Kapitel 14 wäre nun somit auch online :)
Da es schon ziemlich spät ist, bin ich jetzt einfach still und sage noch Danke an: Baghira und ChrisLang. Schankedön für die Reviews!!
Viel Spaß beim Lesen weiterhin ;)
Neue Freunde
Ile hatte keine Ahnung, was genau er von Murtaghs Freundschaftserklärung halten sollte. Er hatte sich auf jeden Fall so angehört, als würde er es ernst meinen. Doch konnte es nicht auch sein, dass die Königin ihn geschickt hatte, um Ile auszuhorchen, da sie selbst es nach ihrem Versprechen nicht mehr konnte?
Er wusste, dass er ungerecht gegenüber Murtagh war, doch er konnte sich auch nicht ganz sicher sein, dass sein Verdacht unbegründet war. Aber er hatte wirklich den Wunsch mit jemandem zu reden und nun war Murtagh auf ihn zugekommen und hatte ihm seine Freundschaft angeboten und das konnte eigentlich nur gut für ihn sein, doch etwas hielt ihn noch immer davon zurück, sein Geheimnis jemand anderem als Hírador anzuvertrauen. Vielleicht war das einfach die Tatsache, dass er in der Stadt der Elfen war und wenn er es Murtagh erzählte wüsste es bestimmt auch bald die Königin. Oder schätzte er Murtagh tatsächlich falsch ein und er war vertrauenswürdig?
Wurde er langsam paranoid?
Er hatte nie wirklich gelernt jemandem zu vertrauen, das war erst mit Hírador gekommen. Selbst vor seinem Vater hatte er einige Geheimnisse gehabt. Das war zwar nie etwas wirklich Wichtiges gewesen, doch es zeigte deutlich, dass seine Beziehung zu seinem Vater nicht immer die beste gewesen war. Mittlerweile schämte er sich ein bisschen dafür, da sein Vater ein herzensguter Elf gewesen war und er das lange Zeit mit Füßen getreten hatte, weil er nicht erkannt hatte, dass sein Vater immer nur das Beste für ihn gewollt hatte.
Lange Zeit hatte er den Kampf, den sein Vater ausgefochten hatte, für sinn- und fruchtlos gehalten, doch Ile erkannte nun die wahre Größe hinter dem Plan seines Vaters. Sein ganzes Dorf hatte auf die Führung seines Lehrmeisters vertraut. Diese große Verantwortung war jetzt ihm zugekommen, jetzt musste er das Dorf dorthin führen, wo es stehen sollte, jetzt musste er es in den Kampf gegen Galbatorix führen, doch dazu musste er erst einmal seine eigene Ausbildung beenden.
Sobald er diese hätte, würde er zu seinen Leuten fliegen und sie zum Kampf bereit machen, die Elfen würden das nicht mitbekommen, das hatten Hírador und er so ausgemacht. Sie wollten verschwinden, ohne dass es jemand mitbekam. Sie wussten, dass dies wohl schwer zu bewerkstelligen war, doch es musste sein, sie konnten es nicht aufs Spiel setzen, verfolgt zu werden. Das Dorf, aus welchem Ile stammte, hatte schon immer im Geheimen gelebt und das blieb auch besser so. Sogar zu den Zeiten der Drachenreiter, kannten nur wenige dieses Dorf und wer es kannte, lebte entweder dort, oder er hatte einen Schwur in der Alten Sprache geleistet, sodass er die Lage des Dorfes niemals preisgeben konnte. Er selber hatte diesen Schwur nicht leisten müssen, da es so eine Art Prüfung darstellen sollte ob er es wirklich wert war, Anführer des Dorfes zu werden.
