A/N: Yup, schon wieder ist eine GSI-Staffel zu Ende. Ich plane an der nächsten, verspreche im Moment aber nichts, da ich mit ein paar anderen Sachen sehr beschäftigt bin. Ich hoffe, es hat euch trotzdem gefallen.

Mutzel: die Story ist leider schon fertig, wie alle GSI ist es eine Shortstory. Na ja, Hermione ist halt Hermione. Klar reagiert sie zuerst geschockt und erschüttert – würde jedem von uns so gehen… aber im Endeffekt hört sie doch auf ihr Herz, nicht auf ihren analytischen Verstand. Und Severus… der ist eigentlich nicht wieder normal, aber so daran gewöhnt zu schauspielern, dass er zumindest so tun kann…

ll: ach, ich mag deinen Decknamen… er ist wohl klingend und hat das gewisse Etwas… :D Ja, Sev wird hier ganz schön durch seine Erinnerungen gezerrt und es ist noch nicht vorbei… bist du wirklich immer noch so sauer auf die Elfen? Ich meine… würdest du nicht auch so handeln, um dein Volk oder Rudel zu schützen?

Try: würde Hermione dieses Vertrauen aufgeben/verlieren, würde das bedeuten, sie verlöre einen Teil ihres Selbst… also unmöglich. …lässt sich trotzdem gerne drücken und reicht ein Taschentuch… Bitte sehr, selbst aus der Packung genommen! :D Zu dem Nehmen der Erinnerungen kann ich nur sagen, dass es nicht die Elfen selbst sind, die sich darum kümmern…

ViperSn: lol… kann ich davon ausgehen, dass du außer einem Winzwolf auch noch einen Winztiger zu Hause hast? Ja, sie haben die Professorin gefunden und bringen sie auch nach Hause…

Metadin: hm, das gibt es exklusiv nur bei Bigear-Elves-Online, aber ich kann dir sagen, die sind verdammt teuer und nehmen keine Schecks… ;D Und dass sich Hermione unserem ZTM nicht entziehen kann, ist doch für uns keine Überraschung, oder?

Schwarzleserin007: es war nicht die Absicht, dich heftig mitzunehmen, aber dass unser Sev innerlich einen Haufen Dämonen füttert, ist relativ logisch… und trotzdem schön, dass ausgerechnet so ein Erlebnis unsere beiden Lieblingsprotagonisten näher bringt…

Illing: seit wann hast du eine Brille, hm? Ich glaube, die setzt du nur auf, wenn du was Ultragescheites von dir gibst, damit du noch ultragescheiter wirkst… Hermione ist intelligent, allerdings leidet ihr Verstand gerade ein bisschen – aus ziemlich offensichtlichen Gründen… sieht sich auch unauffällig um… Sie schimpft doch immer so, wenn ich sage, wie viel sie wirklich wiegt… dann kommen wieder die ganzen Eulen mit lauter Essen… wow… auf deine Erpelfolie bin ich jetzt richtig stolz und du hast es perfekt erkannt – na ja, du bist mein Illing, oder?! Noch das letzte chap heute, und es ist wieder vorbei… :(

no_name: ich werde mal deinen Vorschlag aufgreifen und reinschauen, allerdings muss ich auch gleich sagen, dass ich wirklich kein Freund von solchen Psychospielchen bin, im Gegenteil, ich hasse es. Klar, wir manipulieren alle mal oder werden manipuliert, aber in dem Moment, wo jemand dabei Schaden erleidet, ist für mich die Grenze erreicht. Ich mag auch lieber Mystery-GSI-like… ;D

Nik: was die Namen und ihre Aussprache angeht, mach dir keine Sorgen, das erfährst du heute… ah… das werde ich mir merken… wenn ich demnächst wieder meiner Serienkillertätigkeit nachgehe, werde ich meine Opfer ganz eng zusammentreiben, dann schreien sie vielleicht nicht so hysterisch… man kann immer nur lernen… :D Okay, okay… mein letztes Angebot: 51 %!

Ally: ich denke auch, dass es anders gegangen wäre, aber leider hatte ich bei Fyg'hnt kein Mitspracherecht und der kleine Kerl macht es lieber auf die harte Tour… Hinten anstellen… da ist was dran. …starrt auf die Schlange von Frauen… am besten, du ziehst eine Nummer, Ally… :D

Silvia: ja, der Elf ist ein Wächter und obwohl seine Methoden manchmal fraglich erscheinen, macht er doch einen guten Job oder hast du schon mal vorher was von Wildelfen gehört? :D Büchse der Pandora trifft es gut und wahrscheinlich gibt es da noch viel, viel mehr… schaudert… was den Obliviate angeht… schielt ganz nach unten

Leoka: ich danke dir für dein Lob. Leider ist das jetzt schon das letzte Kapitel...

lufa: …schluck… Aber, aber… ich wollte dich nicht traurig machen! …schluck… eigentlich hat Sev ja nicht einmal einen Blendzauber benutzt, er hat lediglich einen Buckel gemacht, um seine große Gestalt zusammenzuklappen, die Kapuze übergeworfen, um sein Gesicht zu verbergen und die Stimme verstellt… ich, abrechnen? Ähm… keine Ahnung, was du meinst… :D Das Gespräch ging ja noch, das, was Sev mit dem Hirsch gemacht hat, war eher nicht in Hermiones Sinn…

Liz Faulkes: ups… also, das mit dem Gewicht… ok, ich weiß, dass du höchstens 80 Pfund im nassen Zustand und mit Winterklamotten wiegst… hör auf zu grummeln, das mit Sev in die Arme nehmen hatten wir doch schon ewig oft – hinten anstellen! Hey, Simba verteidigt nur ihr Löwenbaby, und sie kennt ja Sevs Dämonen nicht, klar? Also lass sie in Ruhe, du… knurrtstürzt sich freudestrahlend auf den Nougat

KYB-2007: klar hattest du Recht, ging ja nicht anders, oder? Lol… ich kann dir versichern, solange die beiden Sturköpfe sich nicht selbst eingestehen werden, dass da etwas mehr ist als „nur" Freundschaft, solange wird GSI weitergehen… und wer weiß? Vielleicht greife ich ja deinen Vorschlag auf und lasse sie ein magisches Ermittlungsbüro aufmachen… du hast schließlich noch mal Recht mit den ganzen Mysterien dieser Welt…

Boomshaker41: also, ich hoffe mal, du meinst mit Anne Hathaway nicht Shakespeares Ehefrau, denn sonst könnte es ein Problem geben mit der Rolle… größtenteils, dass sie schon ein paar Jahrhunderte tot ist, es sei denn, sie wohnt unter Stonehenge… :D Whoa, Schokomuffins, selbstgebacken! Ich liebe es – ist schon Weihnachten? Apropos Weihnachten, ich habe einen Weihnachts-OS geschrieben, in dem Kakao mit Baileys vorkommt…;D

Angie: oh, ja… so, wie ich mir Hermione vorstelle, hat sie sich schon sehr lange und intensiv mit der Person Severus Snape auseinandergesetzt… spätestens seit dem Moment, an dem sie herausfand, warum er sich Halbblutprinz nannte… whoa… super, Angie, bring mich zum Erröten… das sieht bei mir so lächerlich aus, das kannst du dir nicht vorstellen… besonders in Verbindung mit diesem dämlichen Grinsen, welches zweimal um meinen Kopf reicht… nah am Wasser? Na ja, logisch bei dir… :D Lol… ich fand die Erklärung mit den schwarzen Brettern auch nicht sinnloser als eine antike Sternenguckeraussicht… uh… sag mal, hast du eine Wanze in meinem Rechner? Mit deinem letzten Absatz hast du ja schon alles gesagt, was im letzten Kapitel vorkommt… grummel

Das letzte GSI-Kapitel ist Alandra gewidmet!

