Hiho, da sind wir schon wieder ;)
Also erst einmal vielen Danke an die Reviewer:
Choooo: Vielen Dank für die treuen Rückmeldungen! Es ist einmal anzunehmen, dass wir das ganze so oder so durchziehen (versprochen wird nix *g*). Wir werden aber nicht so Erpressungen machen, Reviews oder keine Kapitel mehr! Sind ja freiwillig, aber wir freuen uns natürlich riesig über jedes Review!
Grizza: Echt Spitze von dir, dass du weiterliest, obwohl du jetzt das Englische gelesen hast! ;)
Mices: Mices, altes Haus, sogar ein Review hast du zustande gebracht?! *Hehe* Wer is da versüfft ;) wir sind immer noch drei... aber eigentlich solltest du dann 6 Leute sehen... *komisch!* Das dir die Story gefallen würde, war ja klar ^^ Du solltest übrigens noch deine langversprochene FF veröffentlichen! Nur einmal so nebenbei...
Tanja: E-Mail wurde geschickt *ggg*
Dann Riesenlob an Hamzu, der das Kapitel in Windeseile korrigiert hat! ^^ Danke! Reviews wie immer erwünscht!
Von Thorin:
Kapitel 5: Rundgänge
Lily stürmte wütend aus dem Gemeinschaftsraum.
"Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, VERDAMMT!", murmelte sie. Verflucht soll er sein! Zum Teufel mit James Potter!
Arroganter, eingebildeter, egozentrischer, lüsterner Idiot, dachte Lily, während sie durch den Flur stampfte, um die Ecke ging und ihr Privatgemach betrat. Die Räume der Schulsprecherin.
"Zuckerfeder", murmelte sie und die Tür klickte sanft, bevor sie sich öffnete.
Lily ging in das Zimmer. IHR Zimmer. Sie seufzte ein wenig erfreut und hatte ihren Zorn auf James für den Moment vergessen. Das Zimmer war nicht gross, aber es würde genügen. Es würde grossartig sein.
Sie ging zu ihrem Bett, drehte sich um und liess sich rückwärts darauf fallen mit einem leisen Giggeln.
Mein eigenes Zimmer, dachte sie. Schulsprecherin zu sein hatte auch seine Vorteile. Sie würde sich nicht mehr bis in die frühen Morgenstunden das Gejammer über die Jungs von Clarissa, Marianne, Alice und Emily anhören müssen. Sie würde nicht mehr über die Kleider, die die Anderen achtlos auf dem Boden liegen liessen, stolpern. Und das Beste von allem ...
"Mein eigenes Badezimmer!", sagte sie laut, sprang vom Bett hinunter und steuerte auf das kleine Badezimmer auf der rechten Seite des Bettes zu.
Wie ihr Schlafzimmer war es nicht gross, aber die Tatsache, dass es ihr eigenes war, genügte. Sie hatte ihre eigene Badewanne! Sie würde nicht mehr auf den Badeplan der Vertrauensschüler schauen müssen, um zu wissen, wann sie baden konnte. Sie müsste sich nicht mehr darüber sorgen, den Platz in der Wanne teilen zu müssen. Sie könnte jeden Abend den Tag mit einem luxuriösen Bad abschliessen, wenn sie wollte, und niemand würde sie dabei ärgern.
Ihr Koffer war ordentlich am Fussende des Bettes verstaut. Sie hatte noch fast zwei Stunden Zeit bis zu den Rundgängen; sie könnte jetzt ebenso gut auspacken.
Rundgänge. Mit James Potter. Die Wut, die sie gefühlt hatte, kam sofort zurück, nur war sie dieses Mal auf sie ebenso gerichtet wie auf James.
Dummes Mädchen, sagte sie zu sich selbst, als sie mehrere Schulpullover auspackte und sie in den Schubladenkasten legte. Du weisst, dass du ihn nicht deine Knöpfe drücken lassen solltest.
Weshalb musste er eigentlich immer ihre Knöpfe betätigen? Sie dachte logisch darüber nach.
Eigentlich sollte sie sich gar nicht darum kümmern, was er von ihr dachte. Aber Logik schien bei James Potter nicht zu funktionieren.
Sie fluchte wortlos. Sie wusste was er wollte. Sie wusste wieso er sie verfolgte.
Um unter deine Unterwäsche zu gelangen. Das ist der Grund, sagte ihr eine Stimme. Nichts weiter.
