute?"

Ginny runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf. „Nein, höchstens eine magische." Harry zuckte bloß mit den Schultern. Dann kam ihm eine Idee. „Können Leute mehr als einen Vertrauten haben?"

Ginny lachte. „Natürlich, oder was hast du gedacht das Hedwig ist? Eulen binden sich immer an ihren Besitzer. Es sei denn, sie mögen ihn nicht, dann hauen sie einfach wieder ab. Ärgerlich für einige Leute, die ihre Eulen schlecht behandeln."

Was Ginny da sagte machte Sinn. Hedwig schien seine ganzen Stimmungsschwankungen mitzukriegen und wollte ihn immer aufmuntern…

„Hat Charlie eigentlich einen Drachen als Vertrauten oder hat er es noch vor?"

Ginny grinste. „Das darfst du nicht Mama und Papa sagen, ja? Charlie schreibt mir ja immer und er hat mir von einem Viperzahn erzählt, denn sie gerade da oben aufpäppeln, weil er verletzt worden ist. Eigentlich leben Viperzähne in Peru, also ist der Drache da oben in Rumänien etwas fremd. Charlie hat einen Zauber benutzt, um mit dem Drachen reden zu können. Und von dem, was er mir geschrieben hat wird der Drache nur dann friedlich, wenn er bei ihm ist."

„Und das ist ein gutes Zeichen?" fragte Harry verdutzt.

„Aber ja! Der Drache mag ihn! Charlie hat geschrieben, dass er vielleicht sein Vertrauter wird. Charlie weiß sogar schon seinen Namen! Das sagen Drachen nicht gerne einem Zauberer. Und Drachen sind nicht doof, nur weil sie magische Tiere sind. Und in seinem letzten Brief hat Charlie geschrieben, dass er eine ganz große Überraschung für unser nächstes Treffen hat!" Am Ende ihres letzten Satzes wurde Ginnys Stimme ganz hoch und sie hob jubelnd die Arme in die Höhe.

Harry musste Grinsen. „Charlie hat 'nen Draco!"

Die beiden sahen sich zwei Sekunden lang an und prusteten dann los vor lachen.

Gerade in dem Augenblick walzte Draco Malfoy in das Abteil.

Harry und Ginny sahen ihn und prusteten noch mal los.

Gute fünf Minuten später betrachtete Draco sie mit einer gezogenen Augenbraue und wartete darauf, dass sie sich beruhigten. Hinter Draco waren Pansy Parkinson und Gregory Goyle erschienen.

„Darf man fragen was hier so amüsant ist?" Die Frage wurde in Dracos normaler Arroganz überbracht.

Ginny kicherte noch etwas, deswegen antwortete Harry. „Ach, wir sprachen nur gerade darüber, dass Ginnys Bruder einen Draco bekommen hat." Erneut brach Ginny in Gelächter aus.

Goyle sah noch dümmer aus als vorher und Pansy schein auch nicht ganz mitzukommen. Draco dagegen schien etwas begriffen zu haben. „Potter, der Besitz von Drachen ist illegal in England. Ich fürchte, der Weasel der den Drachen hat wird sich nicht lange freuen können."

Zwischen zwei Kicherlauten brachte Ginny hervor: „Nicht wenn der Drache sein Vertrauter ist."

Dracos Stirn runzelte sich. „Draci, können wir nicht wieder in unser Abteil gehen?" jammerte Pansy und hing sich an Dracos Arm. Draco gab ihr einen vernichtungswürdigen Blick. „Pansy, nenne mich nicht Draci. Du und Goyle, ihr könnt ja schon mal gehen, aber ich bleibe hier."

„Aber Draci, was ist denn an Potti interessanter als an deiner Zukünftigen?"

Über Dracos Gesicht huschte ein Schauer, wahrscheinlich bei dem Gedanken, Pansy zu heiraten. „Pansy, könntest du wohl bitte gehen?"

Pansy zog einen Schmollmund und zog zusammen mit Goyle ab.

Sobald die beiden die Abteiltür hinter sich geschlossen hatten, fing Ginny an zu schauspielern.

„Oh Draaa-ciii, kommst du nüücht mit mir miiiit?" Dabei äffte sie Pansys schrille Stimme perfekt nach und klammerte sich an Harrys Arm fest. Dann legte sie ein unschuldiges Lächeln auf und klimperte mit den Augen. „Büütte?" Wieder ein Klimpern.

Noch in einer guten Stimmung vom Lachanfall gerade zuvor, konnte Harry sich nicht zurückhalten und kichert erneut los. Draco sah hingegen nicht gerade sehr erfreut darüber aus.

„Ich mag sie auch nicht, Weasel, aber wenigstens hat sie Geld!"

Ginny imitierte Dracos arroganten Blick. „Mein Harryleinchen auch!"

Harry hörte abrupt auf zu lachen und sah Ginny fragend an. „Das letzte mal als ich dich sah waren wir aber noch nicht zusammen."

Ginny stieß ihn mit dem Ellbogen an. „Hey! Ich wollte ihn doch nur auf die Palme bringen!"

Harry schüttelte den Kopf. Das war nicht die schüchterne Ginny, die er kannte. Ganz und gar nicht.

„Potter hat Geld? Woher?"

