Tatze:Hallo Tatze – Glückwunsch, du bist mein erster Reviewer bei dieser Geschichte :-)
Disclaimer: Nichts von dieser Geschichte gehört mir, außer einigen unbedeutenden Nebencharakteren. Alle Rechte bei J.K.Rowling.
Die Chronik der Rumtreiber
Band I
Das Schwert Gryffindors
Kapitel 2
London
Eigentlich war die Winkelgasse nichts Neues für James. Es war natürlich jedes Mal ein Abenteuer, wenn er sie besuchte, schließlich hatte er nur selten Kontakt zu anderen Hexen und Zauberern, aber es war durchaus nicht das erste Mal, dass er hier war. Die Winkelgasse – sie war eine von drei magischen Orten in London, die von vielen Leuten bevölkert wurden. Die beiden anderen waren das St. Mungos Hospital für magische Krankheiten und Verletzungen und natürlich das Zaubereiministerium. Diese beiden Orte hatte James noch nicht gesehen, was ihn im Falle des Ministeriums maßlos ärgerte. Wozu hatte er denn einen Vater, der in der Aurorenzentrale arbeitete? Aber er hatte ihm immer wieder gesagt, er sei noch zu jung dafür. Zu jung – da konnte James nur trocken hüsteln. Aber es ließ sich nicht ändern. Lockerlassen würde er jedenfalls nicht.
Blieb ihm also nur die Winkelgasse. Die Zaubererstraße lag mitten im Herzen von London. Wo genau, das konnte James nicht sagen, und auf einer Straßenkarte von Englands Hauptstadt hätte er sich auch nicht zeigen können (einmal ganz davon abgesehen, dass sie auf einer solchen Karte gar nicht eingezeichnet war. Doch diese geographische Unkenntnis war nebensächlich. Schließlich war James noch nie durch das London der Muggel in die Winkelgasse gereist. Alles, was er von diesem anderen London bislang gesehen hatte, war der kleine Ausschnitt, den er sah, wenn es aus einem der kleinen Fenster, im tropfenden Kessel hinaus auf die Straße blickte. Zauberer hatten bessere und vor allem schnellere Methoden, wenn sie lange Strecken zurücklegen mussten.
James war mit seiner Mutter und dem Großvater (Mr Potter war zwar beim Mittagessen daheim gewesen, hatte sich den Nachmittag aber nicht freinehmen können) per Flohpulver gereist. Im Klartext hieß das: Sie waren in der Küche des Potteranwesens in den Kamin getreten, und im tropfenden Kessel, dem Eingang zur Winkelgasse, wieder hinaus. Und das Ganze nahezu ohne Zeitverlust. Die Reise, obgleich mehrere hundert Meilen lang, dauerte nur wenige Sekunden. Sie war allerdings nichts für schwache Mägen, denn aufgrund der langen Strecke, war es eine Expressverbindung und da wurde man ganz schön durchgeschüttelt.
In der Schankstube des Pubs, die jetzt zur Mittagszeit recht gut gefüllt war, hielten sie sich nicht lange auf. George nickte dem Mann hinter den Tresen kurz zu. Er ging weit nach vorn gebeugt und in einigen Jahren würde er bestimmt einen Buckel bekommen. Dann hatten sich die Potters zur Hintertür gewandt, durch die sie die Stube verließen. Hier kam man auf einen winzigen Hinterhof, in dem sie zwischen einigen Mülltonnen zu dritt kaum Platz zum stehen fanden. Ein Uneingeweihter hätte nur schwerlich etwas spektakuläres an diesem Hinterhof finden können, und doch war dies, wie jede Hexe und jeder Zauberer in ganz England wusste, der versteckte Eingang zur Winkelgasse. Kein Muggel, der sich aus Versehen in den Pub verirrte (was an und für sich schon eigentlich völlig unmöglich war, denn die Muggel konnten den Pub gar nicht sehen), würde ihn entdecken, denn er war magisch verborgen und auch nur mit Magie zu öffnen. Und dazu brauchte man einen Zauberstab. Welcher Muggel lief schon mit einem echten Zauberstab in der Tasche herum?