SSHGSSHG

6. Kapitel

Severus strich sich die Haare aus dem Gesicht. „Von mir aus können sie für immer und ewig ein Rätsel bleiben, genau wie Stonehenge und sämtliche verdammten Steinkreise. Aber ich hasse es, wenn mir jemand im Gehirn herumspielt. Und außerdem möchte ich auch nur ungern tagelang in einer fremden Umgebung herumirren ohne zu wissen, wer ich bin oder was mir passiert ist." Er sprach eher zu selbst. Wie es schien war er tief in Gedanken versunken.

„Wir müssen etwas tun, um wenigstens wieder zu unserem Ausgangspunkt zurückzukehren." Severus zog seinen Zauberstab, setzte sich auf die Tischkante und streckte die Hand aus. „Gib mir deinen Arm, Gryffindor", sagte er herrisch.

„Warum?", fragte sie, tat jedoch, was er verlangte und fuhr dann hoch, als er ihren Ärmel hochschob und seinen Zauberstab auf die bloße Haut ihrer Arminnenseite drückte. „Au!"

„Stell dich nicht so an, das ist in ein paar Tagen wieder fort!" Offensichtlich mit sich zufrieden, drehte der Tränkemeister ihren Arm hin und her und begutachtete sein Werk. Hermione riss sich von ihm los.

Ihre Augen wurden weit, als etwas entdeckte, was aussah wie ein Brandzeichen oder ein frisches Tattoo. „Du hast mir die Adresse deiner Schwester eingebrannt?", zischte sie.

Er wiederholte die Prozedur an seinem eigenen Arm. „Al wird uns zumindest erzählen, dass wir bereits bei ihr waren und von da aus können wir versuchen, unsere Erinnerungen wieder aufzufrischen. Faulkes?" Er sah Simba auffordernd an.

„Der Gedanke ist nicht schlecht, aber ich möchte nicht verwirrt bei deiner Schwester auftauchen", wehrte sie ab. „Dann lieber in der Herberge in Avebury." Sie nannte ihm die Adresse und während er ihr dieselbe Behandlung zukommen ließ, funkelte ihn Hermione wütend an.

„Das wäre mir auch lieber gewesen, warum hast du mich nicht erst gefragt?"

„Ich habe Kopfschmerzen, und dein Geplapper wäre mir zuviel gewesen", murmelte er, sprang vom Tisch und zog seine Jacke wieder ordentlich an.

Hermione schnaubte, beschloss jedoch, dass es jetzt zu spät war, mit ihm darüber zu streiten und dass er es außerdem jetzt nur verdient hatte, wenn sie plapperte. „Glaubt ihr, dass Fyg'hnt tatsächlich älter als 600 Jahre ist? Wie alt werden denn Hauselfen im Allgemeinen?"

„Sollte es tatsächlich etwas geben, das du nicht weißt?", brummte der Tränkemeister. „Und das, wo ihr ständig mit Dobby zusammen Unfug gestiftet habt?"

Sie runzelte die Stirn. „Das haben wir nicht! Er hat uns nur ab und zu geholfen, wenn wir ihn darum gebeten haben. Weißt du es jetzt oder nicht?"

„Hauselfen werden älter als Menschen, aber ich habe noch nie von einem gehört, der älter als 200 Jahre wurde", gab er zu.

„Also… stimmt es, dass die Lebenserwartung hier höher ist. So ein Potenzial…", murmelte Hermione.

„Ein Traum für jeden Arithmantiker", stimmte Simba zu. „Und es ist natürlich auch klar, warum sie so auf Geheimhaltung bestehen. Stellt euch vor, in der ganzen Welt würde bekannt, was hier los ist? Das Muggelmilitär würde hier einfallen mit all seinen Forschern, unsere Leute würden sämtliche Wissenschaftler losschicken. Diese Söldner vorhin, die, die euch hierher gebracht haben. Wahrscheinlich sind sie authentisch. Also mindestens 400 Jahre alt. Und keiner von ihnen sieht älter aus als 30!"

„Faszinierend!", spottete Severus. „Ich…"

Er unterbrach sich ausnahmsweise selbst, als sich die Tür öffnete und die beiden Elfen hereinkamen.

„Es ist Zeit", verkündete Har'mny. „Sie müssen sich jetzt entscheiden. Lassen Sie mich Ihnen mitteilen, dass wir Sie sehr gern in unseren Reihen aufnehmen würden. Wir sind die Hüter alter Magie und alten Wissens und Sie könnten Ihr gesamtes Leben lang damit zubringen, all das zu erforschen – aber Sie könnten nie wieder zurückkehren."

„Was hätten Sie eigentlich davon, wenn wir hierblieben?", fragte Severus misstrauisch. „Haben Sie nicht schon genug Sklaven? Wir haben gesehen, dass Sie Menschen hier für ihre groben Arbeiten halten, es war in der großen Höhle ziemlich eindeutig zu erkennen."

Har'mny lachte. „Ich fürchte, Sie haben den denkbar schlechtesten Eindruck von uns bekommen. Die Menschen, die Sie gesehen haben, sind einfache Leute aus Jahrhunderten, an die Sie nicht einmal eine Erinnerung haben. Sie können nichts anderes als grobe Arbeiten verrichten. Sie sind nicht einmal magisch. Nein, was wir von Ihnen möchten ist dasselbe, was wir Ihnen anbieten. Wissen. Unsere Bevölkerungsdichte ist gering, in ganz Britannien gibt es vielleicht noch 4000 von unserer Spezies – ich glaube, Sie nennen uns Wildelfen und Legende…"

Er lächelte traurig. „Tatsache ist, wir haben weniger Geburten als Todesfälle, denn es scheint, unsere Umwelt gibt uns vielleicht ein langes, aber nur selten neues Leben. Und somit stirbt bei uns langsam aber sicher auch altes Wissen aus und neues Wissen erhalten wir nur in den seltenen Fällen, wenn sich von den versklavten Familienmitgliedern jemand entschließt, zu uns zu kommen oder sich tatsächlich einer von euch Menschen für uns entscheidet. In ganz Europa gibt es Steinkreise, doch nur die wenigsten werden so bewohnt wie das bei Stonehenge der Fall ist."

