12. Jean
Little Hangleton / Riddle Manor
Mit zunehmender Wut hörte Voldemort sich den gestotterten Bericht seines Dieners an. /Sie hatten versagt/ Wie konnte das nur passieren, ein Muggel. Ein gewöhnlicher Muggel, zumindest im Augenblick war sechs seiner Todesser entkommen.
Langsam hob der dunkle Lord seinen Zauberstab, er wollte den Crucio auf diesen Versager sprechen als…
„Mein Herr sie sind alle tot, sie waren regelrecht zerfetzt…" der Todesser sagte noch mehr, sich anscheinend nicht bewusst wie knapp er den Schmerzen des Cruciatus entronnen war oder das der dunkle Lord ihm schon nicht mehr zuhörte. Doch Voldemorts Interesse war geweckt. Das sie entkam, konnte er verstehen, doch niemals wäre sie in der Lage gewesen seine Leute zu töten. /Das erinnert mich daran…/ „Schweig!" Befahl er dem knienden Mann vor sich, Augenblicklich verstummte dieser. Voldemort lächelte darüber nur, ja seine Leute fürchteten ihn. Sie respektierten ihn nicht weil er ein guter Mensch war, oder weil er so viel vollbracht hatte. Nein seine Macht beruhte auf Angst. Sie alle hatten Angst vor ihm, doch blieben sie bei ihm. Den sie wurden von seiner Macht angezogen wie Motten vom Licht und viel mehr bedeuteten ihm diese Menschen auch nicht.
Sie waren nützlich gewiss, doch interessierte es ihn nicht ob sie Lebten oder starben. Natürlich sagte er es ihnen nicht. Sie alle die hier vor ihm standen dachten er würde ihnen vertrauen er würde sie mögen. Lächerlich. Sie dachten sie wüssten was ihm wichtig war, dachten sie würden seine geheimsten Ziele und Pläne kennen. Er täuschte sie alle. Er vertraute niemanden, er mochte niemanden! Sie alle hier waren Mittel zum Zweck, nicht mehr und nicht weniger.
„Bella!" sagte der Lord. Aus dem Kreis der Schwarz gewandeten, die sich sein innerer Kreis nannten, trat eine Person hervor und kniete sich vor den Lord. Voldemort betrachtete sie mir Ausdrucksloser Miene. Sie war eine Loyale Anhängerin, doch interessierte sie ihn nicht mehr als die Anderen. Doch so lange sie glaubte einen besonderen Teil in seinem Herzen einzunehmen, würde er dies nutzen. /Närrin!/ Dachte der Lord abfällig, doch sagte er mit sanfter Stimme. „Bella meine Liebe was hast du über den Vorfall im Wald herausgefunden?" Die Todesserin sah auf und erwiderte den Blick der Roten Augen. Voldemort konnte ihre Gefühle erkennen, sie trug sie offen in Ihren Augen, sie hoffte eines Tages seine Liebe zu erringen. In Gedanken lachte er darüber, doch er wusste es zu nutzen. /Nur Narren lieben!/ Doch durch ihre Liebe war sie so Loyal wie man nur sein konnte.
Er ließ sie in dem glauben er würde ihre Gefühle erwidern, er schenkte ihr ein leichtes, falsches Lächeln.
Sie erwiderte die Geste ohne zu ahnen das sie in seinen Augen nicht mehr Wert war als der Dreck unter seinen Schuhen.
„Mein Lord, im Ministerium ist der Zeit eine Untersuchung im Gange. Ziel dieser Untersuchung ist es zu Beweisen das die Anwesenden Auroren bei dem besagten Zwischenfall dunkle Magie angewandt haben um sich unserer Leute zu erwehren. Die beiden Auroren streiten dies ab. Laut ihrer Aussage trat ein Vampir überraschen auf und tötete unsere Männer. Natürlich glaubt niemand an diese Geschichte, den es ist bekannt das alle Vampire euch folgen. Außerdem wäre keine Vampir in der Lage fast 20 Zauberer zu besiegen." Bella schloss ihre Rede. Voldemort runzelte die Stirn. Das passte zu seiner Vermutung.