Und wieso nicht? Potter liebte immer die Herausforderung. Er war schon seit zwei Jahren hinter ihr her und versuchte sie zu überzeugen, dass sie mit ihm ausgehe. Es war verkehrt. Irgendein anderer Typ hätte schon lange aufgegeben. Sirius hatte es selbstverständlich getan. Zwei Absagen und er hatte genug (natürlich musste er nicht weit gehen, um ein Dutzend eifrige und willige Mädchen zu finden, die ihm das gaben, was Lily nicht wollte).
Aber Potter war unnachgiebig. Und sie wusste wieso. Gab es etwas besseres um sein männliches Ego mehr aufzubauen, als Lily Evans ins Bett zu bekommen? Wo doch jeder wusste, dass sie die hochnäsige, kühle Jungfrau war? In welcher Klasse auf seiner Skala würde SIE spielen.
Ihr Augen brannten ein wenig und sie blinzelte. Sie kümmerte sich darum. Sie musste es zugeben. Es war ihr nicht egal, dass James so unnachgiebig hinter ihr her, nur um sie ins Bett zu kriegen. Es störte sie sehr.
Sie dachte zurück an ihre vier Monate lange Partnerschaft mit Billy. Sie hatte GEDACHT er verstünde weshalb sie nicht mit ihm schlafen konnte. Weshalb sie Angst davor hatte. Aber im Ende hatte er sie fallengelassen. Genau wie die anderen Typen die sie gemocht hatte.
Was natürlich meinte, dass etwas falsch mit ihr war. Sie schaute von ihrem Koffer, den sie auspackte, auf und starrte in den Spiegel über ihrem Schminktisch.
Sie würde sich nicht selbst anlügen; sie wusste, dass sie das war, was viele als hübsch bezeichnen würden.
Aber verdammt noch mal, da ist für mich noch mehr als nur das, dachte sie bitter. Und da ist für mich mehr da, als nur diese dummen Geschlechtsteile!
Aber die Jungs, mit welchen sie ausgegangen war, wollten sie sichtlich nur, weil sie hübsch war; sie wollte sie nur als Puppe. Sie spürte einen Kloss in ihrem Hals. Wieso kann irgendein Typ nicht MICH mögen?
Und jetzt war Potter wieder hinter ihr her. Ihre Traurigkeit wechselte wieder zu Wut. Er ist kein bisschen anders als die anderen Jungen. Nein, er war schlimmer. So voll von sich selbst überzeugt. So sicher, dass er sie irgendwie fertig machen werden würde.
Als ob.
"Träum weiter, Potter", murmelte sie, als sie weiter ihre Sachen auspackte.
Es wäre viel einfacher, dachte Lily, wenn er einfach nur ihr gegenüber hasserfüllt wäre und ihre gemeine Namen hinter ihr her riefe, wie er es mit Lucius Malfoy oft tat.
Aber nein, Potter müsste natürlich mit ihr flirten. Er MUSSTE einfach nur gelegentlich etwas weniger unerträglich sein. Er musste die Sache schwieriger machen, indem er ab und zu verzaubernd war. Er musste es wieder schwierig machen ihn zu hassen, weil er es riskierte sexy zu sein.
Er ist nicht sexy, dachte sie schnell.
Ah nein, sagte eine andere Stimme in ihrem Kopf. Weshalb begann es dann so zu kribbeln in deinem Höschen, als du auf seinem schoss gesessen hast? Weshalb kannst du nicht aufhören über die Wölbung in seiner Hose zu denken, die gegen deine Oberschenkel gedrückt hat? Wieso wünscht du dir immer noch, er hätte dich dort gehalten und dich diese Beule an deinem Oberschenkel fühlen lassen, während er dich auf den Mund küssen würde?
Lily liess ein paar Jeans fallen, die sie gerade gefaltet hatte und setzte sich. Sie war entschlossen aufzuhören über den Zwischenfall im Zug zu denken. Aber natürlich tat sie es so oder so und sie verfluchte sich augenblicklich selbst.
