Autor: Noir13 / .Ya.
Disclaimer: Alle bekannten Personen, Namen, Orte und Begriffe sind Eigentum von J. K. Rowling. Die Charakterisierung ist jedoch größtenteils auf meinem Mist gewachsen.
Hauptcharakter: Dorcas Meadowes
Nebencharaktere: Alastor Moody, die Prewetts, Kingsley Shacklebolt, Dawlish, Scrimgeour, Fenwick, Dearborn, Gawain Robards, Janet Carter, ...
Rating: PG12
Anmerkung: siehe Kapitel 1
Kapitel: 2 / 13
November 1973
"Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal machen,
denn die Auswahl ist so groß."
(Bertrand Russell)
Dorcas rührte mit unbeweglicher Miene ihren Kaffee um – rein von der Drehzahl her musste ihm bereits schwindelig sein – und starrte ihre Gegenüber an. Wobei es vollkommen egal war, wen von beiden sie anstarrte, denn egal welches Gesicht sie anblickte, es war dasselbe. Wie sie das hasste. Wer war wer? Da sie nie so viel mit den Rekruten im Jahr unter ihr zu tun hatte, war es immer ein Ratespiel. Wen wunderte es da, dass sie auf Vornamen verzichtete? Vornamen wurden sowieso überbewertet. Das merkte man bei ihrem Mentor: Es gab kaum zwei Personen, die ihn wirklich "Alastor" nannten, durchgehend und nicht ab und zu ein einfaches "Moody" verwendeten. Andererseits war sie noch nicht allzu lange mit Moody unterwegs. Vielleicht gab es doch mehr als zwei Personen. Nun, das war nicht das Problem. Das Problem war das Grinsen, das ihr in doppelter Ausführung gegenüber saß.
"Was?", fauchte sie entnervt und fixierte die Zwillinge. "Hab ich was an der Nase, oder was?"
"Nein, nein", sagte einer von ihnen. "Es ist..."
"Dein Mentor", erklärte der andere. "Moody. Ich meine... es ist Alastor Moody! Der Alastor Moody."
"Nun, ich habe auch nicht angenommen, es sei Rumpelstilzchen." Dorcas verschränkte die Arme. "Kommt auf den Punkt – was ist euer Problem?"
Die beiden Karottenköpfe sahen sich an und schwiegen mit bedeutungsvollen Mienen. Dorcas trommelte ungeduldig mit den Fingern auf die Tischplatte. Der Kaffee stand vergessen neben ihr und wurde kalt. Eigentlich hatte Dorcas nicht viel gegen die beiden Brüder, aber es gab Augenblicke, da war sie drauf und dran, ihnen den Hals umzudrehen. Dies war einer davon. Sie hasste es, wenn man sie warten ließ, und aus irgendeinem Grund machten die Prewetts das immer wieder. Und immer war es bei Sachen, die sie persönlich betrafen. Sie war zwar nicht der Typ, der sich übermäßig Gedanken um Privatsphäre und ähnliches machte, aber wenn jemand mehr über private Dinge wusste als sie selbst, dann wurde sie fuchsteufelswild.
"Habt ihr einen Kniesel verschluckt? Redet!", grollte sie.
"Nun...", begann der eine langsam. "Du kennst doch die Gerüchte. Das ganze Gerede über Moody und alles..."
"Komm zur Sache, Karotte A." Dorcas trommelte weiter auf den Tisch. "Was ist damit?"
"Karotte A?" Der Angesprochene schien empört. "Hast du immer noch nicht unsere Namen gelernt, Dorcas?" Er deutete auf sich selbst. "Ich bin Fabian! Er ist Gideon!"
"Ist doch egal, Karotte oder Fabian, wo ist der Unterschied?"
Dorcas grinste hämisch. Sie mochte es, wenn sie die Prewetts dazu bringen konnte, beleidigt zu sein – es kam selten genug vor, aber jedes Mal, wenn sie mit Karotten anfing, waren die Beiden eingeschnappt. Irgendwann musste sie mal genauer herausfinden, warum das so war. Normal war es nicht: Rothaarige, vor allem Prewetts und Weasleys, mussten damit rechnen, mit Gemüse verglichen zu werden. Vor allem, wenn man aussah, als würde der Kopf in Flammen stehen, gleichzeitig aber absolut grün hinter den Ohren war – das schrie geradezu nach diversen Vergleichen.