„Na, von meinem Paten natürlich!" Jetzt konnte Harry endlich einen Trumph ausspielen, den Sirius ihm in den Ferien ‚gegeben' hatte. Viele der Purblüter Familien waren miteinander verwandt, was irgendwie logisch war, denn so viele ‚pure' Familien gab es nicht mehr. Und Dracos Mutter war nun mal Sirius Cousin. Sirius Familie hatte nicht nur viel Geld gehabt… das jetzt eigentlich Harry gehörte, da Sirius das in seinem Willen damals so verfasst hatte. Und da Harry Erbe der Blacks war, und die Blacks nächste Erben zu den Malfoys waren… bekam Harry auch das Malfoygeld, wenn alle Malfoys sterben sollten.

Ginny wusste zwar den Black – Malfoy Teil vielleicht nicht, aber er hatte ja auch noch das Geld seiner Eltern.

Draco verschränkte seine Arme. „Welcher Pate? Hagrid?"

Harry lächelte bittersüß. „Nein, Sirius Black natürlich. Du weißt, der Cousin deiner Mutter?"

Dracos bleiche Haut wurde noch bleicher. Das war vielleicht das erste Mal, dass Harry den Jungen wirklich und zu tiefst geschockt sah. Schließlich wusste kaum einer, dass Sirius Harrys Pate war. Und noch weniger Leute wussten, dass Remus Harrys andere Pate war… als Werwolf hatte er die Erlaubnis dazu nur sehr schwer bekommen und wollte sie nicht dadurch verlieren, dass er es jedem auf die Nase band.

„Wiederhol das noch mal, Potter."

Ginny sah von Harry zu Draco und verstand nur Bahnhof. Ihre Eltern waren zwar Purblüter, erzählten ihren Kindern aber nicht solche trivialen Sachen wie Verwandtschaften unter den Familien. Die Weasleys gaben nichts darauf, ob jemand Purblut oder nicht wahr und wollten, dass ihre Kinder das auch so sahen.

Harry zuckte gelangweilt mit den Schultern. „Mein Pate, Sirius Black, hat in seinem Willen deutlich klargemacht, dass ich der Erbe bin. Eigentlich wollte er ja Remus einsetzten. Remus Lupin, der Werwolf aus unserem zweiten Jahr, du erinnerst dich? Sie waren gute Freunde in der Schule, weißt du? Aber leider dürfen Werwölfe von ‚Purblütern' ja nicht erben… Aber natürlich gebe ich das Geld sowieso Remus. Oder zumindest den größten Teil, ich muss ja auch von etwas leben."

Dracos Gehirnwindungen waren schwer in Arbeit. Wenn Harry Sirius Erbe war und die Blacks die Erben der Malfoys waren, wobei Sirius der letzte Black war… dann würde Harry, wenn die Malfoys keinen Erben haben sollten, alles kriegen.

Und er, Draco Malfoy, war der Erbe.

Harry Potter hatte Draco gerade das berühmte As im Ärmel gezeigt. Wenn ihm, dem Malfoyerben, etwas zustoßen würde, würde Potter erben. Das Geld ging immer auf den jüngsten und direktesten Erben über.

„Dafür scheinst du aber eine ganz schön arme Wahl in Freunden zu haben, Potter. Weasel und sein Turteltäubchen Granger sind gerade dabei sich bei den anderen Gryffindioten über dich aufzuregen. Sieht nicht so aus als wenn es dieses Jahr das goldene Trio geben würde, oder?" Nach diesem Satz hatte Draco eigentlich einen grandiosen Rückzug antreten wollen, aber Harrys nachdenkliche Stimme hielt ihn auf.

Bei den Worten ‚goldenes Trio' hatte etwas in Harrys Kopf geklingelt. Ein teuflisches Grinsen zierte seine Lippen. „Draco, Ginny, was haltet ihr davon, wenn wir Dumbledore mal so richtig schocken?"

Ginny warf Harry zwar einen komischen Blick zu, zuckte dann aber mit den Achseln. „Das einzigste Mädchen von acht Kindern zu sein und dann auch noch die jüngste ist unglaublich ätzend. Man wird immer nur bevormundet. Ein paar Leute zu schocken könnte Spaß machen…" Ginny setzte sich neben Harry und dachte nach.

Draco atmete tief durch und wusste jetzt schon, dass er seine Entscheidung bereuen würde. „Also, Potter, ich kann dich nicht ausstehen, aber wenn es darum geht den Gryffindioten und ihrem Opa eins auszuwischen bin ich dabei."

Damit setzte sich der Slytherin gegenüber von Harry hin.

Harry rieb sich die Hände. „Wunderbar! Eigentlich war ja nur ich als der Schocker gedacht, aber daraus könnte man mehr machen…"

Draco zog eine Augenbraue hoch. „Du warst als Schocker gedacht? Potter, das hört sich an als wenn du für eine Untergrundarmee arbeitest." Harry lächelte nur geheimnisvoll.

Ginny blickte von einem zum anderen. „Okay, jetzt bin ich neugierig Harry. Worum geht's?"

„Es kommt ein Krieg. Draco, du weißt das, Ginny, du weißt es auch. In diesem Krieg gibt es Fudge und seine Kürbisköpfe, Dumbledore und seine Puppen und den guten alten Voldie mit seiner Komödiantentruppe." Ginny kicherte und Draco zog verächtlich den Mundwinkel hoch. „Potter, komm zur Sache."

„Nun ja, was wäre wenn es noch eine vierte Gruppe gäbe?"

Dracos Augenbraue erreichte einen neuen Höchstwert. „Potter schlägst du gerade vor, was ich glaube das du vorschlägst?"

Harry grinste. „Treten wir den ganzen Besserwissern die mit unserem Leben spielen doch einfach in den Arsch."

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Auf Hogwarts begann das neue Schuljahr traditionell am 1. September. Auch wenn dieser erster September ein Freitag war und man als aller erstes ein Wochenende vor sich hatte.