Sie WOLLTE sich NICHT zu James Potter hingezogen fühlen. Es war ... grotesk. Sie wusste, dass wenn sie jemals zusagen würde, würde er sie einfach nur benutzen und sie danach fallen lassen wie die anderen Mädchen, mit denen er zusammen gewesen war. Oder schlimmer. Er würde es wahrscheinlich in der ganzen verdammten Schule damit angeben. Dann würde sie von der Schule anstatt als die zimperliche Jungfrau, als "nur ein weiteres Flittchen", gehen, wegen ein paar Stunden. War es nicht immer so? Ein Junge konnte seinen Weg durch die Schule machen und dabei immer mit anderen Mädchen schlafen, aber ein Mädchen gibt es einmal auf und wird ein billiges Flittchen.
Mit einem angewiderten Seufzer beendete Lily die ganze Auspackerei. Jede Minute, die verstrich, und sie den Runden mit James Potter näher brachte, war eine Minute von sicher immer mehr steigernden Furcht. Sie konnte sich nur vorstellen, was er nun tun würde, jetzt, wo er die perfekte Entschuldigung gefunden hatte, um mit ihr alleine zu sein.
Sie schaute auf die Uhr. Fünf Minuten vor 23 Uhr. Sie ging zum Spiegel und kontrollierte ihr Spiegelbild. Dann bürstete sie ihr Haar und trug ein wenig Lippenstift auf. Danach steckte sie ein Pfefferminzbonbon in ihren Mund...
Was tust du da? Es ist nur Potter!
Lily spuckte das Bonbon aus in ihre Hand. Da war sie am Zurechtmachen, als ob sie davor wäre, mit jemandem auszugehen!
Sie schmiss das Bonbon in den Papierkorb und brachte schnell ihr Haar mit ihren Händen durcheinander. Es gab keinen Grund auch nur im Entferntesten hübsch für James Potter auszusehen, vielen Dank.
Sie wollte schon die Tür hinausgehen und schaute dann wieder in den Spiegel. Sie würde mit verstrubbeltem Haar leben können, aber nicht mit einer unordentlichen Uniform. Sie zog ihre Krawatte fest, glättete ihren Rock und den Pullover, und rückte ihre Roben zurecht. Dann steckte sie den Zauberstab in eine inwändige Tasche. Sie hielt ihn immer noch fest, als sie ihr Zimmer verliess, bereit Potter in Vergessenheit zu hexen, falls er auch nur etwas versuchte.
Sie ging den Korridor nach hinten abwärts, in die Richtung des Gryffindorturmes, bis sie das Schulsprecherzimmer erreichte. Dann klopfte sie pünktlich an die Tür.
Seine Stimme, faul und ... sexy (zum Teufel mit ihm!) hallte durch die Tür nach.
"Evans? Bist du das, Schöne?"
"Oh, um Himmels Willen", murmelte sie und sagte dann in einer lauteren Stimme:"Ja Potter, ich bin es. Lass uns diesem Alptraum bitte ein Ende bereiten."
Die Tür schwang auf und James erschien. Sein Haar war verstrubbelter als sonst (wahrscheinlich hatte er die letzten 10 Minuten dazu verwendet, sie sorgfältig durcheinander zu bringen) und er hatte ein Lächeln auf seinen Lippen.
Lily rollte mit ihren Augen. "Gehen wir."
"Ebenfalls schön dich zu sehen, Evans" sagte er und täuschte einen verletzten Gesichtsausdruck vor.
"Potter, können wir bitte einfach nur das tun, damit ich danach wieder in mein Zimmer gehen kann und mich in der Badewanne ertränken?", sagte sie und begann sich auf die Haupttreppe am Ende des Korridors zurückzubewegen.
James holte sie auf. "Du ertränkst dich selbst in deiner Wanne?", sagte er. "Wirst du dann nackt sein?"
Lily stoppte für einen Moment. Dann schloss sie ihre Augen.
Merlin, gib mir die Stärke.
"Lass uns ... gehen", sagte sie steif. Sie würde es nicht zulassen, dass er sie heute Nacht ärgerte. Sie gingen die Treppe hinauf. James schaute verstohlen zu ihr.
Na ja, eigentlich nicht wirklich verstohlen, denn er machte es ziemlich offensichtlich, indem er sie musterte.
"Könntest du bitte damit aufhören?", sagte Lily in einem müden, genervten Ton, während sie den Treppenabsatz zum sechsten Stock erreichte.
"Ich kann nicht anders", sagte James grinsend. "Du bist zu schön."
"Oh mein Gott, du bist unverbesserlich", sagte sie durch zusammengepresste Zähne.
