A/N:
Ihr habt sicherlich gedacht, es kommt nichts mehr, eh? Tja, es kommt doch noch was. Nach laaanger Zeit endlich ein neues Kapitel. Ich hoffe, jetzt fallt ihr nicht gleich über michher und erschlagt mich, weil so lange nichts kam. Viel Spaß beim Lesen!
Heaven & Hell, Teil 2 Kapitel 13: Treffen verschiedener Art
A discovery is said to be an accident meeting a prepared mind.
[Von einer Entdeckung wird gesagt, sie sei ein Unfall, der einen vorbereiteten Geist trifft.
- Albert Szent-Gyorgyi, US Bio-Chemiker (1893 - 1986)
Harry saß im Astronomieturm an einem der großen Fenster und starrte hinaus in die Nacht. Im Turm und draußen war es ruhig, fast schon zu ruhig und das sanfte Licht des Mondes ließ die Landschaft wie ein Teil eines Gemäldes daliegen.
Seit der mehr als komischen Begegnung mit Lucard war eine Woche vergangen.
Eine Woche, in der Harry Draco, Blaise und Ginny von Percy und seinen beiden Patenonkeln erzählt hatte.
Eine Woche, in der Harry immer noch nicht den Mut aufgebracht hatte, Sirius und Remus von seinem Alter Ego als Stiller Fürst zu erzählen.
Eine Woche, in der Severus erstaunlich… aufmerksam ihm gegenüber gewesen war. Genau wie Lucard. Das ‚Spielchen', wenn man es denn so nennen konnte, zwischen den beiden Professoren war so offensichtlich geworden, dass Blaise schon darüber scherzte, welcher Schwarzmagier ihn mehr als Lehrling wollte.
Harry fühlte sich nicht wohl, wenn Lucard ihn so konzentriert anstarrte. Bei Severus war das… anders. Angenehm. Sein innerer Slytherin begann schon, sich Wege auszudenken, den Kampf zwischen den beiden Professoren auszunutzen, um noch mehr Aufmerksamkeit von Severus zu kriegen.
Deswegen war er eigentlich hoch in den Turm gekommen. Um nachzudenken und zu grübeln. Über Sirius und Remus und wie er ihnen die Nachricht am besten geben könnte. Über Severus und die… Zuneigung, die er zu dem älteren Mann fühlte.
Da, inzwischen konnte er es zugeben und sogar drüber nachdenken. Seine Psychiaterin wäre so stolz auf ihn, wenn sie es wüsste.
Jetzt wo er drüber nachdachte, wenn sie es wüsste, würde sie wahrscheinlich auch aufhören, ihn deswegen zu nerven. Therese konnte sehr ausdauernd sein. Musste etwas damit zu tun haben, dass sie eine Ravenclaw gewesen war, wie sie ihm erzählt hatte.
Eine Sternenschnuppe flog glitzernd über den Horizont und Harry runzelte seine Stirn. Eine Sternschnuppe, und es war kein Astronomiekurs hier oben? Wie konnte denn das passieren?
„Star light, star bright,
First star I see tonight,
Wish I may, wish I might,
Have this wish I wish tonight." (1)
Die Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und erschrocken drehte er sich um.
Hinter ihm stand ein Mädchen. Ihr blondes Haar war zu einem Pferdeschwanz zusammen gezogen und ihre Augen sahen hinaus aufs Firmament. Ihre Kleidung war eigentlich normal, wenn man davon absah, dass ihre blaue Robe kürzer geschnitten war und mehr wie ein Muggel Trenchcoat aussah.
Außerdem trug sie eine Halskette aus Nussschalen und zwei Ohrringe, an denen jeweils etwas befestigt war, dass wie ein Kirschkern aussah.
Zu sagen, dass Harry etwas perplex war, wäre eine Untertreibung gewesen.
„Wer bist du?!"
Sie schaute ihn an und lächelte. „Hi Harry. Ich bin Luna Lovegood." Dann setzte sie sich neben ihn ans Fenster. „Bist du auch zum Sternegucken hochgekommen? Ich bin so froh, dass ich die Sternenschnuppe noch erwischt habe!"
Blinzelnd sah Harry das Mädchen neben sich an. „Sollte ich dich von irgendwoher kennen?"
Luna lächelte. „Nein, nicht unbedingt. Ich bin ein Jahr unter dir, in Ravenclaw. Marcel kennt mich." Sie legte ihre Stirn in Falten. „Ich glaube, jeder Ravenclaw kennt mich, aber kaum jemand aus den anderen Häusern. Was nicht schlimm ist, so lässt man mich in Ruhe."
Und tatsächlich tat Luna nicht viel mehr, als neben ihm zu sitzen und ruhig in den Nachthimmel zu starren. Harry runzelte seine Stirn. Irgendetwas an Luna war… komisch. Es war nur ein allgemeines Gefühl, ein Instinkt, aber manchmal hatte dieser Instinkt gute Dinge zu sagen.
Innerlich grummelnd stand Harry auf. Hier würde er diese Nacht nicht mehr gut nachdenken können. Er hatte Luna bereits den Rücken zugewandt und zwei Schritte getan, als die Stimme des Mädchens ihn aufhielt.
