Hier ist das sechste Kapitel! Wenn es im Moment ein bisschen länger dauert, tut es mir leid, aber da gerade die Schule wieder angefangen hat, ist im Moment viel los, also sorry ;)
Gut, viel Spaß beim Lesen auch weiterhin.
Und vielen Dank an Witch-Hexe für ihr Review.
Wie immer sind diese auch erwünscht :)
Vorbereitungen
Gerat begleitete sie, bis zu einer der Baumbehausungen. Sie war größer als die meisten anderen, die Ile bis jetzt gesehen hatte. Das Geländer der Treppe, von der er jedoch nur die untersten Stufen sehen konnte, war reich verziert, er konnte erkennen, dass es sich dabei meist um Darstellungen von Früchten handelte, gelegentlich auch mal ein Tier.
„Du musst dort die Treppe hoch, Drachenreiter, dein Drache kann fliegen, oben befindet sich ein Eingang", Gerat hatte in der Alten Sprache gesprochen und schaute jetzt mit halb skeptischer, halb schadenfroher Miene Ile gespannt an.
„Ja, natürlich. Danke, für deine Führung, Gerat", Ile hatte es verstanden, was Gerat das hinterlistige Grinsen, welches er nicht hatte unterdrücken können, vom Gesicht wischte. Denn Ile hatte auch in der Alten Sprache geantwortet und nicht nur das, er hatte jedes Wort so perfekt artikuliert, als würde er in seiner Muttersprache sprechen.
Der verdutzte Elf verbeugte sich und ging davon.
Die Königin wird das sicher erfahren, Hírador klang eher belustigt als besorgt, Der arme Kerl wusste gar nicht, wie ihm geschah.
Er wollte mich austricksen, dass geschieht ihm recht und wenn es so die Königin erfährt, umso besser. Ich sagte doch, ich will keine Zeit vergeuden. Das wir heute Abend eine Feier veranstalten, halte ich schon für Verschwendung genug, Ile konnte nicht anders, als sich über so eine Unannehmlichkeit zu beschweren.
Immer dran denken: Das ist eine große Ehre. Wie viele Menschen bekommen schon Ellesméra zu sehen und wenn dann auch noch ein Fest zu ihren Ehren gefeiert wird... Die meisten Menschen würden alles dafür geben. Ich weiß, was du sagen willst: Erstens: Du bist nicht wie andere Menschen und Zweitens: Du bist noch nicht mal ganz Mensch.
Wie immer richtig, Ile erlaubte es sich seinen Drachen anzugrinsen. Wer als Erster oben ist. Und schon rannte er die Treppe hoch, in einem halsbrecherrischem Tempo, das bei jedem normalem Menschen wohl zu einem gesundheitsschädlichem Sturz geführt hätte.
Ile rannte und rannte und wurde trotz der beträchtlich ansteigenden Stufen nicht müde. Er hatte natürlich viel Ausdauertraining gemacht und da war diese Treppe nur eine kleine Übung. Als er oben ankam, atmete er dreimal tief durch, um seinen Puls zu beruhigen.
Du lernst es wohl nie, oder? Man kann nicht schneller als ein Drache sein, Hírador lag auf dem für ihn vorgesehen Podest und gähnte demonstrativ in Iles Richtung, Ich werde immer erster sein, wenn es um die Schnelligkeit geht, das weißt du doch, trotz seiner großen Worte war Ile sich bewusst, dass der Drache nur kurz vor ihm angekommen war, doch da er ihn in seinem Stolz nicht kränken wollte, sagte er: Du hast wohl Recht, oh großer Drache, bei den letzten Worten verbeugte er sich auf lächerliche Weise, wofür Hírador sich von ihm wegdrehte.
Ile schaute sich lächelnd in dem Raum um. Auf der gegenüberliegenden Seite von Híradors Podest stand ein Bett, welches wohl für ihn bestimmt war. Gleich links war eine Tür, die zu einem angrenzenden Raum führte, hinter ihm ging es natürlich wieder zum Eingangsbereich mit der Treppe. Sein Drache war durch eine große Öffnung in der Wand rechts von ihm gekommen. Er sah, dass davor Vorhänge waren, um sich nachts vor zu viel Licht und Geräuschen zu schützen.
Er ging auf das Bett zu und sah, dass darauf Gewänder aus feinstem Stoff lagen. Er hob sie hoch und stellte fest, dass diese Kleider genau seine Größe hatten. Sie waren aus grünem Stoff.
Ihnen gefallen wohl meine Kleider nicht besonders, dachte er und fuhr mit der Hand über den Stoff. Er fühlte sich an wie fließendes Wasser in seinen Händen, auch war das Gewand sehr leicht.
Ile legte nun seinen Reisemantel ab und schnallte sein Schwert los, er hatte es geschmiedet, als er vierzehn war, doch es erfüllte seinen Zweck immer noch genauso gut wie damals. Es war aus einem besonderen Metall gemacht, welches sein Vater besorgt hatte. Er legte es ordentlich auf das Bett und ging in den anderen Raum, den er noch nicht betreten hatte.
Allem Anschein nach schien es ein Bad zu sein, in der Mitte war eine große Kuhle, in die er sich bequem hätte reinsetzen können.
Aha, jetzt weiß ich auch, warum sie wollten, dass ich noch vor dem Fest hier reingehe. Ich soll wohl noch ein Bad nehmen, bei diesem Gedanken musste er Grinsen. Er war immer gern baden gegangen, vor allem im Fluss, gleich neben seinem Dorf. Genau dort hatte ihm sein Lehrer und Vater das Schwimmen beigebracht.
