11. Gefunden
Newyork / Bronx
Es war eine der vielen dunklen Gassen die Touristen niemals zu sehen bekamen. Es war ihre Heimat, so lange sie denken konnte war sie hier. Sie kannte die Schrecken in die hier lauerten, kannte die Gefahren. Hatte den Schmerz schon oft gespürt. War schon so oft in die Hände derer gefallen die kein Tourist zu sehen wünscht. Hatte es ertragen.
Sie kannte die Angst, war oft auf der Flucht gewesen, allein. Sie war immer allein gewesen, auf der Straße gab es keine Freunde nur bekannte. Man konnte niemanden trauen. Hoffnung, nein die Hoffnung hatte sie schon lange aufgegeben. Auf der Straße gab es keine Hoffnung, Hoffnung war etwas das dich Angreifbar macht. Träume waren etwas das man dir nehmen konnte, deshalb sollte man keine haben. Sie floh, rannte so schnell sie konnte. Diesmal war es anders. Sie floh nicht vor der Gefahr die sie kannte. So seltsam es klang, es war beruhigend zu Wissen welche Qual einen erwartete. Sie wusste immer was die Gangs wollten, sie konnte damit fertig werden. Sie wusste was Mr. Parker wollte.
Mr. Parker wollte Geld dafür das er sie aufgenommen hatte und ihr essen in den ersten 12 Jahren gegeben hatte. Er hatte keine Liebe für sie, nein sie war für ihn ein Mittel zum Zweck. Die Gangs wollten ihren Körper, mit all dem hatte sie gelernt zu leben. Sie hatte gelernt es zu ertragen. Die Schläge die Demütigungen, doch sie wusste nicht was die Schwarz gekleideten Männer wollten. Sie wusste nicht warum sie von ihnen verfolgt wurde.
Beinahe wünschte sie sich einen der Jungen herbei, der sich mit ihr vergnügt hatte. Bei ihnen wusste sie woran sie war. Doch was wollten diese Männer. Sie rannte noch schneller, plötzlich Stoppte sie. Sie hatte das Ende der Gasse erreicht, es war eine Sackgasse. /Verdammt/ Dachte Jean. Es war das einzige was sie über ihre Vergangenheit wusste, ihren Vornamen. Mr. Parker hatte ihr nie ihren Nachnamen verraten, aus Angst das sie vielleicht ihre Familie finden und verschwinden würde.
Sie sah über die Schulter, die Gasse war leer. Schnell überlegte sie was sie tun konnte. Sie konnte nicht hier bleiben es gab keine Möglichkeit zur Flucht wenn sie in dieser Gasse gefunden würde. Sie wollte gerade die Gasse wieder zurück laufen als sie mehrere Ploppende Geräusche hörte.
Zu ihrem entsetzen traten ihre fünf in schwarze Umhänge gehüllten Verfolger vor ihr aus dem Schatten. Sie konnte die Gesichter der Personen nicht erkennen, da diese von weißen Masken versteckt waren. „Haben wir dich endlich." Sagte der Mann zu ihrer Rechten.
Sie wich so weit sie konnte vor den Fremden zurück, die sie einkreisten. Bereit sich mit allem was sie hatte zu verteidigen. Einer der Schwarz gekleideten zog einen dünnen Holzstab aus seinem Umhang. Bevor sich Jean auch nur Fragen konnte was das sei wurde sie von einem Lichtstrahl getroffen.
Sie spürte wie ihre Arme und Beine zusammen klappten, sie geriet ins wanken und stürzte unsanft auf den Asphalt. Kurz tanzten schwarze Punkte vor Ihren Augen, doch ihre Sicht klärte sich schnell wieder. Die Gestalten hatten einen lockeren Kreis um sie gebildet. Panik stieg in Jean auf, sie konnte sich nicht rühren. Noch nicht einmal blinzeln. /Was ist mit meinem Körper?/ Fragte sie sich verzweifelt.