„Du solltest es ihnen so bald wie möglich sagen."
Harry stoppte, stockte und drehte sich langsam und vorsichtig wieder um. „Wie bitte?"
Luna sah ihn nicht an, wippte aber sanft mit ihren Füßen. „Deinen Onkeln. Du solltest es ihnen sagen."
„Woher weißt du-?" Harry brachte nichts anderes heraus und starrte die Blondine nur verdutzt an.
Luna drehte ihren Kopf wieder in Harrys Richtung. „Die Grubbels haben es mir gesagt.", erklärte sie mit einer Finalität und Selbstverständlichkeit, als wenn sie von einem allgemein gültigem Gesetz sprechen würde.
„Die Grubbels. Natürlich", antwortete Harry stockend. Inzwischen hatte er ernste Bedenken über den Geisteszustand dieses Mädchens.
Luna schien das jedoch entweder nicht zu merken oder nicht zu beachten. „Ja. Sie wurden langsam wütend, dass Carmen ihnen nicht zuhören wollte."
Carmen? Harry kannte nur eine Carmen und das war… Blaises Schwester. Die, mit der angeblich schwachen Seherkraft. „Blaises Schwester?", hakte Harry nach.
Doch Luna nickte nur geistesabwesend. „Sag ihr, dass die Grubbels ihr nicht mehr böse sind, wenn du sie siehst. Oh, und du solltest schlafen gehen. Sonst verausgabst du dich wieder. Wir sehen uns morgen noch!" Und mit diesen Worten stand Luna auf, winkte Harry noch einmal zu und verschwand wieder aus dem Astronomieturm.
Harry war so verwirrt, dass er gar nicht darüber nachdachte, ihr hinterher zu laufen und sie weiter auszufragen. In letzter Zeit lernte er immer komischere Leute kennen, so schien es.
Das Gespräch mit Carmen, Blaise und Draco am nächsten Morgen im Slytheringemeinschaftsraum brachte interessante Neuigkeiten zutage.
„Also noch mal. Du hast seit einiger Zeit komische Träume mit etwas, dass Visionen sein können, weißt nicht, woher diese kommen und hast uns nichts gesagt?" Blaise war damit beschäftigt, seine Schwester halb wütend, halb besorgt anzustarren, während Draco nur etwas vor sich hin murmelte. Harry blickte immer mal wieder mit einem Auge zu Dominik hin, der dafür sorgte, dass sie keiner störte. Carmen war nur bleich geworden, als Harry sie auf Luna und diese Grubbels ansprach und war jetzt damit beschäftigt, so gut es ging Erklärungen abzugeben.
„Mir war klar, dass es ein anderer Seher sein musste. Ich war damit beschäftigt ihn zu finden."
Blaise schnaubte. „Na, so wie es aussieht hat sieHarry gefunden. Und sie scheint eine ganze Menge zu wissen." Carmen seufzte. „Das wundert mich nicht. Die Visionen sind sehr… umfangreich. Wenn sie diese Dinger ständig kriegt, dann-"
Harry unterbrach sie. „Das mag sein, aber mich beunruhigt eher, dass sie nicht ganz… richtig im Kopf zu sein scheint." Was er nicht sagte war, dass er sie dadurch nur sehr schwer einschätzen und das Risiko durch sie nicht abschätzen konnte.
Draco mischte sich zum ersten Mal aktiv in die Diskussion ein. „Was haben wir bis jetzt? Wir wissen, dass sie Carmen Visionen geschickt hat – über die wir noch aufgeklärt werden müssen," an dieser Stelle schickte der junge Malfoy Carmen einen bösen Blick, „und, dass sie eine ganze Menge weiß, aber anscheinend nichts verraten hat. Ich würde mal einfach sagen, dass sie uns helfen will."
Blaise zog eine Augenbraue hoch. „Ich glaube es nicht. Draco Paranoia Malfoy ist bereit, der Unbekannten eine Chance zu geben? Woher kommt das denn?"
Draco schnaubte und senkte seine Stimme. „Erstens davon, dass man uns noch nicht verhaftet hat, obwohl sie anscheinend weiß, was wir versuchen zu tun. Zweitens daher, dass sie Harry wohl helfen will, wenn ich das hier richtig verstehe." Der Blonde stockte kurz. „Und drittens habe ich Hunger und will Frühstücken."
Das war so banal, dass Harry lachen musste. „In Ordnung. Wir gehen essen, bevor Draco noch umkippt vor Hunger." Ein Wink zu Dominik signalisierte das Ende des Treffens und der kleine Slytherin nickte und suchte das Weite.
Wenige Minuten später nahmen die Slytherins ihr Frühstück zu sich. Mit einem Auge achtete Harry auf die Weasley Zwillinge, die neben Marcel Romanov am Ravenclawtisch saßen. Die beiden Streichespieler hatten sich erstaunlicherweise an ihre Versprechungen gehalten und im Haus des Raben keinen großen Unfug angestellt. Etwas, dass auch die Ravenclaws sehr begrüßten.
