8. Geschundene Seelen
Grimmauldplatz 12
Ein Schrei zeriss die Morgendliche Stille am Gimmauldplatz Nummer 12. Sofort waren alle Hausbewohner auf den Beinen. Mit gezückten Zauberstäben stürmten die Mitglieder des Orden des Phönix in die Küche wo sich sie die Quelle des Geschreis erkannten. Sie erstarrten mitten in der Bewegung. Die gesamte Küche glich einem Schlachtfeld. Kein einziges Möbelstück war heil geblieben. Doch das war nicht das schlimmste. Im ganzen Raum war Blut.
Die Wände, der Boden überall.
Mitten in diesem Chaos kniete Molly Weasley auf dem Boden und starrte Leichenblass auf einen Körper. Nicht wenige der Anwesenden mussten hart schlucken als sie einen Blick auf den Körper warfen.
Mehrere tiefe Schnittwunden zogen sich über die Brust des jungen Mannes, die rechte Gesichtshälfte war beinahe komplett weggerissen. Überall Blut. Eine leere Vertiefung markierte des Punkt wo sich einst das Auge befand. Die Gliedmaßen standen in den unmöglichsten Winkeln von seinem Körper ab.
Einige Rippen ragten aus der Brust des jungen Mannes heraus. Es war ein grauenhafter Anblick, der auch die hartgesottenen Ordensmitglieder schockierte. Ein stöhnen riss die Anwesenden aus irrer starre. Entsetzt sahen sie das sich der Junge regte. Er lebte noch. Jeder der Anwesenden war davon ausgegangen das der Junge tot sei.
Molly eilte auf den blutüberströmten Jungen zu. Mit Tränenerstickter Stimme sagte sie „Ron…"
Merlin Castle / Hauptwohnzimmer
Es war ein wunderschöner Raum, in allen Ecken konnte man Kostbarkeiten erkennen. Die Möbel waren aus feinster Eiche gemacht. Trotz der ganzen Pracht und dem nahezu verschwenderischen Luxus wirkte der Raum gemütlich.
Auf einer großen Ledercouch vor dem Kamin saß ein junger Mann. Gedankenverloren starrte er in die Flammen und dachte über sein weiteres vorgehen nach.
Ja Harry war reifer geworden, viel reifer. Er hatte gelernt mit seiner neunen Macht und vor allem mit der unbändigen Wut umzugehen. Das hatte viele Jahre gebraucht.
Doch war es nötig gewesen. Er war nicht irgendwer, er war ein grauer Lord.
Harry warf einen Blick auf die große Standuhr. /6 Uhr. Wo bleiben sie?/ Unruhig stand er auf. Er wollte selbst agieren doch das war nicht möglich. Noch nicht. Er wusste es nur zu gut, hatte er doch selbst diesen Plan ausgearbeitet. Aber es war verdammt frustrierend.
Auch machte er sich etwas sorgen. Nicht um die Sicherheit seiner Leute, nein das ganz sicher nicht. Es gab so gut wie keinen Zauberer der Severus töten oder auch nur verletzen konnte. Und erst recht nicht Alucard.
Doch wenn sie solange brauchen ist etwas schief gelaufen. Nur was? Seufzend ließ er sich wieder auf die Couch fallen. Plötzlich spürte er Wut, Hass und Abgrundtiefe Verachtung durch seinen Körper pulsieren.
Alucard sandte ihm diese Gefühle. Durch den Mentorenbund waren ihre Körper und ihre Seelen miteinander verbunden.
Entsetzt sprang Harry auf, er konzentrierte sich auf den Bund um zu sehen was Alucard sah, zu hören was er hörte, zu spüren was er spürte.
Vision
Dunkelheit umfing ihn, als er in dem Raum auftauchte. Es war eine fast undurchdringliche Dunkelheit. Doch für seine Vampirsinne war das kein Problem. Zuerst nahm er den Geruch war, ein unverkennbarer Geruch. Der Geruch von Blut. Er war nur dezent aber er war da. Er hing wie eine Drohung in der Luft, für menschliche Sinne kaum wahrnehmbar doch für ihn war es wie ein kalter Hauch. Es war berauschend, doch was hinter diesem süßen Duft lag war erschreckend. Er spürte Angst, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Schmerz und Leid.
Er kannte all diese Gefühle, doch eines kannte er nicht. Scham. Er spürte sie.
