So, jetzt geht's hier auch mal wieder weiter. Tut mir leid, dass es etwas länger gedauert hat, aber ich bin nicht wirklich zum Schreiben gekommen, in den letzten Tagen. (Schule, bäh!!!!!)
In diesem Kapitel werden Ile mal ein paar unangenehme Fragen gestellt :)
Vielen Dank natürlich an meine drei Reviewer Witch-Hexe, sus und lauretta-8, ich freue mich immer über jegliche Kommentare, weil sie irgendwie bei den Eragon-Geschichten allgemein sehr spärlich sind.
Also, das könnt ihr natürlich auch wieder nach diesem Kapitel machen (höhö), denn der Knopf unten ist einsam und verlassen.
Viel Spaß weiterhin.
Fragen über Fragen
Ile hatte die Anweisung bekommen, sich auf die rechte Seite der Königin zu setzen. Dort angekommen rutschte er erst einmal unbehaglich auf seinem Stuhl herum, um die bequemste Position zu finden. Er versuchte so wenig wie möglich Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, damit er sich so unbehelligt wie möglich umsehen konnte.
Eragon tauchte am Tisch auf und setzte sich rechts von ihm auf den Stuhl, er sah etwas niedergeschlagen aus. Eigentlich wollte Ile ihn fragen, was los sei, doch seine Kehle schien ungewöhnlich trocken zu sein und er wagte nicht auch nur einen Ton herauszubringen. Vermutlich hätte er sowieso nicht mehr als ein Krächzen zustande gebracht und er wollte keine unangenehmen Fragen nach seinem Gesundheitszustand hören.
Er konzentrierte sich also auf den Teller, der vor ihm stand und versuchte nicht auf die Leute zu achten, die ihn ansahen und neugierige Blicke in seine Richtung schossen, doch da er ein Drachenreiter war und deswegen eine sehr gute Wahrnehmung hatte, wollte ihm dies nicht so recht gelingen.
Sein Drache war mit den anderen beiden am anderen Tischende platziert worden, doch er konnte seinen Blick nicht heben und sie ansehen, denn er befürchtete in ein Gespräch verwickelt werden zu können und das wollte er in seiner momentanen Stimmung lieber vermeiden.
Jedoch konnte er spüren, dass sein Drache viel Spaß hatte, was vermutlich an den Elfen lag, die ihn wohl immer noch umschwärmten. Er wollte seinem Drachen die Aufmerksamkeit zugestehen und versuchte nicht, mit ihm Kontakt aufzunehmen.
„Alles in Ordnung mit dir, Ile?", Eragon war wohl gerade aufgefallen, dass Ile mit ziemlich glasigem Blick durch seinen Teller hindurch gestarrt hatte.
Ile hob ruckartig den Kopf, was Eragon etwas erschreckte, worauf er ein wenig zurücksetzte.
„Ja, natürlich, mir geht's gut", brachte Ile schließlich hervor. Er war stolz, dass seine Stimme sich nicht so brüchig anhörte, wie er gedacht hatte, „Ich habe nur etwas nachgedacht."
Eragon schien nicht besonders überzeugt und hob eine Augenbraue. „Mir ging es am Anfang genauso, mach dir nichts draus. Das erste Festessen ist das Schlimmste, danach wird es besser, das verspreche ich dir", er setzte ein Grinsen auf, um Ile aufzumuntern.
Dieser versuchte zurückzugrinsen, was ihm jedoch, wie er selber bemerkte, misslang und wohl eher aussah, als hätte er Zahnschmerzen. Daraufhin ließ er jegliche Gesichtsregung bleiben und fand seinen Teller wieder sehr interessant.
Dann begannen die Elfen, die Musikinstrumente trugen, zu spielen und Ile kam nicht umhin aufzusehen und die Königin anzusehen, welche sich gerade erhoben hatte, genau wie ihre Tochter. Ile sah in die Runde, um festzustellen, ob dies ein Zeichen zum allgemeinen Erheben war, doch keiner stand auf und so blieb auch er auf seinem Platz sitzen, was ihn ungemein erleichterte, denn er glaubte nicht, dass seine Beine ihnen tragen würden.
