18.

Bran, den 10. November

Severus,

es ist alles so unwirklich… Ich kann von meinem Lager aus den Mond sehen… Wie mag es Remus Lupin nur ergehen?

Ich habe versagt.

Wenn Sie diesen Brief hier erhalten, so seien Sie dem armen Scrubber dankbar für seinen Mut. Dieser bemitleidenswerte Hauself hat es riskiert, von Lucius Malfoy, seinem Herrn, auf das Übelste bestraft zu werden, um für mich diesen Brief zu überbringen.

Ja, Severus, Sie lesen richtig, Lucius Malfoy.

Ich hätte es wirklich besser wissen müssen. Wegen meiner unüberlegten Dummheiten ist Remus Lupin nun in extremer Gefahr. Versprechen Sie mir, sorgen Sie für seine Sicherheit! Helfen Sie ihm besser, als ich ihm zu helfen vermochte. Es ist alles so furchtbar.

Dieser Unterhändler hatte Pansy Parkinson, eine Schülerin aus IHREM Hause und eine „Freundin" von Draco Malfoy, bei sich, doch bis ich sie erkannte, war es bereits zu spät.

Lucius Malfoy persönlich hat es sich nicht nehmen lassen, unsere Unterredung zu stören. Sie hätten seinen Gesichtsausdruck sehen müssen; dieses selbstgefällige Grinsen werde ich nie wieder vergessen.

Zwei seiner Handlanger packten mich, ehe ich etwas unternehmen konnte, und nun werde ich gefangen gehalten. Dank Scrubber, der sich hier um meine Verpflegung kümmern soll, weiß ich wenigstens, wo dieses „Hier" überhaupt ist. Ich befinde mich im Schloss Bran, in der Nähe des alten Kronstadt in Transsylvanien.

Ich werde hier festgehalten und kann nichts tun; dank Scrubber habe ich nun wenigstens Papier und Feder, so dass ich Ihnen schreiben kann. Man hat mir meinen Zauberstab weggenommen, und ich denke, ich habe es Ihrer Schwester zu verdanken, dass ich noch lebe.

Da sie entkommen konnte, fürchten sie sich vor einer heftigen Reaktion, sollte mir etwas zustoßen.

Ja, Severus, die Malfoys haben kurzzeitig darüber nachgedacht, mich umzubringen. Bei Merlin, ich weiß nicht, was ich noch tun kann. Wenn ich doch meinen Zauberstab hätte…

Fenster und Türen meines kärglichen Zimmers hier sind verzaubert worden, und nur Scrubber kann passieren. Glücklicherweise ist Scrubber über wie mir scheint Tausende andere Hauselfen mit Dobby verwandt (ich konnte der Erzählung über seine weit verzweigte Verwandtschaft nicht mehr folgen, fragen Sie ihn besser nicht danach...).

Dobby war ebenfalls ein Hauself der Malfoys, bis Lucius ihm durch einen Trick von Harry die Freiheit schenkte – oder besser „versehentlich" geschenkt hat.

Und Scrubber hat sich bereit erklärt, mir behilflich zu sein, als er hörte, um wen er sich hier kümmern soll.

Bitte, Severus, helfen Sie mir; sagen Sie Malicia, wo ich bin (da Scrubber sie nicht kennt, konnte er nur Ihnen einen Brief bringen); sagen Sie ihr, dass die Malfoys hinter allem stecken und sie sehr vorsichtig sein muss. Sie soll Mephisto herschicken; er kann mir vielleicht unbemerkt helfen.

Ich werde versuchen, an meinen Zauberstab zu gelangen. Wenn Scrubber unbemerkt hierher zurückkehren kann, kann ich ihn vielleicht dazu bewegen, mir meinen Zauberstab zu bringen.

Severus, es tut mir so unendlich leid.

Hermine Granger