Kapitel 22 - Schuldbegleichung
Er liebte sie. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz. Er musste sich erst einmal hinsetzen.
James zuckte wieder zusammen, als er sich langsam auf seinen Stuhl setzte; er hatte es schon längst aufgegeben, die klaffende Wunde vom Bluten abzuhalten. Das T-Shirt dagegen zu pressen würde bewirken, dass die Wunde nur erneut zu bluten begänne, wenn er das Shirt weglegte.
Seine Augen wanderten durch das Zimmer und auf einmal bemerkte er es. Großer Gott, hatte sie sein Zimmer geputzt? Er schüttelte den Kopf und lache, dann erschauerte er vor Schmerz in seinem Rücken.
Er zwang sich, den Schmerz zu ignorieren und dachte stattdessen an Lily. Wie sie die ganze Nacht auf ihn gewartet und sich Sorgen gemacht hatte (und die putzte sein Zimmer!). Wie er sie angeschrieen und ihr Gemeines an den Kopf geworfen hatte, obwohl es unangebracht gewesen war. Wie seine Worte ihre Tränen wieder trocknen ließen. Er schluckte und schüttelte den Kopf. Nichts, was er jemals in seinem Leben erlebt hatte, war so schrecklich, wie Lily Evans zum Weinen zu bringen.
Und nun war sie hier, stahl Medizin für ihn und behielt sein wertvollstes Geheimnis für sich.
Das Mädchen liebt dich, Potter.
Sie hatte es nicht gesagt (na ja, zumindest nicht seit der Nacht vor ein paar Tagen, in der sie betrunken gewesen war), aber ihre Handlungen heute Nacht bewiesen es.
Das Wissen darum, dass Lily Evans ihn liebte, sollte ihn Freude empfinden lassen, aber es ließ ihn sich schlecht fühlen. Wie zur Hölle sollte er sich wieder mit ihr versöhnen?
Er konnte nicht glauben, dass sie in seinem Zimmer stand, als er die Türe geöffnet hatte. Schön und wütend. In einem Nachthemd, das viel zu kurz war, um noch als anständig bezeichnet zu werden, aber ein weißer Umhang bedeckte sie. Und mit ihrem losen wallenden Haar und den grünen funkelnden Augen.
Sein Herz schwoll an vor lauter Emotionen. Angst, Reue, Lust, Dankbarkeit. Liebe.
Er liebte sie. Das war alles. Es erschreckte ihn, so für sie zu empfinden, weil er genau wusste, dass er nicht länger auf sie warten konnte. Sie war keine unerreichbare Göttin. Sie war Lily, aus Fleisch und Blut, unvollkommen und ein Wunder und eine Schönheit, sie war alles, was sie menschlich machte. Die Lust, die er bei dem Gedanken an sie verspürte - und davon fühlte er eine Menge - war nur ein Gefühl unter einer Million, die er für sie hegte. Und alle hatten mit dem vernichtenden Verlangen zu tun, jede Phase seines Lebens mit ihr verbringen zu wollen und das bis ans Ende seines Lebens.
Du musst es ihr sagen. Sie sollte es wissen.
Er hatte nicht die geringste Ahnung, wie er es ihr beichten sollte.
Die Tür öffnete sich und er sah auf. Lily nahm die Kapuze des Unsichtsbarkeitsmantels von ihrem Kopf. Für einen Moment waren nur ihr Gesicht und ihre Haare zu sehen; es sah bizarr aus.
„Ich habe einen Heiltrank mitgebracht", teilte sie ihm mit und schüttelte sich den Umhang von den Schultern. Als er von ihren Schultern glitt, verrutschte auch die Uniform etwas, die sie darunter trug und offenbarte ein sommersprossiges glattes Schulterblatt.
„Gut", sagte er und versuchte, nicht auf ihre Schulter zu starren. Warum hatte er nie bemerkt, wie reizend ihre Schultern waren?
