Siriuslupin: Das hast du ganz richtig erkannt – ich fange ganz von vorn an. Aber wie man ja schon am Titel erkennt, ist das ganze von einem neuen Handlungsfaden durchzogen. Es war einer der Hauptkritikpunkte an der ursprünglichen Geschichte, dass es eigentlich kein zentralen Thema gab. Aber es baut schon auf der Geschichte auf. Die ursprünglichen Geschichten hakten schon an HP6 und jetzt nach 7 passen sie einfach hinten und vorne nicht mehr. Man kann die erste Chronikfassung aber durchaus noch als eigenständige Geschichte sehen – allerdings OC.
12Michi12: Leider muss ich sagen, dass ich meine Schreibgeschwindigkeit nicht erhöhen kann. Wie weit diese Geschichte läuft? Nun, ich bin ein wenig davon ab, hochtrabende Versprechungen zu machen, aber das Konzept für die ursprüngliche Chronik ging über 8 Geschichten (7 Schuljahre + dem, was bis HP1 noch fehlt). Das mit der Summery habe ich getan – danke für den Hinweis. Aber sobald ich mich an die Überarbeitung des zweiten Teils mache, werde ich die alte Fassung eh ganz löschen.
Disclaimer: Nichts von dieser Geschichte gehört mir, außer einigen unbedeutenden Nebencharakteren. Alle Rechte bei J.K.Rowling.
Die Chronik der Rumtreiber
Band I
Das Schwert Gryffindors
Kapitel 4
Das lange Warten
Das Anwesen der Potters verfügte über drei Türme. Der größte von ihnen war ein rechteckiges Ungetüm, das ein Stück entfernt vom Haupthaus, in nordwestlicher Richtung und fast vollständig vom angrenzenden Wald umgeben, dalag. Es war ein uralter steinerner Trutzbau, der sich weit über die Wipfel der umliegenden Bäume erhob und nur der alte Wachturm´ genannt wurde. Die beiden anderen Türme waren rund, schlank und dienten ausschließlich repräsentativen Zwecken. Es gab jeweils einen an der äußeren Vorderfront eines jeden Seitenflügels. Im östlichen, der sich über den Räumlichkeiten von George Potter erhob, hatte sich Merkurio die Familieneule häuslich eingerichtet. In das Turmzimmer des westlichen Flügels zog sich James zurück, wenn er nachdenken oder aus sonst einem Grund allein sein wollte. Das war sehr praktisch, denn der Aufgang zu diesem Turm befand sich direkt in seinem Zimmer.
Im Sommer kam es eigentlich selten vor, dass er sich in das Turmzimmer zurückzog, denn da war er die meiste Zeit im Freien, doch in den letzten Tagen war er recht häufig hier herauf gekommen. Hier hatte er auch seinen ganzen Einkauf aus der Winkelgasse untergebracht. Auch jetzt saß er an einem kleinen runden Tisch und vor ihm lag ein aufgeschlagenes Buch. Geschichte der Zauberei in England – Band I – Die Anfänge´ stand auf dem Buchrücken. Noch niemals in seinem Leben hatte James ein so langweiliges Buch gesehen. Es war eine reine Abfolge von Daten und Fakten. Und das über hunderte von Seiten. Das Beste, was man mit diesem Wälzer machen konnte war, damit Dinge zu beschweren. Oder vielleicht noch, Leute, die man ganz und gar nicht leiden konnte, damit bewerfen. Sehr wahrscheinlich würde sich Geschichte der Zauberei zu dem Fach entwickeln, das er am wenigsten leiden konnte. Und so lag das Buch zwar aufgeschlagen vor ihm, wurde aber von ihm mit keinem Blick gewürdigt.
Stattdessen saß er da und fütterte ein kleines Flaumbündel, dass in seiner Hand saß, mit winzigen Fleischfitzeln von einem Tellerchen. Seine Eule war tatsächlich drei Tage nach seinem Besuch in London geschlüpft und erfreute sich seitdem über einem außergewöhnlichen Appetit, auf den er regelmäßig und lautstark hinwies. James kümmerte sich stets selbst um den jungen Vogel, so wurde dieser in der entscheidenden Phase direkt auf den Jungen geprägt.
