Kapitel Numero 16 ist somit auch fertig.

Diesmal kann ich, zu meinem Bedauern, leider niemandem für ein Review danken, da mir keiner eins geschrieben hat..., das war nicht besonders nett von euch!

Ihr könnt mir ruhig auch schreiben, wenn euch etwas weniger gut gefallen hat und Verbesserungsvorschläge machen.

Naja, dann lest mal schön weiter, viel Spaß!


Ein ernstes Treffen

Das erste, was Ile wahrnahm, nachdem er wach geworden war, war etwas Nasses. Etwas Nasses in seinem Gesicht. Kurz nachdem ihm diese Erkenntnis gekommen war, schlug er nach diesem Etwas und sprang aus seinem Bett. Schon halb panisch schaute er sich um und fand sich kurz darauf seinem grinsenden Drachen gegenüber, den er aber erst nach einigen Sekunden erkannte, da er den Schlaf noch in den Augen hatte und sein Drache fand an diesem frühen Morgen nichts Besseres zu tun, als ihn abzuschlecken.

Nachdem sich Iles Pulsschlag wieder beruhigt hatte und er die Situation erkannte, schaute er seinen Drachen gespielt böse an.

Was bitte sollte das denn?, Ile hob eine Augenbraue und versuchte von oben herab mit Hírador zu sprechen, was gar nicht so leicht war, da sein Drache ihn um mehrere Köpfe überragte, auch in dieser kleinen Behausung.

Tut mir leid, ich weiß gerade nicht so genau, was du meinst, Hírador schaute gespielt interessiert und setzte eine Unschuldsmiene auf, die niemanden täuschen würde, dann grinste er auch noch und versuchte einen Eindruck zu machen, als ob er Ile jetzt erst bemerkte.

Du weißt es also nicht, hm?, nach dem ersten Schock war Ile nun eher belustigt als böse, doch er wollte seinen Drachen doch noch ein bisschen ärgern, immerhin war ihm dieser gerade mit seiner Zunge durchs Gesicht gefahren.

Nein, tut mir wirklich leid, Hírador schaute nun aus dem Loch, durch das er immer kam und sagte: Vielleicht hast du schlecht geträumt, oder so, aber wir sollten jetzt langsam los, denn sonst kommen wir zu spät zum Training. Das wäre nach gestern wahrscheinlich eher weniger günstig, meinst du nicht? Außerdem ist schönes Wetter, da macht das Fliegen doch gleich doppelt so viel Spaß.

Ja, wahrscheinlich würden Oromis und Glaedr das nicht besonders schätzen, wenn wir schon zur ersten Stunde zu spät kommen würden, jetzt schaute auch er nach draußen, um zu sehen, wie hell es schon war und auch er konnte einen wunderschön gefärbten Himmel erkennen, der jedoch noch nicht ganz hell war, Für ein Bad ist wohl trotzdem noch Zeit, meinst du nicht? Und essen müssen wir auch noch.

Ja, denn dein Drache muss noch wachsen, wieder grinste der grüne Drache seinen Reiter breit an, Wir wollen schließlich nicht, dass dein Drache seine Übungen nicht richtig macht, nicht wahr?

Ja ja, keine Sorge, du wirst wohl nicht vom Fleisch fallen und außerdem sind kleine Drachen wendiger im Kampf, also musst du gar nicht so wahnsinnig groß werden, Ile hatte nun absichtlich einen empfindlichen Punkt bei Hírador getroffen, auf das Thema Größe reagierte der nämlich immer sehr panisch.

Was soll das denn heißen? Dass ich klein bin? Außerdem sind größere Drachen wesentlich stärker als die Wendigen und das kann dir das Leben retten, mein Freund. Die anderen beiden sind im Übrigen noch wesentlich größer und schwerer als ich!

Erst jetzt bemerkte sein Drache, dass Ile die ganze Zeit über kurz vor einem Lachanfall gestanden hatte, der jetzt jedoch ausbrach.

Das ist nicht witzig! Du bist ganz schön frech, wenn man sich mal überlegt, wer der Größere von uns beiden ist.

Das stimmt wohl, Ile war immer noch dabei zu lachen, weshalb seine Worte kaum zu verstehen waren, Aber du bist echt komisch, wenn du dich aufregst, ein erneuter Lachanfall erstickte weitere Worte, die vielleicht noch kommen wollten.

