A/N:
Zwei Sachen noch vorweg: Ich kenne die deutschen
Bezeichnungen für Occlumency und Legilimency nur vom Lesen in
FFs, also bitte sagt mir bescheid, wenn ich's falsch schreibe.
Dream
Deferred
[Verschobener Traum]
by Langston Hughes
What happens to a dream deferred? [Was passiert mit einem verschobenem Traum?]
Does it dry up [Trocknet er aus]
Like a raisin in the sun? [Wie eine Rosine in der Sonne?]
Or fester like a sore – [Oder eitert er wie eine Wunde]
And then run? [Und läuft dann?](Im sinne von der Eiter kommt raus)
Does it stink like rotten meat? [Stinkt er wie verrottetes Fleisch?]
Or crust and sugar over – [Oder bildet er eine Kruste und zuckert]
Like a syrupy sweet? [Wie ein sirupartiges Bonbon?]
Maybe it just sags [Vielleicht hängt er]
Like a heavy load [Wie ein schweres Gewicht]
Or does it explode? [Oder explodiert er?]
Severus atmete langsam ein und aus während
er mit seinen Augen den Sessel ansah, auf dem der dunkle Lord saß.
Der Sessel war dem Feuer zugewandt und so konnte Severus Voldemorts
Gesicht nicht erkennen.
„Severus…" Die Stimme des dunklen
Lords zischelte noch immer schlangenartig und hallte so bedrohlich
durch den Raum. „Warst du derjenige, der dem werten Harry Potter
Okklumentik beibrachte?" Mit diesen Worten stand Voldemort
ruckartig auf und sah Severus direkt an.
Seine Überraschtheit musste Severus so
deutlich wie nie anzusehen sein. Seine Lippen formten den stummen
Anfang des Satzes ‚Wie bitte?' und er starrte den dunklen
Lord dumm an. Hatte er Harry Okklumentik beigebracht? Nein, hatte er
nicht. Warum fragte Voldemort ihn das?
Voldemort schien Severus Überraschtheit nur
allzu deutlich zu bemerken. Wütend schmiss er seine Hand auf den
ihm nahestehenden Rosenholztisch und grollte gefährlich.
„Verdammt!"
Langsam rang er mit sich selbst, um sich wieder
unter Kontrolle zu kriegen.
„Severus…" Voldemort drehte sich
um und lehnte sich an den Tisch. „Seit ein paar Tagen versuche
ich jetzt schon, in den Geist des kleinen Potter einzudringen. Doch
irgendetwas – irgendwer – hält mich auf."
Severus Augen weiteten sich. Voldemort versuchte
was? Wenn der dunkle Lord auch nur erahnen würde, dass
Severus Harry benutzte um – ihn zu küssen –
einen Vorteil zu erarbeiten, würde er ausrasten. Oder nein,
sobald er bemerkte, wer Harry wirklich war, würde erst
Severus Kopf rollen und dann mit Harry wer weiß passieren!
Wie konnte der dunkle Lord überhaupt in
Harrys Kopf hinein? Zwischen ihm und Harry bestand gar keine Verbi-
Die Narbe! Diese verdammte Fluchnarbe, deren
Verschwinden Harry zur Zeit mit einem einfachen Illusionszauber und
langen Haaren zu vertuschen versuchte!
Severus verschob das Grübeln auf später
und richtete sein Augenmerk stattdessen auf den inzwischen im Kreis
laufenden dunklen Lord.
Den sehr wütenden im Kreis laufenden Lord.
„Severus – hat Dumbledore dem kleinen
Potter Okklumentik beigebracht? Ich weiß, dass er den Sommer
über verschwunden war und das Dumbledore alles runtergespielt
hat…" Die roten Augen bohrten sich in Severus Schädel.
„Eure Lordschaft," Severus redete
Voldemort nie mit ‚mein Lord' an, da er nicht sein Lord
war. Voldemort wusste dies und kommentierte es nicht weiter. Er war
der festen Überzeugung, dass Severus sich früher oder
später für eine Seite entscheiden musste, spätestens
wenn der Krieg von hinterhältigen Attentaten und kleinem
Geplänkel ins offene Schlachtfeld übertragen wurde. Und er
war der festen Überzeugung, dass Severus auf seiner Seite
stehen würde – denn so herzensgut Dumbledores Ideale und
Vorstellungen auch sein sollten, ein Vampirskind würde er nach
dem Krieg nicht unterstützen – falls er gewinnen sollte.
„Ich bezweifle, dass Dumbledore das
Verschwinden Potters inszenierte. Potter hat sich, seit er wieder da
ist, sehr verändert. Er hat Freundschaft mit einigen Slytherins
geschlossen, seine ehemaligen Gryffindorfreunde mit der kalten
Schulter behandelt und hat schwarze Magie angewendet."
Jetzt lauschte Voldemort auf. Harry Potter?
Schwarze Magie? Freundschaft mit den Slytherins? Warum wusste er
davon noch nichts? Wenn die Slytherins ihren Eltern schrieben, sollte
er doch eigentlich von so etwas erfahren? Das ließ man doch
nicht einfach aus?
„Mit welchen Slytherins hat er Freundschaft
geschlossen und welche Magie hat er angewandt?"
Severus schluckte innerlich, äußerlich
durfte er sich so eine Schwäche jetzt nicht erlauben. Voldemort
musste diese Geschichte schlucken, sonst waren Harry und er in großen
Schwierigkeiten.
„Potter hält sich jetzt größtenteils
in der Gesellschaft von Draco Malfoy und Blaise Zabini auf. Der
Zauber, den er anwandte, war der Stillezauber des Daemonae. Er
verhexte Ronald Weasley damit, eure Lordschaft."
Das Daemonae war eine große
Ansammlung von schwarzmagischen Sprüchen – und dieser
Stillezauber wurde oft als Glanzstück des Buches beschrieben.
Voldemort tappte gedankenverloren mit seinen
Fingern auf die Tischplatte.
Malofy… Malfoy… Potter war der neue
Freund von Malfoy? Und Er, Voldemort, wusste noch nichts davon? Wie
kam das? Hätte Lucius nicht schon längst etwas davon
berichten müssen? Oder hatte Draco seinem Vater noch nicht davon
geschrieben? Und warum erzählten die anderen Slytherins nichts
davon?
Voldemorts Gedanken liefen auf Hochtouren und so
kam er auf eine mögliche, in Anbetracht der Tatsachen, sehr
gut mögliche Situation:
Jemand wollte ihn stürzen und wollte Harry
Potter dazu als Unterstützung haben. Und Potter schien geneigt –
oder manipuliert genug – zu sein, bei diesem Feldzug
mitzumachen.
Doch wer sollte es mit ihm aufnehmen wollen –
abgesehen von Dumbledore, dem alten Kauz, und der würde Potters
neues Verhalten nicht dulden.
Fudge war nicht kompetent genug und zu
verängstigt, als dass er zu so etwas im Stande wäre. Sehr
wahrscheinlich war es jemand von den Todessern, doch wer…?
Crabbe und Goyle fielen aus. Die beiden Ehepaare
waren mindestens genauso dumm wie ihre Kinder und nur als Kanonfutter
ersten Grades zu gebrauchen.
Avery Nott? Der ehemalige Slytherin führte
ein recht gutes Leben als Inhaber der Familienladenskette. Avery war
sicherlich sehr schlau, aber auch sehr loyal – eine Eigenschaft,
die er von seiner Hufflepuffmutter geerbt hatte.
Wer kam noch in Frage? Walden McNair, der
Exekutor für dunkle, magische und gefährliche Kreaturen im
Dienste des Ministeriums. Walden war sehr schlau und sicherlich
brutal und kalkulierend genug, um so einen Plan auf die Beine zu
stellen. Doch er würde ihn niemals alleine durchführen
können… oder?
Walden war zwar der Exekutor, doch war er dafür
bekannt, dunkle, magische und überhaupt bedrohte
Kreaturen in Sicherheit zubringen und es nur so aussehen zu lassen,
als habe er sie getötet. Grund dafür war seine
Familiengeschichte:
Walden war der Sohn eines Slytherins und einer
Ravenclaw, die ‚durchgegangen' war. Eine Werwölfin,
die als sie 21 Jahre alt war verwandelt wurde.
Jeder Werwolf wurde bei seiner Verwandlung
registriert, bekam eine Nummer auf die Brust tätowiert und war
damit gebrandmarkt. Die Registrierungsnummer war nicht mehr von der
Haut zu entfernen und konnte zur einwandfreien Identifizierung des
Werwolfes benutzt werden. Nur wer in einem späterem Alter
verwandelt wurde und es schaffte, nicht aufzufallen, der konnte
‚durchgehen' und wurde nicht registriert.
Waldens Mutter hatte dieses Glück und einen
verständnisvollen Freund gehabt. Einen verständnisvollen
Freund mit Kinderwunsch – wobei es Werwölfen eigentlich
verboten war, Kinder zu zeugen.
Walden konnte also ohne Probleme jemanden
verschwinden lassen und das spätere Wiederauftauchen war auch
kein Problem… doch welches Motiv sollte er dafür haben?
Walden war einer der wenigen nicht machthungrigen Slytherins. Er war
lediglich hinterhältig, clever und trickreich.
Voldemorts Augen verengten sich zu Schlitzen.
Aber es gab da einen sehr machthungrigen, kalt
kalkulierenden Slytherin, der keine Probleme damit haben würde,
sich so etwas auszudenken.
Lucius Malfoy.
Und Lucius würde Walden auf seine Seite
ziehen können. Die beiden waren Freunde seit ihrem ersten
Schuljahr.
Voldemort hielt inne und setzte sich wieder in
seinen Sessel.
Nein, das wurde alles nichts. Lucius war schon
machthabend genug, sein Machtdurst war ausreichend gestillt um
Voldemort sicher zu halten in seiner Position.
Aber wer…?
Oder las er zuviel in die Situation hinein?
Voldemort seufzte. „Severus, wie weit ist
die Übersetzung?"
„Fast fertig. Der Code ist recht mühselig
zu übersetzen."
Voldemort nickte. „Du kannst gehen
Severus... solltest du herausfinden, wer Potter Okklumentik
beigebracht hat, dann will ich den Namen unverzüglich hier
haben!"
Severus nickte, deutete eine Verbeugung an und
apparierte direkt in den verbotenen Wald nahe Hogwarts. Warum nur
erschlug man ihn immer mit solchen Nachrichten wenn er sowieso
schlecht gelaunt war?
Am Donnerstagmorgen erwachte Harry auf eine
komische Art und Weise erschöpft. In seinem Kopf pochte es und
es war, als wenn er sich an etwas erinnern müsste, aber
einfach nicht konnte. Als er sich im Bett aufrichtete durchzog ein
stechender Schmerz seine Stirn direkt hinter den Augen. Leise
fluchend schloss er die Augen und stützte seinen Kopf ab.
Vorsichtig versuchte er dann, sie wieder zu öffnen und musste
leider feststellen, dass seine Sicht wieder unscharf war.
Was? Aber- ich habe doch gar nichts getrunken!
Wie konnte das passieren? Was habe ich gemacht?
Angestrengt dachte Harry nach, konnte sich
jedoch nicht daran erinnern irgendetwas getan zu haben, dass ihm
solche Kopfschmerzen und ein Problem mit seinen Sinn eingebracht
haben könnte.
Leise über das verflixte Leben vor sich hin
murmelnd stand er langsam auf- und fiel beinahe wieder ins Bett. Ihm
war schwindelig und der noch halb-dunkle Schlafsaal drehte sich vor
seinen Augen. Aragog bewegte sich langsam auf Harrys Nachttisch und
schien seinen Herrn aufmerksam anzusehen.
Irgendetwas stimmte nicht mit ihm, das bemerkte
Harry überdeutlich. Er schwankte zu seinem Nachttisch und stütze
sich an ihm ab. Die Zähne aufeinander beißend versuchte
er, sich zu konzentrieren und starrte Aragog an.
Bevor er realisiert hatte, was geschah, versuchte
Aragog einen Satz nach hinten zu machen. Panik, Angst
Gefühle krachten in Harrys Kopf. Leise
wimmernd hielt er sich die Stirn.
