Auf vielfachen Wunsch hin, ist dieses Kapitel mal wieder ein bisschen länger. Auch wenn es nicht wirklich lang ist. Beim nächsten Kapitel gebe ich mir noch mehr Mühe :)
Das es so lange gedauert hat, tut mir leid, aber über die Feiertage hatte ich nicht so viel Zeit.
Dann noch weiterhin viel Spaß und ich hoffe, ich kriege wieder viele neue Reviews ;)
Unterredung mit einer Königin
So gingen sie alle miteinander zum Thronsaal und besonders Hírador und Ile sahen sich interessiert um. Hírador betrachtete alles mit Respekt, Ile hingegen versuchte sich nur alles genau einzuprägen und schaute weniger auf die Schönheit dieses Ortest.
Er wollte Ellesméra nicht mögen. Den Grund dafür kannte er nur zu gut und versuchte diese Gedanken aus seinem Kopf zu verdrängen und sich auf die bevorstehende Unterredung vorzubereiten.
Er hatte bereits schon jetzt einige gespürt, die in seinen Geist hatten eindringen wollen. Er fragte sich, ob das wohl eine Prüfung sein sollte. Doch weder er, noch sein Drache hatten diesen, doch eher schwächlichen Versuchen nachgegeben. Sie hatten wohl von dem Meister in diesem Gebiet gelernt, wie sie ihre Gedanken schützen konnten und sie hatten sich geschworen, sich hier nicht durchleuchten zu lassen.
Ile wartete jede Sekunde darauf einen richtigen Angriff auf seinen Geist abwehren zu müssen. Er traute keinem der Elfen über den Weg. Diese Lektion hatte er schon früh gelernt.
Ich denke nicht, dass wir jedem Elf, dem wir über den Weg laufen, misstrauen müssen. Das hat er dir ganz sicher nicht beigebracht, Hírador hatte natürlich alle seine Gedankengänge mitbekommen.
Ich werde mich aber auch nicht wie ein offenes Buch von ihnen lesen lassen. Und das habe ich sehr wohl von ihm gelernt.
Ile, wir müssen unsere Ausbildung abschließen, vielleicht müssen wir auch ganz von vorne anfangen, da du ihnen nicht sagen willst, wer du bist und dass du schon Training erhalten hast. Wir müssen ihnen bis zu einem gewissen Grad vertrauen – Sie werden das gleiche Vertrauen in uns setzen müssen.
Wir werden nicht von vorne anfangen, dafür werde ich sorgen. Dafür haben wir keine Zeit. Wir müssen alles so schnell wie möglich umsetzen. Galbatorix wird nicht darauf warten, dass ich meine Ausbildung abschließe, unsere Truppen sammle und dann angreife. Er ist nicht dumm. Er weiß schon länger, dass etwas im Gang ist, dass außerhalb seines Machtbereiches liegt. Vielleicht hat er sogar schon Späher entsendet, um unsere Leute zu lokalisieren. Ich kann auf keinen Fall warten! Sie werden es akzeptieren müssen, ohne dass ich ihnen alles erkläre.
Wenn du so an diese Sache herangehen willst, dann soll es so sein. Ich denke, du solltest es ihnen sagen, denn das würde die Situation vereinfachen, oder du könntest gar nichts sagen und wir fangen von vorne an.
Ich schmeiße kein Jahr von Training einfach zum Fenster raus! Entweder sie wollen uns, und wir helfen ihnen, oder sie verstoßen uns, und wir gehen unserer Wege und finden eine andere Möglichkeit uns auszubilden!
Hírador schwieg nach dieser Auseinandersetzung beharrlich und Ile gab sich damit zufrieden. Er konnte den Elfen nicht sagen, wer er war, sie würden ihn vermutlich hochkant aus dem Wald befördern. Doch wahrscheinlich war es sowieso unvermeidlich, dass sie irgendwann darauf stoßen würden, doch solang wollte er unbehellicht seiner Wege gehen.
Plötzlich blieb Eragon, der vor ihm gegangen war, stehen und Ile wäre fast gegen ihn geprallt. Durch seine Unterhaltung mit Hírador war er abgelenkt worden und hatte nicht gemerkt, dass sie bereits vor dem Eingang zum Thronsaal standen.
Er schalt sich für seine Unachtsamkeit und schwor sich in Zukunft besser aufzupassen.
„Bevor wir hineingehen, sollten wir dir vielleicht noch beibringen wie du der Königin Respekt zollen kannst. Also, du –"
„Ich weiß, was ich tun muss. Trotzdem, danke", er wollte so wenig wie möglich Zeit mit so etwas verlieren.
