#Chptr 2

Summary: Hermione flüchtet vor ihrer Vergangenheit und hält sich allen versteckt, indem sie als Prostituierte arbeitet. Unerwartet begegnet sie eines Nachts Draco Malfoy. Kann sie ihm trauen?

Warnung! Story beinhaltet viele Flüche, „Dark Motives" – Rating beachten!

Malfoy's POV

„Und somit spricht der Hohe Rat den Angeklagten Draco Benjamin Malfoy von allen ihm vorgeworfenen Anklagepunkten frei. Seine Besitztümer, inklusive der Konten und das Malfoy Manor, sind umgehend an ihn heraus zugeben. Sein Name ist von nun an reingewaschen und ein Auror wird für eine weitere Woche an seine Seite gestellt, wenn er es zu seinem Schutz wünscht."

„Ich nehme alles danken an, aber den Auroren brauche ich nicht, danke", entgegnete ich. Eine Stunde hatten die Mitglieder des Rats gebraucht um über das Urteil abzustimmen. Potter war mir wohl die größte Hilfe gewesen. Wer hätte das gedacht?

Ich bereute es nicht, dem Orden beigetreten zu sein, als ich die Chance dazu hatte. Ich hatte die Wahl gehabt: ich konnte enden wie mein Vater und dem entsprechen, was jeder erwartet hätte. Aber ich war mir sicher, dass ich nicht mehr lange zu leben gehabt hätte. Also entschied ich mich für die einzig logische Alternative: Ich bin zu etwas zu gebrauchen und wechselte zur Guten Seite.

Es hatte mich wirklich beeindruckt Potter zuzusehen, wie er den Dunklen Lord für immer beseitigt hatte.

Um zu beweisen, dass ich wirklich loyal war, rettete ich seine Verlobte und ihren Bruder Ron Weasley. Auch, wenn aus uns nie Freunde wurden, respektierten wir uns gegenseitig.

Es vergingen einige Jahre, in denen ich mich aus der Öffentlichkeit halten musste. Bis zuletzt war ich immer noch als Todesser bekannt und als ich dann doch gefunden wurde, wurde ich umgehend vor Gericht gestellt. Und ehrlich gesagt hatte ich mich auch schon an den Gedanken gewöhnt in Azkaban zu sterben.

Ja, ich bin glücklich, dass mir anscheinend doch etwas Glück vergönnt war. Kurz nach meiner Entlassung betrat ich das Malfoy Manor. Ein Zuhause war es mir nie. Das Haus hat aus mir, nebst meiner Erziehung, den kalten Menschen gemacht, der ich bin. Wirklich, ich bin noch lange nicht nett und herzlich nur weil ich auf der Gute Seite war.

Aber was meinte Potter noch während seiner Aussage vor Gericht: „Es kann nur besser werden." Reizend.

Ein Rascheln hinter mir kündigte mir einen Gast an. Ich war sehr überrascht Blaise zu sehen.

„Wieso wusste ich, dass du hier sein würdest?", fragte er mich grinsend.

„Wo sollte ich auch sonst hin?" Er rollte mit den Augen und ich konnte ihn gerade noch mit einer Handbewegung abwürgen. Er hätte mich sicher wieder eingeladen bei ihm zu wohnen. Durch mich hatte er ohnehin genug Probleme, da ich mich die ganze Zeit bei ihm vor den Auroren versteckt hielt – wo sie mich dann schließlich aufgegriffen hatten.

„Überleg es dir, während du hier aufräumst. Die Auroren haben hier jeden Stein umgedreht. Aber soweit ich verstanden habe, soll Tonks alle Wertsachen und Einrichtungsgegenstände wieder herrichten lassen haben.", meinte er.

„Wunderbar, dann kann ich ja Goldlack und Fingerfarbe für die Gemälde von der Einkaufsliste streichen.", entgegnete ich daraufhin.

Bevor ich hier irgendetwas aufräumen konnte, musste ich mich erst mal komplett umschauen. Blaise reichte mir eine Flasche Scotch und setzte eine mitleidsvolle Miene auf. Tatsächlich sah das Haus meiner Eltern – mein Haus – aus wie ein Schauplatz vom Zweiten Weltkrieg. Nur war dies nicht Dresden, sondern London.

Zum Glück blieb Blaise noch, bis ich den gröbsten Dreck beseitigt und mich gleichzeitig wieder an meine Magie gewöhnt hatte. Er war insgesamt eine große Hilfe. Bis weit in den Abend schufteten wir.

Irgendwann saßen wir im Foyer auf dem Boden und unterhielten uns über die Verhandlung, als es klopfte und unser Abendessen geliefert wurde. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mich jemals über eine Pizza so gefreut hatte. Blaise konnte bei meinem Gesichtsausdruck nur lachen und meinte: „Mein Gott, Drake! Du guckst als hättest du die Frau deiner Träume in diesem Karton gefunden. Das Essen in Azkaban muss wirklich schlimm gewesen sein."