Er glaubte nicht das Auroren dunkle Magie anwendeten, dafür waren sie einfach zu edel und zu dumm. Kein Zauberer der anderen Seite erkannte die Macht die dunkle Magie mit sich bracht, wie überlegen sie der Lichtmagie war. Er erinnerte sich das Bella kurz vor diesem Treffen einem Tipp gefolgt war der sie zu einem Mitglied des Orden des Phönix führen sollte.
„Bella wie lief das ‚Treffen' am Nachmittag." Fragte er unvermindert freundlich. Er spürte wie sich die Todesserin wand. Er wusste sofort das etwas nicht nach Plan verlaufen war. Ihre jämmerlichen Gefühle verrieten dies.
„Nun mein Lord…" begann sie zögernd. Voldemort sagte scharf „Ja?!!" Bellatrix kämpfte mit sich das konnte der Lord spüren. Amüsiert nahm er zu Kenntnis wie sie überlegte ob sie ihn belügen sollte. Doch diesen Gedanken beinahe panisch verwarf. Seine Leute wusste das eine Lüge mit dem Tod bestraft wurde und das dieser Tod alles andere als angenehm war. Severus Snapes Schicksal hatte dies noch mal bewiesen.
„Wir sind zu dem Zimmer im Tropfenden Kessel gegangen und fanden dort den Werwolf Remus Lupin vor. Nach dem wir ihn überwältigt hatten wurden wir Angergriffen." Voldemort fragte mit jetzt kalter Stimme „Von wem?" Er wusste Lestrange würde dies als weiteres Zeichen seiner Zuneigung für sie werten.
Sie würde glauben das seine Wut daraus resultierte das SIE in Gefahr war. Dieser Gedanke war so absurd das Voldemort beinahe gelacht hätte. „Wir Wissen es nicht. Plötzlich wurden wir alle Angergriffen und gegen die Wand geschleudert. Der Todesfluch den ich gesprochen hatte wurde auch abgewehrt. Ich hörte nur noch wie eine Stimme etwas zu mir sagte leider war ich nicht in der Lage die Worte zu verstehen. Kurz darauf wurde ich Ohnmächtig, genau wie die anderen. Als wir wieder erwachten war der Werwolf verschwunden und ihr habt mich gerufen. Ich habe die anderen in ihre Quartiere geschickt und bin sofort hier her geeilt." Schloss Bella ihren Bericht über die Ereignisse des Nachmittages.
Der dunkle Lord dacht über die Worte von Bellatrix nach. Es wurde ihm langsam unheimlich. Er fürchtete niemanden auf diesem Planeten, doch diese Überfälle auf seine Todesser nahmen überhand. /Wer ist dafür verantwortlich?/ Fragte er sich. Die Geschichte im Wald und in New York klang nach Vampiren, die Brutalität und Effizienz. Doch der Vorfall den Bella schilderte passte nicht, wie viele neue Feinde hatte er? Waren sie vielleicht gar keine Feinde? Wusste sie vielleicht gar nicht wen sie da bekämpften? Nein! Zumindest bei dem letzten Vorfall war er sich sicher das der Angreifer sehr genau wusste was er tat und wen er Angriff.
Doch was ist mit den ersten beiden Angriffen? Waren es wirklich Vampire, wenn ja wussten sie einfach nicht das sie einen Verbündeten nein ihren Herren angriffen? Töteten sie einfach zum Spaß? Das würde den Lord nicht stören, doch sie sollten seine Anhänger nicht töten. Noch brauchte er sie.
Doch wenn es Vampire waren warf das doch die Frage auf wieso sie sich seinen Reihen noch nicht angeschlossen hatte. Oder wieso Markus ihn noch nicht informiert hatte.
Noch viele andere Fragen schwirrten dem Lord durch den Kopf. Er entschied das er mit Markus, dem Herrscher über die Vampire dieser Welt sprechen musste. Auch musste er erfahren ob seine neuen Feinde wirklich abtrünnige Vampire waren.