"Das wäre ziemlich viel einfacher, wenn du unattraktiv wärest", sagte James, ignorierte sie und ging weiter. "Wenn du nämlich unattraktiv wärest, wäre ich nicht die ganze Zeit so abgelenkt."
"Das wäre eigentlich viel einfacher, wenn du einfach einmal die KLAPPE. HALTEN. WÜRDEST."
"Das ist nicht sehr nett, Evans", sagte James, während sie nach links in einen neuen Gang einbogen. "Ich halte hier nur ein freundliches Gespräch."
"Es war mir nicht bewusst, dass freundliche Gespräche wiederholte Anmachungen enthalten", sagte sie hochmütig.
"Ich mache dich nicht an!", protestierte James und hielt an. "Ich ... starre dich einfach nur anerkennend an."
"Oh, was auch immer!", sagte sie verzweifelt und ihre Wut zeigte sich in ihrem Gesicht. Verdammt noch mal, er hatte es schon wieder getan. Ihr Knöpfe gedrückt.
Möchtest du nicht gerade, dass er dich wütend macht, kleine Miss Schulsprecherin.
Hör auf damit!
Sie gingen weiter dem Korridor entlang. James hatte schlussendlich sich dazu entschieden still zu sein, zumindest für den Moment, aber sie konnte seine Augen auf sich spüren. Die Rückseite ihres Halses brannte. Er schaute sie an als... als ob er ... hungrig wäre. Also ob er sie aufessen möchte.
Es war so pervers, dachte sie wütend. Wenn er sie so anschaute. Er war solch ein Lustmolch. Es war abstossend.
Es bescherte ihr ein Kribbeln zwischen den Beinen.
"Alles ok, Evans?", fragte James und seine sanfte Stimme hallte nichtsdestotrotz den ganzen Gang hinunter.
"Prima", sagte sie. "Mir geht es gut."
Author's Note: Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich (Thorin) irgendwo am Schluss bei Lily etwas mit 'Knöpfe gedrückt' geschrieben habe bei Lily. Ist so, weil wir den "Übersetzungsfehler" (es klingt einfach abartig im Deutschen) schon im Kapitel 3 haben und es sich im Englischen, dann sozusagen auf dieses Kapitel zurückbezieht... Soll nicht mehr vorkommen *ggg* !
Choooo: Vielen Dank für die treuen Rückmeldungen! Es ist einmal anzunehmen, dass wir das ganze so oder so durchziehen (versprochen wird nix *g*). Wir werden aber nicht so Erpressungen machen, Reviews oder keine Kapitel mehr! Sind ja freiwillig, aber wir freuen uns natürlich riesig über jedes Review!
Grizza: Echt Spitze von dir, dass du weiterliest, obwohl du jetzt das Englische gelesen hast! ;)
Mices: Mices, altes Haus, sogar ein Review hast du zustande gebracht?! *Hehe* Wer is da versüfft ;) wir sind immer noch drei... aber eigentlich solltest du dann 6 Leute sehen... *komisch!* Das dir die Story gefallen würde, war ja klar ^^ Du solltest übrigens noch deine langversprochene FF veröffentlichen! Nur einmal so nebenbei...
Tanja: E-Mail wurde geschickt *ggg*
Dann Riesenlob an Hamzu, der das Kapitel in Windeseile korrigiert hat! ^^ Danke! Reviews wie immer erwünscht!
Von Thorin:
Kapitel 5: Rundgänge
Lily stürmte wütend aus dem Gemeinschaftsraum.
"Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt, VERDAMMT!", murmelte sie. Verflucht soll er sein! Zum Teufel mit James Potter!
Arroganter, eingebildeter, egozentrischer, lüsterner Idiot, dachte Lily, während sie durch den Flur stampfte, um die Ecke ging und ihr Privatgemach betrat. Die Räume der Schulsprecherin.
"Zuckerfeder", murmelte sie und die Tür klickte sanft, bevor sie sich öffnete.
Lily ging in das Zimmer. IHR Zimmer. Sie seufzte ein wenig erfreut und hatte ihren Zorn auf James für den Moment vergessen. Das Zimmer war nicht gross, aber es würde genügen. Es würde grossartig sein.
Sie ging zu ihrem Bett, drehte sich um und liess sich rückwärts darauf fallen mit einem leisen Giggeln.