„Könnten wir nicht wenigstens ein paar Tage hier bleiben?", fragte Hermione. Die Aussicht, wenigstens rudimentär etwas von diesem ungeahnten Wissen zu erhalten, erschien ihr unwiderstehlich. „Ich würde danach auch einen Unbrechbaren Schwur ablegen, nie etwas über euch zu erzählen, wenn ihr mein Gedächtnis nicht löscht!"

Severus' Hand grub sich schmerzhaft in ihre Schulter. „Nein!", zischte er ihr ins Ohr, entsetzt, dass sie auch nur diesen Vorschlag machte.

Er bekam unerwartete Hilfe von Fyg'hnt. Der Elf schüttelte den massigen Kopf. „Das geht nicht. Sehen Sie… wir nehmen Ihnen nicht selbst die Erinnerung an Ihre Zeit bei uns. Das macht das Labyrinth. Es entscheidet, wie viel von Ihnen gelöscht werden muss, darauf haben wir keinen Einfluss. Und jetzt ist das Labyrinth aktiv. Sie haben nur ein kurzes Zeitfenster, sich zu entscheiden. Bleiben Sie hier, aber dann für immer. Oder Sie gehen – und verlieren die Erinnerung an alles, was uns betrifft."

„Wir gehen!", blaffte der Tränkemeister. „Ehrlich gesagt, die Vorstellung, alles zu vergessen, was hier vorgefallen ist, bekommt in meinen Augen mehr und mehr Annehmlichkeiten."

„Das ist schade", sagte Har'mny und musterte Hermione und Simba. „Sind Sie alle dieser Ansicht? Dass Sie gehen möchten, meine ich?"

„Ja, Har'mny", sagte Liz Faulkes überzeugt. „Ich bin dankbar, dass Sie so freundlich zu mir waren, aber ich habe dort oben ein Leben, das auf mich wartet." Hermione nickte, wenn auch zögernd.

„Folgen Sie mir", sagte Har'mny und wandte sich zur Tür.

Als Severus den Raum verlassen wollte, hielt ihn Fyg'hnt fest. Mit zu Schlitzen verengten Augen starrte er auf den Elfen herab und biss die Zähne zusammen in Erwartung eines mentalen Angriffs. Doch Fyg'hnt hatte nichts dergleichen vor. Er starrte ihm lange ins Gesicht. „Ich habe die Dunkelheit in Ihnen gesehen", sagte er leise und kaum verständlich, doch als Severus nachfragen wollte, was seine Aussage bedeutete, wies er auf Hermione, die sich in diesem Moment umdrehte und auf Severus wartete. „Und ihr Licht."

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Sie folgten Har'mny durch endlose Gänge. Vor ihnen flackerten unzählige Fackeln auf und beleuchteten ihren Weg, hinter ihnen verloschen sie und ließen nur Dunkelheit und Stille zurück.

„Glaubst du, wir können ihnen trauen?", fragte Hermione Severus.

„Jetzt ist es ein bisschen spät, um sich darüber Gedanken zu machen", murmelte er. „Hast du Angst vor einem Minotaurus in dem seltsamen Labyrinth?"

„Nein, aber mir sind seit Riddles Tagebuch leblose Dinge suspekt, die magischen Lebewesen das Denken abnehmen. Warum können sie uns nicht selbst obliviaten? Wieso verlassen sie sich so darauf? Und ist dieses Labyrinth auch für die starken Vergessenszauber zuständig, die offensichtlich über Stonehenge liegen?"

„Ich glaube schon. Zwar ist zumindest Fyg'hnt in der Lage, einen starken Ablenkungszauber zu wirken, denn du warst auf dem Weg zum Verhörzimmer völlig neben dir. Aber es würde doch auf Dauer zuviel magische Energie kosten, permanent einen Vergessenszauber über Stonehenge zu legen, also ist ein Objekt, welches diese Magie ausstrahlt, sehr viel ökonomischer", dachte Severus halblaut nach.

„Ich glaube, Leute wie Malfoy würden ihre rechte Hand opfern, um etwas wie dieses Labyrinth in die Hände zu bekommen."

„Nicht nur das", knurrte der Tränkemeister zustimmend. „Hast du Angst?", fragte er dann abrupt.

Hermione seufzte leise. „Ja", bekannte sie. „Und du?"

Er zuckte mit den Schultern, antwortete aber nicht. Wachsam sah er über seine Schulter nach hinten, wo ihnen Fyg'hnt in gewissem Abstand folgte. Vor ihnen liefen Simba und Har'mny, die sich leise unterhielten. „Ich hoffe, es war nicht die dümmste Entscheidung meines Lebens, dich in diese Sache hineinzureiten", sagte er schließlich.

„Ich glaube eher, ich habe dich hier hereingezogen!"

„Streitest du schon wieder, Gryffindor?" Hermione lächelte. Der dunkle Mann hatte wirklich manchmal eine Art, sie abzulenken, die unglaublich war.

Weil sie dabei war, ihn anzusehen, bemerkte sie erst, dass ihre Vorderleute angehalten hatten, als sie Simba beinahe in die Hacken trat. „Entschuldigung!", nuschelte sie. Sie hatten eine kleine Höhle erreicht, die nur von wenigen Fackeln beleuchtet wurde. Har'mny deutete auf einen schmalen Gang, der in die Dunkelheit führte.

„Das Labyrinth beginnt genau dort. Sie müssen es einzeln betreten und Liz sollte als erste gehen, da sie als erste gekommen ist. Achten Sie wirklich darauf, einzeln hineinzugehen, sonst werden Sie alle Ihre Erinnerungen für immer verlieren!", warnte er. „Sind Sie bereit?"

Severus ließ seinen Zauberstab aufleuchten und spähte vorsichtig in den Gang. „Ich sehe kein Labyrinth", sagte er. „Da ist nur ein schmaler Weg."

„Seien Sie versichert, es ist da", antwortete Fyg'hnt trocken. „Liz? Har'mny und ich ziehen uns jetzt zurück, aber ich möchte Ihnen sagen, es war mir eine Freude, Sie kennenzulernen."

Simba wirkte verlegen. „Ebenso, auch wenn ich das gleich wieder vergessen haben werde, richtig?"

Fyg'hnt senkte zustimmend seinen Kopf, nickte ihr zu und drehte sich abrupt herum, um zu gehen. Har'mny blinzelte ihnen mit seinen großen Augen zu, bewegte ein wenig seine Fledermausohren, deutete eine Verbeugung an und verschwand ebenso. Severus beobachtete die beiden Elfen, bis sie nicht mehr zu sehen waren. „Wollen Sie tatsächlich als erste gehen, Faulkes, oder soll ich?"

