Disclaimer und A/N: Siehe erstes Kapitel.
Offenbarungen
Von Thea Potter
Kapitel 30
Lautes Gepolter ließ Hermine hochschrecken. Sie blinzelte und versuchte sich zu orientieren ... Ah, sie saß im Gemeinschaftsraum. Und eben waren zwei Mitschülerinnen durch das Portraitloch hereingestürmt und hatten ihre Taschen auf den Boden geworfen. Hermine rieb sich die Augen; sie war verwirrt und todmüde.
Als sie ihre Taschenuhr hervorholte, starrte sie auf die Zeiger, ohne etwas zu begreifen. Es war 11:24 a.m. – schließlich dämmerte ihr, dass sie fast eine Stunde lang hier im Sessel geschlafen hatte. Und genau genommen war sie jetzt müder als vorher. Sie musste unbedingt ins Bett, es war ihr herzlich egal, ob sie dadurch das Mittagessen versäumte. Später würde sie dann zu Snape herunter gehen und ihn um Hilfe bitten – auch wenn er nicht gestört werden wollte.
Sie lief die Treppe zum Schlafsaal hinauf und freute sich so sehr auf ihr warmes Bett, dass sie trotz ihrer Müdigkeit immer zwei Stufen auf einmal nahm. Dabei entging ihr, dass Schallwellen den Boden unter ihr beben ließen. Erst, als sie die Hand auf die Klinke legte, wurde ihr bewusst, dass da drinnen irgend etwas los war, denn dieses Etwas war laut genug, um die Türklinke unter ihrer Hand vibrieren zu lassen.
Hermine riss die Tür auf – und Musik dröhnte ihr entgegen, Musik mit harten Beats und brüllendem Sprechgesang, so laut und gewaltig, dass es ihr die Haare nach hinten wehte. Lavender und Pavarti gaben in der Mitte des Raumes ein epileptisches Gezappel zum Besten, das offenbar eine Art Tanz darstellen sollte.
Wäre ihr Nervenkostüm nicht so zerschlissen gewesen, hätte sie den Spuk mit einem Silencio beendet – oder es zumindest versucht, um dann festzustellen, dass ihr Stab fehlte. Naja, zumindest hätte sie ihren Mitschülerinnen eine gepfefferte Standpauke gehalten. Aber der Lärm zerrte so an Hermines Nerven, dass sie ohne nachzudenken die Flucht ergriff. Für ihre Nerven war das die beste Lösung, denn kaum hatte sie die Tür hinter sich geschlossen, war es im Flur wieder mucksmäuschenstill; offenbar lag ein wirksamer Schallzauber über dem Raum, so dass das Getöse draußen nicht zu hören war.
Das war's dann mit meinem Mittagsschlaf.
Hermine tappte die Stufen hinunter zurück in den Gemeinschaftsraum und lehnte sich müde gegen die Wand. Sie ermahnte sich, konstruktiv zu denken und zu entscheiden, was sie als Nächstes tun konnte, aber überall stieß ihr Denken gegen Hindernisse; schlafen ging nicht, weil der Schlafsaal einer Lärmhölle glich, zum Lernen war sie zu kaputt und für einen Spaziergang im Schnee fehlte ihr die notwendige innere Wärme. Und sie hatte jetzt wirklich nicht die Nerven, das gesamte Schloss nach Harry abzusuchen, um sich bei ihm zu entschuldigen; angesichts ihrer derzeitigen Stimmungslage würde das wahrscheinlich ohnehin nicht von Erfolg gekrönt sein.
Eine große Portion Selbstmitleid lauerte in einer Ecke ihres Bewussteins und drohte sie zu überwältigen. Kein Zauberstab, kein Rückzugsort, kein warmes Bett, um sich darin zu verkriechen. Am liebsten hätte sie jetzt in riesigen Buchstaben BÄÄÄHH an die Wand des Gemeinschaftsraums gekrakelt.
Plötzlich sprang sie auf; sie beschloss ihre Müdigkeit zu ignorieren und jetzt unverzüglich zu Snape zu gehen. Er war da unten, und nur er konnte ihr sagen, ob Malfoy den Imperio immer noch verwendet. Snape musste ihr einfach helfen.
Also machte sich Hermine schlapp und zerschlagen auf den Weg in die Kerker, auch wenn ihr klar war, dass dieser Zeitpunkt denkbar ungünstig für ihr Vorhaben war. Nicht nur, dass er ihr explizit gesagt hatte, dass er sie nicht sehen wollte - es war auch eine Schnapsidee, diesem Mann unausgeschlafen zu begegnen. Bei Snape waren schnelle Reflexe gefragt, da musste man zumindest wach und orientiert sein. Und das war bei ihr im Moment so wenig der Fall, wie eine Alraune Mozart singen konnte.