"Wie schön, dass du dich so amüsierst, Meadowes", sagte Gideon finster. "Aber du kannst dir trotzdem unsere Namen merken!"
"Wozu? Ihr reagiert auch, wenn ich euch Karotte A und Karotte B nenne. Wozu bereits bewährte Dinge durch neue ersetzen?" Dorcas lächelte gespielt liebenswürdig. "Aber vielleicht überlege ich es mir noch einmal, wenn ihr mir endlich erklärt, was Sache ist...?"
Gideon und Fabian sahen sich an, bevor Gideon leicht nickte und Fabian zum Sprechen ansetzte.
"Es geht um die Gerüchte über Moodys Paranoia", sagte er ein wenig knirschend. "Wir wollten von dir wissen, wie viel davon wahr ist – immerhin bist du seine Rekrutin und so. Du musst das ja wissen, oder?"
Dorcas betrachtete die Rotschöpfe vor sich und griff abwesend nach ihrer Kaffeetasse. Als sie jedoch einen Schluck nehmen wollte, merkte sie, dass er kalt war, und spuckte ihn aus.
"Verdammt!", fluchte sie und stand auf, um sich einen neuen Kaffee zu holen.
"Hey!" Gideon sprang fast auf. "Du kannst uns doch nicht einfach hier sitzen lassen! Meadowes!"
Aber es hatte keinen Zweck, Dorcas war bereits auf halbem Weg durch die Cafeteria, auf der Suche nach einem heißen Kaffee, der noch nicht Rekrut Shacklebolt zum Opfer gefallen war. Seit Shacklebolt im zweiten Jahr war und Feldtraining anstand, war es schwer geworden, zur Hauptverkehrszeit in der Cafeteria einen Kaffee zu finden. Dorcas hatte sogar das höchst befremdliche Erlebnis gehabt, dass Kingsley Shacklebolt plötzlich vor ihr stand, ihr die Kaffeetasse entriss und sie leer trank – und das innerhalb von einer halben Minute! Danach hatte Shacklebolt sich aus dem Staub gemacht. Nun, Dorcas hatte ihre Rache gehabt, indem sie ihm ein wenig Seife in den Kaffee gemixt hatte. Ob er es wirklich registriert hatte, war eine andere Sache.
Gideon hatte ihr zu der Zeit erzählt, dass Kingsley mitten in einer Schlammschlacht – Feldtraining nach einem großen Regen – würgend zu Boden gegangen war. Offenbar war er keiner der schnellen Sorte.
Nun, zumindest was das Bemerken von Streichen betraf. Heute war er schnell genug gewesen, um den Kaffeenachschub zu verhindern: Es herrschte wieder einmal akuter Kaffeemangel. Dorcas wartete nur noch darauf, dass ein Krieg in der Zentrale ausbrach – Auroren ohne Kaffee, das war ein gefährlicher Zustand. Sie hatte bereits einen kleinen Anfall von Fenwick erlebt. Nicht wünschenswert. Definitiv nicht wünschenswert. Carter tat ihr beinahe Leid.
"Verdammter Shacklebolt", murmelte Dorcas, als sie mit einer Tasse Tee an ihren Tisch zurückkehrte und sich erneut der Gesellschaft der Prewetts aussetzte. "Ihr solltet ihm einmal klar machen, dass er etwas übrig lassen sollte – Kaffee ist ein Hauptnahrungsmittel für Auroren!"
"Deshalb säuft er ihn ja auch aus", sagte Fabian grinsend – die Prewetts schienen die Einzigen zu sein, die lieber Kürbissaft tranken. Absolut unverständlich, aber es waren die Prewetts. Dorcas wunderte sich nur, dass sie keinen Karottensaft tranken, das würde eher zu ihnen passen.
"Also, zurück zu unserem Gespräch – stimmen die Gerüchte? Ist Moody wirklich so paranoid, wie sie alle sagen?" Gideon beugte sich vor. "Ich meine, man erzählt sich Sachen..."
"Besorg mir Kaffee, und ich erzähl dir alles", sagte Dorcas und starrte missmutig auf ihren Tee.