„Blaise, kannst du mir einen Gefallen tun?"

„Klar, Mann. Raus damit."

„Lass uns nie wieder über Azkaban reden, okay?"

Kurz darauf war Blaise auf dem Weg nach Hause. Und ich musste mich um ein Schlafzimmer kümmern. Irgendwo musste ich ja schließlich schlafen.

Es dauerte zwei Stunden und ich war immer noch nicht weiter als vorher. Ja, das Ministerium hatte ganze Arbeit geleistet.

Da ich auch nicht wirklich müde war, beschloss ich mich in der Nachbarschaft umzusehen. Und wenn ich schon dabei war, konnte ich noch etwas für den nächsten Tag zu essen organisieren.

Ich zog mir also eine gemütliche Jeans und ein neues Sweatshirt an und machte mich auf den Weg zur Innenstadt. Ein Vorteil dieses Hauses war, dass man nur den Hügel hinuntergehen musste und durch ein magisches Portal – so ähnlich wie in der Winkelgasse – direkt in der Stadt landete.

Ein Blick auf die Uhr – 4:15 Uhr morgens – und es konnte losgehen.

5 Uhr morgens. Die Zeit in der fast kein normaler Mensch unterwegs war. Sie würden noch in ihren warmen Betten liegen, während ich gerade Feierabend machte. Andrej, ich und einige andere Kolleginnen gingen für gewöhnlich Frühstücken und vergaßen, dass wir gerade einem guten halben Dutzend (in manchen Fällen auch mehr) Männern unseren Körper verkauft hatten. Stattdessen rissen wir Witze über sie und schmiedeten Pläne, wie wir das verdiente Geld am besten und schnellsten wieder ausgeben konnten.

Andrej, Susan und ich waren die einzigen Singles in der Gruppe. Seltsam, während ich nicht einmal eine Beziehung aufbauen konnte und wollte, schafften es die anderen Mädchen zwei mit Erfolg zu unterhalten: ihre Männer und die Fabrik. Darum könnte man sie beneiden, wenn man 1.) zu viel Freizeit und 2.) nichts zu verlieren hätte.

Ich zog es vor zurückgezogen zu leben, wo ich nicht in Gefahr vor meinen ehemals besten Freunden war. Natürlich wusste ich, dass sie erfolgreich im Kampf gegen Todesser und anderen Bastarden waren, aber das war genau das Problem. Ich hatte gesehen, was sie mit Dean gemacht hatten. Wir hatten beide dieses verfluchte Tattoo bekommen, als wir einen Augenblick unachtsam waren. Dean war zurück gegangen und dachte, man würde es verstehen, Mitleid haben und die ganze Aktion rächen. Ich war ihm gefolgt und konnte gerade noch fliehen, bevor sie mich auch noch umbrachten.

Meine ach so tollen Freunde hatten ihn an die Auroren ausgeliefert, der uns finden sollte. Dean wurde ohne Prozess ‚eliminiert'. Und dabei waren Ron und Dean so lange zusammen gewesen.

Und ich war daran schuld. Ron hatte mich damals verlassen und sich bei mir ernsthaft bedankt, dass er durch unsere Beziehung seine richtige Orientierung gefunden hatte.

Das ist es doch, was ein junges Mädchen hören will.

„Hey, Mione! Was grinst du denn so?" rief Andrej. Ich schüttelte den Kopf.

„Tut mir leid, was hast du gesagt? Ich und grinsen?" Eines der Mädchen lächelte mich an.

„Tu nicht so auf Eiskönigin. Das klappt vielleicht bei den Kunden, aber nicht bei uns."

Leider konnte ich darauf nichts sagen, weil das Essen fertig war. Danny war wie immer auf uns vorbereitet. Da wir immer dasselbe aßen und er fand, dass wir wie halbverhungerte Welpen aussahen, waren wir seine Lieblinge und er verwöhnte uns regelrecht mit seinen Blaubeeromelettes. Das einzige, was mein Magen sonst vertrug, aber an diesem Morgen konnte ich es nicht mal sehen.

„Sorry, Danny. Ich kann jetzt nichts essen. Hast du vielleicht ein Glas Wasser für mich?", fragte ich.

Andrej war alarmiert und versuchte mich zum Essen zu motivieren, indem er damit vor meiner Nase rumfuchtelte. In Rekordzeit wölbte sich mein Magen auf links und ich rannte zur Toilette. Leider achtete ich nicht auf den Weg und rannte geradewegs in die Arme einer Person, die ich nach Jesus Christus erwartet hätte: Draco Malfoy.

