Aww, danke für die Reviews! -Herzchenaugen- war ja so freundlich und hat verboten, dass man auf Reviews antworten darf, drum machen wir das so:
Dankeschön an:
goca, Jolinar89 (versaut? Aber mitnichten :P Ach ja, das waren keine Übersetzerinnen, sondern unsere Herren der Schöpfung, die den Job abgetreten haben. Typisch, wir Mädels sind da zuverlässiger ;)), Ac. Potterfan, jasdarling (immer wieder gerne -verbeug-), Maja-chan, sophie, I-Marrychan-I (-rofl- mir musst du nicht verzeihen, ich hatte bis jetzt rein gar nichts mit dieser Übersetzung zu tun. Auf die drei Zwerge darfst du also noch immer böse sein -lach-), Hermine Potter, Kalinetrine, BieneMaja
Und weiter im Text. ;)
Kapitel 20 - Unerträgliches Warten
Freitagnacht tobte ein Wind auf dem Hogwartsgelände, der die Fenster erzittern ließ. Lily war müde und schlecht gelaunt; sie war die ganze Woche derart beschäftigt gewesen, dass sie keine Zeit für ihre Freunde oder James gehabt hatte. James war ebenso mit Arbeit überschüttet worden.
Die einzige Zeit alleine, die sie teilten, war während ihren Rundgängen, aber beide waren von ihrem hektischen Stundenplan so erschöpft, dass sie sich am Ende kaum zu einem oder zwei halbherzigen Küssen aufraffen konnten (Lily war strikt dagegen, dass sie sich während den Rundgängen küssten und diese Woche war James damit sogar einverstanden).
Der Tag begann grau und drückend, aber zum Nachmittag hin brach die Sonne durch und der Himmel klärte auf. Nicht, dass die Sonne auch nur ein bisschen Wärme mit sich brachte. Lily dachte, ihre Füße würden einfrieren, als sie den kurzen Weg vom Schloss zu den Gewächshäusern für Kräuterkunde ging. Sie verbrachte die halbe Schulstunde damit, ihre Füße mit dem Zauberstab zu erwärmen und war so müde und geschafft, dass sie nicht einmal die einfachsten Fragen, die Professor Sprout ihr stellte, beantworten konnte. Die Slytherins amüsierten sich über Lilys untypisches Verhalten, lachten sie aus und Professor Sprout bedachte sie mit einem sehr missbilligenden Blick. Das Resultat war, dass Lily zwar keine Hauspunkte verlor, aber am Ende der Stunde mehr als schlecht gelaunt war.
Dann war da noch James, der während den Schulstunden und Mahlzeiten ungewöhnlich wenig redete, sagte kaum zwei Worte zu ihr. Als Lily ihn darauf ansprach, antwortete er nur, dass er müde war und sich nicht besonders wohl fühlte, aber Lily kaufte ihm das nicht ab. Er sah nicht krank aus; vielleicht etwas müde um die Augen herum, aber seine Farbe war normal und wenn sie es schaffte, seine Hand zu berühren, war diese weder heiß, noch kalt oder feucht.
Sie nahm sich vor, James beim Abendessen zu fragen, was los war. Gerade war sie auf dem Weg zu ihrem Zimmer, um ein paar ihrer Bücher abzulegen, als sie James sein Zimmer verlassen sah. Er trug seine Schultasche und es schien mit etwas Schwerem voll gestopft zu sein. Etwas, das nicht nach einem Buch aussah. Aus irgendeinem Grund duckte sie sich schnell hinter der Statue einer alten Hexe und spähte dahinter hervor.
Er hatte sie nicht gesehen, blickte nur rasch in alle Richtungen des Korridors. Er beeilte sich. Lily war sich nicht sicher, warum sie nicht nach ihm rief. Er hatte etwas vor, so viel war sicher. Nur was?
Sie erreichte ihr Zimmer, war verwirrt und etwas verärgert, als sie die Notiz, die an ihre Türe gepinnt war, entdeckte.
Sie nahm die Notiz von ihrer Türe und faltete sie auf. Eine Nachricht war hineingekritzelt; die Handschrift erkannte sie sofort.
Lil,
ich bin heute krank; fühle mich schrecklich. Werde früh zu Bett gehen. Denkst du, du kannst die Rundgänge heute alleine machen? Tut mir Leid, dass das jetzt so kurzfristig ist. Ich mache es wieder gut.