Als sie sich schließlich Snapes Bürotür näherte, hörte sie Gemurmel. Sie hatte die Hand schon zur Faust geballt um zu klopfen, als sie endlich begriff, dass die Stimmen direkt aus dem Büro des Tränkemeisters kamen. Hermine trat näher und lauschte. McGonagall. Flitwick. Sprout. Und dazwischen immer wieder Snapes tiefe Stimme. Alle Hauslehrer waren anwesend, wurde Hermine klar, und sie trat nahe an die Tür heran. Aber unglücklicherweise redeten die Anwesenden so gedämpft, dass Hermine kaum etwas verstehen konnte.
... in der Lage zu ...
... enorme Verantwortung ...
... Albus wird ...
Hermine verlagerte ihr Gewicht auf den linken Fuß, lehnte sich ganz gegen die Tür und drückte ihr Ohr gegen das Holz.
... Schüler dürfen keinesfalls ...
... können nicht untätig herumsitzen und warten, bis ...
... Anfang nächster Woche wird hoffentlich ...
... sollten auch den Vertrauensschülern noch ...
Es war einfach nicht möglich, ganze Sätze zu verstehen, geschweige denn die Zusammenhänge zu begreifen. Trotzdem blieb Hermine weiter an der Tür stehen und lauschte, immer auf den Augenblick wartend, in dem Snapes Stimme wieder zu hören war. Sie schloss die Augen; irgendetwas war anders als sonst, und kurz darauf wurde ihr klar, was anders war – Snape redete ruhig, seiner Stimme fehlte die übliche Kälte, da war kein Spott herauszuhören und keine Schärfe.
Und vor allem redete er viele, lange Sätze hintereinander.
In meiner Gegenwart redet er fast überhaupt nicht. Warum eigentlich nicht? Snape ist doch im Grunde nicht schweigsam ... oder doch? Ach, was weiß ich ... ich kenne den Mann doch überhaupt nicht ...
Plötzlich ging alles viel zu schnell für ihren müden Kopf. Da mischte sich ein Geräusch in ihre Gedanken, das sie aufschrecken ließ; aber sie war so müde und unaufmerksam, dass sie nicht schnell genug reagierte – und als ihr endlich klar wurde, dass es zuerst still in Snapes Büro geworden war und sich dann Schritte der Tür genähert hatten, hatte schon jemand abrupt die Bürotür aufgerissen und sie, eben noch schlaftrunken an der Tür lehnend, hatte das Gleichgewicht verloren.
Mit einem leisen Schrei fiel Hermine in Snapes Büro hinein. Sie ruderte mit den Armen und betete um festen Boden unter den Füßen; sie stürzte trotzdem und begrub den armen Professor Flitwick unter sich, der recht tapfer war und nur ganz kurz erschrocken quietschte. Der Mann mochte winzig sein, aber er hatte schrecklich viel Zeugs um sich herum. Bei dem verzweifelten Versuch aufzustehen, verhedderte Hermine sich in seinem Umhang, und schließlich trat Professor Sprout hinzu und half ihr, sich zu entknoten, dem Umhang des kleinen Professors zu entfliehen und auf angemessenen Abstand zu gehen.
Das alles ging schweigend vonstatten. Als Sprout schließlich ihren Arm losließ und die verwirrte Hermine vor den Professoren und Professorinnen stand, war sie sicher, dass ihre Wangen so viel Licht abgaben wie ein Kaminfeuer. Vier Augenpaare waren auf sie gerichtet, und wenn sie ihren schwarz gewandeten Zaubertrankprofessor auch nur ansah, begannen die ersten Ameisen in ihrem Magen aus ihrem Mittagsschlaf zu erwachen. In der Gegenwart anderer Professoren war dieses Gefühl noch unangenehmer als ohnehin schon.
Ein Geheimnis. Wir haben ein Geheimnis, er und ich.
Schließlich war es das Oberhaupt von Gryffindor, das die Stille durchbrach.
„Ich weiß nicht", sagte Professor McGonagall in finsterstem Lehrerton, „was ich bedenklicher finden soll – Ihren Einfall, an der Tür eines Professors zu lauschen oder die Tatsache, dass sie sich dabei haben erwischen lassen." Sie schüttelte missbilligend den Kopf. „Zehn Punkte von Gryffindor. Und jetzt wäre es wohl angemessen, wenn wir den Grund für Ihren Auftritt erfahren würden."
Hermine wollte antworten, aber der Mund stand ihr offen. Sie erinnerte sich nicht daran, dass sie jemals (ohne die „Hilfe" der Jungs) einen solchen Punkteverlust zu verantworten hatte – von Snapes Punkteabzügen mal abgesehen.
Los jetzt, reiß dich zusammen.
Sie schluckte, sortierte ihren müden Verstand, besann sich auf ihre besten Eigenschaften und nickte.