Die Königin, genau wie ihre Tochter, war in die feinsten Gewänder gehüllt, beide wirkten majestätisch und sie überstrahlten alle an diesem Tisch.
Ile begann langsam sich über sich selbst zu ärgern, denn normalerweise war er nicht so leicht zu beeindrucken und er war auch niemand, der schnell die Sprache verlor. Er riss sich zusammen und atmete ein paar Mal tief durch, kurz darauf spürte er, wie er ruhiger wurde und er konzentrierte sich jetzt auf die Elfenkönigin, die gerade begonnen hatte zu sprechen.
„Ich wünsche allen hier Anwesenden einen wundervollen Abend", sie sprach in der Alten Sprache, um die Ehrlichkeit ihrer Worte zu unterstreichen, anscheinend hatte sie wirklich von dem Zwischenfall mit Gerat gehört. Bei diesem Gedanken lächelte Ile innerlich, doch nach Außen hin bewahrte er eine interessierte Maske.
Wieder mal ein Test, dachte er.
Natürlich verstand er jedes einzelne Wort, er war daran gewöhnt. Sein Vater hatte auch fast immer in der Alten Sprache gesprochen.
Die Königin sprach weiter: „Dieses Fest heute Abend wird zu Ehren des Drachen Hírador und seines Reiters Ile, den letzten der drei neuen Drachenreiter, gefeiert", diesem entging natürlich auch nicht die Reihenfolge, in welcher sie aufgezählt wurden. Seine rechte Augenbraue zog sich leicht in die Höhe, was der Königin entging, da sie nicht auf ihn achtete und in die Runde sah, wohl aber bemerkte das Arya, Ile sah sie aus dem Augenwinkel in seine Richtung schauen, „Dieses Fest heute Abend könnte vielleicht das letzte sein, das wir je wieder feiern werden, deswegen wird es auch besonders groß ausfallen. Galbatorix beginnt seine Truppen zu sammeln, das heißt der letzte und entscheidende Kampf steht bevor. Wir werden wohl noch ein paar Monate Zeit haben, doch auch wir müssen damit beginnen, unsere Truppen zu sammeln und uns vorbereiten.
Die Varden werden uns natürlich unterstützen, auch die Zwerge haben sich dazu bereiterklärt. Der König der Zwerge, Orik, hat alle Hilfe versprochen, die er uns geben kann. Natürlich steht die Ausbildung dieses Drachenreiters und seines Drachen jetzt an erster Stelle. Die anderen beiden werden das Land absuchen nach Spionen von Galbatorix und sie werden versuchen ein paar der Schlachtpläne herauszubekommen, auch werden sie versuchen herauszufinden, ob Galbatorix Urû'Baen schon verlassen hat.
Aber nun genug von diesen Dingen. Lasst uns essen und trinken und feiern!", sie klatschte in die Hände und sofort erschienen einige Elfen und brachten das Essen. Sehr viel zu Essen, wie Ile bald feststellte. Natürlich war kein Fleisch dabei, Ile kannte das schon, wenngleich er trotzdem ab und zu noch etwas Fleisch aß. Er wusste, dass Fleisch viele Eiweiße enthielt, die den Pflanzen fehlten, doch er wusste auch, dass er heute Abend keines bekommen würde, nur den Drachen wurden Fleischspeisen serviert.
Ile sah zu Hírador hinüber und sah, dass er missmutig auf sein Essen herabsah, er fing sein Essen einfach lieber selbst, denn dabei konnte er fliegen und das tat er am aller liebsten, natürlich mit Ile auf seinem Rücken, damit sie die tollkühnsten Manöver ausprobieren konnten.
Ile fiel plötzlich auf, dass Arya immer noch stand und sah sie nun gespannt an, während alle anderen schon anfingen zu essen. Nach ungefähr einer Minute begann Arya zu singen, sie stimmte ein Lied zum Essen an, eine wunderschöne Untermahlung der leisen Musik, die wieder eingesetzt hatte.
