Jetzt Thorin:
Kapitel Sieben: Das erste Date
Lily stieg in ihr Bett. Ihr Kopf schwirrte.
Was in aller Welt habe ich getan?, dachte sie. Ich stimmte zu mit James Potter auszugehen.
Warum? Warum? Warum?
Du weißt warum, erklärte ihr eine Stimme. Du magst ihn. Gib es zu.
"Nein, tue ich nicht", sagte sie laut. Sie tat es nicht. Sie hatte nur 'ja' gesagt, weil er sie von Peeves letztem Streich gerettet hatte. In einem Moment der Schwäche sagte sie 'ja'.
Das war es, dachte sie. Nur ein Moment der Schwäche. Er stand dort so niedlich und verführerisch. Er hat dich nur gerettet und du hast darüber nachgedacht wie es sich anfühlt, wenn sein Arm um deine Schulter gelegt ist. Und du legste dich total hinein in dieses Gefühl und gabst nach.
Nein, dachte sie. Ich dachte darüber nach, was er zuvor gesagt hatte. Wie er wollte, dass sie auf seinem Schoss saß. Zum Teufel mit ihm.
Sie wollte auf seinem Schoss sitzen. Sie wollte noch viel mehr tun, als nur das. Jenes verborgene Körperteil kribbelte wieder. Sie schloss ihre Augen. Das Gefühl hatte nicht wirklich aufgehört, seit ihrer ganzen Zeit bei den Runden.
Sie sollte gekränkt sein. Er hatte sie wie ein Wolf, der rohes Fleisch sah, angeschaut. Aber sie hatte es gemocht. Sie hatte gewünscht, dass er mehr täte als sie nur anzuschauen.
Das kribbeln wurde schlimmer. Sie hasste sich selbst dafür, dass sie so fühlte. Sie hasste James, weil er diese Gefühle verursachte. Warum sollte sie sich plötzlich von ihm angezogen fühlen, wenn sie zuvor nichts in dieser Richtung für ihn gefühlt hatte.
Weil sie etwas für ihn empfand. Ich habe mich nur mit anderen Jungs getroffen, weil ich das vergessen wollte, dachte sie. Die anderen Typen, die sie küsste und sie manchmal sie berühren ließ. Aber keiner, nicht einmal Billy, hatten sie kribbeln lassen, wie das hier.
Und James hatte sie kaum berührt.
Das Pochen zwischen ihren Beinen wurde unerträglich. Sie stöhnte laut und tat das Einzige, von dem sie wusste, es würde es erleichtern. Sie ließ ihre Hand unter ihr Nachthemd fahren. Währenddessen schwirrten in ihrem Kopf Bilder von James Potter, wie er ungezogene Dinge mit ihr tat.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
"Du hast doch noch ja gesagt?", quiekte Clarissa am nächsten Morgen während dem Frühstück. "Oh, Lily, das ist .... das ist so wundervoll!"
"Sei still", fauchte Lily. "Und so oder so, ich habe nur ja gesagt, damit er aufhört mich damit zu nerven", fügte sie hinzu. Du bist ein schlechter Lügner, Evans, sagte eine Stimme.
"Jaja, schon ok", sagte Marianne und musterte Lily sorgfältig. "Du magst ihn Lily. Gib es endlich zu."
"Ich finde ihn nicht unsympathisch", sagte Lily ausweichend.
"Na ja, das ist ein Fortschritt", sagte Clarissa mit leiser Stimme. "So oder so, es wurde langsam Zeit. Ich möchte dich nur noch daran erinnern den Verhütungszauber zu verrichten, bevor er dich mit ins Bett nimmt."
"Clarissa!" Lily. "Um Himmels Willen, ich werde nicht mit James Potter das Bett teilen."
"Sicher, Clarissa", sagte Marianne und lächelte wissend. "Nicht beim ersten Date."
"Marianne!"
Marianne und Clarissa kicherten und Lily die nur noch rot wurde, murmelte wirre Dinge und würgte ihr Frühstück ihren Hals hinunter. Sie blickte auf, nur um zu sehen, dass James sie wieder anblickte. Er grinste.
Verdammt! Und er weiß wahrscheinlich genau über was ich gerade geredet habe, dachte sie.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Die ersten paar Wochen des Semesters bewiesen, ein kleinerer Alptraum für Lily zu sein. Die Vorteile die mit dem Schulsprecherdasein kamen, wurden schnell von den Nachteilen überschattet. Die nächtlichen Rundgänge bedeuteten, dass Lily länger aufzubleiben hatte, als sie es sich gewohnt war. Als Schulsprecherin war es ihr Amt Studierprogramme für die Fünft- und Siebtklässler aufbauen zu helfen, damit diese Vorbereitung für ihre Prüfungen hatten. Sie und James mussten die Vertrauensschüler überwachen, um sicher zu gehen, dass diese ihren Status nicht ausnutzen würden (wie es die Vertrauensschüler von Slytherin gewohnt waren zu tun), und zudem das "Goldene Ohr" (Anm. d. Ü.: Zuerst wollte ich Hotline schreiben, aber dann fiel mir ein, dass wir in der Schweiz eine Einrichtung der Kirche haben, die so heißt, der man seine Probleme anvertrauen kann! ;D) für alle Vertrauensschüler spielen, die irgendwelche Schwierigkeiten hatten.
Der Stundenplan von Lily war nie fordernder gewesen, als dieses Jahr. Alle ihre Fächer waren auf UTZ Level. Sie wollte für das Zauberministerium arbeiten, vorzugsweise in der Abteilung für Strafvollzug. McGonagall hatte ihr eine Aurorenkarriere vorgeschlagen -- sie nahm für dies alle notwendigen Fächer -- aber Lily war sich nicht sicher, ob sie physisch genug hergab, für eine derart fordernde Arbeit. Wie dem auch sei, sie zog eher eine Karriere vor, die mehr auf geistiger Betätigung basierte.