James
Lily fühlte Zorn in sich aufkommen. Was sollte das?
Krank, na klar, dachte sie. Er hat etwas vor.
„Zuckerfeder", murmelte sie fest und stürmte in ihr Zimmer. Er hatte die Rundgänge nie zuvor verpasst. Und sie glaubte keine Sekunde lang, dass er krank war. Wütend warf sie ihre Bücher auf ihr Bett und setzte sich unsanft auf ihren Schreibtischstuhl, ihre Augen überflogen halbherzig dessen Oberfläche, dann die Wand, an die der Schreibtisch lehnte. Ihre Augen zischten über den Kalender, dann zu ihrer Uhr und anschließend wieder zurück zum Kalender. Sie keuchte.
„Vollmond", sagte sie laut. Natürlich. Remus. Er war ein Werwolf. Er würde zur Heulenden Hütte gehen, um sich dort gefahrlos verwandeln zu können. James, Sirius und Peter würden ihn begleiten. James war nicht krank. Er verließ das Schulgebäude, um mit seinen Freunden zur Heulenden Hütte zu gehen, wo sie sich alle in Tiere oder Ähnliches verwandeln würden.
Lily spürte eine neue Welle der Wut.
Er hätte mir die Wahrheit sagen können, dachte sie bitter. Warum zum Teufel sagt er es mir nicht?
Was auch noch interessant war, war, wie er ungesehen über das Schulgelände gehen wollte. Und wie wollte er an der Peitschenden Weide vorbeikommen? Niemand konnte sich ihr mehr als zehn Meter nähern, ohne den Schlag eines Astes abzubekommen. Aber James und seine drei Freunde wollten sie ohne Lärm umgehen?
Sie sah auf ihre Uhr und stellte fest, dass es bald Abendessen geben würde. Aber sie hatte keinen Hunger. Sie hatte auf gar nichts Lust, aber sie war sauer. Sauer, weil James ein so großes Risiko einging. Ihre kleinste Sorge war es, dass er erwischt wurde. Was auch immer Clarissa ihr über Remus gesagt hatte, man konnte sich nicht herausreden, denn Werwölfe waren eben sehr gefährlich.
Lilys Versuch zu lernen wurde halbherzig und ihre Wut mischte sich mit Sorge. Sie wusste nicht, ob sie es aushalten würde, wenn James verletzt würde. Hatte er vor, die ganze Nacht draußen zu bleiben?
Die Stunden verstrichen und schon bald bemerkte Lily, dass sie die Rundgänge machen musste.
„Verfluchter Mist", sagte sie laut. Wahrscheinlich lief sie während ihren Runden Filch über den Weg - das passierte ihr und James ständig - und er würde sie bestimmt befragen. Sie konnte nur lügen und sagen, dass James schlafend in seinem Zimmer war, weil er sich nicht wohl fühlte. Aber das war eine Lüge, die Filch wahrscheinlich nicht glauben würde und warum nicht? Weil James sich beim Hausmeister nicht besonders beliebt gemacht hatte.
Mit einem erneuten Seufzen glättete sie ihren Umhang und begann, ihre Runden zu ziehen. Es war die längste Stunde ihres Lebens. Sie hasste es, alleine durch das riesige Schloss zu streifen; es war gruselig. Wie erwartet traf sie auf Filch, diesmal im fünften Stock neben dem Jungenklo. Lily wusste, dass Filch ihr nicht glaubte, als sie ihm erzählte, dass James krank war, aber was hätte sie denn sonst sagen sollen? Sie konnte auch schlecht sagen, dass James zu Madam Pomfrey gegangen war, denn das wäre etwas, was Filch sofort überprüfen würde. Sie konnte nur hoffen, dass sich James ein Passwort ausgedacht hatte, das kompliziert genug war, um Filch vom Einbrechen in sein Zimmer abzuhalten. Dann erinnerte sie sich daran, dass Filch ein Squib war (zumindest hatte James ihr das gesagt). Vielleicht würde alles gut gehen.
Lily kehrte nach den Rundgängen in ihr Zimmer zurück und wollte es schon betreten, da hielt sie inne. Der Vollmond war schon vor einigen Stunden erschienen. Sie fragte sich, was James und die anderen gerade taten. Schlafen? Versuchen, Remus davon abzuhalten, sie anzugreifen? Was?