George Potter zückte jetzt den seinen und tippte damit gegen einen der Ziegel in der gemauerten Wand. Es war ein Ziegel wie hunderte von anderen, mit denen er zusammen diese Mauer bildete. Schon bei früheren Besuchen hatte James versucht, sich die Position des Ziegels zu merken, doch irgendwie gelang es ihm nicht. Er fragte sich immer, wie es seine Eltern und auch alle anderen Hexen und Zauberer, die auf diesem Wege die Winkelgasse betraten, schafften, dies zu tun. Aber vielleicht war dies eine weitere magische Sicherung.
James Großvater hatte den Zauberstab bereits wieder in der Tasche verschwinden lassen, als sich die erste Reaktion bemerkbar machte. Fasziniert beobachtete James, wie der Ziegel, gegen den der Zauberer geklopft hatte, sich zu bewegen begann. Nach wenigen Augenblicken herrschte in der Mauer ein Gewusel, als wenn sie sich fälschlicherweise für einen Ameisenhügel halten würde. Doch schon nach einigen Sekunden war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Direkt vor James, zwischen zwei alten Mülltonnen,, von denen eine so voll war, dass sich schon dabei war überzuquellen, hatte sich ein Durchgang geöffnet.
Eigentlich war es nicht ganz korrekt, wenn man sagte, dass man die Winkelgasse besuchen wolle, denn es gab hier noch weitere Straßen. Im hinteren Bereich bog die Obergasse von dem, was man als die Hauptstraße bezeichnen könnte, ab. Zwischen den Häusern gab es noch vereinzelte Gässchen und Durchgänge, die so klein waren, dass sie nicht einmal einen Namen hatten. Und dann gab es da ja auch noch die Nocturngasse. Sie bog gleich am Anfang links von der Winkelgasse ab und beschrieb eine lange Rechtskurve. Das war alles, was James von dieser Gasse wusste, denn es war im strikt verboten worden, auch nur einen Fuß hineinzusetzen. Normalerweise gab James nicht sonderlich viel auf solcherlei Verbote, doch sein Vater hatte ihn auf eine Weise angesehen, die ihn lieber nichts riskieren lassen wollte. Natürlich hatte er gefragt, was sich in der Gasse denn so furchtbares befand, doch die Antwort hatte ihn nicht gerade befriedigt. Sein Vater hatte ihm nur gesagt, dass die dunklen Künste, und die, die ihnen verfallen waren, dort vermehrt ihr Unwesen treiben würden. Auf die Frage, warum die Auroren denn nicht einfach in der Straße aufräumen würden, hatte er nur gelächelt und gesagt, dass die Welt leider nicht so leicht in weiß und schwarz einzuteilen sei, wie er sich das jetzt vielleicht noch vorstellen würde. Doch es käme eine Zeit, in der er das schon noch begreifen würde.
James hatte sich denken können, dass das Verbot, die Nocturngasse zu betreten, etwas mit diesen dunklen Künsten zu tun haben musste, doch er hatte nicht weiter nachgefragt. Irgendwie hatte er das Gefühl gehabt, dass sein Vater ihm nicht mehr über die Gasse und dem, was darin vor sich ging erzählen würde. Er würde schon andere Wege finden, etwas darüber zu erfahren.
Heute jedoch dachte er nicht an die Nocturngasse, deren Einmündung er direkt nach dem ersten Laden auf der linken Seite sehen konnte. Es war eine Apotheke und James würde sie später noch aufsuchen. Auf seiner Liste standen diverse Zaubertrankzutaten, die man nur dort erwerben konnte. James trat durch den Bogen in der Mauer in die Winkelgasse hinein. Seine Mutter und sein Großvater folgten ihm. Hinter ihnen verschloss sich der Bogen. Nach wenigen Sekunden war er verschwunden und nichts deutete darauf hin, dass es ihn jemals dort gegeben hatte.