Nun tat sich auch Ile etwas auf seinen Teller und fing an zu essen. Natürlich aß er in Maßen, denn er musste morgen fit sein für die Prüfungen, welche die Königin ihm stellen würde. Er ließ auch die Finger von jeglichen alkoholischen Getränken. Das Essen schmeckte fantastisch, die Elfen verstanden es einfach aus jeglicher Pflanze ein leckeres Essen zu machen.
Er wollte gerade eine Unterhaltung mit seinem Drachen beginnen, als er den Blick der Elfenkönigin, Islanzadi, auf sich spürte, er hob den Kopf, schluckte seinen Bissen hinunter und sah sie fragend an. Im nächsten Augenblick wusste er, dass dies ein Fehler gewesen war, denn sie sagte: „Gerat hat mir erzählt, dass du die Alte Sprache sehr gut beherrschst und du hast bei meiner Rede vorhin auch so gewirkt, als hättest du alles verstanden, da liege ich doch richtig, nicht wahr?", sie war wohl nicht der Typ für small talk.
Ile seufzte innerlich. Ich hätte es wissen müssen. „Ja, ich habe Eure Rede verstanden, Königin", das war alles, was er sagte, er ärgerte sich über sich selbst, dass er das nicht vorhergesehen hatte. Seinen Drachen würde sie in Ruhe lassen, das wusste er, doch er war nur der Reiter.
„Ich frage mich, und einige andere auch, woher kennst du die Alte Sprache so gut? Es gibt kaum jemanden, der sie beherrscht, geschweige denn so gut wie du. Hattest du einen Lehrer?", Ile konnte sehen, dass die Königin sehr gespannt auf seine Antwort war.
Er überlegte, was er antworten sollte, sein Lehrer hatte ihn immer zur Ehrlichkeit ermahnt, doch noch wollte Ile dieses Geheimnis nicht preisgeben. Es war seine Sache, er war sein Vater und Lehrer gewesen und er fühlte, er würde ihn verraten, wenn er Islanzadi alles sagen würde. Deshalb sagte er nur: „Ein Mann in meinem Dorf kannte die Alte Sprache noch aus alten Tagen, er war der Dorfälteste und er sah in mir Potenzial und brachte sie mir in allen Feinheiten bei", er betonte diese Worte etwas, damit die Königin verstand, was er sagen wollte. Sie brauchten ihn nicht großartig zu prüfen, die Alte Sprache war ihm so vertraut wie die Sprache seines Dorfes.
Die Elfe versuchte ihre Überraschung zu verbergen, doch Ile bemerkte doch das leichte Zucken in ihrem Gesicht. Im Grunde hatte er nicht wirklich gelogen, sein Vater hatte tatsächlich das Potenzial in ihm entdeckt, doch natürlich hatte er das schon vermutet und war nicht zufällig darauf gestoßen, doch trotzdem war Ile froh, dass die Königin nicht in der Alten Sprache mit ihm redete.
„Hast du noch mehr in deinem Dorf gelernt?"
„Ja, auch den Schwertkampf lernte ich dort und auch die Magie, mein Dorf ist voll von ungewöhnlichen Leuten, wir lebten im Verborgenen und das wird auch so bleiben", diesmal sah er ganz deutlich einen Anflug von Ärger über Islanzadis Gesicht huschen, doch auch das überdeckte sie schnell mit einem Lächeln.
„Das war mehr als deutlich", sie nickte in seine Richtung und ließ ihn nun in Frieden, doch Ile wusste, das dies nicht das Ende der Diskussion gewesen war, er würde morgen nach den Prüfungen wohl noch einiges mehr über sich ergehen lassen müssen.
Arya, die das Gespräch unauffällig mitgehört hatte, sah ihn mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an. Fast schien es so als wäre sie beeindruckt, wegen des Rückgrats, welches er gerade bewiesen hatte. Sie hatte sich wohl schon damit abgefunden, dass Ile nichts sagen würde, auch das konnte aus ihrem Gesicht lesen, doch die Königin würde nicht so schnell aufgeben, das war ihm klar.
Er wandte sich von ihr ab und aß ruhig weiter, er würde sich jetzt noch keine Gedanken darüber machen.
