Und das nächste Kapitel :) Diesmal war ich wieder etwas früher und es ist auch ein bisschen länger als sonst, was manche bestimmt freuen wird.

Wieder ein großes Danke an die Reviewer. Ein herzliches Willkommen an Rubics Cube und nochmal ein fettes Danke!!

Und nicht vergessen: Der Knopf unten zum Reviewen findet das echt toll, wenn man auf ihn drückt, er bekommt sonst nämlich nicht so viel Aufmerksamkeit ;)


Das Ende einer Feier

Eragon wandte sich wütend von der Gesellschaft ab und eilte im Laufschritt zu seiner Unterkunft. Er hatte das Gespräch zwischen der Königin und Ile mitangehört und interessiert gelauscht, doch Ile hatte keines seiner Geheimnisse gelüftet, er würde es so schnell auch nicht tun, denn Eragon wusste, wenn man der Elfenkönigin persönlich Widerstand leisten konnte, hatte man ein starkes Rückgrat.

Doch der Grund warum er so wütend war, war Aryas Blick, welchen sie Ile zugeworfen hatte, nachdem Ile ihre Mutter fürs erste in die Schranken gewiesen hatte. Dieser Blick war für Eragons Geschmack etwas zu intensiv gewesen, es hatte ausgesehen, als würde Arya Ile bewundern. Was sollte das? So toll war diese Leistung auch wieder nicht!

Eragon rannte mittlerweile, denn er war außerhalb der Feier und somit konnte ihn auch keiner sehen. Er musste sich irgendwie beruhigen, er musste ein paar Mal sein Kissen schlagen, oder sonst irgendetwas, sonst würde er verrückt.

Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Arya sich in so jemanden wie Ile so schnell verlieben konnte, was hatte dieser dahergelaufene Hund, was er nicht hatte?? War es nur wegen der Geheimnisse, die er hatte? Fand Arya das Geheimnisvolle an diesem Milchbubi so toll?

Er war jetzt in seinem Zimmer angekommen und begann damit sein Kissen zu malträtieren, schon bald flogen daraus Federn hervor, doch das machte ihn nur noch wütender, denn das Kissen gab seiner Wut nicht genug Widerstand.

Plötzlich klopfte es an der Tür.

Eragon hielt etwas schockiert inne und sah sich um: Überall lagen Federn herum. Das konnte er niemandem zumuten, also rief er: „Einen Moment, ich komme sofort."

Er stand auf, legte das Kissen wieder auf sein Bett, kehrte mit der Hand schon mal ein paar Federn unters Bett und dann ging er zur Tür, öffnete sie einen Spalt breit und schlüpfte hinaus. Dann stutzte er wieder, denn vor ihm stand Ile. Toll, der hat mir noch gefehlt zu meinem Glück.

Ile sah ihn etwas irritiert an, doch dann fasste er sich und sagte: „Entschuldige, dass ich störe, Eragon Schattentöter, aber du warst so schnell weg und ich wollte dich noch etwas fragen."

Eragons Wut, die er durch den Schock von Iles Ankunft kurzzeitig vergessen hatte, kochte wieder hoch. Was wollte dieser verdammte Typ hier? Konnte er ihn nicht einfach in Ruhe lassen?

„Ich hoffe es geht schnell, ich habe nicht allzu viel Zeit", er wusste, dass er schroff war, vor allem als er Iles verdutzte Miene sah, da dieser wohl nicht verstand, was Eragon hatte. Er dagegen war zutiefst befriedigt, er wollte ihm irgendwie zeigen, dass er es sich mit ihm verscherzt hatte.

Wahrscheinlich war er unfair, denn Ile hatte keine Ahnung in was er hineingeraten war, doch irgendjemand musste Eragons Wut zu spüren bekommen, jemand, der nicht einfach auseinander riss, wie ein Kissen, jemand, der standhalten konnte. Und nun war er hier, es war doch sein Fehler!

„Ja, natürlich, ich wollte dich von nichts abhalten", Ile war sehr höflich, was Eragons Wut nur noch mehr anfachte, vielleicht sollte er ihm einfach eine reinhauen.