Harry störte es jedoch etwas, dass die beiden sich immer mehr mit Marcel anzufreunden schienen. Er wusste nicht genau, wieso, aber seit Neuestem hatte er ein immer schlechteres Gefühl was den Ravenclaw anging. Es hatte mit seiner komischen Aura zu tun und seinem seltsam betont kontrolliertem Verhalten.
Harry hatte ihn beobachtet und beobachten lassen. Marcel behielt immer die Kontrolle über sich selbst, auch wenn er sich eigentlich hätte aufregen sollen. Wenn es sogar gute Gründe dazu gab. Wirklich gute Gründe. Harry würde sich schon bei der Hälfte von dem aufregen, was Marcel innerhalb der letzten Woche hatte erleben müssen.
Beleidigungen, Beschimpfungen, Schubsen, Stoßen – alles wegen seiner Entscheidung, die Zwillinge aufzunehmen und sich gegen die Gryffindors zu stellen. Und all das ertrug er mit einer fast schon unheimlichen stoischen Ruhe.
Irgendetwas an dem Typen musste einfach faul sein – Harry wusste bloß nicht, was.
Innerlich kopfschüttelnd wandte er seine Aufmerksamkeit von dem Braunhaarigen ab und zu Draco hin, der ihm irgendeine Geschichte über einen Besuch bei einer adligen Zaubererfamilie in Frankreich erzählte. Einige der Witze gingen über Harrys Kopf hinweg, weil er einfach nicht genug über Zauberertraditionen und Umgangsformen wusste, aber es waren genügend gute Stellen dabei, dass er herzlich lachen konnte.
Als Blaise ihm dann später im Unterricht sagte, dass er diesmal keine Notizen zu machen brauchte, Draco und er würden das übernehmen, wurde er langsam misstrauisch. Als man ihm beim Mittagessen seine Lieblingsspeisen anbot, die sicherlich nicht plötzlich alle auf einmal auf dem Essensplan der Hauselfen erschienen waren, wusste er, dass etwas im Busch war.
Nach dem Nachmittagsunterricht dann explodierte er und rückte Draco auf den Leib. Er schnitt den Blonden zuerst unter einem Vorwand vom Rest ihrer kleinen Gruppe ab – strategischer Zug – und knöpfte ihn sich dann in einem abgelegenem Klassenzimmer vor.
Was bedeutete, dass er seine Arme verschränkte und dem Blonden seinen besten einschüchternden Blick gab.
„Also gut, was ist los? Ihr habt mich den ganzen Tag umhätschelt. Und denk bloß nicht, ich hätte nicht mitgekriegt, wie Dominik eure kleinen Nachrichten rumgetragen hat. Warum nur habe ich das komische Gefühl, dass irgendwer sich bereits um Carmen und diese Visionen gekümmert hat, während ich mich im Unterricht entspannen durfte?"
Draco schluckte nervös. „Wir haben es nur gut gemeint Harry." Der Schwarzhaarige sandte dem Malfoy ein wütendes Funkeln. Er hasste es, wenn man ihn überging und hinter seinem Rücken agierte. Ein Überbleibsel von Dumbledores früherem Verhalten.
Der Blonde seufzte und hob beschwichtigend die Hände. „Es ist doch nur, weil du so angespannt warst vergangene Woche. Gestresst. Wirklich… fertig. Und abends hast du immer vor dich hin gebrütet. Blaise und ich, wir waren nur besorgt. Dass du dich… überanstrengst."
„Und mich wieder mit Tränken zuschütte?", hakte Harry mit einer tonlosen Stimme nach. Er hatte dieses… Misstrauen verdient, er wusste das. Er hatte sich schließlich mit diesen Dingern buchstäblich ins Koma… gesoffen. Trotzdem tat es irgendwie weh, dass seine Freunde meinten, ihn ‚entlasten' zu müssen, damit er nicht rückfällig wurde.
Dracos Augen hatten sich geweitet und er hob seine Hände noch ein Stückchen höher – als wenn er befürchtete, Harry könnte ihn gleich angreifen. „Nein!" Er stockte kurz. „Also, ein wenig schon, ja. Aber kurz nachdem es uns aufgefallen war, konnten wir auch bemerken, dass du nicht… überanstrengt, ausgelaugt warst. Ich meine, es war nicht so wie damals, als du die Tränke geschluckt hast. Du bist nicht überarbeitet."
Er nahm seine Hände langsam wieder herunter. „Blaise und ich haben mitgekriegt, dass dich was bedrückt. Da du nicht drüber reden willst, anscheinend, dachten wir, es wäre besser, wenn du etwas ausspannen kannst, um das Problem zu verarbeiten."
Das ließ Harry dann doch stutzen. Er hatte sich ja tatsächlich den Kopf über das Remus-Sirius und das Severus-Lucard Problem zerbrochen… Aber die anderen hatten das bemerkt? Harry hatte gedacht, er wäre so wie immer gewesen, nur etwas… innerlich beschäftigter vielleicht. Er hatte wohl falsch gedacht.
„Oh" Dagegen konnte Harry nun wirklich nichts sagen. Das war ja schließlich richtig… nett.