„Wohin gehen wir zuerst?" wandte sich James an seine Mutter.
„Dein Großvater und ich haben einiges bei Gringotts zu erledigen. Ich schätze, es wird das beste sein, wenn wir dich im Eiscafe absetzen, und später dort wieder abholen." Gringotts war die Zaubererbank. Sie wurde von Kobolden geführt und alle Geldgeschäfte in der magischen Gesellschaft liefen dort ab.
„Kann ich nicht mitkommen?"
Mrs Potter schüttelte den Kopf. „Du weißt doch, dass du das Familienverlies erst betreten kannst, wenn du volljährig geworden bist. Und du willst doch sicherlich nicht in der Schalterhalle bei den Kobolden warten, oder?"
Jetzt schüttelte James den Kopf. Zwar fürchtete er sich nicht vor Kobolden, die ja sogar noch kleiner waren, als er selbst, aber er mochte sie auch nicht sonderlich. Es waren einfach keine sehr freundlichen Kreaturen. Da würde er sich doch viel lieber einen riesigen Eisbecher bestellen. So warm, wie es inzwischen heute war, konnte er eh nicht viel mehr machen, was sinnvoller gewesen wäre. Also versuchte er erst gar nicht, seine Mutter auf einen anderen Gedanken zu bringen und folgte ihr über das grobe Kopfsteinpflaster, mit dem die Winkelgasse und die Nebengassen belegt waren.
Die Winkelgasse war wie üblich sehr belebt. Und heute, da die Hogwartsbriefe verschickt worden waren, war es sogar noch voller als sonst. Überall tummelten sich Eltern mit ihren Kindern. Nicht wenige waren beladen mit allerlei Kartons, Taschen Käfigen und sonstigen Paketen. James fand, dass es ein großartiger Anblick war. Sie ließen die Apotheke links und eine Schuhgeschäft rechts liegen und passierten den Eingang zur Nocturngasse. James riskierte einen ausführlichen Blick, doch was er sah, war alles andere als spannend. Kleine Häuschen, die sich dicht aneinander drängten. Alles war ein wenig enger, und vor allem dunkler und schmutziger, aber das war auf den ersten Blick auch schon alles, in dem sich die Nocturngasse, vom Rest der magischen Einkaufsstraße unterschied.
Direkt nach der Abzweigung machte die Winkelgasse das, was ihr ihren Namen eingebracht hatte – eine Kurve. Und zwar leicht nach links. An der Innenseite lag ein großes Bekleidungsgeschäft, ihm gegenüber, also auf der rechten Seite der Straße, lag das Eiscafe, von dem Mrs Potter gesprochen hatte. Vor dem Café standen einige kleine runde Tische und wenn man das Geschäft durchquerte, kam man auf eine großzügige, mit Bäumen umsäumte Terrasse. Doch James waren die Plätze an der Straße lieber. Hier gab es vielmehr zu sehen. Und da einer Tische frei war, belegte er ihn augenblicklich mit Beschlag. Mrs Potter winkte ihm zu, dann ging sie mit ihrem Schwiegervater weiter die Gasse entlang.
Die Zaubererbank lag ganz am anderen Ende und war mit Abstand das größte Gebäude der Winkelgasse. Obwohl noch eine Kurve dazwischen lag, konnte James es sogar von hier aus teilweise sehen. Es erhob sich majestätisch über all die anderen Gebäude. Es war schon irgendwie komisch, dass die Muggel, die in all den Straßen rund um die Winkelgasse lebten, dies alles so beharrlich ignorieren konnten.