Angst, Hilfe
Aragog hatte Angst vor ihm, aber wieso...?
Verzweifelt versuchte Harry nochmals, Aragog zu
visieren. Seine Spinne hechtete angsterfüllt die Wand entlang,
drehte sich schließlich doch um und – fiel tot von der
Wand.
Harrys Augen weiteten sich. Er stieß sich
vom Tisch weg und fiel hart zu Boden. Sein Herz pochte und Adrenalin
jagte durch seine Adern.
Was...? Aragog – Ich- Was zum?
Dann hörte er es. Warum er es vorher nicht
gehört hatte war ihm unklar – es war wirklich nicht zu
überhören.
Ein leises, beständiges Zischen kurz hinter
ihm.
Ein hasserfülltes, gefährliches
Zischen.
Harry schluckte und tastete mit seiner linken
Hand vorsichtig hinter sich, bis er auf etwas schuppenartiges stieß.
Spinnen haben Angst vor diesem Tier und wenn
man es ansieht stirbt man…
Harry schluckte schwer und schloss die Augen.
Hinter ihm war ein Basilisk. Harry spürte, wie der Basilisk sich
um ihn wickelte, ihm etwas ins Ohr flüsterte - Keine Angst,
Harry, wir sind deine Freunde, wir werden dir nichts tun.
Er schluckte abermals. Doch diesmal versperrte
etwas seinem Speichel den Weg. Von Panik getrieben öffnete Harry
doch die Augen – und sah sich einem weißen Phönix
gegenüber.
Vertrau uns zwitscherte der Phönix
während seine Augen sich grün in der Farbe des Avada
Kedavra verfärbten. Wir sind deine Freunde, du gehörst
zu uns
„Nein!" Harrys Ruf hallte durch den
plötzlich leeren Schlafsaal. Dieser Phönix löste in
Harry ein Unwohlbehagen aus. Dieses weiße Tier war…
falsch. Es warf alles nur zurück, es gab nichts von sich selbst
preis. Es war nur ein Spiegel… ein Spiegel, der alles verkehrt
und verwirrt wieder zurück warf und die Wirklichkeit entstellte…
und dabei alles aufsaugte, was man ihm gab… ein Spiegel der sich
selbst spiegelte…
Harry!
Vertrau uns…
Wieder zwitscherte der weiße Phönix,
doch – war da nicht gerade eine andere Stimme gewesen?
Harry! Flüchte…Ja, da war eine andere Stimme!
Wie aus Instinkt sprang Harry vom Boden auf und
rannte in einen sich an der Wand formenden Schatten. Der Ruf des
Phönix hallte ihm hinterher: Nein, er gehört UNS!
Harry rannte ihn den Schatten hinein und
keuchte. Dieser Phönix…
„Was tust du hier?" Erschrocken drehte
Harry sich um und sah – „Carmen?"
Die Slytherin stand in einem langen, schwarzem
Kleid vor ihm. „Was tust du hier? Es sind meine Augen und
Ohren."
Ihre Augen und Ohren? Aber was – Oh Gott
Harry riss die Augen auf. Er träumte hier
nicht nur einen komischen Traum, er – war in einer Vision
Carmens!
„Wie bin ich hier hereingekommen?"
Carmen runzelte die Stirn. „Du wei
das nicht? Ich ebenfalls nicht…" Harry seufzte. „Erst
mal sollte ich wohl einen Weg wieder herausfinden…"
„Aufwachen. Das passiert mir immer." Harry sah Carmen
perplex an. „Ich kann doch nicht warten bis ich aufwache, ich
meine, was wenn ich dann immer noch irgendwie in dir bin oder was,
wenn du zuerst aufwachst? Wo soll ich dann hin?"
Carmen nickte langsam. „Das wären
natürlich Problempunkte…"
Harry atmete langsam aus. „Problempunkte
nennt sie das…! Toll. Ich sitze in einer Vision eines anderen
Menschen fest und weiß nicht mal mehr wie ich hierher gekommen
bin."
Carmen überlegte. „Vielleicht bist du
hier weil du Teil der Vision warst und hier sein musstest."
Harry schnaubte. „Dann muss ich doch jetzt
nicht mehr hier sein, oder?"
Carmen zuckte mit den Schultern. „Vielleicht
gibt es noch etwas wegen dem du hier sein solltest."
Harry seufzte und setzte sich auf den Boden,
sofern man es als Boden bezeichnen konnte. Um sie herum war einfach
alles schwarz. Links rechts oben unten – schwarz.
Harry
Harry hob seinen Kopf. Hatte da gerade jemand
nach ihm gerufen?
Harry!
Ja, da rief jemand nach ihm…
„Harry!"
Harry schlug seine Augen auf. Nein, da rief
niemand nach ihm, da wisperte jemand etwas in sein Ohr.
Verwirrt und irritiert drehte Harry sich zur
Seite. Er starrte Neville an. „Neville?", flüsterte
Harry geschockt.
Der tollpatschige Gryffindor sah nervös
aus. „Entschuldigung dafür, dass ich dich wecke, Harry…
ich weiß, es ist erst fünf Uhr morgens, aber… ähm,
ich…"
Harry setzte sich langsam auf. „Sch,
beruhige dich Neville. Ist nicht schlimm, dass du mich so früh
geweckt hast. Worum geht es jetzt?"
Neville schluckte und sah sich um. „Ich…
nicht hier… kommst du mit, Harry?"
Harry sah Neville verwirrt an, stand dann aber
auf. „Ja." Neville nickte erleichtert. „Gut…"
Dann sah er sich noch einmal ängstlich um und lief zur Tür
des Schlafsaals. Harry folgte ihm auf den Flur und bis zur
Gemeinschaftsdusche.
„Neville? Was genau wird das?", fragte
Harry. Vorsichtig sah er sich um, konnte jedoch niemanden außer
Neville erkennen.
Neville wippte unsicher von einem Bein zum
anderen. „Harry… Die anderen Gryffindors benehmen sich
wirklich abscheulich, aber… weißt du, nicht alle sind so…"
Neville stockte.
Darum ging es also. Harry seufzte. „Das
habe ich mir schon gedacht, Neville. Jetzt beruhige dich doch erst
einmal und erzähle mir dann in aller Ruhe, was du sagen willst."
Neville schluckte. „Nun, Ron hat schon sehr
klar gemacht, dass er denkt du bist… nun ja er meint, entweder
bist du verrückt, wirst von jemandem kontrolliert oder aber
nicht der echte Harry… und… nun, Ron hat ziemlich deutlich
gemacht, dass alle Gryffindors sich von dir fern halten sollen,
zumindest den Älteren hat er das gesagt."
Harry nickte. „So etwas in der Art habe ich
schon angenommen."
Plötzlich fing Neville an, wie ein
gefangenes Tier im Kreis zu laufen.
„Harry, Ron ist… total verändert.
Er kommandiert die anderen herum, bis auf Hermine, aber die tut
sowieso was er sagt. Er scheucht ale Gryffindors ab der fünften
auf, schürt den Hass auf die anderen Häuser… nur gegen
Hufflepuffs hat er nichts. Die Ravenclaws und Slytherins sein alle
schlecht, meint er und man sollte sie lieber von der Schule
verweisen…" Neville fing an zu stottern. „Er hetzt die
oberen Klassen dazu auf, die kleineren von ‚gefährliche
Einfluss' ‚fernzuhalten' und Ravenclaws und Slytherins
mies zu machen wo sie nur können. Es gab schon drei Prügeleien,
aber keiner sagt laut etwas. Und er – Ron er – er hat
selbst gesagt man sollte am besten mit mehreren auf einen gehen,
sonst wären sie zu gefährlich – er… Ron gibt
Befehle und so viele von ihnen befolgen sie und wir, wir haben Angst
etwas dagegen zu tun… und dieser Tobias, der unterstützt
ihn, mit Seamus und Dean…"
Neville fing an zu schluchzen und sank zu Boden.
Total geschockt kniete Harry sich neben ihm hin
und nahm ihn in den Arm.
Ronald tut WAS? Oh Gott, ist der verrückt
geworden? Warum tut der ach so feine Dumbledore nichts dagegen? Und
warum sagen die verprügelten Schüler nichts? Müssen
Ravenclaws sein oder junge Slytherins, sonst hätte ich von Draco
und Blaise etwas dazu gehört. Meine Güte, ist Ron
übergeschnappt? Will der einen Kleinkrieg in Hogwarts anfangen?
Wo Voldemort, Fudge und Dumbledore sowieso schon Mist machen?
„Sch, beruhige dich Neville. Ron ist nicht
hier, er kann dir nichts tun…"
Der Tollpatsch sah auf. „Harry, wir…
Also, wir, dass sind ein paar Gryffindors die nichts mit Ron und
seinen Methoden zu tun haben wollen… er, er ist total verrückt
geworden… meint, die Slytherins hätten dich gestohlen oder
so etwas… er macht sie für alles verantwortlich… und die
Ravenclaws seien eh alle Freunde der Slytherins Aber,
aber wir, wir wollen das nicht. Aber Ron hat fast alle auf seiner
Seite und… wir haben einfach Angst. Ich weiß, wir sind
Gryffindors und dürfen keine Angst haben, aber-"
Harry legte seine Hand auf Nevilles Mund.
„Neville, hör mir zu. Es ist absolut in Ordnung, Angst zu
haben. Angst ist nichts verachtenswertes, sondern etwas ganz
normales, menschliches. Angst dient dazu uns zu schützen, auch
wenn es Leute gibt, die zu ängstlich sind. Warum hast du zum
Beispiel Angst davor, zu nahe an einen Abhang zu gehen? Weil du
runter fallen könntest. Siehst du? Jemand der keine Angst hat
könnte zu nahe an den Abgrund kommen und hinunter fallen. Jemand
der angst hat bleibt eben etwas vom Abgrund weg." Harry lächelte
Neville an.
Neville schniefte einmal und blickte Harry ins
Gesicht. „Das… Das war nett von dir, Harry… alle sagen
sie immer Gryffindors haben keine Angst, das dürfen sie nicht,
sie sind ja Gryffindors… Du bist… der Erste, der mir sagt,
dass es in Ordnung ist, Angst zu haben…"
„Neville." Harry setzte sich neben
ihn.
„Und wenn dir tausend Leute erzählen
würden: ‚Voldemort tötet nicht', würdest du
ihnen glauben?" Neville zuckte zwar bei dem Namen, schüttelte
jedoch den Kopf. „Und wenn dir zehntausend Leute sagen, dass
Rattengift gesund ist, würdest du ihnen glauben?" Wieder
schüttelte Ron den Kopf. „Warum glaubst du dann den Leuten,
die dir sagen, Angst zu haben wäre schlecht? Man sollte sich
immer über das, was andere einem erzählen Gedanken machen."
Neville nickte langsam. „Das… das
klingt gut, Harry… Hast du dich deswegen verändert? Weil
du… nachgedacht hast?" Harry nickte. „Ich habe über
vieles nachgedacht, Neville. Ron scheint einen Miniaturkrieg mit den
Ravenclaws und Slytherins anfangen zu wollen und viele hören auf
ihn. Wenn ich nicht nachgedacht hätte, wer weiß,
vielleicht wäre ich dann als ‚Anführer'"
Harry sprach das Wort verächtlich aus, „für Ron in
diesen ‚Krieg' gezogen. Aber ich habe mir Gedanken gemacht
und darüber nachgedacht, was andere Leute mir erzählt
haben."
Harry sah Neville an. "Nur weil ein
Erwachsener dir etwas sagt, muss das noch lange nicht richtig sein.
Ron glaubt, er sei im Recht, da bin ich mir sicher. Doch was gibt ihm
das Recht, andere dazu zu ordern, Wehrlose anzugreifen?"
Neville nickte wiederum. „Du… Harry,
du…" er schluchzte wieder ein wenig. „Ron wird
immer schlimmer. Bis Weihnachten will er mit den richtigen
‚Einsätzen', wie er sie nennt, anfangen. Momentan
‚planen' sie, also Ron, Hermine, Tobias, Seamus und Dean.