Das war der Moment, in dem ihr bewusst wurde, dass sie niemals einschlafen würde. Nicht, solange James da draußen war, anstatt sicher in seinem Bett. Ebenso wurde ihr klar, dass sie es nicht länger ertragen konnte, dass James ihr dieses Geheimnis nicht anvertraute. Früher oder später würde sie ihn damit konfrontieren müssen.
Mit neuem Mut betrat sie ihr Zimmer, zog sich ein Nachthemd einen Umhang an, sowie Slipper darüber, griff nach ihrem Zauberstab und trat erneut aus ihrem Zimmer, überprüfte vorsichtig, ob sie alleine im Korridor war. Leise tapste sie zum Schulsprecherzimmer und war dankbar, dass sie James Aufmerksamkeit gezollt hatte, als er sein Passwort für die Türe gemurmelt hatte, bevor er eintrat.
Dieses Spiel können zwei spielen, James, dachte sie, als ihr Herz zu pochen begann. Sie wollte nicht an die Zahl der Regeln denken, sie sie gerade brach. Schlimm genug, dass sie ihre Prinzipien mit dem Bibliotheksvorfall, in sein Zimmer zu gehen, ihn in ihr Zimmer zu lassen (na ja, das war für einen guten Zweck) und James gelegentlich während ihrer Rundgänge zu küssen beinahe gebrochen hatte.
Sie griff nach dem Türknauf, murmelte „Stinkbombe" (das war ein ziemlich einfallsloses Passwort) und die Türe öffnete sich sanft. Sie trat ein und schloss die Türe hinter sich.
Wie erwartet war das Bett unbenutzt. Es war ungemacht und vereinzelte Kleidungsstücke sowie Bücher lagen überall auf dem Boden verstreut.
„Chaot", flüsterte sie und hob ein paar Umhänge auf, als sie ein lautes Klopfen an der Türe aufkeuchen ließ. Sie sprang beiseite.
„Potter, bist du da drin?"
Filch. Lily bekam Panik. Oh Gott, was, wenn er hineinkommt?
Er hämmerte erneut gegen die Türe und Lily hörte ihn deutlich verschiedene Worte murmeln. Er versuchte, das Passwort herauszufinden. Dann hörte sie Filch „Stinkbombe" sagen und vernahm das leise Klacken des Türschlosses.
Ohne nachzudenken schlüpfte sie in James' Bett, zog sich die Bettdecke über den Kopf und gab vor zu schnarchen.
„Potter?"
Lilys Herz pochte so laut, dass sie sich sicher war, Filch würde es hören.
Geh weg, dachte sie. Wenn er die Bettdecke wegziehen würde, war sie erledigt. James war erledigt. Sie betete, dass sie es fertig brachte, ihr Haar komplett zu bedecken.
„Potter?", wiederholte Filch.
Lily hörte, dass der Hausmeister näher an das Bett herantrat. Sie schnarchte laut auf und drehte sich auf die Seite, zog sich die Bettdecke dabei noch tiefer über und murmelte mit tiefer Stimme etwas Unverständliches, dann begann sie wieder gleichmäßig zu schnarchen.
„Verdammt", fluchte Filch. Lily hielt den Atem an, als der Hausmeister das Schlafzimmer hinter sich ließ. Sie nahm war, wie sich die Türe wieder schloss. Sie bewegte sich nicht. Sie atmete schwer.
Es vergingen fünf weitere Minuten, bevor sie die Bettdecke wieder von ihrem Kopf nahm. Filch war gegangen.
Lily stieg aus James' Bett - bemerkte, dass es angenehm nach ihm roch, aber das war egal, immerhin war sie noch immer wütend auf ihn - und richtete ihren Zauberstab auf die Türe.
„Colloportus", sagte sie deutlich und die Türe verschloss sich selbst mit einem lauten quietschenden Geräusch.
Ihr Herz schlug noch immer heftig und sie fühlte sich Adrenalin gefüllt. Sie sah sich in dem unordentlichen Zimmer um und tat das Einzige, das ihr einfiel: Sie räumte auf.
Sie hob seine Kleidung auf und faltete die Teile, die frisch rochen und schmiss die, die nicht besonders frisch rochen, in den Wäschekorb neben der Toilette. Sie machte das Bett. Sie machte alles auf Muggelart, weil sie ihre zitternden Hände zur Ruhe bringen wollte.
