3. Sonate des Krieges

Edinburgh wenige Minuten später

Man konnte die Morgendämmerung schon beinahe Schmecken, doch noch lag die Zauberergemeinde von Edinburgh in einer Schläfrigen Stille. Die Bewohner dieses kleinen Ortes lebten in Sicherheit. Die alten Schutzzauber um das Gebiet wurden vom Ministerium erneuert und eine Gruppe Auroren war 24 Stunden am Tag einsatzbereit um einen eventuellen Angriff, auf die 3 größte Zauberergemeinde Britanniens, abzuwehren.

Doch niemand bemerkte den Nebel der sich langsam durch den Ort zog und sich immer weiter verdichtete. Kurz nachdem der Nebel aufkam zeriss eine kleine Explosion die Frühmorgendliche Stille.

Ein kurzes goldenes Aufflackern zeigte den Fall der Schutzzauber um Edinburgh.

Wenige Augenblicke später tauchten ungefähr Hundert Schwarz gewandete Männer in der kleinen Stadt auf. Noch immer war niemand erwacht.

Sie alle waren in Alpträumen gefangen, Alpträume die von den Dementoren geschürt worden. 2 Dutzend der Seelenfressenden Wesen streiften durch die Stadt und verbreiteten die Saat der Angst und Verzweiflung.

Wie auf ein geheimes Zeichen hin schlichen sich die Todesser zu den verschiedenen Hauseingängen und hoben die Zauberstäbe. Stille legte sich wieder über Edinburgh, nichts war zu hören. Die dunklen Magier warteten. Keiner von ihnen rührte sich.

Selbst der Wind hielt inne. Nichts rührte sich nur die Seelenfresser streiften weiter durch den Ort und stürzten ihre unbedarften Opfer in tiefste Verzweiflung.

Sekunden reihten sich zu Minuten, Minuten begannen zu Stunden zu werden. Das erste Leben begann sich in den Häusern zu regen. Die Bewohner spürten die Kälte der Dementoren. Doch wussten sie nicht was es war.

Kaum einer kannte die Wesen die einst das Gefängnis von Askaban bewachten. Nicht einer ahnte das sein Leben in Gefahr sein könnte. Sie begannen den Tag wie immer, nicht wissend das es der letzte sein könnte. Doch die Todesser warteten. Immer noch regten sie sich nicht.

Sie standen da, sie standen regungslos. In ihren schwarzen Gewändern mit den weißen Masken wirkten sie wie Todesboten. Ihre Masken gaben ihnen die Gleichförmigkeit. Sie wirkten wie eine Einheit, eine dunkle Einheit des Todes. Ja sie waren Todesser.

Menschen die keine Menschlichkeit mehr hatten. Gnadenlos und grausam. Nur dem Ziel verschrieben ihrem Meister zu dienen. Die Todesser. Seelenlose Kämpfer ohne Gewissen. Die Todesser.

Eine Tür öffnete sich und eine junge Frau trat mit ihrem Kind auf den Arm nach draußen. Sie verharrte mitten im Schritt als sie in die Gefühllosen Augen eines Schwarzgewandeten blickte. „Avada Kedavra" sagte der Todesser leise aber bestimmt.

Das Kind brach tot in den Armen der Mutter zusammen. Das letzte was es sah waren die Schreckgeweiteten Augen seiner Mama.

Dies war das Signal, die dunkle Armee Griff an. Wie aus einer Kehle ertönte der Spruch „REDUCTIO". Hundert Türen wurden aus den Angeln gerissen. Die Todesser stürmten die Häuser. Wie ein Mann gingen sie vor.

Avada Kedavra, Crucio und Imperio wurde gerufen.

Man hörte Frauen entsetzt schreien, Kinder weinen. Die Hand des Todes Griff um sich, ausgesandt von seinen Boten. Die grausame Melodie des Krieges begann nach 16 Jahren erneut zu spielen.

Die Dirigenten spielten einen grausamen Takt. Eine Frau warf sich verzweifelt vor einen Todesser zu Boden und bot sich an alles zu tun wenn er nur ihren Sohn verschonte. Aus kalten Augen musterte er sie und setzte sie unter den Imperius. Unter dessen Zwang musste sie ihr eigenes Kind töten.

Danach warf er ihr ein Messer zu. Als er den Fluch löste er klang eine neue Note in der Melodie des Krieges. Sie nahm das Messer uns stützte sich hinein.

