Und hier ist das anscheinend heiß erwartete elfte Kapitel. Hoffentlich schlagt ihr mich danach nicht )

Hoffe, es gefällt euch auch weiterhin, na wir werden sehen ;) Wie ihr unschwer erkennt, ist das Kapitel wieder kürzer als das letzte, ich wusste einfach nicht wie ich es noch ausweiten kann, aber beim nächsten Kapitel scheib' ich wieder mehr, versprochen!!

Wie immer danke ich an dieser Stelle meinen Reviewern: sus und laurette8, hoffe ihr schreibt mir auch weiterhin so aufmunternde Sachen.


Entscheidungen

Ile sah sich verwirrt um. Warum klang sie so wütend?

Dann wurde ihm sein ganzes Debakel mit einem Schlag bewusst: Er hatte sein gesamtes Wissen preis gegeben, er war zu stolz gewesen, um ein paar Fehler zu machen, vor allem aber zu stolz Gerat gewinnen zu lassen, was wohl der größte Fehler von allen gewesen war.

Doch jetzt war es zu spät, um sich darüber noch Gedanken zu machen, da musste er jetzt durch, ob er wollte oder nicht. Das war seine eigene Schuld. Hírador hatte ihn davor gewarnt, doch er hatte ja nicht hören wollen und jetzt musste er die Konsequenzen tragen.

Er konnte spüren, dass auch Híradors Prüfung abgebrochen worden war, die Drachen kamen jetzt zurück, auf den Befehl der Königin hin, wie Ile annahm.

Arya, Murtagh und Eragon warteten auf ihn, während die Königin schon verschwunden war, er ging schnellen Schrittes auf die drei zu, die ihn alle drei mit einem undefinierbarem Blick ansahen. Er sah in ziemlich erstaunte Gesichter. Kein Wunder, dachte er, Du hast dich gerade selbst verraten, du Idiot!

In Eragons Gesicht schien für einen Moment sogar so etwas wie Triumph aufzuflackern. Er hatte wohl mit so etwas Ähnlichem gerechnet. Er hatte gewusst, dass sich Ile keine Fehler eingestehen würde.

Als er schließlich bei ihnen war, drehten sie sich um und gingen in Richtung des Thronsaals, Ile folgte ihnen. Er kam sich in diesem Moment wie der größte Schwachkopf der Welt vor.

Was wirst du jetzt tun?, natürlich musste diese Frage von Hírador irgendwann kommen, Wirst du ihnen die Wahrheit sagen?

Das kann ich nicht, zumindest noch nicht, Ile war nur noch verzweifelt, weil er wusste wie schwer das in die Tat umzusetzen war. In meiner Vergangenheit haben sie nichts zu suchen, was meinen Vater angeht, werden sie es noch früh genug erfahren.

Die Königin wird nicht so schnell aufgeben wie beim letzten Mal, das weißt du. Und vielleicht ist die Zeit jetzt gekommen, sich ihnen anzuvertrauen, sonst müssen sie davon ausgehen, dass wir zu Galbatorix gehören.

Sie wissen ganz genau, dass ein Schüler Galbatorix' sich nicht auf so lächerliche Art und Weise verraten hätte. So was schaffe nur ich. Mein Vater wäre verdammt enttäuscht von mir, wenn er mich jetzt sehen könnte. Er hat mich besser trainiert, als es jemals jemand anderes könnte und was mache ich?Ich kann mich nicht zurückhalten, wenn es wichtig wird. Ich gehe unter die Elfen und zeige ihnen freimütig, dass ich mit Leichtigkeit jemanden von ihnen in die Schranken weisen kann.

Ile wollte sich noch weiter die Schuld an allem geben, doch sein Drache unterbrach ihn: Ile, dein Vater wäre verdammt stolz auf dich, wenn er wüsste, dass du einen Elfen im Schwertkampf schlagen kannst. Er wollte, dass du ihnen zeigst, was du kannst, wenn du nach Ellesméra kommst.

Ja, aber sicher nicht in dieser Situation!

Ile, lass es gut sein, es nützt jetzt nichts mehr, daraufhin schwiegen beide.

Sie standen jetzt vor dem Thronsaal. Sie warteten einige Augenblicke, bis sie die Drachen hörten, dann sahen sie auf und kurz darauf landeten diese auch schon. Hírador stellte sich sofort hinter Ile, um allen zu zeigen zu wem er stand. Glaedr war nicht dabei, er war vermutlich schon wieder zu Oromis zurückgeflogen, um ihm zu berichten, was Hírador alles konnte.

