Soooooo, stolz präsentiere ich Kapitel 21!!!

Das Warten hat ein Ende! Ich habe mich dazu entschlossen, dass Geheimnis zu lüften, damit ihr nicht mehr so leiden müsst :)

Danke diesmal an: ChrisLang und sus. Und vergesst das Review nicht!!


Iles Geheimnis

Der Besuch bei den Varden war für Eragon nicht leicht gewesen. Sie hatten einige Probleme. Die Schlacht in den brennenden Steppen hatte die Varden und auch Surda beinahe alles gekostet. Zwar war Galbatorix' Aufmarsch um einige Zeit verschoben worden, da sie die meisten Schlachten für sich hatten entscheiden können und natürlich auch weil Murtagh übergetreten war, doch trotz allem hatten die Varden kein Geld mehr und auch die Anzahl der Männer hatte sich gewaltig verringert.

Da er Nasuada die Treue geschworen hatte, war es immer noch Eragons Angelegenheit, wenn die Varden in Schwierigkeiten waren und das waren sie auf jeden Fall. In Surda sah es auch nicht besser aus. Orrin hatte in dem Krieg einen Teil seines Landes verloren und noch mehr Männer.

Das Imperium hatte niemanden am Leben gelassen, sobald sie ein paar Meter Grund gewonnen hatten. Die Grausamkeit von Galbatorix hatte kein Ende und sie hatte sich vermutlich noch gesteigert, denn jeder, der im Verdacht stand mit den Varden in Verbindung zu stehen wurde ohne zu fragen getötet. Keine Gerichtsverhandlung, keine Urteilsfällung.

Eragon hatte vor allem Angst um sein ehemaliges Dorf Carvahall. Diese Menschen wohnten mittlerweile in Surda bei König Orrin. Nasuada hatte es sich nicht mehr leisten können, noch mehr Menschen aufzunehmen.

Roran, Eragons Cousin, lebte auch dort und nahm an jedem Kampf teil, der sich ihm bot. Er hatte Katrina geheiratet und ein Kind war auch schon unterwegs. Das war eines der wenigen erfreulichen Dinge an Eragons Besuch gewesen. Roran hatte sich mit Leib und Seele der Befreiung Alagaësias verschrieben. Obwohl Roran keinerlei magische Fähigkeiten besaß, war er ein mächtiger Verbündeter.

Nun war er allerdings wieder zurück in Ellesméra und half Ile bei seiner Ausbildung. Er war erstaunt darüber, wie viel dieser junge Mann in der scheinbar kurzen Zeit gelernt hatte. Auch war er sich nicht ganz sicher, ob das etwas Erfreuliches, oder eher etwas Erschreckendes war.

Er hatte mit Murtagh gesprochen, der sich in den letzten Wochen sehr eng mit Ile angefreundet hatte. Doch Murtagh wollte ihm so gut wie nichts erzählen, was er ihm natürlich nicht anprangern konnte. Ile würde es als Vertrauensbruch ihm gegenüber betrachten und er würde dann wahrscheinlich einfach gehen.

Ein bisschen konnte Eragon das Gefühl auch nachvollziehen. Manchmal wünschte er sich auch gehen zu können, doch dann erinnerte er sich wieder an die vielen Verpflichtungen, die er hatte und die er nicht einfach links liegen lassen konnte. Er war immer froh, wenn er mit Saphira allein sein konnte. Das heiterte ihn wenigstens auf.

Im Moment saß er in seinem Baumhaus und las in einer der unzähligen Schriftrollen, die es in Ellesméra überall gab. Saphira war auf Jagd und würde auch wohl erst spät zurückkommen, denn sie hatte jetzt schon lange nicht mehr richtig zugelangt. Und wie sie Eragon erklärt hatte, konnte dieser Zustand ja nicht ewig so bleiben.

Er las die Geschichte von einem Reiter. Dieser Reiter hatte den Namen Glor getragen. Glor hatte in der letzten großen Schlacht gekämpft und war schließlich in dieser Schlacht auch gestorben. Einer der Abtrünnigen hatte ihm das Schwert zwischen die Rippen gerammt. Natürlich konnte niemand mit Bestimmtheit sagen, ob all diese Dinge wirklich so stattgefunden hatten, doch die Elfen legten Wert auf ein ehrenvolles Ende für ihre Helden und Eragon hatte schon viele solcher Geschichten gelesen.

Dann konnte er plötzlich eine vertraute Gestalt in seinem Geist wahrnehmen. Sein natürlicher Schutzwall errichtete sich von allein, denn es konnte immerhin Galbatorix sein, doch dann spürte er, dass Oromis versuchte Kontakt mit ihm aufzunehmen.

Er ließ seine Schutzwälle sinken und fragte: Oromis-Elda. Gibt es etwas Dringendes?