Simba schüttelte den Kopf. „Nein, ich mach das schon. Falls wir in diesem Labyrinth noch mehr Zeit verlieren, wäre es wohl nicht schlecht, wenn ich wirklich als erste wieder auftauche. Vorausgesetzt, ich tauche jemals wieder auf…", murmelte sie. Der Tränkemeister warf noch einmal einen Blick zur anderen Seite der Höhle, um sich zu vergewissern, dass die Elfen fort waren. Er zweifelte nicht daran, dass sie sich irgendwann davon überzeugen würden, dass sie tatsächlich in das Labyrinth gingen, aber im Moment waren sie nicht zu sehen.

„Krempeln Sie Ihren Jackenärmel hoch", wies er Simba an. „Die Adresse muss das erste sein, worauf Ihr Blick fällt, sonst irren Sie noch länger ohne Gedächtnis herum!"

„Gute Idee!" Simba schob den Ärmel ihrer Jacke hoch und wandte sich dann um. „Ich hoffe, ich erinnere mich wieder soweit, dass ich weiß, wer du bist, Hermione, aber falls nicht, möchte ich dir sagen, dass du eine ausgezeichnete Studentin bist und es mir eine Freude war, mit dir zu arbeiten. Und vielen Dank, dass du dich meinetwegen in Gefahr begeben hast, um mich zu suchen!"

Severus schnaubte. „Machen Sie sich nichts vor, Faulkes, wären Sie nicht gewesen, hätte Miss Granger sich irgendeine andere Gefahr gesucht, in die sie gestürzt wäre. Und jetzt ab mit Ihnen, ich würde gern noch in diesem Jahrtausend in unserer Welt wieder auftauchen!"

Simba lachte, tätschelte Hermiones Schulter und packte dann Severus' Hand. „Dir auch vielen Dank, Severus. Ich glaube, du bist bei weitem nicht der große, böse Mann, als den du dich so gerne darstellst. Pass auf Hermione und auf dich auf!" Damit drehte sie sich um und ging energisch in die Dunkelheit. Ihr Zauberstab beschien wie ein Leuchtfeuer ihre Position, bis sie plötzlich verschwunden war.

„Verdammt!", knurrte Severus, der das Licht nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen hatte. Er fühlte Nervosität in sich aufsteigen und hasste es. Dann fiel sein Blick auf Hermione, die, anstatt in das Labyrinth zu schauen, ihn anstarrte. „Was ist, Gryffindor? Mach dir keine Sorgen, ich bin sicher, die Elfen haben die Wahrheit gesagt. Du weißt, was meine Schwester erzählt hat. Eine Menge vermisster Leute sind wieder aufgetaucht!"

„Ich weiß", sagte Hermione und holte tief Luft. „Das ist es auch nicht."

Was hatte sie nur? Er war sich nicht sicher, aber sie wirkte im Moment gleichzeitig verwirrt und entschlossen. Er konnte sehen, dass der Puls unter der dünnen Haut ihres Halses klopfte. Severus zog seinen Zauberstab und legte seine Hand auf ihre Schulter. „Da ich dafür verantwortlich bin" – er deutete auf ihre aufgeplatzte Lippe – „ist es das mindeste, dass ich es wieder heile, findest du nicht? Heb den Kopf!"

Sie gehorchte sofort, seltsam genug. Severus beleuchtete die Verletzung und murmelte einen sanften Heilzauber, wobei er nicht umhin kam, die Form ihrer Lippen zu bemerken. Voll, doch nicht aufgesetzt, durch die Kälte ein wenig blass, aber ganz offensichtlich weich. Nur um zu überprüfen, ob sie wieder gänzlich in Ordnung war, fuhr er mit dem Daumen hinüber. „Alles in Ordnung", sagte er dann und fragte sich, warum seine Stimme so rau war.

„Severus… wir werden alles vergessen, nicht wahr? Alles, was hier unten passiert ist?" Sie bewegte sich sacht, und er machte endlich einen Schritt zurück. Ihm war unerklärlich heiß. Wahrscheinlich bekam er Fieber, Zeit also, endlich hier zu verschwinden.

„Davon gehe ich aus", antwortete er und dachte an die Schrift auf seinem Arm. Dort stand nicht nur die Adresse seiner Schwester.

„Dann ist das wahrscheinlich die erste und einzige Gelegenheit, die ich je bekommen werde", stieß sie hervor. Behutsam, als näherte sie sich einem scheuen Wildtier, trat sie an ihn heran und legte ihre Hände an sein Gesicht. „Entschuldige…", murmelte sie, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.

Für einen glorreichen Moment der Verblüffung stand Severus einfach nur da, überrumpelt, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Gryffindors Goldmädchen küsste ihn! Presste ihre Lippen gegen seine und er stellte fest, dass sie tatsächlich voll und weich und kalt waren. Falsch, falsch, falsch… schrie es in ihm. Das war so falsch! Wie konnte sie das tun? Sie küsste ihn, Severus Snape, Bastard extraordinaire, was dachte sie sich dabei?

„Was…?" Genau das wollte er fragen, doch sie nutzte die Gelegenheit, zögernd mit der Zunge in seinen Mund einzudringen und genau diese Mischung aus Entschlossenheit und Scheu war es schließlich, die Severus' Widerstand knackte.

Es mochte sein, dass es falsch war und es war absolut nicht gerechtfertigt von ihm, ihre Angst vor dem Labyrinth auszunutzen, doch… Wir werden alles vergessen, dachte er. Es wird sein, als ob es nie passiert wäre. Der Mann mit Moral haderte, doch der Slytherin triumphierte. Er schaltete sein Bewusstsein aus und fühlte nur noch. Fühlte die Schwere ihres Haares, in das er seine Hände wühlte, die Nachgiebigkeit ihres Körpers, den er an die kalte Mauer presste, ihre Lippen, die sich erwärmten, die sanfte Geschmeidigkeit ihrer Zunge. Fühlte alle diese Kleinigkeiten, die er schon oft registriert hatte, ohne sich einen Gedanken daran zu gestatten.

Die Röte, die in ihre Wangen stieg und Hitze abstrahlte, die Weichheit ihrer Wangen, über die er seinen Finger gleiten ließ, die kaum erkennbaren Sommersprossen auf der Nase, die langen, gebogenen Wimpern und die tanzenden Funken in ihren hellbraunen Augen, die noch einen Klecks Grün in sich bargen, all das mischte sich in die Perfektion dieses einen Augenblicks, in dem sich ein Mann und eine Frau küssten. Severus riss sich von ihr los, als ihm bewusst wurde, dass er darüber nachdachte, sie gleich hier, mitten im Nirgendwo eines unterirdischen Gebietes, zu nehmen.

Verdammt, was dachte er sich dabei?

