A/N: Warum hat mir denn keiner gesagt, dass ich Idiotin die
Titel vertauscht habe? Der letzte, der erste Teil ist natürlich
'Between an evil god and a crazy devil I choose myself!' Zu Deutsch:
Zwischen einem bösen Gott und einem verrückten Teufel wähle
ich mich selbst. Und das hat Harry ja gemacht. Dieser Teil hier ist
'Heaven doesn't want me, Hell's afraid I'll take
over'.
Mann, da hab ich aber Mist gebaut! *legt ihren Kopf in ihre Hände
und schämt sich*
Könnt ihr mir noch einmal verzeihen? *schämt sich ganz
dolle*
Jetzt aber weiter mit der Story (und dem richtigen Titel) :
EINHERZLICHES DANKESCHÖN AN DEN BETA! ISUMI DU BIST DIE BESTE + SCHNELLSTE!!
Heaven & Hell
Teil II: Heaven doesn't want me, Hell's afraid I'll
take over
Severus Snape hatte in sich selbst immer einen sehr klugen Mann
gesehen, der aus allem einigermaßen heil und wohlhabend
herauskam und somit alles zu seinem Besten abwenden konnte. Severus
war einer von Voldemorts mächtigsten… ‚Anhängern'
und bei weitem Dumbledores wichtigster ‚Anhänger'.
Severus arbeitete weder für die eine, noch für die
andere Seite in diesem Krieg. Severus arbeitete nur für sich
selbst.
Eine Angewohnheit, die vielleicht aus seiner Kindheit stammte.
Severus Snape war als der Sohn eines Vampires geboren worden, und
damit schon zu einem Leben als Verstoßener verurteilt gewesen.
Vampire waren genau so viel wert wie Werwölfe und ihre Kinder
noch weniger.
Vampire waren untot, doch in einigen seltenen Fällen konnten
Jungfrauen von ihnen schwanger werden. Natürlich trieben die
meisten Frauen oder Mädchen solch ein Kind ab, sobald sie es
bemerkten. Doch hin und wieder kam es vor, dass ein Kind nicht
abgetrieben wurde, nicht als ein Vampirkind erkannt wurde oder aus
sonstigen Gründen auf die Welt kam.
Bei Severus war seine Mutter der Grund gewesen.
Sophie Snape hatte fest daran geglaubt, dass ihr Kind, egal
welchen Vater es hatte, ein Recht darauf hatte zu leben. Sophie hatte
ebenfalls daran geglaubt, dass kein Kind schlecht geboren werden
konnte, egal welches Blut in den Adern des Kindes floss.
Selbstverständlich hatte die Familie der Snapes Sophies
Vorhaben, das Kind nicht abzutreiben, nicht gerade zugestimmt.
Letztendlich jedoch war Severus geboren worden, aus einem ganz
einfachen Grund: Der letzte Erbe der Snapes war gestorben und man
brauchte einen neuen.
Sophies Neffe war bei einem ausritt ums Leben gekommen, als er
einem schwarzen Einhorn begegnete, welches ihn prompt umbrachte.
Sophies Bruder, der Vater des Jungen, war schon seit fünf Jahren
tot und die Ehefrau geschieden.
Sophies Eltern lebten zwar beide noch zu dieser Zeit, aber jetzt
hatten sie nur noch ihre einzige junge Tochter. Unverheiratet und
Trägerin eines Vampirkindes. Die Chancen, Sophie jemals gut
verheiraten zu können standen also gleich null.
Und so war Severus geboren wurden: Einzig und allein zu dem Zweck,
die Snapes nicht aussterben zu lassen. Eine Tatsache, die seine
Großeltern ihm nur gerne oft klarmachten. Dass ihre Tochter bei
seiner Geburt gestorben war, machten sie ihm auch oft klar.
Severus hätte wahrscheinlich einen frühen Tot durch
seine eigene Hand gefunden, wenn nicht sein Vater gewesen wäre.
Severus,
Kümmere dich nicht um die Menschen. Sie sind schuld
am Tode deiner Mutter, etwas was ich ihnen immer anlasten werden und
was meinen Hass gegen sie schüren wird. Du bist kein ungewolltes
Kind, wenn auch nicht geplant. Deine Mutter würde dich immer
lieben, und ich liebe dich auch, auch wenn ich nicht bei dir sein
kann.
Denke zuerst an dich und dann an die Menschen, denn Menschen
sind egoistisch. Um mit ihnen leben zu können, musst du
mindestens genauso egoistisch werden wie sie.
Du bist mein Sohn. Ich werde immer auf dich aufpassen.
Vlad Alucard Tepes,
Graf Dracula
Natürlich hatte der neunjährige Severus den Brief damals
noch nicht richtig verstanden. Er war ja nur neun gewesen. Trotzdem
hatte dieser Brief ihn immer motiviert. Und glücklicherweise
konnte man Severus Herkunft noch einigermaßen verschweigen, als
der kleine Severus nach Hogwarts kam kannte ihn dort kaum jemand als
Vampirsohn.
Severus Vater war inzwischen ebenfalls tot, getötet von einem
äußerst guten Vampirjäger namens Rian Weasley. Arthur
Weasleys drei Jahre jüngerer Bruder war nicht nur Vampirjäger,
sondern Severus auch ein Dorn im Auge. Wenn es jemanden gab, denn
Severus hasste, dann diesen Rotschopf. An dem Tag an dem Severus ihn
gefahrlos würde töten können würde Weasley sich
wünschen den Namen Vlad Tepes nie gekannt zu haben.
Severus war aber besonders Stolz auf seine Kunst, jedem das
erzählen zu können, was dieser hören wollte und sich
nie in die Karten blicken zu lassen.
Trotzdem hatte Severus seine Überraschung nur knapp verbergen
können, als er ganz am Anfang dieser Sommerferien auf eine…
phänomenale Entdeckung gestoßen war.
James Potter war nicht Harry Potters Vater.
Er konnte es nicht sein. Der Grund? Nun, das war eine lange
Erklärung:
Severus kannte sich gut mit alten Sprachen aus, vorzugsweise
dämonischer Natur. Er hatte sich immer dafür interessiert,
wegen seines Vaters. Als Voldemort ihn am Anfang der Ferien gebeten
hatte, eine alte Schriftrolle zu übersetzen, war er also nicht
verwundert gewesen.
Das hatte sich geändert, als er die ‚Schriftrolle'
– eigentlich mehr ein Buch – bekommen hatte. Die Sprache
war altes Dunkelelfisch, kein Zweifel. Das Problem? Es ergab keinen
Sinn. Es gab keinen Ansatz von irgendwelchen sinnergebenden Sätzen
und die üblichen Geheimcodes brachten auch nichts neues.
Der Verfasser war auch nicht gerade sehr aufschlussreich gewesen:
Azal Slath Rriysne
Azal war elfisch und Rriysne auch, aber Slath kannte Severus als
Namen nicht.
Eines Abends dann, war Severus eine Idee gekommen. Und zwar kurz
nachdem Potters – dabei war er ja gar kein Potter – Eule
bei ihm gewesen war.
Es gab ein Sprichwort in Slytherin, dass irgendwie jeder Slytherin
kannte und keiner wusste, woher es kam. Zwei und drei macht vier. Die
Slytherins sagten so etwas bei unerwarteten Wendungen. Und auch
Severus war dieser Spruch eingefallen, als Harrys Eule fast in seinen
Kessel flog.
Und da hatte er die zündende Idee gehabt.
Slytherin selbst hatte in einer Zeit gelebt, als elfisch noch
weitverbreitet war. Und Slytherins Mutter war elfisch gewesen. Um
genau zu sein war sie eine Elfe gewesen, die von einem Drachen
vergewaltigt worden war. Daraus war Salazar entstanden und das war
der Grund, warum er mit Schlangen (und auch Drachen, aber das wurde
weniger erwähnt) sprechen konnte.
Severus fing vorne an. Zwei. Wenn A zwei war, machte das
_a________.
Und drei. Vom a aus drei weiter musste das z stehen, also:
_a__z______.
Macht vier. Vier weiter also a. Dementsprechend: _a___z___l.
Und so weiter.
Zuerst war dabei nichts herausgekommen. Severus wusste, dass da
Salazar Slytherin herauskommen musste, aber was hatte er falsch
gemacht? Natürlich, macht vier war das Ergebnis, also musste man
die vier wieder vom Anfang des Wortes aus abzählen.
Das hatte immer noch nicht das richtige ergeben.
Erst als Severus die bereits genannten Buchstaben ausgelassen
hatte, war das richtige Herausgekommen:
S 14
A 1
L 4
A 7
Z 2
A 3
R 10
S 5
L 6
Y 13
T 8
H 9
E 16
R 11
I 12
N 15
Salazar Slytherin - Azal Slath Rriysne
Ein perfekter Code.
Es war eine mühselige Arbeit gewesen, aber Severus hatte das
Buch entschlüsseln können. Er hatte Tag und Nacht
gearbeitet und am Ende hatte es funktioniert.
