7. Der weiße Magier

Ministerium der Magie / Aurorenzentrale

Meadows und O'Brien starrten sich an. Beide hielten ein identisches Memo in der Hand. „Was will die Chefin von uns?" Fragte Michael seinen Partner. Es kam so gut wie nie vor das Amelia Bones jemanden in ihr Büro bestellte. Wenn sie es tat ging es um etwas ernstes. Natürlich hatten beide so einen Gedanken warum sie in das Büro kommen sollten.

Die Geschichte mit dem Vampir hatte Wellen geschlagen mit denen die beiden Auroren nicht gerechnet hatten. Mittlerweile war ein Verfahren gegen sie im Gespräch, die Anklage lautete Hebrauch der dunklen Künste.

Das ganze Ministerium stand Kopf, doch nicht etwa wegen Voldemort nein. Nein es ging darum zwei der besten Auroren des Landes anzuklagen. Meadows seufzte. Ja er konnte sich denken worum es ging. „Ich weis es nicht, aber ich habe eine Ahnung." Damit stand er auf. O'Brien nickte, sie waren seit Jahren Partner und waren eins der besten Teams der Zentrale. Das wurde man nur wenn man sich fast blind verstand.

Zusammen schritten sie auf Madam Bones Büro zu. Es war ihnen klar, das weder Madam Bones noch irgendein anderer Auror je an ihrer Geschichte gezweifelt hatte. Auroren, waren ein eingeschworenes Team. Sie waren eine Familie. Wenn einer von ihnen sagte es war so, dann war es auch so.

Doch wahren sie leider nur Befehlsempfänger. Nicht zum ersten mal dachte Meadows drüber nach, das es zwar nicht schlimm war Befehle auszuführen, doch das der Befehlende auch Ahnung haben sollte. Fudge hatte keine Ahnung.

Die beiden Top Auroren warfen sich noch einen Blick zu, dann klopften sie.

Amelia saß in ihrem Büro und versuchte ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. /Das durfte doch nicht wahr sein!/ Sie hatte geglaubt Fudge könnte nicht noch mehr Mist machen, schwerer Fehler!

Vor ihr lag die Order den aktiven Kampf gegen Voldemort aufzunehmen. Das war natürlich gut, doch dann der Hammer. Es sollten vorerst die Auroren Meadows und O'Brien zusammen mit ein paar Anwärtern ins Gefecht entsandt werden.

Das war lächerlich, die meisten Anwärter waren wenn's hoch kam gerade zwei Jahre aus Hogwarts draußen. Sie hatten keine Erfahrungen. Sie wären Zielscheiben für die Bastard in den Schwarzen Mänteln.

Sicher Meadwos und O'Brien waren gut, doch Selbst die beiden könnten nicht nur mit ein paar Anwärtern etwas gegen die Todesser tun. /Was denkt der sich? Denkt der Überhaupt?/ Sie hatte natürlich die beiden zu einem Gespräch gebeten, doch der Inhalt würde ganz sicher nicht der vom Minister vorgesehene sein.

Mit dieser Anweisung hatte der Minister ihren Entschluss nur noch bekräftigt. Es war richtig was sie geplant hatten. Sie brauchten jemanden an der Spitze der verdammt noch mal wusste was er tat.

Dumbledore wusste natürlich auch was er tat. Doch was er tat war sicher nicht im Sinne der allgemeinen Zaubererwelt.

Sie sah auf als es an ihrer Tür klopfte. „Herein."

Als die beiden Auroren das Büro betraten bemerkten sie auf einen Blick zwei dinge, erstens ihre Chein war sauer und zweitens nicht auf sie.

Das beruhigte die beiden doch ungemein. So seltsam es klang jeder Auror würde sich lieber mit 100 Todessern und dem dunklen Lord persönlich anlegen als sich den Zorn von Amelia Bones zuzuziehen. Sie ließen sich auf die Stühle vor dem Schreibtisch fallen und warteten.

„So meine Herren, der Minister hat sich entschlossen aktiv gegen die Todesser vorzugehen." So war Amelia. Direkt auf den Punkt kein langes Geplänkel vorher, kein herum reden. Den Auroren viel ein Stein vom Herzen es ging also nicht um die Geschichte im Wald. Doch eins war seltsam.

Meadows und O'Brien warfen sich einen überraschten Blick zu. Das war doch eine verdammt gute Nachricht. Warum war der Boss so sauer? Die Antwort kam sofort.