Kleiner, tu das nicht!, in seiner Wut hatte Eragon ganz vergessen, dass Saphira jeden einzelnen seiner Gedanken mitbekommen hatte, Was denkst du dir? Der Junge kann doch nichts dafür! Manchmal frage ich mich, ob du wirklich weiser geworden bist.

Ihre Worte trafen Eragon und er schämte sich, was zur Rotfärbung seiner Wangen führte.

Ile, der nun überhaupt nichts mehr zu verstehen schien sprach einfach weiter, um die Situation wieder auf ein Niveau zu bringen, auf dem er mitreden konnte.

„Ich wollte wissen, was genau man von uns verlangt, ich meine von uns Drachenreitern. Sind wir nur hier, um gegen Galbatorix zu kämpfen, oder erfüllen wir noch einen anderen Zweck?", Eragon sah, dass Ile ihn genau musterte, er legte seine Stirn in Falten und überlegte, doch kurz darauf sagte Ile schon: „Wenn du nicht willst, können wir das auch ein andermal besprechen."

Er wandte sich schon zum Gehen, doch Eragon hielt ihn zurück: „Nein, Ile, es ist gut, dass du gefragt hast, das zeigt, dass du dich wirklich damit auseinandersetzt und nicht einfach alles auf dich zukommen lässt. Das ist ein guter Zug an einem Drachenreiter", Ile schien von diesem Lob und von dem Umstand, dass Eragon nun doch bereit schien mit ihm zu reden, sehr erstaunt zu sein. Eragon fuhr fort: „Wir neuen Drachenreiter haben natürlich die Pflicht Galbatorix zu stoppen, was danach ist, wissen wir noch nicht so genau, doch ich denke, wir drei müssen dann, zumindest teilweise, eine neue Drachenreiterregierung aufbauen."

„Und wer garantiert uns, dass wir nicht genau das werden, was wir versuchen zu zerstören?"

„Das kann uns keiner garantieren, Ile, wir müssen das selbst regeln, aber ich denke, die Elfen und die Zwerge werden uns nicht einfach machen lassen was wir wollen. Wir müssen in dieser Sache Eigenverantwortung übernehmen. Ich weiß, dass ich es um einiges vereinfache, doch im Moment sollten wir uns darauf konzentrieren, was vor uns liegt."

Ile war einen Augenblock still, dann sagte er: „Aber liegt das nicht auch genau vor uns?"

Eragon war überrascht. Dieser junge Mann machte sich tatsächlich einige Gedanken, vielleicht sogar mehr als er selbst. „Ja, da hast du wohl recht. Alles liegt vor uns, nicht wahr?", jetzt wollte er auch mal etwas Tiefgründiges sagen, um nicht als Idiot dazustehen.

Ile lächelte: „Vielleicht ist das richtig. Ich werde jetzt gehen, Eragon Schattentöter, damit du in Ruhe deine Arbeit erledigen kannst." Sie verbeugten sich noch voreinander und dann ging er. Jetzt tat es Eragon wirklich leid, ihn so angefahren zu haben, denn er wollte sich wahrscheinlich nur mit ihm unterhalten, um das Eis etwas zu brechen.

Eragon ging in sein Zimmer und sah wieder das Durcheinander, welches er angerichtet hatte, er wählte ein paar Worte in der Alten Sprache und setzte das Kissen mitsamt seinen Federn wieder zusammen. Eragon seufzte und setzte sich aufs Bett, diese Chance hatte er verpasst, wenn er weiterhin so rüde zu Ile war, würde er wohl nie etwas erfahren. Murtagh hatte vermutlich recht mit seiner Annahme, dass Ile erst mit der Sprache herausrücken würde, wenn er genug Vertrauen zu ihnen gefasst hatte, doch so würde das nicht funktionieren, dass sah er ein. Was er jetzt auch einsah, war, dass Arya vermutlich nichts von Ile wollte, sondern einfach nur beeindruckt davon gewesen war, wie er sich zur Wehr setzen konnte, eine Eigenschaft, die ein Drachenreiter gut gebrauchen konnte. Eragon hatte auch, genau wie Murtagh, das Gefühl, dass Ile jeder Art von Eindringung in seinen Geist standhalten konnte, solange sie nicht zu gewaltsam war. Ile war wohl schon wesentlich weiter in seinem Training, als er gedacht hatte und er war auch kein naiver Bauernjunge, so wie er einer gewesen war, dieser junge Mann machte sich jetzt schon Gedanken über Dinge, die er in seinem Alter noch nicht mal gekannt hatte. Eragon glaubte auch, dass Ile jemanden an den König verloren hatte, so wie er über Galbatorix sprach, doch natürlich war niemand vor dem bösen König sicher. Er konnte jeden auf seine Seite ziehen, deswegen hatten sie bis jetzt auch eine direkte Konfrontation mit ihm vermieden. Besonders Murtagh hatte Angst wieder auf Galbatorix zu treffen, denn er wusste nicht, was dann passieren würde.