Also zog er seine Klamotten aus, ließ das Wasser ein und stieg in die Kuhle. Er wusch sich gründlich und nahm dann den Spiegel, der neben ihm, am Rand der Kuhle, lag.
Er schaute sich an. Sein Bartflaum war ziemlich gesprossen in den letzten Tagen, denn er hatte, seit er Eragon, Murtagh und Arya im Wald entdeckt hatte, sich nicht mehr rasiert. Seine elfischen Züge erkannte man sehr genau, doch er hatte noch immer keine Spitzen Ohren, etwas was sein Vater immer sehr merkwürdig gefunden hatte, nicht mal eine kleine Erhöhung war festzustellen. Eigentlich war er froh darüber, denn das würde ihn wohl von den anderen Drachenreitern abheben.
Genauso wie sein Bart waren auch seine Haare ziemlich...-gewuchert. Er konnte nicht sagen, dass sie einfach nur gewachsen waren, was er auf dem Kopf trug, glich mittlerweile nur noch Gestrüpp. Es war schon tief in seine Stirn gewachsen, sodass er sich sie schon immer aus den Augen streichen musste, falls er wirklich etwas sehen wollte. Der Rest seines Haares ging ihm schon über die Ohren, etwas sehr ungewohntes für ihn, da er es immer kurz getragen hatte.
Na ja, vielleicht ist es Zeit für eine Veränderung, überlegte er. Jetzt, wo er sich im Spiegel betrachtete, war es ihm fast ein bisschen peinlich, die Königin in diesem Aufzug begrüßt zu haben.
Er sah sich um, er wollte wenigstens auf dem Fest ein bisschen gepflegt aussehen, doch er konnte keinen Rasierer entdecken. Er zuckte mit den Schultern und sprach ein paar Wörter auf der Alten Sprache. Sein Bart fiel ab, zur Prüfung fuhr er sich mit der Hand über sein Kinn.
Das wird schon gehen.
Dann nahm er sich seine Haare vor. Zuerst sein doch etwas nerviges Pony. Dann sein Haupthaar, welches er etwas kürzer machte.
Kurz darauf stieg er aus der Wanne und trocknete sich mit Tüchern, welche die Elfen bereitgelegt hatten, ab. Er besah sich noch einmal im Spiegel und kramte dann eine Bürste hervor um seine Haare noch etwas zu bändigen. Nach über einer Minute befand er es für gut und ging wieder ins Schlafzimmer, dort legte er die Elfengewänder an.
Doch obwohl sie sehr leicht waren und eigentlich auch angenehm zu tragen, war ihm unwohl in diesen Klamotten. Man konnte keinerlei Waffen verstecken, sein Schwert würde er wohl auch hier lassen müssen. Ohne das gewohnte Gewicht fühlte er sich jetzt schon seltsam, aber nicht auf eine positive Art und Weise.
Hírador sah ihn kritisch an.
Es ist komisch, dich so sauber und fein rausgeputzt zu sehen. Wirkt irgendwie unecht. Du bist nicht dreckig...
Na, danke. Willst du damit sagen, ich wäre immer schmutzig?Na ja, du kannst auch nicht sagen, dass du immer sauber wärst, oder? Außerdem steht dir Dreck im Gesicht, das macht dich männlicher.
Ile brauchte etwas, um zu begreifen, dass sein Drache ihn auf den Arm nahm. Er funkelte ihn halb beleidigt, halb belustigt an. Er drehte sich um, damit Hírador sein Lächeln nicht sehen konnte.
Wie der Reiter, so auch der Drache, nicht wahr?Wie bitte?!?!, Hírador war so schnell auf den Beinen, dass er sich fast den Kopf an der Decke stieß.
Ile lachte jetzt laut: Wie du mir, so ich dir, mein Freund. Aber vielleicht hast du Recht, so richtig wohl fühle ich mich in diesen Gewändern nicht. Ich finde sie haben keinen praktischen Nutzen, sie sind anscheinend nur da, um gut auszusehen. Ich glaube dieses Fest wird ziemlich langweilig und es wird sich ewig in die Länge ziehen, doch ich werde wohl hingehen müssen, meinst du nicht?
Ja, das ist wohl so. Die Elfen wären zutiefst beleidigt, wenn du nicht hingehen würdest, denn immerhin ist es ein Fest zu deinen Ehren.
Zu meinen Ehren, wie das klingt, er klang fast wütend, Ich brauche das nicht. Ich möchte doch einfach nur meine Ausbildung abschließen und nichts weiter.
Ile, ich weiß, ich wiederhole mich, aber bitte habe etwas Geduld. Selbst Galbatorix braucht Zeit, um seine Truppen zu mobilisieren, er wird Morgen bestimmt noch nicht vor der Tür stehen, da bin ich mir sicher, Ile war klar, dass sein Drache die Wahrheit sprach, doch er konnte und wollte auch nicht länger warten.
Diesen Tag werde ich noch überstehen, aber Morgen werde ich gleich an den Ausbilder herantreten, damit wir schnell vorankommen.
Hírador seufzte ob der Unnachgiebigkeit seines Reiters, doch er gab sein Einverständnis.
Und jetzt Ile, steig auf, wir wollen doch einen guten Eindruck machen und ich denke, wenn wir zusammen hinunterfliegen, hat es auch einen gebührenden Showeffekt, er lachte.
Ile stimmte mit ein und stieg auf.