„Der Minister hat entschieden sie beide und eine Gruppe von 10 Anwärtern aktiv in den Kampf gegen den dunklen Lord zu schicken." Fuhr sie mit ihrer Rede fort.

„Was?" Fragte Meadows perplex. 2 Auroren und 10 Anwärter gegen die Todesser? Das war Lächerlich. Sie würden bei ersten Gefecht untergehen. Die Todesser waren meist mächtige Zauberer und wirklich rücksichtslose, gnadenlose und grausame Kämpfer. Das hatten sie spätestens beim Massaker von Edinburgh gezeigt.

„Was will dieser Idiot damit bezwecken?!!" Fauchte O'Brien. Zumindest war beiden jetzt klar warum der Boss sauer war. Amelia schnaubte.

„Das weis ich auch nicht, doch es bestärkt mich in meiner Ansicht das man diesem Mann nicht den Kampf gegen den dunklen Lord überlassen kann." Amelia betrachtete die beiden Männer vor sich und überlegte ihre nächsten Worte sorgfältig. Doch Meadows unterbrach sie.

„Da gebe ich ihnen recht Direktor. Ich habe schon seit einiger Zeit darüber nach Gedacht. Befehle zu empfangen ist nicht schlimm oder falsch oder so. Aber derjenige der Befehle gibt sollte auch Ahnung von dem haben was um ihn herum geschieht. Er sollte den Gesamtzusammenhang sehen und nicht nur sich selbst. Der Minister kann das nicht!" Schloss Meadows seine kleine Ansprache. O'Brien nickte einfach nur. Amelia viel ein Stein vom Herzen doch das war noch nicht alles was sie beschäftigte. „Nun ich bin froh das sie es so sehen. Was also schlagen sie vor? Wem sollten wir uns anschließen?" Sie stellte die alles entscheidende Frage in den Raum.

Meadows betrachtete seine Chefin genau, er überlegt worauf sie mit ihrer letzten Frage anspielte. Wollte sie sich dem Orden des Phönix und damit Dumbledore anschließen. Er wusste nicht wie er am geschicktesten regieren konnte. Was wollte Amelia erreichen? Stand sie hinter dem alten Mann der in Hogwarts residierte? Oder wollte sie etwas anderes/Ach egal! Ich antworte ehrlich, dem alten will ich mich aber auch nicht anschließen./ Dachte er. Schnell tauschte er eine Blick mit Michael. Er wusste sofort das dieser das gleiche dachte wie er. Ja, die beiden waren ein Team. Er wartete noch auf ein bestätigendes Nicken bevor er begann.

Gespannt wartete Amelia auf die Antwort der beiden Auroren. Davon würde einiges Abhängen. Sie sah wie O'Brien und Meadows einen Blick tauschten und erst genannter leicht nickte.

Dann begann Meadows zu sprechen, Amelia heilt unwillkürlich die Luft an.

„Nun Direktor, wir Wissen es nicht. Keine der aktuellen Kräfte scheint uns angemessen. Dem Ministerium zu folgen ist wie man sieht nicht mehr die beste Option, wegen der Inkompetenten Führung. Dumbledore mit seinem Orden ist uns nicht sicher genug. Niemand weis was Dumbledore wirklich will. Er scheint seine eigenen Ziele zu verfolgen. Uns beiden viele zwar jemand ein dem man folgen könnte doch derjenige steht unter Dumbledores Einfluss."

Amelia holte erste einmal Luft als Meadwos seine Rede beendet hatte. /Sehr gut, ich habe mich nicht getäuscht./ Dachte sie.

Sie fixierte die beiden Auroren vor sich, die sie gespannt ansahen. „Sehr gut. Tun sie mir einen gefallen, Mister O'Brien und holen sie Nymphadora Tonks und Percy Weasley zu dieser Unterredung hinzu." Ohne zu zögern kam O'Brien der bitte nach und holte Tonks und Weasley. Niemand im Hauptquartier war dumm genug die junge Aurorin mit ihrem Vornamen anzureden. Das durfte nur der Boss.

Zehn Minuten später saßen 4 Auroren und der Sekretär der Aurorenzentrale zusammen in Amelias Büro. Die Auroren fragte sich alle was zum Henker hier vor ging. Percy schien als einziger zu Wissen worum es ging. Er saß entspannt auf seinem Stuhl und verfolgte interessiert das weitere Geschehen. Mit einem leichten Schmunzeln beobachtete er die Nervosität von Tonks.