Seine Reisegefährten schauten ihn daraufhin etwas verwundert an und Murtagh fragte: „Bist du sicher?"
Ile lächelte: „Ja, ich bin mir da vollkommen sicher." Wie oft hatte er die Etikette für diesen Fall einüben müssen... Sein Lehrer, der auch sein Vater gewesen war, hatte früher darauf bestanden.
Jetzt meldete sich auch Hírador: Wir wissen, wie man den ranghöheren Elfen seinen Respekt zeigt.
Keiner der anderen schien besonders überzeugt und schließlich sagte Arya: „Dann begrüße mich auf die Art der Elfen, Ile."
Er tat wie geheißen, führte Mittel- und Zeigefinger an den Mund und sprach die Begrüßungswörter in der Alten Sprache.
Die Elfe hob die Augenbraue und erwiderte die Begrüßung.
Die anderen, inklusive der beiden Drachen, Saphira und Dorn, schauten nun noch verdutzter drein.
„Wo hast du das gelernt?", fragte Eragon ihn ganz erstaunt.
„Ehrlich gesagt: Das ist meine Sache", er wusste, dass er unhöflich klang, doch er wollte an keine Zweifel daran aufkommen lassen. Er würde es ihnen nicht sagen, dazu hatte er sich entschieden.
Eragon zog die Brauen zusammen und sah so aus, als wollte er etwas entgegnen, doch Murtagh zuckte mit den Schultern und sagte: „Komm. Die Königin wartet."
Sie gingen hinein. Arya vorneweg. Sogar die Drachen konnten bequem eintreten, so groß war dieser Saal.
Am anderen Ende saß die Königin der Elfen, Islanzadi.
Die Wände waren, wie alles andere auch, aus Holz. Doch dieser war kunstfertiger gearbeitet als alles andere bisher und das wollte etwas heißen, denn alles in Ellesméra war von Künstlerhand geschaffen.
Selbst Ile konnte seine Bewunderung für diesen Ort kaum verbergen.
Sie gingen gemessenen Schrittes zum anderen Ende des Saals, wo der Thron stand. Die Königin selbst saß gerade aufgerichtet auf dem Thron und wirkte, mit dem weißen Gewand, was sie trug, sehr majestätisch.
Als sie angekommen waren, verbeugten sie sich und führten die Finger an die Lippen. Dann sprachen sie die Begrüßungswörter. Die Königin erwiderte den Gruß, dann sprach sie: „Ich freue mich, nun auch noch den letzten der neuen Drachenreiter Willkommen heißen zu dürfen."
„Es ist mir eine Ehre, von euch lernen zu dürfen", Ile wusste, dass dies eine schwache Antwort war und das man wohl mehr von ihm erwartet hätte, doch er wollte das Gespräch so schnell wie möglich auf seine Ausbildung lenken, um das Schlimmste hinter sich zu bringen.
Ich weiß, das fällt dir schwer, aber bitte habe es nicht so eilig. Uns wird hier eine große Ehre zu Teil.
Ich vergesse meine Höflichkeit schon nicht, keine Sorge.
Nun wandte sich die Königin an Hírador und begrüßte auch ihn. Er neigte seinen Kopf zum Zeichen des Respekts.
Bitte, du musst dich vor mir nicht verneigen, Drache.
Es ist mir eine Ehre Euch kennen zu lernen und ich erweise Euch hiermit meinen Respekt.
Die Königin neigte nun ebenfalls ihren Kopf.
Vielen Dank dafür. Ich weiß dies zu schätzen.
Sie drehte sich wieder zu Ile.
„Du möchtest sicher so bald wie möglich deine Ausbildung beginnen", das war keine Frage, sondern eine Feststellung.
Ile sah sie nur weiterhin an und nickte leicht.
„ Da wir nicht wissen, wie viel du schon gelernt hast, werden wir dich erst testen, sowohl in der Magie, als auch im Schwertkampf, aber auch in der Alten Sprache. Du verstehst sicher diese Notwendigkeit."
„Natürlich", er versuchte nicht allzu ungeduldig zu klingen, um niemanden zu verärgern.
„Doch heute Abend werden wir erst ein Fest feiern, zu Ehren der neuen Drachenreiter. Du und dein Drache möchtet vorher vielleicht noch ein bisschen ruhen, um euch von eurer Reise hierher zu erholen", sie winkte einen Elfen herbei, „Gerat wird euch zu eurem Quartier führen."
„Vielen Dank, Königin", sagte Ile in der Alten Sprache. Auch Hírador verabschiedete sich und sie folgten Gerat hinaus.
PS: Ein frohes neues Jahr