Und so kam es, dass die Schüler den Hogwarts Express verließen und sich schon auf das Wochenende freuten. Wer während der Busfahrt seine Freunde noch nicht wieder gefunden hatte tat es jetzt und es wurden Urlaubsgeschichten erzählt, Neuigkeiten ausgetauscht und gequatscht.

Wobei wir auch am Thema des Tages – vielleicht sogar des Jahres, waren sich einige sicher! – angekommen wären: Harry Potter.

Sein Auftritt am Zug hatte sich schneller herumgesprochen wie ein Leuchtfeuer durch eine mittelalterliche Stadt wüten konnte und im Prinzip jeder wollte Harry sehen und hatte seine eigene Meinung dazu.

Allerdings hatte nicht wirklich jeder seine ‚eigene' Meinung dazu. Gruppenzwang gab es überall, auch auf Hogwarts. Und wer zu einer Gruppe gehörte, hatte dieselbe Meinung. Man konnte die Schüler eigentlich in sechs Gruppen einteilen:

Die Gryffindors hielten Harrys Benehmen und seine Kleidung für fürchterlich, anormal und garantiert gefährlich – die Lehrer würden doch Punkte abziehen!

Die Hufflepuffs waren geschockt und hielten das für den Verrat schlechthin – mit solchen Lumpen konnte der Harry Potter sich doch nicht sehen lassen! Wie konnte er nur so etwas tragen! Fürchterlich!

Die Ravenclaws sahen das ganz mit kühlem Intellekt an: Interessant, er trug also so etwas. Wie ist er auf die Idee gekommen? Was würde er jetzt machen? Und sah er so nicht einfach mysteriös und wie ein Studienobjekt aus?

Den Slytherins konnten die Ansichten der schwarz-weiß sehenden Gryffindors, naiven Hufflepuffs und Mysterien erforschenden Ravenclaws egal sein. Sie hatten eine große Frage: Was bezweckte er damit? Was wollte er damit erreichen?

Das waren die vier großen Gruppen. Dann gab es da die besonders intelligenten und listigen aus Ravenclaw und Slytherin die sich Gedanken darüber machten, wie sie daraus für sich Vorteile ziehen konnten. Und die besonders fanatischen aus Gryffindor und Hufflepuff, die Harry Potter zu Voldemorts Nachfolger und Erben erklärt hatten.

Und sie alle glotzten ihn an. Natürlich mehr oder weniger diskret – je nach Haus – aber sie taten es trotzdem.

Harry fand das überaus lustig.

In den letzten vier Jahren wurde er verfolgt, fast vergöttert, gehasst und geliebt, weil er der Retter der Menschheit war. Das war immer das gewesen, was die Öffentlichkeit gesehen hatte. Selbst Voldemort hatte ihn als das gesehen und ihn deswegen so vehement verfolgt. Jetzt war Harry nicht mehr der kleine nette Junge von nebenan der in der nächsten Telefonzelle zu Superboy wurde. Dieses Schuljahr würde er endlich zeigen was in ihm steckt.

Harry lief in Richtung Pferdekutschen. Die Schüler wisperten und zeigten mit dem Finger auf ihn, auf die Tattoos und auf seine Kleidung. Er konnte sich nur sehr schwer davon abhalten, ein höhnisches Grinsen à la Snape aufzusetzen, aber das hätte ihn ja verraten – zumindest für die Slytherins.

Das Gespräch mit Draco und Ginny war gut ausgegangen. Natürlich war Draco ihm nicht in die Arme gefallen und hatte ihm eine treue Freundschaft geschworen, aber damit hatte Harry auch nicht gerechnet. Draco wollte das beste für sich aus der Welt herausholen und dafür würde er auch mit Harry arbeiten. Vielleicht würden die beiden im Laufe der Zeit besser miteinander auskommen.

Aber ihr Plan war festgelegt. Die Welt würde in einen Krieg gestürzt werden und ein Krieg nahm keine Rücksicht auf die neue Generation oder die ganz kleinen Kinder. Dumbeldore war ein manipulativer Bastard, so viel hatte Harry deutlich gemacht. Voldemort war ein machthungriger Besessener und Fudge war einfach ein ängstlicher Vollidiot.

Keiner der drei wollte einem dieser Leute folgen und wie Draco mehr oder weniger deutlich erklärt hatte, wussten viele Slytherins wie Voldemort war und würden ihm lieber nicht folgen. Das Problem war nur, wem sonst? Dumbledore trauten sie nicht und Fudge war ganz außer Frage.

Harry war sich sicher, nicht nur Slytherins konnten dazu überredet werden, einer anderen Partei zu folgen. Viele Ravenclaws sicherlich auch, und einige Gryffindors und Hufflepuffs mussten auch die Wahrheit sehen können.

Während Harry sich also als zwielichtige Person verhalten würde – nicht eindeutig auf Dumbledores Seite aber auch nicht richtig böse – würden Ginny und Draco nach Anhängern suchen. Das musste äußerst diskret vonstatten gehen, damit Dumbledore davon nichts mitbekam, aber Harry würde schon für Ablenkung sorgen.

Das war Harrys Plan gewesen. Draco hatte einige Verbesserungsvorschläge gehabt.

„Alles schön und gut Potter, aber wie willst du heißen?" fragte Draco.

Harry blinzelte mit den Augen. „Was meinst du damit?" Draco seufzte.