Das Buch war eine Ansammlung von Sprüchen und magischen
Entwicklungen Slytherins. Den Code hatte Slytherin an seine treuesten
Anhänger weitergegeben und so musste er seinen Weg ins Haus
Slytherin gefunden haben. Über die Jahrhunderte hinweg musste
daraus wohl ein Sprichwort geworden sein, um den Code vielleicht dazu
zu bringen, die Zeit zu überdauern? Severus wusste es nicht.
Aber die letzten beiden Einträge Slytherins waren wichtig
gewesen.
Im Vorletzten erklärte Slytherin, wie er einen mächtigen
Zauber geschaffen hatte, um seine Widersacher zu zerstören. Er
hatte ihn ‚Den grünen Tod' genannt, lediglich auf
elfisch: Avada Kedavra.
Der zweite Eintrag war etwas älter gewesen, vielleicht zwei
Jahre und schien mehr eine Art Extra-Eintrag von Slytherin gewesen zu
sein:
Der grüne Tod war vielleicht die dümmste meiner
Erfindungen. Meine eigenen Kinder bekämpfen sich damit, um die
Erbfolge klar festzulegen. Es war dumm von mir, einen so mächtigen
Zauber zu entwickeln. Hätte ich doch nur auf Rowena gehört.
Aber ich habe Vorkehrungen getroffen, Rowena hat mir geholfen.
Keiner meiner Nachfahren wird einen anderen meiner Nachfahren mit
diesem Zauber töten können. Das Ritual bezieht sich auf das
Blut eines Lebewesens. Ich habe das Blut aller Slytherins immun gegen
diesen Zauber gemacht.
Diese Entdeckung war… wie eine Erleuchtung gewesen.
Voldemort konnte nicht von einem Avada Kedavra getötet werden
– etwas das man schon vorher leider feststellen musste –
anscheinend weil er wirklich Slytherins Nachfahre war.
Und Potter… Harry Potter… Schwarze Haare, wie der dunkle
Lord… grüne Augen, wie der dunkle Lord sie einst hatte…
sprach Parsel… Harry Potter war ebenfalls ein Slytherin. Im
wahrsten Sinne dieser Aussage.
Die Potters waren keine Nachfahren der Slytherins gewesen. Lily
Evans war ebenfalls keine gewesen, Severus hatte extra Informationen
über sie in der Muggelwelt einholen lassen. Sie war nicht
adoptiert gewesen, war kein Halbblut von irgendeinem
Slytherinnachfahr gewesen.
Das ließ nur noch eine Lösung zu.
Voldemort war Harrys Vater.
Und damit war Harry der Schlüssel in diesem Krieg.
~*~
Diesen Samstagabend hatte Severus Besuch von Lucius Malfoy
gekriegt.
Der Zauberer betrat das Büro von Severus mit einer
anscheinend angeborenen Arroganz und überzogener Würde.
Severus musste innerlich immer lachen, wenn er die Malfoys so sah.
Bemerkten sie denn nicht, dass ihre betont überhebliche Art und
Weise eher wie eine Parodie wirkte, als wirkliche Arroganz und Macht?
Manchmal fragte Severus sich ob nicht irgendeiner der Malfoys das
einmal begriffen hatte. Diese Arroganz wurde schon von Generation zu
Generation weitervererbt, immer mit der Betonung ‚Arroganz'
und ‚Eitelkeit'. Vielleicht sollte das ganze ja wirklich
nur die Aristokraten verspotten und die Malfoys hatten es lediglich
vergessen? Immerhin waren sie eine alte Familie…
„Severus." Lucius bewegte seinen Gehstock, bzw.
Zauberstab ein wenig hin und her, als wenn das eine Begrüßung
darstellen sollte.
„Lucius. Ich nehme an du bist aus einem guten Grund hier?"
Denn sonst würde Severus gleich einen Anfall bekommen. Severus
unterrichtete an sich gerne. Aber keine lauten, frechen, chaotischen
kleinen Kinder, die mehr Unruhe stifteten als hin zu hören.
„Natürlich, Severus." Severus seufzte innerlich und
deutete Lucius an, in Severus Privatgemächer zu gehen.
Einmal angekommen holte Severus etwas zu trinken und nahm Platz.
„Severus, unser Lord fragt sich, wann du mit der Übersetzung
fertig bist."
Diese Frage hatte Severus schon halb erwartet. Er hatte Voldemort
natürlich noch nichts von der Bedeutung des Textes erzählt,
oh nein. Damit hätte er ja seinen Joker verspielt. Severus würde
bei der Übersetzung den letzten Eintrag einfach weglassen. Er
hatte extra aus diesem Grund alle ihm bekannten Todesser nach
Sprachkenntnissen überprüft. Severus war der einzigste, der
Dunkelelfisch konnte und damit musste Voldemort ihm glauben.
„Ich konnte den Text entschlüsseln."
Jetzt wirkte Lucius interessiert. „Und?"
„Nun, es ist ein schwieriger Code, bei dem man jeden
Buchstaben einzeln abzählen und umstellen muss. Bis jetzt habe
ich erst ein Viertel des Textes übersetzt."
„Das wird unseren Lord sehr freuen… über was
schrieb der Elf in seinem Buch? Unser Lord nahm an, dass es sich um
mächtige Sachen handelt"
Severus nickte. „Das tut es. Übrigens ist der Name des
Verfassers auch verschlüsselt."
Lucius zog seine Augenbraue hoch. „Wer?"
Severus grinste eins seiner fiesesten Grinsen und lehnte sich
zurück. „Nein, wenn ich dir das eher sage als dem Lord…"
Severus kannte Lucius und was bei Lucius gleich hinter seiner
Machtgier kam war seine Neugier. So einem Köder würde der
Malfoy nicht entgehen können. Severus war schon rapide am
überlegen, was er als kleine Gegenleistung nehmen könnte…
Lucius Blick verfinsterte sich. „Severus… deinem alten
Freund würdest du es doch sicherlich schon eher anvertrauen…"
Severus mimte einen nachdenklichen Blick. Lucius schnurrte die
nächsten Worte praktisch aus seinem Mund heraus: „Severus…"
Lucius konnte man so einfach manipulieren, wenn man die Schwäche
des Zauberers kannte. Lucius Neugier. Severus hätte schwören
können, dass der Hut wahrscheinlich eine harte Zeit gehabt haben
muss. Wahrscheinlich war Ravenclaw auch eine Wahl von dem Hut
gewesen. Aber Lucius Hinterhältigkeit hatte ihn wohl nach
Slytherin geschwemmt.
„Lucius… Nun, ich denke, ich könnte dir den Namen
anvertrauen, aber…"
Lucius schien eine Idee bekommen zu haben. „Nun ja, wenn du
den Code entschlüsseln könntest, könnte ich dir ja die
alte Kopie von Luciel's Zaubertranktagebuch geben. Aber dafür
müsste ich natürlich wissen, ob du wirklich so gut bist in
elfisch…"
Ein altes elfisches Buch über Zaubertränke. Natürlich
kriegte man Severus mit so einem Köder. Zumindest wenn es nur so
eine Kleinigkeit wie dieser Name war.
„Also gut, ich nehme an du brauchst einen Beweis."
Severus legte eine kleine Pause ein. „Der Code war gar nicht
so schwer, eher schon brillant kurz. Zwei und drei macht vier. Der
Autor ist Slytherin."
Lucius machte einen Augenblick lang gar nichts, atmete nicht
einmal. Dann lehnte er sich zurück und wisperte: „Slytherin?
Der Salazar Slytherin?"
„Solange er keine Kinder nach sich selbst benannt hat, ja,
der Salazar Slytherin."
Lucius schien nicht überrascht, sondern auch vollkommen
geplättet zu sein. „Was ist, Lucius? Du wusstest doch wohl,
dass Slytherin schreiben konnte, oder?"
Lucius schien aus seinen eigenen Gedanken aufzuschrecken. „Was?
Ja, natürlich Severus." Lucius war ihm einen bösen
Blick zu. „Aber das ist eine aufregende Neuigkeit!"
Severus schnaubte. „Bei dir gibt es viele aufregende
Neuigkeiten."
„Ist es meine Schuld, dass du dich nur für Suppenzutaten
interessierst?"
„Zaubertränke sind keine Suppen! Wie oft soll ich das
noch sagen? Ich erinnere dich daran, dass MEIN Interesse für
SUPPEN dich durch deine Schullaufbahn gebracht hat!"
Lucius war furchtbar in Zaubertränke gewesen. Severus hatte
ihm immer bei den Hausaufgaben und Tests geholfen.
Lucius wedelte wieder mit seinem Stock. „Ist ja gut, Severus.
Für Tränke habe ich mich eben nie richtig
interessiert."
"Dafür aber für viele Mädchen…"
murmelte Severus leise, aber Lucius hörte es dennoch. Seine
Mundwinkel bogen sich zu einem Grinsen heran.
Der Rest des Besuchs verlor sich in sinnlosem Gerede über
verschiedene neue Artikel in verschiedenen Zeitschriften und
ähnlichem. Erst als Severus die Geräusche von jemandem in
seinem Büro hörte, ging er. Nachdem er wiederkam unterhielt
er sich noch kurz mit Lucius, schickte ihn dann aber weg, der
Schulleiter wolle mit Severus noch sprechen.