"Unmöglich!" Gideon schüttelte den Kopf und ließ sich zurückfallen. "Kingsley hat alles leer gemacht – da ist nichts mehr. Und in den anderen Abteilungen herrscht auch gähnende Leere, was Kaffee betrifft. Scrimgeour und Dearborn haben sich sogar ein kleines Schreiduell geliefert, wer die letzte Tasse kriegt. Nichts zu machen."
"Verdammt!"
Einen Moment spielte Dorcas mit dem Gedanken, ihre Tasse an die Wand zu schmeißen, aber vermutlich würde Bones, sobald sie davon erfuhr, Dorcas zum Putzdienst abkommandieren. Aber die Vorstellung an sich half bereits.
"Moody nimmt dich hart ran, was?" Fabian tat mitfühlend.
"Wie man's nimmt. Bisher war nicht viel los, abgesehen von langen Trainingsrunden, aber das ist nichts, was mich fertig machen würde." Dorcas schob ihren Tee weg. "Also schön, was ist es? Moody ist paranoid? Unsinn, sag ich – er ist vorsichtig, mehr nicht."
"Nun, ich habe gehört, wie Scrimgeour zu Dawlish gesagt hat, dass Moody selbst seinen Mülleimern misstraut. Stimmt das?"
Dorcas sah die Prewetts beinahe ungläubig an, machte sich in Gedanken jedoch eine Notiz, Dawlish und Scrimgeour die Hölle heiß zu machen. Auch wenn sie noch nicht genau wusste, was sie von Moody halten sollte, sie sollte nicht zulassen, dass man ihren Mentor lächerlich machte. Bevor sie jedoch zu einer Erwiderung ansetzen konnte, erschien der Teufel persönlich.
"Meadowes! Antreten, aber dalli!"
"Wenn man vom Teufel spricht...", murmelte Dorcas zu sich selbst und stand auf. "Ich kann ihn ja mal fragen, wie das mit den Mülleimern ist. Prewett, Prewett. Man sieht sich – und vergesst nicht, Shacklebolt den Kopf zu waschen, klar?"
Ohne auf eine Antwort zu warten, eilte Dorcas zum Ausgang der Cafeteria und folgte Moody zu den Trainingsräumen – mal wieder.
Zu sagen, dass Dorcas aufgeregt war, war untertrieben. Immerhin würde dies ihre erste offizielle Mission sein. Es war laut Moody ein Routineeinsatz, aber er hatte ihr auch gleich zu verstehen gegeben, dass sie sich darauf nichts einbilden sollte. Missionen wurden als Routine eingestuft und endeten in einer Katastrophe. Nun, Moody hatte ihr zu verstehen gegeben, dass es einen Plan gab, sie ihn jedoch vergessen sollte. Es gab einen Ablauf, an den sich jedoch niemand halten würde. Es sollte Routine sein, würde jedoch auf Spontaneität beruhen – das, so hatte Moody erklärt, war, was man darunter zu verstehen hatte. Man sagte, es wäre dieses, tat aber rein prinzipiell jenes.
"Also, Meadowes, das ist jetzt wichtig", sagte Moody, während er seinen Zauberstab und den Rest der Ausrüstung prüfte. "Vergiss den Plan nicht – und halte dich auf keinen Fall daran, wenn es ernst wird. Vergiss ihn aber nicht!"
Dorcas hob eine Augenbraue. "Wenn ich mich nicht daran halten soll, warum muss ich ihn mir dann merken?"
"Wegen der Pflaume da drüben." Moody ruckte mit den Kopf in Richtung Scrimgeour und Dawlish. "Der würde selbst, wenn ihm der Hintern brennt, zuerst den Plan ausführen, bevor er sich löscht. Deshalb musst du wissen, was der Plan ist, damit du weißt, was er – und Dawlish – tun werden."
"Also muss ich mir die Pläne wegen Pflaumen merken?"
"Genau, Pflaumen. Matschige Pflaumen. Merk dir nur matschige Pflaumen und die Dummheiten, die daraus resultieren, dann weißt du alles, was du wissen musst. Und jetzt, Zauberstab geprüft?" Moody musterte sie scharf.
Dorcas nickte, ein wenig beleidigt, dass er ihr zutraute, dass sie das vergessen haben könnte. Aber Moody war trotzdem nicht zufrieden und befahl ihr einfach, noch einmal zu prüfen. Das war Moody: immer wachsam. Wenn du etwas geprüft hast, prüf es noch einmal, damit du sicher bist, dass du es geprüft hast. Prüfe dann noch einmal nach, ob du es geprüft hast, und prüfe es ein letztes Mal. Und selbst dann konnten sich noch Fehler einschleichen.