„Das Ganze ist mir furchtbar peinlich", sagte sie freimütig und versuchte gar nicht erst, um die Sache herumzureden. „Bitte entschuldigen Sie mein Auftreten. Ich bin sicher nicht hergekommen um zu lauschen; ich wollte Professor Snape sprechen, aber als ich Stimmen in seinem Büro hörte, bin ich automatisch stehen geblieben und ... Es waren nur wenige Sekunden. Wirklich. Und ich habe übrigens kaum ein Wort verstanden!", setzte sie nachdrücklich hinzu.
Irrte sie sich, oder hatte Snapes Mund sich gerade amüsiert verzogen?
„Ihre Beteuerungen machen die Sache nicht besser", sagte Hermines Hauslehrein unwirsch. „An der Tür von Professoren zu lauschen, ist ein für Vertrauensschülerinnen äußerst unadäquates Verhalten."
„Und ich werde den Eindruck nicht los", warf Snape in gelangweiltem Tonfall ein, „dass deine Schülerin dank ihrer beeindruckenden Auffassungsgabe diesen Tatbestand vollständig erfasst hat."
Hermine war zu müde, um ihre Überraschung zu verbergen; ihre Blicke trafen sich nur kurz, aber sie war sicher, dass er in ihrem Gesicht lesen konnte wie in einem Zaubertränkebuch für Erstklässler.
„Im übrigen, Minerva", setzte er samtig hinzu „wenn es nicht eine gewisse Order gäbe, die einen effektiven Schallschutz für die Büros der Professoren in Hogwarts untersagt, stünden wir jetzt nicht hier und müssten uns Miss Grangers Beteuerungen anhören."
„Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet du diese Regelung immer wieder ansprechen musst", erwiderte McGonagall. „Schalldichte Bürotüren hätten schon vor Jahren verboten werden sollen."
„Um genau was zu verhindern?", fragte Snape spöttisch nach. „Kläre mich doch bitte auf. Glaubst du ernsthaft, dass ich einen lächerlichen Schallschutz benötige, sofern ich den Plan habe, deinen Schützlingen etwas anzutun?"
Sein Grinsen jagte Hermine einen viel zu angenehmen Schauer über den Rücken. Sie erwartete, dass McGonagall hochgehen würde wie eine Feuerwerksrakete, aber ihre Lehrerin blieb völlig gelassen.
„Deine herablassenden Äußerungen kannst du dir sparen!", winkte sie ab. Hermine konnte es nicht glauben, aber sie sah in den Augen ihrer strengen Lehrerin ein stilles Vergnügen blitzen. „Deine fragwürdigen Lehrmethoden waren schon allzu oft Diskussionsgegenstand während der Dienstbesprechungen."
Professor Flitwick ließ ein leises Räuspern vernehmen, aber seine Kollegin hörte es offenbar nicht.
„Du kannst dich doch nicht einmal kontrollieren", fuhr sie kampflustig fort, „wenn eine ganze Schulklasse anwesend ist – ich wage gar nicht mir auszumalen, was passiert, wenn du mit einem Schüler allein bist."
„Ist das Krankheitsbild der typischen gryffindorschen Paranoia eigentlich schon wissenschaftlich erforscht worden?", warf Snape mit Leidensmiene in den Raum. „Wenn nicht, schlage ich dich als Probanden vor. Die Studie hätte sicher durchschlagende Erfolge."
„Eine Untersuchung der sadistischen Neigungen im Hause Slytherin erscheint mir da vielversprechender", gab McGonagall zurück.
„Minerva, Severus", unterbrach Professor Sprout das Geplänkel entnervt. „Könntet ihr das ein andernmal klären?"
Snape zog eine Augenbraue hoch, und McGonagall warf ihrer Schülerin einen Seitenblick zu.
„Ähm. In der Tat. Wir sollten diese Diskussion vertagen."
„Jederzeit, Minerva", sagte Snape, und Hermine hätte schwören können, dass die Andeutung eines Lächelns über beide Gesichter huschte, bevor die Anwesenden sich ihr erneut zuwandten.
„Meine Frage war nicht so dringend", sagte Hermine hastig, um einem Rausschmiss zuvor zu kommen. „Ich könnte später wiederkommen."
„Sie könnten nie wiederkommen", schlug Snape mit einer hochgezogenen Augenbraue vor. Aber Professor McGonagall winkte ab und zog Hermine an Snape vorbei weiter in dessen Büro hinein.
„Nein. Bleiben Sie hier. – Wenn Miss Granger sich schon einmal hierher verirrt hat, kann sie ebenso gut die Neuigkeiten erfahren. Das spart uns allen Zeit", sagte sie in Richtung seiner Kollegen.
Professor Sprout warf Hermine einen nachdenklichen Blick zu. „Nun gut", sagte sie dann, „ich wäre einverstanden." Professor Flitwick nickte nur, und Snape verdrehte die Augen; Hermine registrierte beleidigt, dass er ein Gesicht zog, als sei ihre Anwesenheit in seinem Büro eine persönliche Strafe für ihn.