Draco entspannte sich wieder und trat vorsichtig an seinen schwarzhaarigen Freund heran. „Alles wieder in Ordnung, Harry?" Der Schwarzhaarige nickte. „Tut mir leid. Ich mag es nur nicht, wenn man mich außen vor lässt. Also… kriege ich vielleicht heute Abend eine Zusammenfassung von dem, was Carmen erzählt hat?"
Der Blonde grinste. „Gerne, obwohl es nicht viel war. Das meiste, was sie gesehen hat, war unverständlich. Diese Luna würde wahrscheinlich mehr wissen."
Harry nickte. „Dann sollten wir sie einmal sprechen. Marcel kann vielleicht ein Treffen mit ihr vereinbaren." Draco zögerte. „Hältst du es für sinnvoll, Romanov einzuweihen?"
Nein, Harry hielt es ganz und gar nicht für sinnvoll. Aber das mussten sie ja auch nicht. „Nein und wir werden es auch nicht tun. Ich werde ihn nur bitten, Luna zu fragen, wann sie mal Zeit hat. Er braucht den Grund ja nicht zu wissen." Draco nickte und gemeinsam verließen die beiden wieder den Klassenraum.
An diesem Abend bekam Harry seine Erklärungen, auch wenn sie nicht viel klärten. Was Carmen sah? Ein paar streitende Geschwister. Eine komische Squib-Dame. Einen versoffenen, älteren Zauberer. Nichts wirklich helfendes, solange man die Leute nicht in einen Kontext einordnen konnte. Zumindest schien es so.
Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als Dominik kurz vor der Sperrstunde noch mit einer Nachricht zu den Ravenclaws zu schicken. Trotz der Uhrzeit beschwerte der Slytherin sich jedoch nicht über die kleine Aufgabe und war schon kurz darauf wieder zurück mit der Nachricht, dass Marcel beim morgigen Frühstück zu ihnen an den Slytherintisch rüber kommen würde.
Marcel kam an den Slytherintisch am nächsten Morgen, aber nicht alleine. Die Zwillinge waren bei ihm und besetzten frech die zwei freien Plätze neben Draco. Der Blonde hatte den Platz zu Harrys rechten eigentlich für Marcel freigelassen, sah sich dann jedoch von zwei Weasleys umringt.
Während Blaise Platz machte für den wie immer ruhigen Marcel, grinsten die Zwillinge den Malfoy an und langten nach den Brötchen.
„Luna meint, morgen Abend im Astronomieturm wäre gut. Weil dein Stressproblem dann weg wäre", erklärte Marcel mit leiser Stimme, während er mit einem Kopfschütteln ein von Blaise angebotenes Brötchen ablehnte. „Hat sie eine Uhrzeit genannt?", hakte Harry nach und Marcel nickte. „Neun Uhr."
Erstaunlicherweise wollte der Romanov gar nicht wissen, warum Harry dieses Treffen wollte oder worum es sich dabei drehte. Stattdessen ließ er sich von Blaise in ein wenig Small Talk verwickeln.
Harry vermerkte den Termin in seinem Geiste und beobachtete dann noch kurzzeitig Marcel, der zwar zurückhaltend, aber höflich mit Blaise sprach. Die Zwillinge lenkten seine Aufmerksamkeit dann jedoch vollkommen auf Draco.
„So, Malfoy", fing Fred an. "Du hast dich mit unserer Schwester verabredet?", fuhr George leise fort. Wahrscheinlich hatte das keiner gehört außer Draco, den Zwillingen und Harry. Blaise und Marcel schienen jedenfalls abgelenkt zu sein.
Das waren ja mal Neuigkeiten. Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute Harry den plötzlich erstarrten Malfoy-Erben an.
Draco schluckte den Bissen, den er im Mund hatte, herunter und sah vorsichtig von einem Zwilling zum anderen. „Und wenn ich das getan habe?", fragte er dann langsam.
Fred und George grinsten. „Dann wäre es unsere Pflicht als ältere Brüder dich davor zu warnen," fing der eine an, „dass wir dich mit einer Schaufel K.O. schlagen und begraben werden, falls du ihr jemals weh tun solltest", schloss der andere. Harry schmunzelte.
Draco sah wieder vom +Eeinen zum Anderen. „Gut, verstanden." Die Zwillinge grinsten wieder und zwinkerten sich gegenseitig zu. „Außerdem wäre es unsere Pflicht, dafür zu sorgen," „dass niemand etwas davon mitbekommt, der es den falschen Leuten erzählen könnte." „Als Vorsorge natürlich."
Draco begann langsam zu lächeln. „Danke." Fred und George grinsten und klopften ihm jeweils auf die Schulter. „Kein Problem", erklärten sie dann beide und standen wieder auf.
Marcel nahm dies als Zeichen, sich ebenfalls zu verabschieden, nickte Harry noch einmal respektvoll zu und verschwand mit den Zwillingen aus der großen Halle.
Harry legte seinen Kopf schief. „Irgendetwas an Marcel kommt mir komisch vor." Blaise und Draco hörten diesen halb gemurmelten Kommentar und sahen dem Ravenclaw nach. Draco runzelte seine Stirn, doch Blaise zuckte nur mit den Schultern.