Harry… nicht alle wollen das, nein, aber wir… wir können
nichts tun. Wir sind nur einige wenigen aus der sechsten, siebten und
fünften und vielleicht zehn Jjüngere. Alle anderen aus den
niedrigeren Klassen wissen nur wenig, aber sie – sie glauben
Ron, sie glauben er tue das Richtige! Harry – du musst uns
helfen!"
Harry schloss kurz die Augen. Er hatte den
Hilferuf schon erwartet, aber… Wieso aber? Er konnte Ron doch
nicht einfach so schalten und walten lassen! Was Ron tat war…
Rassistisch. Ron ist rassistisch. Genauso wie
sie es damals im Fernsehen gezeigt haben, als der Bericht über
die Nazis rief. Ron ist ein Rassist. Er hasst Slytherins und
mehr oder weniger die Ravenclaws, gibt ihnen
die Schuld und will sie beseitigen. Ron ist
dabei hier auf Hogwarts ein verdammtes drittes Reich aufzubauen!
„Helfen… wie kann ich helfen…"
Harry stand auf und fing an, Kreise im Duschraum
zu laufen.
Ich muss helfen, ich muss. Aber ich habe so
wenig Zeit… Und wie soll ich helfen? Ich kann Ron schlecht
einfach angreifen, auch wenn ich dabei gewinnen würde…
Oder… Harry hatte eine Idee. Was, wenn nicht ich offiziell
helfe sondern was, wenn ich den Stillen Fürsten helfen lassen
würde? So könnte man Ron bekämpfen und gleichzeitig
würden die Gryfindors freundlich auf mich gestimmt werden…
sie würden sehen, dass der Stille Fürst anders ist als
Dumbledore, Voldemort oder Fudge… Aber wie stelle ich das an?
Harry blieb stehen und sah Neville wieder an.
„Neville, ich werde euch helfen. Natürlich werde ich das…
Ron ist… ein mieses Arschloch, ein Rassist durch und durch. Er
hasst andere Leute nur weil sie anders sind als er… Aber ich
alleine kann nichts machen."
Neville sprang auf. „Wir helfen dir alle,
so gut wie wir können… Wir sind nur ca. 30, aber wir haben
schon beschlossen, dass wir dagegen sind, gegen Ron…"
Harry nickte. „Das ist gut. Je mehr Leute
helfen, desto besser… aber alles muss vorsichtig vonstatten
gehen… Ron ist – du nanntest ihn verrückt und in einem
gewissem Sinne ist er das wohl auch… ich traue es ihm zu, dass
er anfängt Leute zu bedrohen oder zu verletze nur weil sie gegen
ihn sind…"
Neville wurde etwas blasser, hielt aber seinen
Kopf hoch. „Das ist schon klar. Aber – Wir wollen Ron
trotzdem stoppen."
Neville lächelte ihn an, der mutige
Tollpatsch. Neville war herzensgut und mutig, auch wenn er sich
selbst vielleicht anders sah.
„Neville… ich könnte vielleicht
noch andere Hilfe besorgen, aber…"
„Meinst du die Slytherins?"
Harry seufzte. „In einem gewissem sinne,
ja. Sie sind nicht alle so schlecht wie viele immer denken und sagen,
Neville… Aber es würde vielleicht noch Hilfe von einer ganz
anderen Quelle kommen…" Harry sah sich um, um Spannung zu
erzeugen. Neville musste ihm das hier abnehmen, es musste echt
aussehen.
Harry ging nah an Neville heran und sprach mit
gesenkter Stimme: „Bei den Slytherins im Kerker munkelt man von
jemandem neuen, im Krieg zwischen Voldemort, dem Ministerium,
Dumbledore und so…"
Neville bekam große Augen. „Jemand
neues?", wisperte er. Harry nickte. „Ja. Aber, dieser
jemand soll anders sein… angeblich sei er gegen Dumbledore,
Voldemort und Fudge, gegen Intoleranz und Rassismus… Es heißt,
er würde mit jedem zusammenarbeiten, egal welches Haus oder
Herkunft, wichtig seien die Ideale… Toleranz, Freiheit, derlei
Dinge."
Neville hatte den Köder voll geschluckt.
„So jemanden soll es geben? Egal welcher Herkunft aber
Dumbledore hat meiner Großmutter gesagt…" Neville
stockte, an Harry frühere Worte erinnert.
Dumbledore hatte gesagt, seine Großmutter
hatte gesagt… so würde er nie weiter kommen. Er wiederholte
immer nur, was andere ihm gesagt und erzählt hatten. Er musste
lernen, selbst zu denken, da hatte Harry recht.
„Wer soll das denn sein?", wisperte
Neville aufgeregt.
Harry zuckte mit den Schultern. „Es heißt,
er würde aus dem Schatten heraus handeln, ohne hinterhältig
zu sein und er spreche nur sehr wenig… man nennt ihn den Stillen
Fürsten."
Neville nickte, es sah fast ehrwürdig aus.
„Der Stille Fürst…"
Harry gab sein bestes, nervös auszusehen.
„Im Kerker redet man viel über ihn, natürlich leise…
Viele von denen, deren Eltern bei Voldemort sind, wollen nicht zum
dunklen Lord… Aber Dumbledore und Fudge trauen ihnen nicht…
deswegen reden sie viel über den Stillen Fürsten. Einige
sollen schon Kontakte zu ihm haben… Vielleicht würde er
helfen. Ron ist genau so etwas, gegen das er Eintritt… ein
Rassist."
Neville atmete mehrmals ein und aus, dann nickt
er. „Er… das, was du mir erzählt hast, klingt gut…
aber… Ist es denn wahr? Ich meine…"
Harry zuckte mit den Schultern. „Ich wei
es nicht… aber ich kann mich ja mal umhören. Nach Hilfe zu
suchen, wenn man sie braucht ist nie verkehrt…"
Neville nickte. Dann entspannte er sich. „Harry…
du bist… ein guter Freund, auch wenn ich keiner war in der
letzten Zeit…ich, ah… Danke. Vielen, vielen Dank."
Harry lächelte. „Du brauchst dich
nicht zu bedanken, Neville."
Erst hatte er so einen verworrenen Traum- als
mehr sah Harry es nicht an – und dann kam die Sache mit Neville,
der von einem größenwahnsinnig gewordenem Ron berichtete.
Aus gutem Grunde war Harry an diesem Tag
besonders angespannt und gestresst. Aragog, den er jetzt in seiner
Tasche mit sich führte, bemerkte Harrys Anspannung wohl, denn er
versuchte immer wieder, Harry abzulenken indem er sich bewegte.
Seine schlechte Laune machte sich auch im
Unterricht bemerkbar: Im Duellierunterricht verhexte er seine
Duellpartner mit einer gewissen Wut, so dass auch Professor Dacàrd
Harry schließlich ermahnte, nicht so aggressiv zu sein. Im
Gaiamantieunterricht nervte Harry die offensichtliche
Voreingenommenheit der Professorin und in Latein versuchte er –
mehr oder weniger erfolglos – Ron zu ignorieren um wenigstens
etwas vom Unterricht mitzukriegen.
Als er dann schließlich das Wort
‚Rassenkunde' hörte, erfasste ihn eine tiefe Wut,
obwohl der Unterricht eigentlich gar nichts mit Rassismus zu tun
hatte. Leise vor sich hin grummelnd saß er an seinem Platz und
starrte Löcher in die Luft. Der Unterricht war eh langweilig.
Der krönende Abschluss des Tages war dann
Verteidigung. Bei Umbridges Anblick allein war Harry soweit, dass er
jemanden umbringen wollte – vorzugsweise Ron, Dumbledore oder
Voldemort. Aber Draco und Blaise hielten ihn zurück, die
inzwischen beide um ihn besorgt waren – schließlich gab es
für sie keinen ersichtlichen Grund, warum Harry so ausrasten
sollte.
„Harry, reiß dich am Riemen, gleich
ist der Unterricht eh vorbei.", wisperte Blaise.
Harry grummelte etwas in einen nicht vorhandenen
Bart und nickte.
Oh Ron, du elefantengroßer Idiot. Und
Dumbledore tut natürlich nichts dagegen… Denken, Harry,
denken. Nachdenken. Die Slytherins und Ravenclaws müssen gewarnt
werden. Also muss ich Draco und Blaise gleich informieren. Ron ist so
ein IDIOT!.
„Grün, Professor Umbridge.",
beantwortete Harry nebenbei eine Frage der Lehrerin. Umbridge
‚hmpfte' leise aus Ärger darüber, ihm keine
Unaufmerksamkeit ankreiden zu können und fuhr mit dem Unterricht
fort.
Harry dachte weiter nach, nur mit einem Ohr dem
Monolog der Braunhaarigen lauschend.
Aber er spielt mir auch eine große Chance
in die Hände… so kann ich viele von meinem Standpunkt
überzeugen… argh, ich fange schon an zu denken wie Lucius
Malfoy oder sonst so ein Slytherin…
Harry sah Blaise neben sich an. Obwohl
Slytherins natürlich nicht schlimm sind…
Nach dem Unterricht schleppte Harry Draco und
Blaise geradewegs hinunter in den Kerker und in einen abgelegenen,
leeren Gang.
„In Ordnung, jetzt raus mit der Sprache –
Was ist los?" Draco verschränkte die Arme vor der Brust und
zog seine Augenbraue hoch.
Harry seufzte. „Ein echtes Problem steht
bevor. Ronald macht Probleme. Er stachelt die Gryffindors auf zu
einem ‚Kleinkrieg' gegen Slytherins und Ravenclaws. Bis
Weihnachten will er mit irgendeiner Kampagne starten, aber was genau
er vor hat weiß ich nicht. Was auch immer es ist, Slytherins
und Ravenclaws sind nicht sicher."
Draco starrte ihn an. „Das ist ein Scherz,
richtig? Ein dummer Scherz von dir, ja? Was sollte das Wiesel denn
schon machen können?"
Blaise sah nachdenklich aus. „Was genau
meinst du, Harry?"
Harry fuhr sich mit einer Hand durch die Haare.
„Ronald hat – ts, ein besseres Wort gibt es wirklich nicht.
Er hat die Macht im Turm übernommen. Er stachelt die Gryffindors
dazu auf, in großen Gruppen wehrlose Ravenclaws und Slytheirns
anzugreifen, drei Prügeleien soll es schon gegeben haben, aber
davon weiß ich nichts. Einige Gryffindors haben schon Angst vor
ihm und seinen – Ideen. Die höheren Jahrgangsstufen sollen
alle bescheid wissen."
Harry trat mit seinem Fuß die Wand.
„Verdammt, der Scheißkerl denkt er kann hier einen Krieg
anfangen!"
Mit einem Satz waren Draco und Blaise an seinen
beiden Seiten. „He, immer mit der Ruhe, die Wand tut dir mehr
weh als du ihr!", sprach Draco in Harrys rechtes Ohr. Von seiner
linken Seite stimmte Blaise ihm zu. „Ja, davon wird auch nichts
besser. Wir sollten uns lieber Gedanken darüber machen, was wir
jetzt mit Weasley machen."
Harry grollte leise, drehte sich dann jedoch um
und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand.
„Neville habe ich erzählt, im Kerker
redet man von einer neuen Figur im Machtspiel, dem ‚Stillen
Fürsten'. Er hat die Idee ganz gut aufgefasst und scheint
von der Idee, mit diesem Stillen Fürsten zusammen zuarbeiten
ganz angetan zu sein. Er glaubt, ich würde nach einer
Kontaktperson suchen und einige Slytherins ansprechen um Ronald
loszuwerden."
Draco stutze, starrte Harry an und fing an zu
lachen. „Das war eine Idee! Das Wiesel nützt uns so ja
sogar noch etwas! Harry, wenn wir die Idee ausbauen, hat der Stille
Fürst innerhalb kürzester Zeit halb Hogwarts hinter sich."
„Das weiß ich auch, Draco, aber was
tun wir jetzt?"
Draco grinste. „Abwarten bis Wiesel für
uns die Arbeit erledigt?"