Falls er die Lage des Dorfes verraten würde, bräuchte er einen guten Grund dafür, oder aber seine Leute würden ihn verstoßen und an einen Ort ziehen, den er nicht würde finden können. Beides wäre eher unangenehm, denn die Bewohner des Dorfes mochten keine Fremden und das ließen sie auch jeden spüren, der versehentlich in ihr Lager geriet, zu den eigenen Leuten bestand jedoch eine sehr starke Verbundenheit, die durch nichts übertroffen wurde. Ile hatte selten Menschen gesehen, die sich so sehr vertrauten. Deshalb war der Verrat eines der Dörfler vor einigen Monaten auch das Schlimmste gewesen, was je hätte passieren können. Das blinde Vertrauen war zwar nicht verschwunden, doch man konnte die angespannte Stimmung im Dorf nicht ignorieren, denn sie war seit diesem Vorfall allgegenwärtig und würde so schnell wohl auch nicht mehr verschwinden. Die Unbeschwertheit war schlagartig nicht mehr da gewesen, jeder achtete nun mehr auf seine Mitmenschen und das nicht im positiven Sinne.
Ile wurde in diesem Moment aus seinen trüben Gedanken gerissen, denn Hírador kam gerade von seinem Treffen mit Dorn zurück.
Und, was wollte er?, diese Frage stellten sie sich gleichzeitig, woraufhin sie beide amüsiert dreinschauten. Ile machte eine Geste zu Hírador hin, dass er anfangen sollte.
Dorn meinte, wir könnten Freunde brauchen, Ile nickte. So etwas hatte er erwartet, Er hat mir seine Freundschaft angeboten und ich habe sie gerne angenommen. Aber ich habe ihm noch nichts von uns erzählt, weil ich dachte, es wäre besser, wenn ich das mit dir besprechen würde.
Danke, dass du so rücksichtsvoll bist, erwiderte Ile ganz aufrichtig.
War Murtagh aus dem selben Grund hier?, Híradors Tonfall war gespannt.
Ja, war er. Ich habe seine angebotene Freundschaft auch gerne angenommen. Ich glaube, wir können diese beiden Freunde auch wirklich gebrauchen, denn ich bekomme immer mehr das Gefühl nur geduldet zu sein und da tut dieses Angebot richtig gut.
Hírador schien erleichtert, denn Ile war normalerweise niemand, der einfach in die Hand eines anderen einschlägt, doch dieses Mal war es notwendig gewesen und auch richtig. Die beiden konnten nicht ewig allein bleiben, sie brauchten Freunde, vor allem an diesem fremden Ort.
Hast du wirklich geglaubt, ich würde so eine Gelegenheit einfach vorbeiziehen lassen? Ich weiß, ich kann eine ganz schön lange Leitung haben, aber in diesem Fall weiß ich, was ich tun musste. Ich habe es sogar gern getan.
Es freut mich, dass du so denkst. Ehrlich gesagt hatte ich wirklich meine Bedenken, aber du hast das Talent mich gelegentlich noch überraschen zu können. Ich denke oft, dass ich dich schon kenne und deine Reaktionen voraussehen kann, doch dann tust du etwas anderes, was natürlich nicht ausschließlich positiv ist, aber du hast meistens das richtige Gespür und weißt instinktiv was zu tun ist.
Rede so weiter und ich werde noch ganz rot, Ile war ziemlich geschockt über Híradors Erklärung, denn der Drache war normalerweise niemand, der mit Komplimenten um sich warf, er suchte immer nach den richtigen Worten.
Ich wollte nur, dass du weißt, dass ich dich immer bewundern werde, Ile, deswegen bin ich auch dein Drache, deswegen habe ich dich gewählt. Hätte dein Vater nicht die Gelegenheit beim Schopf gepackt und hätte mich in euer Dorf gebracht, dann wäre ich dir nie begegnet und ich würde immer noch in meinem Ei sitzen und auf den Richtigen warten.
Ich bin genauso froh wie du, das kannst du mir glauben. Du bist der eigentliche Grund, warum ich mich am Ende wieder mit meinem Vater verstanden habe. Ich hatte wirklich gedacht, zwischen und würde eine unüberbrückbare Feindseligkeit herrschen, aber du hast mir wieder einen Grund gegeben, ihn zu respektieren und anzuerkennen und das ist das Schönste, was mir je jemand hätte geben können.