„Potter, schalte mal endlich dein Hirn ein! Wenn du Anhänger für unsere Sache haben willst, dann brauchst du einen Namen, so wie Lord Voldemort," Draco betonte den Namen absichtlich und Ginny zuckte auch nicht zusammen. Seit ihrem ersten Jahr mit dem Tagebuch, so hatte sie erklärt, hatte sie keine Angst mehr vor ihm. Er war auch mal ein Junge gewesen, „ oder Dumbledore mit seinem komischen Orden. Und ja, ich weiß darüber. Wenn die Leute dir folgen sollen, brauchst du einen Namen. Mit Namen assoziieren die Leute etwas. Mit einem Namen kann man mysteriös, gefährlich, nett, vertrauenswürdig oder so etwas ähnliches wirken. DU brauchst einen Namen als Kopf der Gruppe. Und niemand darf deine wahre Identität wissen, versteht sich, oder?"

Harry nickte und dachte nach. Er brauchte einen Namen!

Es war Ginny, die endlich auf einen Namen kam: „Der stille Fürst!"´

Draco und Harry sahen sie mit offenen Augen an. Sie wurde rot. „Nun ja, es passt zu ihm, oder? Und es klingt mysteriös! Und mysteriös sollte er wirken, oder? Schließlich sind wir die unbekannte vierte Gruppe, oder?"

Draco grinste.  „Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Tag erlebe an dem ein Weasley eine gute Idee hat."

Harry nickte. „Also gut, der stille Fürst."

Was Harry den beiden anderen nicht gesagt hatte, war das er vorhatte Severus mit einzubeziehen. Und am besten auch noch Sirius, Remus und Percy. Ohne Erwachsene war das Vorhaben aussichtslos. Und gerade Severus und Remus waren perfekt: Severus wegen seinem ‚Volk' und Remus, weil er ein Werwolf war und somit andere Werwölfe leichter überredet werden konnten.

Harry hoffte nur, die vier würden auch zustimmen.

Schließlich entschloss sich Harry für eine der Kutschen und stieg ein. Er wusste, dass es eine bestimmte Anzahl von Kutschen gab – passend für die Schüler – und wunderte sich, wer sich trauen würde zu ihm in die Kutsche zu steigen.

Einige Minuten später erschien ein fast grinsender Seamus und ein etwas ängstlich aussehender Dean.

~Verstehe. Eine Wette. Wahrscheinlich mit Ron. Oder sie wollten sich davon überzeugen, dass ich es wirklich bin.~

Kaum hatten die beiden sich gesetzt erschien auf einmal ein blondhaariger Junge an der Kutschentür und kletterte ebenfalls herein. Harry erkannte den etwas kleiner gebauten und leicht übersehbaren Jungen als Blaise Zaibini aus Slytherin.

„Hallo Harry, ich komme gerade vom Vertrauten. Er hat mich gebeten dir stille Grüße zu entsenden und aufzupassen, dass die Tiger dir nicht den Kopf abbeißen."

Harry lies seine momentane Verwirrung nicht durchschauen. Blaise kam also von Draco, war bereits angeworben, wusste über etwas bescheid – hatten sie sich nicht entschlossen Harrys Identität geheim zu halten? – und sollte wegen Seamus und Dean auf ihn aufpassen.

Harry war kein Kleinkind mehr.

„Du kannst dem Viperzahn," Harry benutzte diesen Drachennamen absichtlich, denn eine Viper war ja eine Schlange, „sagen, dass ich auf mich selbst aufpassen kann außerdem fehlen diesen Tigern die Zähne."

Blaise nickte. „Das war auch mein Eindruck aber die First Lady wollte sicher gehen."

Man. Es gab diese Gruppe erst seit ein paar Stunden und schon hatten ihre Anführer Namen und eine Geheimsprache entwickelt!

Seamus und Dean starrten die beiden an. Blaise tat so als würde er es gerade bemerken und lächelte entschuldigend.

„Oh, Entschuldigung! Seamus Finnigen und Dean Thomas, richtig? Blaise Zaibini." Blaise gab den beiden ein kleines Nicken und lehnte sich dann zurück um die Umgebung aus der Kutsche heraus zu betrachten.

Harry wurde auf einmal klar, dass Seamus und Dean das weiter erzählen würden. Und das Hermine den Code leicht entschlüsseln konnte, auch wenn sie vielleicht nicht erraten konnte wer Viperzahn und die First Lady waren. Was bedeutet, dass sie sich schon einen neuen Code einfallen lassen mussten. Verdammt, Harry hatte nicht gewusst, dass das so viel Arbeit machen würde.

„Hey, Harry. Woher der neue Aufzug und wie kommt's dass du mit einer Schlange befreundet bist?" Endlich hatte Seamus sich getraut etwas zu sagen.

„Die Sachen sind gekauft Seamus und obwohl ich noch keine Schlange habe, hätte ich gern eine. Aber möchtet ihr Aragog, meine Spinne kennen lernen?" Harrys Ton war nicht unfreundlich, im Gegenteil sogar. Es hörte sich so an, als wenn er mit alten Freunden beim Tee säße und den neuesten Tratsch erzählte.

Dean zeigte etwas Interesse bei der Erwähnung von Aragog, aber Seamus deutete auf Blaise. „Komm schon Harry, du weißt was ich meine. Was haben die Schlangen dir über die Ferien hinweg angetan? Wir wissen doch alle, dass du nie weglaufen oder solche Kleidung tragen würdest!"

Harrys Gesichtsausdruck verdüsterte sich und seine Stimme wurde monoton. „Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig man über seine Mitmenschen weiß, nicht? Ich meine, Sirius Black hätte niemand für einen Todesser gehalten und am Ende war er es doch, oder?" Harry wusste ziemlich genau was er dort gerade gesagt hatte. Aber wenn er schon eine zwielichtige Gestalt werden sollte, dann richtig.