Er vernahm ein leises Wimmern am anderen Ende des Raumes. Erst jetzt vielen ihm die beiden Gestalten auf. Zwei Körper waren dort an die Wand gekettet. Die beiden Frauen waren nackt. Er konnte rote Striemen auf dem Rücken des braunhaarigen Mädchens ausmachen. Einige von ihnen bluteten noch, waren Frisch. Auch konnte er alte schon fast nicht mehr sichtbare Narben erkennen. Auch die Rothaarige war gezeichnet von unzähligen Narben. Er ließ seinen Sinnen freien lauf. Untersuchte den Körper und Geist der beiden. Unbändige Wut machte sich breit. Er fühlte wie sie ihn erfasste.
/Erst vor einer Stunde war der Bastard hier und hat das getan!/ Mit einer Handbewegung ließ Alucard die Fesseln der Mädchen verschwinden, heilte die frischen Wunden der braunhaarigen und versetzte sie in einen tiefen Traumlosen schlaf.
Dann wandte er sich der Tür zu. Er ging langsam auf sie zu. Kurz bevor er sie erreichte Zersprang sie in Tausend Stücke. Schnell und Lautlos glitt er die Stufen hinauf. Er spürte den Bastard, er saß in der Küche. Er spürte wie er sich an seiner Tat ergötzte. Wie er es genoss.
Seine Wut steigerte sich zu Hass.
Dies war unwürdig. Er war unwürdig. Die Tür zur Küche stand offen. Schnell und leise wie der Tod schritt er in den Raum und blieb in der Tür stehen.
Seine roten Augen fixierten ihn. Nach Sekunden spürte der Rothaarige die Anwesenheit von Alucard. Ein kaltes Lächeln legte sich auf das Gesicht des Vampirs.
Blitzschnell war er bei dem jungen Bastard. Mit einer einzigen fließenden Bewegung packte er ihn, hob ihn von seinem Stuhl und schmetterte ihn mit aller Kraft gegen die Wand.
Es gab ein lautes knacken. Einige Rippen des rothaarigen waren gebrochen.
Langsam grub Alucard seine Finger in den Hals der Kreatur, die sich Mensch nannte. Ein Wimmern entrang sich der Kehle von Ron. „Was willst du?" fragte er mit angstvoller Stimme.
Alucard begann zu lachen, es war ein kaltes Lachen, ein Lache das Schmerzen verhieß. Ein Lachen so unmenschlich das der jüngste der Weasleys vor Angst zu Zittern begann.
„Was ich will?" Flüsterte er dem Rotschopf ins Ohr. „Ich will Rache, Rache für zwei unschuldige Seelen. Ich will dich leiden sehen für das was du getan hast. Ich will dich Bluten sehen, ich will dich um Gnadeflehen hören. Ich will das deine schlimmsten Alpträume war werden. Ich will dich, zerstören wie du sie zerstört hast!!!" Mit den letzten Worten schleuderte er den Wurm quer durch die Küche.
Mit einem krachen landete der Rotschopf vor dem Schrank. Dieser gab unter der Wucht des Aufpralls nach. Holzteile gruben sich in die Haut des Jungen. Er Schrie und es war wie Musik für den Vampir, jetzt bekam er einen Teil des Schmerzes zurück den er verursacht hatte. Spätestens jetzt wäre das ganze Haus aufgewacht doch der Schallschutzzauber den Alucard gewirkt hatte verhinderte das irgendjemand etwas von den „Aktivitäten" in der Küche mitbekam.
Wimmernd richtete sich der junge Zauberer auf und versuchte seinen Zauberstab zu ziehen. Doch bevor er ihn auch nur erreichte war Alucard da, er packte die Hand des Jungen und zermalmte sie. Jetzt schrie der feige Bastard wie am spieß. Alucard bemerkte wie er das Bewusstsein verlor. Kalt lächelnd drang er in den Erbärmlichen Geist seines Gegenübers ein und drängte die Schwärze zurück.
Entsetzt starrte Ron sein Gegenüber an. Sein ganzer Körper schmerzte bereits. Er hatte die Bewusstlosigkeit herbeigesehnt. Jetzt war ihm auch diese Chance genommen. Man hörte ein Plätschern als Ron vor Angst die Kontrolle über seinen Schließmuskel verlor.