Hírador drehte sich nun demonstrativ von Ile weg und flog aus der Behausung. Ile war noch immer am Kichern während er sich auszog und in die Wanne stieg, die er zuvor mit heißem Wasser gefüllt hatte. Nach dieser kleinen Erfrischung ging es auch schon direkt ans Frühstück, was wohl von einem der Elfen nach oben gebracht worden war. Es waren nur Früchte, doch Ile hatte auch nichts anderes erwartet, die Elfen verstanden ein schönes Stück Fleisch nicht zu würdigen, doch damit musste er sich wohl abfinden. Hírador war wohl gerade dabei, sich einen Hirsch zu fangen. Etwas wehmütig schaute Ile auf die Früchte hinab. Schulterzuckend aß er dann und rief danach Hírador, der sich wieder abgeregt hatte und die beiden flogen in Richtung des Felsens, wo Glaedr und Oromis wohnten.

Der Wind auf seinem Gesicht weckte seine Lebensgeister erst so richtig, denn bis jetzt war er wohl doch noch sehr müde gewesen. Die Nacht war keine besonders angenehme gewesen, er hatte von seinem Vater geträumt und davon, wie er gestorben war. Dieser Albtraum verfolgte ihn nun schon seit geraumer Zeit, das Erstaunliche war nur, dass er diesen Traum in letzter Zeit so oft geträumt hatte, dass es schon fast kein Zufall mehr sein konnte. Ile versuchte sich einzureden, dass das nur war, weil er jetzt in der Stadt der Elfen war und ihn hier praktisch alles an seinen Vater erinnerte, aber tief in sich, konnte er einen anderen Grund spüren, ohne ihn benennen zu können. Doch irgendetwas war anders, das konnte er spüren.

Ruckartig verscheuchte er diese Gedanken, er musste einen klaren Kopf haben, wenn er gleich sein Training begann. Er musste sich konzentrieren können und das ging nicht, wenn er die ganze Zeit über seinen Traum nachsann.

Da ist der Felsen. Und sieh mal, unser Begrüßungskomitee ist auch schon da, diese zynische Bemerkung seitens Hírador war auf Eragon und Saphira zugeschnitten, die beide auch auf dem Felsen waren und neben Glaedr und Oromis standen.

Sie müssen wohl überprüfen, ob sich die beiden Neuen gut einfügen.

Dein Sarkasmus ist herzerfrischend, Ile.

Danke, danke, ein Künstler schätzt ein bisschen Anerkennung, Ile grinste und Hírador flog einen kleinen Schlenker, um Ile auf seine Weise ein bisschen zu ärgern.

Kurz darauf landeten sie schon und Ile hatte zum ersten Mal Zeit, sich Oromis wirklich anzuschauen, gestern bei der Prüfung hatte er sich auf andere Dinge konzentriert und jetzt konnte er seinen neuen Lehrer mustern.

Sein erster Gedanke war, dass Oromis ziemlich kränklich aussah. Er wirkte ausgemergelt und zu dünn. Auch die typisch helle Hautfarbe der Elfen wirkte bei ihm noch bleicher, als normal war. Oromis' Gesicht war langgezogen und seine Haut schien direkt auf den Knochen zu kleben, so als wäre kein Fleisch dazwischen. Ile erschreckte dieses Aussehen zutiefst, denn er erkannte, dass Oromis wohl nicht mehr lange zu leben hatte, doch er ließ sich nichts anmerken, er verzog weder das Gesicht, noch wandte er sich ab, was Oromis wohl eigentlich erwartet hatte, denn er hob leicht eine Braue.

Ile hatte viel zu viel Respekt vor diesem Mann, als dass er sich einfach von ihm abgewandt hätte, er wusste genau, welche Heldentaten er und sein Drache vollbracht hatten, Dank seines Vaters. Ile erkannte, trotz der Kränklichkeit, die Stärke in Oromis und natürlich auch in Glaedr, der selbst wie ein kleiner Felsen gewirkt hätte, wenn er nicht golden gewesen wäre.

„Willkommen Ile und Hírador in meinem Heim", bei diesen Worten zeigte Oromis auf die Hütte, die kurz hinter ihm stand und machte dann eine ausholende Geste über die gesamte Landschaft ringsum. Diese Landschaft war wirklich atemberaubend, da sie auf einem Hügel standen, konnten sie einen großen Teil des Waldes einsehen, doch auch von ihrem Punkt aus, war kein Ende des Waldes in Sicht.

Ile begrüßte Oromis auf die Art der Elfen. Dann sagte er: „Hírador und ich freuen uns, dass Ihr uns unterrichten wollt, Meister." Schon kurz darauf bereute er, was er gesagt hatte, denn alle sahen ihn jetzt an und wunderten sich, dass Ile Oromis Meister genannt hatte, obwohl er gar nicht hatte wissen können, dass er das tun musste.