Mit ihrer schweren Fächerlast, ihren Schulsprecherinpflichten und den nächtlichen Rundgängen vergingen die Wochen schnell. Zu schnell. Schon sehr bald würde der erste Hogsmeadbesuch kommen und sie würde gehen müssen. Mit James Potter. Zu einem Date.
Sie gab ihr Bestes um die Distanz zwischen ihnen zu wahren. Eine schwierige Aufgabe, wenn man die Tatsache berücksichtigte, dass die beiden zusammen ihre nächtlichen Rundgänge hatten und sie fast die gleichen Fächer belegten. Sie war erleichtert, als sie bemerkte, dass er augenscheinlich ein wenig von seinen kühnen Flirts zurückgewichen war, und die Gespräche auf eine entschieden sympathischere Art hielt. Sie selbst hatte alles dafür getan, um ihm klar zu machen, dass sie nicht bereit war sein schändliches Benehmen auszuhalten. Und er schien sich soweit dieser Sache zu fügen.
Aber sogar Lily, die sorgfältig und in einer gepflegten Weise Distanz hielt, erwischte sich immer mehr, während sie gerade an James Potter dachte. Öfters als ihr es lieb war. Sie bemerkte Dinge an ihm, die sie zuvor an ihm nie wirklich wahrgenommen hatte. Vielleicht lag das daran, dass sie ihn früher einfach zu sehr gehasst hatte.
Wie etwa sein Haar. Er brachte es nicht mehr soviel durcheinander, allerdings musste er das auch nicht. Es war sehr verstrubbelt. Und sehr schwarz. Und es sah sehr weich aus.
Dann war da sein Körper. Er war nicht mehr der magere Junge, den er vor zwei Jahren gewesen war. Selbstverständlich immer noch hager, aber er war etwas mehr in die Breite gegangen. Lily hatte eigentlich noch nie ein Körperteil von ihm bloß gesehen, aber nach ihren Rundgängen, hatte sie ihn im Gemeinschaftsraum betrachten können, während er Jeans und ein T-Shirt trug, die alles an der richtigen Stelle zeigten. Sie konnte unschwer erkennen, wie breit seine Schultern waren; was er für einen Waschbrettbauch hatte.
Dann war da seine Persönlichkeit. Er war immer noch schadenfroh wie eh und je, aber sie hatte fast im ersten Moment bemerkt, dass seine Neigung Schüler zu verhexen, wenn sie ihn störten, verschwunden zu sein schien. Er war fast ... höflich zu allen. Während den Schulstunden betrieb er weder Zettelwirtschaft mit Sirius noch spielte er anderen Schülern Streiche. Er gab eigentlich den Anschein, als würde er darauf aufpassen, was er tat, und mehr als einmal hatte Lily ihn gesehen, während er sich Notizen machte. Sogar in Geschichte der Zauberei, das eines der langweiligsten Fächer überhaupt war.
Er war zweifellos anders dieses Jahr. Und Lily bemerkte, dass sie diesen neuen und verbesserten James viel mehr mochte, als sie es gerne gehabt hätte.
Es half auch nicht, dass sie jede verfluchte Nacht, mit ungezogenen Gedanken von ihm in ihrem Kopf schwirrend, ins Bett ging. Ihre Träume wurden immer skandalöser und sie begann ihr Date zu fürchten. Nicht weil sie Angst hatte, er könnte etwas versuchen, sondern das Gegenteil. Und so nahm sie erst wahr, wie sie wollte, dass er ... etwas versuchte.
Der Tag an dem der Hogsmeadebesuch war, war strahlend und sonnig. Es war schon fast Oktober; die erste Sturmwelle war noch nicht gekommen und die letzten Sommertage schienen sich an der Luft festzuklammern. Lily wachte früh auf. Sie hatte die letzte Nacht schlecht geschlafen. Sie starrte in den Spiegel und blickte finster.
Schlecht, dachte sie. Ihr Haar war wirr, ihre Augen müde und blutunterlaufen und sie hatten dunkle Augenringe. Sie ging ins Badezimmer und nahm eine heiße Dusche. Sie schrubbte sich selbst mit ihrem Waschlappen, bis ihre Haut pink war und wusch ihr Haar energisch. Es half ein wenig; sie ging aus der Dusche, trocknete sich und wickelte ihr Haar in ein Tuch.
Was sollte sie eigentlich anziehen, dachte sie. Schulroben natürlich, aber da es Wochenende war, war die Schuluniform nicht Pflicht. Sie zog ein paar Jeans an und eine bäuerische Bluse, über welcher sie einen dicken Pullover trug. Sie vollführte einen Trockungszauber über ihrem Haar und bürstete es glatt. Dann band sie es hinten in einen Pferdeschwanz zusammen. Sie schaute wieder in den Spiegel. Die Augenringe waren verblasst und ihre Augen waren nicht mehr länger blutunterlaufen. Dennoch schaute sie immer noch blass und müde aus. Sie durchstöberte ihre selten gebrauchten Kosmetika und brachte ein Wenig Röte und Lippenstift an. Besser.
Sie traf James in der Nähe der Eingangstür. Er grinste, als sie sich näherte.
"Evans", sagte er und zeigte ein wenig seiner alten Keckheit. "Du siehst wie immer umwerfend aus."
"Danke", sagte sie und versuchte ihre Stimme kühl zu halten. "Wollen wir gehen?"
Er bot ihr den Arm an. Sie konnte nicht anders, als zu lächeln. Es war eine solch ... strenge Art von Geste und es wirkte ein wenig lächerlich an ihm, aber sie nahm seinen angebotenen Arm.
Sie zeigten Argus Filch, dem mürrischen Hausmeister, ihre Bewilligungen; er winkte sie ab, aber gab James einen deutlichen Blick und Lily dachte instinktiv, sie hätte ihn gehört murmeln: "Verdammter Spinner, dieser Potter."
