10. Geburt
Merlin Castle / Eines der Gäste Zimmer
In einer Stichflamme erschienen Severus Snape und Remus Lupin in einem der Gästezimmer auf dem Schloss.
Ohne zu zögern ließ Snape den Werwolf aufs Bett schweben und entkleidete ihn mit einer Handbewegung bis auf die Unterwäsche. Als er das ausmaß der Verletzungen sah sog er scharf die Luft ein. Doch nach wenigen Sekunden hatte er sich wieder im Griff und begann den Werwolf zu heilen.
Ohne das er sie gerufen hatte traten zwei Elfen in den Raum und unterstützen den Tränkemeister bei seiner Arbeit. Ohne das sie ein Wort verloren begannen die beiden Elfen dem weißen Magie ihre Heilenden Kräfte zur Verfügung zu stellen um seine eigenen zu unterstützen. Snape fragte sich nicht woher dieses blinde Verständnis zwischen ihm und den Elfen kam.
Es war seit seinem Erwachen einfach da gewesen, im Augenblick war er sehr froh darüber. Obwohl seine Macht sehr groß geworden ist war doch nur ein relativ geringer Teil dazu geeignet jemanden zu heilen. Er hätte mit den Verschiedenen Knochenbrüchen keine Probleme gehabt aber die inneren Verletzungen hätten ihn ohne die geliehene Energie überfordert.
Schnell warf er den Elfen einen dankbaren Blick zu und konzentrierte sich wieder auf den Werwolf. Langsam begannen sich die äußeren Wunden zu schließen. Noch während diese heilten begann er die inneren Verletzungen eine nach der anderen zu verschließen.
Langsam verheilte die Lunge und die Leber, Milz und Magen waren nur leicht beschädigt worden. Mit aller Macht zwang er die Zertrümmerten Knochen in den Beinen des Mannes vor sich wieder zusammenzuwachsen.
Nach einer halben Stunde beendete er seine Arbeit. Mit einem schweren aber zufriedenen Seufzen ließ er sich in einen Nahe gelegenen Sessel fallen und gab die Heilkräfte der Elfen wieder an ihre Besitzer zurück.
Remus war außer Gefahr, den Rest würden die Elfen mit ein paar Tränken erledigen können. Hätte ihm vor einer Woche jemand gesagt das er erleichtert wäre das Remus Lupin wieder Gesund würde, er hätte denjenigen wahrscheinlich ausgelacht.
Doch genauso war es. Er war erleichtert das dieser Mann wieder Gesund werden würde. Mit einem leichten Schmunzeln beobachtete er die Elfen wie sie Remus verschiedene Tränke einflößten. Er erkannte zwei Heiltränke und einen Schlaftrank.
Seufzend lehnte er sich in den Sessel zurück und dachte an die Veränderungen die, die letzten Tage gebracht hatten.
Es hatte sich soviel verändert, nicht nur das er seinen Hass auf Remus und die anderen Rumtreiber abgelegt hatte. Pettigrew mal ausgenommen. Nein er hatte sich auch verändert, die Veränderung war ziemlich radikal.
Er spürte wie seine Gedanken zu jenem Augenblick zu jener Stunde zurück schweiften und er ließ es zu. Seit diesem Augenblick hatte er sich verändert. Er war nicht mehr der mürrische und schon fast bösartige Snape er war zu einem Menschen geworden und doch war er so viel mehr.
Er hatte seine Fehler gesehen hatte, gesehen was er alles falsch gemacht hatte. Hatte seine Emotionen zugelassen. Er war nicht mehr der Mann der noch vor ein paar Wochen in Hogwarts Tränke unterrichtete. Er war der weiße Magier. Er war Elendil.
Die Bilder überfluteten ihn, langsam schloss er die Augen. Die Schmerzhaftesten Momente in seinem Leben spülten nach oben, doch waren es auch diese Momente die ihn befreiten.
Rückblick
Als die Flammenwirbel um Severus Snape sich lichteten erkannte er das er sich in einem wie es schien leeren Raum befand. Stirn runzelnd drehte er sich einmal im Kreis doch er sah immer nur auf kahle weiße Wände. /Was soll das? Wo bin ich?/ fragte er sich.