Blaise schnaubte. „Draco, der Weasley ist
eine echte Gefahr, wenn er tatsächlich soviel Einfluss unter den
Gryffindors hat. Wobei mir einfällt, wieso hat Virginia nichts
erzählt?"
Das war eine gute Frage. Harry erinnerte sich an
Nevilles Worte. „Laut Neville wissen im Moment nur fünfter
Jahrgang und höher wirklich bescheid, damit wäre Ginny
außen vor… außerdem hat Ronald einen „großer
Bruder" Komplex, er behandelt Ginny wie ein kleines Baby…
sie weiß wahrscheinlich einfach nichts."
„Wer weiß… Weasleys sollte
man nicht trauen.", mischte sich Draco von links wieder ein.
„Malfoys angeblich auch nicht…",
grollte Harry zurück.
Schweigen senkte sich über die Drei als sie
jeder für sich darüber nachdachten was jetzt zu tun wäre.
Nach einigen Minuten sprach Blaise wieder. „Wir
müssen einfach alle warnen, auf der Hut zu sein… aber wir
dürfen nicht zu viele Informationen preisgeben…"
Harry nickte langsam. „Etwas in der Art
schwebte mir auch im Sinn, ich frage mich nur, wie wir das anstellen
wollen ohne das Ronald gleich etwas davon mitkriegt und Ärger
macht. Denn sollte er rauskriegen, dass Hogwarts bescheid weiß,
wird er sehr sauer sein. Und sich etwas neues ausdenken. Das nützt
uns dann gar nichts."
Blaise nickte. Das klang logisch.
Auf Dracos Gesicht breitete sich auf einmal ein
diabolisches Grinsen aus. „Aber nein, wir lassen Wiesel noch
weiter für uns arbeiten… wir warnen die Schüler, aber
im Namen vom Stillen Fürsten. Unsere Hauskameraden werden
sicherlich auch ihren Eltern etwas erzählen… und die
Ravenclaws auch… und die Presse schaut sowieso sehr nach
Hogwarts. Weißt du, Harry, Dumbledore hat dein Verschwinden
sehr heruntergespielt und klein gehalten… viele Reporter würden
dich jetzt gerne interviewen, wo du wieder da bist… die Kunde
vom ‚Stillen Fürsten' wird sich schnell verbreiten…
so warnen wir einerseits die anderen Schüler und wir machen…
Werbung für uns."
Harry schmunzelte. „Mit einem Malfoy an der
Seite kommen die Verschwörungspläne frei Haus, eh? Deine
Idee ist gut, so machen wir es… Ich spanne Ginny mit ein,
Neville erzählt sowieso schon für uns weiter. Carmen kann
auch helfen und wie steht's mit der Gerüchteküche?"
Die letzte Frage war an Blaise gerichtet. Dieser zuckte leicht mit
den Schultern. „Leider konnten Carmen und ich noch nicht viele
Gerüchte in die Welt setzen. Es gibt erst ein paar Gerüchte…
aber jetzt wird sich das wohl schnell ändern."
Der Stille Fürst kommt, Dumbledore. Und er
sitzt direkt unter deiner Nase.
Harry begann, seine Zeit umzuverteilen. Den
kleinen Gryffindors sagte er das Kampftraining schon nach so kurzer
Zeit wieder ab, aufgrund von Zeitmangel. Er war sich jedoch
ziemlich sicher, dass die Kleinen auf seiner Seite stehen würden.
Fred und George schienen verschwunden zu sein,
aber ihrem besten Freund Lee Jordan nach zu
urteilen – der Ronald aus dem Weg ging – hatten die
Zwillinge wohl einige Probleme mit der ‚Politik' ihres
Bruders gehabt. Ginny schien ebenfalls wie vom Erdboden verschluckt
zu sein.
Am Freitag sagte Harry Lucards Angebot ab,
drückte ihm dabei aber einen Zettel in die Hand. Harry war die
derzeitige Situation in Hogwarts zu unsicher, als dass er einem
bekannten Schwarzmagier einfach so ins Gesicht sagen würde: Ja,
bitte Unterricht in dunklen Ritualen!
Freitagabend brachte eine Schuleule ihm die
ersten ‚Unterrichtspapiere' von Lucard. Unterricht per Post
– Was in der Muggelwelt funktionierte sollte auch hier in
Hogwarts klappen.
Samstagabend verlief der Unterricht mit Severus
erstaunlich gut. Beide ignorierten das ‚Kuss-Missgeschick'
in stillem Einverständnis.
Der Sonntag verlief erstaunlich ruhig, fast zu
ruhig für Harrys Geschmack. Er begegnete Ron dreimal und der
Rotschopf sagte kein einziges Mal auch nur eine Beleidigung…
Am Montagabend sah Harry Carmen und wurde an
seinen verwirrenden Traum erinnert Bleib beim Thema, Harry. Kaum
liefert dir dein Unterbewusstsein einen Traum schon stehst du da wie
Ronald Weasley beim Anblick einer Spinne.
„Also, Blaise, wie sieht's aus?",
fragte Harry dann schließlich als alle saßen.
Blaise grinste. „Die Gerüchteküche
brodelt, aber allgemein hält man Weasleys Wahnwitz immer noch
nur für das: einen Witz."
Ginny sah sich irritiert um. „Weasleys
Wahnwitz?"
Draco zog eine Augenbraue hoch. „Sie an,
das Schwesterchen weiß noch gar nichts?"
Ginny verschränkte die Arme vor der Brust.
„Wovon weiß ich nichts?"
Harry war verwirrt. „Ginny, hast du noch
nichts davon gehört? Ronald hat es sich in den Kopf gesetzt
einen Kleinkrieg in Hogwarts anzufangen."
Ginnys Augen weiteten sich. „Der Idiot!
Deswegen lässt er mich neuerdings bewachen!"
Draco stockte. „Bewachen?!" Er sah
Ginny mit einem Funkeln in den Augen an.
Ginny schnaubte. „Ja. Neuerdings steht
immer einer seiner Freunde oder einer aus den höheren Stufen in
meiner Nähe. Und erst am Samstag hat er mir erklärt, dass
ich mich ab sofort in Acht nehmen muss hier in Hogwarts. Was genau
geht eigentlich vor sich?"
Harry seufzte. Ronald kontrolliert also schon
mal Ginny, oder versucht es, wie erwartet. Was machen Fred und
George? Aber erst ml zu wichtigeren Dingen. „Wie hast du es
denn geschafft dich rauszuschleichen?"
Draco nickte kurz. Das war eine gute Frage, die
Harry da gestellt hatte.
Ginny lächelte hinterhältig. „Seamus
wollte mit mir Exploding Snap spielen, aber ich habe Übelkeit
vorgeschürzt. Nachdem ich einmal so getan hab als hätte ich
im Turm gereihert habe ich unterwegs noch mal so getan, beim
Mädchenklo im zweiten Stock, und bin dann durch den Geheimweg
raus…"
Draco schien nicht sehr überzeugt zu sein.
„Hm. Wie du meinst, Weasley… aber solltest du mit dem
Wiesel zusammenarbeiten wirst du noch dein blaues Wunder erleben!"
„Ach sie an, ein Frettchen droht mir!"
Harry hielt seine Hände hoch. „Stopp!
Streiten bringt uns jetzt nicht weiter. Also," er wendete sich
wieder an Blaise, „Gerüchteküche brodelt, aber
überzeugt ist noch keiner. Sobald Ronald also eine einzige
seiner wahnwitzigen Ideen startet, haben wir Hogwarts überzeugt."
Blaise nickte. „Und einen Großteil
auf unserer Seite."
Harry lehnte sich zurück. „Na also.
Ronald ist also doch noch zu etwas zu gebrauchen."
Draco lachte lauthals.
Eine angespannte Stille legte sich über
Hogwarts in den nächsten Wochen.
Eine Kluft zwischen den Schülern wurde
immer deutlicher: Ron scharte die Gryffindors um sich, die sich von
Slytherins, vielen Ravenclaws und allen angeblich mit ‚dunkler
Magie' in Berührung gekommen Schülern fern hielten.
Zusätzlich dazu kamen öfters Wortgefechte oder
Beleidigungstiraden. Selbst die Lehrer waren schon darauf aufmerksam
geworden und versuchten ihr bestes, die Lage unter Kontrolle zu
kriegen. Doch leider nützte das nicht.
Mitte Oktober gab es dann die erste, größere
Prügelei. Eine Gruppe Fünft- und Sechstklässler von
den Gryffindors hatte in der Bibliothek einen Slytherin umzingelt und
herumgeschubst. Bald darauf waren einige andere Slytherins dem
einzelnen zu Hilfe gekommen, aber die Chancen waren wohl von Anfang
an nicht gut gewesen. Die Gryffindors prügelten drei Slytherins
Krankenflügelreif. Der einzigste Trost, wenn man es so sehen
konnte, war, dass gut sechs Gryffindors mit verschiedenen Wunden oder
Verhexung ebenfalls im Krankenflügel lagen.
Unerwartetherweise hatte nämlich ein
Siebtklässler der Ravenclaws eingegriffen und die Gryffindors
aus der Distanz heraus mit Flüche unter Beschuss genommen.
Harry hatte all davon nichts mitbekommen –
seit einiger Zeit schlief er sehr unruhig und war tagsüber müde
und ausgelaugt. An diesem Tag hatte er im Slytherin-Gemeinschaftsraum
auf einer Couch gelegen und zwei Drittklässern zugeschaut, die
sich über seine Anwesenheit aufregten.
Im Nachhinein erfuhr jedoch einiges darüber.
Und ihm war klar, dass die Schuld bei den Gryffindors allein lag.
Aufgestachelt von Ronald und seinen Napoleon-Ideen hatten sie sich
den Slytherin als einfaches Opfer auserkoren. Doch die verhängten
Strafen sahen anders aus. Die Slytherins bekamen Ärger wegen
‚Provokation' und am schlimmsten war der arme Ravenclaw
dran – da er, anstatt den ‚Streit zu schlichten',
‚hinterhältig und verantwortungslos die Gryffindors unter
Beschuss genommen habe'.
Severus hatte sich über die Bestrafungen
auch aufgeregt, vor allem über die geringen Bestrafungen der
Gryffindors. Aber was sollte er machen? Dumbledore hatte in der
Schule wohl oder übel das Sagen und somit das letzte Wort.
In gewisser Weise half es Harry auch, vor allem
wenn es darum ging die Schüler vom Stillen Fürsten zu
überzeugen.
Nach der Prügelei ergaben sich jedoch
einige Fragen und Probleme für Harry:
Was würde Ron bis Weihnachten noch alles
anstellen?
Wie würde Dumbledore darauf reagieren?
Was würde passieren, wenn Ron tatsächlich
zu einem ‚Krieg' aufrief?
Und wie sollte Harry Rons Wut entkommen? Das
Leben im Turm war für ihn im Augenblick fast unerträglich.
Nur Neville und die restlichen ‚Gegen-Ron-Gryffindors'
machten es noch erträglich für ihn. Harry fürchtete,
wenn er nicht bald etwas unternahm würden einige Gryffindors ihn
anfallen… vielleicht sogar im Schlaf.
Leider wusste Harry nicht, dass dieses nicht
sein einziges Problem sein würde…
Dank Hermines Unterstützung flatterte
nämlich ab dem 25. Oktober ein kleiner Käfer in Hogwarts
umher… und so wie es aussah hatte der Käfer an Harry etwas
gefressen… oder geschrieben, je nach dem wie man es sehen
wollte.
Angst und Schrecken in Hogwarts –
Harry Potter auf den Spuren des dunklen Lords?
Prügelein, Erpressung, Diebstahl, Morddrohungen – Was
geht vor sich auf Hogwarts? Schweigt Dumbledore über die
grausigen Vorkommnisse an seiner Schule? Und welche Rolle spielt Harry Potter in den schrecklichen Ereignissen?
- Rita Skeeter
Wie sie sicherlich alle wissen, liebe Leser, wurde im Sommer
diesen Jahres Harry Potter als vermisst gemeldet. Nach Aussagen von
Albus Dumbledore jedoch wurde das Verschwinden als Trick des
Schulleiters abgetan oder aber – von den etwas gutgläubigeren
Zauberern und Hexen – einfach, wie der Schulleiter sich
ausdrückte, als ‚Falschmeldung' gewertet.