"So", sagte Lily und fühlte sich ein wenig unbeholfen, während sie auf dem Weg zum Dorf waren. "Filch denkt nicht allzu gut von dir."
"Oh, er hasst mich", sagte James strahlend. "Hat er schon immer getan. Die ganze Zeit seit ich das Porträt in seinem Büro verhext hatte, so dass es ihm ständig gemeine Namen gibt, um ihn zu triezen."
"Du hast nicht."
"Natürlich habe ich es getan", sagte er grinsend. "Du wirst mich doch nicht anzeigen, oder?"
Lily schüttelte ihren Kopf, aber lächelte trotzdem. "Ich kann immer noch nicht glauben, dass du Schulsprecher bist."
"Ich ebenfalls nicht", sagte James. "Ich werde ehrlich sein, Evans. Als ich den Brief erhalten habe, glaubte ich Dumbledore sei durchgeknallt. Ich glaubte immer, Remus hätte sich den Posten gesichert.
"Wo ist jedenfalls Remus?", fragte Lily. "Ich habe ihn in den letzten Tagen nicht im Unterricht gesehen."
Bei dem versteifte sich James leicht und er schaute weg. "Oh", sagte er. "Er ist, ähm krank gewesen. Ich besuchte Madam Pomfrey vor kurzer Zeit."
Er log. Sie hätte es sagen können. Es störte sie jedoch nicht so sehr, wie es sie neugierig machte. Sie wusste es war etwas mit Remus Lupin los, aber sie war nie fähig gewesen es genau herauszufinden. Er war häufig krank und er schien jedes mal von der Schule für ein paar Tage zu verschwinden. Sie hätte gerne gewusst wie er das mit der Schule bewerkstelligte, aber er hatte immer Topnoten.
James musste etwas über Remus' Krankheit wissen, aber er schien nicht darauf versessen zu sein, darüber zu diskutieren. Sie drängte nicht weiter in dieser Angelegenheit. Wie unerträglich James auch immer manchmal sein konnte, sie hatte schon immer im Stillen seine Loyalität zu seinen besten Freunden bewundert.
"Also, wo ... wohin wolltest du gehen?", fragte er.
"Ich könnte ein Butterbier vertragen", sagte sie. "Die drei Besen?"
"Einverstanden", sagte er, und klang dabei ein wenig enttäuscht. Aber nichtsdestotrotz nahm er ihre Hand in seine und führte sie zum Pub.
Lilys Hand begann zu kribbeln beim Kontakt mit seinen Fingern. Sie hatten ein wenig Hornhaut, was wahrscheinlich vom Quidditch herführte. Sie würden sich wahrscheinlich gut anfühlen, wenn er sie berührte...
Vergiss es, dachte sie, während sie und James die Türschwelle überschritten und in den überfüllten Pub kamen.
Sie fanden einen Tisch in der Ecke und eine junge Bardame sich fast sofort auf sie zu bewegte.
"Was gibt's für euch, ihr Lieben?"
"Zwei Butterbiere, bitte", sagte James und gab ihr einige Sickel. Sie lächelte ihn kokett an; sie hatte starke Rundungen, eine der hübschen Frauensorte, die sich ihrer anziehenden Erscheinung komplett bewusst waren. Lily spürte wie sie ihre Fäuste unter dem Tisch ballte, wegen der Art und Weise wie die Bardame ihren Pferdeschwanz über die Schultern warf und weglief, während sie ihre Hüfte schwang. Aber James schaute nicht die Bardame an. Er sah Lily an.
Sie fühlte wie eine Hitze ihren Nacken hochkroch, als sie ihn ansah. Sein Gesichtsausdruck war anders, als er es bei so vielen ihrer gemeinsamen Rundgänge gewesen war. Überhaupt nicht wölfisch, aber warm. Nett. Ein wenig verspielt. Sie entschied, dass sie diesen Blick von ihm ebenso sehr mochte.
"So, Evans", sagte er beiläufig. "Weshalb hast du schlussendlich zugesagt, um mit mir auszugehen? Hast du herausgefunden, dass du meinem umwerfenden Charme nicht widerstehen kannst nach alledem?"
Sie rollte mit ihren Augen und fügte sich dieser Angelegenheit. "Nein, ich ging mit dir aus, weil ich es müde war, mir immer deine Bitten anzuhören."
"Eins zu null für dich", sagte er grinsend. Die Bardame kehrte zurück und stellte zwei Flaschen mit Butterbier auf dem Tisch ab. Sie warf James ein Lächeln zu und schlenderte davon.
"Sie scheint dich zu mögen", kommentierte Lily trocken und nahm einen kleinen Schluck Butterbier.
"Bist du etwa eifersüchtig?", fragte James schelmisch.
"Natürlich nicht", sagte Lily und errötete wieder. Verflucht noch mal, sie wünschte, sie würde nicht immer rot werden.
"Gut", sagte James und stellte seine Flasche auf den Tisch. Er ließ seine Hand über die hölzerne Oberfläche gleiten und nahm sanft ihre Hand. "Du solltest nicht eifersüchtig sein. Ich habe nur Augen für dich."
Er hatte begonnen die Haut auf dem Handrücken mit seinem Daumen zu streicheln. Lieber Gott. Das Kribbeln kam wieder. Lily wollte ihre Hand wegziehen. Sie tat es nicht. Stattdessen nahm sie einen weiteren Schluck Butterbier.
"Weshalb hast du dich entschieden mit mir auszugehen", fragte er und streichelte immer noch ihre Hand. "Im Ernst..."
Frag mich nicht, dachte sie. Weil ich dich nicht aus meinem Kopf verbannen konnte. Weil ich hoffe, dass du mich irgendwo mitnimmst und ... Dinge mit mir tust. Weil du so höllisch süß bist und ich dich dafür hasse, dass ich mich in dich verguckt habe.
