7.

Der Brief wird von einem imposanten Raben überbracht. Er ist gut einen halben Meter groß und schaut aus intelligenten Augen und macht nicht den geringsten Eindruck aggressiv zu sein, eher das Gegenteil scheint der Fall.

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Hogwarts, den 31.Oktober

Meine liebe Miss Granger,

ich wusste, Sie würden mich nicht enttäuschen!

Grämen Sie sich nicht, dass Sie nur eine begrenzte Leihfrist für das Buch herausholen konnten. Ohnehin bin ich nicht an dem Besitz desselbigen interessiert, sondern an dessen Inhalt.

Allerdings sind drei Monate ein sehr begrenzter Zeitraum. Ich fürchte ich werde mir wiederum Ihren Unmut zuziehen Miss Granger, das Erstellen einer kompletten Abschrift innerhalb dieser Zeitspanne erscheint mir nur möglich, wenn ich Hauselfen und Schüler während Strafarbeiten rund um die Uhr mit dieser Tätigkeit beschäftige. Oh, oh ich sehe schon den Dampf …

Miss Granger, eine Anmerkung noch. Nach meiner mutigen Einnahme des Tempelbaumöls den sicheren Tod erwartend, wurde ich doch, zumindest was die Wirkung anbelangt, auf das Angenehmste überrascht. Ich gestehe es nur recht ungern, aber es wirkt. Trotzdem Miss Granger, dass Sie vorsorglich nichts über das einzigartige Geschmackserlebnis verraten haben, hätte mich misstrauisch machen sollen. Geben Sie es zu, wieder ein weiterer Strich auf Ihrer langen Liste, wie Sie es mir heimzahlen können. Und doch, ich kann Ihnen nicht wirklich böse sein. Und Ihre wertvollen Gryffindors können Ihnen unbekannterweise für einen zeitweise milde gestimmten Zaubertranklehrer die Füße küssen.

Aber ich schweife ab, selbstverständlich haben Sie mein hochheiliges Versprechen, dass das Compendium mit Ablauf der vereinbarten Ausleihfrist unversehrt zu seinem Besitzer zurückfindet. Ich weiß, dass Sie mir in dieser Sache vertrauen, ich weiß zwar nicht warum, aber ich werde mich dieses Vertrauens als würdig erweisen.

Ein Jammer, dass Sie so unter Zeitdruck stehen, Sie haben Recht, ich genieße unseren Briefdisput mittlerweile sehr, er bringt ein kleines bisschen Abwechslung in diesen öden Schulalltag.

Minerva fragte mich tatsächlich gestern beim Abendessen in der Großen Halle, was mit mir los wäre. Ob ich krank sei? Stellen Sie sich das doch mal vor Miss Granger, ich habe doch tatsächlich einen ganzen Tag keinen einzigen Punkt von den kleinen Bestien abgezogen und ich habe es kaum bemerkt.

Miss Granger, Miss Granger, was ist bloß mit mir los, was tun Sie da mit mir? Ich sitze hier mit Ihrem letzten Brief in Händen auf der Couch in meinem Wohnzimmer, im Kamin prasselt ein Feuer und verliere mich in dem Gedanken, wie es wohl wäre, wenn nicht nur Ihr Brief hier in diesem Raum, sondern auch Sie selbst hier wären und wir unsere Konversation von Angesicht zu Angesicht führen könnten. Ich versuche, mir Ihr Bild in mein Gedächtnis zu rufen und frage mich, was aus der kleinen nervigen Besserwisserin wohl für eine Frau geworden ist? Was sind das für Fragen, die mich beschäftigen, es ist gefährlich, fürwahr.

Vergessen Sie die letzten Zeilen, ich fange an zu schwafeln ….

Wenn dieser Zauberer etwas Gutes in mir sieht, muss er blind sein und Sie Teuerste sind es auch, glauben Sie mir, es gibt da nichts, nicht mehr, alles was einst gut gewesen sein mag, wurde längst ausgelöscht und wird niemals wiederkehren. Habe ich Sie nicht genug leiden lassen? Kennen Sie nicht meine Vergangenheit? Was ich getan habe kann ich niemals wieder gut machen.

Warum ich dennoch unserem „Freund" helfe? Er hatte keine Wahl ein Monster zu sein, ich hatte sie schon. Er ist unschuldig und es wäre Unrecht etwas derart Krankes zuzulassen. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit er ein freies, selbstbestimmtes Leben führen kann.

Verzeihen Sie mir im Übrigen Sie mit Mr. Blohm in eine, nun ja, intime Beziehung gesetzt zu haben, es war aber auch zu nahe liegend. Ich werde dieses Hirngespinst umgehend aus meinen Gedanken streichen.