Ja, es ist dringend und es wird dich interessieren. Könntest du bitte zu meinem Haus kommen? Ich kann im Moment nicht gut reisen.

Natürlich, Meister, ich bin sofort da, er verwendete immer noch das Wort Meister, obwohl er es nicht hätte tun müssen, doch er fand, dass es nur höflich war.

Also rief er im Geiste Saphira, dass sie ihren Beutezug auf später verschieben sollte.

Aber ich war gerade dabei, mir ein saftiges Abendessen zu gönnen!

Oromis will uns sehen und ich finde, dass wir ihm genug schulden. Wir sollten seinem Ruf folgen, Saphira und das weißt du auch.

Saphira schnaubte ungeduldig und war kurz darauf auf dem Rückflug. Ein paar Minuten später kam sie bei Eragon an und er saß auf. Kurz darauf kam schon Oromis' Felsen in Sicht. Er konnte auch Glaedr sehen, der auf der Wiese lag. Seine Schuppen schimmerten wie flüssiges Gold.

Saphira landete und Eragon sprang von ihr herab. Während sich Eragon auf den Weg zu Oromis' Haus machte, ging Saphira zu Glaedr und die beiden fingen an miteinander zu reden.

Auf Eragons Klopfen kam prompt die Antwort und er trat ein. Oromis saß auf einem Stuhl an seinem Esstisch und schaute ruhig zu Eragon auf. Wieder einmal fiel Eragon auf, wie alt sein alter Lehrmeister aussah. Er war kränklich geworden, was Eragon immer ein bisschen erschreckte, da von Oromis ein immer so unerschütterlicher Geist ausgegangen war.

Sie begrüßten sich auf die Elfenart und Oromis bat Eragon sich ihm gegenüber auf den Stuhl zu setzen. Eragon folgte der Aufforderung und wartete.

Er war es gewohnt, dass Oromis immer eine gewisse Weile zögerte, bis er mit der Sprache herausrückte, doch dieses Mal war er erstaunlich direkt.

„Eragon, ich möchte dich zuerst einmal fragen, wie es den Varden so geht und ob unsere Krieger dort gut behandelt werden."

„Ihr müsst Euch keine Sorgen um Eure Krieger machen, sie werden gut behandelt. Nasuada tut alles, was in ihrer Macht steht, um allen ein so angenehmes Leben wie möglich zu machen, was wahrlich keine leichte Aufgabe ist", Eragon war mittlerweile gespannt auf den wahren Grund, warum Oromis ihn zu sich gerufen hatte.

Nach einer Weile hob Oromis wieder an: „Wie du sicher bemerkt hast, ist unser neuer Schüler ziemlich eifrig bei der Sache. Er scheint Dinge in Sekundenschnelle aufnehmen zu können. Er beherrscht Techniken, die ich seit Jahren nicht mehr verwenden kann."

Eragon horchte auf, wusste Oromis etwa etwas über Iles Herkunft?

Oromis fuhr fort: „Wir alle wollten natürlich wissen, woher er diese Fähigkeiten hat", Eragon

nickte, das waren alles Dinge, die er sich auch fragte, doch er wollte jetzt wissen, was Oromis dachte, „Vielleicht erinnerst du dich noch an den Tag, an dem ich Ile geprüft habe? Ich habe Ile gebeten, ohne seine eigene Energie anzuzapfen etwas zu zaubern. Normalerweise hätte man erwartet, dass er diese Aufgabe nicht lösen kann, oder dass er die Energie von seinem Drachen nimmt. Doch ich habe bemerkt, dass er die Energie aus seiner Umgebung hatte."

Eragon bekam große Augen. „Er beherrscht eine Technik, die noch nicht einmal Galbatorix kennt!", rief er aus.

Oromis nickte. „Es ist wohl niemandem außer mir aufgefallen, was er wirklich getan hat. Ich habe es bis jetzt auch niemandem erzählt. Ich dachte, ich könnte Ile überreden, aber er ist sehr misstrauisch. In dem Punkt erinnert er mich sehr an Murtagh, er und Dorn waren auch immer so verschlossen. Zuerst dachte ich, dass Ile diese Technik vielleicht nur zufällig irgendwo erlernt hat, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was für ein Verfahren er überhaupt anwendet. Aber nachdem ich all das gesehen habe, was er bewerkstelligen kann, habe ich keine Zweifel mehr daran, dass er von einem der alten Drachenreiter ausgebildet wurde."

Eragon klappte vor Erstaunen die Kinnlade herunter. Er spürte wie auch Saphira alle Muskeln anspannte. Das war nicht möglich! Alle Drachenreiter waren tot.