"Ich...ich dachte es würde ... lustig sein", sagte sie lahm. Sie schluckte, änderte ihre Begründung und fand sich selbst eher zurückhaltend. "Ich meine du hast immer den Anschein gegeben eine schöne Zeit zu haben, deshalb dachte ich, warum nicht? Selbst wenn du dich manchmal wie ein Idiot aufgeführt hast."
Er lachte. "Ich benehme mich wie ein Idiot, weil ich verrückt nach dir bin", erklärte er ihr offen. "Ist das nicht wie es immer ist? Ein Typ führt sich total idiotisch auf in der Nähe von Mädchen die er mag?"
"Nicht das ich wüsste", sagte Lily. Er streichelte immer noch ihre Hand. Das führte dazu, dass sie sich wünschte er würde sie woanders streicheln. Es war heiß im Pub. Sie wollte herausgehen. Dennoch bewegte sie sich nicht von ihrem Platz.
"Du bist sehr direkt", fügte sie hinzu und nahm einen weiteren, nervösen Schluck von ihrem Butterbier. Sie zwang sich ihn anzuschauen und ihre Stimme leicht klingen zu lassen.
"Ich hielt noch nie etwas davon um den heißen Brei herumzureden", sagte James leichthin, lehnte sich in seinen Stuhl zurück und nahm seine Hand weg. Sie biss auf ihre Lippe vor Enttäuschung. "Die direkte Vorgehensweise ist doch so viel sinnvoller, findest du nicht?"
"Ich nehme es an", sagte Lily. "Ausgenommen, dass die direkte Vorgehensweise manchmal eine Menge ... Verlegenheit verursachen kann."
"Bist du in dem Fall also verlegen?", fragte James und lehnte sich wieder vor. Seine Augen. Haselnussfarben. Grün, golden und braun, alles in einem.
"Nein", log sie. "Au-Auf was hättest du jetzt Lust zu tun? Nachdem ... nachdem wir unsere Getränke ausgetrunken haben, meine ich."
"Bist du jemals bei der heulenden Hütte gewesen?", fragte er.
"Uh, nein", sagte Lily. "Weshalb sollte jemand dort hingehen? Dort ... dort spuckt es angeblich."
"Nah", sagte James spöttelnd. "Das ist nur ein krankes Dorfgerücht. Es ist eigentlich ein ziemlich toller Ort. Und so oder so, selbst wenn es dort spuken würde, es ist noch Tag. Das heißt wir sind sicher."
"Ich weiß nicht", sagte Lily zögernd. Natürlich, wenn sie mit ihm zur heulenden Hütte ging, hieß das, dass sie mit ihm allein wäre und mit ihm knutschen könnte...
Stopp, dachte sie. Nein, zur heulenden Hütte zu gehen schien nicht eine gute Idee zu sein, jetzt wo sie genauer darüber nachdachte. Sie könnte etwas Dummes tun. Sie könnte James Dinge tun lassen, die sie später bedauern würde...
"Komm schon, Evans", sagte James mit einer bettelnden Stimme. Dann breitete sich ein böses Grinsen über seinem Gesicht aus. "Außer du hast Angst."
Oh, er ist gut. Er weiß einfach wie er unter deine Haut kommt.
"Ich habe keine Angst, Potter", sagte sie und hob ihr Kinn.
"Gut", sagte er. "Lass uns gehen, oder nicht?"
"Einverstanden." Ihr Magen machte Purzelbäume. Ihr Herz schlug. Er nahm ihre Hand und sie gingen aus dem Pub mit ihren Butterbieren in den Händen.
Einmal draußen, spürte Lily, wie James ihre Hand zu seiner Rechten zog und sie folgte ihm. Weshalb ging sie mit ihm alleine weg? Wusste sie nicht was passieren konnte?
Du willst, dass es passiert.
Nein, ich will es nicht.
Doch, natürlich willst du.
"Kommst du, Evans?", fragte James und bemerkte ihr Zögern. "Oder hast du deine Meinung geändert?"
"Ich komme", sagte sie sicher.
"Ausgezeichnet", sagte er. "Der perfekte Platz um allein zu sein."
"Potter", sagte sie mit einer warnenden Stimme.
"Ich habe dir gesagt, dass ich ein perfekter Gentlemen sein würde und ich meinte es auch", sagte James grinsend.
Sie sah ihn durch verengte Augen an. "Du wirst besser nichts versuchen."
Oh, unter allen Umständen; bitte versuch etwas.
"Ich werde nichts tun", sagte er. "Versprochen."
Verflucht!
*****
Zu den Reviews:
Dinu: Thx für das Review ^^ Die Fehler waren peinlich, jop, aber es soll nicht mehr vorkommen! ;)
VanillaCherry: Lily & James Fics sind wirklich toll ;) Nur deshalb sind wir überhaupt auf diese Geschichte gestossen. Es gibt leider viel zu wenige solche Fics auf Deutsch, deshalb geht man schon am besten bei den englischen Suchen ^^
tune: *vollerenthusiasmuskapitelhochlad* Wird gemacht!
Choooo: Hehe, die Aufforderung war nicht wirklich an dich gerichtet! ;) Bist ja schliesslich mit Grizza am treuesten, was wollen wir da noch mehr! Dennoch vielen Dank für das Review!
Grizza: Jo, da gibt es wahrscheinlich noch vieles in der Art. Manchmal übersetzen wir auch ein wenig sehr frei. Je nachdem. Manchmal ist es eben schwierig etwas zu übersetzen, obwohl man genau weiss, was es bedeutet! Zudem wird uns manchmal wahrscheinlich das Schweizerdeutsche zum Verhängniss.
Jessy: Danke für das viele Lob! Freut uns wirklich, wenn dir die Übersetzung (und die Geschichte) gefällt.
Jonas: Hehe, hoi jöni! Sicher ischs eso wie ich (felix) gseit han!!! Aber trotzdem merci für d Reviews ^^ Da hesch dis neue Kapitel
*-*-*
Kriegen wieder ein paar Reviews? Wäre nett ;)
Kapitel Sieben: Das erste Date
Lily stieg in ihr Bett. Ihr Kopf schwirrte.