James lehnte sich in seinem Stuhl zurück und wartete auf die Bedienung. Die hatte heute anscheinend besonders viel zu tun. Unaufhörlich flitzte sie zwischen der Theke und den Tischen hin und her. James war es aber ganz recht, dass sie ihn noch nicht bemerkt hatte. Er wusste sowieso noch nicht so recht, was er nehmen sollte. Praktischerweise waren die Karten direkt auf die Tischplatte geschrieben und die einzelnen Eissorten kämpften um die beste Position, um von den Kunden gesehen zu werden. Und was gab es da für seltsame Sorten. Selbstverständlich gab es Vanille oder Schokolade oder ähnliches, doch auch Geschmacksrichtungen, die man normalerweise niemals mit Eis in Verbindung gebracht hätte gab es da. Kürbiseis oder Paprikaeis gehörten da noch zu den normaleren. Grünebohneneis oder Käseeis klangen da schon sehr verwunderlich und von Dingen wie Fliegenpilseis oder dem Flusspferdbecher ließ man wohl lieber die Finger. Was sich hinter Sorten wie Sandeis oder Glaseis verbergen mochte, konnte sich James nicht einmal ansatzweise vorstellen. Und wenn er ganz ehrlich war, dann wollte er das auch lieber gar nicht. Er war da dann doch lieber für die konventionellen Eissorten zu haben. Vielleicht sollte er sich einen großen Schokoladeneisbecher mit Sahne oder ein gemischtes Fruchteis mit frischen Früchten bestellen.
James sah sich um. Am Nebentisch saß ebenfalls ein einzelner Junge, der mit Feuereifer an seinem Eisbecher löffelte. James wollte ihn gerade ansprechen, als ein dritter Junge das Café passierte. Er war sosehr in Gedanken vertieft, dass er gar nicht bemerkte, was um ihn herum geschah. Als er an James´Tisch bereits vorbei war, schnellte plötzlich das Bein des Jungen am Nebentisch hervor. Der andere sah es nicht rechtzeitig und schlug der Länge nach auf das Pflaster. Augenblicklich war der Übeltäter auf den Beinen. Das ganze war so schnell gegangen, dass sich James noch gar nicht entschieden hatte, ob er es witzig finden sollte, oder nicht.
„Snape, alter Junge, was machst du denn da am Boden? Hast du was verloren? Komm, lass dir doch suchen helfen." Die Stimme des Jungen, der dem anderen das Bein gestellt hatte klang zuckersüß und troff vor Zynismus.
Der am Boden liegende erhob sich, und als er sah, wer vor ihm stand, verengten sich seine Augen zu Schlitze. „Black!" Nur dieses eine Wort zischte er, doch es lag soviel Hass und Verachtung darin, wie James es noch niemals erlebt hatte.
Der Junge, der als Black angesprochen worden war (zumindest vermutete James, dass es sich bei dem Wort um seinen Namen handeln musste), hatte Glück, dass kein ausgewachsener Zauberer vor ihm stand. Wäre das der Fall gewesen, und hätte er einen Zauberstab griffbereit gehabt, dann wäre von seinem Gegenüber mit Sicherheit nur ein schwelendes Häuflein Asche übrig geblieben, dessen war sich James ganz sicher. In einer jähen Aufwallung beschloss James, den zu Fall Gebrachten, nicht zu mögen. Er wusste nicht, ob es der unangenehmen Klang seiner Stimme war, oder nur die Art, in der sein halb langes, strähnig schwarzes Haar an den Kopf geklatscht war. Manchmal konnte man Leute einfach nicht ausstehen.
Der Junge sagte kein weiters Wort, sondern stampfte wütend in die Richtung, aus der James selbst noch vor ein paar Minuten gekommen war. Aus irgend einem Grund, hätte es James nicht im Mindesten gewundert, wenn er in die Nocturngasse eingebogen wäre (dabei war er bestimmt nicht älter, als er selbst), doch er ging schnurstracks an der Einbiegung vorbei. James sah ihm nicht länger nach.
Der Junge am Nebentisch hatte sich wieder zu seinem Eisbecher gesetzt. „Wer war das denn?" Im ersten Moment registrierte der Junge gar nicht, das er angesprochen worden war.
„Hm?" war seine einzige Reaktion.