„Wisst ihr wieso der Lord diesen Muggel haben will?" fragte eine Frauenstimme. Die anderen zuckten soweit Jean sehen konnte mit den Schultern. Eine rüde Männliche Stimme sagte „Ist doch egal, der Lord will sie also bekommt er sie. Wo bleibt Avery mit dem Portschlüssel? Ich habe keine Lust dieses Stück Dreck anzufassen." Die anderen Lachten. „Er wird gleich hier sein. Wollen wir solange noch ein bisschen Spaß mit der kleinen haben?" fragte ein dritter. Seine Stimme klang verzerrt irgendwie nicht Menschlich. Jean bekam jetzt wirklich Panik, die durch das Lachen der anderen nicht gemildert wurde.
Eine der Personen beugte sich zu ihr runter. Ihr blick war kalt. Sie musterte die junge Frau wie ein Stück Vieh. „Sie sieht für eine Muggel nicht mal schlecht aus." Meinte die Person ihre Stimme war eindeutig Weiblich. Sie begann Jean an ihren Brüsten zu massieren und lachte. /Hilfe, bitte irgendwer!/ dachte Jean panisch. Auf einmal ging alles ganz schnell.
Es schien als würde die Frau von einem Unsichtbaren Hammer getroffen werden. Ihr Magen drückte sich ein und sie wurde zurück geschleudert. Wie aus dem Nichts erschien eine neue Person auf der Bildfläche. Eine Frau Anfang 20 sie trug einen ziemlich kurzen Rock und etwas das wie eine Uniform aussah. Diese war eng anliegend und betonte ihre Figur. Jeans blick wurde von Marine Blauen Augen eingefangen die zu einem hübschen Gesicht gehörte. Die blonden kurzen Haare Rahmten es ein. Ein Schauer lief der jungen Frau über den Rücken als sie in diese Augen blickte.
Die Augen waren älter als der Körper, viel älter. Doch das war es nicht was sie erschreckte der Blick der Fremden war kalt, unnahbar. Ein spöttisches Lächeln zeigte sich auf dem Gesicht der Fremden Frau als sie sich wieder den Schwarzkutten zuwandte.
„Sie steht unter meinem Schutz." Sagte die Fremde mit ruhiger Stimme. Sie verschwand aus dem Sichtfeld des am Boden liegenden Mädchens das sich noch immer nicht rühren konnte.
„Wer bist du?" fragte einer der Maskierten. Ein leichtes Zittern war in der Stimme des Mannes zu hören. Die Frau lachte leise. „Um es mit den Worten meines Vaters zu sagen. Ich bin der Tod, ich bin das Grauen, ich bin das Chaos, die Zerstörung, ich bin die Angst. Ich bin aus Dunkelheit geboren um dem Licht zu folgen. Ich bin die Tochter des dunkelsten auf Erden." Ein langes Schweigen folgte auf die kurze Rede. Das schienen sich die Maskierten wieder zu fangen. Einer sagte „Glaubst du, du könntest uns mit diesem Gerede Angst machen?" Er versucht überheblich zu klingen doch seine Stimme hatten einen deutlichen unterton von Angst.
Ohne Vorwarnung rief der Mann „Tötet das Weib wir müssen einen Auftrag erfüllen." Damit begann das Chaos. Jean konnte nicht genau verfolgen was vor sich ging. Sie sah verschieden Farbige Lichtblitze. Hörte die Stimmen ihrer Verfolger erst seltsam Wörter rufen. Dann hörte sie schreie. Qualvolle Schreie. Sie hörte das Wimmern der Männer, Blut spritzte ihr ins Gesicht. Reflexartig wischte sie es weg. Erst jetzt bemerkt sie das sie sich wieder Bewegen konnte. Ein Lachen was ihr einen kalten Schauer über den Rücken jagte erklang plötzlich. Sie hörte ein reißendes Geräusch. Ohne es zu wollen wandte sie sich der Quelle dieses Geräuschs zu und erstarrte. Sie sah in ein Meer von Blut und Teilen Menschlicher Körper.
In die gesamte Gasse war davon erfüllt. Sie wollte den Blick abwenden, doch sie konnte es nicht. Sie beobachtete wie die Frau einen Mann am Hals gepackt vor sich in der Luft hielt. Mit einem kalten Grinsen durchstieß sie mit einer Hand seinen Brustkorb. Jean übergab sich als sie sah wie die Fremde die Maskierten zerfleischte. Es war grauenvoll. Trotzdem konnte sie den Blick nicht abwenden.