Was in aller Welt habe ich getan?, dachte sie. Ich stimmte zu mit James Potter auszugehen.
Warum? Warum? Warum?
Du weißt warum, erklärte ihr eine Stimme. Du magst ihn. Gib es zu.
"Nein, tue ich nicht", sagte sie laut. Sie tat es nicht. Sie hatte nur 'ja' gesagt, weil er sie von Peeves letztem Streich gerettet hatte. In einem Moment der Schwäche sagte sie 'ja'.
Das war es, dachte sie. Nur ein Moment der Schwäche. Er stand dort so niedlich und verführerisch. Er hat dich nur gerettet und du hast darüber nachgedacht wie es sich anfühlt, wenn sein Arm um deine Schulter gelegt ist. Und du legste dich total hinein in dieses Gefühl und gabst nach.
Nein, dachte sie. Ich dachte darüber nach, was er zuvor gesagt hatte. Wie er wollte, dass sie auf seinem Schoss saß. Zum Teufel mit ihm.
Sie wollte auf seinem Schoss sitzen. Sie wollte noch viel mehr tun, als nur das. Jenes verborgene Körperteil kribbelte wieder. Sie schloss ihre Augen. Das Gefühl hatte nicht wirklich aufgehört, seit ihrer ganzen Zeit bei den Runden.
Sie sollte gekränkt sein. Er hatte sie wie ein Wolf, der rohes Fleisch sah, angeschaut. Aber sie hatte es gemocht. Sie hatte gewünscht, dass er mehr täte als sie nur anzuschauen.
Das kribbeln wurde schlimmer. Sie hasste sich selbst dafür, dass sie so fühlte. Sie hasste James, weil er diese Gefühle verursachte. Warum sollte sie sich plötzlich von ihm angezogen fühlen, wenn sie zuvor nichts in dieser Richtung für ihn gefühlt hatte.
Weil sie etwas für ihn empfand. Ich habe mich nur mit anderen Jungs getroffen, weil ich das vergessen wollte, dachte sie. Die anderen Typen, die sie küsste und sie manchmal sie berühren ließ. Aber keiner, nicht einmal Billy, hatten sie kribbeln lassen, wie das hier.
Und James hatte sie kaum berührt.
Das Pochen zwischen ihren Beinen wurde unerträglich. Sie stöhnte laut und tat das Einzige, von dem sie wusste, es würde es erleichtern. Sie ließ ihre Hand unter ihr Nachthemd fahren. Währenddessen schwirrten in ihrem Kopf Bilder von James Potter, wie er ungezogene Dinge mit ihr tat.
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"Du hast doch noch ja gesagt?", quiekte Clarissa am nächsten Morgen während dem Frühstück. "Oh, Lily, das ist .... das ist so wundervoll!"
"Sei still", fauchte Lily. "Und so oder so, ich habe nur ja gesagt, damit er aufhört mich damit zu nerven", fügte sie hinzu. Du bist ein schlechter Lügner, Evans, sagte eine Stimme.
"Jaja, schon ok", sagte Marianne und musterte Lily sorgfältig. "Du magst ihn Lily. Gib es endlich zu."
"Ich finde ihn nicht unsympathisch", sagte Lily ausweichend.
"Na ja, das ist ein Fortschritt", sagte Clarissa mit leiser Stimme. "So oder so, es wurde langsam Zeit. Ich möchte dich nur noch daran erinnern den Verhütungszauber zu verrichten, bevor er dich mit ins Bett nimmt."
"Clarissa!" Lily. "Um Himmels Willen, ich werde nicht mit James Potter das Bett teilen."
"Sicher, Clarissa", sagte Marianne und lächelte wissend. "Nicht beim ersten Date."
"Marianne!"
Marianne und Clarissa kicherten und Lily die nur noch rot wurde, murmelte wirre Dinge und würgte ihr Frühstück ihren Hals hinunter. Sie blickte auf, nur um zu sehen, dass James sie wieder anblickte. Er grinste.
Verdammt! Und er weiß wahrscheinlich genau über was ich gerade geredet habe, dachte sie.
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Die ersten paar Wochen des Semesters bewiesen, ein kleinerer Alptraum für Lily zu sein. Die Vorteile die mit dem Schulsprecherdasein kamen, wurden schnell von den Nachteilen überschattet. Die nächtlichen Rundgänge bedeuteten, dass Lily länger aufzubleiben hatte, als sie es sich gewohnt war. Als Schulsprecherin war es ihr Amt Studierprogramme für die Fünft- und Siebtklässler aufbauen zu helfen, damit diese Vorbereitung für ihre Prüfungen hatten. Sie und James mussten die Vertrauensschüler überwachen, um sicher zu gehen, dass diese ihren Status nicht ausnutzen würden (wie es die Vertrauensschüler von Slytherin gewohnt waren zu tun), und zudem das "Goldene Ohr" (Anm. d. Ü.: Zuerst wollte ich Hotline schreiben, aber dann fiel mir ein, dass wir in der Schweiz eine Einrichtung der Kirche haben, die so heißt, der man seine Probleme anvertrauen kann! ;D) für alle Vertrauensschüler spielen, die irgendwelche Schwierigkeiten hatten.
Der Stundenplan von Lily war nie fordernder gewesen, als dieses Jahr. Alle ihre Fächer waren auf UTZ Level. Sie wollte für das Zauberministerium arbeiten, vorzugsweise in der Abteilung für Strafvollzug. McGonagall hatte ihr eine Aurorenkarriere vorgeschlagen -- sie nahm für dies alle notwendigen Fächer -- aber Lily war sich nicht sicher, ob sie physisch genug hergab, für eine derart fordernde Arbeit. Wie dem auch sei, sie zog eher eine Karriere vor, die mehr auf geistiger Betätigung basierte.