Er hatte ihn Hector genannt, nach einem Prinzen aus einer griechischen Geschichte, die ihm sein Großvater erzählt hatte. Dieser Hector hatte in der Geschichte zwar nicht überlebt, doch er war dennoch James´ Lieblingsheld gewesen, weil er so mutig in einen für ihn aussichtslosen Kampf gezogen war. Er war ein Muggel gewesen und hatte gegen den großen griechischen Zauberer Achilles gekämpft. Ein ungleicher Kampf – aber ein mutiger Held. Aber in Geschichten gab es noch Gerechtigkeit. Später in der Geschichte war ein Pfeil durch Achilles Schildzauber gedrungen und hatte ihn an der Ferse verletzt. Das hatte den Zauberer so überrascht, dass seine Feinde ihn überwältigen konnten. Bis heute sprach man deshalb auch noch von der Achillesferse, wenn man den besonderen Schwachpunkt eines Menschen andeuten sollte. James´ Großvater hatte ihm gesagt, dass sogar die Muggel diese Geschichte kennen würden, doch sie würden sie leicht anders erzählen.
Gierig riss das kleine Eulenküken den Schnabel auf und gab einen Ton von sich, den James inzwischen mit mehr´ zu übersetzen wusste. Bei den Mengen, die Hector zu sich nahm, müsste er eigentlich platzen, dachte sich James, steckte jedoch geduldig einen weiteren Fleischfetzen in den fordernden Schnabel. Dann jedoch setzte er das Küken zurück in den kleinen Korb, der als Ersatznest diente.
„Jetzt musst du erst einmal verdauen. Sonst nenn ich dich um in Kanonenkugel. Obwohl – das mit dem fliegen dürfte sich dann ja auch erledigt haben."
Hector protestierte energisch, nicht wegen der angedrohten Namensänderung, sondern weil ihm James´ warme Handfläche um einiges lieber war, als sein Nestkorb. Aber James ließ sich nicht erweichen und so ergab er sich notgedrungen in sein Schicksal.
Entschlossen klappte der Junge die Geschichte der Zauberei´ zu und legte sie zu seinen anderen Schulbüchern auf einen recht ansehnlichen Stapel. James hatte inzwischen in alle einen Blick geworfen. Die meisten waren zumeist eine Ansammlung von Zaubersprüchen und begleitende Erklärungen, wie dabei der Stab zu führen war. Manchmal gab es auch noch einen kurzen Artikel zur Entstehungsgeschichte der einzelnen Zauber und wer sie wann entwickelt hatte. Zwei Bücher schlugen jedoch aus der Reihe. Da war zum eines das Buch für den Zaubertrankunterricht. Es war eine Ansammlung von Rezepten und sah eigentlich eher wie ein Kochbuch aus, als wie ein Buch über Zauberei. Das andere Buch, das eher ungewöhnlich war, trug den Titel Einstieg in die Verteidigung – Das Erkennen der dunklen Künste´. Es war das Buch für das Fach Verteidigung gegen die dunklen Künste, wie im Vorwort erklärt wurde. Und dieses Fach schien viel versprechend zu sein. Durch den Beruf seines Vaters hatte James schon so einiges mitbekommen, was mit den dunklen Künsten in Zusammenhang stand, doch zumeist hielt sein Vater mit dem, was er auf der Arbeit erlebte, ziemlich hinter dem Berg; zumindest, wenn James anwesend war. Er tat das wohl, um seine Familie zu schützen. Nicht das James das Gefühl hatte, beschützt werden zu müssen, aber was wusste schon ein elfjähriger von der Welt.
Je mehr er sich in seinen Schulbüchern umschaute, desto mehr hatte er sowieso das Gefühl, viel zu behütet aufgewachsen zu sein. Wie hatte es Sirius so schön ausgedrückt? Er kam nicht viel rum. Sirius war auch so ein Thema für sich. Seine Mutter musste seinem Vater die Erlebnisse in der Winkelgasse nach ihrer Rückkehr ins Potter-Anwesen direkt brühwarm erzählt haben. Jedenfalls hatte sein Dad ihn nach dem Abendessen zur Seite genommen, um, wie er es nannte, ein ernstes Wort mit ihm zu sprechen. James war einigermaßen überrascht gewesen, als sein Vater die Sprache sofort auf Sirius brachte. Er wollte genau wissen, wie er an ihn geraten war und über was sie gesprochen hatten. Ein wenig fühlte sich James wie in einem Verhör und sein Vater der Auror führte es. Theodor Potter war geübt in dieser Rolle und ihm entging nicht die geringste Reaktion seines Gegenübers. Und seinen eigenen Sohn kannte er zudem natürlich auch noch ziemlich gut. Was er zu hören bekam, schien ihn fürs erste zu beruhigen. Er legte seinem Sohn die Hände auf die Schultern und sah ihn ernst an. Er wolle ihm den Umgang mit diesem Jungen nicht verbieten, sagte er schließlich. Das wäre nicht seine Art und außerdem müsse James selbst entscheiden, zu was für Leuten er stünde. Er würde bestimmt die richtigen Freunde wählen, dessen sei er sich ganz sicher. Aber er solle auch vorsichtig sein. Nicht alles was glänze, seien auch goldene Galleonen, und es hätte sich schon so mancher Werwolf unter eine Herde Einhörner gemischt. Aber er dürfe sich dadurch auch nicht abschrecken lassen. Vielleicht war dieser Sirius ein durchaus netter Bursche. Er würde das bestimmt bald herausfinden.