Liebe Leser, das Verschwinden Harry Potters war keine
Falschmeldung. Wie einer seiner ehemals engsten Freunde in einem Interview verriet, war Harry wirklich für mehrere Wochen wie vom Erdboden verschluckt.
„Er war einfach weg.", sagt Ronald Weasley,
Fünftklässler in Gryffindor. „Und als er am Anfang des
Schuljahres wieder kam war er so anders…"
Was Ronald mit anders meint ist keine Frage, die erst gestellt
werden muss, liebe Leser. Unsere Reporterin war in der Lage den
jungen Mann zu sehen. Seine Kleidung gleicht der eines Dubliner
Straßenjungen, Tätowierungen obszöner Natur schmücken
seinen Körper.
Zu recht stellte sich unserer Reporterin die Frage: Was war
passiert? Nachforschungen im Umfeld des jungen Helden ergab, dass
dieser, ohne Vorwarnung, auf eigene Faust, aus dem Haus seiner
Verwandten – Muggles – gegangen war. Wo er sich bis zum
Schulbeginn aufhielt ist bis dato unbekannt.
Unserer Reporterin stellt sich die Frage ob das komische Benehmen
des jungen Potter mit den jüngsten Ereignissen auf Hogwarts in
Verbindung steht.
Aus Gesprächen mit Schülern erfuhr unsere Reporterin von
den grausigen Vorkommnissen auf Hogwarts: Sechs unschuldige Schüler
landeten vergangene Woche im Krankenflügel, nachdem sie von
einigen Slytherins und Ravenclaws angegriffen worden waren.
„Es war furchtbar," berichtet Maria Marshall,
Drittklässlerin aus Hufflepuff und Zeugin des Geschehens,
„Zuerst prügelten sie sich, gingen auf die Jungs los und
dann flogen auf einmal Flüche von hinten auf die Gryffindors.
Ich hab gar nicht mitbekommen was da los war, es ging so plötzlich.
Im ersten Augenblick prügelten sie sich und dann im nächsten
stand der eine Junge da auf dem Tisch und zauberte."
Der benannte Junge, Marcel Romanov, ein Siebtklässler aus
Ravenclaw, erhielt für seine hinterhältige tat eine
gerechte Strafe, so Minerva McGonagall, Hauslehrerin von Gryffindor.
„Wir werden hier an Hogwarts solches Benehmen nicht dulden, erst
recht nicht von den höheren Jahrgängen.", erklärte
die ältere Professorin der Reporterin.
Doch Hogwarts Schüler sind in Sorge. In Gesprächen
erzählten Schüler unserer Reporterin von Angst in der
Schule, Angst vor Gewalttaten und Angst vor ihren eigenen
Mitschülern.
„Bei den Slytherins muss man immer aufpassen.", erklärte
Padma Patil der Reporterin. „Die sind gefährlich! Man
braucht sich nur einmal umzudrehen und schon verhexen sie einen!"
Wie es sich herausstellte, hatte auch Harry Potter schon mehrmals
am Anfang des Schuljahrs gewaltsame Tendenzen gezeigt. So habe er
angeblich einen seiner Mitschüler mit einem Messer bedroht und
später den gleichen Schüler mit einem hochgradigen dunklen
Fluch belegt.
Unserer Reporterin stellt sich nun die Frage, was auf Hogwarts vor
sich geht und ob Dumbledore seine Schüler noch unter Kontrolle
hat. Und, viel wichtiger, was mit Harry Potter passiert ist. Muss man
davon ausgehen, dass der junge Held sich von dunklen Mächten hat
verführen lassen oder ist Harry Potter gar nicht Harry Potter
sondern lediglich ein Doppelgänger? Weitere Forschungen unserer
Reporterin werden folgen.
Harry war an diesem Montagmorgen wieder
mal als erster in seinem Schlafsaal erwacht. Nach den jüngsten
Entwicklungen musste er auch als erster aufwachen um eventuellen
Streiterein oder ‚Scherzen' aus dem Weg zu gehen. Nur
seinem Talent im Kampf verdankte er es, dass die anderen Gryffindors
seine Sachen in Ruhe ließen.
Er hatte wieder einmal schlecht
geschlafen, vage Erinnerungen an zwei Stimmen und ein Gefühl von
Flucht verfolgten ihn, so dass er sich erst mal gründlich
duschen ging und dann, schon sechs Uhr morgens, sich auf nach unten
machte. Als der erste in der großen Halle setzte er sich an
einen Tisch und wartete auf einen Hauself, der ihm schon etwas zu
essen brachte.
Kurz darauf flog dann eine kleine,
braune Eule in die Halle, eine Ausgabe des Tagespropheten tragend.
Harry bezahlte und sah auf die Titelseite.
200 Milliliter Kürbissaft
verteilten sich in kleinen Tröpfchen auf dem Tisch. Mit immer
größer werdenden Augen und einer immer mehr steigenden Wut
im Bauch las er den Artikel.
Beigelegt war ein Foto der im
Krankenflügel liegenden Gryffindors sowie einem Foto der
sichtlich verängstigten Hufflepuff-Drittklässlerin.
„Scheiße.", wisperte
Harry. „Große Scheiße." Mit einem Satz sprang
er auf, seine Tasche und die Zeitung an sich reißend.
Er rannte die Treppen Hogwarts hinunter, tiefer nach unten, in
den Kerker, durch halbdunkle Gänge bis er schließlich vor
dem Eingang des Slytherin-Gemeinschaftsraumes stand.
Die kalte Wand starrte ihm entgegen, es
kam Harry fast vor, als wolle sie ihn verhöhnen. „Ich muss
da rein.", keuchte er. „Das Passwort, das Passwort…"
Draco hatte es ihm nicht gesagt.
Harry hatte immer weghören müssen wen sie in den
Gemeinschaftsraum gegangen waren. Auch Blaise hatte es nicht gesagt.
Man konnte nicht einfach so das Passwort weiter sagen. Harry hatte
das verstanden, aber er musste in den Raum. Jetzt
„Mach auf!", schrie er die
Wand an.
Zu seiner Überraschung gehorchte
sie ihm. Die Steine verschoben sich und gaben den Blick auf den Gang
zum Gemeinschaftsraum frei.
Harry wunderte sich nur kurz über
das was gerade geschehen war, er hatte ein äußerst großes
Problem um das er sich kümmern musste.
Innerhalb weniger Sekunden war er im
Gemeinschaftsraum. Ein paar wenige Slytherins waren schon wach und
sahen ihn entsetzt an.
„Wo ist Draco?" Er brauchte
zwei Sekunden und ihre entsetzen Gesichter um zu bemerken, dass er in
Parsel gesprochen hatte.
Er setzte erneut zur Frage an. „Wo
ist Draco?"
Der Älteste, ein Sechstklässler
sah ihn vorsichtig an. „Worum geht es?"
Harry schnaubte ärgerlich. „Wo
ist er? Im Schlafsaal oder wo sonst?" Als ihm keiner antwortete
fuhr er den Sechstklässler an: „Denkst du ich stehe hier
zum Vergnügen? WO IST DRACO VERDAMMT NOCH MAL?"
„Wohoooho, Harry, beruhig dich!",
ertönte es da auf einmal rechts von ihm. Blaise kam angejagt,
wahrscheinlich von Harrys Geschreie angelockt und griff den
aufgebrachten Schwarzhaarigen am Arm. „Tief durchatmen, bis zehn
zählen und dann erklärst du mir, wie du hier herein
gekommen bist, was du hier machst und wieso du so aufgeregt bist."
Den Teil ‚durchatmen' und ‚zählen' übersprang Harry geflissentlich. „Ich
bin durch die Tür hinein, zur Zeit stehe ich hier dumm herum und
ich suche Draco!"
Blaise hob beschwichtigend die Hand.
„He, immer mit der Ruhe. Was ist passiert, hat Weasley etwas
angestellt? Du benimmst dich ja als wäre ein Basilisk hinter dir
her."
Harry ballte seine Hände zu
Fäusten. „Wenn ich ihn erwische jage ich Weasley einen
Basilisken hinterher! Einen blinden Basilisken, damit er auch schön
am Gift leidet!"
Blaise packte Harry wieder am Arm. Dann
drehte er sich zu dem geschockten Sechstklässler. „Geh hoch
und hol, Draco, schnell."
Der Sechstklässler nickte und
flitzte weg in Richtung Schlafsaal. Blaise brachte den immer noch
wütenden Harry zu einem der grünen Sofas, doch Harry setzte
sich nicht sondern fing an, im Kreis zu laufen.
Die anderen Slytherins verhielten sich
ruhig, beobachteten Harry aber aufmerksam.
„In Ordnung, Harry, jetzt noch
mal. Was ist passiert?"
Harry schleuderte Blaise die Zeitung an
den Kopf. „DAS IST PASSIERT! Verdammt!" Mit einer
Handbewegung fegte er durch zauberstablose Magie alle Bücher,
Pergamentrollen und sonstigen Kleinkram von einem Tisch.
Die Slytherins zuckten zusammen und
Blaise starrte Harry entgeistert an. Dann sah er die Zeitung an.
„WAS?" Mit einem Satz war Blaise aufgesprungen und las im
Stehen den Artikel.
Harry lief immer noch wie ein Tiger im
Käfig eine Runde vor dem Sofa. „Ich sage dir, sollte ich
Weasley jemals alleine irgendwo ohne Zeugen erwischen verarbeite ich
ihn zu HACKFLEISCH!" Das letzte Wort wurde von einem Wurf seines
einen Dolches begleitet, der sich gut zehn Meter von ihm entfernt in
die Wand bohrte.
Inzwischen hatten die anwesenden
Slytherins eine leicht blasse Hautfarbe angenommen.
„Harry? Was ist los?"
So eben erschien Draco Malfoy im Gemeinschaftsraum, dicht gefolgt von
einigen anderen Slytherins.
Harry sah Draco kalt an. Der Malfoy
musste fast schlucken bei dem Blick des Schwarzhaarigen. „Ronald
Weasley ist tot, er weiß es bloß noch nicht, das ist
los!", zischte er dann und holte mit einer Handbewegung wieder
seinen Dolch aus der Wand. Das geschmiedete Stück Metall raste
in seine ausgestreckte Hand und wanderte von da aus wieder in die
neue Innentasche seiner Robe. Besagte Innentasche war extra für
den Dolch angenäht worden.
Blaise übergab wortlos den
Tagespropheten an Draco. Dieser sah Blaise fragend an, las dann
jedoch den Titel der Titelstory. „WAS!?" Zusammen mit
seinem Schrei explodierten die drei ihm am nächsten stehenden
Vasen. Im Gegensatz zu Harry konnte er seine durch Wut frei
geschaltete Magie nicht kontrollieren.
„Alle setzen!", brüllte
Draco die anwesenden Slytherins an und gehorsam setzten sie sich auf
die Sofas. Blaise reparierte die Vasen und lies die Bücher samt
dem Rest wieder auf den Tisch schweben, auf dem sie einst waren. Dann
lies auch er sich auf ein Sofa fallen. Er schloss die Augen und
legte eine Hand auf seine Stirn. „Jetzt sind wir so was von
gearscht."
Draco stellte sich gut in die Mitte des
Raumes und fing an, laut vor zu lesen. Am Ende des Artikels saßen
24 äußerst wütende Slytherins, Blaise, Draco und ein
immer noch im Kreis laufender Harry im Gemeinschaftsraum.
„Frechheit!", rief Millicent
Bulstrode.
„Frechheit? Das ist der Gipfel des
Bodenlosen! Was denkt sich der Weasley eigentlich dabei? Oder die
Reporterin?", zeterte ein Siebtklässler.
„Und was sie dem Marcel
angedichtet hat!" Marcel Romanov war seit der Prügelei sehr
geschätzt bei den Slytherins.
Die Slytherins stießen
Beschimpfungen aus, schworen Ronald den Tod und regten sich im
Allgemeinen fürchterlich auf.