Plötzlich schaltete sich Blaise wieder ein. „Oh, hast du Viperzahn über die Reptilienabteilung kennen gelernt?" Reptilienabteilung? Harry musste unbedingt mit Draco über die Codewörter sprechen!

„Nein, nein. Da war ich gar nicht. Es war eher aus versehen. Aber einen Viperzahn kann man immer gut gebrauchen schon allein wegen der Kraft. Und schnell sind die Biester auch. Ach, wenn du ihn in der nächsten Zeit siehst, kannst du ihn auf die Übersetzungszauber ansprechen? Wir müssten da einiges ändern, damit sie nicht vorschnell in die Bücher übernommen werden."

Seamus und Dean konnten jetzt zwar alles mithören, aber bevor Hermine rauskriegte was los war hatten sie schon ein neues System entwickelt. Harry hoffte nur, dass Blaise verstanden hatte, was genau Harry mit der letzten Nachricht aussagen wollte.

Blaise sah einen Augenblick lang nachdenklich aus, dann lächelte er. „Ach ja, die Bücher! Ich weiß, ich weiß. Wir sollten die neuen Sprüche schnell fertig haben, wenn die Tiger in der Bibliothek ankommen." Seine Stirn runzelte sich. „Hoffentlich wird der Bibliothekar nicht nervig. Du weißt am besten, wie er ist." Harry nickte. „Oh ja!"

Den Rest der Reise sagten Seamus und Dean nichts und Harry und Blaise begnügten sich damit, die Landschaft zu betrachten.

Beim Aussteigen verschwanden Seamus und Dean unglaublich und schnell und Blaise hatte genug Zeit um Harry etwas zu zuflüstern. „Draco hat mir einiges erklärt. Ich bin leicht übersehbar und gut im sammeln von Informationen. Was Draco erzählt hat von dem was du gesagt hat stimmt, die sind Idioten. Treten wir ihnen in den Arsch!"

Blaise verschwand darauf hin auch und Harry schien zu begreifen, dass dieser eine Satz eine Art Motto geworden war.

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Harry hatte geglaubt, etwas besseres als die Blicke der Schüler gäbe es nicht. Er hatte sich geirrt. McGonagalls Augen waren kurz davor aus ihrem Kopf zu fallen und die Art und Weise wie Dumbledore nachdenklich da saß war auch sehr amüsant.

~Ich habe eindeutig zu viel Zeit mit Severus verbracht, wenn ich das jetzt schon amüsant finde. Ach, zur Hölle damit. Das ist amüsant.~

Harry saß am Ende des Gryffindortisches, der direkt neben den Lehrern lag und von dem aus man am schnellstens die Halle Richtung Turm & Kerker verlassen konnte. Natürlich war Harry immer noch das Gesprächsthema Nummer eins und wurde dementsprechend viel angestarrt… immer noch.

~Vier Jahre und man könnte meinen die haben mich noch nie gesehen. Was so ein paar Veränderungen alles ausmachen können?~

Harry fragte sich aus reiner Neugier, ob man in einer Muggelschule auf solche Veränderungen auch so reagieren würde.

Schließlich fing McGonagall an die Namen der neuen Schüler vorzulesen und der Lärm brach ab. Stattdessen lief ein neuer Schüler nach dem anderen nach vorne.

~Warum sind denn das so viele?~ Im Geiste rechnete Harry etwas aus…

… Er war eins und ein paar Monate alt gewesen, als seine Eltern starben. Rechnete man noch die zwei / drei Jahre dazu, die man gebraucht hatte, um wieder Ruhe einkehren zu lassen kam er auf drei / vier Jahre. Dazu dann elf, das Alter dieser Kinder…

Harry grinste innerlich. Das waren wohl die geburtenstarken Jahre, die in denen die Leute sich wieder sicher fühlten um Kinder zu kriegen.

Und es waren viele. Mehr als in den Jahren zuvor. Nicht das Harry etwas dagegen hatte. Er mochte Kinder.

~Das ist etwas was kein fünfzehnjähriger eigentlich denken sollte.~ Beschloss er bei sich. Teenager seines Alters sollten eigentlich nicht darüber nachdenken ob sie Kinder mochten oder nicht.

~Kinder meines Alters sollten auch keinen Einzelkrieg mit einem Verrückten führen müssen, weil der Rest der Welt glaubt es soll so sein. Kinder sollten… Ach, weg damit. Es gibt so vieles was falsch ist auf der Welt. Meine Gedanken werden auch nichts daran ändern.~

Harry beobachtete die Einteilung mit einem ruhigen Gesichtsausdruck, als ob ihn kein Wässerchen trüben könnte. Obwohl Dumbledore angefangen hatte, ihm diskret zu zuwinken um ihm wahrscheinlich zu signalisieren: Gleich geht's hoch in mein Büro Bursche, und dann will ich ein paar Antworten.

Wahrscheinlich wollte er auch genau das. Tja, Schade. Es war nicht gerade so als wenn Harry einfach so sagen würde: „Natürlich geht's mir gut, Dumble altes Haus, ich war ja nur bei Sev zu Gast."

Harry hätte fast laut heraus lachen müssen bei der Vorstellung von Dumbledores Gesichtsausdruck nach dem Satz.

Alle Erstklässler waren in ihre Häuser verteilt und Dumbledore hatte seine provisorische Rede gehalten. Das Essen erschien endlich auf den Tellern – Harry hatte Hunger – als auch schon McGonagall auf ihn zu kam. „Mr. Potter, wenn sie mir bitte folgen würden."