Dann hatte er James durch die Haare gewuselt und die ´ernsten Worte´ waren beendet gewesen. Das Gespräch hatte James doch einigermaßen nachdenklich gestimmt, aber seitdem war schon wieder einiges an Zeit vergangen und er hatte beschlossen, sich doch lieber darauf zu freuen, Sirius am ersten September wieder zusehen. Er war ihm weder böse noch hinterlistig vorgekommen. Und wenn nicht alles gut war, was gut aussah, konnte es dann nicht auch andersherum gelten? Also jemand, der Black hieß, im Inneren einen guten Kern haben. James nahm sich vor, Sirius genau zu beobachten, ihm aber ansonsten eine Chance zu geben.
Hector stieß einen fordernden Schrei aus, doch James ignorierte ihn. Es war ja so ärgerlich, dass er mit dem Zaubern noch warten musste, bis er in der Schule war. In einer Woche war es endlich soweit. Um elf Uhr am nächsten Mittwoch würde er mit dem Zug losfahren. Eigentlich war es ja unsinnig, erst nach London zu reisen, um dann die lange Zugfahrt nach Hogwarts zu machen, denn laut seiner Eltern lag Godrics Hollow näher an Hogwarts, als an London. Aber die Zugfahrt zur Schule war Tradition und gehörte einfach dazu. Außerdem bot sie eine prima Gelegenheit, um neue Freund zu finden. Auf seine Frage, was man den halben Tag in einem Zug machen konnte, hatten sich seine Eltern angeschaut und gelächelt. Seine Mutter hatte gesagt, dass ihm da schon etwas einfallen würde. Dabei hatte sie einen träumerischen Blick bekommen und George und James Potter hatten mit den Augen gerollt. George, weil sich sein Sohn und seine Schwiegertochter wie Teenager benahmen und James, weil er für solcherlei Gedanken einfach noch ein paar Jährchen zu jung war.
Etwas abwesend gab James Hector noch eins von den Fleischfetzen. Diese Eule Fraß wirklich für drei. James erhob sich. Gleich würde es Zeit für das Abendessen sein, und er konnte es nicht leiden, wenn Dinky direkt vor ihm aus dem Nichts erschien, um ihn zum Essen zu holen. Man konnte sich einfach nicht daran gewöhnen. Die Sonne schien durch das südwestliche Turmfenster. Ringsherum gab es acht Fenster, genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet. Es war praktisch. Auf diese Weise konnte man das Zimmer gewissermaßen als Sonnenuhr benutzen. James stellte Hector mitsamt Nest in einen großen Eulenkäfig. Zwar konnte er noch nicht wegfliegen, aber so konnte er sich schon einmal an den Käfig gewöhnen. Dann stieg er die kurze Wendeltreppe hinunter. Auf einer Zwischenetage ging er an der Frontseite des Westflügels entlang, bis er zu der Treppe kam, die in sein Zimmer führte. Dies war James´ privates Reich, wo er sich größtenteils auffielt, wen er nicht gerade auf dem Gelände herumturnte, oder aber bei seinem Großvater war, dessen Zimmer er durch das Fenster am Fuß der Treppe, die er jetzt herunterkam, im gegenüberliegenden Flügel sehen konnte.
Doch jetzt nahm er sich nicht die Zeit, sich in seinem Zimmer umzuschauen. Er durchschritt es schnell und verließ es durch die Tür zum Flur. Die Mahlzeiten fanden im Allgemeinen in der Küche statt, und so musste er das Haus der Länge nach durchqueren. Sicherlich hätte Dinky mit Freuden einen der Salons für die Mahlzeiten hergerichtet, aber James´ Eltern erschien das nicht angemessen. Nur Empfänge und Festtage rechtfertigten diesen Stil und somit versammelte sich die Familie, soweit anwesend, dreimal am Tag um den großen Holztisch in der Küche.