Als er Oromis seine Befürchtung mitteilte, schüttelte der nur den Kopf und sagte: „Das ist nicht alles, Eragon. Sein Lehrmeister war nicht irgendwer, es muss einer der Großmeister gewesen sein! Wir haben diese Fertigkeit nie jemand geringerem beigebracht."

Eragon saß nur stumm da und starrte vor sich hin. „Aber wenn es wirklich noch einen anderen Überlebenden gegeben hat", sagte er, „warum hat sich dieser Mensch, oder Elf, nicht hier in Ellesméra eingefunden. Er musste doch wissen, dass es hier am Sichersten sein würde, nicht wahr?"

Oromis setzte einen undefinierbaren Blick auf. „Außer... außer es war jemand, dem die Elfen unter keinen Umständen mehr vertrauen würden."

„Ihr meint...?", Eragon schluckte, „Ihr könnt doch nicht ernsthaft glauben, dass Ile der Sohn eines Abtrünnigen ist, oder?"

Oromis sah Eragon in die Augen: „Ich glaube nicht, dass es irgendein Abtrünniger war. Ich denke, er ist Galbatorix' Sohn persönlich. Ich wüsste zwar nicht, wie Galbatorix diese geheime Technik erlernt haben sollte, aber er hat schon mehr als ein Geheimnis über die Alte Sprache ausgegraben. Außerdem kannte Ile Urû'Baen. Er hat es wiedererkannt. Und er hat genauso reagiert wie Murtagh. Sie beide haben schlechte Erinnerungen an diesen Ort."

Eragon konnte diese Nachricht nicht glauben. „Aber Murtagh und Ile hätten sich doch kennen müssen! Immerhin müssen sie zur selben Zeit beim bösen König gelernt haben! Meister, es ist quasi unmöglich, dass Galbatorix es geheim halten konnte. Er konnte seinen Sohn nicht ungesehen aufziehen!"

Oromis blickte fest zu Eragon auf, der aufgestanden war. „Ich kenne deine Argumente, Eragon. Ich bin sie selber immer wieder durchgegangen, doch ich habe einfach keine andere Erklärung. Ich hätte Ile unter keinen Umständen unterrichten dürfen! Ich hätte auf meine Gefühle vertrauen sollen! Jeder andere wäre nach Ellesméra gekommen. Jeder außer Galbatorix persönlich. Hätten die Abtrünnigen Kinder bekommen, hätten wir das gewusst. Ich habe bis jetzt wirklich nach einer anderen Erklärung gesucht, denn sonst hätte ich es Islanzadi schon längst gesagt."

„Aber", warf Eragon nun ein, „von mir habt Ihr auch nichts gewusst!"

„Das ist nicht ganz richtig. Du weißt, dass Brom nach Carvahall gekommen ist. Er war nicht nur da, um die Ankunft des Eis abzuwarten. Er war dort, um dich zu schützen." Oromis stand auf. „Ich denke, es ist an der Zeit, dass wir zur Königin gehen und ihr Bericht erstatten, das gehört zu meiner Pflicht. Ich darf meiner Königin solche Informationen nicht vorenthalten."

Eragon folgte Oromis wie betäubt nach draußen. Saphira war die Wut ins Gesicht geschrieben.

Er ist Galbatorix' Sohn! Und wir haben ihn auch noch gesucht!!, sie ließ ein zorniges Brüllen hören.

Eragon konnte immer noch nichts sagen und stieg stumm auf ihren Rücken. Oromis tat dasselbe bei Glaedr und schon waren sie auf dem Weg in Richtung Thronsaal. Es kam ihm so vor als wären sie kaum in der Luft gewesen und Eragon stieg schon wieder auf den Boden herab.

Oromis gab ihm zu verstehen, dass er erst einmal vor der Tür warten solle. Er nickte, immer noch stumm. Als Oromis dann weg war, kochte endlich die Wut hoch. Die selbe, die er bei Saphira spürte. Sie hatten ihm alles beigebracht, was sie wussten und er hatte die ganze Zeit nur sich und seinen Vater im Sinn gehabt.

Warum haben wir nichts bemerkt? Er war doch die ganze Zeit unter uns! Wir hätten seine schlechten Absichten spüren müssen! Er weiß alles! Warum hat Oromis das nur zugelassen? Warum haben wir das zugelassen??

Ich habe sogar versucht, mit diesem mickrigen Drachen klar zu kommen! Diese beiden Verräter werden büßen für das, was sie getan haben!

Sie waren nun beide so zornig, dass sie fast Gerat nicht bemerkt hätten, der gekommen war, um sie zur Königin zu bringen. Sie gingen festen und schnellen Schrittes und standen schon bald vor Islanzadi.

Sie grüßten sich schnell auf die Art der Elfen. Dann sagte sie Königin: „Ich habe ihn rufen lassen. Er wird uns jetzt Rede und Antwort stehen müssen!"