Machst du dir jetzt auch Gedanken?, Saphira war auf dem Weg zu Eragon, das konnte er spüren.

Ich mache mir oft Gedanken, nur nicht darüber.

Nein, das stimmt, du denkst lieber an unsere Arya und warum sie andere Männer anguckt, nicht wahr?

Eragon lief so dunkelrot an, dass man ihn in drei Meilen Entfernung noch sehen konnte. Das ist gar nicht wahr. Kurz nachdem er das gesagt hatte, wünschte er sich ganz tief in den Boden, er wusste wie kindisch er klang.

Ja und Galbatorix ist der netteste Mensch von Alagaësia. Dich selbst kannst du nicht belügen und da wir ziemlich eng miteinander verbunden sind, klappt das bei mir auch nicht so gut.

Eragon wandte sich vom Eingang ab, als Saphira kam, damit sie seine neue Hautfarbe nicht direkt bemerken würde.

Saphira war inzwischen auf ihrem Podest gelandet und kringelte sich schon für die Nacht ein, doch dann klopfte es plötzlich wieder. Sie sahen sich an und fragten sich, wer so spät noch kommen würde.

Eragon stand auf und ging zur Tür. Er öffnete und vor ihm stand Murtagh, er hatte sich offensichtlich beeilt, denn er war ganz außer Atem. Eragon sah ihn fragend an.

Murtagh ging an Eragon vorbei und ließ sich auf sein Bett fallen, dann sah er Eragon erwartungsvoll an.

„Was?", Eragon wurde unter diesem Blick sehr nervös und trat von einem Fuß auf den anderen.

„Warum warst du so schnell weg?", Eragon glaubte, dass Murtagh ganz genau wusste, warum er so schnell weg war. Das machte das Ganze nicht unbedingt leichter ihm in die Augen zu sehen.

„Ich weiß nicht..., ich wollte ins Bett", endete er etwas lahm.

„Ja, natürlich. Das hat nichts mit einer gewissen Elfe zu tun, oder?"

Eragon hasste sich dafür, dass er schon wieder dunkelrot anlief. „Nein, ich wollte wirklich nur ins Bett."

„Eragon, Eragon, du bist mein Bruder und mein Freund, vor mir kannst du nicht mehr viel geheim halten", er hatte den Nerv sehr breit zu grinsen. „Du bist verliebt, alter Kumpel, das sieht jeder hier. Vielleicht solltest du mal damit anfangen, deine Gefühle im Zaum zu halten, oder zumindest, sie nicht immer offen auf deinem Gesicht zu tragen, das wäre auch im Kampf ein Vorteil, wie du sicherlich weißt, auch wenn du natürlich sehr weit oben bist", sein Grinsen war verschwunden.

„Ja, ich weiß", er war etwas geschockt, dass er anscheinend immer noch offen seine Gefühle herumtrug, er hatte gedacht er wäre besser geworden, im Verstecken seiner Gefühle.

„Ich komme morgen wieder, jetzt ist es schon spät", er stand auf und klopfte Eragon auf die Schulter, „Schlaf schön", dabei grinste er wieder, doch diesmal sehr zweideutig.

Als Murtagh gegangen war, setzte sich Eragon auf seine Bettkante und nahm die Hände vors Gesicht.

Alles wird gut, mein Kleiner. Du lernst es schon noch, du hast schließlich den Meister im Verstecken von Gefühlen als Bruder und das ist doch schon mal was, nicht wahr?

Ja, er wird mir helfen, immer.


Falls ihr irgendwelche Anregungen oder Kritik oder Lob habt, immer her damit :)