~*~
Montagmorgen.
Erster Schultag.
Am Samstag schon hatte es die neuen Stundenpläne gegeben.
Der Gryffindortisch.
Es überraschte Harry nicht, dass viele der Gryffindors ihren
Stundenplan noch nicht kannten. Was ihn überraschte war, dass er
sich davon abgestoßen fühlte.
Sie waren doch nicht dazu gezwungen auf ihre Stundenpläne zu
gucken. Es gab eben verschiedene Leute und Schüler auf der Welt.
~Aber sie hatten zwei Tage Zeit.~ dachte Harry sich. ~Zwei Tage.
Man sollte meinen, sie würden in der Zeit wenigstens einmal
draufgucken.~
Harry wusste bereits, dass er gleich bei Umbridge hatte. Zweiter
Stock, dritter Gang hinten links.
Seinen Sonntag hatte Harry zuerst damit verbracht, die Räume
für seinen Unterricht zu suchen und sich zu merken, wo sie
waren. Danach hatte er einfach gefaulenzt und versucht, Papier rollen
zu lassen.
Ginny war größtenteils unterwegs gewesen und hatte nur
ab und zu im Jungenschlafraum nachgesehen, wo Harry sich fast den
ganzen Tag aufgehalten hatte.
Keiner schien Ginny gesehen zu haben und Harry fragte sich, wie
gut Ginny im Verschwinden war. Ron jedenfalls schien von ihren kurzen
Besuchen nichts bemerkt zu haben.
Harry sah auf. Eine alte Eule flog mit einem roten Brief –
einem Heuler! – zum Lehrertisch und lies diesen vor Charlie
fallen.
Die Halle hielt ihren Atem an.
Charlie saß zwischen Flitwick und Severus. Als erstes zog
der Rotschopf geschwind seinen Zauberstab aus der Tasche und legte
einen Harry unbekannten Zauber auf den Heuler. Dann drehte er sein
Handgelenk einmal kurz und sprach etwas, das definitiv nicht einer
menschlichen Sprache angehörte. Kurz darauf ging der Brief in
blauem? Feuer auf.
Flitwick sah dem ganzen mit großem Interessen zu und die
Schüler murmelten aufgeregt durcheinander. Nur Fred und George
sahen enttäuscht aus.
~Das ist ihr eigener Bruder! Na , den beiden wird ich's
zeigen.~
Harry hatte die Zwillinge immer gemocht, aber das ging für
ihn zu weit. Wenn sie andere Leute verpetzen wollten, obwohl sie
selbst ständig Unsinn machten, na, dann würde Harry denen
aber eine Lektion erteilen.
Auf einmal sah Harry, wie Umbridge zu Charlie ging. Harry wollte
mithören, aber wenn er jetzt sein Gehör aktivieren würde,
dann würde er alles lauter hören. So etwas stellte er sich
bei dem ganzen Lärm nicht sehr schön vor. Und beim
konzentrieren auf eine Person war Harry noch fehlerhaft…
Er dachte sich 'was soll's?' und konzentrierte sich trotzdem
aufs Zuhören. Dummerweise verschwamm seine Sicht etwas, aber das
machte in dem Augenblick nichts.
„Was war das für Magie, Mr. Weasley?"
„Das? Oh, ein einfacher Naga-Spruch."
Flitwicks Stimme tauchte auf einmal auf. „Nagas? Oh, wie
interessant! Ich wusste nicht, dass sie ihre Magie auch anderen
Lebewesen beibringen!"
„Nun ja, in dem Drachenreservat wo ich arbeitete lebt auch
ein Stamm von Nagas. Sie kümmerten sich schon immer um die
Drachen da und über die Jahre hinweg haben sie sich an Zauberer
und Hexen gewöhnt."
„Dann haben diese Nagas dir tatsächlich etwas von ihrer
Zauberei beigebracht?" Flitwick schien darüber ganz
aufgeregt zu sein. Harry würde unbedingt nachforschen müssen,
was Nagas jetzt eigentlich waren.
„Nun ja, nicht richtig beigebracht. Nagas benutzen keine
Zauberstäbe und haben keinen richtigen Unterricht, aber ein paar
unserer Drachentrainer haben sie ein paar kleine Tricks beigebracht.
Das Feuer hier zum Beispiel wärmt zwar nicht, zerstört aber
auch einfache magische Gegenstände."
Umbridge meldete sich wieder. „Braucht man nicht eine
Genehmigung um nicht-menschliche Magie anwenden zu dürfen?"
„Ja, das tut man, aber ich habe eine."
„Hm."
Danach hörte Harry zuerst gar nichts und er befürchtete
schon, es läge an ihm und seine Konzentration, bis er wieder
Umbridges Stimme hörte. „Na zeigen sie schon."
Anscheinend hatte Umbridge gedacht mit ihrem ‚hm' würde
Charlie sofort die Erlaubnis herausrücken.
„Ich wusste nicht, dass sie dafür angestellt worden
sind, Professor Umbridge. Der Unterricht beginnt in fünf
Minuten. Sie werden zu spät kommen. Und meine Erlaubnis würde
ihnen auch nichts sagen, sie ist auf rumänisch mit einer
englischen Zulassung." Harry hörte ein Geräusch, das
er als das Verrücken eines Stuhles identifizierte und stellte
seine Sinne wieder um.
Charlie stand auf und ging. Severus schien sehr zufrieden über
Charlies Umgang mit Umbridge zu sein und schickte der Frau ein fieses
Grinsen. Flitwick schien auch etwas belustigt zu sein.
Harry sah auf seine Uhr und entschied sich, auch zu gehen.
Umbridge würde gleich aufbrechen und Harry wollte einer der
ersten im Klassenraum sein. Er stand auf und verließ die Halle.
Kein Lehrer kam pünktlich. Na gut, außer Severus und
McGonagall vielleicht. Aber Umbridge…
Harry hatte schon schlechte Erwartungen was den Unterricht mit ihr
anging. Sie war einfach… abstoßend. Sie stieß Harry
mit ihrer Persönlichkeit und ganzen Art einfach ab. Umbridge war
eine Person, die Harry sehr einfach würde hassen können.
Harry erreichte den Klassenraum und setzte sich auf die linke
Seite, ganz nach vorne und ganz nach außen. Dort holte er etwas
zu schreiben und sein Buch heraus und wartete. Aragog krabbelte aus
seiner Tasche und setzte sich auf den Tisch.
Harry hielt seinen Finger vor Aragogs Bein und die Spinne streckte
ihre Bein aus. Harry zog seinen Finger weg und Arargog versuchte, den
Finger zu fassen zu kriegen.
Das Spielchen ging noch ein wenig so weiter, bis die ersten
anderen Schüler in den Raum kamen.
Slytherins. Harry hatte sie schon erwartet, denn Gryffindor hatte
dieses Jahr viel Unterricht mit den Slytherins. Harry fragte sich,
warum Dumbledore das so arrangiert hatte.
Direkt nach ihnen kamen auch schon die Gryffindors.
Harry konnte sehen, wie sie sich fragten, wo sie sich
hinsetzen sollten. Ron und Hermine setzten sich dann mit Seamus und
Dean direkt hinter Harry, aber nicht neben ihn. Die Slytherins
murmelten aufgeregt miteinander.
Dann kam Blaise zur Tür herein. Blaise trug eine normale,
schwarze Robe, aber erst jetzt fiel Harry auf, wie normal
Blaise aussah. Selbst die Schüler, die ja auf die Ankunft des
Lehrers warteten, sahen nur einmal kurz auf. Sie sahen ihn nicht mal
richtig an.
Blaise war ruhig, bewegte sich langsam und beherrscht und machte
eigentlich auch fast nie auf sich aufmerksam. Deswegen bemerkte man
ihn jetzt auch gar nicht erst, bis er sich schon neben Harry
hingesetzt hatte und Dean auf einmal rief: „Was macht der denn
hier?"
Schon ruhten alle Blicke auf Blaise und Harry.
Harry sah Dean an. Dann sah er wieder Blaise an. „Für
mich sieht das so aus als wenn er hier sitzt." Harry sah Blaise
noch mal an. „Auf seinem Hintern, wenn ich das hinzufügen
darf."
Einige Slytherins grinsten und die Gryffindors sahen Harry komisch
an. Einige mit Verwirrung und andere mit Ärger. Wie Ron zum
Beispiel.
„Harry!" zischte er.
Blaise seufzte dramatisch. „Bei diesem ständigen Generve
kann ich nicht lernen oder mich auf den Unterricht konzentrieren."
Dabei sah er Harry an mit einem ‚tu was' Ausdruck.
Harry blickte in die Reihe hinter ihm. „Hey. Blaise beißt
nicht, ja? Und es ist ja nicht so als wenn ihr neben ihm sitzt. Also
seid ruhig, ja?"
Dann wandte er sich wieder Blaise zu. „Wir können uns
auf die andere Seite setzen, wenn du willst."
Blaise sah rüber zu den Slytherins, aber die erste Reihe war
schon voll. „Nein, die erste Reihe ist schon voll."
Natürlich hatte der ganze Klassenraum das Gespräch
gehört. Und natürlich war Ron inzwischen richtig wütend.