An diesem Nachmittag hatte Harry endlich all seinen Gryffindor-Mut zusammen genommen und war wieder nach Hogsmeade gestiefelt, wo Remus und Sirius ihn freudig begrüßten. Percy war erstaunlicherweise abwesend. Remus erklärte, dass der Ex-Gryffindor mit Oliver unterwegs sei und noch einige Bücher besorgen wollte.
Somit blieben nur noch Harry und seine beiden Patenonkel in der gemieteten Suite. Es war also der perfekte Augenblick, um die beiden aufzuklären.
‚Jetzt oder nie', dachte Harry zu sich und sprach einige Schutz- und Privatsphärenzauber aus. Sirius und Remus sandten fragende Blicke in seine Richtung. „Bitte setzt euch. Ich… ah, muss euch etwas wichtiges erzählen."
Als sie alle saßen, spürte Harry, wie die Nervosität langsam zurückwich. Er würde das schaffen. Er musste das schaffen.
„So… Ah. Anfangen wäre gut."
Sirius grinste und Remus schmunzelte.
Harry räusperte sich. „Ja. Also, ihr habt vielleicht das ein oder andere über diese neue ‚Gefahr', den Stillen Fürst gehört, oder?"
Remus und Sirius nickten, der Werwolf zaghafter als der Entflohene.
„Was haltet ihr bis jetzt von ihm?" Harry hielt Vorsicht für immer noch besser als Nachsicht und tastete sich so langsam an die eigentliche ‚Überraschung' heran.
Sirius und Remus sahen sich an und es dauerte ein Weilchen, bis Remus antwortete.
„Das ist eine komische Frage, Harry. Alles, was man bis jetzt über den Stillen Fürst weiß, ist größtenteils Spekulation. Gerüchte und Ahnungen. Wenn man dem Tagespropheten glaubt ist er entweder ein gefährlicher neuer dunkler Lord oder ein fehlgeleiteter Irrer."
Harry nickte langsam und sah dann Sirius an. Der zuckte mit den Schultern. „Wie Remus gesagt hat, man weiß zu wenig definitives… Obwohl es mir schon gefallen würde, wenn Werwölfe mehr Rechte hätten und sich mal jemand dafür einsetzt", fügte Sirius brummend und mit einem Blick auf Remus hinzu.
Der Werwolf sah ungemütlich zu Boden. „Recht für Werwölfe sind eine Sache, Morden und Foltern etwas anderes, Siri", meinte er dann leise.
Harrys Herz schien sich kurz zu verkrampfen. Remus war so gutmütig, diese Reaktion hätte ihm eigentlich klar sein sollen. Sirius war zwar auch in seinem Herzen ein guter Mensch, aber Azkaban und seine restlichen Lebenserfahrungen hatten ihn zu einem gefährlichen Mann gemacht, der vor nichts zurück schreckte um seine Familie zu beschützen.
„Warum fragst du, Harry?", wollte Remus wissen. „Du machst dir doch keine Sorgen, dass dieser komische Fürst auch hinter dir her ist, oder? Also, zum jetzigen Zeitpunkt kann man darüber noch gar nichts sagen…" Sirius nickte bekräftigend und versuchte ebenfalls, seinen Patensohn zu beruhigen. „Der kommt nicht an dich heran, Harry."
Harry wollte entweder laut aufstöhnen oder lachen. Natürlich kam der Stille Fürst jeder Zeit an ihn heran, schließlich war er der Stille Fürst! Und da er nicht vor hatte, sich selbst anzugreifen, hatte er verständlicherweise auch keine Angst vor dem Stillen Fürst
„Nein, nein…"
Vielleicht sollte er doch einfach drauf loslegen und los reden. So viel schlimmes konnte ja nicht passieren, oder?
„Gut, ich hoffe ihr lauft jetzt nicht gleich schreiend weg, aber…" Der Schwarzhaarige holte einmal tief Luft und brachte alles in einem Atemzug heraus: „Ich bin der Stille Fürst und Anführer dieser neuen Gruppe."
Nervös und gespannt wartete er auf eine Antwort seiner quasi Adoptiveltern.
Beide sahen ihn blinzelnd an, als wenn sie seinen schnell heraus gebrachten Satz erst noch entziffern müssten. Es war Sirius, der sich zuerst wieder fing.
Ein langsames Grinsen stahl sich auf die Züge des Animagus. Kurz danach aber verschwand es wieder, während der Black Harry eingehend musterte. Dann erschien ein ehrliches Lächeln auf dem Gesicht des Mannes.
„Ich hätte ja gesagt du scherzt, aber dein Gesichtsausdruck sagt schon alles." Der Entflohene fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Darf man fragen, wie du das hin gekriegt hast, Harry, von der Schule aus? Oh, und du wirst uns schön fein erklären, was Gerücht ist und was nicht, verstanden?" Der Animagus grinste. „Schließlich müssen wir dich ja unterstützen können."
Harry stutzte. Remus sah seinen Freund auch mit großen, ungläubigen Augen an. „Das ist alles, was du dazu sagst, Sirius?!"