Tonks war sichtlich unwohl, ihr Blick wanderte immer wieder zwischen Percy, Amelia und den beiden Auroren Meadwos und O'Brien hin und her. Sie glaubte zu Wissen worum es ging. /Wie konnte ich nur so dämlich sein?/ Fragte sie sich.

Rückblick

Sie war gerade von einer Mission für den Orden des Phönix direkt in den Dienst zurück gekehrt. Müde ließ sich Tonks auf ihren Stuhl fallen. Diese Einsätze wurden von mal zu mal gefährlicher. Die Todesser machten mittlerweile was sie wollte. Was natürlich auch an der Politik des Ministeriums lag. Wenn sie gekonnte hätte wäre sie in das Büro des Ministers gestürmt und hätte ihm ein paar ordentliche Flüche aufgehalst.

Ihr Blick verdüsterte sich zusehends. Ja der Minister und seine ich mache gar nichts Politik waren Schuld an dieser Misere. /Er ist Schuld!/ Dachte sie. Nur war der Minister wirklich der allein schuldige?

Tonks lehnte sich in ihren Stuhl zurück und dachte nach. Die Verluste des Ordens wurden immer schlimmer. Allein in der letzten Woche waren 5 gestorben. Auch Remus Lupin wäre beinahe gestorben, nur seine Wehwolfkräfte hatten ihn gerettet. Bei dem Gedanken an den schönen Wehrwolf erwärmte sich Tonks Herz. Doch als sie an die ersten Worte des Wehrwolfs nach der Genesung dachte wurde sie wieder wütend.

So einfach wirst du mich nicht los. Tonks und Kingsley waren dabei gewesen als Remus erwachte. Keiner von beiden hatte sich zu Anfang einen Reim auf die Worte des Mannes machen können.

Tonks hatte dann einfach beschlossen ihn zu fragen. Doch er war ihrer Frage mehr oder weniger ausgewichen. Du würdest mir nicht glauben wenn ich es dir erzähle. Lange hatte die junge Aurorin gebraucht um aus diesen beiden Sätzen schlau zu werden.

Doch irgendwann hatte es klick gemacht. Und ein Name war vor ihrem inneren Auge erschienen. Dumbledore. Von da an hatte Tonks alle Aktionen des Ordens genau beobachtet und mit schrecken festgestellt das eine Aktion eigentlich selbstmörderischer war als die andere.

Doch sie wusste einfach nicht was sie sonst tun konnte. Sie wollte aktiv gegen den dunklen Lord kämpfen, ja das wollte sie schon seit Voldemort das erste mal aufgetaucht war. Aber Dumbledores Methoden gefielen ihr nicht. Er benutzte die Ordensmitglieder wie Schachfiguren. Sie waren ihm alle egal.

Das Ministerium war auch keine Option, nicht mit Fudge an der Spitze. Diese passive Politik war einfach mal nicht genug. „Verflucht, ich kann weder Dumbledore folgen noch dem Ministerium was mache ich nur?" Flüsterte sie leise.

Eine Bewegung an der Tür ließ sie aufschrecken da, stand Percy Weasley und sah sie an. Ein Lächeln stand in seinem Gesicht. /Oh Gott hat er gehört was ich gesagt habe? Verdammt jetzt bin ich geliefert./ Percy war schnellen Schrittes verschwunden. Und zwar direkt in das Büro von Amelia.

Rückblick Ende

Prüfend betrachtete sie die beiden Auroren, es waren keine Anfänger. Das waren Meadows und O'Brien eines der besten Teams der Zentrale. /Ich bin fällig./ Für Tonks war klar das Percy Amelia alles erzählt hatte. Jetzt würde sie wahrscheinlich wegen vom Dienst suspendiert werden. Oder in Gewahrsam genommen werden.

„Nun den." Begann Amelia zu sprechen. Tonks innerstes verkrampfte sich. „Ich habe euch heute hier her geholt weil wir alle etwas gemeinsam haben. Wir alle sind der Ansicht das die Politik des Ministers uns in den sicheren Untergang führt. Zudem vertreten wir alle die Meinung das auch Albus Dumbledore nicht der richtige ist um ihm zu folgen." Amelia betrachtete die Auroren vor sich. Die Reaktionen waren unterschiedlich.