„Harry, entweder du wirst jetzt wieder normal und schickst
den Slytherin weg, oder wir haben uns nie gekannt."
Der gesamte Raum wurde ruhig. Harry sah Ron kalt an. „So viel
zum Thema Objektivität dann also. Sag mir Ron, ist das alles was
du siehst? Ein Haus? Ein Name? Eine Farbe? Kannst du oder willst du
nicht mehr sehen?"
Hermine mischte sich ein. „Harry, das reicht jetzt langsam.
Werd wieder normal."
Harry fragte sich kurz, wo wohl Umbridge blieb, aber sie würde
wohl Charlie noch wegen seiner Erlaubnis nerven.
„Ach ja, Hermine. Wie sagt man doch? Unter den Blinden ist
der Einäugige der König." Die Slytherins murmelten bei
diesem Sprichwort und von dem Blick her, den Blaise ihm gab, musste
es bei den Zauberern wohl nicht sehr weit verbreitet sein.
Ron starrte Harry mit nur spärlich zurückgehaltenem Zorn
an. „Ist das alles was du sagen kannst, Potter?"
Harry seufzte, wie jemand der über die Allüren eines
kleines nervenden Kindes seufzt und lehnte sich zurück.
„Ich kann noch viel mehr sagen, Weasley, aber warum jemanden
etwas erzählen der eh nichts versteht?" Damit wandte Harry
sich ab und sah wieder Blaise an. „Du willst wirklich nicht
rüber? Mir ist es egal wo ich sitze."
„Vorne sitzt man immer am besten."
Harry zuckte mit den Achseln. „Ich finde man sitzt auf jedem
Stuhl gleich blöd. Ein paar Kissen wären nett, oder?"
Dann grinste er Blaise an.
Dieser rollte die Augen. „Alter Quengler."
Jede weitere Auseinandersetzung wurde von Umbridge gestoppt, die
den Raum betrat.
„Alle Bücher auf den Tisch, Kapitel eins aufschlagen!"
brüllte sie sofort heraus.
Während sie zum Pult lief, fing sie schon mit einem Vortrag
an, der aber wohl eher ein Monolog war, denn es hörte ihr kaum
einer richtig zu.
„Das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste ist in
den vergangenen Jahren nur von sehr schlechtem Personal unterrichtet
worden."
~Stimmt nicht. Remus war da und Moody wusste was er tat, auch wenn
er in Wirklichkeit ein Todesser war.~
„Überhaupt war der gesamte Unterrichtsplan dieses Fach
bis jetzt schlecht organisiert. Die praktischen Übungsstunden
zum Beispiel wurden immer viel zu hoch bewertet."
Jetzt stand sie am Pult und blickte die Klasse an. Sie sah mit
ihrem striktem Aussehen fast wie eine Foltermeisterin aus. ~Keine
guten Gedanken Harry, weg damit~ erzählte Harry sich selbst.
„Dieses Fach sollte vor allem aus Theorie bestehen, damit ihr
Schüler versteht, wie man sich gegen die dunklen Künste
verteidigt. In meinem Unterricht wird es nur wenige praktische
Übungen geben, dafür mehr Theorie. Aufsätze haben die
erforderliche Länge zu erreichen und ordentlich geschrieben zu
sein. Falls Fragen auftreten sollten, bin ich immer ansprechbar. Mein
Name ist Dolores Umbridge, aber für euch Professor Umbridge.
Und jetzt fangt bitte an, Kapitel eins zu lesen, bis Seite 5,
erster Absatz. Danach werde ich ein paar einfache Fragen stellen und
Beispiele geben. Fangt an."
Harry hatte das erste Kapitel schon längst in seiner Freizeit
überflogen. ~Werwölfe. Wird ja lustig werden. Bin
gespannt, was für Beispiele sie nennen wird.~
Wie sich später herausstellte, war Umbridge nicht nur eine
unangenehme Person sondern auch sehr voreingenommen gegenüber
Werwölfen.
„… und daran erkennt man einen Werwolf. Werwölfe
sollte man immer vorsichtig behandeln, man weiß nie, wann sie
gewalttätig werden können." schlussfolgerte sie
gerade. Harrys Hand flog in die Höhe. „Mr. Potter?"
„Woher weiß man, dass Werwölfe immer und leicht
gewalttätig werden können?"
Die Klasse sah Harry doof an und Umbridge blinzelte mit ihren
Augen in einer ‚Der Junge ist dumm' Manier.
„Nun, Mr. Potter, Werwölfe zerfleischen Menschen und
sind von Natur aus sehr gewalttätig. Daher muss man als Mensch
natürlich sehr vorsichtig in ihrer Nähe sein."
Harry hatte so eine Antwort schon geahnt und setzte zu seiner
Sicht der Dinge an.
„Professor Umbridge, Werwölfe können gar nicht von
Natur aus gewalttätig sein, da sie wie wir alle auch, als
Menschen geboren werden in neunzig Prozent der Fälle. Und die
geborenen Werwölfe besitzen sogar komplette Kontrolle über
ihre Verwandlungen. Werwölfe waren ein mal ganz normale Menschen
und verlieren nur während des Vollmonds und der jeweiligen Nacht
davor und danach ihre normale Persönlichkeit. Nur dann sind sie
gefährlich, wie man übrigens in ‚Dunkle Kreaturen im
Zwielicht' von Sara Darkheimer nachlesen kann. Nur wenige
Werwölfe verlieren die Kontrolle über sich, meistens sogar
sind es Muggel, aus dem einfachen Grund, dass sie den Wolf in sich
nicht kontrollieren können oder verleumden, bzw. gar nicht erst
bemerken. Eine gute Erklärung hierzu findet man übrigens
auch in ‚Dunkle Kreaturen im Zwielicht'.
Des weiteren gibt es viele Werwölfe, die als Kinder gebissen
wurden und somit schon so lange mit dem Fluch gelebt haben, dass sie
ihren Wolf praktisch hundertprozentig kontrollieren können.
Diese Werwölfe sind meistens sehr ruhig und verlieren nie ihre
Beherrschung, einfach weil sie sich Selbstbeherrschung in ihren
normalen Lebensalltag miteingearbeitet haben.
Werwölfe sind übrigens in anderen Ländern wie zum
Beispiel Russland sehr beliebt bei der Auror-Arbeit. Durch ihre
erhöhten Sinne können sie es spüren, wenn jemand lügt.
Sie riechen Blut noch stundenlang, teilweise sogar tagelang, an
Menschen und können menschliche Gerüche einzelnen Personen
zuordnen und so einwandfrei die Identität eines Menschen
feststellen. Wobei die meisten Illusionen nicht den Geruch
miteinbeziehen. Was noch hin zu kommt ist die erhöhte
Abwehrkraft gegenüber Flüchen und Krankheiten, was einen
Werwolf insgesamt zu einem wunderbaren Kämpfer macht. Und es
wurde bereits ein Zaubertrank entwickelt, um ihren Wolfsgeist während
des Vollmonds kontrollieren zu können."
Während Harry vorgetragen hatte, hatte er bemerkt wie die
anderen Schüler Notizen gemacht hatten. Das meiste davon war
nicht im Buch gewesen und Umbridge hatte kein Wort darüber
erwähnt. Die Schüler interessierten sich für das Thema
und Harry versorgte sie mit mehr Informationen als die Lehrerin.
„Mr. Potter, wie bitteschön soll dieser Trank heißen
und wer soll ihn hergestellt haben? So etwas ist mir nicht bekannt.
Mit dem Hersteller würde ich gerne sprechen." Umbridge
glaubte ihm augenscheinlich nicht – nicht nur der Sarkasmus war
Augenzeuge davon – und einige der anderen Schüler sahen
Harry auch ungläubig an.
„Das ist kein Problem, Professor Umbridge. Der Entwickler des
Trankes ist der berühmteste Zaubertrankmeister der letzten drei
Jahrhunderte, Severus Snape. Sie können ihn jederzeit hier im
Kerker besuchen. Wie er seinen Trank genau nennt weiß ich
nicht, da müssen sie ihn fragen, aber umgangssprachlich wird er
von den Werwölfen Mondtrank genannt."
Fast alle Slytherins hatten ihre Münder offen stehen, als
Harry den Hersteller nannte. Umbridge sah Harry nur ungläubig an
und Harry hätte wetten können, dass sie gleich nach dem
Unterricht zu Severus rennen würde.
Eine Glocke ertönte. „Der Unterricht ist beendet!"
rief Umbridge.
Harry packte seine Sachen zusammen und verließ den
Klassenraum. Blaise folgte ihm und auf dem Weg nach draußen
wurde Harry von mehreren Slytherins angesprochen.
„Hat Professor Snape wirklich den Trank entwickelt?"
wollte Millicent Bulstrode wissen.
„Ja. Ein Freund meiner Familie, Remus Lupin ich bin mir
sicher ihr erinnert euch, kriegt den Trank sogar zur Zeit noch von
Professor Snape selbst. Remus meint immer, der von Snape schmeckt
besser als der normale vom Markt."
Millicent war ganz aufgeregt. „Remus Lupin ist ein Freund
deiner
Familie?"