Ein Kompliment? Verehrteste, Sie sind hochintelligent, eine der begabtesten Hexen unserer Zeit, das sind alles Tatsachen. Ich kann Ihnen nur zustimmen, einen passenden Partner zu finden, ist nicht leicht, wenn man derart von der Natur gesegnet ist. Ja Miss Granger, die Männer haben tatsächlich Angst vor Ihnen.

Und seien Sie versichert Miss Granger, Sie machen sich keineswegs lächerlich, wie könnten Sie, nein….

Irgendwann, wenn Sie nicht damit rechnen, wird der richtige Mann in Ihr Leben treten und die Welt wird sich nur noch um sie Beide drehen. Er wird Sie so akzeptieren wie Sie sind. Miss Granger, Sie sind noch so jung. Die Hoffnungslosigkeit ist alternden Zaubertrankmeistern vorbehalten. Sie haben doch Ihr ganzes Leben noch vor sich.

Danke, dass Sie Phoebe so gastfreundlich aufgenommen haben.

Da ich jetzt meiner Eule verlustig gegangen bin, darf ich Sie mit einem weiteren Mitglied meines Haushaltes bekannt machen. Unschwer werden Sie das Tier als Kolkrabe identifiziert haben. Sein Name ist Mephisto. Lassen Sie sich weder von seinem Aussehen noch von seinem Namen täuschen, er hat das Wesen eines Schafes. Allerdings ist er recht intelligent.

Ein weiterer Vorteil, er hat eine größere Reichweite als eine Eule und, großes Plus, er kennt sich auf dem Balkan aus. Ich nahm ihn schwer misshandelt meinem „Kollegen" Igor Karkaroff ab, als er noch ein Jungvogel war. Er hat, nein lachen Sie nicht, noch Verwandte in Bulgarien und Rumänien und besucht diese regelmäßig. Er ist sensitiv begabt, ersetzt Landkarte und Frühwarnsystem in einem. Versuchen Sie mit Legilimentik mit ihm zu kommunizieren (ich nehme an, Sie sind dessen mächtig). Nehmen Sie ihn nach Bulgarien mit. Er wird Ihnen ein guter Gefährte sein.

Eine letzte Bitte noch Miss Granger, seien Sie vorsichtig, Bulgarien ist ein sehr gefährliches Land. Gesetzloses Pack, Todesser und Schlimmeres können dort ein sorgenfreies Leben führen, fernab von jedweder Justiz und Strafverfolgung. Erwähnen Sie keineswegs Ihre Muggelabstammung. Geld ist dort Macht, scheuen Sie sich nicht mich zu fragen, falls Sie mehr davon brauchen, z.B. für Bestechungen oder ähnliches. Und tun Sie bitte nichts Unüberlegtes und melden Sie sich regelmäßig, wenn nicht bei mir dann bei Mr. Blohm oder, Merlin bewahre, bei Mr. Potter.

Schluss damit, ich mache mich nur lächerlich.

Wissen Sie was hier in Hogwarts heute noch stattfindet Miss Granger? Nein? Sie haben es doch nicht vergessen? Genau, der große Halloweenball. Und wissen Sie was? Ich hasse es immer noch! Nun ja, ein, zwei Gläser Punsch mit Schuss, ein paar Schüler beim Küssen in den Büschen erwischt, zugegeben eine winzige Entschädigung, aber was soll's?

Ich habe seit Ihrem Abschlussball nicht mehr getanzt Miss Granger, denken Sie noch ab und zu daran? Wahrscheinlich eher nicht. Schulsprecherin und die schleimige Fledermaus beim Tanz.

Ich verrate Ihnen jetzt ein kleines Geheimnis. Ich habe diesen Tanz genossen Miss Granger!

Mögen alle guten Mächte Sie auf Ihrer Reise beschützen,

Ihr Severus Snape

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A/N: Der Rabe ist (ich gebs zu) bis auf die Intelligenz meinem viel zu früh verstorbenen Kater Mephisto nachempfunden. Mephi wo auch immer Du bist, Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen einnehmen.

Der Kolkrabe ist tatsächlich der wohl intelligenteste Vogel der Welt, er kann bis zu 60 cm groß werden, ist damit der größte Singvogel der Welt. Danke Wikipedia!

Uns ist beim Posten aufgefallen, wie extrem kurz unsere Kapitel sind. Wir arbeiten dran, allerdings haben wir noch einen gewissen Vorrat, bitte seid nachsichtig.

Wir hatten auch nicht vor, um Reviews zu betteln, aber ey Leute, wir schreiben das für Euch. Da die Story noch im Entstehen ist, sind wir für Vorschläge und Hinweise immer äußerst dankbar und werden auch versuchen sie einzuarbeiten, sofern das möglich ist. Und da wir immer antworten, habt Ihr dann auch nette Post in Eurem Briefkasten. Na, ist das nichts?