Angewidert betrachtete Alucard wie sich der junge Nass machte. Er konnte die an Panik grenzende Angst in seinem Blick sehen. Kalt lächelnd sagte er „Du wirst nicht Bewusstlos werden. Das Verspreche ich dir du wirst es alles erleben, fühlen." Damit schleuderte er den Zauberer wie eine Puppe erneut durch den Raum.
Während Ron über den Tisch flog, sprang der Vampir. Blitzschnell war er über dem Rothaarigen. Seine Rechte Hand Schoss auf seine Gesicht zu. Seine Finger bohrten sich durch die Haut und die Knochen. Mit einem Ruck riss er einen Teil des Gesichtes weg. Durch die Wucht des Angriffes wurde Ron auf den Tisch geschleudert. Der massive Küchentisch zersprang.
Rons Aufschrei verwandelte sich in ein Qualvolles stöhnen, als sich zwei Hände in seine Brust rammten und begannen ihm eine Rippe nach der anderen zu brechen….
Vision Ende
Harry löste sich, vor Wut bebend aus der Vision. Seine Magie drohte außer Kontrolle zu geraten. Er hatte die Schmerzen und die Verzweiflung von Hermine und Ginny ebenso gespürt wie Alucard. Auch er spürte den Wunsch diesem Wiesel jeden Knochen im Leib zu brechen. Plötzlich schrie er so laut das man seine Worte im ganzen Schloss hören konnte. „Alucard!!!! Wage es nicht ihn zu töten das erledige ich!!!!" Die Mauern um ihn herum begannen unter dem Ansturm der Magie zu ächzen und zu beben. /Ruhig bleiben!/ gemahnte Harry sich selbst. Er durfte jetzt nicht durchdrehen. Noch nicht!
Mit aller Kraft schafft er es die verschiedenen Teile seiner selbst zu beruhigen, er hatte Jahre in der Vergangenheit verbracht um dies zu schaffen. Jahre des Krieges und des Kampfes, des Leids und des Schmerzes. Jahre der Siege und der Niederlagen.
Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht als er an diese Zeit dachte. Er hatte es genossen.
Für einen unbeteiligten Betrachter würde es wirken als hätte sich der junge Lord wieder vollends beruhigt, doch Andariel wusste es besser. Er sah in den Augen des Jungen noch immer den Zorn. Spürte die unterdrückte Wut. Er wollte unbedingt dabei sein wenn diese Wut frei gesetzt wurde. Lächelnd wandte er sich ab und verließ den Raum.
Harry hatte die zweite Aura bemerkt die sich im Wohnzimmer ausgebreitet hatte. Er lächelte und flüsterte leise als Andariel den Raum wieder verließ. „Andariel alter Freund, mach dir keine Sorgen. Du wirst dabei sein."
Ministerium der Magie / Aurorenzentrale
„Ja ich bin es Amelia." Sagte Severus Snape lächelnd. Ohne auf die fragenden Blicke der anderen einzugehen Beschwor er sich einen Stuhl und setzte sich. Mit einem Amüsierten Lächeln registrierte er die Fassungslosen Blicke der anderen Anwesenden.
Nach einigen Sekunden sagte er „So dann will ich mal eure Fragen beantworten. Erstens. Ich bin wiedergeboren wurden und bin nun was ich sein sollte die rechte Hand des grauen Lords Azuael. Wie es dazu gekommen ist kann ich im Augenblick nicht erläutern. Es fehlt uns die Zeit. Amelia um deine Frage zu beantworten. Nein ich habe keinen Kontakt mehr mit Dumbledore, zumindest im Augenblick." Snapes Miene verfinsterte sich und ein grinsen was die Hölle hätte zufrieren lassen zeigte sich auch seinem Gesicht. „Mein Herr und ich befassen uns später mit Dumbledore und diesem Hobby Lord, wie es Azuael immer so schön ausdrückt. Aber zurück zum Thema. Ich bin hier weil mein Lord wünscht euch zu treffen." Mit einer Hanfbewegung Snapes, erschien in der Hand jedes Anwesenden ein Medallion. Es zeigte einen schwarzen Phönix und einen weißen Phönix. Beide waren kreisten um ein Schwert dessen Klinge eindeutig mit Blut getränkt war.