"Ja, einer der besten Freunde meiner
Eltern war er. Ich hab den Sommer bei ihm verbracht."
Ein kleiner, aschblonder Slytherin mischte sich in das Gespräch
ein. Harry glaubte, sein Name war Dominik gewesen. „Bei einem
Werwolf? Und das war nicht gefährlich?"
Harry rollte mit den Augen. Er und Blaise standen jetzt draußen
im Gang und eine kleine Gruppe Schüler hatte sich um ihn herum
versammelt.
„Natürlich nicht. Remus ist einer der nettesten Leute
die ich kenne und von ‚gewalttätigem Verhalten'"
dabei imitierte Harry Umbridges Stimme, „bemerkt man bei ihm
auch nichts. Und bei Vollmond ist er nicht mehr als ein großer,
grauer Wolf. Ehrlich, ihr solltet ihn dann mal sehen wenn man ihm die
Ohren krault. Er fängt an zu grummeln und sieht aus wie ein
überdimensionaler Kuschelwolf."
Dominiks Augen weiteten sich. „Du hast einem Werwolf hinter
den Ohren gekrault?"
Harry nickte und zuckte mit den Schultern. „Ja klar. Ich
hab's doch gesagt. Dank Professor Snapes Trank ist er bloß
ein Mensch in Wolfsform. Wie ein Animagus. Verdammt, er hat in der
Form Schach gespielt und Zeitung gelesen. Sah zwar irre komisch aus,"
und die grinsenden Slytherins dachten wohl auch, „aber ganz
normal. Werwölfe haben einfach ein schlechtes Image weil viele
Leute ohne Grund Angst vor ihnen haben. Wisst ihr was, wenn ihr was
wissen wollt, solltet ihr ‚Der Wolf in uns' lesen. Das ist
ne Art Biographie und Erklärung von einem echten Werwolf. In dem
Buch lernt man was. Wie ein Schriftsteller, der nicht einmal einen
Werwolf gesehen hat, über sie etwas schreiben kann ist mir eh
unklar."
Es gab eifriges Gemurmel und die Schüler verteilten sich
wieder.
Jetzt hatte Harry fortgeschrittene Zauber mit den…
Slytherins. Danach hatte er Tränke mit den… Slytherins.
Dann hatte er Rassenkunde mit den… nein, nicht mit den
Slytherins aber mit den Ravenclaws.
Blaise und Harry gingen gemeinsam zu Flitwicks Klassenraum.
„Heute Abend im Kerker. Um halb neun, nach dem Abendessen."
Harry nickte. „Alles klar. Ich sag Ginny bescheid."
Blaise nickte. Bis zu Flitwicks Klassenraum war es nicht weit und sie
waren noch ein paar der ersten. Harry sah weder Dean noch Seamus im
Unterricht, dafür aber Padma Patil. „Hast du auch Tränke?"
fragte Harry Blaise während die beiden sich ganz nach hinten
rechts setzten.
„Klar. Alle Slytherins nehmen Tränke. Dafür gibt es
aber so wenig Hufflepuffs und Gryffindors dieses Jahr, dass alle
Häuser zusammen in einem Kurs Unterricht haben."
„Echt?"
Blaise nickte. „Hat Professor Snape uns heute morgen gesagt.
Ist anscheinend alle paar Jahre so."
Blaise schien etwas nervös zu sein. Harry sah das und fragte
den Jungen danach.
„Es ist nur so… Harry. Gerade in Verteidigung… du
weißt wirklich worüber du sprichst, oder?"
Harry sah ihn verwirrt an. „Werwölfe? Ja klar, ich mein,
Remus ist einer und-"
„Nein, das mein ich gar nicht. Aber, du hast so
zuversichtlich gesprochen. Und es war einfach zu verstehen. Du
könntest gut unterrichten, weißt du das?"
Harry war sprachlos. „Unterrichten, ich?"
Blaise nickte. Dann senkte er seine Stimme weit herab und sprach
sehr leise.
„Ja. Ich meine, du weißt anscheinend viel und
garantiert nicht nur über Werwölfe. Der Unterricht in
Verteidigung wird nicht sehr gut sein dieses Jahr und viele Schüler
haben kein Verteidigung gewählt, wegen den schlechten
Erfahrungen in den letzten Jahren. Du könntest vielleicht…
die anderen und jüngeren unterrichten oder ähnliches und
sie so… auf unsere Seite ziehen? Ihnen zeigen, dass es auch
Leute gibt die anders sind?"
Blaise sah sich um, aber niemand hörte zu. Harry war
neugierig und deutete Blaise an, fortzufahren.
„Weißt du Harry, viele Slytherins haben Todesser als
Eltern. Und mögen diese Seite der Medaille gar nicht. Aber
Dumbledore ist auch keine Lösung. Viele Ravenclaws wissen nicht
wohin mit sich selbst und Hufflepuffs fühlen sich immer leicht
ausgestoßen von allen, weil Hufflepuff als das schwächste
Haus angesehen wird. Wenn du ihnen zeigst, das es auch anders geht,
sie unterrichtest und zuhörst könntest du viele Anhänger
bekommen. Natürlich dürften wir nie sagen, dass du ER bist,
aber du verstehst was ich meine?"
Harry nickte. Blaise war clever. Und das war eine Art und Weise,
das Vertrauen von Leuten zu kriegen, ohne es zu missbrauchen. Denn
Harry wollte ja eine andere Seite zeigen und er wollte keine
belogenen oder mit Drohungen geholten Anhänger. Anhänger,
die aus freien Stücken folgten waren nicht nur loyaler sondern
auch mit vollem Herzen dabei und somit nützlicher. Dumbledore
manipulierte, wodurch seine Anhänger zwar auch mit ganzem Herzen
dabei waren, aber ihre ach so gute ‚Loyalität' wankte
schnell, sobald man Dumbledore bloßstellte.
Blaise wisperte weiter, während Flitwick hereinkam und
erklärte, was sie zuerst durchnehmen würde.
„Außerdem bist du ein guter Redner. Man hat es gerade
bemerkt. Klare Argumentation, du kannst deinen Standpunkt gut herüber
bringen, deine Stimme lässt Leute aufhorchen und zuhören
ohne aufdringlich zu sein und du sprichst verständlich. Daraus
lässt sich viel machen, weißt du?"
Harry stutze. Ihm war vorher noch nie aufgefallen, dass er ein
guter Redner war. Blaise würde ihm sicherlich noch eine große
Hilfe in der Zukunft werden.
Zauber war relativ schnell vorbei, sie hatten lediglich alles vom
letzten Jahr wiederholt. Flitwick wollte so kurz nach den Ferien erst
mal auffrischen und dann den neuen Stoff beginnen. Harry hielt das
für keine so schlechte Methode.
Im Moment waren er und Blaise auf den Weg in den Kerker. Harry
konnte wirklich sehen, wie alle Slytherins und fünf Ravenclaws
sich auf den Weg hinunter machten.
Vor der Tür zum Klassenraum standen drei Hufflepuffs, die
gerade hineingingen. Harry setzte sich mit Blaise in die zweite
Reihe, vor ihm Draco Malfoy, Pansy Parkinson, Millicent Bulstrode und
dieser Dominik von vorher.
In die Reihe neben Blaise (Harry saß am Gang) setzten sich
dann noch zwei Ravenclaws.
Harry fiel auf, dass der einzige Gryffindor außer ihm
Hermine war. Diese schielte immer wieder zu Harry hinüber, aber
daran störte dieser sich nicht. Gleich würde er bei Severus
Unterricht haben.
~Und Severus ist verdammt toll wenn er unterrichtet…~ Harry
brauchte etliche Minuten, bis er die Bedeutung dieses Satzes kapiert
hatte. Dann schalt er sich innerlich selbst.
~Das gibt es nicht Da dröhnst du weg und wirst ganz
träumerisch nur weil Severus gut unterrichten kann wenn er
will.~
Harry ordnete seine Sachen auf seinem Platz und wartete.
Blaise schien in ein Buch verstrickt zu sein und aus Langeweile
fing Harry an, mit Dracos Haar vor ihm zu spielen.
Er nahm eine Strähne und wickelte sie vorsichtig um seinen
Finger, damit Draco nichts bemerkte.
„Weißt du, Malfoy, dein Haare würden besser
aussehen wenn du diesen Schleimzauber oder was immer es ist
rausnehmen würdest."
Draco drehte sich um und starrte Harry an, genauso wie die
Ravenclaws und wahrscheinlich jeder andere ihm Raum der diesen Satz
gehört hatte.
„Was war das Potter?"
„Deine Haare. Sie würden besser aussehen wenn du sie
offen lassen würdest und nicht immer an deinen Kopf pressen
würdest als wenn du dich wegen ihnen schämst. Nicht das es
so grottenschlecht aussieht, aber," Harry nahm wieder eine
Strähne zwischen seine Finger, diesmal vom Vorderkopf, „man
kann fühlen, dass sie eigentlich leicht gelockt und etwas wilder
wären."
Harry nahm seine Zauberstab heraus. „Finite Incantatum."