~Was zum…?~

Damit hatte Harry nicht gerechnet. Sofort entstand ein noch größerer Lärm in der Halle als vorher schon geherrscht hatte.

Warum nahm Dumbledore ihn jetzt aus der Halle? Das musste notgedrungen so viel Spekulationen und Lärm erzeugen. Dumbledore musste das so beabsichtigt hatten. Wollte er durch die anderen Schüler Druck auf Harry ausüben? Dachte er vielleicht, dass Harry klein beigeben würde, wenn er so viel Aufmerksamkeit bekam? Tja, wenn dann hatte Dumbledore sich geirrt. Harry war, wie man so schön sagt, ‚A man on a mission' oder in diesem Sinne ‚A boy on a mission' und Dumbledore würde ihn nicht aufhalten. Diesmal nicht.

Wie erwartet führte McGonagall Harry zum Büro des Schulleiters. Wahrscheinlich hatte der Schulleiter sich unten entschuldigt und war dann auf einem seiner tollen Geheimwege irgendwie schneller nach oben gelangt. ~Manipulativer Bastard.~

Als sie endlich angekommen waren wartete tatsächlich Dumbledore schon auf sie, zusammen mit… Severus?

Harry wunderte sich, wie Severus es vollbracht hatte von Dumbledore mitgenommen zu werden. Denn Dumbledore hatte ihn garantiert nicht freiwillig mitgenommen.

„Ah, Harry, setz dich doch bitte."

Harry tat genau dies und legte seine Arme so auf die Sessellehnen, dass seine Tattoos und seine Innenarme gut zu sehen waren. Damit konnte Dumbledore Harrys Tätowierungen betrachten, aber auch sehen das Harry kein dunkles Zeichen auf dem Arm hatte.

Anscheinend erwartete Dumbledore von Harry irgendein Zeichen das er etwas sagen würde, aber Harry dachte nicht im Traum daran, mit der Unterhaltung anzufangen. Also beschäftigte er sich damit, depressiv auszusehen und nichts zu sagen.

Nach den ersten fünf Minuten verlor McGonagall die Geduld. „Mr. Potter, wir hätten gerne eine Erklärung, was mit ihnen in den Ferien passiert ist."

Harry hatte auf einmal den Drang eine seiner Augenbrauen nach oben zu ziehen, tat es aber nicht. Aus zwei einfachen Gründen: Erstens würde es zu sehr nach Severus aussehen, zweitens hatte er keine Übung darin, es könnte also lustig aussehen und das würde ihm hier nicht helfen.

Stattdessen entschied er sich dafür ausgedehnt zu seufzen.

„Ich frage mich warum jeder annimmt mit mir sei etwas passiert."

Mehr sagte er nicht. Eine als Aussage formulierte Frage.

McGonagall setzte zu einem recht deutlichen Antwortensturm ein, als Dumbledore die Hand hob. „Minerva, beruhige dich bitte. Harry, du warst den größten Teil der Ferien verschwunden und bist jetzt erst wieder aufgetaucht. Aber was auch immer in den Ferien passiert ist, du brauchst keine Angst zu haben."

Angst haben? Dachte Dumbledore jetzt etwa Harry war auf einem Psycho-Trip nachdem ihn ein paar Todesser ein Cruciatus zu viel verpasst hatten? Oh Gott, für wie gut hielt die Welt ihn eigentlich?

Wieder kämpfte Harry das Gefühl des höhnischen Grinsens herunter. Kein Patzer vor Dumbledore, nicht ganz am Anfang!

„Danke für die guten Worte Sir, aber es geht mir bestens. Meine Ferien waren auch einmal zur Abwechslung ganz nett."  Da!, dachte Harry mit kindlicher Freude. Nehmt das! Harry konnte sehen wie McGonagall das verdaute.

„Harry, wir müssen wissen, wo du in den Ferien warst. Wie du sicherlich weißt erhielten wir den Brief, der zusammen mit den normalen Briefen ausgetragen wurde, mit der Unterschrift deines Paten zurück. Also, wo warst du?"

Ah, das war eine gute Frage. Wo war er gewesen? „Größtenteils unterwegs, Sir." Vielleicht war das nicht die beste Lösung, aber er musste vage bleiben, damit genug Spekulationen in Umlauf kamen. ~Denk an den Plan Harry!~ hörte er auf einmal eine Stimme in seinem Kopf. Es war eine dieser Gewissensstimmen von denen man immer hörte. Das diese Stimme sich wie Draco anhörte nervte schon etwas.

Dumbledore seufzte. „Harry, ich weiß nicht was mit dir passiert ist über den Sommer hinweg, aber ich hoffe es hat keine negativen Auswirkungen." Hn. Das war eine Aussage mit zu viel aussage, wenn Harry genauer darüber nachdachte.

„Sir, kann ich jetzt gehen? Ich bekam noch nichts zu essen und bin auch recht müde." Dumbeldore seufzte. „Ja, natürlich mein Junge."

Harry verlies das Büro, entschied sich aber nicht dazu, noch mal in die große Halle zu gehen, sondern machte sich auf in die Küche.

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Zur gleichen Zeit in der Harry bei Dumbledore war unterhielten sich Seamus, Dean, Ron und Hermine.

„… und dann fing Zaibini an so komisches Zeug zu labern. Der Vertraute hätte ihn geschickt, um ihn vor den Tigern zu schützen, weil die First Lady Angst um ihn hätte. Wirres Zeug." meinte Seamus.

