Hi Ihr Lieben!
Hier kommt nun das Ende!
Schönen Dank an meine Leser!
Lg,
Die Schwarze Lady!
Epilog
Sakrileg - Kapitel 102
Kensington Gardens lagen im Dunst, als Silas in eine Mulde taumelte, die vor Blicken geschützt war. Erschöpft, mit wild pochendem Herzen, kniete er auf dem Rasen nieder. Warm spürte er das Blut aus der Schusswunde unter seinem Rippenbogen sickern, doch er achtete nicht darauf.
Im Dunst des Nebels sah es hier wie im Himmel aus, und es war so friedlich, so still. Silas hob die blutigen Hände zum Gebet. Das Prasseln des Regens auf Schultern und Rücken wurde stärker; die Tropfen liebkosten seine Finger und wuschen sie sauber. Silas spürte, wie sein Körper Stück für Stück in Nebel zerfloss.
Du bist ein Gespenst.
Ein Windstoß trug den feuchten, erdigen Geruch neuen Lebens zu ihm. Silas betete voller Inbrunst um Vergebung, um Gnade und vor allem darum, dass Gott seinen Mentor, Bischof Aringarosa, nicht vor der Zeit abberufen möge.
Es gibt noch so viel für ihn zu tun.
Die Nebelschwaden umwogten den gewaltigen Körper des Albinos. Silas fühlte sich seltsam leicht. Er war sicher, die Schwaden würden ihn davontragen. Er schloss die Augen und sprach ein letztes Gebet.
Aus dem Nebel flüsterte ihm eine Stimme etwas zu.
„Gott ist voll der Güte und voll der Gnade…"
Verwirrt über den vertrauten, aber doch unbekannten klang der Stimme öffnete er zum letzten Mal seine roten Augen. Und da war sie – sein Schutzengel.
Wie Sturzbäche brachen die Erinnerungen, der wunderschönen Nacht, wieder in seine Gedanken ein. Alles erschien ihm so klar und die Gewissheit ihrer Worte hallte noch in ihm nach.
Chiara – schon allein ihr Name bedeutete „himmlischer Glanz", welcher auch jetzt ihr Wesen zierte.
Sie hatte ihm alles geschenkt was er sich je erträumt hatte und ihm sogar ihren Namen offenbart.
Silas hatte vor langer Zeit von seinem Bischof gelernt, dass jeder Mensch einen Schutzengel habe und es ein Wunder wäre auch seinen Namen zu erfahren, da das die Verbindung zu ihm unsterblich machen würde.
Sie hatte ihn damals vor die Wahl gestellt, ihm erklärt, dass es nicht der richtige Weg sei, dem Lehrer zu gehorchen, aber er hatte mit ihr gestritten, Opus Dei verteidigt und sich gegen sie entschieden.
Trotz seiner Wut auf sie, hatte sie ihn ein letztes Mal zärtlich, unter Tränen geküsst, bevor es Dunkel wurde in seinem Bewusstsein und seine Erinnerungen erloschen.
Sie hatte es gewusst, mein Leben hätte anders enden können. Mit ihr an seiner Seite.
Chiara spürte seine Traurigkeit und sie schenkte ihm ein wärmendes Lächeln, als sie auf ihn zu schritt und sich zu ihm kniete. Seine wässrigen Augen spiegelten seine schmerzende Seele wieder und er öffnete seinen Mund um ihr zu sagen wie schlecht seine Wahl gewesen war, aber sie verschloss seine Lippen mit einem zärtlichen Kuss und zog ihn ganz fest in ihre Umarmung.
„Du hast Dich für Dein Leben entschieden und es war richtig so. Alles hat seine Bestimmung und nur Gott weiß wozu es gut war. Und nun komm, er hat Dir bereits vergeben und auch ich. Befreie Dich von Deinem irdischen Leben und wandle mit mir im Himmel, bis Du bereit bist für ein Neues."
Ende