„Gut, Miss Granger", begann McGonagall, „was wir Ihnen mitteilen werden, weiß bislang kein Schüler in Hogwarts. Ebenso sind Sie die erste Vertrauensschülerin, die es erfährt, und wir erwarten von Ihnen, dass Sie mit Ihrem Wissen verantwortungsvoll umgehen."
Hermine nickte nur und versuchte sich zu konzentrieren. Offenbar nahm sie ihr den Auftritt von eben noch immer übel, sonst hätte sie nicht so etwas Selbstverständliches angemahnt.
„Ich will nicht darum herum reden", sagte ihre Hauslehrerin. „Der Direktor wird vermisst."
Hermines Herz setzte für einen Moment aus. Sie holte Luft um Fragen zu stellen, aber Snape sprach schon weiter.
„Er wird vermisst, Miss Granger" sagte er scharf. „Nicht mehr und nicht weniger, also hören Sie auf, ein Gesicht zu machen, als hätten hier wir einen Trauerfall zu beklagen - dafür besteht kein Anlass. Der Direktor macht ... Erledigungen und hat sich seit zwei Tagen nicht in Hogwarts gemeldet. Das ist durchaus besorgniserregend, aber bislang haben wir keinen Grund anzunehmen, dass etwas Tragisches geschehen ist."
Hermine nickte schweigend. Denk nicht über das Schlimmstmögliche nach, es verdirbt dir die Gegenwart, bevor es überhaupt passiert ist - das war ein Leitsatz ihrer Mutter, und Hermine beschloss, ihr beizeiten dafür auf die Schulter zu klopfen.
Zwei Tage, überlegte sie und versuchte ihren müden Kopf zumindest zu einer Minimalleistung zu aktivieren. Dann war Professor Dumbledore vermutlich schon länger fort. Beschämt stellte sie fest, dass sie sich gar nicht erinnern konnte, wann sie ihn das letzte Mal gesehen hatte. Sie war einfach zu viel mit ihren eigenen Problemen beschäftigt gewesen. Es stand außer Frage, dass Abwesenheit des Schulleiters mit Voldemort und dem Orden des Phönix zu tun hatte. In welcher Mission mochte Professor Dumbledore wohl unterwegs sein? Und was wussten die Ordensmitglieder darüber?
Hermine war klar, dass diese Fragen warten mussten; Snape und McGonagall würden in der Gegenwart von Flitwick und Sprout keine den Orden betreffenden Informationen herausrücken. Ihr blieb nichts übrig, als weiter zuzuhören und ihre Fragen herunterzuschlucken.
„Natürlich hat Professor Dumbledore für so einen Fall Vorkehrungen getroffen", fuhr Professor Sprout fort. „Wir haben als Hauslehrer alle Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass in Hogwarts während der Abwesenheit des Schulleiters alles reibungslos läuft. Und als Erstes müssen wir gewährleisten", ergänzte sie, „dass niemand von der Abwesenheit von Professor Dumbleore erfährt."
„Ich verstehe", sagte Hermine. „Es geht um die Sicherheit der Schule."
„Ganz recht, Miss Granger", bestätigte Professor Flitwick mit seiner Fiepsstimme; sein freundliches Lächeln entspannte Hermine ein wenig. „Hogwarts ist trotz des Krieges immer noch ein sicherer Ort für alle Schüler und Professoren, die hier wohnen." Und für alle Hauselfen, Geister und sonstigen Anwesenden, fügte Hermine in Gedanken automatisch hinzu. „Und das ist nicht zuletzt dem Ruf von Professor Dumbledore als mächtigstem Gegner von Wir-wissen-schon-wer zu verdanken. Es würde die Sicherheit von uns allen gefährden, wenn bekannt werden würde, dass der Direktor vermisst wird. Darum werden wir seine Abwesenheit so lange geheim halten wie möglich."
„Offiziell hält sich Professor Dumbledore derzeit in Irland auf", sagte Sprout, „und besucht den diesjährigen Zaubererkongress."
Hermine unterdrückte ein Seufzen. Der Zaubererkongress war todlangweilig, Dumbledore würde nie seine Zeit dafür verschwenden. Diese Täuschungsmanöver waren immer so schrecklich durchschaubar. Sie fand es unbequem, jedes Mal damit spekulieren zu müssen, dass ihre Mitschüler dumm genug waren, um solchen Ausreden Glauben zu schenken.
„Ich nehme an", sagte sie, um das Gespräch auf den Punkt zu bringen, „die Vertrauensschüler haben den Auftrag, auf dieser Behauptung zu beharren, Gerüchte zu zerstreuen und den anderen zu versichern, dass alles in Ordnung ist."
„Und wieder nimmt die unvergleichliche Miss Granger uns die Worte aus dem Mund", erwiderte Snape spöttisch. „Allerdings werden wir nur die Vertrauensschüler des letzten Jahrgangs instruieren; meiner Ansicht nach ist das zwar immer noch zuviel, aber der Direktor hält es für ratsam, dass einige Schüler die Wahrheit wissen, um gezielter von ihr ablenken zu können."