Wenn dies der Fall war würde er Markus beauftragen sie töten zu lassen. Nach den Erzählungen war dieser oder auch diese Vampire sehr Mächtig. Waren es überhaupt zwei oder war es nur einer. War es vielleicht sogar ein ganzes Rudel?
Konnte man sie überzeugen sich ihm anzuschleißen? Sicherlich, alle dunklen Kreaturen folgten ihm. Ein leichtes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht. /Wenn sie sich mir nicht anschließen lasse ich sie töten./ Er wurde sich bewusst das der Raum immer noch mit seinen Todessern gefüllt war.
„Lasst mich allein!" Befahl er. Die Todesser verließen ruhig den Raum. Scheinbar entspannt, doch Voldemort konnte erkennen das sie sich zu diesen ruhigen Schritten zwingen mussten. Er lächelte kalt. Nur diejenigen die sich selbst als seine engsten Vertrauten sahen waren wirklich ruhig.
„Bella!" rief er die Todesserin zurück als sie gerade den Raum verlassen wollte. „Ja Herr?" fragte sie unterwürfig. Voldemort lächelte „Schicke Markus eine Nachricht ich muss mit ihm sprechen." Wenn Bellatrix über diesen Befehl verwundert war verbarg sie es gut. Sie verneigte sich und antwortete „Natürlich Mylord." Nachdem auch sie den Raum verlassen und die Tür geschlossen hatte erhob sich der dunkle Lord und verließ den Raum in Richtung seines Arbeitszimmers. Er hatte noch andere Pläne.
Hogwarts / große Halle, treffen des Orden des Phönix
Dumbledore beobachtete wie sich die Ordensmitglieder auf die Tische in der Halle verteilten. Dies war das offizielle Treffen nach dem Angriff auf Mister Weasley. Es war wichtig für seine Pläne herauszufinden wer der ominöse Angreifer war und dessen Ziele zu klären. Wahrscheinlich würden sie ihn töten müssen. Dafür brauchte Dumbledore den Orden. Er wusste Mittlerweile das es ein Vampir gewesen war, der Mister Weasley angegriffen hatte. Demnach arbeitete er wohl für Tom. Doch konnte Dumbledore in all seinen alten Schriften keinen Fall finden bei dem der Fidelius Zauber einfach so überwunden wurde. Egal ob von einem Menschen oder irgendeiner Kreatur.
Laut den Geschichtsbüchern wurde dieser Zauber noch nie überwunden, umgangen oder gebrochen. Er war Perfekt und trotzdem war es diesem Vampir gelungen einfach in das Haus zu kommen.
Dumbledore seufzte. Wenn Tom plötzlich solch einen Mächtigen verbündeten hatte waren seine Pläne in Gefahr. Er Zweifelte nicht dran das dieses Wesen zu Tom gehörte, alle Vampire folgten schließlich dem dunklen Lord. Bis auf einige Abtrünnige doch diese verhielten sich Neutral und waren bei weitem nicht Mächtig genug um den Fidelius zu umgehen.
Was allerdings nicht in diese Theorie passte war das verschwinden von Hermine und Ginny. Auch die Nachricht die hinterlassen wurde passte nicht ins Bild. Er konnte sich keinen Reim darauf machen was dieser Vampir mit den beiden Vorhatte. Wollte er das sie sich dem dunklen Lord anschlossen? Oder wollte er sie zu seines gleichen Machen?
Vielleicht will er sie auch einfach nur töten, doch das hätte er auch im Haus erledigen können. /Warum hat er sie mitgenommen?/ fragte er sich nicht zum ersten mal.
Und was hat diese Nachricht zu bedeuten, wer waren die grauen Lords. War eine neue Partei in den Krieg eingetreten, konnte er diese für sich gewinnen? Wer war Azuael? Wieso schützten diese Lords die beiden Mädchen? Wenn sie wussten das er seine Hände im Spiel hatte würde er sie vernichten müssen. Auf jeden Fall aber unglaubwürdig machen. So viele unbeantwortete Fragen schwirrten ihm durch den Kopf.