Sie tat alles etwas mechanisch, arbeitete so schnell, dass der Raum in weniger als zwanzig Minuten sauber war. Sie sah auf die Uhr am Bett. Fast zwei Uhr morgens. Sie beschloss, das Badezimmer genauer in Augenschein zu nehmen, hoffte, dass er auch dort ein Chaos verrichtet hatte, damit sie die verbleibende Zeit mit Putzen verbringen konnte.
Das Badezimmer war in einem ähnlichen Zustand. Ein paar feuchte Handtücher lagen auf dem Boden. Seine Zahnbürste sowie Zahnpasta und sein Rasierzeug waren auf dem Waschbecken verteilt. Sie benutzte ihren Zauberstab, um die Handtücher zu trocknen und hängte sie anschließend ordentlich auf den Handtuchhalter, dann legte sie die wenigen Pflaster, die herumlagen, wieder zurück in den Spiegelschrank über dem Waschbecken.
Unbewusst richtete sie ihren Zauberstab auf das Badezimmer und sagte „Scourgify" und der Raum begann sich selbst zu putzen. Schnell legte sich ein nach Zitrone riechender Duft in die Luft.
Wieder blickte sie auf die Uhr. Drei Uhr morgens. Sie sah aus dem Fenster. Bis zur Morgendämmerung waren es noch mindestens zwei Stunden hin. Würde sich Remus dann wieder zurückverwandeln? Wie wollten sie ungesehen wieder zurückkommen?
Sie setzte sich auf seinen Schreibtischstuhl. Sie stand auf. Sie schritt umher. Die Minuten vergingen langsam, langsam. Sie war erschöpft. Aber sie wusste, dass sie keinen Schlaf finden würde. Nicht, wenn James noch da draußen war und weiß Gott was tat.
Vier Uhr morgens. Fünf Uhr morgens. Halb sechs. Der Himmel erhellte sich, verwandelte sich von einem tiefen blau-schwarz in dunkles grau-blau. Viertel vor sechs. Das Sonnenlicht drang durch die Äste der Bäume. Lily hatte die letzte halbe Stunde damit verbracht, aus James' Fenster zu starren, welches einen perfekten Ausblick auf das Gelände, das zur Peitschenden Weide führte, gewährte. Wo zur Hölle blieb James?
Sie blinzelte. Bewegung. Etwas bewegte sich in der Nähe der Peitschenden Weide. Aber das ist verrückt, dachte sie. Es war nichts zu sehen.
Und da war auch nichts, aber etwas hinterließ Fußstapfen im Schnee. Viele Fußstapfen und es waren menschliche Abdrücke.
Das musste James sein. Sie mussten es sein. Aber wie hatten sie es geschafft, sich unsichtbar zu machen? Unsichtbarkeitszauber waren nur sehr schwer zu bewältigen. James oder Remus waren vielleicht fähig, diesen zu vollführen, aber Peter Pettigrew? Sirius?
Sie drehte sich wieder zum Fenster und sah, dass die Fußabdrücke auf den Eingang des Schlosses zusteuerten; sie bemerkte, dass die Stapfer schnell wieder verschwanden.
Sie wandte sich vom Fenster ab und begann wieder damit, auf und ab zu schreiten. James würde bald zurück sein. Was würde er sagen, wenn er sie ihn seinem Zimmer vorfand?
Das ist egal, dachte sie erhitzt. Er wird mit mir reden, ob er will oder nicht.
Ein paar weitere Minuten verflogen. Lily musste sich auf den Stuhl am Schreibtisch setzen und stand bestimmt ein duzendes Mal wieder auf, bevor sie James Stimme auf der anderen Seite der Türe wahrnahm.
„Stinkbombe", sagte er. Das Schloss öffnete sich nicht. Lily erinnerte sich daran, dass sie die Türe verriegelt hatte und sie machte sich keine Mühe, das rückgängig zu machen. Soll er sich doch wundern. Soll er doch überrascht sein.
Sie hörte ihn „Alohomora" sagen, die Türe öffnete sich und er trat ein. Sie erstarrte.
Sein Blick traf fast augenblicklich den ihren.
Ende Kapitel 20
Jep, da isses wieder, das Ende des Kapitels. ;)
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i. A. von Thorin, Balin und Durin
DiamondOfOcean