„Granger?!", rief er überrascht. Über den Schock vergaß ich plötzlich den Grund meiner Eile, bis er auf seinem Pullover und seiner Hose verteilt war.

„Ich freue mich auch dich zu sehen!"

Zugegeben: Ich hatte nicht damit gerechnet, sie überhaupt noch einmal wieder zusehen, aber selbst wenn, dann hätte ich es mir nicht so vorgestellt.

Nicht sicher, was ich tun sollte, fragte ich sie, ob es ihr gut ginge. Daraufhin funkelte sie mich an und verlor beinahe das Gleichgewicht. Hätte ich ihr nicht meinen Arm angeboten, wäre sie sicher zusammengebrochen.

Sie war nicht alleine hier. Eine Gruppe junger Frauen kam angelaufen. Der einzige Mann blickte uns an und fing an zu lachen. Auf meine fragende Miene entgegnete er nichts, lachte aber auch nicht weiter. Stattdessen wandte er sich an Granger.

„Darling, es tut mir leid, aber ich wollte doch nur, dass du etwas isst. Tut mir leid, Sir. Das ist meine Schuld. Wenn Sie wollen, ersetze ich Ihnen die Klamotten. Ich habe etwas, was Ihren umwerfenden Augen schmeicheln würde und-"

„Andrej, Sitz! Er zählt wohl eher nicht zu deinem Streukreis. Könntest du mich wohl loslassen, Malfoy? Ich muss raus", keuchte Granger. Ich hielt ihren Arm immer noch fest. Mal ehrlich: Die totgeglaubte Hermione Granger tauchte in der gefährlichsten Ecke Londons auf und übergab sich auf meine neuen Klamotten. Das waren drei Gründe sie nicht loszulassen. Außerdem wollte ich nicht Gefahr laufen das Zielobjekt dieses schrägen Vogels zu werden.

„Ah, ihr kennt euch? Wie schön! Wir lernen endlich einen Freund von Eve kennen!", strahlte Susan.

„Eve?", fragte ich.

„Wir sind keine Freunde.", erwiderte Granger zur selben Zeit. Mittlerweile bemerkte ich eine kleine Veränderung in ihrem Gesicht, abgesehen von der Schmäle und dem Farbverlust – sie setzte wieder zu einer neuen Brechattacke an und ich schob sie schnell hinaus. Es folgte uns niemand, da dieser Kerl – Andrej – die Mädchen aufhielt. Ich bin mir nicht sicher was er sagte, aber wie ich so darüber nachdachte, wollte ich es vermutlich gar nicht wissen. Kaum hatten wir einen Busch erreicht, würgte sie wieder hervor.

Während sie über dem Busch hing, dachte ich darüber nach, wie ich in diese Situation gekommen war.

Ich hatte nur nach dem Weg fragen wollen. Ich hatte ehrlich nicht erwartet, dass sich in zwei Jahren so viel in London ändern konnte. Also hatte ich dieses Schnellrestaurant betreten, weil ich kurz zuvor eine Gruppe von Leuten hineingehen sehen hatte. Einer von ihnen musste doch wissen, wo es in der Nähe einen Supermarkt gab.

So schlecht sah es eigentlich gar nicht aus und ich überlegte zum Essen zu bleiben. Allerdings konnte ich, was auch immer es war, das, was Granger gegessen hatte getrost von der Auswahl streichen. Ich war wirklich mehr als erschrocken sie zu sehen. Ich hatte sie noch genau vor Augen: langes, buschiges Haar, strahlende braune Augen und einen recht fraulichen Körperbau, um es ganz freundlich auszudrücken.

Und jetzt sah ich sie hier. Sie sah in etwa so aus, wie man sich das drogenabhängige Mädchen Christiane F. vorstellte – nur älter. Irgendetwas an ihr machte sie entsetzlich alt. Ich hatte sie fast nicht wiedererkannt. Und ich hatte ihr Gesicht nun wirklich oft genug vor Augen gehabt. Immer dann wenn Potter und Weasley bei irgendwelchen Gefängnisbesuchen oder Aussagen da waren – sie hatte gefehlt.

Wie ich von Blaise noch vor meiner Festnahme erfahren hatte, wurde sie für tot erklärt. Immerhin war sie vier Jahre vermisst und es gab keinen Zauber, der sie aufspüren hatte können. Das letzte Mal hatte ich sie kurz vor ihrem Verschwinden im letzten Jahr an Hogwarts gesehen. Es war kurz bevor der Krieg ausgebrochen war.

Sie war von einem Hogsmeade-Besuch nicht wieder gekommen und Auroren hatten tagelang nach ihr gesucht. Im Unterricht hatte eine gedrückte Stimmung geherrscht. Alle hatten das Schlimmste befürchtet. Und am Ende war sie für tot erklärt worden. Und jetzt saß sie zu meinen Füßen und spuckte Gift und Galle. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Als Leiche hätte sie locker durchgehen können. Sie sah aus wie von den Toten auferstanden. Nur dass sie sich nicht entscheiden konnte, ob Geist oder Zombie. Anders konnte man es nicht beschreiben.