"Bereit?", Moody blickte in die Runde. "Auf drei dann! Eins! Zwei! Drei!"
Mit einem beinahe einheitlichen Plop verschwanden die fünf Auroren des Einsatzkommandos.
Kaum materialisierte Dorcas sich in der kleinen Gasse, die als Sammelpunkt vorgegeben worden war, ließ sie sich auch schon zu Boden und in Deckung fallen – Moody hatte Tage damit verbracht, ihr diesen Reflex einzuhämmern, so, dass es schon rein instinktiv geschah. Als sie feststellte, dass keine Gefahr drohte, richtete sie sich wieder auf. Sie bemerkte das beinahe zufriedene Aufblitzen in Moodys Augen. Und sie bemerkte auch den spöttischen Blick, den Dawlish ihr sandte. Nun, Dorcas hatte die Gewissheit, dass ihre Chancen, zu überleben, größer waren als seine. Wenn ihre Gegner in der Gasse gewesen wären, wäre Dawlish vermutlich einer der ersten Verluste, die sie mehr oder weniger zu beklagen hatten.
Eine große Trauerfeier würde es von Dorcas' Seite definitiv nicht geben.
"Ausschwärmen", befahl Moody in gedämpfter Stimme.
Dorcas folgte ihm und dem anderen Auroren sofort, während Dawlish und Scrimgeour zurückblieben und die Nachhut markierten. Sie wusste, dass die, die es am gefährlichsten hatten, diejenigen waren, die die vorderste Front bildeten, aber so, wie die Aufgaben verteilt waren, fürchtete sie mehr um ihren Rücken als um ihre Vorderseite. Sie traute Dawlish nicht weiter, als sie ihn werfen konnte, und Scrimgeour machte einfach nicht den Anschein, das richtige Ende vom Zauberstab finden zu können. Definitiv nicht die Leute, die ihren Rücken sichern sollten. Aber Befehl war Befehl und sie konnte sich keine Fehltritte auf der ersten Mission leisten. Nicht, wenn Moody auch noch daneben stand und sie beobachtete.
Aber eines war sicher: Sollte sie sterben, weil Dawlish es versaut hatte, würde sie als Geist zurückkommen und ihn heimsuchen!
Ein ruhiges Abendessen. Dorcas wusste, dass sie das schätzen sollte, denn es würde selten werden mit der Zeit. Selbst jetzt schon hatte sie mehr als einmal zwischen Tür und Angel essen müssen, am besten noch, während sie rannte und gleichzeitig fluchte, um Moodys Standard gerecht zu werden. Außerdem hatte sie nicht die Zeit dafür – Moody hatte ihr seinen Papierkram überantwortet, mit der Begründung, dass sie es schließlich auch lernen musste. Dorcas hatte mit dem Gedanken gespielt, das alles Dawlish unterzujubeln, aber vermutlich hätte der Freude daran und das war Grund genug, es zu unterlassen.
Carter und Robards waren nicht so arm dran. Carter hatte zwar einen nicht ganz einfachen Stand mit Fenwick, aber er war kein wirkliches Monster. Und Robards hatte das große Los gezogen, was so etwas betraf – Dearborn war zu freundlich. Zumindest nach außen, denn Dorcas hatte ihn auf einem Einsatz bereits in Aktion erlebt. Dass Dearborn keiner Fliege etwas zu Leide tat, war ein Gerücht.
"Immer wachsam", bemerkte Moody finster und nickte zu Dorcas' Teller. "Ich hätte dir bereits fünf Mal Gift unterjubeln können."
Dorcas nickte leicht. "Ich nahm nur nicht an, dass –"
"Annahmen! Nimm nichts an! Sei dir sicher!" Moody grollte. "Nur weil ich dein Mentor bin, musst du deine Wachsamkeit nicht vernachlässigen – vielleicht sollte ich dir einmal etwas ins Essen mischen, damit du merkst, dass das ernst ist!"