Hermione ließ langsam ihre Arme, die sich irgendwann während dieses Kusses um ihn geschlängelt hatten, von seinem Hals gleiten. Ihr Blick war unlesbar. „Ich bin nicht froh, dass wir alles vergessen werden!", sagte sie dann leise und fest und drehte sich herum, um schnurstracks in dem Gang zu verschwinden. Severus starrte ihr nach, schüttelte unaufhörlich den Kopf und rieb sich das Kinn, ohne einen zusammenhängenden Gedanken verfolgen zu können. Sein Herz hämmerte unruhig und schrie nach mehr, doch seine Brust schien sich zusammen zu ziehen und schmerzte.

Wenn man nicht mehr denken konnte und auch ansonsten keine Wahl hatte, musste man handeln. Er packte seinen Zauberstab, ließ ein starkes Licht aufflammen und marschierte los. Wie er es sich gedacht hatte – es gab kein Labyrinth. Es war ein tiefer Gang, der irgendwann einen Bogen schlug und dann…

…stand er in einem hellen, weißen Licht vor einer riesigen quadratischen Fläche. Der Boden war weiß und strahlte und schmerzte in seinen Augen, die Wände waren weiß und alles blendete und glitzerte und er konnte sich nur mühsam dazu aufraffen, einen Schritt vorwärts zu gehen. Er sah hin und her, doch es gab nichts, was ihn offen bedrohte. Er war allein. Misstrauisch presste er seinen Zauberstab an seinen Oberschenkel und bewegte sich behutsam vorwärts. Es war sein Glück, dass er langsam unterwegs war, denn im nächsten Augenblick prallte er gegen ein unsichtbares Hindernis.

Severus stöhnte auf und griff sich an die Nase, die erheblich in Mitleidenschaft gezogen war. Okay, sie war groß, aber es war unnötig, dass sie noch öfter gebrochen wurde als es schon der Fall war. Leise fluchend betastete er sie und danach das Hindernis. Es war offensichtlich eine stabile Mauer, auch wenn er sie nicht sehen konnte. Noch immer lag die helle Fläche frei von jeder Art von Hindernissen vor ihm, doch obwohl seine Augen ihm genau das verrieten, bezeugten seine Hände und seine Nase etwas anderes.

Das Labyrinth war unsichtbar. Severus öffnete seine Jacke, schob die Ärmel hoch, um immer einen Blick auf die Schrift auf seinen Arm zu haben und steckte den Zauberstab in die linke Innentasche, um jederzeit herankommen zu können. Seine Hände tasteten sich an der Mauer entlang, bis er zu einer Lücke kam. Er untersuchte sie. Sie war so breit, dass er mit ausgebreiteten Armen stehen und rechts und links wieder harten Stein berühren konnte. Nicht bereit, die erstbeste Öffnung zu nehmen, glitt Severus an dem anderen Hindernis vorbei, musste jedoch einsehen, dass es keinen anderen Weg als den offensichtlich vorgegebenen gab, als er schließlich an der hellen, festen Höhlenwand anlangte.

Er kehrte zurück und nahm die Öffnung, mit ausgestrecktem Arm vor sich hertastend wie ein Blinder. Er stellte schnell fest, dass es kein Labyrinth im herkömmlichen Sinne war, selbst wenn man die unsichtbaren Hindernisse einmal beiseite ließ. Es gab immer nur eine Öffnung irgendwo im festen Gestein, keine andere Abweichung, keine Irrgänge, keine blinden Alleen. Oder zumindest soweit er das einschätzen konnte, denn wenn ihm seine Augen keinen Streich spielten – und das schloss er mittlerweile nicht mehr aus – befand er sich bereits irgendwo in der Mitte der großen, weißen Fläche.

Und er bemerkte, dass seine Gedanken immer wieder abschweiften und er sich nicht darauf konzentrieren konnte, wachsam und vorsichtig zu bleiben. Erinnerungen wirbelten ihm im Kopf herum, aus seiner Kindheit, seiner Jugend, den ersten Jahren, die er in Hogwarts lehrte. Es waren keine schlimmen Erinnerungen, im Gegenteil. Die wenigen Momente, die er glücklich gewesen war, waren die stärksten. Fast schien es ihm, dass er kurz davor stand, einen Patronus zu kreieren, denn er sah Lilys lachendes Gesicht vor sich, an einem sonnigen Oktobertag, als sie beide von einem Quidditchspiel zum Schloss zurückkehrten und sie ihn die ganze Zeit anstupste und anrempelte und vom ihm verlangte zuzugeben, dass ihre Mannschaft die bessere gewesen war, obwohl der Slytherinsucher schließlich den Schnatz gefangen hatte.

Und dann dieser andere Tag, sein Geburtstag. „25, Severus, mein Junge. Ein Vierteljahrhundert!" Albus Dumbledore überreichte ihm ein eingewickeltes Geschenk. Schon wieder ein Buch, hatte er ein wenig verächtlich gedacht, es jedoch ausgewickelt und dann mit großen Augen angestarrt. Es war tatsächlich ein Buch, und dazu noch ein altes, verschlissenes, in dunkel angelaufenes Leder eingebundenes Buch. Die Macht der Vier hieß es, geschrieben von den Gründern Hogwarts und jeder von ihnen hatte über seine speziellen Fähigkeiten berichtet. Slytherin, der ein Krieger und Tränkemeister war, Gryffindor, Schlitzohr und Verwandlungskünstler, Hufflepuff, Weise und Beherrscherin elementarer Magie und Ravenclaw, Forscherin und erste registrierte Animaga Großbritanniens. Severus fühlte plötzlich dieselbe aufkommende Freude und Aufregung, wie er sie an diesem Tag gespürt hatte.

Sein Herz hämmerte und es störte ihn nicht mehr, wenn er gegen die Mauern lief. Alles hatte seine Bedeutung verloren, viel zu wichtig war es, diese Gefühle und Erinnerungen zu fixieren. Dieses Buch war so unglaublich wertvoll… fast so sehr wie… er versuchte angestrengt, diesen Gedanken zu packen, aber er entschlüpfte ihm und er hielt sich an dem fest, was ihm als nächstes im Kopf herumschwirrte. Dieses Mädchen… diese junge Frau… eine wirre Mähne aus braunen Locken und die wärmsten, braunen Augen, die er je gekannt hatte. Gryffindor natürlich und gänzlich ohne Respekt vor ihm. Nein, halt, das war falsch. Sie hatte keine Angst vor ihm. So, ja das war besser, viel besser.

Er schüttelte den Kopf wie ein Hund, der aus dem Wasser stieg. Genau, viel besser, wenn sie keine Angst hatte. Vielleicht mochte sie ihn sogar. Hermione Granger, Gryffindor. Bestimmt mochte sie ihn, sonst hätte sie nicht behauptet, er wäre ihr Freund. Völlig verrückt, die Kleine, aber er wollte verdammt sein, wenn er sie nicht auch mochte und ihr Freund sein wollte. Oder? Sie… hatte etwas an sich. Etwas, das ihn entwaffnete und seinen Zorn besänftigte.