Sie fuhr sich mit der Hand durch ihre Haare und trat näher an ihn heran, ihre rechte Hand umfasste eine Flasche mit einer grünen Flüssigkeit.
„Badezimmer", wies sie ihn an und er stand auf, zuckte zusammen und ging zu dem kleinen Bad.
„Ich fasse es nicht, dass du mein Zimmer geputzt hast, Lil", äußerte sich James, als er das Badezimmer betrat. „Und das Badezimmer auch? Wie lange bist du hier gewesen?"
Lily schlug nach ihm.
"Seitdem ich die Rundgänge hinter mich gebracht habe", gestand sie. „Oh, du solltest übrigens besser dein Passwort ändern. Filch hat mir nicht geglaubt, dass du krank bist. Vorher kam er hier rein, um das zu überprüfen; er hat das Passwort erraten."
„Filch?", fragte James wütend und besorgt zugleich. „Scheiße."
„Keine Sorge, er hat dich nicht erwischt", beruhigte Lily ihn und ließ heißes Wasser aus dem Hahn ins Waschbecken laufen. „Ich habe so getan, als wäre ich du."
„Wie?"
Sie sah ihn an und errötete. „Na ja, ähm, ich bin in dein Bett gehüpft, habe mir die Bettdecke über den Kopf gezogen und mich als du ausgegeben."
„Du warst in meinem Bett?", grinste James sanft. „Und ich war nicht da, um das zu erleben? Verdammt."
Lily errötete noch mehr und lächelte schüchtern. „Vielleicht solltest du doch hinsetzen", meinte sie und deutete auf die Toilette.
Er legte den Klodeckel auf die Schüssel und setzte sich.
„Halt mal", sagte sie und hielt ihm die Trankflasche hin. Er nahm sie.
„Hast du saubere Handtücher?", fragte sie und sah sich im Badezimmer um. „Diese hier sind zu rau."
„Nein", erwiderte James, "'tschuldigung."
Sie seufzte. "Okay, dann werde ich... dann werde ich die hier verwenden." Sie öffnete den Gürtel ihrer Robe.
„Äh, Lil, was tust du?", fragte er und stellte damit eine lächerliche Frage, da er verdammt genau wusste, was sie im Begriff war zu tun.
„Ich lege nur meinen Umhang ab", sagte sie.
„Ja, aber-", antwortete er schwach. „Äh. Das Nachthemd, das du da anhast-"
„Was ist damit?", fragte sie. Nun war der Umhang geöffnet. James versuchte, nicht zu lange auf ihre glatten Beine und die zarte Wölbung ihrer Brüste zu starren.
„Nichts", sagte er und rutschte unbehaglich aus dem Toilettensitz herum.
Ein fieses Grinsen huschte über ihr Gesicht.
„Gefalle ich dir, Potter?", fragte sie.
„Ja", entgegnete James. „Aber ich werde versuchen, mich wie ein Gentleman zu benehmen."
„Wie dem auch sei. Wir haben diese Robe hier oder gar nichts", lenkte Lily ab. „Ich muss die Wunde reinigen und diese Handtücher würden dir zu sehr wehtun. Aber wenn du es wirklich nicht ertragen kannst, mich in meinem Nachtgewand zu sehen-"
„Ich kann es ertragen", warf er schnell ein, „du freche Kröte."
Lily kicherte und legte ihren Umhang ab.
James ließ die Flasche mit dem Trank beinahe fallen, als er das sah. Das Nachthemd, das sie trug, war locker, leicht und ein bisschen durchsichtig. Durchsichtig genug, dass er die Konturen ihres Körpers ausmachen konnte. Die Wölbung ihrer kleinen runden Brüste, die verlockenden Kurven ihres Hinterns. Das Nachthemd reichte bis zur Mitte ihrer Oberschenkel, welche glatt und blass waren. James schloss seine Augen und seine Jeans begann, ihn mehr und mehr zu kneifen.
Sie tauchte eine Spitze ihres Umhangs in das Wasser gefüllte Waschbecken und wrang es aus.