Sie sah wie Arme aus den Körpern gerissen wurden, wie Hände zermalmt worden. Hörte die Schreie bevor ihnen die Fremde die Kehlen heraus riss. Nach Stunden so kam es der jungen Frau vor war es vorbei. Die Fremde schritt langsam auf Jean zu, diese konnte noch immer keinen Muskel Bewegen. Einen Meter vor ihr blieb die Frau stehen. Sie streckte Jean eine Hand entgegen.
Jean starrte auf diese Hand als sei es das wichtigste auf der Welt, unter dem Rot des Blutes sah sie weiße Handschuhe. Der ganze Körper der Frau war mit Blut bedeckt.
„Hab keine Angst." Sagte die Frau. Langsam hob Jean ihren Kopf und begegnete wieder dem Blick dieser Alten Augen die nicht zu diesem Körper passten. Doch jetzt war der Blick nicht kalt, nein er war freundlich. Auch das Lächeln auf dem Gesicht war freundlich. Das ganze Verhalten hatte sich von einer Sekunde auf die andere Verändert. Eben war diese Frau noch ein kaltblütiges Monster gewesen, doch jetzt schien sie beinahe liebevoll.
„Ich tue dir nichts, du bist meine Vertraute Jean." Langsam streckte Jean ihre Hand aus um die dargebotene zu greifen. Sie war wie zerrissen. Ein Teil von ihr sagte ihr zu laufen, so schnell und so weit weg von dieser Frau wie sie konnte. Doch der andere Teil sagte ihr, das sie nichts zu befürchten hatte. Das sie dieser Frau vertrauen konnte. „Vertrau mir Jean, ich zeige dir wer du bist." Sagte die Fremde. Jean Griff nach der Hand. Im nächsten Moment wurde es Schwarz um sie.
Merlin Castle / Gästezimmer Remus
Das erste was Remus empfand als er erwachte, war Überraschung. Er lebte. /Na das ist ja mal ne gute Nachricht/ dachte der Werwolf. Vorsichtig schlug er die Augen auf und stöhnte. Das Licht stach ihm Schmerzhaft in die Augen. /Mist/ fluchte er innerlich. Er spürte wie ihm etwas eingeflößt wurde. Nach wenigen Augenblicken spürte er das es eine Art Pepperup Trank gewesen war. Vorsichti Schlug er erneut die Augen auf und stellte fest das ihn das Licht diesmal nicht so sehr zusetzte.
„Nun Remus, wie geht es?" fragte eine Stimme neben ihm. Die Stimme kannte er, das war eindeutig Severus Snape. Doch er hatte noch nie diesen freundlichen Ton bei dem Miesepetrigen Tränkemeister gehört. Vorsichtig setzte er sich auf. Und sah in die Richtung aus der die Stimme gekommen war. Was er sah erstaunte ihn noch mehr. Dort stand eindeutig Severus Snape, doch er hatte sich verändert. Er trug weiß und war ein ganzes Stück größer als ihn der Werwolf in Erinnerung hatte. Doch das seltsamste und doch erfreulichste war der Gesichtsausdruck. Er war nicht Feindselig oder spöttisch. Er war besorgt. Remus konnte es nicht fassen, Snape sorgte sich um ihn. Der Mann schien seine Gedanken zu erraten den er lachte leise.
„Ich bin es wirklich Remus. Nur haben sich einige dinge geändert." Bevor der Werwolf antworten konnte öffnete sich die Tür. Sowohl Remus als auch Snape wandten sich dem Neuankömmling zu. Remus kam ein Wort in den Sinn als er den Fremden sah. Krieger. Das war die Person ohne Zweifel, ein Krieger und ein Mächtiger dazu. Remus spürt die Macht die von dem jungen Mann ausging beinahe Körperlich. Der Fremde stand mit einem Lächeln in der Tür und ließ die Musterung durch den Mann über sich ergehen.
Die Augen des Werwolfs weiteten sich geschockt als er die Augen des Mannes sah. Grüne Augen die nur so vor Macht strotzten und doch…
/Lilys Augen/ dachte er. Wie von selbst wanderte sein Blick zur Stirn des Jungen Mannes. Dieser schien zu Wissen was er suchte und Strich sich eine Strähne des langen schwarzen Haares aus dem Gesicht. Remus blick viel auf die Blitznarbe auf der Stirn.