Arya nickte kaum merklich und sagte dann zu den beiden: „Die Königin wünscht euch alleine zu sprechen."

Ile wurde sofort misstrauisch. Alleine? Was wollte die Königin mit ihnen alleine besprechen?

Aber er tat wie ihm geheißen und ging in den Thronsaal, dicht gefolgt von seinem Drachen. Der Weg zur Königin schien unendlich lang zu sein. Der Thron wollte und wollte nicht näher kommen, während Islanzadi in majestätischer Haltung auf dem Thron saß und sie von oben herab anschaute, gingen sie auf sie zu.

Dann standen sie endlich vor ihr. Ile wollte sie auf die Art der Elfen begrüßen, doch die Königin wischte dies mit einer Handbewegung fort. Ile wusste, dass das eine Beleidigung war und verbeugte sich im Gegenzug auch nicht, was der Königin natürlich nicht entging. Er konnte dasselbe Spiel wie sie spielen.

„Ich bin mir sicher, dass du mich verstehst, also brauche ich auch nicht in der Menschensprache zu sprechen und ich bin mir genauso sicher, dass du weißt, warum du hier bist, ich brauche somit auch keine großen Reden zu schwingen. Das einzige was ich wissen will ist, wo, oder von wem, hast du das alles gelernt, was du eben gezeigt hast?", sie hatte einen scharfen Ton angelegt, der Ile wohl etwas einschüchtern sollte, doch er wurde langsam aber sicher wütend. Warum regten sich denn alle so darüber auf, dass er sein Fach beherrschte? Sie konnten doch froh sein, ihm nicht mehr alles beibringen zu müssen!

Trotzdem versuchte er seine Stimme ruhig klingen zu lassen: „Königin, ich habe Euch schon einmal darauf hingewiesen, dass ich den Ort nicht preisgeben werde, solange ich keinen Grund dafür sehe. Und dieser spezielle Fall ist noch nicht eingetreten!", er redete sich in Rage und er wusste es, aber er konnte nicht mehr an sich halten, er fühlte sich nur noch unverstanden, „Und falls Ihr denkt ich wäre von Galbatorix geschickt worden, liegt Ihr falsch!", er wusste, dass die Königin diese Worte nicht anfechten konnte, denn er hatte in der Alten Sprache gesprochen und in dieser kann man bekanntlich nicht lügen. Ein kleines triumphierendes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.

Er konnte fast sehen, wie die Königin mit den Zähnen knirschte, er hatte ihr gerade das einzige Druckmittel genommen. Nun konnte sie ihn nicht mehr einfach so wegschicken.

Ile redete ungerührt weiter: „Wenn Ihr mich jetzt nicht mehr ausbilden wollt: Schön! Ich habe nicht viel zu packen, in fünf Minuten bin ich weg!" Er wusste, dass er jetzt ganz schön hoch pokerte, aber er musste das jetzt riskieren, damit die Elfenkönigin verstand, dass er das ernst meinte. Er wollte nicht gehen und er wusste auch, dass er sich das nicht leisten konnte, aber genauso wenig konnte es sich die Königin leisten, ihn gehen zu lassen, denn sie brauchte jeden Kämpfer gegen Galbatorix und wenn dieser Kämpfer auch noch ein Drachenreiter war, war er gleich doppelt so viel wert.

Islanzadi schaute mit säuerlicher Miene auf ihn hinab, sie traute sich nicht, seinen Drachen so anzublicken, denn die Elfen verehrten diese Tiere. Hírador hatte bis jetzt beharrlich geschwiegen und machte auch weiterhin keine Anstalten sich in das Gespräch einzumischen. Er stand nur aufmunternd hinter Ile und er konnte sich sicher sein, dass er die volle Unterstützung seines Drachen genoss, obwohl sie vielleicht nicht ganz einer Meinung waren.

Schließlich sagte die Königin: „Du stellst meine Geduld auf eine harte Probe, Drachenreiter! Du brauchst nicht abzureisen, doch sei gewarnt, ich werde die Frage nach deiner Herkunft nicht mehr leichtfertig stellen, dies verspreche ich dir hiermit, doch wenn ich dich das nächste mal danach frage, wirst du mir eine Antwort geben, das musst du mir schwören."