Ups, schon wieder eine recht zynische Bemerkung von Hírador und wenn sie beide allein gewesen wären, hätte Ile ihn dafür gerüffelt, doch das konnte er hier natürlich nicht tun, deshalb beließ er es bei einem kurzen, aber wütenden Blick in Híradors Richtung.

„Du nennst mich Meister, junger Reiter?", Oromis schien als Erster seine Sprache wiedergefunden zu haben.

„Ähm, ja. Ich weiß, dass ein Drachenreiter seinen Lehrmeister immer Meister nannte, das hat man mich so gelehrt", wieder so ein typischer Fehler für ihn, er dachte einfach nicht weiter. Er musste dringend an sich arbeiten. Wieder konnte er den Gedanken nicht unterdrücken, dass sein Vater mehr von ihm erwartet hätte.

Aber er hatte die Wahrheit gesprochen, sein Vater hatte ihm wirklich einmal gesagt, dass die Reiter ihren Lehrer Meister nannten, obwohl sein Vater auf derartige Floskeln verzichtet hatte. Er hatte immer gesagt, dass er diese Regel schon immer ziemlich schwachsinnig gefunden hatte, sie würde den Schüler zu etwas herabsetzen was er nicht war, so hatte sein Vater immer gesagt. Und Ile war darüber froh gewesen, denn er hätte es wohl sehr merkwürdig gefunden, seinen eigenen Vater Meister nennen zu müssen, doch Oromis war jemand der alten Schule und so hatte Ile sich mal wieder verplappert.

„Wenn man es dich so gelehrt hat, dann hat dein Lehrmeister ziemlich viel von unserer Kultur gewusst, nicht wahr?"

Nun fing das schon wieder an. Hatte er der Königin nicht klar gesagt, dass er keine weiteren Fragen zu seiner Herkunft hören wollte? Hatte er sich nicht klar genug ausgedrückt? Seine Entscheidung hier zu bleiben geriet wieder einmal ins Wanken.

Mit Mühe unterdrückte er den Impuls die Augen zu verdrehen.

„Ja, das hat er wohl", mehr sagte er nicht und er legte einen extra sanften aber bestimmten Ton an, sodass Oromis wusste, dass er keine Fragen, die in diese Richtung gingen, mehr beantworten würde.

Und sowohl Oromis als auch Glaedr schienen das verstanden zu haben, denn keiner der beiden machte Anstalten noch irgendetwas in die Richtung zu sagen. Aus den Augenwinkeln konnte Ile jedoch sehen, dass Eragon ihn ziemlich wütend musterte.

Glaedr knurrte und machte so auf sich aufmerksam. Ihr beiden habt ja schon bewiesen, dass ihr einiges könnt, doch Oromis und ich sind der Überzeugung, dass wir euch trotzdem noch ein paar Dinge beibringen können. Während dieser Lehrzeit nennt ihr uns beide ausschließlich Meister. Ungehorsam wird nicht toleriert, sollte auch nur einer von euch zu weit über die Stränge schlagen, wird das Konsequenzen nach sich ziehen, wir wollen nur, dass ihr euch darüber im Klaren seit, dass das hier ein ernstes Training ist. In keiner Weise wollen wir euch drohen, dies soll nur als Warnung angedacht sein.

Ile und Hírador nickten. Etwas anderes hatten sie nicht erwartet. Auch Iles Vater hatte keinerlei Rebellion geduldet, auch nicht als Ile in einer schwierigen Phase war. Seine Strafe hatte immer darin bestanden, dass sein Vater ihn einfach so lange nicht mehr beachtete, bis er ihn um Verzeihung gebeten hatte und so war ein falscher Stolz ziemlich schnell abgeflaut. Iles Jugend war ziemlich schnell vergangen, er hatte rasch erwachsen werden müssen, was vielleicht nicht immer gut war, wie er heute wusste, doch auch immer hatte ein kleiner Teil in ihm sich geweigert richtig erwachsen zu werden, das war der Teil, der mit Hírador herumwitzelte und der immer für einen Spaß bereit war. Dieser Teil kam aber nur noch selten zum Einsatz, doch war er auch noch nicht ganz verloschen und würde es wohl auch nie, solange er seinen Drachen hatte.

„Gut, dann wollen wir jetzt mit dem Training beginnen", Oromis wandte ihnen den Rücken zu und bedeutet ihnen ihm zu folgen, was sie natürlich auch taten, inklusive Eragon und Saphira.