„Du bist im Raum der Wahrheit und des Erwachens Severus Snape." Antwortete eine Stimme hinter ihm. Erschrocken drehte er sich um. Er hatte niemanden gesehen der den Raum betrat verdammt es gab nicht mal einen Sichtbaren Eingang. Doch ein Blick in die Augen seines Gegenübers fegte Severus Verstand regelrecht leer.
Er hatte diese Augen schon in Hogsmeade gesehen. Die blauen Seen die nur so vor Macht und Weisheit strotzen und wieder war es als würde der Blick dieser Augen direkt in seine Seele gehen.
„Du wirst in diesem Raum deinen schlimmsten Ängsten ausgesetzt, Severus Snape. Du wirst deine größten Fehler sehen und du wirst am Ende erkennen wer du bist." Mit diesen Worten verschwand der seltsame Fremde. Er kannte nicht einmal seinen Namen. Langsam begann es.
Er spürte wie sich ein ziehen in seinem Körper ausbreitete, erst war es nur leicht kaum fühlbar doch binnen Sekunden steigerte es sich zu einem stetigen Schmerz.
Stöhnend sank Severus zu Boden. Erst jetzt bemerkte er das blaue Licht das ihn umschlossen hielt. Ohne Vorwarnung steigerten sich die Schmerzen weit über die eines Cruciatus Fluches hinaus.
Er wollte schreien, doch er konnte nicht. Immer weiter steigerte sich der Schmerz doch er wurde nicht ohnmächtig.
Bilder begannen vor seinem inneren Auge zu entstehen. Er sah sich selbst wie er seine Schüler drangsalierte. Am meisten den Jungen Harry. Er sah wie er ihn für eine Arbeit die eigentlich gut war Punkte abzog und einige seiner Sarkastischen Kommentare machte.
In diesem Moment erkannte er zum ersten mal den Schmerz in den Augen des Jungen. Das Bild wechselte ein Fetter Mann schrie einen vielleicht 4 Jahre alten Jungen an weil er den Abwasch nicht ordentlich gemacht hatte. Eine Lüge.
Snape beobachtete wie der Mann den Jungen schlug. Wieder ein anderes Bild ein fünfjähriger weinte sich in den Schlaf Snape konnte seine Gedanken hören. Er hörte die Stimme des fetten Mannes die ihm immer wieder sagte wie Wertlos er war. Die ihm immer wieder erklärte was für Abschaum seine Eltern doch waren.
Die Szenen wechselten immer schneller und er glaubte den Verstand zu verlieren als er dem Jungen Potter das gleiche an den Kopf warf wie sein Onkel damals. Er schrie auf als er die Schmerzen die sich in der Seele dieses Jungen angestaut haben fühlte.
Doch er sah nicht nur Szenen aus dem Leben des Jungen Potter, nein auch Szenen aus seine eigenen Jugend. Er sah sich selbst wie er James hinterrücks verfluchte. Er beobachtete wie er immer tiefer in den Abgrund des Hasses gezogen wurde.
Erneut erlebte er mit wie er sich Voldemort anschloss. Er hatte es genossen endlich in einer Gemeinschaft zu sein, endlich die Anerkennung zu bekommen die er verdiente. Dann kamen die Bilder der Muggelfamilie die zu Tode gefoltert wurde. Er sah erneut die Schmerzverzerrten Gesichter, hörte die Schreie des Mädchens als es seinen Todesser ‚Brüdern' vergewaltigt wurde.
Mit Zunehmender Scham beobachtete er wie er selbst, nicht getan hatte um die Familie zu retten. Er hätte etwas tun müssen. Er sah wie er zu Dumbledore ging und alles gestand.
Dann kamen die Jahre die seine Einsamkeit wieder hervor brachten, er verwandelte sich in einen Verbitterten, Rachsüchtigen Bastard. Er spielte die Spiele Dumbledores mit. Er war sich so sicher gewesen das der Mann das richtige tat. Er beging abscheuliche Verbrechen im Namen des Lichts. Er tötete. Er erniedrigte. Während all der Zeit beruhigte er sein Gewissen mit der Tatsache das er es für den Sieg des Lichtes tat.
Die Körperlichen Schmerzen wurden immer schlimmer, doch Snape merkte es nicht mal. Er weinte bittere Tränen über seine Fehler. Erst jetzt merkte er was er alles getan hatte. Am schlimmsten von allen war das was er Potter angetan hatte. Er hatte gewusst das der Junge keine schöne Kindheit hatte, er hätte anders handeln Müssen. Er hätte dem Jungen helfen müssen, stattdessen spielte er wie so oft das Spiel des Rektors mit. Er Demütigte den Jungen noch mehr. Erst jetzt erkannte er dies.