Der Animagus blickte zum Werwolf und zuckte mit den Schultern. „Was soll ich sonst großartig sagen? Ich kenne Harry. Wenn er das sagt und es ernst meint, dann lügt er auch nicht. Und er ist auf alle Fälle besser als das Ministerium, Lord Dingelchen und… Dumbledore zusammen."
„Dein Patensohn hat uns gerade erklärt, dass er ein zukünftiger dunkler Lord ist!", fauchte Remus.
„Nein, hat er nicht, Remus. Er hat uns erklärt, dass er der Stille Fürst ist. Das ist ein Unterschied, denke ich." Sirius lächelte. „Außerdem vertraue ich Harry, dass er einige gute Gründe dafür hatte, den Stillen Fürsten zu erschaffen und uns alles erklären wird."
Harry wusste nicht, ob er sich gerührt, fröhlich oder stolz über Sirius' Erklärung fühlen sollte. In Wirklichkeit war er ein bisschen von allem.
Sirius vertraute ihm so viel, dass er ihm fast blind folgen würde. Das war etwas von unschätzbarem Wert.
Remus indessen stöhnte und sackte in sich zusammen. „Siri… Harry, wie bist du nur auf die Idee gekommen, so etwas ins Leben zu rufen? Wir… Sirius und ich lieben dich wie einen eigenen Sohn, aber ich für meinen Teil habe ein Problem damit, einem zweiten dunklen Lord zu dienen!"
Harry schreckte zurück, als wenn Remus ihn geohrfeigt hätte.
„Remus… ich bin kein dunkler Lord. Zumindest denke ich das." Harry runzelte seine Stirn. „Ich hatte es nur satt, mein ganzes Leben von Dumbledore, Voldemort und sonst wem diktiert zu kriegen. Das ist mein Leben, verstehst du? Der Stille Fürst soll eine Art grauer Lord sein. Voldemorts Ideale sind sicherlich nicht meine, aber dem Ministerium und Dumbledore kann ich auch nicht Recht geben!
Sie verfolgen so Leute wie Percy, die einfach nur Pech hatten, so geboren zu werden wie sie sind! Und was sie mit Werwölfen und an sich nicht-menschlichen, aber dennoch denkenden Wesen tun ist doch widerlich! Da musst du mir doch Recht geben, oder Remus?
Ich will sicherlich niemanden einfach ermorden und foltern", schloss Harry seinen kleinen Vortrag, „Aber Tatsache ist, dass man mit schönen Worten nicht in die Schädel einiger dieser Leute rein kommt. Es würde sich nichts ändern, wenn ich einfach nur ein paar ärgerliche Worte sagen würde."
Mit einem sturen Blick verschränkte Harry seine Arme und erwartete Remus Antwort.
Der Werwolf sah ihn überrascht und auch nachdenklich an.
„Harry…" Die Schultern des Werwolfs sackten noch weiter nach unten. „Ich kann deinen Grund verstehen, glaube ich. Es ist trotzdem schwierig, das zu akzeptieren… du bist ja praktisch noch ein Kind! Woher hast du die nötigen Ressourcen, um so etwas wie die Aktion von Weihnachten durchzuführen?"
Weihnachten. Felsington, der kleine rassistische Ministeriums-Angehörige.
„Ich glaube, da hatte auch das Glück seine Hand im Spiel.", gab Harry widerwillig zu. „Wir hatten wirklich Glück, dass man uns nicht gesehen hat oder Felsington einen Alarm auslösen konnte. Aber da wir ja niemanden töten wollten, war es ein einfaches rein und wieder raus."
„Wir, Harry? Warst du selbst da? Und mit wem?!", herrschte Remus den Jüngeren auch schon wieder an. Der Schwarzhaarige seufzte.
„Ja, Remus, ich war da. Schließlich hatte ich mitgeholfen, das Ding zu planen und konnte ja schlecht einfach im Sicheren bleiben, oder?" Harry holte Luft. „Aber entschuldige, wenn ich die Identitäten meiner… Helfer nicht preisgeben möchte. Sie haben damals viel riskiert und tun das bis heute mit ihrer Unterstützung für mich."
Sirius nickte verständnisvoll, aber Remus stöhnte nur wieder laut auf. „Harry… das war gefährlich! Du hast dich aus Hogwarts – Du hast dich aus Hogwarts rausgeschlichen!", meinte der Werwolf, als wenn es ihm gerade erst auffiel. „Du hast dich unter Dumbledores Augen aus Hogwarts heraus geschlichen. Du hast dich aus Hogwarts heraus geschlichen, bist quer durchs Land gereist, auf welchem Wege auch immer, um in ein Haus einzubrechen und einen tätlichen Angriff durchzuführen!"
Der Werwolf spießte Harry praktisch mit einem wütenden Blick auf. „Was, wenn dich jemand dabei erwischt hätte?! Merlin! Denkst du eigentlich noch richtig? Das war absolut irrational, gefährlich und einfach nur verrückt!"
Harry blinzelte und starrte den Werwolf an. „Gerade hast du dich noch über Folter und Mord beschwert und jetzt passt es dir nicht, dass ich mich in ein bisschen Gefahr begeben habe?"