An der Treppe zum Erdgeschoss traf James auf seinen Großvater, der mit dem Tagespropheten unterm Arm denselben Weg hatte. Er nahm die Zeitung meistens über den Tag mit auf sein Zimmer, um sie zu lesen. Abends gab er sie dann seinem Sohn, der fast jeden Tag das Haus verließ, noch bevor die Eule mit der Zeitung ankam.
„Was interessantes?" Fragte James und deutete auf den Propheten.
George schüttelte den Kopf. „Immer das gleiche. Und die Wetterweissagungen werden auch immer gewagter. Und deine Mutter könnte sich auch mal wieder was neues einfallen lassen." Mrs Potter arbeitete für den Tagespropheten. Aber sie schrieb nur sehr selten Artikel. Sie war mitverantwortlich für den redaktionellen Teil. „Und was gibt es bei dir neues?" fragte George seinen Enkel.
Der zuckte mit den Schultern. „Nichts. Ich sitze da und warte."
George lachte. „Wie schön, dass sich jemand so auf die Schule freuen kann. Aber das geht wohl allen Erstklässlern so. Mit der Zeit legt sich die Begeisterung en wenig."
Die beiden gingen die Treppe hinunter. James fand nicht, dass sich seine Begeisterung legen sollte. Er glaubte auch nicht daran, dass sie das tun würde. Sicher – in der Schule würde er Unterricht haben, aber das war doch eher nebensächlich. Viel wichtiger war doch, dass er bald mit hunderten von anderen Kindern zusammenleben würde. Es würde eine ganz neue Art zu leben für ihn werden. Und wenn das nicht spannend war.
Am Fuß der Treppe angelangt, wandten sie sich nach rechts, gingen an der großen Flügeltür vorbei, die hinaus in den Garten führte und auf die Küche zu, deren Tür offen stand und sie willkommen hieß.
„Ah, die restlichen Herrschaften." tönte es ihnen entgegen, als sie die Küche betraten. Theodore Potter stand bereits in der Mitte des Raumes und ließ sich von seiner Frau die Asche von seinem Umhang klopfen. Scheinbar war er soeben erst aus dem Kamin getreten. Als erwachsener Zauberer konnte er natürlich apparieren, aber über dem Potter-Anwesen lag eine Appariersperre, um unliebsame Gäste den Zutritt zu erschweren. Man konnte nur innerhalb des Geländes von Ort zu Ort springen, nicht über die Grenzen hinaus. Aber das hieß natürlich auch für die Bewohner, dass sie das Gelände nur über das Flohnetzwerk verlassen konnten, wenn sie nicht gerade darauf erpicht waren, auf Muggelweise zu reisen.
Mr Potter zog den Umhang aus und gab ihn an Dinky weiter, der ihn schleunigst aus der Küche trug. „was für eine Wärme das heute wieder ist." sagte er zu seiner Frau. „Aber der Chef meinte, wir sollten uns schon einmal daran gewöhnen." er lachte trocken und seine Frau sah ihn fragend an. Der nahm eine großen Schluck aus einem Glas, das Dinky ihm gereicht hatte, dann seufzte er und ließ sich schwer auf einen Stuhl fallen.
„Der nigerianische Zaubereiminister hat sich an unseren Minister gewandt. Er sagt, dass es ihnen bei der Austragung der Quidditchweltmeisterschaft im nächsten Jahr an Sicherheitskräften mangelt. Und er ließ fragen, ob England da vielleicht helfend unter die Arme greifen könnte."
Mrs Potter schaute ungläubig und setzte sich zu ihrem Mann an den Tisch. „Und sie wollen die Aurorenabteilung mit dieser Aufgabe betrauen? Das wäre ja, als würde man mit Kanonen auf Wichtel schießen."
Mr Potter zuckte mit den Achseln. „Der Minister ist wohl der Ansicht, da es zur Zeit eher ruhig im Land ist, wäre die Aurorenabteilung der Zweig der magischen Strafverfolgung, auf die man am ehesten verzichten könnte."
Auch James und der alte Potter hatten sich an den Tisch begeben und mit einem Fingerschnipsen ließ Dinky das Essen erscheinen.
„Aber wer kann schon jetzt sagen, wie es nächstes Jahr aussehen wird. Der Minister hat seinem Amtskollegen versichert, dass er tun würde, was in seiner Macht stehe. Doch was bedeutet es schon, wenn ein Politiker das sagt." Mr Potter erzählte noch mehr von seinem Tag im Ministerium, doch James hörte nur mit einem Ohr zu. Erst als sein Vater Hogwarts erwähnte, wurde er hellhörig. „Dieser Mann wird immer wunderlicher, Saradine." sagte er zu seiner Frau.