Doch nicht nur das bereitete ihm Sorgen. Sein Analysezauber hatte versagt. Er hatte sofort nach dem er erkannt hatte das sie es mit einem Vampir zu tun hatten eine Zauber gesprochen der ihm das alter des Vampirs verraten sollte. Doch der Zauber schlug fehl. Er konnte das Alter nicht ermitteln. Das sollte eigentliche unmöglich sein.
Doch selbst nach dem er es mehrmals Versuchte war das Ergebnis immer dasselbe. Ohne das Alter konnte Dumbledore nicht sagen wie Mächtig der Vampir wirklich war. Er konnte nur mutmaßen.
Doch konnte er dem Tag auch etwas positives abgewinnen. Er hatte es geschafft Lupin los zu werden. Der Werwolf hatte angefangen Fragen zu stellen die er besser nicht gestellt hätte. Auch hatte Dumbledore das wachsende Misstrauen von Lupin bemerkt. Er konnte es sich nicht leisten das der Mann zu einem wirklichen Problem wurde. Er lächelte leicht. Das würde nun nicht mehr passieren. Er hatte Lupin zu einem Treffen mit einem Informanten geschickt, nun natürlich gab es keinen Informanten. Aber die Todesser hatten sich sicherlich gefreut Lupin zu treffen. Das Lupin nicht hier war sorgte für ein Getuschel unter den Mitgliedern. Sie waren überrascht das der Werwolf nicht erschienen war dies war bisher noch nie der Fall gewesen.
Nur die Handvoll eingeweihten schien nicht überrascht. Dumbledore betrachtete sie nachdenklich. Es waren nur sehr wenige die wirklich wussten was seine Ziele waren. Er brauchte sie und hatte sie mit Bedacht ausgewählt. Er hatte den Kreis so klein wie Möglich gehalten. /Je weniger von der Wahrheit Wissen desto besser./
Er würde den Kreis seiner Vertrauten später auf die ein oder andere Weise zum Schweigen bringen. Er konnte es sich nicht leisten das es Mitwisser gab, wenn er nach diesem Krieg als der strahlende Held auftreten wollte. Er hatte alles geplant und er würde seinen Plan durch nichts und Niemanden gefährden.
Ja sein Plan. Trotz dieser neuen Entwicklungen lief er gut. Remus tot würde Harry wohl den letzten Rest Lebenswillen nehmen und ihn endgültig zu der Marionette machen die er sich wünschte. Es lief perfekt. Doch er musste Vorsichtig sein.
Diese grauen Lords wer auch immer sie waren kannte er nicht, er würde Versuchen auch sie zu Manipulieren. Wenn das nicht klappte würde er sie Diskreditieren und am Ende vernichten. Er konzentrierte sich wieder auf den Grund dieses Treffens, der Angriff auf den jungen Weasley und der Vampir.
Der alte Rektor erhob sich und legte wieder eine seiner ‚Masken' auf. Er machte ein ernstes und etwas Trauriges Gesicht und begann den Mitgliedern die Vorfälle des Tages zu erläutern und ihnen die Gefahr begreiflich zu machen…
Merlin Castle / Gästezimmer Remus
„Ich erzähle dir am besten erstmal von meinen Sommerferien." Begann Harry. Er warf Remus einen Blick zu und wartete darauf das dieser Nickte. „Gut wie du weißt wurden meine Verwandten von einigen Ordensmitgliedern bedroht das sie mich über die Ferien gut behandeln sollten." Begann Harry seine Geschichte.
Er erzählte von seiner Überraschung als er merkte das sie nicht zum Ligusterweg fuhren sondern zum Narzissenweg. Er erzählte mit Emotionsloser Stimme wie sein Onkel ihn fast Täglich zusammen geschlagen hatte. Er schilderte detailliert wie sein Onkel ihm genüsslich die Knochen brach. Er hatte nur ruhe um sich einigermaßen zu erholen. Ohne seine Magie wäre er schon nach dem ersten Tag tot gewesen. Doch zu seinem Glück, obwohl er es in diesem Augenblick einfach verflucht hatte heilte ihn seine Magie immer wieder. Doch die Wunden wurden schwerer. Er blickte auf und konnte den entsetzten Ausdruck auf Remus Gesicht sehen.