Der Werwolf sah ihn ungläubig an. „Ein bisschen Gefahr? Das ist eine der stärksten Untertreibungen, die ich seit langem gehört habe. Ungefähr so wie deine Mutter damals, als sie meinte, sie wäre ‚ein bisschen schwanger'! Himmel, Arsch und Zwirn!"
Seine Mutter hatte was gesagt? Harry wusste nicht, ob er über diesen Kommentar grinsen oder über Remus restliche Rede aufgeregt sein sollte.
„Ich war absolut… na gut, nicht absolut aber den Umständen entsprechend äußerst sicher. Meine Begleitung bestand aus sieben Personen!" Dass diese sieben eigentlich Schüler wie er gewesen waren, verschwieg Harry vorsichtshalber.
Remus vergrub sein Gesicht in seinen Händen und auch Sirius sah besorgt aus.
„Siehst du, Remy, das ist der Grund, warum wir Harry hierbei helfen müssen. Sonst verläuft er sich in Merlin weiß was für Schwierigkeiten", erklärte der Animagus und brachte seinen Patensohn so zum Schmollen.
Er konnte auf sich selbst aufpassen, verdammt. Na schön, hin und wieder unterliefen ihm Fehler – die Sache mit den Aufputschtränken übersah er geflissentlich – aber alles in allem war er durchaus fähig, sich selbst zu beschützen.
Sirius grinste den schmollenden ‚Stillen Fürst' an. „Ja, ja. Verzieh den Mund nicht so. Als guter Patenonkel ist es meine Pflicht, dich zu beschützen." Sirius lächelte. „Ich denke, Remus und meine Unterstützung hast du, oder?" Der Animagus blickte zum Werwolf, welcher seufzend nickte.
„Es gefällt mir zwar nicht wirklich", meinte Remus, „Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir dich eh nicht abhalten könnten. Also, was jetzt?"
Harry hatte lange nachgedacht um darüber nachzudenken, was geschah wenn seine beiden Onkel zustimmten.
„Meine normalen Helfer werden ‚Schatten' genannt." Er hielt sich extra davon ab, Anhänger zu sagen. Remus sollte nicht mehr als nötig an den schwarzen Lord erinnert werden. „Sie sind durch eine magische Tätowierung gekennzeichnet…" Remus Blick wurde schnell wieder misstrauisch und nachdenklich, deshalb fügte Harry schnell hinzu: „Jetzt denkt nichts Falsches! Die Tätowierung ist ganz anders als die von Voldie."
Harry rieb sich die Stirn. „Sie ruft nur eine simple Bindung zwischen mir und dem Schatten hervor. Ich kann den Schatten zu mir rufen und ihn, wenn nötig, magisch orten, aber das war es auch. Es ist nicht permanent und kann wieder gelöst werden. Außerdem ist es absolut schmerzfrei für den Schatten."
Das beruhigte Remus wieder etwas. Sirius fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Eh… und wie hast du die Zeichen verteilt? Ich meine, wer weiß denn, dass du der Fürst bist?"
Harry lächelte. „Nur eine handvoll ausgewählter Personen, so wie ihr beide." Er lächelte sie warm an, bevor er fort fuhr: „Ansonsten war es geplant und auch schon durchgeführt worden, dass ich in Verkleidung initiiere." Der Schwarzhaarige grinste schelmisch. „Ihr hättest es wahrscheinlich lustig gefunden. So viel nur: Gefärbte Haare, Minirock, magischer Busen."
Sirius lachte lauthals und Remus Mundwinkel zuckten. „Du hast dich als Frau verkleidet?", wollte der Werwolf amüsiert wissen.
Harry nickte grinsend. „Und mich als ‚First Lady' ausgegeben." Er stockte. „Wo wir gerade dabei sind, die ‚First Lady' ist eine tatsächliche Person." Auf Sirius und Remus fragenden Blick hin erklärte er: „Meine… engeren Vertrauten haben Spitznamen. Einerseits soll ja keiner wissen, wer dem Stillen Fürst hilft, anderseits soll man sie ja durchaus erkennen und in den Medien später erwähnen."
Remus nickte. „Das ist verständlich. Du hast also mindestens eine erwachsene Hexe auf deiner Seite?", hakte der Werwolf dann auch schon nach.
Harry stockte. Ginny war nicht wirklich erwachsen, aber das brauchte er ja auch nicht unbedingt zu erwähnen… „Die First Lady ist eine Hexe, ja. Ein anderes Mitglied hat den Spitznamen Viperzahn. Dann wäre da noch das Ohr, die Seherin, Drago, Planta, Convertidor und Gemini.", führte Harry schnell auf.
Die Zwillinge waren natürlich Gemini und hinter ‚Planta' versteckte sich Neville. Drago und Variador waren Charlie und Arkandor, wobei Charlie Drago war. ‚El Convertidor', hatte der Drache erklärt, würde so viel wie ‚Umwandler' auf Spanisch heißen und daher gut zu ihm passen.
Percy hatte ihm noch keinen Spitznamen genannt, aber der Weasley würde sich sicherlich auch noch etwas einfallen lassen.
