Disclaimer und A/N: Siehe erstes Kapitel.
Offenbarungen
Von Thea Potter
Kapitel 22
„Professor Snape! Miss Granger! Was zum …"
Zwei Köpfe wirbelten herum, als Madam Pomfrey außer Atem auf Snape und Hermine losstürzte.
Snape erstarrte mitten in der Bewegung. Er gab ein beunruhigendes Bild ab, wie er da mit erhobenem Zauberstab im Flur stand. Einige Sekunden lang schien er in Betracht zu ziehen, Hermine und Madam Pomfrey zu verfluchen, bevor er seinen Zauberstab sinken ließ. Er ließ ihn nur sehr langsam sinken, aber er tat es und steckte den Stab sogar wieder in die Tasche.
„Nun", dröhnte Madam Pomfrey. „Was in aller Welt war das gerade? Ich höre!"
Snape bedachte Hermine mit einem brennenden Blick; es fiel ihm sichtbar schwer sich zu sammeln, bevor er der Heilerin antwortete.
„Ich wüsste nicht, Madam Pomfrey", sagte er langsam, „dass ich Ihnen neuerdings zur Rechenschaft verpflichtet bin. Aber um Ihre Neugier zu befriedigen: Ich wollte Miss Granger gerade etwas demonstrieren. Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit; offenbar hält sich die junge Dame für beinahe unangreifbar, und wir kamen überein, dass es an der Zeit ist, einige ihrer … Reflexe zu testen."
„Was? Hier?" Madam Pomfrey starrte den Zaubertränkelehrer fassungslos an. „Jetzt?"
„Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", erwiderte Snape ungerührt. „Wenn das alles ist. Ich habe noch einiges mit Miss Granger zu besprechen."
Madam Pomfrey öffnete den Mund; ihr Blick wanderte hinüber zu Hogwarts Musterschülerin, der der Schock noch so in den Knochen steckte, dass sie nur stumm den Kopf schütteln konnte. Snape trat einen Schritt auf Hermine zu und streckte die Hand nach ihrem Arm aus, aber sie trat einen entsprechend großen Schritt zurück und suchte unbewusst den Schutz der Heilerin.
„Nein", brachte sie hervor.
„NEIN WAS?", bellte Snape. Hermine musste sich zusammenreißen, um nicht sichtbar zusammenzuzucken.
„Nein, Sir. Ich gehe nicht mit. Ich bin hier, um mich krank schreiben zu lassen."
Snape und Madam Pomfrey hoben fast synchron ihre Augenbrauen.
„Sie sind krank?", fragte die Heilerin sinnlos nach. „Mädchen, warum sagen Sie das nicht gleich! Kommen Sie."
Sie legte eine Hand auf Hermines Arm, schob sie Richtung Krankenzimmer und entzog sie damit – zumindest vorerst – dem Zugriff des Tränkemeisters.
Aus dem Augenwinkel sah Hermine, wie Snape blass vor Zorn wurde. Sie wagte noch nicht das Gefühl der Erleichterung vollends zuzulassen, aber sie vertraute auf Madam Pomfreys Schutz und Snapes noch verbliebenen Gehirnzellen. Und ja, offenbar gab es da noch welche.
„Nun gut, dann gehen Sie", fauchte er und machte eine ziellose Handbewegung. „Aber sobald Sie den Krankenflügel verlassen, werden Sie in mein Büro kommen. Und zwar unverzüglich! Haben wir uns verstanden?"
Niemals.
Hermine bewegte schwach den Kopf; vielleicht, hoffte sie, missverstand er es als Nicken und zog endlich seiner Wege. Und tatsächlich wandte er sich ab. Endlich. Ihre Nerven begannen unmerklich sich zu entspannen.
„Ach, Madam Pomfrey."
Hermine traf fast der Schlag, als Snapes Stimme hinter ihren Rücken erneut ertönte.
„Sie sollten vielleicht eine etwas intensivere Untersuchung bei Miss Granger durchführen. Sie wirkt ein wenig ... emotional instabil."