Und wieso war es so kalt? Es wurde immer kälter und schwieriger zu denken. Die grelle Fläche war verschwunden und er stand in einem diesigen Grau und dann kam ein Ungeheuer mit riesigen, gelben Augen auf ihn zu, brüllend und quietschend – doch der Minotaurus? –packte ihn und warf ihn drei Fuß durch die Luft. Der Schmerz und die nasse Kälte brachten Severus wieder zu Bewusstsein, und dann kniete ein unförmiger, kleiner Mann neben ihm, stammelnd.

„Sir, ist Ihnen etwas passiert, Sir? Oh, mein Gott, habe ich Sie verletzt? Sie waren plötzlich da wie aus dem Nichts, ich konnte nicht mehr schnell genug bremsen… Oh, mein Gott, oh, mein Gott… können Sie sich bewegen?"

Severus hob den Kopf, bewegte ihn hin und her. Offensichtlich lag er in einem Straßengraben, mitten im von Abgasen völlig geschwärzten Schneematsch. „Können Sie…" Seine Stimme klang, als hätte er sie ewig nicht benutzt. „Können Sie mir sagen, wo ich mich befinde?"

„Nur wenige Meilen von Blackpool entfernt. Meinen Sie, Sie können aufstehen, oder soll ich lieber einen Krankenwagen rufen?"

Blackpool… er versuchte sich zu erinnern. „Lancashire?" Er drehte den Kopf und überprüfte seine Glieder. Schien alles noch dran und funktionsfähig zu sein. In seiner Hüfte pochte ein heißer Schmerz, aber er hatte schon schlimmeres erlebt und ertragen. Hatte er? Er runzelte die Stirn.

„Genau, Sir, ganz genau." Das Plappern des Mannes bereitete ihm Kopfschmerzen. Oder war es nur seine Unfähigkeit herauszufinden, was, beim Hippogreif, er in Lancashire tat?

„Ich kann aufstehen", sagte er barsch und kam fast ohne Zittern auf die Füße.

„Kommen Sie, Sir, ich stütze Sie." Der kleine Mann musterte ihn aus besorgten, dunklen Augen. Unzählige Runzeln zierten sein Gesicht, und er musste mindestens siebzig oder noch älter sein. „Am besten, ich fahre Sie nach Blackpool ins Krankenhaus, dann sehen wir weiter."

„Nein", wehrte Severus ab und starrte angestrengt auf seinen Arm. Warum lief er hier in der Kälte herum, mit offener Jacke und bloßem Arm? Sollte jeder sein Dunkles Mal zu sehen bekommen? Aber da war noch mehr… nicht nur die schwarze Schlangentätowierung. Hastig wischte er den Schneematsch von seiner Haut. Die feinen Härchen standen vor Kälte in Habachtstellung. Doch da stand noch etwas. Alanas Adresse? Warum hatte er dort Als Adresse stehen? Er wusste doch, wo sie wohnte…

Und dann stürzten die Erinnerungen wieder auf ihn ein. Alana, ihr Mann, Hermione Granger, ihre vermisste Professorin und alle die verschwundenen Leute… Verdammt, verdammt, verdammt! Er musste auf der Stelle nach Wiltshire, musste wissen, was mit ihm passiert war. „Mir geht es gut, Sie können weiterfahren!", sagte er und schüttelte den Arm des alten Mannes ab. „Ich muss…" Er deutete in den Nebel. „Da hinten steht mein Auto. Einen schönen Tag noch!"

Er drehte sich abrupt herum und stapfte davon, dabei die Tatsache verfluchend, dass er bis zu den Knien in den Furchen eines matschigen Ackers versank. „Aber Sir!" Der alte Mann machte Anstalten, hinter ihm herzulaufen, doch dann sah er auf seine teuren Halbschuhe herab, zuckte mit den Schultern und stieg wieder in sein Auto. Severus beobachtete ihn solange, bis die Rücklichter seines Fahrzeugs verschwanden, legte dann den Kopf in den Nacken und atmete gierig die trockene, eisige Luft ein. Er hatte das Gefühl, aus einem tiefen Schlaf zu erwachen, ohne sich daran erinnern zu können, was er geträumt hatte. Doch alle Fragen mussten jetzt warten.

Noch einmal sah er sich um, doch der Nebel verschluckte alle Geräusche, Farben und jegliche Sicht. Ideale Bedingungen also. Kurz schloss er die Augen und konzentrierte sich auf sein Ziel. Dann disapparierte er und stand einen Sekundenbruchteil später vor dem Haus seiner Schwester. Ihm wurde schwindlig und er stürzte kopfüber in den Schnee. Zum zweiten Mal, verdammt, dachte er, und dann flog auch schon die Tür auf und Al nahm ihn behutsam in die Arme. „Severus? Bist du verletzt? Wirst du mir wieder den Teppich vollbluten?"

Er wollte lachen, doch es drang nur ein Krächzen aus seinem Mund und dann verlor er das Bewusstsein.

SSHGSSHG

Eine Stunde später kam er ins Wohnzimmer, mit einem von Alans Hemden kämpfend. „Hat dein Mann auch Sachen, die nicht in Übergröße sind?", fluchte er. „Und nicht eine einzige schwarze Hose!"

„Sei froh, dass wir dich nicht nackt herumlaufen lassen", beschied ihn seine Schwester, die im Sessel saß und auf ihn wartete.

„Erzähl mir noch einmal, wie ihr zu Miss Granger gekommen seid", forderte Severus. „Ich glaube, ich war vorhin nicht ganz aufnahmefähig."

„Wann bist du das schon einmal? Dafür, dass du heute nicht geblutet hast, warst du so unfreundlich, vor der Tür ohnmächtig zu werden und du warst schmutzig wie eine Horde Landstreicher. Miss Granger war wenigstens relativ sauber und hat nicht vor Nässe getrieft. Dafür war sie völlig verwirrt – ich hoffe, es ist nicht ihr Allgemeinzustand."

„Al, wenn du über Miss Granger herziehst, machst du mir Trelawney auch nicht schmackhafter", knurrte er.

Seine Schwester wurde ernst. „Wir bekamen mitten in der Nacht einen Anruf, es muss so gegen halb drei Uhr morgens gewesen sein. Der Anrufer stellte sich als Constable Carter aus Exeter, Devon vor und sagte, sie hätten eine verwirrte, junge Frau da, die stark unterkühlt sei und immer wieder betonte, sie müsse zu mir und ob ich sie kenne. Alan behauptete, sie sei unsere Nichte und dass ich bereits in Exeter sei und sie suchen würde. Also bin ich nach Devon appariert und habe deine Hexe abgeholt. Sie hatte keine Ahnung, was mit ihr passiert sei und das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war, dass sie mit dir zusammen bei uns war."