Auch auf dem Gesicht von Severus zeigt sich Wut. Er wusste zwar das Harry vieles durchgemacht hatte doch das alles noch mal zu hören ließ es ich zum ersten mal begreifen. Er wurde sich erneut schmerzlich bewusst wie viel unrecht er dem Jungen Mann in den letzten Jahren getan hatte. Er wollte etwas sagen doch Harry winkte ab. „Es ist Okay Severus, du konntest es nicht Wissen und du auch nicht Remus." Fügte er hinzu.
Harry holte tief Luft und begann von den Vergewaltigungen zu erzählen. Eine einzelne Träne löste sich aus seinen Augen und lief seine Wange hinab als er schilderte was er unter der Hand Vernons und Dudleys ertragen hatte.
Doch seine Stimme war noch immer frei jeder Emotion. Außer vielleicht ein hauch Zorn.
Die beiden Erwachsenen sahen den jungen Mann entsetzt an. Severus und Remus konnten nicht verstehen wie er so ruhig davon erzählen konnte. Harry bemerkte die Blicke der beiden und lächelte schwach. „Was?" fragte er sanft.
Remus stellte die Frage für die beiden „Wie kannst du das so einfach Erzählen? Wie kannst du hier so ruhig sitzen bei dem was du alles mitgemacht hast? Ich kann mir nicht einmal vorstellen wie das für dich gewesen ist und redest darüber als ob, als ob…" er brach ab. Er konnte nicht weiter Reden. Die Schuld nagte an ihm. Er hatte Dumbledore vertraut, er hatte darauf vertraut das es Harry bei den Muggeln zumindest einigermaßen gut ging. Und jetzt erfuhr er das sie ihn gequält und Vergewaltigt hatten.
Er wagte sich gar nicht vorzustellen wie es im innern dieses Jungen aussah. Er wusste nicht ob er es schaffen würde mit diesen Ereignissen zu Leben. Schmerzlich wurde ihm bewusst, das er sein Versprechen das er den Eltern von Harry gegeben hatte gebrochen hatte. Er hatte ihn nicht beschützt. Nein er hatte Vertrauensselig dem großen Dumbledore geglaubt das es Harry gut ging.
Jetzt vielen ihm die vielen Kleinigkeiten ein, auf die er früher nicht geachtet hatte. Das Unmerkliche Zusammenzucken bei Berührungen. Der Traurige, Wütende und gleichzeitig verletzte Ausdruck der auf seinem Gesicht erschien wenn das Thema auf seine Verwandten kam, es war immer fast unmerklich doch war es da.
„Warum hast du nie etwas gesagt?" fragte der alte Werwolf. Er konnte es nicht Begreifen wie jemand mit all dem Leben konnte ohne es irgendjemandem anzuvertrauen. Sowohl Remus als auch Severus sahen den jungen Mann vor sich mit einer Mischung aus Trauer und Neugier an, auch Wut konnte man in ihren Augen sehen. Doch am stärksten war die Trauer und das Mitleid. Auch wenn es bei beiden unterschiedliche Gründe hatte.
Harrys Gesicht ernst. „Erstmal streicht ihr beiden sofort die Schuldgefühle die ihr gerade entwickelt. Ihr konntet es nicht besser Wissen. Wenn jemand Schuld hat sind es die Dursleys, Dumbledore und seine getreuen und natürlich Voldemort. Ihr nicht! Ihr konntet es nicht Wissen, ihr wurdet beide Manipuliert. Also streicht diese Schuldgefühle!" sagte der junge Lord hart. Seine Stimme war leise. Doch lag eine härte darin das es den beiden Männern einen Schauer über den Rücken jagte. Doch hörte man auch einen sanften Unterton darin. Beide sahen Harry überrascht und doch auch Dankbar an. Es erleichterte sie das er ihnen keine Schuld gab.
Beide wusste das sie die Schuldgefühle nicht so einfach ablegen konnten, Harry wusste das natürlich auch. Doch mit der kleinen Rede hatte er ihnen gezeigt das sie unnötig waren. Mit diesem Wissen und viel Zeit würden die Schuldgefühle vergehen.