Die Noten wurden schneller, lauter schmerzvoller und verzweifelter. Die Dementoren säten zusätzliche Verzweiflung. Stillten ihren Hunger die Bestien die der Nacht entsprangen und die Dunkelheit in den Herzen der Menschen entfachten. Labten sich an ihren Seelen.

Seelenlose Hüllen wanderten durch die Straßen.

Doch nun wurde die Melodie verändert. Eine Sonate des Wiederstandes erklang. Die Auroren waren da. Der wahre Kampf begann. Die Schreie wurden weniger.

Nur noch vereinzelt klagten die Eltern um ihre Kinder, weinten die Kinder um ihre Eltern. Keuchten Männer wie Frauen vor Scherz als der Crucio von ihnen genommen wurde.

Die Melodie beruhigte sich und dann hörte man nur noch Stille.

Die Boten des Todes hatten ihre Aufgabe erfüllt, ein Exempel war statuiert worden. Die Gemeinschaft der Zauberer verstand das Zeichen Voldemorts. Niemand war sicher. Nichts war sicher, der Terror begann von neuem und die Angst griff um sich.

Voldemort lachte, er lachte über den gelungenen Schlag er wusste das er nun wieder Gefürchtet wurde und diese Furcht war seine wahre Macht. Er hatte kein schlechtes Gewissen er spürte nur Befriedigung das er seine Macht beweisen konnte und wieder etwas vergrößern konnte.

Voldemort sah sich nicht als böse. Er saß auf seinem Thron der selbst ernannte Lord und flüsterte für sich „Es gibt kein gut und böse, es gibt nur Macht und jene die zu Schwach sind danach zu streben."

Ministerium der Magie / Aurorenzentrale drei Stunden nach dem Edinburgh Massaker

Amelia Bones neue Leiterin des Aurorenbüros versuchte nur die Fakten zu betrachten während sie den Bericht über das Edinburgh Massaker las.

Mit Macht verdrängte sie das hinter diesen Zahlen Menschenleben standen, Menschen die sich auf den Schutz des Ministeriums verlassen hatten.

/Wir haben versagt./ dachte Amelia bei sich. Oh ja sie hatten versagt und zwar auf der ganzen Linie. Die Fluchexperten hatte eine Schwachstelle in den Schilden um Edinburgh übersehen. Die Todesser hatten diese ausgenutzt um den Schild Kollabieren zu lassen. Auch ein Fehler war es gewesen die Auroren nur an einem Ort zu postieren. So waren sie eine leichte Beute für die Todesser.

Es war wahrscheinlich schnell gegangen. Binnen Minuten waren die 20 Auroren die zum Schutz Edinburgh gedacht waren hingerichtet worden.

Madam Bones musste schlucken als sie die Bilder von ihren Freunden und Kollegen sah. Die Todesser hatten sie nicht einfach getötet nein...sie hatten sie Gekreuzigt. Die Bilder, der 20 Auroren würden Morgen sicher der Aufmacher der Zeitungen sein, wenn sie das nicht verhindern konnte.

Amelia war lange genug im Dienst um zu Wissen das dieser Angriff nur ein Ziel verfolgte. Angst und Schrecken zu verbreiten. Wütend schlug sie auf den Tisch.

/Und das hat der verdammte Bastard geschafft!!/ Dachte sie zornig.

Wenn die Bilder, der Auroren nicht reichten die 30 Seelenlosen Personen, würden ganz sicher reichen um Angst zu sähen. Sie verfluchte den Minister in Gedanken für seine Untätigkeit im letzten Jahr, jetzt hatte Fudge auch noch die Frechheit die Auroren vom Außendienst abzuziehen um das Ministerium zu schützen.

/Feiger Bastard!/ Schoss es Amelia durch den Kopf.

Und Dumbledore. Ja der große Dumbledore Amelia war endlich aufgewacht. Dumbledore hätte noch Möglichkeiten gehabt die Wahrheit zu verkünden. Wenn er gewollte hätte wäre es schon früher Publik geworden das Voldemort zurück war.

Sicher wäre der Junge Harry bereit gewesen eine Aussage unter Veritaserum zu machen und seinen geistigen Zustand überprüfen zu lassen. Doch Dumbledore hatte dies verhindert.