Hermines Stirn war gerunzelt. „Nein, das war kein wirres Zeug." Die anderen sahen sie an. Plötzlich sah sie die anderen an. „Das war ein Code! Die Tiger, das wart ihr! Der Vertrauter ist irgendeine Person und die First Lady auch… von den Namen her Personen in einer hohen Position…"

Dean wurde bleich. „Das könnten doch nicht etwa… Todesser sein, oder?"

Ron wurde ebenfalls bleich. „Hat er sonst noch was gesagt?" fragte Hermine.

Seamus nickte. „Ja, irgendetwas von wegen sag Viperzahn er soll sich nicht sorgen. Außerdem hat er irgendetwas von Sirius Black erzählt und wie man sich bei ihm getäuscht hat, als wenn er etwas andeuten wollte. Und dann hat Harry dem Zaibini etwas erzählt von die Zauber noch mal überarbeiten bevor die Tiger sie in der Bibliothek abliefern können. Alles wirres Zeug, für mich ist das kein Code."

Hermine schnipste mit den Fingern. „Doch, und wie das ein Code ist. Wenn ihr die Tiger seid, dann ist die Bibliothek. Was könnte die Bibliothek sein…" Plötzlich fiel Dean etwas ein. „Er sagte auch, dass der Bibliothekar Probleme machen könnte, wegen den Büchern."

Hermine stutze. Bibliothekar? Bücher? Und dann wurde es ihr so klar vor den Augen. „Natürlich! Der Code war nur experimentell, unausgereift. Und jetzt müssen sie schnell einen neuen, besseren entwickeln. Harry wusste, dass wir ihn entschlüsseln würden. Der Bibliothekar ist Ron und die Bücher, das bin ich."

Ron sah verwirrt aus. „Warum sollte Harry so etwa machen? Ich meine, er hat doch gar keinen Grund dazu. Irgendwer muss in den Ferien etwas mit ihm angestellt haben!"

Hermine war noch immer tief in Gedanken. „Erst mal müssen wir herauskriegen, wer Viperzahn und First Lady sind."

Seamus schnaubte. „Ein scheiß Code, wenn ihr mich fragt. Ich meine, ein Viperzahn ist eine Drachenart und wer nimmt schon gerne als Codename Viperzahn an?"

Hermine schnipste noch mal. „Das ist! Drachenart!"

Die anderen sahen sie verständnislos an. „Hermine? Ist dir etwas eingefallen?"

Hermine lehnte sich etwas über den Tisch, Ron saß neben ihr und Seamus und Dean ihnen entgegen. „Viperzahn, das ist eine Drachenart! Und eine Viper ist eine Schlange! Auf wen deutet das?" Achselzucken war ihre Antwort. „Draco Malfoy!" flüsterte sie.

„Das muss es sein! Die Malfoys haben ihm etwas angetan!" flüsterte Ron zurück. „Eh… Hermine, vielleicht sollten wir mit Dumbledore darüber reden?" schlug Dean vor.

Doch Ron schüttelte den Kopf. „Nein, noch nicht. Erst sollten wir mal das Frettchen ausquetschen!"

Ginny schluckte den letzten Bissen Wurst herunter und nahm sich vor, Draco zu warnen. Manchmal war es richtig praktisch das ihre Brüder sie immer übersahen solange sie nicht ‚in Gefahr' war.

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Harry wanderte gemächlich durch die Gänge, zielstrebig auf dem Weg zur Küche. Er lies sich Zeit. Die Schüler sollten zwar eigentlich am ersten Tag nach dem Essen direkt in die jeweiligen Räume verschwinden, aber wer sollte ihn schon entdecken und dorthin schicken? Severus würde das wahrscheinlich nicht machen und dank seiner Sinne und seines Sommertrainings konnte er die anderen Lehrer sowieso hören.

Harrys Ohr spitzte sich, aber er lief normal weiter. Er wurde verfolgt. Leise und von jemanden der es nicht zum ersten mal machte, aber er wurde trotzdem verfolgt.

~Na wunderbar. Noch keinen Tag hier und das fängt schon wieder an.~

Harry konzentrierte sich und schärfte seine Sinne noch etwas. Er konnte sie nicht ständig auf Hochtouren laufen lassen, jedes kleine Geräusch würde ja wie bei einer Stereoanlage für ihn klingen.

Dieser jemand schien jetzt einen anderen Weg zu nehmen, die Schritte wurden gedämpfter.

Nein, sie blieben in der gleichen Entfernung, bloß gedämpft. Ein Geheimgang neben diesem gang vielleicht?

Harry bog um die Ecke und hatte seine Hand an dem Dolch in seinem Gürtel. Als er von der Seite gepackt und in einen Geheimgang gezogen wurde war er darauf vorbereitet und knallte seinen Gegner während der Geheimgangseingang sich schloss an die Wand geknallt und ihm den Dolch an die Kehle gesetzt.

Ein ziemlich geschockter Draco Malfoy sah ihm entgegen. Harry stieß einen Seufzer aus und lies ihn los. Dabei murmelte er etwas über unvorsichtige Slytherins und ihren Hang für große Auftritte.

„Ich und große Auftritte? Und was war das gerade, Potter? Tötet Draco?" zischte Draco.

„Krieg dich wieder ein. Außerdem habe ich bemerkt das mir jemand folgt und… das war nicht immer gut in der Vergangenheit." erklärte Harry.

Draco schüttelte den Kopf. „Mein Vater behauptet zwar immer bei Knockturn Kids soll man aufpassen aber jetzt sehe ich's mal in echt."

Harry grinste. „War das ein Kompliment Draco?"

„Fick dich, Potter." Harry grinste anzüglich.