Harry räusperte sich und holte so die beiden Männer denen er Vertraute zurück in die Wirklichkeit. „Ihr wollte Wissen wieso ich nie etwas gesagt habe?" fragte er ruhig. Die beiden nickten lediglich. „Gut. Stellt euch vor ihr seid 11 Jahre alt und habt in eurem Leben nur Schmerz und Demütigung erfahren, dann mit einem Schlag werdet ihr in eine Welt gestoßen die euch als Helden feiert. Alle kennen euch, alle mögen euch. Jeder verflucht noch mal erwartet von euch das ihr Perfekt seid, das ihr stark seid. Würdet ihr hingehen und sagen ach ja nebenbei. Ich wurde geschlagen und vergewaltigt. Wohl eher nicht. Hinzu kommt die Scham." Harry machte eine Pause und sortierte seine Gedanken und brachte seine Gefühle unter Kontrolle.
Nach einem Augenblick fuhr er mit leiser Stimme fort. „Eine Vergewaltigung ist…ich weis nicht welches Wort passt. Schrecklich? Demütigend? Schmerzhaft? Erniedrigend? Ja, vielleicht alles zusammen und noch viel mehr. Ich weis nicht wie es anderen Opfern geht, verdammt ich kann nicht mal wirklich in Worte fassen wie es mir damals ging. Ich war in der Vergangenheit und hatte vier Jahre Zeit mit dem ganzen fertig zu werden. Doch man kommt wohl nie Vollständig darüber hinweg. Ich habe gelernt mit dem Schamgefühl umzugehen und ich habe mich von dem Gedanken lösen können es verdient zu haben und irgendwie daran Schuld gehabt zu haben. Doch es ist immer noch da, aber es übermannt mich nicht mehr. Ich kann es kontrollieren und mit jedem mal wenn ich darüber Rede und mich meinen Gefühlen stelle wird das Gefühl schwächer. Doch es wird nie ganz vergehen, nicht mal wen ich die Dursleys getötet habe. Das weis ich jetzt. Diese Ereignisse haben mich geprägt, ich habe das akzeptiert. Das heißt jedoch nicht das ich es vergessen habe oder das ich jemals vollständig darüber hinweg komme." Harry holte tief Luft. Weder Remus noch Severus wagten es ihn anzusprechen er schien in seiner eigenen Gedankenwelt gefangen zu sein. Beide Männer merkten das er schon lange nicht mehr mit ihnen sprach. Sie waren nur noch mehr oder weniger zufällig anwesend.
„Ja meine Zeit in der Vergangenheit. Es war eine durchaus schöne Zeit. Sie hat mir bei so vielem geholfen. Nicht nur dabei meine eigene Vergangenheit zu verarbeiten, nein auch meine verschiedenen Persönlichkeiten zu einer zu Formen." Er lächelte und schien wieder in die Realität zurück zu kehren. „Ich wollte dir eigentlich erklären wie ich zum Lord geworden bin, oder?" fragte er an Remus gewandt. Dieser nickte.
„Nun ich bin wohl etwas abgeschweift. Dann…" Doch er wurde unterbrochen als sich die Tür öffnete. Alucard trat ein und schloss die Tür hinter sich. Langsam kam er auf die Gruppe zu und setzte sich gemütlich auf die leere Couch. Harry spürte sofort das etwas wichtiges passiert war er betrachtete fragend den Vampir.
Bevor er jedoch irgendwie reagieren konnte zog Remus scharf die Luft ein und sagte „Sie waren der Angreifer!" Der Vampir schmunzelte leicht und nickte. Harry bemerkte wie Remus ein Stück von Alucard wegrückte. Mit einem Seufzen sagte „Remus er ist ein Freund ich wollte dir gerade von ihm erzählen." Remus sah Harry überrascht an. „Harry weist du eigentlich was…" Es war Severus der den Werwolf unterbrach. „Ja wir Wissen alle was am Grimmauldplatz geschehen ist. Harry vielleicht solltest du die Blocks entfernen?" fragte er an den jungen Lord gerichtet.