Fassungslos wandte sie sich ihm zu. Sein süffisantes Grinsen ließ ihr letztes Bisschen Selbstkontrolle fast zusammenbrechen; sie war den Bruchteil eines Wimpernschlags davon entfernt sich auf ihn zu stürzen, als er sich auf dem Absatz umdrehte und mit wehendem Umhang davonstürmte.
Aus dem Augenwinkel sah sie, wie er abrupt stoppte, schnell etwas vom Fußboden aufhob und weiterlief.
Mein Zauberstab. Dieser Mistkerl, dieser verdammte, dieser ...
Wie konnte er es überhaupt wagen, sie als emotional instabil zu bezeichnen? Tränen der Wut brannten in ihren Augen, während sie der Heilerin in den Krankenraum folgte. Ausgerechnet er! In seiner Situation! Das war lächerlich.
Am meisten ärgerte sie, dass er Recht hatte. Wenn ihr im Augenblick etwas fehlte, dann war es emotionales Gleichgewicht. Aber zumindest, dachte sie wütend, war Snape jetzt endlich weg und mit ihm der Grund für ihr inneres Durcheinander.
Während Madam Pomfrey die Tür hinter ihnen schloss, machte sich in Hermine ein quälendes Gefühl breit. Ohne ihren Zauberstab fühlte sie sich schutzlos und regelrecht nackt; außerdem war es nicht gut, wieder in dieses Krankenzimmer zu kommen. Ihr Gedächtnis spülte die jüngsten Ereignisse in diesem Raum in den vordersten Bereich ihres Bewusstseins; sie erinnerte sich an Snapes Hände in ihren Haaren und sah wieder seinen verzweifelten Gesichtsausdruck vor sich. Ohne nachzudenken schlug sie die Hände vors Gesicht.
„Mädchen, was fehlt Ihnen denn?"
Nicht viel, nur der Anflug von geistiger Gesundheit und mein Zauberstab ...
Die Erleichterung brach durch. Snapes Abwesenheit und Madam Pomfreys sanfte Stimme führten eine Entspannung von Geist und Körper herbei, die einen unvermittelten Gefühlsausbruch zur Folge hatte. Hermine begann zu weinen wie ein kleines Kind. Sie beweinte ihren Zauberstab und die ganze verkorkste Annäherung zwischen ihr und dem Zaubertrankmeister. Sie schluchzte und heulte und schmiegte sich in die Arme der Heilerin, die sofort bei ihr war; sie legte über Hermine einen Mantel aus Trost, Liebe und stillem Verständnis, wie nur Frauen es konnten.
Hermine durfte weinen, so lange sie wollte. Trauer und Frust über die Scherereien der vergangenen Woche flossen aus ihr heraus. Als die Tränen schließlich versiegten, verspürte sie das Bedürfnis, sich erschöpft auf eines der Betten sinken zu lassen. Aber Snape und die Ereignisse der vergangenen halben Stunde waren zu gegenwärtig.
So zwang sie sich, zu den hohen Fenstern zu gehen und auf die schneebedeckte Landschaft hinaus zu schauen.
Schnee ... der Schnee im Wald, auf dem Bäumen, hinter denen der Mond aufgeht ...
Gequält schloss Hermine ihre verquollenen Augen und massierte abwesend ihre Stirn. Schlafen, sie wollte nur noch schlafen – wegkommen von all den Gedanken. Schlafen und danach irgendetwas tun, um ihren Zauberstab zurück zu bekommen.
Aber zuerst musste sie der Heilerin ein paar Erklärungen liefern.
„Die Prüfungen ...", fing sie an, wohl wissend, dass dies ein wunderbarer Grund für einen Nervenzusammenbruch war. „Der Krieg ..." Noch ein guter Grund. Sie begann mit einem „Eswirdmiralleszuviel"-Monolog. Pomfrey hörte schweigend zu; ihr Gesicht zeigte viel Verständnis und liebevolle Gedanken, und Hermine bekämpfte mit kläglichen Ergebnissen ihr schlechtes Gewissen, weil sie der Heilerin nicht die Wahrheit sagte.