Nach wie es ihm vorkam Stunden endete der Schmerz, hörten die Visionen seiner Vergangenheit auf. Severus war zu einem zitternden etwas auf dem Boden geworden. Immer noch rannen die Tränen ungehemmt seine Wangen hinunter. Doch langsam ebbte auch das ab, eine Erkenntnis machte sich in ihm breit.
Er hatte seine Fehler erkannt und würde sie so gut es gehen korrigieren. Langsam stand er auf erst jetzt bemerkte er das er sich auch Körperlich verändert hatte. /Was?/ fragte er sich als er an seinem Körper hinunter sah. Er war ein ganzes Stück gewachsen und seine Gewänder waren nun weis und lang. Plötzlich erschien ein Stab in seiner Hand. Es war ein sehr schön gearbeiteter Stab. Er konnte die Magie in diesem Stab regelrecht Spüren.
Plötzlich drangen Erinnerungen in seinen Geist. Erst langsam. Er sah Bilder und Geschehnisse die er nie zuvor erlebt hatte. Ein Drache der einen weiß gekleideten Mann auf seinem Rücken trug übeflog eine Gruppe Menschen…Der selbe Mann an der Seite eines Furchterregenden Ritters…Er hörte eine Stimme die sagte „Es ist bereit weißer Magier"…Die Bilder wurden mehr, er stöhnte leicht bei der Flut der Erinnerungen. Stimmen aus längst vergangenen Tagen, Erinnerungen aus längst vergessenen Zeiten. Zaubersprüche kamen in sein Gedächtnis. Alles schien sich wie von selbst eine Platz in seinem Gehirn zu suchen. Nach fünf Minuten war es vorbei und er erhob sich.
Lächelns betrachtete er seinen Stab. Jetzt erkannte er die Runen auf diesem und verstand deren Bedeutung. Macht, Schutz, Mut, Angst, Verzweiflung, Leben und Tod. Dies war sein Stab.
Severus Snape der Mensch war tot, nun war er Severus Snape der Weiße Magier, erster der Fürsten der Dämonenritter und Vertrauter des Feldherren des Blutes. Rechte Hand des grauen Lords Azuaels.
„Willkommen zurück weißer Magier. Ich bin froh das wir uns nicht geirrte haben." Sagte eine nun vertraute Stimme hinter ihm. Lächelnd wandte er sich um. Er blickte wieder in dies blauen Augen doch diesmal verlor er sich nicht in diesen. „Hallo Andariel, es ist schön wieder da zu sein. Nun den ist der Feldherr schon erwacht?" fragte er den grauen Lord. Dieser nickte. Ohne ein weiters Wort verschwanden beide.
Rückblick Ende
Ein leises stöhnen Riss Severus endgültig aus seinen Erinnerungen. Er bemerkt wie sich die Gestalt von Remus Lupin im Bett regte. Er lächelte als er zum Bett herüber ging, hätte ihm vor einer Woche jemand gesagt das er sich freuen Würde das einer der Rumtreiber erwachte, hätte er dem denjenigen ohne Kommentar einen Ernüchterungstrank gegeben. /Es hat sich alles Verändert./ Dachte als er an das Bett heran trat.
Merlin Castle / Gästezimmer Hermine und Ginny
Noch immer schliefen Hermine und Ginny in seinen Armen. Er hatte ihre Träume zurück gedrängt und gewartet bis sie in die Traumlose Tiefschlaf Phase übergegangen waren. Ein trauriges Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht als er die beiden beobachtete.
