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Der nachfolgende Brief ist unleserlich geschrieben, als hätte die Schreiberin nicht viel Zeit.
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London, den 30.10.2006
Professor Snape,
ich sende Ihnen heute nur eine kurze Nachricht; Phoebe geht es gut. Ich habe sie bei Hedwig gelassen, denn die heutige Post kann unsere Liefereule vielleicht schneller an ihr Ziel bringen.
WAS SAGEN SIE NUN? Die Eule bringt Ihnen die gewünschte Ausgabe des Compendium Salamandris! Ich hoffe also, Sie werden in Kürze ein gutes Mittel gegen Ihre Schmerzen zur Verfügung haben, falls Ihnen das muggle-nahe Tempelbaumöl zu unangenehm sein sollte.
Doch leider war ich nur zum Teil erfolgreich; der Besitzer, ein weiser, alter Zauberer aus Schottland (der vermutlich schon alt war, als das Buch 1950 geschrieben wurde, diese Anmerkung sei mir erlaubt), gibt das Buch nicht zum Verkauf frei.
Er hat sich jedoch bereit erklärt, es Ihnen für drei Monate zu überlassen. Er zeigte sich erfreut darüber, dass ein Hogwarts-Lehrmeister Interesse an seinem Eigentum hat. (Dass Sie es waren, hat ihn umso mehr erfreut; es muss tatsächlich diesen einen Zauberer geben, der Gutes mit Ihnen in Verbindung bringt.)
In drei Monaten also wird er eine Eule mit einem entsprechenden Schreiben senden; das Buch sollte dann unbedingt zurückgesandt werden. Andernfalls wird ein Zauber in Kraft treten. Welchen Zauber der Besitzer gewählt hat, wollte er mir allerdings nicht sagen.
Ich hoffe jedoch, dass diese drei Monate ausreichen, um das ein oder andere Experiment auszuprobieren. Es ist Ihnen auch gestattet, eine Abschrift zu fertigen oder fertigen zu lassen.
An dieser speziellen Ausgabe hängen jedoch persönliche Erinnerungen, so dass es auch genau dieses Buch sein muss, was in drei Monaten zurückgeht.
Ich bin jedoch zuversichtlich, dass Sie sich an diese Absprache halten werden.
Ich habe leider nicht die Zeit, auf all Ihre Spitzen Ihres letzten Briefes einzugehen; aber seien Sie gewiss, dass ich es doch erstaunlich finde, wie sehr Sie sich über Post von mir freuen.
Mir ist zu Ohren gekommen, dass so etwas Ähnliches wie ein Zoologischer Garten eröffnet werden soll; Werwölfe sollen sogar eine der Hauptattraktionen werden! Wie können diese Leute es wagen!!
Ich habe daher meine Bemühungen hinsichtlich des Codex Lupus verstärkt und bin nun selbst auf dem Weg nach Rumänien.
Wenn ich es mir richtig zusammenreime und an das Gute auch in Ihrem Herzen glaube (was mir schwer fällt, wenn ich daran denke, wie Sie Ihren persönlichen Frust an Ihren Schülern auslassen), befürchte ich, ein guter Freund von uns beiden (ja, so etwas soll es geben), ist bezüglich dieses „Zoologischen Gartens" in Gefahr.
Ich werde mich umgehend mit Ihnen in Verbindung setzen, sobald ich Genaueres weiß. Ich bin mir jedoch nicht im Klaren, wie gut die Postverbindungen sein werden.
Ich hoffe jedoch, dass ich noch rechtzeitig fündig werde. Meine Eule wird Sie finden.
Hermine Granger
P.S.: Seien Sie nochmals versichert, dass Horatio lediglich mein Geschäftspartner ist. Es übernimmt die Buchführung und die Verwaltung unseres Geschäfts, während ich mich um die Bücher und Forschungen kümmere.
Ich fasse es als Kompliment auf, wenn Sie schreiben, ich hätte Besseres verdient; machen Sie sich Sorgen, Herr Professor?
Das müssen Sie nicht; derzeit „langweilt" mich niemand mit geringerem Intellekt. Vielmehr habe ich den Eindruck, je mehr eine Frau weiß, desto ängstlicher werden die Männer.
Aber weshalb erzähle ich Ihnen das nur? Ich mache mich lächerlich.