Sie schwieg. Sie war sich zwar sicher, dass Moody sie nicht absichtlich vergiften würde, aber die Alternativen waren auch nicht unbedingt begehrenswert. Sie sollte wirklich mehr Aufmerksamkeit auf ihre Umgebung richten – Moody hatte recht. Dorcas mochte ja an sich recht wachsam und auch sonst nicht schlecht als Aurorin sein, aber sie fürchtete, dass Dawlish sie teilweise mit seiner Unachtsamkeit angesteckt hatte. Sie neigte wirklich dazu, die kleinen Dinge zu übersehen. Zu ihrem Glück war Moody es nie müde, sie darauf aufmerksam zu machen. Ende dieses Jahres würde sie vermutlich selbst die kleinste Ameise bemerken, die durch die Küche lief.
"Was beschäftigt dich jetzt schon wieder, Meadowes?", brummte Moody. "Du starrst wieder in die Gegend – immer wachsam!"
Dorcas zog die Augenbrauen zusammen. "Ich starre nicht – ich beobachte. Und abgesehen davon, beschäftigt mich nichts 'schon wieder' sondern 'immer noch'. Das ist ein bedeutender Unterschied."
"Ah ja?" Moody zeigte auf wunderbare Weise, dass er wieder einmal schlechte Laune hatte – vermutlich Scrimgeours Schuld, das war es dieser Tage meistens.
Dorcas hatte gelernt, es weitestgehend zu ignorieren und immer zu nicken, wenn Moody Gott und die Welt verfluchte. Nur brachte das ein Problem mit sich: Die Prewetts belagerten sie immer noch, mehr oder minder, wegen der Mülleimerfrage und sie fand einfach nie den richtigen Zeitpunkt, um zu fragen. Vermutlich, weil ein solcher Zeitpunkt nicht existierte.
"Was ist es, raus mit der Sprache, Meadowes!"
Sie fuhr sich in einem Anflug von Nervosität durch die Haare. "Du kennst die Prewetts?"
"Wer kennt die nicht? Ein Albtraum auf vier Beinen. Was sag ich, zwei Albträume auf vier Beinen!" Moody knurrte. Offenbar war er mehr als einmal Opfer von Prewett-Streichen geworden. Das konnte heiter werden.
"Sie haben mich Anfang des Monats was gefragt." Dorcas sah, dass Moody ungeduldig wurde. "Also, sie wollten wissen, wie du zu den Mülleimern stehst."
Sie musterte ihren Mentor. Er schien mit vielem gerechnet zu haben, aber offenbar nicht mit mülleimerspezifischen Fragen. Dorcas grinste beinahe. Der immer auf alles vorbereitete Moody war überrascht, das war etwas, was man nicht alle Tage zu sehen bekam.
"Mülleimer?", hakte Moody perplex nach. "Was soll damit sein?"
"Das frag ich dich ja – die Prewetts wollen wissen, ob du ihnen misstraust." Dorcas zögerte. "Sie haben Scrimgeour und Dawlish belauscht."
"Gute Jungen, wirklich... erinnere mich daran, sie zu Spionagezwecken einzusetzen." Moodys Blick verfinsterte sich. "Also hat Scrimgeour mal wieder irgendwelche verdammten Gerüchte über mich in die Welt gesetzt. Na, dem werd' ich was erzählen!"
Dorcas schüttelte den Kopf, in Gedanken schon das Blutbad vor sich sehend. "Besser nicht." Bones würde einen Anfall bekommen. "Vielleicht etwas... subtiler. Ich möchte nicht, dass ich meinen Mentor aus dem Boden kratzen muss."
Moody sah sie mit einem mörderischen Blick an, aber sie hielt sich davon ab, auch nur zusammenzuzucken. Sie war das Kaninchen vor der Schlange, nur musste sie so tun, als wäre sie der Löwe und er die Maus. Kein leichtes Unterfangen, aber wenn sie wirklich eine Antwort wollte, durfte sie jetzt nicht zurückweichen. Das wäre gleich einer absoluten Niederlage.
"Und was schlägst du dann vor, Meadowes?" Moody gab sich geschlagen.
"Mh-hm." Dorcas überlegte. Dann erhellte ein bösartiges Grinsen ihr Gesicht. "Wie wäre es, wenn man ihnen zeigen würde, dass an dem Gerücht auf die eine oder andere Art etwas dran ist...?"
Auch in Moodys Augen glitzerte es nun gefährlich.