„Dies sind Portschlüssel. Wenn ihr meinen Lord kennen lernen wollt haltet sie Morgen um punkt 12 in der Hand. Sollte es nicht euer Wunsch sein mit Azuael zu sprechen dann werden sich die Schlüssel eine Minute später in Luft auflösen. Wenn ihr mich nun entschuldigt ich muss jemanden abholen." Mit diesen Worten erhob sich der weiße Magier und verschwand die vielen Fragen die ihm hastig gestellt worden ignorierend in einer Stichflamme.
Amelia blickte sich noch immer geschockt im Raum um. Beim Anblick der Gesichter der anderen Anwesenden hätte sie beinahe Lachen können. Es sah einfach zu komisch aus. Sie räusperte sich einmal und sagte „Nun das war…seltsam."
Meadows starrt seine Chefin an als hätte sie den Verstand verloren. Seltsam? Das war die Untertreibung des Jahres. Er wusste überhaupt nicht was er davon halten sollte und mit einem Blick wusste er das es den anderen hier genauso ging und alles was Amelia dazu zu sagen hatte was Seltsam?
„Amelia, seltsam ist ja wohl nicht ganz das richtige Wort. Das eben war unfassbar. Nicht nur das Snape sich total verändert hat, nein er strahlt auch eine Macht aus die wahrscheinlich selbst den dunklen Lord erblassen ließe. Dann diese Einladung, verdammt noch mal ich weis nicht was ich davon halten soll und alles was Ihnen dazu einfällt ist Seltsam!" Das letzte Wort hatte er fast geschrieen.
„Ja mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich weis genauso wenig wie ihr was das alles zu bedeuten hat. Aber ich glaube zwei dinge zu Wissen. Erstens Severus stehet definitiv gegen Dubmledore und Voldemort. Damit ist er ein potenzieller Verbündeter. Und zweitens wir sollten diese Einladung annehmen." Schloss Amelia ihre kleine Rede. Sie sah alle Anwesenden der Reihe nach an. Bevor sie sagte „Ich denke wir sollten alle nach Hause gehen und eine Nacht darüber schlafen. Ich persönlich werde Morgen um 12 diesen Schlüssel" dabei deutete sie auf das Medallion „nehmen und zu diesem Lord reißen."
Sie hob die Hand und erstickte damit die Proteste der anderen im keim. „Ich weis das es Riskant ist, es könnte auch eine Falle sein sicher. Aber das glaube ich nicht. Ich werde keinem einen Vorwurf machen wenn er das Risiko nicht eingehen will. Ich werde es tun. So jetzt entschuldigt mich ich habe noch zu tun." Mit diesen Worten entließ Amelia die anderen.
Grimmauldplatz Nummer 12
Im Keller des alten Hauses erschien eine Stichflamme. Eine Sekunde später stand dort Severus Snape. Mit einem Blick verschaffte sich der Fürst der Dämonenritter einen Überblick. Mit einer Geste erschuf er eine leuchtende Kugel die den ganzen Raum Ausleuchtete.
Was er sah entsetzte ihn. Auf dem Boden vor ihm Lagen zwei Mädchen. Ginny Weasley und Hermine Granger. Sofort wurde sein Blick von den unzähligen Narben auf den Körpern des beiden angezogen. Jetzt verstand er den Zorn den er Gespürt hatte.
Unbändige Wut hatte ihn durchlaufen, als sein Herr ihm den Telepatische Befehl gab hier her zu kommen. Ohne noch weiter zu zögern Beschwor der Mister der Zaubertränke zwei Decken um die blöße der beiden junge Frauen zu bedecken. Er kniete sich neben sie und berührte sie sanft an den Schultern. Er spürte wie sich die beiden unter dieser kurzen Berührung verkrampften. /Was hat man euch nur angetan?/ fragte er sich.
Er drang sanft in den Geist der beiden ein und beruhigte sie. Er suchte die Quälenden Erinnerungen die sogar durch den Zauber für den Traumlosen Schlaf von Alucard drangen und schob sie zurück. Versiegelte sie Kurzzeitig im hintersten Teil der Gedankenwelt der beiden.
Als er seine Arbeit beendet hatte spürte auch er Zorn auf den Feigen Bastard da oben. Mit einem Grimmigen Lächeln wünschte er Alucard noch viel spaß. Dann verschwand er mit den beiden Mädchen in einer grellen Stichflamme.