„Harry?" brachte der Mann noch heraus bevor in Ohnmacht viel.
Severus grinste leicht. „Das hättest du wirklich sanfter erledigen können./ sagte er in einem Vorwurfsvollem ton zu dem jungen Lord. Doch die Augen des Tränkemeisters funkelten amüsiert. Der graue Lord zuckte mit den Schultern. „Ich bin immer noch der Sohn meines Vaters und demnach der Nachkomme der Rumtreiber. Was soll ich tun das liegt mir im Blut." Grinste er seinen Vertrauten an. Doch wurde er sofort wieder ernst.
Ja er war noch immer ein Scherzbold, doch er war auch jemand mit viel Verantwortung. „Wie geht es ihm?" fragte er sanft.
Severus winkte beruhigend ab. „Er ist nur noch etwas erschöpft." Mit einem Lächeln fügte er hinzu. „Und Ohnmächtig, das aber wegen dir." Harry betrat den Raum und warf seinem Vertrauten einen bösen Blick zu.
Mit einem Seufzen wandte er sich Remus zu. Lange betrachtete er den Mann vor sich. Der beste Freund seines Vaters und von Sirius. Der letzte Rumtreiber. Er seufzte. Vorsichtig ließ er einige Analyse Zauber über den Werwolf laufen. Wie er erwartet hatte entdeckte er einen Gedächtnisblock, doch zu seiner Überraschung entdeckte er nicht nur einen. Es waren zwei. Beide hatten Dumbledores Magiesignatur. „Severus hast du schon versucht die Blocks zu entfernen?" fragte er den Mann neben sich.
Snape warf ihm einen überraschten Blick zu. „Blocks?" fragte er. „Ja, es gibt zwei davon." Sagte Harry. Er warf noch einige weitere Analyse Zauber und stellte fest das der zweite nicht nur ein Gedächtnis sondern auch ein Emotionsblock war, dieser war an die Seelen von Remus gebunden und sehr gut Versteckt.
„Wir sollte ihn aufwecken." Meinte Snape. Harry nickte. Mit einer Handbewegung wurde Remus von ihm geweckt. Langsam schlug der Mann die Augen auf und sah direkt in die grünen Harrys. „Es war also kein Traum. Du ist Harry. Merlin was ist passiert?" fragte der Rumtreiber. Harry lächelte und half dem Mann aus dem Bett und zu einer gemütlichen Sitzgruppe am Kamin des Raumes.
Nachdem alle drei mit Getränken versorgt waren begann Harry. „Du willst also Wissen was geschen ist?" fragte er Remus. Dieser nickte und sah Harry ernst in die Augen. „Ja." Harry fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Remus lächelte diese Geste erinnerte ihn an James.
Der junge Mann sah nachdenklich in den Kamin. „Es ist eine lange Geschichte Remus. Ich und Severus geben dir am besten einen kurzen Überblick. Den Rest erfährst du wenn die anderen Gäste eintreffen." Mit einem Blick auf die Uhr fügte er hinzu „Also in 5 Stunden." Damit begann er zu erzählen.
Merlin Castle / Gewölbe
Alucard öffnete die Augen. Er hatte etwas gespürt. Etwas das er seit Jahrhunderten nicht mehr gespürt hatte. Es war eine vertraute Energie. Er tastete hinaus. Sichte die Quelle und da war sie. Er hatte sie entdeckt. Seine Vermutung war richtig sie war es. Ein leichtes Lächeln legte sich auf seine Lippen als er Telepatischen Kontakt mit ihr auf nahm.
Er erfuhr etwas interessantes, sie hatte eine Vertraute. Deshalb war sie erwacht. Genau wie er hatte sie den Beginn eines neuen Krieges gespürt und die Bindung zu einem Menschen. Sein Lächeln wurde breiter.
Blitzschnell stand er auf. Er teilte ihr mit wo er war, sie sollte herkommen und ihre Vertraute mitbringen. Danach eilte er durch die Gänge des Schlosses und suchte nach Azuael. Er spürte die Energie des jungen Lords. Es gab wichtige Neuigkeiten. Sie war erwacht und brachte jemanden mit.