Es war Harry, der dann wieder zur
Besinnung kam. „Also schön, stopp jetzt, das bringt auch
nichts."
Mit diesen Worten blieb er stehen,
schloss die Augen und atmete langsam aus.
„Der Tagesprophet wird von so gut
wie jedem ab der vierten Klasse gelesen und die jüngeren werden
den Artikel wohl auch zu sehen bekommen. Es wird Unruhe entstehen –
eine Menge Unruhe. Weasley muss das geplant haben und muss damit
irgendetwas bezwecken, abgesehen von der Miesmachung der Slytherins.
Wahrscheinlich hofft er darauf, dass die Slytherins jetzt durchdrehen
und eine Dummheit begehen." Harry öffnete wieder die Augen.
„Das darf jetzt erst recht nicht passieren." Er sah die
versammelten Slytherins an. „Es ist wichtig, dass sich keiner
von ihm oder den anderen Gryffindors provozieren lässt. Genau
das will er ja."
Ein Sechstklässler knallte seine
Faust auf den Tisch. „Nicht provozieren lassen? Das war ja eine
offene Kriegserklärung!"
Stille hing nach seinem ärgerlichem
Ausruf im Raum.
Eine offene Kriegserklärung…
Harry nickt. „Genau das ist es.",
wisperte er. Dann fokussierte er seinen Blick auf Draco und grinste.
„Wenn Weasley Krieg spielen will soll er Krieg kriegen."
Draco sah ihn entsetzt an. „Bist
du verrückt? Die Lehrer hauen uns eine rein, sollten wir auch
nur ein Härchen eines Gryffindors anfassen. Abgesehen von
Professor Snape natürlich. Wenn wir jetzt anfangen auf die
Gryffindors los zu gehen, dann-"
Er wurde von Harry unterbrochen. „Wieso
denn auf sie losgehen? Ronald Weasley will Krieg, Ronald Weasley
kriegt Krieg. Habe ich etwas von euch Slytherins gesagt? Das war auch
eine Kriegserklärung gegen mich – und das lasse ich nicht
so einfach auf mir sitzen. Die Hilfe der Slytherins wäre
natürlich äußerst willkommen…" Harrys Mund
verzog sich zu einem sardonischen Grinsen.
Draco sah ihn lächelnd an. „Harry,
das ist das Ich-habe-einen-Plan Grinsen." Der Malfoy setzte sich
auf den Tisch vor Harry. „Was hast du vor?"
Harry verschränkte seine Arme vor
der Brust. „Ronald glaubt er ist im Recht, er glaubt er sei eh
schon der Gewinner und vor allem glaubt er, seine Gegner sein
schwach. Er weiß nichts über seinen ‚Feind',
weder über Taktik, Vorgehensweise oder sonst etwas. Außerdem
ist er dumm wie Stroh. Er glaubt, mit Prügeleien und offenem
Mobbing etwas erreichen zu können. Es gibt Geheimgänge in
ganz Hogwarts. Einige führen auch hoch in den Turm. Man bräuchte
nur eine ruhige Nacht, eine handvoll Leute und schon könnte man
da oben mehr Unheil anrichten als Ronald Weasley in einem Jahr."
Draco lachte. „Harry, du gefällst
mir, aber das weißt du ja schon. Wie bei allen guten Geistern
bist du nach Gryffindor gekommen?"
„Frag nicht Draco, frag nicht.",
war Harrys kryptische Antwort.
Draco drehte sich um und sah die
anwesenden Slytherins an. Sie waren nur 24, doch sie waren stur,
clever und wussten, worum es ging.
Und sie sahen Draco als ihren Anführer
an – denn er war der Malfoy. Harry sprachen sie automatisch die
zweite Machtposition zu. Der zweite Anführer, der beste Freund
Dracos und anscheinend ein verdammt guter Kämpfer.
Der Großteil der Slytherins würde
sich wohl Dracos Wort beugen und somit – mehr oder weniger
indirekt – auch Harrys Wort.
„Also gut. Das Wiesel ist
gefährlich, allein schon aufgrund seiner Dummheit. Ab sofort
geht kein Slytherin mehr alleine aus dem Gemeinschaftsraum. Alle
Erst- bis Drittklässler sollen nur noch in großen Gruppen
oder mit Älteren hoch gehen. Der Kerker wird ab sofort
überwacht. Welche Slytherins wann an welchen Kerkereingängen
stehen wird heute ausgearbeitet. Slytherin wird gemeinsam zum
Frühstück, Mittagessen und Abendessen erscheinen. Daher
sollten alle Slytherins sich beeilen möglichst pünktlich zu
den Essenszeiten zu kommen." Draco gab Befehle wie ein
Kriegsherr vor der Schlacht. Er sicherte die Slytherins ab und die
Anwesenden nickten. Einzelne Slytheirns kamen in den
Gemeinschaftsraum und stießen zu den Versammelten, die meisten
von ihnen starrten ungläubig auf das ihnen gezeigte Bild.
„Ich wiederhole," setzte
Draco erneut an, „ ab heute geht kein Slytherin mehr allein aus
dem Gemeinschaftsraum. Aus dem Kerker wird nur noch in großen
Gruppen gegangen. Alle sind dazu aufgerufen, besonders die Älteren,
immer und überall aufzupassen. Auf gar keinen Fall," Dracos
Stimme hob sich, „wird ein Slytherin von anderen allein
gelassen, egal ob es der Ex-Freund, der Rivale oder sonst wer ist.
Verstanden?"
Die meisten nickten, nur die
Neuankömmlinge guckten dumm. „Draci, was wird das?",
winselte jetzt Pansy Parkinson, die wohl gerade eben dazu gekommen
war.
„Gleich, gleich. Ich will das alle
Slytherins zuhören… oder zumindest ein großer Teil.
Los, wer noch nicht wach ist soll geweckt werden!"
Und wieder flitzten sie, Dracos Befehl
gehorchend.
Harry stand neben Draco, die Arme
verschränkt in stiller Wut und einen abwesenden Blick in den
Augen.
Was sollte er nur mit Ronald tun? Er
musste logisch und bedacht vorgehen, seine Wut nützte ihm
nichts. Severus würde bald eingeweiht werden müssen,
zumindest in den ‚Krieg', aber am besten auch gleich mit in
die Angelegenheiten des ‚Stillen Fürsten'.
Der Raum füllte sich langsam aber
sicher mit Schülern. Harry sah auf seine Uhr. Sieben Uhr schon?
Wie lange hatten sie denn hier geredet? Um halb acht fing das
Frühstück an…
In fünfzehn weiteren Minuten waren
alle Slytherins wach. Das Haus Slytherin drängte sich in den
zugegebenermaßen schon großen Gemeinschaftsraum, aber
dennoch standen fiele in den Gängen links oder rechts neben dem
Raum.
Draco stieg auf einen Tisch, lies sich
einen Stuhl anreichen und stellte sich dann auf diesen. Er brauchte
seine Stimme nicht magisch verstärken, da sowieso absolute Ruhe
herrschte.
„Hört mir alle zu."
Draco stand selbstbewusst auf dem Stuhl und blickte seine
Hauskameraden an.
„Im heutigen Tagespropheten steht
ein mehr als widerwärtiger Artikel. Ein Artikel über
Hogwarts, über Probleme hier an der Schule und über uns.
Ich habe den Artikel erst vor wenigen Minuten gelesen. Slytherin wird
darin mal wieder zum Sündenbock erklärt." Es herrschte
kurze Aufruhr, bevor alles wieder ruhig wurde damit Draco fortfahren
konnte. „Der Artikel wurde durch Ronald Weasley erst möglich
gemacht. Das Wiesel hat in den letzten Monaten schon gegen uns
Slytherins und viele Ravenclaws gehetzt, aber mit diesem Artikel ist
er eindeutig zu weit gegangen. Jeder, der den Tagespropheten kriegt
wird selber nachlesen können, was dieses Wiesel getan hat und
was in der Zeitung über uns berichtete wird."
Draco legte eine kurze Pause ein bevor
er weiter machte.
„In dem Artikel werden die sechs
Gryffindors von der Prügelei letzten Dienstag für
‚unschuldig' erklärt." Verärgerte Ausrufe,
Unruhe und wütende Gesichter war die Antwort auf diesen Satz
Draocs. Doch der Blonde hob die Hand und der Raum wurde schnell wider
ruhig.
„Wir Slytherins werden in dem
Artikel angegriffen, sowie Marcel Romanov, der glücklicherweise
in den Kampf eingriff. Dieser Artikel ist eine deutliche Nachricht
von Ronald Weasley. Das Wiesel will einen ‚Krieg',"
Draco spie das Wort verächtlich aus, „mit uns anfangen.
Jeder Slytherin muss ab sofort aufpassen. Keiner verlässt den
Gemeinschaftsraum oder Slytherin Territorium ohne Begleitung. Vor
allen Dingen verlässt keiner der jüngeren Jahrgänge,
also die Erst- bis Drittklässler den Gemeinschaftsraum alleine,
sondern nur noch in größeren Gruppen. Die Kerkereingänge
werden tagsüber bewacht von abwechselnden Schülern.
Jeder nimmt sich in Acht vor den Gryffindors und Weasleys Freunden.
Weasley selbst wird erst einmal aus dem Weg gegangen. Jeder
Slytherin, der jetzt etwas gegen ihn unternimmt wird sicherlich als
der ‚Böse' abgestempelt werden. Daher wird nichts ohne
Plan unternommen."
Viele der Slytherins nickten
zustimmend, die meisten waren gemischter Gefühle. Wut, Angst und
Trotz waren dabei.
Draco hob noch einmal seine Hände
und bat um Ruhe. Dann deutete er Harry an, auf den Tisch zu steigen.
„Harry Potter ist ab sofort ein
adoptierter Slytherin."
Dieser Satz Dracos brachte
weniger Wiederstand mit als der Blondschopf erwartete hatte. Doch
viele der Slytherins kannten schon einige der neuen Seiten an ihm und
wenn er schon Ronald mit diesem
Fluch verhexte konnte er gar nicht so schlimm sein.
Derjenige, der wohl am meisten über
seine ‚Adoption' überrascht war, war Harry selbst.
Draco fügte noch einige Sätze
hinzu. „Harry ist, genau wie wir, in der Nähe von
Gryffindors nicht mehr sicher. Deswegen darf er jederzeit in den
Kerker oder in den Gemeinschaftsraum. Außerdem isst er ab
sofort bei uns." Draco überraschte Harry heute immer
wieder.
„Und was das Essen angeht:
Slytherin isst gemeinsam. Alle kommen zusammen zum Frühstück
und zum Abendessen. Beim Mittagessen sollte sich jeder beeilen,
pünktlich zu sein. Verstanden?"
Ein Chor aus ‚Ja, Draco!'s
schwebte dem Tisch entgegen. Draco nickte zufrieden. „Gut. Wir
gehen jetzt alle gemeinsam nach oben. Die Siebtklässler hinten
als Schlusslicht, vorne die Sechstklässler. Die jüngeren in
die Mitte der Kette und die Fünft- und Viertklässler an die
Seiten."
Es gab ein Raunen als die Slytherins
sich ungefähr anordneten und sich so aufstellten, dass sie
geordnet oben erscheinen würden.
Draco stieg vom Stuhl und sah Harry an.
„Du gehst mit mir und Blaise vorne an der Spitze. Links und
rechts von uns Crabbe und Goyle, der Rest dahinter. Wir werden dem
Wiesel eine gute Show geben."
Draco ist ein unheimlich guter
Stratege. Er zaubert solche Pläne innerhalb von Minuten aus
seiner Jackentasche. Harry war fasziniert von dem Blondschopf.
„Blaise, Crabbe, Goyle, kommt
mit."
Die Slytherins machten einen Gang für
Draco samt Gefolge frei. Draco stellte sich schließlich an die
Spitze des ‚Zuges' und gab den ‚Marschbefehl'.
Gemeinsam marschierten sie der großen
Halle entgegen, den breitesten Tunnel nehmend, den es nach oben gab.