Mit ihrer schweren Fächerlast, ihren Schulsprecherinpflichten und den nächtlichen Rundgängen vergingen die Wochen schnell. Zu schnell. Schon sehr bald würde der erste Hogsmeadbesuch kommen und sie würde gehen müssen. Mit James Potter. Zu einem Date.
Sie gab ihr Bestes um die Distanz zwischen ihnen zu wahren. Eine schwierige Aufgabe, wenn man die Tatsache berücksichtigte, dass die beiden zusammen ihre nächtlichen Rundgänge hatten und sie fast die gleichen Fächer belegten. Sie war erleichtert, als sie bemerkte, dass er augenscheinlich ein wenig von seinen kühnen Flirts zurückgewichen war, und die Gespräche auf eine entschieden sympathischere Art hielt. Sie selbst hatte alles dafür getan, um ihm klar zu machen, dass sie nicht bereit war sein schändliches Benehmen auszuhalten. Und er schien sich soweit dieser Sache zu fügen.
Aber sogar Lily, die sorgfältig und in einer gepflegten Weise Distanz hielt, erwischte sich immer mehr, während sie gerade an James Potter dachte. Öfters als ihr es lieb war. Sie bemerkte Dinge an ihm, die sie zuvor an ihm nie wirklich wahrgenommen hatte. Vielleicht lag das daran, dass sie ihn früher einfach zu sehr gehasst hatte.
Wie etwa sein Haar. Er brachte es nicht mehr soviel durcheinander, allerdings musste er das auch nicht. Es war sehr verstrubbelt. Und sehr schwarz. Und es sah sehr weich aus.
Dann war da sein Körper. Er war nicht mehr der magere Junge, den er vor zwei Jahren gewesen war. Selbstverständlich immer noch hager, aber er war etwas mehr in die Breite gegangen. Lily hatte eigentlich noch nie ein Körperteil von ihm bloß gesehen, aber nach ihren Rundgängen, hatte sie ihn im Gemeinschaftsraum betrachten können, während er Jeans und ein T-Shirt trug, die alles an der richtigen Stelle zeigten. Sie konnte unschwer erkennen, wie breit seine Schultern waren; was er für einen Waschbrettbauch hatte.
Dann war da seine Persönlichkeit. Er war immer noch schadenfroh wie eh und je, aber sie hatte fast im ersten Moment bemerkt, dass seine Neigung Schüler zu verhexen, wenn sie ihn störten, verschwunden zu sein schien. Er war fast ... höflich zu allen. Während den Schulstunden betrieb er weder Zettelwirtschaft mit Sirius noch spielte er anderen Schülern Streiche. Er gab eigentlich den Anschein, als würde er darauf aufpassen, was er tat, und mehr als einmal hatte Lily ihn gesehen, während er sich Notizen machte. Sogar in Geschichte der Zauberei, das eines der langweiligsten Fächer überhaupt war.
Er war zweifellos anders dieses Jahr. Und Lily bemerkte, dass sie diesen neuen und verbesserten James viel mehr mochte, als sie es gerne gehabt hätte.
Es half auch nicht, dass sie jede verfluchte Nacht, mit ungezogenen Gedanken von ihm in ihrem Kopf schwirrend, ins Bett ging. Ihre Träume wurden immer skandalöser und sie begann ihr Date zu fürchten. Nicht weil sie Angst hatte, er könnte etwas versuchen, sondern das Gegenteil. Und so nahm sie erst wahr, wie sie wollte, dass er ... etwas versuchte.
Der Tag an dem der Hogsmeadebesuch war, war strahlend und sonnig. Es war schon fast Oktober; die erste Sturmwelle war noch nicht gekommen und die letzten Sommertage schienen sich an der Luft festzuklammern. Lily wachte früh auf. Sie hatte die letzte Nacht schlecht geschlafen. Sie starrte in den Spiegel und blickte finster.
Schlecht, dachte sie. Ihr Haar war wirr, ihre Augen müde und blutunterlaufen und sie hatten dunkle Augenringe. Sie ging ins Badezimmer und nahm eine heiße Dusche. Sie schrubbte sich selbst mit ihrem Waschlappen, bis ihre Haut pink war und wusch ihr Haar energisch. Es half ein wenig; sie ging aus der Dusche, trocknete sich und wickelte ihr Haar in ein Tuch.
Was sollte sie eigentlich anziehen, dachte sie. Schulroben natürlich, aber da es Wochenende war, war die Schuluniform nicht Pflicht. Sie zog ein paar Jeans an und eine bäuerische Bluse, über welcher sie einen dicken Pullover trug. Sie vollführte einen Trockungszauber über ihrem Haar und bürstete es glatt. Dann band sie es hinten in einen Pferdeschwanz zusammen. Sie schaute wieder in den Spiegel. Die Augenringe waren verblasst und ihre Augen waren nicht mehr länger blutunterlaufen. Dennoch schaute sie immer noch blass und müde aus. Sie durchstöberte ihre selten gebrauchten Kosmetika und brachte ein Wenig Röte und Lippenstift an. Besser.
Sie traf James in der Nähe der Eingangstür. Er grinste, als sie sich näherte.
"Evans", sagte er und zeigte ein wenig seiner alten Keckheit. "Du siehst wie immer umwerfend aus."
"Danke", sagte sie und versuchte ihre Stimme kühl zu halten. "Wollen wir gehen?"
Er bot ihr den Arm an. Sie konnte nicht anders, als zu lächeln. Es war eine solch ... strenge Art von Geste und es wirkte ein wenig lächerlich an ihm, aber sie nahm seinen angebotenen Arm.
Sie zeigten Argus Filch, dem mürrischen Hausmeister, ihre Bewilligungen; er winkte sie ab, aber gab James einen deutlichen Blick und Lily dachte instinktiv, sie hätte ihn gehört murmeln: "Verdammter Spinner, dieser Potter."