Sofort waren Dracos Haare nicht mehr an seinen Kopf gepresst sondern
fielen sanft um das Gesicht des Jungen. Sie reichten bis kurz unter
sein Kinn und lockten sich leicht am Ende. Harry verteilte sie,
während Draco noch total geschockt dasaß und arrangierte
sie so, dass sie sein rechtes Auge verdeckten und das linke Ohr frei
war.
„Da. Sieht doch gleich unheimlich hübscher aus. Fehlt
nur noch etwas Farbe hier oben."
Und bevor man ihn stoppen konnte hatte Harry mit einem schnellen
Zauber – den er dank Toni gelernt hatte – Dracos
Augensträhnen zur Hälfte schwarz und zur andern Hälfte
weiß gefärbt.
„Keine Sorge, Finite Incantatum macht das wieder weg. Sieht
doch gleich viel besser aus, oder was meinst du Blaise?"
Blaise saß in der Zwickmühle. Wenn das nicht Draco
gefiel und Blaise Harry befürwortet, konnte Draco Blaise
gegenüber noch ungemütlich werden. Andererseits gefiel es
Blaise und mit Harry einer Meinung zu sein würde auch Vorteile
haben…
Ein paar schwärmende Blicke einiger Slytherin und Ravenclaw
Mädchen rettete Blaise. Draco bemerkte die natürlich sofort
und grinste Harry an. „Hätte nie gedacht, dass du mal
Schönheitstipps verteilst, Potter. Aber für heute geht das
wohl."
Harry grinste etwas und seufzte. „Mir ist langweilig. Wann
kommt Snape?"
Blaise sah Harry komisch an. „Woher soll ich denn das
wissen?"
Dominik kicherte. „Professor Snape macht vielleicht gerade
Umbridge mit seinem Wissen über Tränke zur Sau."
Der Klassenraum grinste bzw. kicherte.
Harry deutete mit dem Zauberstab auf Dominik. „Dann dauert
das ja noch bis er kommt. Spielen wir doch was. Fossor"
Auf einmal sah Dominik aus wie ein Clown im Gesicht. Seine Nase war
rot und der Rest des Gesichts weiß angemalt, dann der Mund auch
in rot und die Augen blau umrandet.
Dominik blinzelte verdutzt und Harry erklärte die Regeln.
„Man verzaubert die andern Schüler, einer fängt an.
Der verzauberte darf dann jemand anderen verzaubern und immer so
weiter. Keine gefährlichen oder permanent schaden anrichtende
Zauber. Das Spiel geht solange weiter wie man will. Lachen erlaubt!"
rief Harry und grinste Dominik an. Dominik musste auch grinsen und
richtete seinen Zauberstab auf einen Ravenclaw. „Noctua"
Und schon hatte der Ravenclaw Eulenringe um die Augen und sah auch
sonst im Gesicht sehr eulenartig aus.
Der Ravenclaw deutet auf einen andern Ravenclaw. „Ridet"
Der Ravenclaw grinste jetzt krankhaft.
Das Spiel ging immer so weiter, die Hufflepuffs machten auch mit
und Hermine musste notgedrungen auch mitmachen.
Als Snape hereinkam hatte kein Schüler mehr seine richtige
Haarfarbe, alle hatten ein anderes Gesicht und mehrere Roben und
Kleidungsstücke waren auch verwandelt worden. Draco Malfoy hatte
jetzt schwarze Haare und trug einen Muggel-Minirock samt enger Bluse
– von Hermine angezaubert – Harry hatte zur Hälfte
weißes und zur Hälfte blaues Haar, Dominik sah aus wie ein
Punk-Clown dank einem lila Irokesenhaarschnitt. Hermine war in einer
Zaubererhochzeitsrobe und ihr Haar glitzerte grün.
Snape sah sich einmal im Klassenzimmer um und war so überrascht,
er konnte nicht mal seine Augenbrauen hochziehen.
Die erwartete Explosion blieb aus, stattdessen ging Snape zum Pult
und fing ohne Murren und Knurren mit dem Unterricht an.
In dieser Stunde wurde nicht ein einziger Punkt weg genommen und
es beschwerte sich später auch kein Schüler über die
Stunde. Das Spiel war toll gewesen.
~*~
Auf dem Weg zum Mittagessen sahen Blaise und Harry schon wieder
normal aus, genau wie der größte Teil des
Zaubertrankkurses.
„Ich hoffe du weißt, dass dich jetzt wirklich jeder für
verrückt erklären wird?" fragte Blaise Harry leise.
Harry grinste. „Dumbledore wird auch für verrückt
gehalten, oder?"
Blaise schnaubte. „Das hätte auch gut nach hinten los
gehen können. Alle vier Häuser auf einmal. Die hätten
sich gegenseitig genauso gut tot-hexen können."
„Aber das haben sie nicht, oder? Und weißt du auch
warum?" Blaise schüttelte de Kopf.
„Weil selbst im Krieg der Hofnarr Schutz erhält."
Blaise schüttelte leicht seinen Kopf. „Entweder, Harry,
bist du ein totales Genie oder ein Verrückter?"
„Die Linie zwischen diesen beiden Dingen ist sehr dünn,
Blaise, sehr dünn."
Harry ließ Blaise damit stehen und ging hinüber zum
Gryffindortisch, wo er sich gemütlich hinsetzte.
Draco trug seine Haare so, wie Harry sie vor dem Unterricht und
dem Spiel hergerichtet hatte.
Ginny setzte sich neben Harry. „Was ist denn mit Malfoys
Haaren los?" fragte sie leise.
„Er hat einen kleinen Schönheitstipp meinerseits
angenommen." „Das war deine Idee? Oh, die Haare sehen
cool aus!" schwärmte Ginny.
Harry grinste. „Lass das nicht Ron hören."
„Mein Bruder," verkündete Ginny leise, „ist
ein voreingenommenes Arsch."
Harry hatte Ron einmal sehr gemocht, aber da musste er ihr
zustimmen.
„Heute Abend nach dem Abendessen, im Kerker. Gehen wir
zusammen?" flüsterte Harry ihr herüber.
Ginny nickte. „Klar!"
Und wieder hätte Harry schwören können, einen
schwachen Grünschimmer in ihren Augen gesehen zu haben.
~*~
Rassenkunde war ein Flopp, der vielleicht dreißigjährige
Professor Tiopater sprach genau so langatmig und langweilig wie Binns
und schien die Klasse erst einmal über Zwerge aufklären zu
wollen.
Harry nickte mehrmals fast ein und gab sein Bestes, interessiert
auszusehen.
Er war der einzigste Gryffindor, der Rassenkunde gewählt
hatte und hatte mit den Ravenclaws Unterricht.
Eigentlich war es angenehm, die Ravenclaws schienen weniger zu
quatschen als die anderen Häuser. Natürlich saßen sie
auch nicht still und friedlich da und saugten alles auf und einige
nickten auch fast ein – aber sie waren schon etwas ruhiger als
die anderen Häuser.
Wahrsagen war wie immer ein kompletter Reinfall, aber Harry hörte
zu, nur um eine Idee zu bekommen, was er mit seinen Visionen mit
Voldemort tun könnte. Er hatte zwar keine mehr gehabt, aber wer
weiß wann wieder eine auftauchen würde?
Die Zeit zwischen Stundenschluss und Abendessen verbrachte Harry
mal wieder mit Pergament rollen lassen. Er machte keine großen
Fortschritte, aber so etwas brauchte halt eben Zeit, sagte er sich
selbst.
~*~
Nach dem Abendessen machte Harry sich auf den Weg in den Kerker.
Er konnte den Slytherins leicht ausweichen und wartete dann im ersten
Gang direkt an der Treppe auf Ginny.
Ungefähr zehn Minuten später kam Ginny dann auch
herunter gerannt. Sie schien außer Atem zu sein und stoppte bei
Harry.
„Ich musste Ron austricksen, damit er mich nichts sieht.
Ehrlich! Als wenn sie mich noch fragen müssten, wo ich hingehe!"
Ginny schien sehr wütend über ihre Behandlung zu sein, was
Harry verstand. Ron und die anderen behandelten sie wie ein kleines
Mädchen, dass am besten um sechs im Bett lag.
„Nun denn, gehen wir." meinte sie dann nachdem sie
wieder Luft geholt hatte.
Der Raum, in dem sie sich alle treffen wollten, war ein kleiner
runder Saal tief im Kerker. Wozu er einmal gedient hatte wusste
niemand mehr, aber niemand ging dort hin, es lohnte sich einfach
nicht. Es gab nichts dort zu sehen und der Raum war allgemein bei den
Slytherins als langweilig bekannt.
Was ein guter Grund war, um ihn auszusuchen. Ein geheimer Raum
konnte entdeckt werden, aber ein bekannter Raum, der als unwichtig
abgetan wurde, wurde gar nicht erst kontrolliert. Also ein perfekter
Platz.
Als Ginny und Harry eintraten waren die Slytherins schon da. Draco
immer noch mit seinen offenen Haaren – und Eyeliner! stellte
Harry fest – Blaise, ruhig und gefasst wie immer und seine
Schwester, Carmen.