„Miss Granger, Sie übernehmen bitte die Aufgabe, Mr Weasley noch heute alles Notwendige mitzuteilen", wandte sich McGonagall an ihre Schülerin.
„Ja, Professor", sagte Hermine abwesend; sie dachte daran, dass unter anderem auch die Vertrauensschüler der Slytherins die Wahrheit erfahren würden. Also auch Malfoy. Sie war sich alles andere als sicher, dass dies eine gute Idee war.
„Das wäre dann im Augenblick alles, liebe Kollegen", sagte McGonagall. „Alles Weitere heute Abend zu verabredeter Zeit."
Die noch eben spürbare Spannung im Raum war verschwunden, und Hermine drohte erschöpfungsbedingt förmlich in sich zusammen zu sinken. Kurze Blicke wurden gewechselt, ein einvernehmliches Nicken, und McGonagall wandte sich zum Gehen. Flitwick und Sprout folgten ihr wortlos, und Hermine schloss sich ihnen automatisch an, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wohin sie gehen sollte.
„Miss Granger!" Snapes scharfe Stimme stoppte sie auf der Türschwelle. „Sie bleiben hier."
Hermine blieb an der offenen Tür stehen; als die Schritte der anderen im Gang verklungen waren, schloss sie die Augen und lehnte sich müde gegen den Türrahmen. Eine unangenehme Stille legte sich über den Raum.
Er lässt mich jetzt nur hier stehen, weil er weiß, dass ich gehen wollte. Wenn ich hätte bleiben wollen, hätte er mich rausgeschmissen. Er hat nichts Besseres zu tun als mir die ganze Zeit zu zeigen, wer hier die Hosen anhat. Wie er mir auf die Nerven geht.
„Hinsetzen", sagte Snape schließlich. Die Zeit der ganzen Sätze war offenbar schon wieder vorbei, dachte Hermine mürrisch, und ihre Laune sank noch tiefer. Widerstrebend stieß sie sich vom Türrahmen ab und überblickte kurz den Raum. Um ihn zu provozieren, ließ sie die Tür hinter sich offen stehen; sie überlegte sogar, ihrem Bedürfnis ihn zu ärgern noch weiter nachzugeben und sich auf seinen ledernen Bürosessel zu setzen. Aber das wäre vielleicht doch zuviel gewesen. Also ließ sie sich auf den Stuhl fallen, der für Besucher vorgesehen war.
Snape sah sie mit einem Gesichtsausdruck an, den sie nicht zu ergründen vermochte; aber sie hatte auch gar keine Lust darüber nachzudenken, in welcher Stimmungslage der Mann sich gerade befand. Er blickte ein paar Mal zwischen ihr und der offenen Tür hin und her; er schien zu überlegen, wie er reagieren sollte, und schließlich ging er einfach hin und schloss die Tür kommentarlos. Dort blieb er dann stehen, so dass Hermine ihn mehr oder minder im Rücken hatte und nur aus dem Augenwinkel sehen konnte.
„Haben Sie nicht gesagt, ich solle nie wiederkommen?", murmelte sie. Am Rande bemerkte sie, dass sie nicht allzu respektvoll mit dem Tränkemeister sprach, aber sie war zu erschöpft um sich daran zu stören. Er kam näher und sie spürte, dass er sie ansah, aber sie erwiderte seinen Blick nicht.
„Bedenklich, in der Tat", erwiderte er trocken. „Ich fange schon an, Ihnen meine intimsten Wünsche zu offenbaren."
Sie hob den Kopf. Er stand unmittelbar neben ihr; sie sah an seiner schwarzen Kleidung hoch in seine schwarzen undurchdringlichen Augen und beschloss die Gefühle zu ignorieren, die der Blickkontakt hervorrief.
„Das ist nicht lustig", sagte sie finster. „Wenn es ein Herzenswunsch von Ihnen ist, dass ich Ihnen fern bleibe, kann ich Ihnen den erfüllen. Guten Tag und noch viel Erfolg, Sir."
Damit schickte sie sich an ihren Stuhl wieder zu verlassen. Snape machte eine schnellen Bewegung und stellte sich ihr so in den Weg, dass sie nicht einmal aufstehen konnte.
„Sie. Bleiben. Sitzen", sagte er leise und überdeutlich. Seine Stimme war um einige Tonlagen gesenkt; vielleicht sollte das bedrohlich wirken, aber sie war einfach nicht ausgeruht genug, um die Nuancen zu schätzen zu wissen.
„Hören Sie, Professor." Hermine ließ erschöpft die Schultern sinken und betrachtete beim Sprechen ihre Schuhe. „Ich weiß, dass ich ungelegen komme, und das tut mir Leid. Aber ich hatte wirklich dringende Fragen, und ... ich weiß auch nicht", sagte sie hilflos und sah ihn an. „Es konnte eben nicht warten."