"So", sagte Lily und fühlte sich ein wenig unbeholfen, während sie auf dem Weg zum Dorf waren. "Filch denkt nicht allzu gut von dir."
"Oh, er hasst mich", sagte James strahlend. "Hat er schon immer getan. Die ganze Zeit seit ich das Porträt in seinem Büro verhext hatte, so dass es ihm ständig gemeine Namen gibt, um ihn zu triezen."
"Du hast nicht."
"Natürlich habe ich es getan", sagte er grinsend. "Du wirst mich doch nicht anzeigen, oder?"
Lily schüttelte ihren Kopf, aber lächelte trotzdem. "Ich kann immer noch nicht glauben, dass du Schulsprecher bist."
"Ich ebenfalls nicht", sagte James. "Ich werde ehrlich sein, Evans. Als ich den Brief erhalten habe, glaubte ich Dumbledore sei durchgeknallt. Ich glaubte immer, Remus hätte sich den Posten gesichert.
"Wo ist jedenfalls Remus?", fragte Lily. "Ich habe ihn in den letzten Tagen nicht im Unterricht gesehen."
Bei dem versteifte sich James leicht und er schaute weg. "Oh", sagte er. "Er ist, ähm krank gewesen. Ich besuchte Madam Pomfrey vor kurzer Zeit."
Er log. Sie hätte es sagen können. Es störte sie jedoch nicht so sehr, wie es sie neugierig machte. Sie wusste es war etwas mit Remus Lupin los, aber sie war nie fähig gewesen es genau herauszufinden. Er war häufig krank und er schien jedes mal von der Schule für ein paar Tage zu verschwinden. Sie hätte gerne gewusst wie er das mit der Schule bewerkstelligte, aber er hatte immer Topnoten.
James musste etwas über Remus' Krankheit wissen, aber er schien nicht darauf versessen zu sein, darüber zu diskutieren. Sie drängte nicht weiter in dieser Angelegenheit. Wie unerträglich James auch immer manchmal sein konnte, sie hatte schon immer im Stillen seine Loyalität zu seinen besten Freunden bewundert.
"Also, wo ... wohin wolltest du gehen?", fragte er.
"Ich könnte ein Butterbier vertragen", sagte sie. "Die drei Besen?"
"Einverstanden", sagte er, und klang dabei ein wenig enttäuscht. Aber nichtsdestotrotz nahm er ihre Hand in seine und führte sie zum Pub.
Lilys Hand begann zu kribbeln beim Kontakt mit seinen Fingern. Sie hatten ein wenig Hornhaut, was wahrscheinlich vom Quidditch herführte. Sie würden sich wahrscheinlich gut anfühlen, wenn er sie berührte...
Vergiss es, dachte sie, während sie und James die Türschwelle überschritten und in den überfüllten Pub kamen.
Sie fanden einen Tisch in der Ecke und eine junge Bardame sich fast sofort auf sie zu bewegte.
"Was gibt's für euch, ihr Lieben?"
"Zwei Butterbiere, bitte", sagte James und gab ihr einige Sickel. Sie lächelte ihn kokett an; sie hatte starke Rundungen, eine der hübschen Frauensorte, die sich ihrer anziehenden Erscheinung komplett bewusst waren. Lily spürte wie sie ihre Fäuste unter dem Tisch ballte, wegen der Art und Weise wie die Bardame ihren Pferdeschwanz über die Schultern warf und weglief, während sie ihre Hüfte schwang. Aber James schaute nicht die Bardame an. Er sah Lily an.
Sie fühlte wie eine Hitze ihren Nacken hochkroch, als sie ihn ansah. Sein Gesichtsausdruck war anders, als er es bei so vielen ihrer gemeinsamen Rundgänge gewesen war. Überhaupt nicht wölfisch, aber warm. Nett. Ein wenig verspielt. Sie entschied, dass sie diesen Blick von ihm ebenso sehr mochte.
"So, Evans", sagte er beiläufig. "Weshalb hast du schlussendlich zugesagt, um mit mir auszugehen? Hast du herausgefunden, dass du meinem umwerfenden Charme nicht widerstehen kannst nach alledem?"
Sie rollte mit ihren Augen und fügte sich dieser Angelegenheit. "Nein, ich ging mit dir aus, weil ich es müde war, mir immer deine Bitten anzuhören."
"Eins zu null für dich", sagte er grinsend. Die Bardame kehrte zurück und stellte zwei Flaschen mit Butterbier auf dem Tisch ab. Sie warf James ein Lächeln zu und schlenderte davon.
"Sie scheint dich zu mögen", kommentierte Lily trocken und nahm einen kleinen Schluck Butterbier.
"Bist du etwa eifersüchtig?", fragte James schelmisch.
"Natürlich nicht", sagte Lily und errötete wieder. Verflucht noch mal, sie wünschte, sie würde nicht immer rot werden.
"Gut", sagte James und stellte seine Flasche auf den Tisch. Er ließ seine Hand über die hölzerne Oberfläche gleiten und nahm sanft ihre Hand. "Du solltest nicht eifersüchtig sein. Ich habe nur Augen für dich."
Er hatte begonnen die Haut auf dem Handrücken mit seinem Daumen zu streicheln. Lieber Gott. Das Kribbeln kam wieder. Lily wollte ihre Hand wegziehen. Sie tat es nicht. Stattdessen nahm sie einen weiteren Schluck Butterbier.
"Weshalb hast du dich entschieden mit mir auszugehen", fragte er und streichelte immer noch ihre Hand. "Im Ernst..."
Frag mich nicht, dachte sie. Weil ich dich nicht aus meinem Kopf verbannen konnte. Weil ich hoffe, dass du mich irgendwo mitnimmst und ... Dinge mit mir tust. Weil du so höllisch süß bist und ich dich dafür hasse, dass ich mich in dich verguckt habe.