Aber sie hatte Erfolg, und das sollte für heute alles sein, das zählte.
Madam Pomfrey suchte ihr ein paar Fläschchen mit Beruhigungstränken heraus, die ER gebraut hatte, und bot ihr ein Bett an, wobei sie auf genau das Bett wies, auf dem ER vorhin gesessen hatte.
Nichts wie weg hier.
„Vielen Dank, Madam Pomfrey", schaffte Hermine zu murmeln, „aber ich würde doch lieber in meinen Schlafsaal gehen und mich dort hinlegen."
Die Heilerin hatte auch dafür Verständnis. Sie versprach die Krankmeldung an das Lehrerkollegium weiterzuleiten und schickte Hermine mitsamt Heilungstränken fort.
Mit geröteten Augen und dröhnenden Kopfschmerzen lief Hermine in Richtung der gryffindorschen Räume. Ohne die Sicherheit ihres Zauberstabs in der Tasche war ihr Gang seltsam unsicher; das Gefühl der Schutzlosigkeit verstärkte sich quälend. Sie wusste, sie würde sich darum kümmern müssen, aber sie fühlte sich in ihrem Zustand zu nichts in der Lage.
Nur schlafen. Nichts mehr sehen und hören.
Nun fiel ihr auch wieder ein, dass Snape in seinem Büro auf sie wartete, aber sie war fest entschlossen ihm aus dem Weg zu gehen. Ihre Krankmeldung schützte sie, er konnte gar nichts machen; und es war absolut unklug ihm wieder zu begegnen, so lange der verdammte Emotionstrank noch wirkte. Nein, sie musste sich von ihm fernhalten, auch wenn sie nur zu gern in sein Büro gestürmt wäre, um ihn mit seinem eigenen Zauberstab auf den Mars zu hexen.
Er hätte es verdient.
Aber was hätte sie dann eigentlich verdient, überlegte sie deprimiert. Welche Strafe verdiente sie wohl Snapes Meinung nach, nachdem sie ihn hinterrücks vergiftet, ihm seine emotionale Selbstkontrolle genommen und ihn zum Gespött der Schule gemacht hatte?
Mal ganz davon abgesehen, dass er ihr infolge seiner völligen emotionalen Schutzlosigkeit sehr nahe gekommen war ... außerordentlich nahe sogar.
Wenn sie jetzt an die Situation im Krankenflügel dachte, war alles wieder da. Es war so real, ganz plötzlich, sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut, hörte sein unterdrücktes Stöhnen und erinnerte sich an seine Zunge an ihrem Ohr, ihrem Hals ... Er hatte sie seine Erregung spüren lassen. Oh Merlin, er war schon dabei gewesen, sie auszuziehen.
Ihre Knie wurden zu Schaumgummi, wenn sie daran dachte, was passiert wäre, wenn sie die Situation nicht unterbrochen hätte.
Völlig verloren in ihren Gedanken und Gefühlen ging sie durch die Flure. Sie schwankte zwischen Fassungslosigkeit und Scham - und dann war da noch etwas, nämlich eine heftige Sehnsucht, die sie sich selber nicht zugestand und die doch ständig in ihr lauerte, bereit herauszubrechen. Aber sie wollte sich nicht in diesem Gefühl der Lust und Sehnsucht verlieren, sie wusste, dass sie das nicht durfte. Sie musste diese Situation im Krankenraum schleunigst vergessen, all die Berührungen, die Küsse, das Begehren, das er ihr gegenüber gezeigt hatte ... Sie war davon überzeugt, dass er ihr das alles niemals verzeihen würde. Sie musste sich nicht vorwerfen, dass sie sich ihm an den Hals geworfen hatte ... Aber sie befürchtete, dass er ihr genau das vorwerfen würde – dass sie seine Schwäche ausgenützt hatte.
Er wird mich dafür hassen.