Mein eigenes Zimmer, dachte sie. Schulsprecherin zu sein hatte auch seine Vorteile. Sie würde sich nicht mehr bis in die frühen Morgenstunden das Gejammer über die Jungs von Clarissa, Marianne, Alice und Emily anhören müssen. Sie würde nicht mehr über die Kleider, die die Anderen achtlos auf dem Boden liegen liessen, stolpern. Und das Beste von allem ...
"Mein eigenes Badezimmer!", sagte sie laut, sprang vom Bett hinunter und steuerte auf das kleine Badezimmer auf der rechten Seite des Bettes zu.
Wie ihr Schlafzimmer war es nicht gross, aber die Tatsache, dass es ihr eigenes war, genügte. Sie hatte ihre eigene Badewanne! Sie würde nicht mehr auf den Badeplan der Vertrauensschüler schauen müssen, um zu wissen, wann sie baden konnte. Sie müsste sich nicht mehr darüber sorgen, den Platz in der Wanne teilen zu müssen. Sie könnte jeden Abend den Tag mit einem luxuriösen Bad abschliessen, wenn sie wollte, und niemand würde sie dabei ärgern.
Ihr Koffer war ordentlich am Fussende des Bettes verstaut. Sie hatte noch fast zwei Stunden Zeit bis zu den Rundgängen; sie könnte jetzt ebenso gut auspacken.
Rundgänge. Mit James Potter. Die Wut, die sie gefühlt hatte, kam sofort zurück, nur war sie dieses Mal auf sie ebenso gerichtet wie auf James.
Dummes Mädchen, sagte sie zu sich selbst, als sie mehrere Schulpullover auspackte und sie in den Schubladenkasten legte. Du weisst, dass du ihn nicht deine Knöpfe drücken lassen solltest.
Weshalb musste er eigentlich immer ihre Knöpfe betätigen? Sie dachte logisch darüber nach.
Eigentlich sollte sie sich gar nicht darum kümmern, was er von ihr dachte. Aber Logik schien bei James Potter nicht zu funktionieren.
Sie fluchte wortlos. Sie wusste was er wollte. Sie wusste wieso er sie verfolgte.
Um unter deine Unterwäsche zu gelangen. Das ist der Grund, sagte ihr eine Stimme. Nichts weiter.
Und wieso nicht? Potter liebte immer die Herausforderung. Er war schon seit zwei Jahren hinter ihr her und versuchte sie zu überzeugen, dass sie mit ihm ausgehe. Es war verkehrt. Irgendein anderer Typ hätte schon lange aufgegeben. Sirius hatte es selbstverständlich getan. Zwei Absagen und er hatte genug (natürlich musste er nicht weit gehen, um ein Dutzend eifrige und willige Mädchen zu finden, die ihm das gaben, was Lily nicht wollte).
Aber Potter war unnachgiebig. Und sie wusste wieso. Gab es etwas besseres um sein männliches Ego mehr aufzubauen, als Lily Evans ins Bett zu bekommen? Wo doch jeder wusste, dass sie die hochnäsige, kühle Jungfrau war? In welcher Klasse auf seiner Skala würde SIE spielen.
Ihr Augen brannten ein wenig und sie blinzelte. Sie kümmerte sich darum. Sie musste es zugeben. Es war ihr nicht egal, dass James so unnachgiebig hinter ihr her, nur um sie ins Bett zu kriegen. Es störte sie sehr.
Sie dachte zurück an ihre vier Monate lange Partnerschaft mit Billy. Sie hatte GEDACHT er verstünde weshalb sie nicht mit ihm schlafen konnte. Weshalb sie Angst davor hatte. Aber im Ende hatte er sie fallengelassen. Genau wie die anderen Typen die sie gemocht hatte.
Was natürlich meinte, dass etwas falsch mit ihr war. Sie schaute von ihrem Koffer, den sie auspackte, auf und starrte in den Spiegel über ihrem Schminktisch.
Sie würde sich nicht selbst anlügen; sie wusste, dass sie das war, was viele als hübsch bezeichnen würden.
Aber verdammt noch mal, da ist für mich noch mehr als nur das, dachte sie bitter. Und da ist für mich mehr da, als nur diese dummen Geschlechtsteile!
Aber die Jungs, mit welchen sie ausgegangen war, wollten sie sichtlich nur, weil sie hübsch war; sie wollte sie nur als Puppe. Sie spürte einen Kloss in ihrem Hals. Wieso kann irgendein Typ nicht MICH mögen?