"Ich...ich dachte es würde ... lustig sein", sagte sie lahm. Sie schluckte, änderte ihre Begründung und fand sich selbst eher zurückhaltend. "Ich meine du hast immer den Anschein gegeben eine schöne Zeit zu haben, deshalb dachte ich, warum nicht? Selbst wenn du dich manchmal wie ein Idiot aufgeführt hast."
Er lachte. "Ich benehme mich wie ein Idiot, weil ich verrückt nach dir bin", erklärte er ihr offen. "Ist das nicht wie es immer ist? Ein Typ führt sich total idiotisch auf in der Nähe von Mädchen die er mag?"
"Nicht das ich wüsste", sagte Lily. Er streichelte immer noch ihre Hand. Das führte dazu, dass sie sich wünschte er würde sie woanders streicheln. Es war heiß im Pub. Sie wollte herausgehen. Dennoch bewegte sie sich nicht von ihrem Platz.
"Du bist sehr direkt", fügte sie hinzu und nahm einen weiteren, nervösen Schluck von ihrem Butterbier. Sie zwang sich ihn anzuschauen und ihre Stimme leicht klingen zu lassen.
"Ich hielt noch nie etwas davon um den heißen Brei herumzureden", sagte James leichthin, lehnte sich in seinen Stuhl zurück und nahm seine Hand weg. Sie biss auf ihre Lippe vor Enttäuschung. "Die direkte Vorgehensweise ist doch so viel sinnvoller, findest du nicht?"
"Ich nehme es an", sagte Lily. "Ausgenommen, dass die direkte Vorgehensweise manchmal eine Menge ... Verlegenheit verursachen kann."
"Bist du in dem Fall also verlegen?", fragte James und lehnte sich wieder vor. Seine Augen. Haselnussfarben. Grün, golden und braun, alles in einem.
"Nein", log sie. "Au-Auf was hättest du jetzt Lust zu tun? Nachdem ... nachdem wir unsere Getränke ausgetrunken haben, meine ich."
"Bist du jemals bei der heulenden Hütte gewesen?", fragte er.
"Uh, nein", sagte Lily. "Weshalb sollte jemand dort hingehen? Dort ... dort spuckt es angeblich."
"Nah", sagte James spöttelnd. "Das ist nur ein krankes Dorfgerücht. Es ist eigentlich ein ziemlich toller Ort. Und so oder so, selbst wenn es dort spuken würde, es ist noch Tag. Das heißt wir sind sicher."
"Ich weiß nicht", sagte Lily zögernd. Natürlich, wenn sie mit ihm zur heulenden Hütte ging, hieß das, dass sie mit ihm allein wäre und mit ihm knutschen könnte...
Stopp, dachte sie. Nein, zur heulenden Hütte zu gehen schien nicht eine gute Idee zu sein, jetzt wo sie genauer darüber nachdachte. Sie könnte etwas Dummes tun. Sie könnte James Dinge tun lassen, die sie später bedauern würde...
"Komm schon, Evans", sagte James mit einer bettelnden Stimme. Dann breitete sich ein böses Grinsen über seinem Gesicht aus. "Außer du hast Angst."
Oh, er ist gut. Er weiß einfach wie er unter deine Haut kommt.
"Ich habe keine Angst, Potter", sagte sie und hob ihr Kinn.
"Gut", sagte er. "Lass uns gehen, oder nicht?"
"Einverstanden." Ihr Magen machte Purzelbäume. Ihr Herz schlug. Er nahm ihre Hand und sie gingen aus dem Pub mit ihren Butterbieren in den Händen.
Einmal draußen, spürte Lily, wie James ihre Hand zu seiner Rechten zog und sie folgte ihm. Weshalb ging sie mit ihm alleine weg? Wusste sie nicht was passieren konnte?
Du willst, dass es passiert.
Nein, ich will es nicht.
Doch, natürlich willst du.
"Kommst du, Evans?", fragte James und bemerkte ihr Zögern. "Oder hast du deine Meinung geändert?"
"Ich komme", sagte sie sicher.
"Ausgezeichnet", sagte er. "Der perfekte Platz um allein zu sein."
"Potter", sagte sie mit einer warnenden Stimme.
"Ich habe dir gesagt, dass ich ein perfekter Gentlemen sein würde und ich meinte es auch", sagte James grinsend.
Sie sah ihn durch verengte Augen an. "Du wirst besser nichts versuchen."
Oh, unter allen Umständen; bitte versuch etwas.
"Ich werde nichts tun", sagte er. "Versprochen."
Verflucht!
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Zu den Reviews:
Dinu: Thx für das Review ^^ Die Fehler waren peinlich, jop, aber es soll nicht mehr vorkommen! ;)
VanillaCherry: Lily & James Fics sind wirklich toll ;) Nur deshalb sind wir überhaupt auf diese Geschichte gestossen. Es gibt leider viel zu wenige solche Fics auf Deutsch, deshalb geht man schon am besten bei den englischen Suchen ^^
tune: *vollerenthusiasmuskapitelhochlad* Wird gemacht!
Choooo: Hehe, die Aufforderung war nicht wirklich an dich gerichtet! ;) Bist ja schliesslich mit Grizza am treuesten, was wollen wir da noch mehr! Dennoch vielen Dank für das Review!
Grizza: Jo, da gibt es wahrscheinlich noch vieles in der Art. Manchmal übersetzen wir auch ein wenig sehr frei. Je nachdem. Manchmal ist es eben schwierig etwas zu übersetzen, obwohl man genau weiss, was es bedeutet! Zudem wird uns manchmal wahrscheinlich das Schweizerdeutsche zum Verhängniss.
Jessy: Danke für das viele Lob! Freut uns wirklich, wenn dir die Übersetzung (und die Geschichte) gefällt.
Jonas: Hehe, hoi jöni! Sicher ischs eso wie ich (felix) gseit han!!! Aber trotzdem merci für d Reviews ^^ Da hesch dis neue Kapitel
*-*-*
Kriegen wieder ein paar Reviews? Wäre nett ;)