„Jesus, Lil", stieß er aus.
„Was?", verlangte Lily zu wissen und drehte sich schnell zu ihm um.
"Nichts", redete er sich heraus. Grundgütiger, das Nachthemd war anstößig! Er zwang sich, ihre flauschigen weißen Slipper in Augenschein zu nehmen.
„Dreh dich um", sagte sie sanft. Er tat wie ihm geheißen, dankbar dafür, sie nicht ansehen zu müssen.
„Okay, ich werde die Wunde jetzt reinigen", warnte sie ihn vor.
James nickte und verkrampfte seine Finger um die Flasche, um nicht seine Arme um Lily zu legen und sie nah an sich gedrückt zu spüren.
Was ging in ihr vor, dass sie dieses Ding trug?
Oh, ja, du kannst es ertragen, Potter. Du kannst es ertragen, sie in diesem Stofffetzen zu sehen.
Lügner, Lügner, deine Hosen brennen. Wortwörtlich.
Für einen Moment vergaß er seine Lust, als die nasse Robe gegen die Wunde auf seinem Rücken drückte.
„Au", schrie er auf, zuckte bei dem brennenden Schmerz zusammen.
„Tut mir Leid", murmelte sie und tupfte die Wunde sanft ab. Er biss sich auf die Lippen, als sie sich wieder daran machte, sie zu reinigen. Wenigstens lenkte ihn der Schmerz davon ab, wie sie in ihrem Nachthemd aussah.
Schnell war die Verletzung gereinigt.
„Ich werde jetzt den Trank verwenden", sprach sie, trat näher an ihn ran und nahm ihm die Flasche aus der Hand. Als sie sich bewegte, pressten sich ihre Schenkel an die Haut seiner Arme und an seinen Rücken. Grundgütiger, er wünschte sich, sie würde sich mehr anziehen. Wie hatte er glauben können, er würde Kontrolle über sich haben, wenn sie so gut wie halbnackt war und sich gegen ihn drückte?
Sie trat zurück und er hörte ein leises ‚Plopp', als sie die Flasche mit dem Trank entkorkte. Ein paar Sekunden später tupfte sie die Wunde mit einem anderen Heiltrank voll gesogenem Ende ihrer Robe ab.
„Au!", schrie er wieder, als der Heiltrank auf seiner Haut zu wirken begann.
„Sei kein Baby", tadelte sie ihn.
„Das sagt sich so leicht, du bist nicht diejenige, der aufgeschlitzt wurde", knurrte er durch zusammengepresste Zähne.
Sie tupfte noch mehr auf die Wunde und dann hörte sie freundlicherweise auf.
Jetzt griff sie nach der halbleeren Flasche. Erneut stellte sie sich hinter ihn; er wartete kurz ab und bereitete sich darauf vor, gazeartige Bandagen auf der Verletzung zu spüren. Stattdessen spürte er ihren Atem an der Wunde, weil sie den Trank durch Pusten zum Eintrocknen bringen wollte. Er zitterte und seine Jeans wurde schmerzhaft eng.
„Gott, Lil", raunte er. „Nicht-"
Sie hielt inne. „Was? Tut es weh?"
"Nein", sagte James.
"Oh", murmelte sie, ein Grinsen erschien auf ihren Lippen.
Sie kicherte sanft und wickelte anschließend die Bandagen um die Wunde. Er versuchte, das Kribbeln an seiner Wirbelsäule zu ignorieren, als ihre Finger über seine nackte Haut huschten.
„Das ist alles, was ich für dich tun kann", meinte sie und schritt zurück. „Ich denke, du solltest den Verband in zwölf Stunden wechseln."
Er drehte sich zu ihr um. Sie lehnte sich mit ihrer Hüfte an das Waschbecken und ihre Arme waren über ihrer Brust verschränkt. Dieses verdammte Nachthemd, dachte er.
Er grinste sie an. „Also wirst du mir nicht dabei helfen, den Verband zu wechseln?"