Und jetzt war Potter wieder hinter ihr her. Ihre Traurigkeit wechselte wieder zu Wut. Er ist kein bisschen anders als die anderen Jungen. Nein, er war schlimmer. So voll von sich selbst überzeugt. So sicher, dass er sie irgendwie fertig machen werden würde.
Als ob.
"Träum weiter, Potter", murmelte sie, als sie weiter ihre Sachen auspackte.
Es wäre viel einfacher, dachte Lily, wenn er einfach nur ihr gegenüber hasserfüllt wäre und ihre gemeine Namen hinter ihr her riefe, wie er es mit Lucius Malfoy oft tat.
Aber nein, Potter müsste natürlich mit ihr flirten. Er MUSSTE einfach nur gelegentlich etwas weniger unerträglich sein. Er musste die Sache schwieriger machen, indem er ab und zu verzaubernd war. Er musste es wieder schwierig machen ihn zu hassen, weil er es riskierte sexy zu sein.
Er ist nicht sexy, dachte sie schnell.
Ah nein, sagte eine andere Stimme in ihrem Kopf. Weshalb begann es dann so zu kribbeln in deinem Höschen, als du auf seinem schoss gesessen hast? Weshalb kannst du nicht aufhören über die Wölbung in seiner Hose zu denken, die gegen deine Oberschenkel gedrückt hat? Wieso wünscht du dir immer noch, er hätte dich dort gehalten und dich diese Beule an deinem Oberschenkel fühlen lassen, während er dich auf den Mund küssen würde?
Lily liess ein paar Jeans fallen, die sie gerade gefaltet hatte und setzte sich. Sie war entschlossen aufzuhören über den Zwischenfall im Zug zu denken. Aber natürlich tat sie es so oder so und sie verfluchte sich augenblicklich selbst.
Sie WOLLTE sich NICHT zu James Potter hingezogen fühlen. Es war ... grotesk. Sie wusste, dass wenn sie jemals zusagen würde, würde er sie einfach nur benutzen und sie danach fallen lassen wie die anderen Mädchen, mit denen er zusammen gewesen war. Oder schlimmer. Er würde es wahrscheinlich in der ganzen verdammten Schule damit angeben. Dann würde sie von der Schule anstatt als die zimperliche Jungfrau, als "nur ein weiteres Flittchen", gehen, wegen ein paar Stunden. War es nicht immer so? Ein Junge konnte seinen Weg durch die Schule machen und dabei immer mit anderen Mädchen schlafen, aber ein Mädchen gibt es einmal auf und wird ein billiges Flittchen.
Mit einem angewiderten Seufzer beendete Lily die ganze Auspackerei. Jede Minute, die verstrich, und sie den Runden mit James Potter näher brachte, war eine Minute von sicher immer mehr steigernden Furcht. Sie konnte sich nur vorstellen, was er nun tun würde, jetzt, wo er die perfekte Entschuldigung gefunden hatte, um mit ihr alleine zu sein.
Sie schaute auf die Uhr. Fünf Minuten vor 23 Uhr. Sie ging zum Spiegel und kontrollierte ihr Spiegelbild. Dann bürstete sie ihr Haar und trug ein wenig Lippenstift auf. Danach steckte sie ein Pfefferminzbonbon in ihren Mund...
Was tust du da? Es ist nur Potter!
Lily spuckte das Bonbon aus in ihre Hand. Da war sie am Zurechtmachen, als ob sie davor wäre, mit jemandem auszugehen!
Sie schmiss das Bonbon in den Papierkorb und brachte schnell ihr Haar mit ihren Händen durcheinander. Es gab keinen Grund auch nur im Entferntesten hübsch für James Potter auszusehen, vielen Dank.
Sie wollte schon die Tür hinausgehen und schaute dann wieder in den Spiegel. Sie würde mit verstrubbeltem Haar leben können, aber nicht mit einer unordentlichen Uniform. Sie zog ihre Krawatte fest, glättete ihren Rock und den Pullover, und rückte ihre Roben zurecht. Dann steckte sie den Zauberstab in eine inwändige Tasche. Sie hielt ihn immer noch fest, als sie ihr Zimmer verliess, bereit Potter in Vergessenheit zu hexen, falls er auch nur etwas versuchte.
Sie ging den Korridor nach hinten abwärts, in die Richtung des Gryffindorturmes, bis sie das Schulsprecherzimmer erreichte. Dann klopfte sie pünktlich an die Tür.