„Dann hat Alan ja tatsächlich mal mitgedacht", murmelte Severus. „Und jetzt? Wie geht es ihr?"

„Sie hat mir vor die Füße gekotzt, als wir mit Seit-an-Seit-Apparation hier ankamen!", fluchte Al.

Er runzelte die Stirn. „Sie mag keine Apparationen", bemerkte er. „Ist sie schwer krank?"

Alan Rackmin betrat das Wohnzimmer. „Mach dir keine Sorgen um Miss Granger", sagte er mit tiefer Stimme und legte ihm kurz die Hand auf die Schulter. „Was sie gebraucht hat, war nur Ruhe, ein weiches Bett, etwas zu essen und eine Dusche und all das hat sie bekommen. Sie wird in wenigen Minuten hier unten sein."

Severus verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich mache mir keine Sorgen!", behauptete er.

„Was ist eigentlich das letzte, woran du dich erinnerst, Sev?", fragte Alan und schob ihm die Teekanne hinüber.

Der Tränkemeister dachte angestrengt nach. „Dass wir bei euch waren, das weiß ich auch. Dann waren wir draußen… Bin ich da noch zurückgekommen?"

Alan nickte. „Bist du, ja. Und am nächsten Tag seid ihr beide verschwunden. Das ist jetzt übrigens eine Woche her…", fügte er beiläufig hinzu.

Severus fuhr von seinem Sessel hoch. „Eine Woche! Wo waren wir denn da, verdammt noch mal?"

Seine Schwester betrachtete angelegentlich ihre Fingernägel. „Ich könnte mir schon vorstellen, wie ein Mann und eine Frau eine Woche lang verschwinden könnten, allerdings ist mir unklar, wie es dabei zu Gedächtnisverlust kommen kann. Es sei denn, dein Gedächtnis liegt arg weit südlich."

„Ich bin mir sicher, hätten wir uns die Zeit mit dem vertrieben, was Sie andeuten, Mrs. Snape-Rackmin, hätte zumindest ich mich erinnert", sagte Hermione von der Tür her. Sie war nur zögerlich heruntergekommen, weil es ihr peinlich war, ausgerechnet bei der Schwester ihres Ex-Professors von Erschöpfung übermannt worden zu sein, aber es gab keinen Grund mehr, eine Begegnung aufzuschieben. „Vielen Dank, dass Sie mich abgeholt haben", ergänzte sie und nickte ihr zu.

Alan stand auf und führte sie galant zur Couch. „Fühlen Sie sich jetzt besser?"

„Danke, ja", antwortete Hermione und lächelte ihn an, als er ihr einen Tee eingoss. „Wie geht es dir?", wandte sie sich im gleichen Moment an Severus, als er ihr diese Frage stellte.

„Gut, und dir?", antworteten sie auch unisono. Alan brach in Gelächter aus.

„Habt ihr das einstudiert?"

Die Mundwinkel des Tränkemeisters zuckten. Er zog seinen Sessel näher an die Couch und Hermione heran. „Du hattest also auch die Adresse von Al auf dem Arm, nehme ich an?" Sie nickte. „Ich habe hier noch einiges mehr stehen und da es meine Sauklaue ist, gehe ich davon aus, dass ich es auch geschrieben habe. Aber kannst du dir vorstellen, warum ich Hauselfen, Wildelfen, Runen = Elfenschrift und Gedächtniszauber für wichtig hielt?"

Sie starrte ihn an. Für einen entscheidenden Augenblick hatte sie das Gefühl, dass sie ganz genau wusste, was all das bedeutete, doch dieser Gedanke entglitt ihr so schnell, dass sie schließlich nur den Kopf schüttelte. „Ich weiß nur, dass wir nach Liz Faulkes suchen wollten", sagte sie langsam. „Und da haben wir wohl ziemlich versagt."

„Eure Professorin ist gestern Abend wieder aufgetaucht", sagte Al und schob den Whiltshire Wizard über den Tisch. Sie hatte eine kurze Meldung eingekreist, die besagte, dass die verschwundene Professorin Liz Faulkes (38) unter mysteriösen Umständen verschwand und wieder auftauchte, ohne nähere Angaben weder zu dem einen noch zu dem anderen machen zu können.

„Glaubst du, es ist ein Zufall, dass wir alle drei verschwunden sind, uns nicht erinnern können, wo wir vergangene Woche waren und jetzt innerhalb weniger Stunden fast zeitgleich wieder da waren?", fragte Hermione Severus, nachdem sie den Artikel durchgelesen hatte.

„Sind Einhörner Menschenfresser?"

„Nein!"

„Na bitte, da hast du deine Antwort!" Severus starrte noch immer grübelnd auf seinen Arm. In wenigen Tagen würde die Schrift verschwunden sein, doch er glaubte nicht, dass er die Worte vergessen würde. Obwohl er nicht mehr glaubte, dass das Rätsel um die verschwundenen Leute zu lösen war, würde es ihn doch immer wieder beschäftigen.

Hermione konnte nicht aufhören, ihn anzustarren. Das weiße Hemd, welches er trug, war zu weit und ließ den Blick auf ein blasses Stück Haut auf seiner Brust frei, und die helle Hose hatte er zwar mit einem Gürtel fixiert, doch sie war ihm ein gutes Stück zu kurz, und sie konnte seine Knöchel und Füße sehen, weil er barfuß war. Sie konnte sich zwar nicht erinnern, was sie letzte Woche getan hatte, doch sie wusste genau, wie er mit freiem Oberkörper aussah, weil sie ihn vor einem Jahr bei einer Verletzung verbunden hatte. Ihr Mund wurde trocken, weil sie sich plötzlich so genau erinnerte und sie nicht das Bedürfnis hatte, wegzusehen.

Severus beugte sich noch weiter in ihre Richtung. Seine Haare waren vom Duschen noch feucht und fielen ihm ins Gesicht, und er schob sie ungeduldig fort, um Hermione in die Augen zu sehen. „Ich würde gern Legilimens bei dir anwenden", sagte er ruhig. „Vielleicht wäre es möglich, dadurch etwas zu erfahren."

Alana beobachtete ihren Bruder genau. Sie zweifelte daran, dass er es wusste, aber sie hatte die Blicke der jungen Miss Granger bemerkt und ziemlich genau erkannt, dass sie mehr empfand als es üblich war zwischen einem Professor und seiner Ex-Schülerin. Doch auch Severus wirkte nicht annähernd so abweisend und kalt wie sonst. Es schien, Sibyll konnte sie endgültig abhaken.

Hermione zog unbehaglich die Schultern hoch, und er erkannte ihren Widerwillen. „Ich werde nicht schnüffeln oder irgendwo herumwühlen, ich verspreche es. Ich werde nur versuchen, etwas über die letzte Woche herauszufinden." Verdammt, er tat es schon wieder. Dieser Stimmtrick stellte ziemlich interessante Sachen in ihrem Bauch an. Konnte ein Magen Purzelbäume schlagen?