An vorderster Spitze Draco, dann fast gleich auf mit ihm Blaise und
Harry und neben den beiden Crabbe und Goyle.
In der großen Halle wartete
Ron inzwischen auf das erscheinen eines Slytherins oder Harrys. Er
hatte es alles schon im geistigen Auge gesehen: Harry würde den
Artikel lesen und sich aufregen, sowie Malfoy und seine Slytherins.
Es würde hämische Gesichter der anderen geben und Ron hätte
den Slytherins endlich mal gezeigt, was passiert wenn man sich so
benimmt.
Er hatte jedoch nicht damit gerechnet,
dass keiner da war. Oder kam. Selbst die Professoren fingen an,
miteinander zu tuscheln als der Slytherintisch einfach leer
blieb. Sonst waren doch immer einige Frühaufsteher dabei.
Ron fing schon an etwas nervös
über das Fehlen der Slytherins zu werden, als plötzlich die
Tür der großen Halle aufging. Hinein marschiert kamen
Draco, Harry und Blaise, flankiert von Crabbe und Goyle. Dahinter
kamen die Slytherins.
Harrys Blick hätte einen
Basilisken in den Schatten gestellt. Sein gesamtes Antlitz versprühte
nur so die Worte gefährlich, wütend und unberechenbar.
Draco hingegen wirkte betont lässig und ungerührt, als wenn
er Ron praktisch ins Gesicht lachen würde. Blaise hatte eine
Aura der Indifferenz um sich, als wenn ihn nichts etwas anging.
Ron musste bei dem Anblick der drei
zittern. Etwas stimmte da nicht, an diesem Bild. Und überhaupt,
wieso kamen die Slytherins als geschlossene Gruppe zum Frühstück?
Die große Halle war ruhig
geworden als die Tür aufgegangen war und wie erstarrt sahen die
anderen Schüler zu wie die Slytherins sich an den Tisch
verteilten. Draco nahm den Kopfplatz am Ende des Tisches ein, links
und rechts von ihm Harry und Blaise. Unter den fassungslosen Augen
der anderen Schüler und Lehrer setzten die Slytherins sich in
hineinkommender Reihenfolge an den Tisch. Erst als alle saßen
fingen sie an zu essen.
Getuschel brach aus in der Halle. Harry
wartete auf den Augenblick, der jetzt bald kommen würde. Die
Eule, die ihm die Post brachte war Harrys frühe Zeiten des
Aufstehens schon gewohnt, aber normalerweise kamen die Zeitungen erst
mit der regulären Post…
Nach wenigen Minuten ruhigem Essens
schwebten die ersten Eulen in die Halle. Viele Zeitungen waren dabei
und eine nach der anderen wurden sie abgeliefert. Die Slytherins
nahmen sich hastig ihre jeweiligen Exemplare und lasen die
Titelseite.
Wut. Wut war das einzige, womit man
ihre Reaktion beschreiben konnte. Aber sie hielten sich an Dracos
Worte. Wenn einer jetzt auf die Gryffindor losgehen würde, würde
er der Dumme sein. Mit stoischer Ruhe und knirschenden Zähnen
beachteten sie die Kommentare, Lacher oder das Getuschel der anderen
Schüler einfach nicht.
Harry sah, wie Severus eine Zeitung
bekam und die Titelseite las. Die wütenden Augen des Slytherin
Hauslehrers richteten sich zuerst zu seinen Schülern. Draco und
Harry nickte er zu, sowie einigen anderen, dann fixierte er zuerst
McGonagall, dann Ron mit einem Mörderblick.
Die Reaktionen der anderen Lehrer waren
unterschiedlich, aber Harry beachtete sie weniger. Er hatte einfach
ein ungutes Gefühl im Bauch. Heute würde er sich auf nichts
konzentrieren können.
Der Tag erwies sich als verdammt lang.
Die Slytherins erzeugten eine angespannte Atmosphäre wo auch
immer sie waren und Harrys Anwesenheit war auch nicht sehr viel
besser. Wo auch immer er war, er erzeugte eine Anspannung im Raum.
Man hätte die Spannung praktisch mit einem Messer in Scheiben
schneiden können.
Der Montagabend brachte ein weiteres
Treffen von Harrys kleiner Gruppe mit sich. Ginny erschien etwas
später und gehetzt, denn jetzt musste sie nicht nur aus dem Turm
hinaus kommen sondern auch noch in den Kerker hinein – keine
einfache Aufgabe, aber die junge Gryffindor schien wendiger als
wendig zu sein und ebenso clever.
Etwas, das Harry misstrauisch
machte. Außerdem roch
sie falsch als sie diesen Abend in den Raum kam… Harry konnte es
nicht beschreiben, sie roch… nach Familie.
Das war das Wort, das ihm bei diesem Geruch einfiel. Selbst als er seinen Geruchssinn bis aufs größte verbesserte, das Wort ‚Familie' blieb sein Eindruck. Aber wieso nur…?
„In Ordnung, jetzt sind alle da…"
Harry holte tief Luft. „Ronald hat heute den ersten Schritt
gemacht und ich nehme an, jetzt glaubt Hogwarts an die allgemeinen
Gerüchte?"
Blaise Draco und Ginny nickten. Einen
Augenblick lang, nur eine kurze Sekunde lang, bekam Harry ein
gespenstisches Gefühl. Alle wussten sie über die
Gerüchteküche in Hogwarts bescheid, nur er nicht. Wieso?
Wenn er mit jemandem zusammen war, dann mit Draco und Blaise…
aber sie redeten dann nicht über so etwas.
Blaise seufzte schwer. „Viele
Schüler wären jetzt schon bereit dem Stillen Fürsten
zu folgen, aber man bräuchte etwas, um sie zu überzeugen
und aufzunehmen… Wir können nichts öffentliches machen
oder Harrys Identität bekannt geben, aber trotzdem muss Harry da
sein… niemand anders kann die Formel sprechen."
Draco nickte zustimmend. „Ja, das
ist ein großes Problem. Aber wie solle wir das lösen?
Zauber wären mir persönlich zu riskant, falls jemand auf
die Idee kommt einen Aufhebungszauber zu sprechen…" Ginny
und Blaise nickten, das klang in der Tat logisch. Außerdem
waren Illusionen schwer, sehr schwer.
Carmen meldete sich zu Wort.
„Verkleidet er sich eben als Frau."
Die anderen Anwesenden, Harry mit
eingenommen, sahen die Slytherin dumm an. „Äh, wie bitte?",
fragte Harry.
Carmen legte ihren Kopf schief. „Ganz
einfach. Zaubern gehen nicht, aber so wie er ist kann er nicht
bleiben. Die Verkleidung muss so gut sein, dass man niemals Harry
Potter dahinter vermuten würde. Also, verkleiden wir ihn ohne
Magie als Frau und stellen ihn als die rechte Hand des Stillen
Fürsten vor… oder als die ‚First Lady', dann
hätte Ginny schon Geschichte wenn sie irgendwo einmal vor
Publikum auftaucht."
Ginny nickte eifrig. „Ja.
Haarfarbe und so können wir mit Muggelprodukten ausgleichen und
mit den richtigen Accessoires, einem Kleid, rasierten Beinen und etwas
Nachhilfe geht Harry als Frau durch. Er ist eh recht klein und hat
feminine Züge." Ein Runzeln legte sich auf ihre Stirn. „Nur
die Tätowierungen müssen wir übertünchen,
vielleicht mit Schminke für die kurze Zeit…?"
Draco und Blaise sahen so aus, als wenn
sie jeden Augenblick den beiden jungen Damen an den Hals springen
würden. Doch Harry gefiel die Idee. Das war eine gute Idee, eine
ausgefallenen Idee… und die Zauberer und Hexen waren naiv was
ihre Zauberkraft anging. Die meisten verließen sich zu sehr auf
diese Kraft… wenn ein Aufhebungszauber nichts finden würde,
würden sie fast alles glauben, was sie sahen…
„Die Idee ist gut. Sehr gut
sogar." Carmen und Ginny lächelten. „Aber woher nehmen
wir die nötigen Sachen? Kleidung, Accessoires, Schminke und so
weiter. Na schön, Schminke habe ich selbst aber wohl nicht die,
die du meinst, Ginny."
Ginny grinste. „Wozu sind die
Mädchenschlafräume denn gut? Einfach ein paar Sachen
einstecken, das geht schon… Dank meinem wahnsinnigen Bruder
geben sie sowieso alle den Slytherins die Schuld. Da sollte kein
Ärger entstehen."
Harry nickte.
„Harriette Potter." Draco
schmunzelte. Harry grinste. „Wie praktisch das Draco kein
eigentliches Geschlecht. Hat einer von euch schon mal nachgesehen, ob
er überhaupt ein Junge ist?"
Draco lief erst rot an, wurde dann
jedoch aschfahl als Blaise tatsächlich Anstalten machte in seine
Hose zu gucken.
„Finger weg Zabini!"
„Schon gut, das war ja nur
ein Scherz Draco!"
Und so wurde der Plan gemacht: Bis
Donnerstag sollten alle nötigen Sachen für die
Verkleidungsaktion beisammen sein. Es wurde beschlossen, dass Draco
und Ginny ebenfalls anwesend sein würden in einer schwarzen
Kutte samt Plateauschuhen, sofern man welche auftreiben konnte, damit
sie größer wirkten. Am Freitag Abend sollte dann der
Stille Fürst das erste mal für sich rekrutieren.
Als Harry sich am Donnerstagabend den
eingerichteten ‚Kleiderraum' in der heulenden Hütte
ansah, staute er nicht schlecht. Ginny musste alle Schränke leer
geräumt haben, die die Mädchen im Gryfindorturm besaßen.
Einfache Roben, von blau bis schwarz, Röcke, Blusen, BHs,
Kleider – einfach alles. Und alles war in dunklen Tönen
gehalten, wie Harry es hatte haben wollen.
Draco lief schon seit zehn Minuten
grinsend durchs Zimmer, wahrscheinlich voller Vorfreude sich über
einen in Frauenkleidern befindenden Harry lustig machen zu können.
Aber daraus wurde leider nichts, denn Ginny und Carmen scheuchten ihn
aus dem Zimmer.
„Okay, Harry? Such dir was aus und
zieh dich da hinten um, Carmen und ich suchen in der Zwischenzeit
Schminke und den Rasiertrank… den musst du noch auf deine Beine
streichen."
Harry nickte und stellte sich vor die
Ansammlung von Frauenkleidern.
Letzen Endes nahm er einen kurzen,
schwarzen Rock und eine dunkelgrüne Bluse. Dazu kam ein
schwarzer, schlichter BH, die passende Schlüpfer und schwarze
Nylonstrümpfe. Den krönenden Abschluss machte ein paar
schwarze Lackschuhe mit leichten Absätzen.
Mit einem gemischten Gefühl aus
Vorfreude und Mulmigkeit ging Harry in den abgetrennten Teil des
Zimmers, den Rasiertrank noch in die Hand nehmend. Er hatte sich
mehrmals erklären lassen, wie das Anziehen funktionieren sollte,
aber jetzt wo er die Sachen so richtig sah und fühlte… Der
Gedanke, in diesen Sachen durch die Gegend zu laufen machte ihm…
Spaß?
Erst Professoren küssen und jetzt
Röcke anziehen. Harry, Psycho-Probleme kannst du dir für
nach den Krieg aufheben! rügte er sich selbst in Gedanken.
Dann fing er an, sich auszuziehen. Der
Rasiertrank wanderte zuerst auf seine Beine und Arme, sowie auf seine
Brust. Innerhalb von Sekunden war er so haar-frei.
Dann schlüpfte er in die schwarze
Schlüpfer. Fühlte sich schon etwas komisch an, enger
irgendwie. Gott sei Dank hatte er keinen Tanga ausgewählt…
Bäh! Nie im Leben wird ich so einen Unterleibskäfig
anziehen, igitt!
Sehr vorsichtig versuchte er
dann, die Strümpfe anzuziehen ohne
Laufmaschen zu verursachen. Er schaffte es sogar. Als nächstes
kam der Rock, dann der BH und daraufhin die Bluse. Mit dem BH
dazustehen war mehr als komisch, vor allem weil er keinen Busen hatte
um die beiden Körbchen zu füllen.