Tonks wirkte erleichtert, während Meadows und O'Brien einfach nur nickten. Weasley hingegen begann in seiner Tasche zu wühlen. Amelia war klar was er suchte. Percy hatte sich in den letzten Stunden alle Unterlagen zur Vorzeitigen Emanzipierung besorgt.

Tonks konnte regelrecht fühle wie ihr ein Stein vom Herzen viel. Es ging hier also nicht darum sie für irgendetwas zur Rechenschaft zu ziehen. Eher im Gegenteil hier saßen Gleichgesinnte.

Interessiert beobachtete sie wie Percy vier Stapel Pergament aus seiner allgegenwärtigen Tasche hervorkramte. Als sie ihren Stapel in den Händen hielt war sie verwirrt. /Zum Henker? Vorzeitige Emanzipierung? Was soll das?/

Die Aurorin betrachtete die anderen im Raum. Amelia sah sie alle abwartend an. Meadows und O'Brien schienen einen Augenblick verwirrt bevor sich Erkenntnis auf ihren Gesichtern abzeichnete. Percy hingegen musterte die anderen mit aufmerksamen Blick.

„Ehm Direktor, was soll das?" Fragte Tonks schüchtern. Amelia lächelte. „Können sie sich das nicht denken Tonks? Wir alle wollen weder Dumbledore noch dem Ministerium folgen. Also haben Weasley und ich uns überlegt wem wir den Folgen könnten." An dieser Stelle wurde die Direktorin Meadows unterbrochen. „Ich gehe Recht in der Annahme das sie auf Harry Potter gekommen sind?" fragte er mit einem Lächeln.

Als Amelia nickte Verstand Tonks. Harry konnte im Augenblick nichts tun da er kein anerkannter Erwachsener war. So konnte er auch nicht sein Erbe antreten und damit den nötigen Einfluss gewinnen.

Amelia beobachtete amüsiert wie sich Verständnis auf Tonks Gesicht abzeichnete. Diese Frau war intelligent ohne Zweifel. „So da nun alle über den Plan im Bilde sind, möchte ich Wissen ob auch alle damit einverstanden sind?" Sagte Amelia in die Runde. Einen Augenblick war Ruhe bevor die Auroren anfingen leise zu Lachen. „Wie Slytherin." Murmelte O'Brien. Tonks musste sich wirklich zusammenreißen um bei diesem Kommentar nicht schallend zu lachen.

Aber es war so. Der Plan war einfach und gleichzeitig genial. Sie würden dafür sorgen das Harry Emanzipiert wurde und gleichzeitig ihm, ihre Unterstützung zusagen. Dadurch würden sie sich dem einzigen der wirklich aktiv gegen Voldemort kämpft anschließen können.

Gleichzeitig würden sie ihm die Möglichkeit gegen auch etwas tun zu können ohne mit gewissen Direktoren reden zu müssen oder sich vor dem Ministerium fürchten zu müssn.

„Wir sollte noch die Details klären." Begann Amelia Bones. Doch sie wurde durch eine Stichflamme unterbrochen die mitten in der Luft erschien. Alle Anwesenden Auroren hatte sofort ihre Zauberstäbe in der Hand. Das war Jahre lange Erfahrung und Training. Percy brauchte nur eine Sekunde länger. Er nahm seit seiner Versetzung am Training der Auroren Teil. Er wollte bereit sein, wenn er gebraucht wurde.

Alle starrten die Flammen an. Sie wurden größer und formten eine Gestalt. Nach Sekunden war der Vorgang abgeschlossen. Vor Ihnen stand ein Mann, er war gut 1.90 groß seine schwarzen Harre rahmten sein durchaus hübsches Gesicht. Er hatte ein spöttisches Grinsen auf den Lippen, doch seine Augen funkelten ihnen Vergnügt entgegen. Sein weißer Mantel wehte in einem nicht fühlbaren Wind sanft um seinen Körper.

Eine der kräftigen Hände hielt eine, ebenfalls weißen, runenverzierten Stab. Er betrachtete die Anwesenden aufmerksam. „Lasst die Zauberstäbe stecken, ich werde euch nichts tun." Sagte er mit einem freundlichen Ton. Doch diese Stimme duldete einfach keinen Wiederspruch.

Die Anwesenden starrten den Neuankömmling verblüfft an. Doch als Amelia die schwarzen Augen sah keuchte sie entsetzt. „Severus bist du das?"