Er sah ihre feinen Züge und ihre beinahe überirdische Schönheit. Der Zufriedene und Friedvolle Ausdruck der sich auf den Engelsgleichen Zügen der jungen Frauen zeigt rundete für ihn da Bild ab. Doch er wusste das die Angst noch da war, das die Gedanken beider immer noch von Scham geprägt waren. Während er sie betrachtete drohte ihn sein Zorn erneut zu übermannen. Wie konnte es der Bastard wagen, diese beiden wundervollen Wesen zu verletzen? Wie konnte er es wagen sie mit seinen unwürdigen Händen zu berühren? Wie konnte er es wagen ihnen Angst zu machen? Mit welchem Recht vergriff sich diese Unwürdige Existenz an den beiden Frauen denen sein Herz gehörte/Du wirst zahlen! Lange und Schmerzhaft wirst du zahlen./
Seine düsteren Gedanken wurden unterbrochen als er spürte wie Severus erneut im Schloss erschien. Er spürte eine zweite Aura und erkannte Remus. Langsam tatstete er mit seinen Sinnen hinaus und erkannte das der Werwolf schwer verletzt war. Harry wusste das Remus bei Sev in guten händen war, doch er wollte ihn Trotzdem sehen. Langsam und Vorsichtig schon er die beiden Schlafenden von seinen Schultern. Mit einer Handbewegung wob er den Mächtigsten Schlafzauber den er kannte, er würde die beiden für die nächsten Stunden im Tiefschlaf halten. Dadurch würden sie die Kraft bekommen die sie brauchten.
Als er den Raum verließ warf er noch einen Warnzauber, dieser würde ihn benachrichtigen wenn die beiden von Alpträumen geplagt würden. Oder wenn sie früher erwachen würden als gedacht.
/Ihr werdet nicht mehr allein sein! Egal ob ihr meine Gefühle erwidert oder nicht, ich lasse euch nie mehr allein!/ Dachte er grimmig und verließ leise den Raum.
Hogwarts / Büro des Schulleiters
Seufzend nahm Albus Dumbledore sein Brille ab und rieb sich die Druckstellen an seiner Nase. Der heutige Tag war alles andere als gut verlaufen. Dabei hatte der Tag so gut begonnen, er hatte die Bestätigung erhalten das Voldemort Severus hatte töten lassen und nach einer kurzen Kontrolle seiner verschiedenen Überwachungsinstrumente hatte er festgestellt das alles nach Plan verlief.
Harry wurde von seinen Verwandten weiterhin gequält und das Schlammblut wurde von Ron Weasley gezüchtigt. Genau wie die Adoptivtochter der Weasleys, Ginny. Froh das alles soweit nach Plan lief, hatte er eine Konferenz des Ordens geplant. Sie musste Tom stoppen bevor er zuviel Angst gesät hatte, das war Dumbledore klar. Je mehr Angst Voldemort in die Herzen der Menschen brachte um so mehr Macht bekam er. Sie würden etwas große Vollbringen müssen um die Angst die Tom bei dem Überfall auf Birmingham gesät hatte zu zerstreuen.
Dieser Überfall war sehr schlecht gewesen, nicht wegen der Brutalität mit der er geführt wurde oder wegen der vielen Opfer. Nein Dumbledore machte sich sorgen das der Angriff ihn Anhänger gekostet hatte. Doch er hatte sofort Maßnahmen ergriffen um die Zauberer wieder auf seine Seite zu ziehen.
Doch dann kam es. Die Flammen seines Kamins hatten sich überraschend Grün gefärbt und Mad Eye Moody war in ihnen erschienen und hatte ihm von einem Angriff auf den jüngsten Spross der Weasleys, Ron berichtet. Das allein hätte Dumbledore nicht sehr beunruhigt, Ron war zwar wichtig für seine Pläne doch nicht unersetzbar. Allerdings hatte dieser Angriff im Hauptquartier statt gefunden, was eigentlich unmöglich sein sollte.
/Wie konnte das passieren?/ fragte sich der Direktor. Er selbst hatte verschiedene Schutzzauber auf den Grimmaldplatz gelegt diese sollte die Sicherheit der Ordensmitglieder gewährleisten. Im Prinzip waren ihm sowohl der Orden als auch die Zauberergesellschaft im allgemeinen Egal. Doch er brauchte sie um seine Macht zu festigen.
Der Angriff auf Mister Weasley war jedoch nicht das schlimmste. Wie es schien waren auch Hermine GRanger und Ginny Weasley verschwunden. Beide waren im Keller des Grimmauldplatzes gewesen damit der junge Weasley tun konnte was auch immer er wollte. Doch auch sie waren verschwunden.
/Wenn die beiden an die Öffentlichkeit, oder zu Harry gelangen bin ich erledigt./ Dachte er. Fast schon Krampfhaft überlegte er wie er die beiden wieder unter Kontrolle bekommen konnte und etwaige Gerüchte zerstreuen könnte.
/Dieses Schlammblut macht nur Probleme. Ich hätte sie sofort töten sollen!/