Seit einiger Zeit hatte Amelia das Gefühl das der alte Direktor gar nicht wollte das Voldemorts Auferstehung früher bekannt wurde.

Ja sie hatte begonnen zu denken, etwas das man als Auror können sollte. /Der einzige der wirklich aktiv gegen Voldemort antritt war der junge Harry. Doch hatte der Junge nicht genug Einfluss um etwas bewegen zu können, es sei den.../ Blitzschnell sprang die Leiterin des Aurorenbüros auf.

„Weasley!!!" rief sie so laut sie konnte. Keine zwei Sekunden später stand der drittälteste Sohn der Weasley Familie vor ihm. Doch Percy hatte der Familie den Rücken gekehrt, langsam begann Amelia zu begreifen warum. Diese Familie stand zu sehr auf Dumbledores Seite. Doch Weasley schien erkannt zu haben das Dumbledore ein falsches Spiel spielte.

„Sie haben gerufen Direktor?" Fragte der Junge Mann höflich. Amelia nickte und bedeutete ihm die Tür zu schließen. Sie betrachtete den Mann vor sich genau.

Er hatte Amelias Respekt gewonnen als er sich freiwillig zu Unterstützung der Auroren meldete. Sicher Weasley hatte im letzten Jahr die Politik des Ministeriums gegenüber Harry unterstützt doch gab es wohl nichts was ihm mehr Leid tat.

„Weasley...Percy" began Amelia.

Percys Augen weiteten sich ein Stück es musste wichtig sein wenn die Chefin seinen Vornamen gebrauchte.

Doch er schwieg beobachtete seine Vorgesetzte genau. Er bemerkte ihre leichte Nervosität, sie verbarg sie gut doch Percy entging dies nicht.

Eine kurze Stille breitete sich aus bevor Madam Bones wieder das Wort ergriff. Percys Aufmerksamkeit war zu 100 Prozent auf die erfahrene Aurorin gerichtet.

„Nun, ich habe eine Frage. Wie stehen Sie zur Augenblicklichen Politik des Ministeriums und wie stehen Sie zu Albus Dumbledore?" Amelia hatte beschlossen die Karten direkt auf den Tisch zu legen.

Gespannt wartete sie auf die Antwort von Percy Weasley.

Percy sah der Direktorin direkt in die Augen als er kurz und bündig antwortete.

„Ich halte von beidem nichts." Sagte er schlicht. Amelia atmete erleichtert auf. Insgeheim war sie froh das ihr Büro von einer Vielzahl Zaubern die Abhören und Lauschen unmöglich machten umgeben war.

Sie lächelte ihn leicht an. „Gut dann sind wir einer Meinung. Ich finde ebenfalls sowohl die Momentane Politik des Ministeriums als auch das Verhalten Dumbledores untragbar. Ich sage wir brauchen einen Führer der aktiv gegen Voldemort kämpft." Percy nickte doch dann runzelte er die Stirn. „Nicht nur gegen Voldemort, Madam Bones. Auch gegen Dumbledore muss etwas unternommen werden." Zu dieser Aussage konnte Madam Bones nur nicken.

Sie war schon längst zu dem selben Schluss gekommen. Nach kurzem schweigen sagte Madam Bones „Mir fällt nur einer für diese Aufgabe ein. Ich weis allerdings nicht ob ihnen die Wahl gefallen würde." Plötzlich tat Percy etwas unerwartetes er begann zu lachen.

Er lachte so sehr das ihm die Träne in die Augen traten. Nach einigen Minuten hatte sich der Weasley wieder weit genug unter Kontrolle um einen vernünftigen Satz zu sagen.

„Sie verkennen die Situation, Madam. Ich bin mir meiner Fehler bewusst und bei näherem überlegen bin ich zu dem gleichen Schluss gekommen wie sie. Nur ist er zur Zeit noch nicht Einflussreich genug um etwas tun zu können, seine Magische Macht steht außer Frage." Amelia nickte.

„Dafür habe ich eine Lösung bei der ich Ihre Hilfe gebrauchen kann. Zuerst wir müssen Mitstreiter finden. Als erste vielen mir da Meadows und O'Brien ein..."

Keiner der beiden bemerkte den ‚Mann' im Schatten der ihr Gespräch interessiert verfolgt hatte. Mit einem Lächeln verschwand er.

Es wurde Zeit. Er spürte den Ruf, er würde folgen.