„Dringende Fragen?" Snape starrte sie an. „Von Ihnen? Ist das jetzt die außergewöhnliche Erklärung für Ihr außergewöhnliches Verhalten? Miss Granger, das könnte komisch sein, wenn ich Humor hätte, aber ich habe keinen."
„Weiß ich selbst", kam es aus ihrem Mund, ehe sie es kontrollieren konnte.
„Dann sind wir zur Abwechslung einer Meinung", gab er ungerührt zurück. „Und wenn der hier" – er zog etwas aus seiner Umhangtasche und knallte es vor Hermine auf den Tisch – „nicht wäre, hätten Sie soeben zwanzig Punkte wegen respektlosen Verhaltens gegenüber eines Lehrers verloren. So aber ziehe ich Ihnen nur ... neun Punkte ab, weil mir diese Zahl so gut gefällt", fuhr er zuckersüß fort, während Hermine auf den kleinen hellblauen Stein auf dem Tisch starrte. „Heute ist Ihr Glückstag, sozusagen."
„Ach, daher der Kaffee heute Morgen", erwiderte sie wie aus der Pistole geschossen und zuckte fast zusammen, als sie sich selbst sprechen hörte. Was war nur los mit ihr? Ihre Wahrnehmung und Gedanken waren wie in Watte gepackt, und sie fühlte sich auf angenehme Weise dumpf und ein wenig gleichgültig.
Merkwürdigerweise schien Snape nicht verärgert, sondern vielmehr ... interessiert. Er sah sie an wie ein seltenes Insekt.
„Hören Sie auch Gryffindors Punkte rufen?" Er beugte sich so weit zu ihr herunter, dass sie kaum noch den Kopf heben musste, um ihn anzusehen. „Ich kann es durch die Gläser und die Entfernung hören", wisperte er. „Sie wollen zu mir. Bleiben Sie doch noch ein bisschen länger, dann stehen die Chancen gut, dass sich bis heute Abend Gryffindors Punktzahl rapide abgerundet hat. Nämlich auf Null."
Hermine musste ein Lächeln unterdrücken. Das konnte er nicht ernst meinen.
„Vielleicht haben Sie ja doch Humor", murmelte sie.
Wenn er mich jetzt nicht rauswirft, hat er wirklich welchen.
Snape legte den Kopf schief, und eine schwarze Haarsträhne fiel ihm ins Gesicht.
„Erstaunlich. Sie riskieren gerade zugunsten eines Vielleicht, dass die Gryffindors Ihnen aufgrund des Punkteverlustes einen Verbotenen Fluch auf den Hals hetzen."
„No risk, no fun, wie eine Freundin von mir zu sagen pflegte."
„Auch eine Gryffindor, nehme ich an."
„Nein. Ein Muggel in einem Jugendheim für schwierige Fälle."
Dann geschah etwas ganz Besonderes. Snape lachte, es war ein plötzliches Lachen, tief und leise. Sie hätte schwören können, dass sie träumte – aber sie saß hier, und sie hörte und sah es. Gut, es war nicht gerade der Heiterkeitsausbruch des Milleniums - wenn es für Losprusten so etwas eine Heftigkeitsskala gab, die von eins bis zehn ging, dann war Snape soeben bestenfalls bei 0,5 angelangt. Aber egal, er hatte gelacht. Und wie er dabei aussah. Einfach großartig.
Allerdings war Hermines Vergnügen nur sehr kurz, denn unmittelbar darauf erstarrte er, verzog sein Gesicht und trat einen Schritt nach hinten.
„Das geht so nicht weiter", sagte er. „Nehmen Sie den Stein von Madam Malfoy aus der Tasche und legen Sie ihn weg."
Hermine seufzte. „Warum? Müssen diese Steine denn zwingend etwas damit zu tun haben, wie unser Gespräch verläuft? Im übrigen, mir gefällt dieses Gespräch im Augenblick wirklich gut", gab sie zu. Sie sah ihn offen an; in seinen schwarzen Augen konnte sie weder Spott noch Ablehnung finden. Die Ameisenkolonne in ihrem Magen hatte wieder Schicht.
„Mir gefällt es auch", erwiderte er zögernd. „Sehr sogar. Und das fasst das ganze Problem zusammen, denke ich."
Hermines Verstand war durch die Müdigkeit nur eingeschränkt leistungsfähig; sie begriff gar nicht richtig, was er da gerade zugegeben hatte. Aber ihr Herz begriff es und saugte dieses leise Eingeständnis der Zuneigung auf wie ein Schwamm. Nur mit dieser Interpretation von ihm, mit der war sie überhaupt nicht einverstanden. Und sie fand es auch nicht gut, dass er den Blickkontakt abbrach - ein Umstand, den sie unter wacheren Umständen sehr bemerkenswert gefunden hätte. Und obwohl dieses verbale Pingpong-Spiel zuviel für ihren müden Kopf war, wollte sie doch nicht, dass es endete. Dennoch holte sie langsam ihren blaugrünen Stein hervor und legte ihn vorsichtig neben Snapes Stein auf den Tisch. Da lagen die Steine dann nebeneinander und schimmerten hellblau und blaugrün wie der Himmel und das Meer.