Severus war immer noch aufgewühlt auf Grund von Harrys Geschichte doch er hatte genau wie der junge Lord erkannt das etwas wichtiges geschehen war.
Harry nickte und wandte sich an Remus „Das wird jetzt etwas unangenehm." Ohne weiteres begann Harry eine alte Lateinische Formel zu Murmeln und legte dem Werwolf eine Hand an die Schläfe und eine auf dessen Herz.
Ein blaues Leuchten umgab seine Hände.
Remus spürte wie eine äußerst Mächtige Präsenz in seinen Geist eindrang. Es dauerte nur Sekunden und Remus spürte wie ein Schleier von seinen Erinnerungen genommen wurde.
Plötzlich ergab es einen Sinn das er dieses befriedigte Gefühl hatte als er Ron am Boden liegen sah. Die Erinnerung war wieder da. Er wusste wieder was der jüngste Weasley getan hatte. Doch bevor er das richtig realisieren konnte stöhnte er gequält auf.
Die Fremde Macht, die wie er wusste von Harry kam hatte Angefangen den zweiten Block zu zerstören, doch dieser schien stärker als der erste. Viel stärker. Außerdem spürte er nicht nur in seinen Gedanken die Macht von Harry wirken. Nein auch in seinem Herzen.
Harry hatte den ersten Block ohne Schwierigkeiten lösen können. Doch wie er erwartet hatte war der zweite Block stärker. Er versuchte erst ihn ebenso wie den ersten einfach aufzulösen, doch das scheiterte. Dieser Block war nicht gewöhnlich. Er war mit uralter Magie geschaffen worden. Er hatte keine andere Wahl. Er musste mit aller Macht den Block brechen, nur wenn er mehr Macht einsetzte als der Zauberer hatte der den Block schuf konnte er ihn zerstören.
Er wusste das dieser Vorgang Schmerzhaft für Remus sein würde doch er hatte keine Wahl. Nach mehreren Minuten hatte er den Block zerstörte. Er löste sich sanft aus Remus Gedanken.
Kaum ließ er den Mann loß brach er zusammen. Severus verabreicht ihm einen Trank der seine Kräfte wieder herstellen würde. Trotzdem dauerte es noch Minuten bis sich der Werwolf weit genug erholt hatte um zu sprechen. Er Blickte Harry mit entsetzen in den Augen an. Harry glaubte zu Wissen warum. Remus wusste nun wieder was mit Ginny und Hermine geschehen ist. „Keine Angst Remus, Hermine und Ginny sind hier." Der Werwolf nickte doch dann schüttelte er den Kopf.
„Harry du…du" setzte er an. Unruhe machte sich in dem Jungen Potter breit. Er hatte ein ganz ungutes Gefühl. „Was?" fragte er. Doch Remus schüttelte nur Hilflos den Kopf, er brachte keinen Ton heraus. Alucard sagte ruhig „Was er wahrscheinlich versucht zu sagen ist das du eine Schwester hast."
Harrys Kopf flog herum. „Was?!!!" rief er. Seine Gedanken rasten. Er hatte eine Schwester? Warum wusste er davon nichts? Wo war sie? Wieso hatte ihm niemand davon erzählt? Diese Frage beantwortete er sich gleich selbst. Dumbledore! Er sah Alucard an und fragte „Wie lange weißt du das schon?" Seine Stimme hallte vor Macht.
Der Vampir blickt ihm gelassen an. „Seit ungefähr einer halben Stunde. Ein alter Vampir ist erwacht, die Vertraute deiner Schwester. Ich habe sie erwachen gespürt und sie hat es mit mitgeteilt. Sie werden bald hier sein." Antwortete er. Harry lehnte sich in den Sessel zurück. Er versuchte zu verarbeiten was er in den letzten Minuten gehört hatte.
Er hatte eine Schwester, eine Familie. „Wie heißt sie?" fragte er mit schwacher Stimme. Es war Remus der Antwortete „Jean Lily Potter"