Aus dem Augenwinkel konnte ich erkennen, wie eine Gestalt auf uns zukam. Hätte ich meinen Zauberstab nicht dabei gehabt, wäre ich wahrscheinlich weggelaufen.

‚Scheiß die Wand an, was ist denn das für ein Schrank?'

Er kam genau auf mich zu und ich beobachtete ihn gespannt. Seine Hand kam mir entgegen und ich sah erst im letzten Moment, dass er mir etwas geben wollte. Es war eine Flasche Wasser und ein Handtuch. Verdutzt nahm ich es und nickte dankend. Er ging wieder und verscheuchte Grangers Freunde vom Fenster. Seufzend setzte ich mich neben sie ins Gras und öffnete die Flasche. Ich nahm erst einen Schluck und schüttete dann erst was auf das Handtuch, bevor ich ihr beides gab.

Langsam atmete sie wieder normal und wusch sich das Gesicht mit dem Handtuch ab. Angewidert drehte sie sich von dem Busch weg.

Ich konnte nicht anders: „Hey, das arme Grünzeug hat auch schon bessere Tage gesehen."

Am liebsten hätte ich sein Gesicht in mein ‚Frühstück' reingepresst. Was wollte DER hier? Ich konnte nicht so tun, als hätte er mich verwechselt. Ich hatte ihn schließlich beim Namen genannt.

Diese verdammte Erkältung!! Ich hätte mich in den Hintern beißen können, wenn ich fit genug gewesen wäre, aber mir tat einfach alles weh und ich fühlte mich so beschissen, dass ich am liebsten eingeschlafen und nie wieder aufgewacht wäre.

Allerdings musste ich was unternehmen!

„Verdammt, was willst DU hier?" Wundervoll, Hermione. Sehr kreativ.

Er hielt mir nur die Wasserflasche hin, die ich vorher weggelegt hatte. „Um ehrlich zu sein wollte ich nach dem Weg fragen. Obwohl ich dich das selbe fragen könnte. Weißt du, was man über dich erzählt?"

„Klar, dass ich tot bin. Und wie bist du ausgerechnet hier gelandet?"

Er schien überrascht. Wahrscheinlich weil ich versuchte so locker wie möglich zu wirken. In anbetracht dessen, dass ich mir gerade erst die Seele aus dem Leib gekotzt und entdeckt worden war, musste ich zugeben, dass es mich selbst überraschte, wie einfach es mir fiel mich ganz normal zu geben.

Er betrachtete mich skeptisch und antwortete dann langsam: „Ich wohne in der Nähe, aber ich war lang nicht mehr hier und seitdem hat sich einiges verändert. Hör mal, du solltest hier nicht so rumsitzen. Das Gras ist nass und du holst dir noch den Tod."

Meine Augenbrauen schossen nach oben. „Was ist denn mit dir los?"

Malfoy war wie ausgewechselt – ich kannte ihn nur als Sohn eines Todessers, der versuchte mir mein Leben zur Hölle zu machen. Und hiermit meinte ich beide Malfoys. Und nun saß er da und meinte ich, solle auf meine Gesundheit achten. Was hätte ich machen sollen? Ich fing an zu lachen.

Verwirrt starrte er mich an und überlegte. „Erbrechen...Stimmungsschwankungen..." Dann riss er die Augen auf und rief: „Scheiße, Granger! Du bist doch nicht schwanger!?"

Wirklich, eine Ohrfeige hätte es auch getan.

„Was weiß ich. Gestern war ich es jedenfalls noch nicht." Er stand auf und hielt mir eine Hand hin. Automatisch gab ich ihm die rechte Hand, wodurch allerdings der Ärmel rutschte. Es dauerte keine fünf Sekunden und er hatte es gesehen, bevor ich stand und ich ihm hätte meine Hand entreißen können.

Mit offenem Mund stand er da und meine Fassade bröckelte.

„Wo ist deine Jacke?", fragte er nur und ich deutete zum Imbiss hinüber. Malfoy nickte und sagte nachdrücklich: „Du bleibst genau hier stehen, verstanden?"

Jetzt war es meine Zeit zu nicken.


Soo, das war dann jetzt auch das zweite Kapitel!

Ich möchte mich jetzt auf jeden Fall erstmal für die ersten fünf Reviews bedanken!!! Tut wirklich gut so gutes FeedBack zu lesen :) Ich hoffe ihr habt auch weiter Spaß an der Story. Ich versuche sie so spannend wie möglich zu halten ;)

HugZ&GreetZ

-Chloe