Seine Stimme, faul und ... sexy (zum Teufel mit ihm!) hallte durch die Tür nach.
"Evans? Bist du das, Schöne?"
"Oh, um Himmels Willen", murmelte sie und sagte dann in einer lauteren Stimme:"Ja Potter, ich bin es. Lass uns diesem Alptraum bitte ein Ende bereiten."
Die Tür schwang auf und James erschien. Sein Haar war verstrubbelter als sonst (wahrscheinlich hatte er die letzten 10 Minuten dazu verwendet, sie sorgfältig durcheinander zu bringen) und er hatte ein Lächeln auf seinen Lippen.
Lily rollte mit ihren Augen. "Gehen wir."
"Ebenfalls schön dich zu sehen, Evans" sagte er und täuschte einen verletzten Gesichtsausdruck vor.
"Potter, können wir bitte einfach nur das tun, damit ich danach wieder in mein Zimmer gehen kann und mich in der Badewanne ertränken?", sagte sie und begann sich auf die Haupttreppe am Ende des Korridors zurückzubewegen.
James holte sie auf. "Du ertränkst dich selbst in deiner Wanne?", sagte er. "Wirst du dann nackt sein?"
Lily stoppte für einen Moment. Dann schloss sie ihre Augen.
Merlin, gib mir die Stärke.
"Lass uns ... gehen", sagte sie steif. Sie würde es nicht zulassen, dass er sie heute Nacht ärgerte. Sie gingen die Treppe hinauf. James schaute verstohlen zu ihr.
Na ja, eigentlich nicht wirklich verstohlen, denn er machte es ziemlich offensichtlich, indem er sie musterte.
"Könntest du bitte damit aufhören?", sagte Lily in einem müden, genervten Ton, während sie den Treppenabsatz zum sechsten Stock erreichte.
"Ich kann nicht anders", sagte James grinsend. "Du bist zu schön."
"Oh mein Gott, du bist unverbesserlich", sagte sie durch zusammengepresste Zähne.
"Das wäre ziemlich viel einfacher, wenn du unattraktiv wärest", sagte James, ignorierte sie und ging weiter. "Wenn du nämlich unattraktiv wärest, wäre ich nicht die ganze Zeit so abgelenkt."
"Das wäre eigentlich viel einfacher, wenn du einfach einmal die KLAPPE. HALTEN. WÜRDEST."
"Das ist nicht sehr nett, Evans", sagte James, während sie nach links in einen neuen Gang einbogen. "Ich halte hier nur ein freundliches Gespräch."
"Es war mir nicht bewusst, dass freundliche Gespräche wiederholte Anmachungen enthalten", sagte sie hochmütig.
"Ich mache dich nicht an!", protestierte James und hielt an. "Ich ... starre dich einfach nur anerkennend an."
"Oh, was auch immer!", sagte sie verzweifelt und ihre Wut zeigte sich in ihrem Gesicht. Verdammt noch mal, er hatte es schon wieder getan. Ihr Knöpfe gedrückt.
Möchtest du nicht gerade, dass er dich wütend macht, kleine Miss Schulsprecherin.
Hör auf damit!
Sie gingen weiter dem Korridor entlang. James hatte schlussendlich sich dazu entschieden still zu sein, zumindest für den Moment, aber sie konnte seine Augen auf sich spüren. Die Rückseite ihres Halses brannte. Er schaute sie an als... als ob er ... hungrig wäre. Also ob er sie aufessen möchte.
Es war so pervers, dachte sie wütend. Wenn er sie so anschaute. Er war solch ein Lustmolch. Es war abstossend.
Es bescherte ihr ein Kribbeln zwischen den Beinen.
"Alles ok, Evans?", fragte James und seine sanfte Stimme hallte nichtsdestotrotz den ganzen Gang hinunter.
"Prima", sagte sie. "Mir geht es gut."
Author's Note: Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich (Thorin) irgendwo am Schluss bei Lily etwas mit 'Knöpfe gedrückt' geschrieben habe bei Lily. Ist so, weil wir den "Übersetzungsfehler" (es klingt einfach abartig im Deutschen) schon im Kapitel 3 haben und es sich im Englischen, dann sozusagen auf dieses Kapitel zurückbezieht... Soll nicht mehr vorkommen *ggg* !