„Na, dieser Vogel gerade. Wer war das?" hakte James nach.
Der Junge ließ seinen Löffel sinken und drehte sich um. Zum ersten Mal konnte James ihn richtig betrachten. Auch er mochte etwa in seinem Alter sein. Er war recht groß, hatte einen linkischen Ausdruck im Gesicht und die schwärzesten Augen, die James jemals gesehen hatte.
„Und was für ein Vogel bist du?"
James grinste schief. „James, James Potter."
Die Augen seines Gegenüber weiteten sich eine Spur. „Potter? Hast du was mit dem Auror zu tun?"
„Du meinst wohl meinen Vater." nickte James.
Der Junge ergriff die Armlehnen seines Stuhls und stand auf, so dass er den Stuhl herumdrehen konnte. Dann ließ er sich wieder fallen. „Cool!" sagte er und streckte ihm die Hand entgegen. „Ich bin Sirius Black."
James musste ein Kichern unterdrücken, was ihm nicht so recht gelingen wollte. „Was ist denn das für ein Name?"
Der Junge spielte den Beleidigten. „Black? Der ist doch ganz normal."
Jetzt schüttelte James den Kopf. „Ich meinte Sirius. Wer nennt sein Kind denn Sirius?"
„Da kannst du dich bei meiner Mutter bedanken. Sie sagt, es sei ein so schöner Gegensatz zum Nachnamen." James zog fragend die Augenbrauen hoch. „Sirius ist der Name eines Sterns. Und das passt dann natürlich zu Black, wie der Hauself auf den Besen. Es ist in unserer Familie übrigens ziemlich verbreitet, Sternnamen zu tragen. Mein kleiner Bruder heißt Regulus und mein Vater mit Zweitnamen Orion. Oh," fügte er mit einem leisen Lachen hinzu. „Und ich habe eine Cousine, die heißt Andromeda. Das ist ein ganzer Sternenhaufen. Aber sie sieht gar nicht so aus."
James fiel in das Lanchen mit ein. Dieser Sirius erschien ihm eigentlich ganz in Ordnung. Wenn er ihn so ansah, schien er aus gutem Hause zu kommen. Er war ordentlich frisiert und die Robe, die er trug, war sicherlich alles andere als Billig gewesen.
Jetzt schüttelte er den Kopf. Na sowas, ein Potter. Mutter würde augenblicklich der Schlag treffen, wenn sie wüsste, dass ich mit einem Potter auch nur spreche."
„Wieso?" fragte James. „Was ist denn so schlimm an einem Potter?"
Sirius zuckte mit den Schultern. „Nichts, nehme ich mal an. Aber Mutter würde das wohl ein wenig anders sehen." Und auf James´fragenden Blick fügte er hinzu. „Dein Vater hat dir wohl nicht besonders viel über die Familie Black erzählt, oder?"
James schüttelte den Kopf. Tatsächlich hatte ihm sein Vater überhaupt nichts über eine Familie dieses Namens erzählt. Er wusste also gar nicht, dass sie überhaupt existierte. Aber das schien eine ziemliche Wissenslücke zu sein, wenn man Sirius´ Reaktion betrachtete.
Der seufzte. „Wie sag ich das jetzt am besten?" begann er. „Nun – meine Familie ist in der Vergangenheit mehr als nur dass ein oder andere Mal mit den Gesetzen unserer Gesellschaft aneinander geraten."
James pfiff überrascht. „Ist dein Vater ein Schwarzmagier?"
Sirius lachte. „Das wohl nicht gerade. Aber ein Unschuldslamm ist er wohl auch nicht unbedingt. Aber was ist eigentlich mit dir?" Mit einem Ruck setzte er sich auf. Das Thema Eltern schien ihm nicht zu gefallen. Zumindest, wenn es sich dabei um seine eigenen handelte. „Bist du ganz alleine hier?"
James schüttelte den Kopf. Mit meiner Mum und meinem Grandpa."
„Und wo sind die jetzt?"
„Gringotts – Besorgungen."