Die beiden sahen sich in die Augen und wussten, dass sie beide es ernst meinten mit dem was sie gesagt hatten. Sie hatten sich schon immer sehr nahe gestanden. Sie hatten einige Geheimnisse geteilt und wussten immer, was der andere dachte. Doch sie hatten sich beide nie so richtig getraut, ihre Gefühle in Worten auszudrücken, doch das war jetzt geschehen und sie fanden sich in einer neuen Stufe des Zusammenseins wieder. Sie waren nun noch enger verbunden als ohnehin schon. Sie merkten jetzt beide, dass das Dasein als Drache und Reiter mehr bedeutete als nur miteinander zu kämpfen und sich gut zu verstehen. Selbst das bloße Freundesein hatte das hier überschritten. Sie waren jetzt wie Brüder im Geiste.
Sie wussten beide, dass sie vom jeweils anderen nie hintergangen werden würden, eins der größten Geschenke, die es gab.
Wir sollten uns schlafen legen, sonst sind wir morgen nicht ausgeruht.
Hírador nickte nur und ging zu seinem Podest und machte es sich darauf bequem, während Ile sich in seine Bettdecke wickelte.
Heute Abend war doch einiges passiert. Erst war Murtagh gekommen und hatte ihm die Freundschaft angeboten, die er sich gewünscht hatte und dann hatte er dieses Erlebnis mit Hírador gehabt.
Er spürte den Drachen jetzt noch stärker als vorher, konnte Gedanken erkennen, die ihm vorher noch nicht aufgefallen waren, auch er ließ Hírador jetzt an mehr Gedanken heran und bald hatten sie wirklich kein einziges Geheimnis mehr voreinander.
An diesem Abend lernten sie mehr, als in dem gesamten letzten Jahr über den jeweils anderen. Und ihnen war jetzt auch beiden bewusst, dass sie noch einen langen Weg vor sich hatten, denn sie hatten beide noch viel zu lernen, mehr als in einem Leben erlernt werden konnte. Doch sie würden ihr Bestes geben, um den Traum von Iles Vater wahr werden zu lassen, nämlich Galbatorix zu stürzen.
Das war ihr Ziel, was danach kommen würde, konnte niemand genau sagen, doch auch darüber hatten Ile und Hírador schon gesprochen. Sie waren beide der Meinung, dass es dann eine neue Regierung geben müsse, die vom Volk gewählt sein sollte und die Drachenreiter würden über diese dann wachen, jedoch sollten sie nicht selber in der Regierung sein, denn dann würde wahrscheinlich irgendwann ein neuer Galbatorix kommen und das Ganze würde von vorne anfangen und das musste unter allen Umständen verhindert werden.
Ile fragte sich oft, warum er sich so viele Gedanken über das machte, was nach Galbatorix kommen würde, denn immerhin war nicht gesagt, dass sie überhaupt gewinnen würden, um genau zu sein, war es sogar recht unwahrscheinlich, selbst mit der Hilfe der Zwergen, Elfen, der neuen Drachenreiter und natürlich Iles Dorf war es ein geradezu unmögliches Unterfangen, da Galbatorix über eine wesentlich größere Truppenstärke verfügte. Außerdem hatte er bestimmt noch einige Asse im Ärmel, die er bis jetzt noch nicht ausgespielt hatte und die nur darauf warteten, sich auf etwaige Gegner zu stürzen. Vermutlich hatte Galbatorix eine ganze Armee dunkler Kreaturen, die man sich nicht mal in seinen schlimmsten Alpträumen vorstellen konnte.
Doch es gab Ile ein gutes Gefühl über den weiteren Verlauf nachzudenken. So wusste er, wofür er kämpfte und das war schließlich das Wichtigste. Er kämpfte für die nächste Generation, die es besser als er selber haben sollte.
Ile, du sollst schlafen und nicht grübeln. Wie oft habe ich dir das schon gesagt?, Hírador hatte wie immer alles mitbekommen und machte Ile nun klar, dass sie gemeinsam zur Ruhe kommen mussten.
Also verzichtete Ile auf einen Kommentar und versuchte seinen Kopf etwas zu leeren, um schlafen zu können. Bald darauf hörte man aus der Baumbehausung nur noch das tiefe Atmen zweier ungleicher Brüder.
Ein Anliegen hätte ich da aber noch...
Ein Review vielleicht? Danke, im Voraus!
