19.

Hogwarts, den 12. November

Liebe Hermine,

Sie leben und sind wohlauf. Merlin sei Dank.

Lucius, natürlich, ich dachte es mir schon. Nur er kann zu so etwas fähig sein. Hermine, tun Sie nichts Unüberlegtes! Dieser Mann ist unberechenbar - ich weiß, wovon ich rede.

Remus ist in Sicherheit, er befindet sich an einem geheimen Ort. Ich kenne seinen derzeitigen Aufenthaltsort jedoch nicht. Seien Sie also in dieser Hinsicht beruhigt. Hermine, Sie schweben in Lebensgefahr und machen sich Sorgen um einen anderen. So gryffindor.

Als dieser Dobby dieses bemitleidenswerte Geschöpf von einem Hauself hier anschleppte, war ich zunächst sehr erstaunt, war es auch nicht ganz einfach aus seinem Gestammel etwas Sinnvolles herauszuhören. Auch seine ständigen Versuche sich selbst zu verletzen haben die ganze Situation nicht verbessert. Letztendlich war es Dobby zu verdanken, dass Licht in die ganze Sache kam.

Ich habe bereits Malicia geeult, dass Schloss Bran möglicherweise als Gefängnis für Sie dienen könnte. Es ist ein ehemaliger Todesserstützpunkt. Sie kennen sicherlich ebenso wie ich die Geschichten, die sich um dieses Gemäuer ranken.

Auch ich habe aus Malicias Beschreibungen Miss Parkinson erkannt, sie war schon zu Schulzeiten ein Malfoygroupie. Wie ich sehe, ist sie diesen Weg konsequent weitergegangen.

Ich bitte Sie nochmals eindringlich, unternehmen Sie nichts. Warten Sie auf Hilfe, Mephisto und Malicia sind bereits unterwegs und meine Schwester wird Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um Sie dort herauszuholen.

Ich weiß nicht, was Lucius sich davon verspricht, dass er Sie gefangen hält. Sollte er Forderungen stellen, gehen Sie zum Schein darauf ein. Ich flehe Sie an, er ist mit einem Crucio schneller bei der Hand, als Sie glauben. Ansonsten würde er Sie mit dem Imperio gefügig machen, er kennt absolut keine Skrupel.

Hermine, was auch immer geschieht, Sie sollen wissen, dass ich es mir nie verzeihen werde, dass ich Sie in diese Situation gebracht habe. Ich trage die ganze Schuld dafür. Ich hätte Sie nie nach Bulgarien schicken dürfen. Sollte Lucius Ihnen etwas antun, wird er dafür bezahlen und sich wünschen, nie geboren worden zu sein. Ich möchte Sie nicht verlieren.

Scrubber wird ungeduldig, ich muss diesen Brief beenden, sonst bekommt er Probleme.

Haben Sie Hoffnung, Mephisto ist unterwegs.

Severus


Eine merkwürdige Frau war sie ja schon. Wer sonst außer Hermine hätte es wohl geschafft, einen fremden Hauselfen zu überreden das zu tun. Nun ja, sicher, dieser Elf schien, soweit konnte Severus heraushören, mit Dobby verwandt zu sein. Also lag dieser Hang zum Ungehorsam wohl doch in der Familie. Dennoch war Severus beiden Elfen unendlich dankbar. Dobby, weil er der einzige Hauself in Hogwarts war, der kaum Angst vor ihm hatte und Scrubber, weil er sich gleich an Dobby gewandt hatte.

Doch gewonnen war nichts, lediglich dass Hermine zum Zeitpunkt des Schreibens noch am Leben war. Sonst gar nichts. Eine steile Zornfalte bildete sich auf seiner Stirn. Lucius. Immer wieder Lucius. Das mußte unbedingt ein Ende haben. Oh ja, diesmal würde es ein Ende haben, sein Ende, das schwor sich Severus.

Er mußte handeln, sonst würde er noch wahnsinnig werden.