Sirius nickte verstehend. „Wie Mutter. Immer wenn es spannend wird, wollen sie uns Kinder nicht dabeihaben."
James hatte noch nie ein Kind getroffen, dass seine Mutter auch Mutter´ nannte, und nicht Mum´. Bei den Blacks schien es ganz schön steif zuzugehen.
„Ja." stimmte James zu. „Und deine Mutter ist jetzt auch bei Gringotts?"
Sirius schüttelte den Kopf, ging aber nicht näher darauf ein. Stattdessen schaute er James interessiert an. „Du kommst wohl auch dieses Jahr nach Hogwarts?"
James nickte. „Du auch?"
Jetzt nickte Sirius. „Meine Eltern wollten mich erst auf eine andere Schule schicken. Irgendwo in Osteuropa. Sie sagten, da würde mehr Zucht und Ordnung herrschen, wenn du verstehst, was ich meine." James verstand ihn nicht, aber er unterbrach ihn auch nicht. „Aber schließlich hat Hogwarts dann ja doch einen ziemlich guten Ruf. Und es ist auch nicht so schrecklich weit weg. Nicht, dass Mutter das sonderlich viel ausgemacht hätte, wenn ich irgendwo am Ende der Welt zur Schule gehen würde." Er zuckte mit den Schultern. „Aber hier in England kann sie wenigstens ein bisschen leichter ein wachsames Auge auf mich haben."
James konnte sich gar nicht vorstellen, irgendwo anders zur Schule zu gehen, als in Hogwarts. Seine Eltern hatten beide sosehr davon geschwärmt, dass er es kaum noch erwarten konnte, bis es endlich soweit war.
In diesem Moment kam schnaufend die Bedienung an James´ Tisch. „Entschuldige, mein Junge." sagte sie, nachdem sie einmal tief eingeatmet hatte. „Ich kann zwar hexen, aber ich bin ja schließlich kein Hauself." Sie lächelte James freundlich an. „Was darf es denn sein?"
James drehte sich an Sirius vorbei. „Was hast du denn da? Sieht ziemlich gut aus."
„Schokolade mit kandierten Früchten. Ist auch sehr gut."
James nickte der Kellnerin zu. „Dann nehme ich den auch."
Die Hexe lächelte. „Einmal Schoko mit Frucht. Kommt sofort. Und du? Noch versorgt?"
Sirius bestätigte mit vollem Mund, dann dampfte die Bedienung auch schon wieder ab und verschwand im Inneren des Eiscafes, um die Bestellung weiterzugeben.
James fächelte sich mit der Hand Luft zu. Es war noch nicht einmal halb drei und die Sonne brannte unbarmherzig auf ihn hernieder. Vielleicht waren die Plätze hinter dem Café doch die besseren. Dort gab es Bäume, die zumindest etwas Schatten warfen. Auf der anderen Seite hätte er, wenn er sich dort einen Platz gesucht hätte, Sirius nicht getroffen. Und es konnte ja nur von Vorteil sein, wenn er zumindest schon mal einen seiner zukünftigen Mitschüler im Vorfeld kannte.
Jetzt deutete Sirius auf eine kleines Grüppchen von Jungen und Mädchen, die von einem erst dreinblickenden Zaubere aus Richtung tropfender Kessel´ kommend am Café vorbeigeführt wurde.
„Schau mal – Muggelgeborene!"
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So – das war Kapitel zwei. Nachdem das erste Kapitel ja völlig neu geschrieben war. Habe ich in diesem schon ein paar Teile der alten Version recycelt. Vielleicht habt ihr es ja bemerkt. In dieser Form, wird es auch in den nächsten Kapiteln weitergehen. Sprich, auch wenn man das Original kennt, kann man diese Version durchaus lesen. Es kommt einem nur hin und wieder etwa bekannt vor.
Wie üblich nehme ich Fragen, Anregungen und Kritik gerne entgegen und versuch, darauf einzugehen.
Federwisch
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