Carmen hatte lange, braune Haare die ihr bis zum Oberschenkel
reichten. Ihre Augen waren blau, keine spektakuläre Blaufärbung,
ganz normales blau eben. Sie war nicht überdurchschnittlich
groß, aber auch nicht klein.
Sie wirkte genauso betont normal wie Blaise, nur dass sie noch
einen Tick normaler aussah. Wenn man nicht nach ihr suchen würde,
würde sie wahrscheinlich in einem leeren Raum noch nicht
auffallen.
„Und da ist unser großer Anführer!" gähnte
Draco. Es war ein gespieltes Gähnen und Harry grinste den
Blondschopf an und setzte sich neben ihn. „Du siehst auch
einfach himmlisch heute aus, Draco."
Draco schnaubte und wartete bis Ginny sich zwischen ihn und Carmen
gesetzt hatte.
Harry saß zwischen Draco und Blaise, und neben Draco Ginny
und Carmen.
„Nun denn, Potter. Vielleicht klärst du uns erst mal
darüber auf, wie du vorzugehen gedenkst."
Draco zog eine Augenbraue und betrachtete Harry.
„Nun, erst mal brauchen wir eine feste Grundbasis von
Anhängern." Carmen, Ginny und Blaise nickten. „Dazu
sollten wir uns erst an die Schüler wenden, die am
wahrscheinlichsten zu uns wechseln würden. Wir müssten vor
allem herausfinden, welche dieser Schüler auch loyal bleiben
würde. Wir können niemanden gebrauchen, der nach zwei
Monaten das Angebot von Voldemort oder Dumbledore annimmt und alles
verrät."
Wieder nickte der Tisch, bzw., die Personen an ihm.
„Gut." meinte dann schließlich Carmen. „Die
nötigen Kandidaten können Blaise und ich sicherlich
herausfinden. Frage ist nur, suche wir in jedem Haus?"
„Natürlich," antwortete Harry, „ist doch egal
in welchem Haus der Schüler ist. Wir sollten vor allem auch
ältere Schüler aussuchen, die auch die Schule vielleicht
verlassen dieses Jahr. Dadurch hätten wir erst mal nicht nur
Schüler."
Draco nickte. „Da haben wir schon unser erstes Problem. Wir
können nicht nur Schüler rekrutieren. Wir brauchen auch
Erwachsene."
Ginny meldete sich: „Charlie würde vielleicht beitreten.
Er hat andere Ansichten als der Rest der Familie und fühlt sich
genauso eingeengt wie wir."
„Also gut, ein Weasley hätten wir."
Harry dachte nach. „Ich kenne drei Erwachsene, von denen zwei
garantiert beitreten werden. Außerdem," fuhr Harry fort
und erlaubte sich ein Grinsen, „würde Percy Weasley
garantiert auch mithelfen."
Carmen, Blaise und Draco stutzten. Schließlich sprach Draco
das aus, was alle dachten: „Du weißt wo der Priester
steckt? Und du würdest einem Priester vertrauen?"
Harry sah Draco finster an. „Malfoy, Percy hat sich nicht
verändert, er ist noch genau der gleiche Mann wie vorher. Er hat
nur besondere Kräfte. Nur weil ein Priester besonders talentiert
ist, ist er doch nicht böse. Gerade ihr solltet das verstehen."
Draco schien dies zu überdenken, Carmen und Blaise hatten
wieder ihre ausdruckslosen Gesichter aufgelegt.
„Wahrscheinlich hast du recht Potter."
Blaise grinste ein wenig. „Denk doch mal nach, Draco, was für
ein toller Verbündeter das ist! Mit Priesterkräften! Und du
könntest ihn überreden?" fragte Blaise Harry.
„Ja, sehr wahrscheinlich."
Eine Sekunde lang herrschte Ruhe, dann sprach Blaise. „Wir
brauchen einen Code, wurde mir gesagt. Einen guten Code und von dem
was Draco sagte mit Zahlen und Markierung, ähnlich wie
Voldemort?"
Harry nickte. „Ich dachte, dass mit den Zahlen wäre am
besten für kurze Mitteilungen. Bestimmte Zahlen sind für
bestimmte Nachrichten, zum Beispiel ‚Treffen heute Abend'
oder ‚Muss dich dringen sprechen'."
Blaise schien rapide nachzudenken. Seine Augen wanderten von einer
Ecke des Raumes zur anderen, ohne wirklich etwas zu sehen.
Schließlich schien er wieder in die reale Welt zurückzukehren
mit seinen Gedanken.
„Das ist eine gute Idee. Jetzt brauchen wir eine Liste mit
den Zahlen und dazu gehörigen Befehlen. Und von welcher
Markierung reden wir?"
Harry zuckte mit den Schultern. „Ich dachte an eine einfache
Markierung. Keine Markierung mit der man foltern kann oder ähnliches,
ein einfaches Zeichen, dass man benutzen kann um alle zusammen zu
rufen und am besten ein Zeichen, dass nicht sofort auffällt und
an irgendeiner Stelle, die leicht zu verstecken ist, am Fußknöchel
zum Beispiel."
Draco nickte langsam. „Das ist viel klüger als das, was
der dunkle Lord gemacht hat. Ehrlich, das Zeichen und am Arm! Es ist
doch viel klüger, wenn so ein Zeichen nicht auffällt."
Ginny schien etwas nervös zu sein. „Aber es tut nicht
weh, ja? Weil wenn das nämlich ständig wehtut wenn ich
gerufen werde, dann werd ich es nicht nehmen!"
Harry beruhigte Ginny. „Ich hab nicht vor, das Zeichen mit
Schmerzen zu koppeln. Ist doch total idiotisch. Vielleicht ein
Kribbeln an der Stelle, damit man weiß wann man gerufen wird."
Draco nickte. „Das ist machbar. Aber wir würden dann die
gleiche Basis wie der dunkle Lord benutzen, nur das Zeichen und das
Gefühl würden wir ändern. Das heißt wir haben
ein Problem."
„Welches?" wollte Ginny wissen.
„Nun ja, das Zeichen ist natürlich immer an Potter
gekoppelt –und wir damit in gewissem Sinne auch. Und das heißt,
Potter muss den Zauberspruch dafür entwickeln. Sprache und
genauer Zauberspruch ist egal, aber Potter muss sich selbst mit dem
Wort identifizieren können, sonst wirkt der Zauber nicht."
Harry schwieg einen Augenblick. „Das ist doch kein richtiges
Problem."
Draco zuckte mit den Schultern. „Ich wollte ja nur klar
machen, was zu tun ist." Er holte ei Buch aus seiner Tasche und
ließ es wieder auf seine normale Größe heranwachsen.
„Der Grundzauber ist hier drin. Man muss ein Zeichen aussuchen,
den Grundzauber sprechen, dann die Erweiterung und dann das Wort, das
der Meister der Zeichen haben will."
Harry überflog den Text. Etwas verwirrte ihn. Hatte er nicht
so etwas ähnliches in einem von Severus Büchern gelesen?
Er merkte sich das für weitere Nachforschungen. „Nun ja,
die Idee ist schön und gut, aber welches Zeichen?"
Draco schnaubte. „Das fragst du uns?"
Harry seufzte. „Fragen wir anders: Wer von uns kann gut
zeichnen?"
Ginny hob ihre Hand. „Zeichnen kann ich sehr gut. Sag mir
bloß was."
Harry dachte nach. Ein Zeichen, er brauchte ein Zeichen…
Welches Sachen wären passend… zuerst dachte Harry an
einen schwarzen Phönix, aber das war zu… extravagant. Etwas
kleines, passendes…
„Wie wäre es mit einem großen Auge?"
Ginny stutzte kurz, aber nickte dann. „Kann ich zeichnen, ja.
Aber warum so etwas?"
„Ganz einfach: Das Auge, das alles sieht. Nicht zu groß,
damit man es gut verstecken kann, und nicht zu klein, damit es ‚alles
sieht'."
„Der Stille Fürst sieht alles, sozusagen." warf
Blaise ein.
Ginny nickte. „Das kann ich hinkriegen."
Carmen rückte ihren Stuhl zurecht und holte etwas zu
schreiben heraus. „Jetzt sollten wir uns erst um den Code
kümmern. Die Zeichen können wir nächste Woche
anbringen."
Alles nickte und man machte sich an die Arbeit. Am Ende hatte man
nur eine kleine Liste von einfachen Bezeichnungen und Nummern. Der
Code durfte nicht zu lang werden. Zusätzlich dazu erhielten
wichtige Persönlichkeiten Buchstaben.
Wichtige Persönlichkeiten:
Harry Potter - Der Stille Fürst - A
Draco Malfoy - Der Viperzahn - B
Virgina Weasley - Die First Lady - C
Blaise Zaibini - Das Ohr - D
Carmen Zaibini - Die Seherin -E
Alle sechs fanden sich wichtig, sie würden den Kern bilden.
Die nächsten vier Buchstaben wurden für Harrys mysteriöse
Erwachsene und Percy reserviert. Harry meinte, sie neun könnten
den Grundkern der Gruppe bilden.