Und ja, sie fürchtete seine Rache. Entweder er würde irgendwie dafür sorgen, dass sie von der Schule flog, oder er würde ihr so das Leben zur Hölle machen, dass die vergangenen Stunden nichts dagegen waren.
Ich werde mich wehren. Irgendwann ist Schluss. Er hat mich schon genug leiden lassen.
Endlich erreichte Hermine den Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Sie war so in ihre Gedanken versunken, dass sie an dem Porträt vorbei schlurfte und erst anhielt, als die Fette Dame ihr etwas hinterher rief.
„Schätzchen! Meine Güte, wie sehen Sie denn aus!"
Die Fette Dame stemmte die Fäuste in die Hüften und sah Hermine ehrlich empört an.
„Sie haben geweint!"
Ihre Worte hallten durch den ganzen Korridor. Hermine machte eine verzweifelte Handbewegung, um das erboste Gemälde zu bremsen, aber die Fette Dame ließ sich nicht beirren. Porträts hatten einfach eine Vorliebe für theatralische Auftritte.
Sagen Sie ruhig, dass es mich nichts angeht", schimpfte sie, „aber ich kann es einfach nicht mit ansehen, wenn ein nettes Mädchen wie Sie weint. Ein Mann ist der Grund, nicht wahr? Es sind immer die Männer. Sagen Sie mir, wer es ist, und ich werde dafür sorgen, dass er hier in der Schule seines Lebens nicht mehr froh wird!"
Au ja.
Hermine lächelte zaghaft.
„Nein ... ich ... ich bin okay. Vielen Dank."
Die Fette Dame musterte das Mädchen vor ihr streng.
„Na, wenn Sie meinen", erwiderte sie skeptisch. „Aber passen Sie auf sich auf."
Mit diesen Worten klappte das Portrait zur Seite, und Hermine betrat den Gemeinschaftsraum. Ihr Blick fiel auf das munter vor sich hin prasselnde Kaminfeuer und dann auf den Sessel, in dem sie heute Morgen gesessen hätte.
Die Pergamente. Mein Manuskript! Oh nein oh nein.
Ihr Herz sank, als ihr die verschwundenen Aufzeichnungen einfielen, die sie im Anschluss an ihren Waldausflug mit Snape erstellt hatte. Noch etwas, um das sie sich kümmern musste. Aber nicht jetzt. Jetzt nichts!
Ohne Umweg lief sie in ihren Schlafraum. Sie war so erschöpft, dass sie sicher war, sie würde schlafen, sobald ihr Gesicht das Kissen berührt hatte. Aber es ging nicht; sie war zu erschöpft, und sie konnte ihren Kopf nicht abschalten. Sie hätte jetzt einen Aus-Knopf für ihren Verstand gebraucht, einen ganz einfachen, unauffällig angebrachten Kippschalter. Das hatte sie schon oft gedacht, aber noch nie war für sie der Mangel an Kippschaltern an ihrem Kopf so auffällig gewesen wie heute.
Snape. Snape hier, Snape da, Snape überall.
Ich werde noch wahnsinnig.
Hermine setzte sich abrupt aufrecht hin; so ging das nicht weiter. Sie stand auf, kleidete sich wieder an und begann ziellos im Schlafraum hin und her zu laufen, bis ihr eine Idee kam.
Sie holte eine Handvoll Pergamente und ihren Federkiel aus der Schublade, setzte sich an einen der Tische am Fenster und begann zu schreiben.
oOo
--- ... Eintrag vom 22. Januar xx:
Ich glaube, heute ist der schlimmste Tag meines Lebens. Ich muss meine Gedanken ordnen. Mein Tagebuch liegt im Büro meines Professors, also folge ich seinem Rat und verwende ein Pergament, das ich dem Tagebuch später hinzufügen werde.
Mein Professor. Vor einer Woche noch war er einfach nur mein Zaubertranklehrer, und jetzt ist alles so schrecklich kompliziert geworden.