Ile wusste, dass er jetzt in die Falle getappt war. Das war also der Grund, warum sie allein mit ihm hatte sprechen wollen: Sie wollte nicht, dass jemand mitbekommt, wie sie Kompromisse mit einem Jungen schloss, was er in ihren Augen ja noch immer war, die wollte sich vor den Augen der anderen Elfen keine Blöße geben.

Die Königin hatte das Versprechen zwar in der Alten Sprache gegeben, doch sie bestimmte trotzdem wann die Frage leichtfertig gestellt wurde und wann nicht, doch er wusste auch, dass er dieses Versprechen geben musste, falls er bleiben wollte, also sagte er: „Ich verspreche es Euch, doch ich gebe dieses Versprechen nur sehr ungern und ich wünsche nicht, dass Ihr Euer Versprechen ausnutzt", er konnte Hírador warnend Knurren hören, denn er hatte gerade der Königin der Elfen gedroht.

Islanzadi atmete tief durch und ging über diese Bemerkung hinweg, als hätte Ile sie nicht gemacht. Sie sagte stattdessen: „Nun, da du die Prüfungen fast ohne Fehler bestanden hast, wird Oromis dich in die höheren Künste einweihen, genau wie Glaedr Hírador unterrichten wird. Manchmal werdet ihr die Plätze tauschen, dann wird Glaedr dich unterwiesen, Ile und Oromis wird sich mit Hírador befassen. Ich hoffe, ich werde nur Gutes über euch hören und dass ihr fleißig sein werdet, denn das müsst ihr sein, wenn ihr weiter lernen wollt." Sie war jetzt nicht mehr ganz so aufgebracht und sprach, als hätte es die vorige Auseinandersetzung nicht gegeben.

„Natürlich, Königin", Ile wurde wieder ruhig und auch höflicher, „Wir werden unser Bestes geben, wir sind schließlich hier um zu lernen", er verbeugte sich.

Ja, auch ich werde mein Bestes geben und Euch nicht enttäuschen. Nun hatte Hírador zum ersten Mal etwas gesagt und die Königin wandte sich ihm zu. „Ich hatte auch nichts anderes erwartet. Ich denke, ihr solltet euch ausruhen und morgen wird dann der erste Tag der Ausbildung sein."

Ile und Hírador neigten die Köpfe, drehten sich um und gingen wieder aus dem Thronsaal. Draußen standen immer noch die anderen und sahen die beiden neugierig an als sie rauskamen. Ile sah keinem von ihnen in die Augen und erst als sie ein Stück von den andern entfernt standen, sah er zu seinem Drachen auf. Hírador schaute mit einem liebevollen Blick auf ich herab.

Danke, dass du zu mir gehalten hast, Ile war einfach nur froh, dass sein Drache sich nicht über ihn lustig gemacht hatte, nach dem Motto: Ich habe es dir doch gesagt!

Dafür musst du dich nicht bedanken, Ile, ich stehe immer hinter dir! Du bist mein Reiter und mein Freund und Freunde halten zusammen, egal was kommt. Ich werde dich niemals im Stich lassen! Und ich weiß, dass du dasselbe für mich tun würdest.

Natürlich würde ich das! Du bist nicht nur irgendein Freund für mich, du bist enger mit mir verbunden als sonst jemand.

Hírador fing an zu grinsen. Jetzt werden wir schon sentimental, wir sollten einfach in unsere Baumhöhle und auf den nächsten Tag warten, findest du nicht.

Ja, und können wir hinfliegen? Ich ertrage keine weiteren Elfen, die uns nachglotzen.

Der grüne Drache lachte sein kehliges Lachen. Deine Wortauswahl ist wie immer bezaubernd, Ile. Aber natürlich können wir fliegen, da habe ich nichts dagegen.

Ile grinste nun auch und er stieg auf und die beiden flogen in Richtung ihrer Unterkunft, die Abendsonne im Rücken.


An dieser Stelle möchte nochmal höflich darauf hinweisen, dass man viel schneller und mehr schreibt, wenn man ein paar nette Sachen gesagt bekommt, also biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte reviewen )

Ihr könnt mir übrigens auch gerne noch ein paar Anregungen geben, ich weiß zwar wie das Ende ist, aber noch nicht genau wie ich dahin komme ;)