Remus war am Schmunzeln. „Das hört sich erst mal sehr abenteuerlich an." Sirius nickte grinsend, runzelte dann aber seine Stirn. „Seherin… willst du damit etwa sagen, dass du eine Seherin hast? Eine echte Seherin?"
Harry grinste. „Sie hat etwas dagegen, mit Trelawney verglichen zu werden. Aber sie ist keine… starke Seherin oder so. Ihre seherische Gabe ist relativ schwach, dafür aber hin und wieder nützlich." All dieses gerade über Seherinnen erinnerte Harry wieder an Luna Lovegood. Seufzend rieb er sich den Nacken.
„Aber morgen treffe ich mich mit einer zweiten, stärkeren Seherin."
„Was?", meinte Sirius und auch Remus sah ihn verblüfft an. „Woher kennst du all diese Leute, Harry?"
Der Schwarzhaarige lächelte verlegen. „Oh, hier und da… Sobald man einen kennt, wird man schnell auf andere verwiesen."
„Hat Severus dir einige Kontakte verschafft?", fragte Remus plötzlich mit einer bohrenden Stimme.
Der Jugendliche knackte nervös mit den Fingern. „Severus habe ich ehrlich gesagt noch nichts verraten."
Das schien Sirius zu gefallen. Er grinste und war offensichtlich froh darüber, vor der ‚Fledermaus' bescheid zu wissen.
„Hast du noch vor, ihm was zu sagen?", wollte Remus bloß wissen.
Harry seufzte. „Eigentlich ja. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er irgendetwas schon vermutet und einige Male habe ich ihn bei… bestimmten Dingen um Rat gefragt, aber er weiß noch nichts genaues."
Der Werwolf blickte nachdenklich an die gegenüberliegende Wand und sah dann wieder Harry an. „Du solltest auf alle Fälle sehr vorsichtig sein, Harry. Nicht jeder, den du ansprichst, wird dir beitreten wollen."
Das war Harry auch klar, weshalb er bis jetzt ja auch nur eine handvoll Schüler und ein paar Erwachsene als quasi Anhängerschaft hatte. Na ja, und einen Wandeldrachen.
„Das ist mir doch klar, Remus." Er stockte kurz. „Und um ehrlich zu sein will ich euch weder mit dem Auge – der Tätowierung – versehen, noch den anderen vorstellen. Vorläufig." Das letzte war schnell angefügt, als er die fragenden Blicke seiner Onkel sah.
„Euch vertraue ich am meisten." Das stimmte, obwohl er Draco, Blaise und den Anderen ebenso vertraute. „Und ich hätte euch gerne als so etwas wie die Überraschungs-Reserve und Berater. Manchmal habe ich nämlich keine Ahnung, was ich tun soll."
Remus schmunzelte. „Du bist erst fünfzehn, Harry. Wenn du schon alles wüsstest und könntest wären Siri und ich sehr misstrauisch."
„Außerdem ist es immer praktisch, was in der Hinterhand zu haben", fügte Sirius grinsend hinzu.
„Ich bin bloß froh, dass ihr nicht schreiend vor mir weggerannt seid", gab Harry plötzlich mit leiser Stimme zu.
Seine beiden Patenonkel sahen geschockt aus.
„Harry! Niemals!" Sirius umarmte den kleineren kräftig. „Vielleicht hätte ich versucht, dir das auszureden, aber wir wären niemals schreiend weggelaufen, Harry", fügte Remus warm hinzu.
Harry lächelte.
HPSS
Diesen Abend kehrte Harry mit weitaus besserer Laune und frei von einer großen Portion Stress wieder zurück in den Slytherin Gemeinschaftsraum.
Blaise bemerkte sofort die Veränderung in seinem schwarzhaarigen Freund und zog fragend eine Augenbraue hoch. „Sieht so aus, als wenn Carmens Seherin recht gehabt hätte. Dein Stressproblem ist wirklich weg."
Harry grinste fröhlich. „Jawohl. Kann man so sagen." Er ließ sich auf eins der Slytherin Sofas fallen und räkelte sich. „Ich habe gerade ein privates Problem äußerst zufrieden stellend gelöst", grinste er Blaise an.
Der Slytherin schnaubte nur. „Du hast Draco und mir zu viel zugehört, du hörst dich schon so an wie wir."
„Bist du nicht froh über deinen ‚positiven Einfluss' auf mich?" Harry klimperte mit den Wimpern.
Blaise verharrte und starrte ihn kurz an. „Du bist wirklich gut gelaunt." Es klang fast überrascht. „Hoffentlich hält diese Laune etwas länger als die Letzte, hm?"
„Das kommt darauf an, was die Grubbels und Luna mir morgen erzählen werden", erklärte Harry grinsend, bevor er sich für den Abend ins Schlafzimmer zurückzog.
A/N:
(1) Das ist ein alter englischer Reim. Übersetzen konnte ich ihn irgendwie nicht so richtig, aber der eigentliche Sinn ist (für alle nicht-Englisch Sprecher): Wenn man nachts aufschaut und den ersten Stern, den man diese Nacht sieht, anschaut und das aufsagt, erfüllt sich ein Wunsch.