Seufzend stieg er dann noch in die
Lackstiefel und bewegte sich vorsichtig zu den Mädchen am
anderen Ende des Raumes.
„Verdammt, das ist ja mehr als
schwer! Wie kann auf den Dingern denn laufen?"
Ginny kicherte. „Ehrlich gesagt
weiß ich das auch nicht, ich trag Turnschuhe. Aber weist du,
Harry, du siehst gar nicht mal so übel aus. Nur ein paar
Feinheiten fehlen noch."
Harry grummelte etwas, setzte sich dann
aber auf den Stuhl zwischen Ginny und Carmen. Vor ihm war ein Spiegel
aufgebaut. Harry hatte alles schon einmal durchgehen wollen, was sein
Aussehen betraf und so fingen Ginny und Carmen jetzt an, ihn zu
schminken und sein Haar zu frisieren.
Dafür zauberten sie zuerst die
Farbe hinaus und fönten dann, mit Hilfe eines besonderen
Haarwaschmittels einer Zaubermarke, Locken in sein schwarzes Haar.
Seine Augenbrauen wurden ‚voluminiert', er bekam Puder ins
Gesicht getupft. Eine spezielle Zauberereinlage für Frauen die
ihren Busen gerne etwas vergrößern wollten und ihn echt
aussehen lassen wollten wanderte in seinen BH. Die wabbelnden
Massen passten sich seiner Hautfarbe an und expandierten innerhalb
weniger Sekunden zu zwei stattlichen Brüsten.
Ginny kicherte abermals. „Harry,
das war ja eins in extragroß, schuldigung… obwohl du jetzt
richtig stark aussiehst…"
Richtig stark war eine Untertreibung.
Harry stand auf und drehte sich einmal, vorsichtig, damit er nicht
wegen den blöden Schuhen umkippte.
Er sah aus wie eine hübsche junge
Frau. Puder auf seinen Arm vertuschte die Tätowierungen und der
Rest der Schminke ließ ihn tatsächlich etwas älter
wirken.
Stirnrunzelnd knöpfte Harry den
ersten Knopf der Bluse auf und erweiterte so etwas seinen Ausschnitt.
„So," verkündete er
dann, „jetzt werden wir ja sehen was die ‚Männer'
dazu sagen."
Harry gab sich redliche Mühe ohne
Sturz oder langes Stocken in den benachbarten Raum zu kommen. Dort
angekommen lief er einmal auf und ab und drehte sich.
Draco pfiff. „Harriette, ich
wüsste ja gar nicht, dass du im Minirock gut aussiehst."
Wären da nicht die Schuhe gewesen
hätte Harry Draco gezeigt wer hier wann gut aussah und wann
nicht – und blaue Augen zierten auch Malfoys nicht besonders
gut.
A/N: So, der Teil kommt spät aber dafür ist er extra lang. Nun zu den Review-Antworten…
LionSnape: Hehe. Ron wird immer schlimmer und Harry immer wütender. eg Bald schon gibt's Zoff in Hogwartshausen.... Und ich hoffe immer noch, dass meine Kampfszenen gut werden. Es gibt zwei schwierige Szenenarten: Kampf- und Sexszenen. seufz
YanisTamiem: So etwas hört man bzw. frau gerne!
Matjes: Carmen wird es im nächsten Kap so richtig erklärt... aber sie ist auch ziemlich ruhig. Im nächsten Kap kommt auch mehr mit Ginny vor.... sowie einigen anderen Weasleys. (Ich verrate schon mal im Voraus: Besuch aus Ägypten) Aber das Pairing ist SeverusxHarry
Ralna Malfoy: Tut mir Leid, Ron braucht seine stimme noch um Harry zur Weißglut zu bringen.... aber Harry wird noch viele Möglichkeiten finden, Ron eins auszuwischen. Dumbledore wird jetzt natürlich auch aktiver.... nur ob seine Handlungen so ‚gut' werden... na ja....
Tinkita: Nun, die freizügige Kleidung wäre mit diesem Kap wohl beantwortet... Also, nach L'autre papa kommt La famille, jawohl. Heaven and Hell hat in Teil 1 geht zählen 114 Seiten in Schriftgröße 12. Teil 2.... uh... sorry, das zähl ich jetzt nicht, ich geb's zu, ich bin zu faul... das Kap hier hat 41 Seiten. (reiner text) Verwirrung ist weg vom fenster, aufgegeben, eingestellt, futsch. Vielleischt starte ich noch mal ein Projekt mit genau der gleichen Idee, aber nicht solange ich noch so viele WIPs habe.
Zwerg: Wenn ich dir den tag gerettet hab, freu ich mich! J
Koryu: g Ich bin durchschaut, mein Bannzauber wurde erkannt! Freut mich, dass meine Geschichte so spannend ist! gg Und Sevvie hat noch ein großes Geheimnis, hehe...
Queran: Ja, Harry küsst Snape.... nächstes Kap noch mal.... g
Erien: Der Humor bleibt wohl mein Begleiter seufzt Na ja, ich hoffe ja noch, genügend schwarzen und sarkastischen Humor hinzukriegen. Die Zwillinge tauchen im nächsten Kap wieder auf... teuflisches Lachen Blaise wird noch zu Harrys ‚Diplomaten' mit der Außenwelt... da muss er gut reden können g.
P-Amidala: Da haben wir durchsichtiger und undurchsichtiger... beides auf einmal hehe
Chibi-Kyoko: Jawohl, SS/HP ist mit das einzig wahre...gleich nach Voldemort/HP und Tom Riddle/HP. g Ich weiß, ich habe komische Neigungen.... Dumbledore heckt jetzt erst so richtig los.... und Fudge kommt auch demnächst dazu, obowhl das noch etwas weiter weg ist....
Arinja: Danke danke! Ich hoffe doch, meine Geschichte wird nicht schlechter mit der Zeit... ach so, auf meiner Homepage kann man die Kaps übrigens immer etwas eher lesen.
LadyRowena: Draco bemerkt seine Gefühle jetzt so langsam, weil Ron Ginny ‚bedroht' in seinen Augen.... L'autre papa hat nur noch ein weiteres Kap. Ich schreibe das gesamte Ende (was ziemlich lang wird) und daher dauert es länger....
TheSnitch: Nee, Ginny ist keine Priesterin.... es gab schon einige richtige Vermutungen zu ihrer Besonderheit. Aber das kommt jetzt in der Gescihchte auch langsam aber sicher mehr durch.... Sie ist aber weder Vampir noch Werwolf (auch wenn sie an Lestat vom Interview erinnert. g Ja, ich hab den Film gesehen. Kennst du Hellsing, Manga/Anime?)
Little One ist Harry, richtig. Old one ist Voldie, richitg. Aber Sev ist nicht der Beschützer. g Ein Tipp: Der Name der gesuchten Person hat etwas mit dem Namen L'ange en baisse (Gefallener Engel) zu tun....
Ginny und Dray ist einfach nicht ein Pairing, das ich oft lese oder so... Was die Tipps mit den Darkfics angeht, gib mir einfach mal deine E-Mail Adresse.
Und meine Sprachkenntnisse... g
1. Ich kann Russisch (gebrochen), aber kein Polnisch. Hab nie in Polen gelebt
2. Kann Deutsch und Englisch sehr gut (behaupte ich unsicher)
3. Französisch geht so.... und LP ist voller Fehler... das unbedingt korrigieren muss
4. Latein mach ich seit zwei Jahren extra am Gymmie.... Aber wir sind ein 8 Frau Kurs, deshalb sind wir im Buch schon weit voraus. g
Silverwolfe: g Du brauchst weder knien noch küssen, ich schreibe auch so.
JE: Fred und George sind noch zu retten, keine Sorge. Pairings? Hm, HP/SS ( man beachte das vorangestellte HP was da heißt Harry ist dominant). Dann GW/DM. RL/SB steht auch schon fest. Na ja, da meine Story sich nicht nur um die Pairings dreht, ist der Rest ziemlich offen…
Eeus: Aragog ist ja nur ein Nebenchar… Deswegen kommt er nicht so oft aktiv vor.
Pöff: Die Geschichte ist etwas umfangreich geworden...
Anettemargarete: Mir muss keiner zu Füßen liegen g Freue mich, dass es dir so gut gefällt. So ein paar Musen könnte ich doch schon gebrauchen…
Nikoma: Ui, so oft neu geladen? Hm, geh lieber zu meiner Homepage, da update ich eher.
Boba: g Ich hab so viele Stories mit einem absolut bösen Harry gelesen, da dachte ich mir ein eigennütziger fehlt noch…
MalinBlack: Voldie ist kein Priester. Seine Anhänger haben keine extra Fähigkeiten. Aber Ginny hat schon was mit ‚Voldie' zu tun. fg
Mellin: g Mit Salut! Ui… geschmeichelt ist Jepp, das wird HP/SS
AliaAurea: Zu lange Reviews gibt es nicht! g Also, von vorne:
Draco und Blaise waren wirklich etwas schnell auf Harrys Seite, aber ich wollte die Geschichte etwas vorantreiben. Das Gespräch Harry - Sirius wird noch hitzig hehe Ich kenn die Gesinnung von PnP, ich spiel selbst Das Schwarze Auge (oder Dungeons & Dragons, je nachdem) Aber ich wollte die Gesinnungen nicht hier nehmen, sondern hab extra die von den PC Spielen (á la NWN oder Baldurs Gate) genommen. Blaise erkläre ich in dem Sinne als rechtschaffen, dass er allen von Harry aufgestellten Regeln folgt. Im weiteren Verlauf wird Harry mehr und mehr zu Blaises Bezugspunkt, Blaise befolgt alles was Harry sagt und versucht, sich innerhalb der von Harry aufgestellten Grenzen zu bewegen. Daher das rechtschaffen. Die Zwillinge will ich übrigens im Bereich Chaotisch neutral ansiedeln....
Lucy Fair: Your German is fine… I thought I would answer in English so that it would be more comfortable for you. It's nice to hear that you like my story! I know it's quite long, but it's fun to write. The sentence you last wrote in your comment is very nice. Where's that quote from? And can I use it in the story? And as for Neville, this chapter explains a bit about him
cylerip7: Die Story wird nicht abgebrochen, auf keinen Fall! Keine Sorge!
Henriette00: g Ich mag Ron überhaupt nicht, deswegen wird er hier zum ‚Bösen' Nummero eins! NWN ist ein Rollenspiel, basierend auf den D&D Regeln. Also, man erstellt einen Charakter, sucht sich einen Beruf, löst Rätsel und Aufträge, erschlägt Orks, etc. Sehr zu empfehlen J
Jay: Natürlich kommen Sev und Harry zusammen…
Nachtfrost: Na nu? Wo stand denn das mit dem Lich? Ich kann das gerade nicht finden. Aber bei dem vielen text kein Wunder.... Na ja, was ein Lich ist. (Ich geh mal nach der bei mir geläufigen Erklärung, es gibt garantiert verschiedene Erklärungen für einen Lich)
Grundsätzlich ist ein Lich ein Untoter. Ein sehr mächtiger Untoter. Ihre Seele haust in einem Stein, der meistens eine bestimmte Farbe hat und leuchtet. Solange der Stein nicht zerstört ist und die seele dadurch frei gesetzt, kann man einen Lich nicht zerstören. Daher lässt ein Lich den Seelenstein eigentlich immer bewachen. Lichs können nämlich Untote erwecken (Skelette, Zombies, einfachere Untote). Zauberer, die ihr Leben magisch verlängern wollten oder durch große magische Kräfte gestorben sind, werden zu Lichs (sehr oft Nekromanten)
Hm… was ich mit der Kleidung von dem Lich meinte weiß ich jetzt gar nicht mehr… Hab ich da ein Blackout?
Loki: Es gibt ein SS/HP Pairing, ja.
Darkbelle: Man braucht weder knien noch zu Boden fallen… ich schreibe weiter, versprochen!
Pluesch86: Keine Sorge, ich schreibe ja weiter!