Er hat mein Tagebuch an sich genommen und es gelesen, mich erpresst und mich dazu gebracht einen Trank zu trinken, der mir einen Hölllentag beschert hat. Dann ist er noch ungefragt in meinen Geist eingedrungen. Er hat im Streit Hand an mich gelegt und ist ganz widerlich geworden. Und er hat meinen Zauberstab zerbrochen.
--- Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so wütend auf jemanden. Im Augenblick möchte ich ihn in eine Schnecke verwandeln und auf der nächstgelegenen Autobahn absetzen. Tod durch Muggel-Technik, was für ein gemeines Schicksal für den großen Severus Snape.
Aber das ist lächerlich. Wie komme ich nur auf solche Gedanken? Dieser Mann holt in mir etwas hervor, das mir Angst macht. Er hat mich tatsächlich dazu gebracht, ihm den Emotionstrank ohne sein Wissen zu verabreichen um mich zu rächen.
Rache ist ein erbärmliches Handlungsmotiv. Wie konnte ich mich nur dazu hinreißen lassen? Mein Verhalten war unehrenhaft und heimtückisch. Ich schäme mich in Grund und Boden, wenn ich darüber nachdenke.
--- Und dann denke ich wieder, dass er es verdient hat. Dass ich vielleicht doch das Wagnis eingehen sollte zu Professor Dumbledore zu gehen. Dass Snape von der Schule geworfen werden müsste ... Dass ich das Recht mich zu wehren.
Ja, das habe ich auch getan. Indem ich ihn vergiftet habe. Was ich getan habe, ist unverzeihlich. Ich mache mir selber Angst. Und dann komme ich noch auf die Idee, meinem Professor die Schuld an allem zu geben! Er ist nicht voll zurechnungsfähig, und das ist meine Schuld!
Aber als er mein Tagebuch genommen und mich mit dem Hellsichtigkeits-Trank übertölpelt hat, war er aber sehr wohl zurechnungsfähig!
Verdammt. Ich wünschte, es hätte nur einer von uns beiden Mist gebaut und nicht wir beide. Und das alles wäre schlimm genug, wenn da nicht noch ...
Mehrere Absätze bis zur Unleserlichkeit durchgestrichen
Ich verstehe es nicht. Es fühlte sich so unglaublich gut an. So echt. Ich weiß, ich muss das alles vergessen, aber ich muss mir gegenüber trotzdem ehrlich bleiben. Ich habe Gefühle für ihn. Ich weiß nicht genau welche, und ich habe keine Ahnung, wie es weiter geht. Aber ich möchte diesen Moment im Krankenflügel in mir einschließen und gegen alle negativen Gedanken schützen. Zusammen mit der Erinnerung an diesen Waldausflug. ... ---
oOo
Hermine ließ die Feder sinken. Sie atmete jetzt ruhiger, und in ihrem Kopf ging es ein wenig geordneter zu. Sie hätte das schon früher tun sollen, dachte sie. Das Schreiben hatte ihr schon so oft geholfen, ihre Gedanken zu ordnen. Man konnte damit keine Probleme lösen, aber einer Lösung näher kommen.
Hermine legte ihre Schreibutensilien weg. Sie wartete, bis das Pergament trocken war, faltete es dann zusammen und schob es in den Bezug ihres Kissens hinein. Während sie sich im Bett zusammenrollte, kam die absurde Idee, das Pergament Snape zu schicken mit der Bitte, es dem Tagebuch zuzufügen. Er würde es lesen oder eben nicht, was machte das noch für einen Unterschied nach all dem, was passiert war?
Der Ärger über das Tagebuch kam ihr plötzlich so kleinlich vor.
Im Halbschlaf sah sie Snape vor sich. Ein blasses, zorniges Gesicht. Sie spürte, wie sich beim Gedanken an die kommenden Tage ihr Magen verkrampfte. Was sollte denn jetzt nur werden? Sie wollte ihn nicht hassen und sie wollte auch nicht, dass er sie hasste.
Hass ist nicht gut. Es frisst einen auf.
Mit diesem Gedanken schlief sie ein.
t.b.c.