„Okay", stimmte sie leise zu und versuchte sich zu überzeugen, dass es ihr nichts ausmachte. „Was muss ich tun?"

„Lehn dich zurück und entspann dich, den Rest mach ich", murmelte Severus warm. „Mach die Augen zu, wenn es dir hilft, Sichtkontakt ist nicht nötig." Hermione ließ sich gegen die Kissen auf der Couch sinken und wandte den Kopf, als sie eine warme Hand auf ihrer Schulter spürte. Alan lächelte sie an, und dankbar erwiderte sie das Lächeln. Dann schloss sie die Augen. Sie hatte immer geglaubt, Legilimens sei eine brachiale Form mentalen Eindringens, doch dem war nicht so. Sie spürte nur ein leichtes Streicheln, wie eine sanfte, innere Berührung.

Severus hatte ebenfalls die Augen geschlossen und konzentrierte sich. Behutsam drang er in Hermiones Geist ein und tastete sich von Bild- und Emotionsfetzen zu weiteren Erinnerungen. Und dann stand er plötzlich in grauem, wabernden Nebel, blickte sich um und sah – nichts. Hier musste der Beginn der Erinnerungslücke sein. Normalerweise waren Erinnerungsmanipulationen als schwarze Flecken oder eine Art Rauschen zu erkennen, aber ein völliges Nichts? Er versuchte, den Nebel zu durchdringen, doch mehr als gelegentliche schwarze Punkte bekam er nicht zu greifen.

Er zog sich zurück. Es hatte keinen Sinn, tiefer zu gehen, denn dann würde er Hermione nur wehtun und ein Erfolg war mehr als fraglich. Als er schon fast wieder aus ihren Erinnerungen heraus war, blitzte etwas vor ihm auf.

Töten besser als wir…

keine Freunde…

muss aufhören…

kann ich nicht

Fight… Harmony…

Und ein Bild, oder eher der Schatten eines Bildes, verwischt, wie eine alte, zerstörte Schwarz-Weiß-Fotografie. Ein Mann und eine Frau, die sich küssten. Ihm schien, die Frau sei Hermione. Der Mann stand im Dunkeln und war nicht zu erkennen. Severus zog sich hastig aus dem Geist der kleinen Gryffindor zurück und kämpfte gegen einen heißen Klumpen in seiner Kehle. Was bedeutete das? Wieso wurde er wütend? Was interessierte es ihn, ob das Mädchen irgendeinen Hohlkopf küsste? Es ging ihn doch nichts an, verdammt noch mal! Sie hatte das Recht zu küssen, wen immer sie wollte! Er biss die Zähne zusammen und starrte auf den Boden.

„Was hast du herausgefunden?", unterbrach Alana seine Grübelei.

„Nichts", sagte er und zuckte mit den Schultern. „Da war ein graues Nichts, welches ich nicht durchdringen konnte. Ich habe so etwas noch nie vorher gesehen."

Hermione wartete, ob er noch etwas hinzufügen würde, doch der Tränkemeister schwieg und musterte sie abwesend und gleichzeitig eindringlich, als sähe er sie zum ersten Mal. Sie wollte sich erheben, doch Alan fasste sie am Arm und hielt sie fest. „Bleiben Sie hier, Miss Granger", sagte er liebenswürdig. „Ruhen Sie sich heute Nacht noch aus und morgen können Sie ihren Kommilitonen versichern, dass mit Ihnen alles in Ordnung ist. Ich habe vorhin Brickley, diesen Herbergsvater, angerufen und ihn über Ihr glückliches Wiederauftauchen unterrichtet."

„Wirklich? Danke, Mister Rackmin, aber ich möchte Ihnen nicht weiter zur Last fallen." Sie warf einen Blick auf Alana.

Severus' Schwester grinste spöttisch. „Sie brauchen keine Angst vor mir zu haben, Miss Granger. Eine Freundin meines Bruders ist auch meine Freundin." Sie streckte die Hand aus. „Sie können mich Alana nennen."

Hermione schüttelte sie vorsichtig. „Verfüttern Sie auch die Herzen ihrer Freunde an einen Norwegischen Stachelbuckel?", fragte sie.

„Nur selten, meine Liebe. Und jetzt erzählen Sie mir, wie Sie meinen störrischen Bruder dazu gebracht haben, mit Ihnen zusammen den Schatz der Templer zu finden. Den Zeitungen traue ich nicht und der Herr Tränkeprofessor schweigt sich aus."

„Oh, so störrisch ist er meistens gar nicht…" Hermione lächelte ihn offen an. „Und auch wenn er es nicht zugibt, er liebt die GSI."

Severus verzog abfällig das Gesicht. Doch dann stieß ihn Alana in die Seite, und ein zögerndes Grinsen wanderte langsam über seine Lippen. „GSI?", fragte Alan und seine tiefe Stimme vibrierte vor Neugier.

„Granger-Snape-Investigations", erklärte Hermione, trank ihren Tee aus und begann zu erzählen.

„Severus?", fragte Hermione mehrere Stunden später. „Du hast da vorhin etwas gesagt, etwas, was du auf deinen Arm geschrieben hast. Was sind Wildelfen?"

Der Tränkemeister, der sie bis zur Tür des Gästezimmers begleitet hatte, sah an seiner markanten Nase vorbei auf sie herab und betrachtete sie lange. Nie zuvor war ihm bewusst aufgefallen, dass sie sich zu einer attraktiven, jungen Frau entwickelt hatte. Vielleicht, dachte er, bin ich ein Hohlkopf. Denn irgendein anderer Mann hat es offensichtlich bemerkt und sie geküsst.

„Eine Legende, Löwin", sagte er dann langsam. „Nur eine Legende."

Ende

Ich möchte allen danken, die bei mir lesen und ihre Meinung da lassen. Ich danke auch allen, die nur lesen und mich ab und zu mit mails bombardieren: Wann geht's denn endlich mit GSI weiter, ich warte schon eeeeeeeeeeeeeeeeewig! :D

Und ich bin froh, dass ihr geduldig mit mir diese langsame Entwicklung von Severus und Hermione mitmacht. Vielen Dank!

Fyg'hnt! Wie kommst du denn hierher?"

„…!"

Nein, ich verspreche, dass ich nichts über euch verraten werde, ehrlich nicht! Und ganz sicher wird es kein anderer verraten, niemand von den Lesern, mach dir mal darüber keine Gedanken!"

„…!"

Nein, Fyg'hnt, nein! Was hast du vor? Oh, oh… bitte, lass deine Augen wieder normal aussehen, gelb steht dir überhaupt nicht!!!!!!!! Lass das, das ist eine ganz schlechte Idee…"

OBLIVIATE!"