Als Carmens Spitzname ausgesucht werden sollte, hatten Blaise und
Draco Die Seherin vorgeschlagen. Als Grund dafür war, dass
Carmen ‚mit den Sternen sprechen' konnte. Sprich, sie war
eine Seherin der untersten Klasse. Kaum Begabung, aber genug um ab
und zu Einblicke zu bekommen.
Natürlich konnte man nicht nur die eigene Gruppe mit
Buchstaben ausstatten. Was, wenn eine andere Person eine Bedrohung
darstellte und man dies durchgeben wollte? Also wurden auch noch
vergeben:
Albus Dumbledore - Z
Lord Voldemort - Y
Minerva McGonagall - X
Alastor Moody - W
Auror (jeder mögliche) - V
Todesser (jeder mögliche) - U
Cornelius Fudge - T
Das waren die Buchstaben und Personen. Moody hatten sie dazu
genommen, da Harry wusste, dass er Dumbledores oberster Berater und
Vertrauter war und daher auch eine große Bedrohung.
Der Code lief wie folgt:
0 - Erkennungsgruß, so eine Art ich gehöre dazu
1 - Hilfe!
Da der Code ja auch den anderen Anhängern beigebracht werden
sollte, konnte, sobald in einer Menschenmenge jemand eins reif,
sofort geholfen werden.
2 x - Treffen heute, die Zahl die danach kommt ist die Uhrzeit
3 - Probleme, kann von Buchstaben begleitet werden
4 - Dringende Nachricht, muss sofort mit einer höheren
Person sprechen! ( Nur Spitznamen sollten durchgegeben werden, keiner
durfte wissen, wer wer ist)
5 - Auftrag gut ausgeführt
6 - Auftrag fehlerhaft ausgeführt
7 - Auftrag fehlgeschlagen
8 x - Gefahr auf Entdeckung von x, wobei x durch Buchstaben
ersetzt wird
9 - Mitglieder in Gefahr / Gefangenschaft
10 x - Basis in Gefahr (Buchstabe als Anhang möglich)
Es waren also nur elf einfache kleine Nachrichten.
Das nächste Problem war die Basis. Am Anfang konnte man ja
den Saal hier unten nehmen, aber das war zu gefährlich für
eine feste Basis und irgendwann würden sie eine fest Basis
brauchen.
Draco hatte die Lösung.
„Meine Familie besitzt ein altes Haus in Hogsmeade. Niemand
geht mehr dorthin und mein Vater interessiert sich nicht dafür.
Wir können es benutzen."
Harry nickte. „In Ordnung. Kannst du es uns nächstes
Wochenende zeigen?"
„Klar. Aber unsere Schleichwege werden dieses Jahr extra
stark überwacht habe ich gehört. Wie kommen wir raus?"
Harry grinste. „Ich finde einen Weg, keine Sorge. Zur Not
gehen wir durch die Peitschende Weide."
Alle sahen ihn doof an. „Gehen? Durch die peitschende Weide?"
Harry sah verwirrt aus. „Ja klar. Ich mein, ihr Slytherins
könnt es nicht wissen, aber, Ginny, hat Ron nichts erzählt?"
„Worüber?"
„Die peitschende Weide steht nur da, um einen Geheimweg zu
verstecken. Er wird eigentlich nicht mehr benutzt, weil es zu
gefährlich war am Anfang und jetzt keiner mehr dran denkt. Auch
nicht Dumbledore."
„Potter, du überraschst mich immer wieder."
murmelte Draco.
Übersetzungen der Zaubersprüche:
Fossor – Latein – Clown, Nominativ
Noctua – Latein – Eule, Nominativ
Ridet – Latein – Du lachst bzw. Du lächelst,
Gegenwart
Review Antworten:
Tolotos: Ginny ist KEINE Priesterin. Sie ist auch NICHT Harrys Schwester. Sorry wenn ich etwas ausflippe, aber das ist sie nun mal nicht. Ist aber schön, wie ihr alle ratet. ;) Was die Religion angeht: Fiction ist Fiction und Fanfiction ist die größte Fiction überhaupt wenn man mich fragt. Also gibt es bei mir nur die christliche Religion in dieser Fiction. Ich weiß, nicht gerade sehr tolerant von mir, aber hey, das ist ne ausgedachte Welt! Und chaotisch sehe ich eben anders… *shrugs* ist eben so.
Silverwolfe: Bill kommt später noch ins Spiel, bzw. in die Story. Und Harry im Dirndl? Die Idee notier ich mir doch gerade heraus für spätere Geschichten oder Einteiler vielleicht… Und na ja, ich sehe in Harry nicht direkte Heero, aber die Parallelen sind da. Natürlich müsste man dann als Parallel-Pairing Harry/Ron angeben, wegen Heero/Duo. Ie! Ich mag Ron nicht…
Sam: Die ganze Vorurteil-Geschichte bekommt noch eine GROßE Bedeutung und ist sehr wichtig. Jedes Vorurteil in dieser Story wird mit bedacht und gewollt eingesetzt. Harry ist jetzt vielleicht sehr tolerant, aber auch er muss noch lernen. Denn nur aus Fehlern lernt man und vermeidet so weitere Fehler. Und Draco wird immer weiter kleinere Anzeichen vom kleinen Jungen zeigen… eigentlich dachte ich ja, ich mache später hieraus ein HP/SS/DM, aber jetzt wird's doch was anderes… hehe… keine Sorge, Warnungen kommen früh genug…
Charlie und der Drache? Jetzt hast du aber meine große Idee verraten, Sam… (*wink*)
Isumi: Die Tabelle war schon gefaked! *Schnief* Ich krieg's einfach net hin!
Tinkita: Wie man sieht werden Charlie etc. später (höchstwahrscheinlich) zu den Schatten stoßen. Wie viele Kaps es genau werden, weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich später große Stücke der Geschichte einfach zusammen packen und ein großes Kap machen oder sie doch aufteilen. Muss ich mal sehen.
Matjes: Was soll ich sagen, mein Cousin wohnt hier! Und benutzt das I-Net fast genauso viel wie ich… Und du hast die Wette halb gewonnen, okay. Sehe ich ein. Aber nur das eine mal! *wink*
Lady Rowena: Umbridge wird noch schön fertig gemacht werden, keine Sorge! Und Ron wird sehr wahrscheinlich sterben, jetzt ist es offiziell… ja, ich habe mich vor keinen fünf Minuten dazu beschlossen, ihn zu töten. Aber vorher wird er sich noch heftig mit Harry streiten. Das mit Ginny ist nur ein Flirt, sorry für alle H/G Lovers da draußen. Aber mit wem sie noch am Ende endet steht noch offen. Romanzen lassen sich immer in eine Story einbauen.
LionSnape: Nun, Sevs großes Geheimnis ist raus. Aber Harry weiß es noch nicht. Und er wird es auch eine lange Zeit lang noch nicht wissen *grinst fies*
Dragongirl: Nun ja, HP/DM wird nur ein kleiner Flirt werden, sorry. Aber da die Story wohl bis ins nächste Schuljahr und darüber hinaus gehen wird… vielleicht gefällt dir nicht, mit wem Draco am Ende landet, aber dieser Entschluss steht fest. HP/DM ist nur ein flirt und später kriegt Draco seinen richtigen Lover. Langzeit-Lover sozusagen.
Chibi-Kyoko: Na ja, vom Zeichen weiß Snape nichts… Und okay, du bist der Beta falls ich so eine Story schreibe. Habe schon Anfänge in meinem Kopf… *wird vom Cousin gescholten, der meint, sie solle erst mal ihre WIPs fertig machen* Und ja, mein Cousin liest Fanfictions. Sogar Slash! *Cousin grinst und meint: Bin ja auch schwul!* *sagt zurück: Du liest also nur um dir einen abzu…grinsen?* *Cousin streckt Zunge raus*
JaninaQ: Danke für das Lob!
JE: Wie werden sie reagieren? Hm… noch ist das ein großes Geheimnis, obwohl Ginny, Draco, Blaise und Carmen ja schon etwas netter gegenüber Priestern sind. Was Bill angeht… der kommt später noch als einigermaßen wichtige Person in die Geschichte.
Death: Von Salazar Slytherin gibt es keine genaue Beschreibung, aber meine Lieblingsvorstellung ist mir schwarzen Haaren und grünen Augen. Falls du meinst, Ginny ist mit Salazar verwandt – nein. Na gut, ein kleiner Tipp: Nicht direkt. Noch ein Tipp am Ende des Updates. *will ja nicht fies sein*
Usagi Serenity Yui Cosmos: Das ist ein Nick, weißt du das eigentlich? Und nein, weder Reinkarnation noch Schwester. Tipp am ende des Updates. Neues Kapitel, aye-aye Captain! Und es wird einen Dreier geben… bloß nicht mit DM
Ralna: Tut mir leid, es wird HP/SS, zumindest teilweise. Und mehr Draco in diesem Kap.
Yvymaus + MalinBlack: Danke für das Lob!
Queran: Jepp, hab das 5te Buch schon hinter mir. Und nein, Ginny ist kein Priester.
TIPP WEGEN GINNY:
Denkt mal an Harrys angebliche Verbindung mit Voldemort durch die Narbe. (Achtung – sehr kleiner Tipp)