„Du meinst Dumbledore?"
„Natürlich meine ich Dumbledore. Albus Dumbledore. Er war ja schon zu unseren Zeiten ein komischer Kauz, aber seit er die Leitung der Schule übernommen hat, gehen wohl manchmal die Ideen ein wenig mit ihm durch." Und mit einem vorsichtigen Seitenblick auf James fuhr er fort. „Ich habe dir doch neulich von diesem Gerücht erzählt." Mrs Potter nickte. „Nun – es scheint ihm damit tatsächlich ernst zu sein. Heute hat der Zaubergamot getagt und Dumbledore ist vor ihm hingetreten und hat sein Vorhaben bekräftigt."
George Potter pfiff durch die Zähne. Auch er schien zu wissen, worum es in dem Gespräch ging. James runzelte die Stirn, doch niemand war gewillt in aufzuklären. „Er will also wirklich, dass dieser Junge zugelassen wird? Bei aller Verrücktheit – das ist selbst für Albus ziemlich gewagt." George trommelte mit den Fingerspitzen auf der Tischplatte herum.
„Was hat der Gamot denn gesagt?" wollte Mrs Potter wissen. James wusste noch immer nicht, worum es ging, doch er beschloss zu schweigen. Auf diese Weise würde er bestimmt mehr herausfinden, als wenn er einfach nachfragte. Dann würden die Erwachsenen das Gespräch bestimmt abbrechen. Nicht auffallen lautete die Devise.
Mr Potter hob die Schultern. „Es war eine geschlossene Sitzung, natürlich. Soweit ich gehört habe, wurde sie vertagt. Aber viel Zeit haben sie ja nicht mehr. Und Dumbledore scheint auf eine Entscheidung zu drängen. Ir wisst ja, wie er ist, wenn er wirklich etwas will. Da ist es schwer, es ihm abzuschlagen. Bisher hat der Gamot ihn immer wieder hingehalten, aber das können sie nicht mehr lange tun, denn auf der anderen Seite wollen sie ja, dass er ihnen möglichst bald beitritt."
James war ziemlich gespannt darauf, diesem Mann kennen zulernen. Viele sagten von Albus Dumbledore, dass er der größte lebende Zauberer dieses Jahrhunderts sei. Doch er schien einige Schrullen zu haben. James hatte zwar wie gesagt nicht die leiseste Ahnung, worum es in dem Gespräch genau gegangen war, aber es passte zu dem, was er bisher über seinen zukünftigen Schulleiter gehört hatte.
„Wenn er so verrückt ist, warum wollen sie denn dann, dass er dem Gamot beitritt?" fragte er seinen Vater.
Die Antwort erschien ihm rätselhaft. „Genie und Wahnsinn, mein Junge, liegen oft eng beieinander." Als James die Stirn runzelte fuhr er fort. „Sieh mal – ein wirklich großer Zauberer muss aus sich herausgehen können. Er darf die Dinge nicht nur aus einem Blickwinkel sehen. Doch das wird von vielen Menschen als Flatterhaftigkeit und Inkonsequenz missgedeutet." Er zwinkerte seinem Sohn vergnügt zu. „Das ist jetzt nur so eine kleine Theorie von mir, aber wahrscheinlich werden Menschen, die anders sind als andere, nur deshalb so schnell als Verrückte verschrieen, weil sie eben anders sind und weil wir, die so genannten Normalen´, sie einfach nicht vollständig verstehen können."
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Als James an diesem Abend ins Bett ging, hatte er eine ganze Menge, über dass er nachdenken musste. Und einmal mehr war er bestärkt in seiner Vorfreude auf Hogwarts. Eine Woche noch musste er darauf warten. Eine Woche – und morgen früh würde es schon wieder ein Tag weniger sein.
Mit diesem Gedanken schlief er ein.
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So – Das war also Kapitel vier. Auch dieses Kapitel ist eigentlich komplett neu geschrieben. Es befinden sich Teile aus dem alten Konzept für Teil 5 darin, aber das war ja noch nicht veröffentlicht und deshalb unbekannt. Eigentlich ist es auch nur ein Füllkapitel. Gewissermaßen ein Übergang zum nächsten, was eine Mischung aus Chronik 1, 2 und auch neuen Teilen sein wird.
An dieser Stelle ergeht schon einmal eine Warnung. Im nächsten Kapitel gibt es einen klitzekleinen HP7-Spoiler. Allerdings nichts, was etwas über die laufende Geschichte verrät. Man kann es ruhig lesen. Ich wollte es nur sagen, damit es mir hinterher keiner vorwirft
Federwisch
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