„Die sehen schön zusammen aus", stellte sie fest.
Snapes Gesicht nahm einen irgendwie verzweifelten Ausdruck an. Er legte die Handflächen aneinander und führte sie zu seinem Mund; dann stand er einfach nur da, sah ins Nichts und schüttelte unmerklich den Kopf.
„Ich kann so nicht arbeiten", flüsterte er.
„Warum lassen Sie mich dann nicht gehen?", fragte Hermine sanft. Sie verspürte den Wunsch, zu ihm zu treten und ihn zu berühren; stattdessen sprach sie mit einer weichen, liebevollen Stimme zu ihm, die vielleicht ein wenig von dem aussandte, was sie im Augenblick empfand. „Ich denke, Sie brauchen einfach Ruhe."
„Was ist mit Ihrem ... Anliegen?", fragte er dumpf.
Sie winkte ab. „Das kann warten." Im Augenblick war ihr Malfoy so gleichgültig wie nur was. „Wirklich, es ist okay. Natürlich kann ich auch hier bleiben, wenn Sie es möchten ... ich meine, die Vorbereitung auf unseren Besuch morgen bei Madam Malfoy ist etwas, das wir ..."
Er schloss die Augen. „Ich sagte es bereits", unterbrach er sie. „Ich brauche Ihre Hilfe nicht."
„Ich würde eher sagen, Sie wollen meine Hilfe nicht", erwiderte Hermine stur. „Das ist ein Unterschied."
„Fangen Sie nicht wieder damit an", sagte er gefährlich langsam. „Im übrigen könnten Sie mir im Augenblick ohnehin bei gar nichts helfen. Sie sind ja völlig übermüdet."
Sie sah ihn überrascht an. „Das ist wohl wahr", stimmte sie zu.
„Dann schlage ich vor, ich beginne jetzt endlich mit meinem ... Vorhaben, und Sie machen das, was der Volksmund Mittagsschlaf nennt."
Hermine nickte mechanisch und erhob sich von ihrem Stuhl. Sie war so müde, dass ihr jedes ihrer Gliedmaße weh tat; kein Wunder, dass Snape ihre Müdigkeit bemerkt hatte. Sie konnte nicht verhindern, dass sie ein unglückliches Gesicht machte.
„Was ist los mit Ihnen?", fragte Snape. Hermine fand, man konnte förmlich hören, dass die Frage ungewohnt für ihn war; er klang unbeholfen und fast ein wenig misstrauisch.
„Ähm, nichts Wichtiges", erwiderte sie schnell und strich ihren Umhang glatt.
Er hob die Augenbrauen. „Na dann, worauf warten Sie. Ich liebe banale Informationen."
Gegen ihren Willen musste Hermine grinsen. „Gut zu wissen, Sir. Aber ich ... nein. Es ist wirklich nichts."
„Miss Granger", zischte Snape, „jetzt antworten Sie mir endlich!"
„Ja doch!", rief sie und fuhr sich entnervt durch die Haare. „Meine Güte. Warum müssen Sie nur immer aus jedem Kleinkram so eine riesige Sache machen? Sie sind furchtbar ungeduldig!"
Er bedachte sie mit einem dunklen, bedeutsamen Blick. „Es hat auch meines Wissens noch nie jemand etwas anderes behauptet", sagte er betont langsam und sein Mund verzog sich zum Ansatz eines anzüglichen Lächelns, das schnell wieder verschwand. „Und jetzt sagen Sie endlich, warum Sie eben so ein Gesicht gezogen haben!"
„Ich kann nirgends schlafen", platzte sie heraus. „So. Ist das jetzt so interessant für Sie?"
Snapes Gesicht zeigte blanke Verwirrung. „Sie können nirgends schlafen? Wieso das denn?"
Diesmal musste Hermine sich zusammen reißen, um nicht anzufangen zu lachen; ein Lächeln entwischte ihr dennoch.
„Weil mein Bett nun mal leider in einem Schlafsaal steht. Und in diesem Schlafsaal ist ... ach, das wollen Sie nicht wissen."
„Dürfte ich das bitte selbst entscheiden!", schnappte Snape.
„Okay", seufzte Hermine. „Wenn Sie partout Ihren Kopf durchsetzen müssen, bitte. Meine Mitschülerinnen machen im Schlafraum Radau. Mit Musik und tanzen und so. Da steppt das Einhorn, wie Lavender es ausdrücken würde. Es ist ... wirklich laut, wissen Sie."
„Ach nein, wie reizend. Eine Party." Wenn Snape „Party" sagte, machte er daraus ein Wort, das zu gleichen Teilen lächerlich und unanständig klang.