Draco warf ihm einen Mörderblick zu. „Blaise hat mit mir gesprochen. Irgendetwas von du wolltest einen Code ausmachen?"

„Nun ja, das komische Metaphernraten von ihm vorhin ist inzwischen wahrscheinlich von Hermine aufgedeckt worden. Aber eine gute Idee, muss ich sagen."

Draco nickte. „Ja, Blaise kommt auf gute Ideen. Liegt in der Familie. Er und seine große Schwester wissen bescheid und sind dabei."

„Er hat eine Schwester?" „Ja, Carmen der Name. Relativ groß, Sechstklässlerin, braune lange Haare und blaue Augen."

Harry dachte schnell nach. „Ja, stimmt. Ich wusste gar nicht, dass sie verwandt sind."

Draco schnaubte. „Die Ignoranz von Gryffindioten und den anderen Häusern ist fast größer als das Universum. Nenn mir einen Gryffindor der mehr als die Slytherinnamen seines Jahrgangs kennt."

Da hatte Draco einen Punkt. Die anderen Häusern wussten was das angeht herzlich wenig. Nur ‚wichtige' Slytherins kannte jeder beim Namen. Und die Wichtigkeit wurde von den anderen Häusern festgelegt. Wahrscheinlich gab es genug Slytherins, die sich so perfekt verstecken konnten.

Harry steckte seinen Dolch wieder ein und drehte sich um. „Potter! Wo willst du jetzt schon wieder hin! Ich dachte wir haben etwas zu besprechen!" kreischte Draco.

„Draco, sei leise. Und ich habe Hunger. Ich wollte nur in die Küche gehen. Wir können auch da reden, oder?"

„Und was, wenn die Hauselfen Dumbledore etwas erzählen?" zischte Draco während er schnell zu Harry aufholte. Der Geheimgang schloss sch wieder hinter ihnen.

„Werden sie nicht, keine Sorge."

A/N: Ich weiß, ich bin böse. Aber hier wird gestoppt. *FiesesLachen*

Review Antworten:

Silverwolfe:  Wie man vielleicht schon bemerkt hat wird es einen kleinen Flirt zwischen Harry und Ginny geben… ob es mehr wird weiß ich noch nicht.

Ancalime2: Wofür der schwarze Phönix steht? Ja mei, wofür steht denn ein normaler Phönix? Vielleicht kann man dann ja erraten wofür ein schwarzer steht…

JE: Die findest du in einer der Harry Potter Slash yahoo! Groups. Wenn du willst kann ich dir den Link geben, aber du brauchst nen yahoo Account. Ich hab ein paar gute Groups gefunden. Wenn ihr wollt kann ich die Links ja mal aufschreiben.

lesemandy: Wegen dem Happy End… Also, es wird schon ein Happy End sein, aber in Harrys Sinne. Ich weiß ja nicht wie sehr Happy End das für dich ist…

Angel344 & raion: Die Szene am Bahnsteig war schwer zu schreiben. Ich hab sie fünfmal neu geschrieben, weil mir die alte Version nicht gefiel.

mices: Ich finde nicht, dass jede 3. klassige FFiction Slash hat. Ich habe einmal eine fürchterliche mit H&H gelesen. Fürchterlich sag ich euch! Aber in vielen dark!Harry Stories kommt Slash vor. Dabei kann eine gute Het Story genauso gut oder besser sein.

Elliot: Wegen den Ravenclaws… Wenn sich jemand nur für Bücher interessiert – und so werden die Ravenclaws in den Büchern ja beschrieben – dann ist das doch für andere ‚normale' Schüler komisch, oder? Ich spreche aus Eigenerfahrung. Ich selbst liebe Bücher über alles und wurde immer doof angeguckt, wenn ich meine Schulbücher nach einer Woche durch hatte… Mit Ausnahme vom Physik und Mathebuch. Das war öde. Und sonst: nieder mit Dumblebee!

Monk: Du hast ja so recht! NIEDER MIT DUMBLEBEE! … … … so, ich glaub jetzt hat jeder mitgekriegt was ich meine…

Ralna: Das Makeup sollte ja gar nicht hübsch sondern aufsehenerregend sein. Und ich selbst mag überhupt kein Makeup.

aerie-chan: Das Kap hat hoffentlich ein paar Fragen beantwortet. Und Severus sieht mit seinem Vampirumhang wie ich ihn nenne doch etwas Gothic-artig aus, oder?

deatheater: So, ein brandneues Kapitel, extra für dich! Eine dumme Frage – die ich jetzt extra online stelle und nicht per e-mail schicke damit alle sie lesen können – darf ich deine Fortsetzung online stellen?

anna: Erstaunlich wie sich meine Geschichten immer mehr zu E-mail Boxen verwandeln #zwinker#

Alex15: Na ja, mein Vater kommt aus Russland und meine Mutter aus Polen. Meine Familie scheint aber nomadenartig zu sein. Ich habe eine Tante in den USA und eine in Schottland. Und natürlich meinen Onkel in Russland. Das sind Familientreffen sag ich euch!

Chibi-Kyoko: Ja, ich frag mich immer warum Harry immer Ja und Amen sagt! Entweder der unterdrückt alles oder… oh ho, Geschichten potenzial! Harry als verschlagner Arschkriecher von Dumbledore um sich selbst zu bereichern! Und wieder ein fieses Ende, hehe!

malinalda: Warum lachen sich alle über Remus mit pinken haaren so tot? Der arme Mann… oder Werwolf in diesem Falle… war auch mal jung! Lasst ihn doch seinen Spaß haben! ;)