Sie waren alle angespannt. Die Wachen hielten ihre Waffen bereit, falls Ile aus der Haut fahren und versuchen sollte, jemanden anzugreifen. Eragon hielt Gar'Roc, sein blaues Schwert bereit, ohne es aber aus der Scheide zu ziehen. Sie wollten Ile schließlich nicht direkt zeigen, dass sie seine Identität aufgedeckt hatten.

Ein paar Minuten später trat er schließlich ein. Ile stutzte im Eingang. Es war ein ziemliches Aufgebot, welchem er sich jetzt mit seinem Drachen gegenüber wiederfand. Er setzte einen seltsamen Gesichtsausdruck auf, so als wisse er, was ihn erwarten würde.

Sobald er vor der Königin stand, machte er die typische Geste, um Islanzadi zu begrüßen. Diese erwiderte den Gruß jedoch nicht, was unter den Elfen als große Beleidigung galt.

Ile zuckte etwas zurück und schaute dann etwas verwirrt in die Runde. Eragon konnte sehen, wie sich plötzlich alle Muskeln in seinem Körper anspannten. Er schien bereit wegzulaufen, doch das würde er nicht zulassen. Ile hatte sie schon lange genug an der Nase herumgeführt!

Ile erhob schließlich die Stimme: „Wenn die Frage erlaubt ist, Euer Hoheit, warum bin ich hier?"

Die Königin erhob sich ruckartig. „Das weißt du also wirklich nicht, Verräter?", sie funkelte Ile wütend an, „Wachen! Ergreift ihn!"

Bevor Ile etwas tun konnte, hatten ihn schon zwei Wachen ergriffen und weitere sechs hatten Hírador umkreist.

„Es ist zwar nicht unsere Art, die Drachen zu verletzen, aber wenn sie fehlgeleitet sind, kann man sie nur schwer zur Umkehr bewegen", Islanzadi wandte etwas bedauernd ihren Blick dem grünen Drachen zu.

Doch weder er noch Ile machten Anstalten sich wehren zu wollen. Eragon traute ihnen nun noch weniger. Was hatten sie vor?

„Nicht, dass ich an der Höflichkeit der Elfen zweifeln würde, aber könntet Ihr mir vielleicht trotzdem erklären, was genau ich getan habe?", Ile hatte wirklich noch die Nerven, sich über die Elfen lustig zu machen.

Und mir könnte vielleicht mal einer erklären, warum ich fehlgeleitet bin. Ich heiße nicht Shruikan!, auch Hírador klang erstaunlich ruhig.

Die Königin fuhr fast aus der Haut. Sie setzte zu einer rüden Antwort an, als Oromis sie unterbrach: „Ihr werdet beschuldigt mit Galbatorix gemeinsame Sache zu machen. Ile, Hírador, es hat keinen Sinn mehr. Wir wissen, wo ihr herkommt!"

Ile schaute etwas verdutzt. Dann schaute er zu Hírador. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich gleich festgenommen werde, wenn ihr es rausfinden würdet. Außerdem: Warum sollte mein Vater mit Galbatorix unter einer Decke stecken? Er hasste ihn genauso wie Ihr auch, Meister Oromis."

Nun war es an ihnen, die überraschten Mienen aufzusetzen. Was redete Ile da? Sein Vater mit Galbatorix unter einer Decke stecken? Sein Vater war doch Galbatorix. Oder war das nur ein Trick, mit dem er sie aus der Bahn werfen wollte?

Ile sprach weiter: „Ich wusste zwar, dass mein Vater allem Anschein nach einen Grund hatte, nicht mehr hierher zurückzukommen, aber er hatte doch keine Packt mit Galbatorix geschlossen!"

„Du wagst es, dich über uns lustig zu machen? Wir wissen, dass dein Vater Galbatorix ist. Es lohnt sich nicht mehr, es zu leugnen, Verräter!"

Ile fiel alles aus dem Gesicht. Dann wandelte es sich zu einer Grimasse aus Wut. Er fing an sich gegen die Wachen zu wehren, die er bis jetzt ruhig ertragen hatte. „Galbatorix, dieser verfluchte König, der nichts als Verderben und Tod bringen kann soll mein Vater sein?? Seid ihr alle verrückt geworden? Dieser elende Verräter und Drachentöter ist auf keine Fall mein Vater!"

Die Königin war nun doch überrascht, denn Ile sagte in der Alten Sprache: „Mein Vater war Vrael Drachenschwert! Der letzte Großmeister der Drachenreiter!"


Natürlich habe ich jetzt noch nicht alles verraten :P

So bin ich nunmal. Aber ihr wisst wenigstens, wer Iles Vater ist. Bin mal gespannt, ob sich das vielleicht irgendeiner gedacht hat...