Dein Grinsen kannst du dir sonstwohin stecken.
„Sie sind nicht eingeladen?", hakte er spöttisch nach.
„Argh. Sehe ich so aus, als würde ich von Lavender und Pavarti eine Einladung zu so einer Party bekommen?"
Er legte den Kopf schief und sah sie von oben bis unten an.
„Nein", gab er schließlich zu.
„Jetzt bin ich aber froh, dass Sie nicht JA gesagt haben."
„Scht!" Snape wedelte mit der Hand und bedeutete ihr zu schweigen. Er sah Hermine weiterhin an oder vielmehr durch sie hindurch; er schien über irgendetwas nachzudenken.
Sie erschrak ein bisschen, als er abrupt aufstand. Ohne ein weiteres Wort nahm er seinen Zauberstab vom Schreibtisch und zielte mit dem Stab auf seinen Ledersessel.
PUFF!
Seltsam, Hermine hatte immer gedacht, dass der Mann mit komplizierteren Verwandlungszaubern auf Kriegsfuß stand. Aber warum eigentlich? Snape war schließlich ein großer Magier und hatte vermutlich wie sie selbst in Professor McGonagall eine fähige Lehrerin gehabt. Wie auch immer – wo eben noch der Sessel gestanden hatte, nahm jetzt ein großes dunkelgrünes Sofa den Raum ein. Das Sofa war riesig, es stieß mit den Enden fast gegen die Glasvitrinen, in denen der Tränkemeister all das widerliche Zeugs aufbewahrte, vor dem sich die ganze Schule schüttelte.
Snape selbst hatte im nächsten Moment den Raum durch eine Nebentür verlassen und war zurückgekehrt, bevor Hermine auch nur den Mund öffnen könnte. Er warf eine Wolldecke auf das Sofa und bedachte Hermine mit einem distanzierten Blick.
„Sie werden hier schlafen. Ich bin drüben in meinen Räumen und arbeite. Es ist Wochenende; es wird Sie niemand stören, verlassen Sie sich darauf. Und denken Sie nicht einmal daran, mich zu stören."
Damit drehte er sich auch schon auf dem Absatz um und rauschte mit wehendem Umhang aus dem Raum.
Er macht es schon wieder! Er entscheidet einfach über meinen Kopf hinweg! Ich fasse es nicht!
„Mo-ment!", rief Hermine entrüstet, und Snape hielt im Türrahmen inne.
„Was denn noch?", fragte er genervt.
„Werde ich eigentlich gefragt, ob ich hier schlafen will?", fauchte sie.
„Hm. Lassen Sie mich nachdenken. - Nein."
Snape lächelte schief, als sein Kopf aus dem Türrahmen verschwand. Dann knallte die Tür hinter ihm zu, und Hermine stand allein im Büro des Tränkemeisters.
„Verfluchter Mist!"
Sie stampfte mit dem Fuß auf; jetzt war sie ja allein und konnte kindisch sein, so viel sie wollte. Er wagte es, sie hier einfach einzusperren? Das würde sie sich nicht bieten lassen! Sie stürmte durch den Raum und knallte die Türklinke herunter; ihre Annahme, dass die Tür geschlossen sei, bestätigte sich nicht, und da sie gleichzeitig gezogen hatte, kam ihr die Tür überraschend schnell entgegen.
„AU! SCHEISSE!"
Sie rieb sich die schmerzende Stirn und schloss die Tür wieder. Nun, da sie wusste, dass dass Snape sie nicht eingeschlossen hatte und dass es ihr frei stand zu gehen, war die Aussicht hier zu bleiben viel interessanter. Und bevor noch ein Unglück geschah, war es vielleicht wirklich besser, sich einen Augenblick hinzulegen.
Ihr Blick fiel auf die beiden kleinen Steine, die einträchtig auf dem Tisch nebeneinander lagen. Das war ja klar gewesen, dachte Hermine, er hatte seinen Stein nicht mitgenommen. Dieser sturköpfige Mann. Sie schnappte sich ihren blaugrünen Stein und strich abwesend mit dem Daumen darüber, während sie auf das Sofa zusteuerte.
Nur ein paar Minuten liegen und die Augen zumachen. Nur ein Augenblick ...
Ah, das Sofa war so weich. Und groß genug, um sich lang hinzulegen und die Beine auszustrecken. Sie schüttelte die Wolldecke auf und kuschelte sich hinein, wobei sie ihren Stein immer in der Hand behielt. Die Decke bestand zum Glück nicht aus diesem kratzenden Zeug, das für die Schuluniformen verwendet wurde; im Gegenteil, sie war wundervoll weich. Und sie roch nach Kerker, Trankzutaten ... und nach Severus Snape.
„Danke, Severus", murmelte sie schlaftrunken. Und dann war sie auch schon eingeschlafen.
t.b.c.