"Also wirklich, James."
"Komm schon, Lil", bat er. „Ich kann das selbst nicht, Schatz." Er stand auf. „Ich brauche deine erfahrenen Heilfähigkeiten dazu. Und dich in diesem netten Ding, das du trägst, zu sehen, lindert den Schmerz besonders gut."
„Schon klar, James", sagte sie und bückte sich, um die blutbefleckte Robe aufzuheben. Sie bemühte sich, nicht zu lächeln.
Gott, er liebte dieses Mädchen. Konnte er es ihr sagen? Hatte er den Mut dazu?
„Lil", setzte er an, seine Stimme klang anders. Er fühlte sich anders.
Sie stand auf und fuhr sich mit der Hand durch ihr Haar.
„Ja?"
„Danke", äußerte er sich. „Für alles. Ich meine... alles."
"Keine Ursache", winkte sie ab und errötete zur selben Zeit wie sie lächelte.
„Ich meine es ernst, Lil", sagte er und ging auf sie zu. „Ich - ich kann nicht glauben... was du heute Nacht alles für mich getan hast. Dass du auf mich gewartet hast. Und dass du Filch belogen und Medizin aus dem Krankenflügel gestohlen hast und - und ich kann nicht glauben, dass du mein Zimmer geputzt hast. Es tut mir so Leid, dass ich dich angeschrieen habe. Du hast Recht. Ich hätte dir vertrauen sollen. Ich vertraue dir. Es war falsch von mir, diesen Teil... diesen Teil meines Lebens nicht mit dir geteilt zu haben. Es tut mir so Leid, dass ich dir vorher den Kopf gewaschen habe. Ich meinte es nicht so. Nichts von alledem. Du bist - du bist das Beste, das mir jemals hätte passieren können. Manchmal... na ja, meistens... denke ich, dass ich dich nicht verdiene. Besonders heute Nacht. Ich... ich habe dich zum Weinen gebracht und du hast mir trotzdem geholfen."
„James, es ist schon okay-"
„Nein, ist es nicht", widersprach James. Er konnte jetzt nicht aufhören - er musste ihr alles sagen, bevor seine Nerven beschlossen, den Geist aufzugeben. „Ich will nicht dafür verantwortlich sein, dich jemals wieder zum Weinen zu bringen. Ich will dich nur noch glücklich machen."
Sie starrte ihn an; ihre Kehle war trocken. Schließlich erwiderte sie: „Du machst mich glücklich, James."
Er sah zu Boden, konnte nicht so recht glauben, was sie da sagte.
„Ja?"
„Ja", versicherte sie ihm. „Ich bin sehr glücklich mit dir. Mit... uns."
Er blickte sie an. Er wollte ihr so viel sagen. Warum konnte er ihr nicht das sagen, was er sich am meisten wünschte, ihr zu sagen? Es war, als ob sein Mund gegen ihn arbeitete.
„Lil", schluckte er. „Ich - ich -"
Sag es, du Idiot!
„Ich schulde dir was", sagte er stattdessen. „Eine Menge."
Du dämlicher vermaledeiter Volltrottel.
Lily lächelte und schüttelte den Kopf. „Nein, James, das ist wirklich nicht-"
„Ich tu's", sagte er schnell und hoffte, dass er wieder in Fahrt kommen würde, damit er vielleicht die gewissen drei Worte loswerden konnte. „Ich will es wieder gut machen. Alles. Heute Nacht. Sag... sag mir nur, was ich tun soll, okay? Sag mir, was ich für dich tun soll und - und ich werde es tun."
Sein Mund war trocken; seine Zunge klebte ihm am Gaumen fest und bewegte sich nicht. Warum konnte er es nicht sagen?
Sie lächelte ihn an.
„Ich frage mich, wann ich eine neue Feder von dir bekomme", sagte sie anklingend.
James lachte nervös. „Stimmt", sagte er. "Äh, gut, ich habe gerade keine neuen bei mir, aber-"
„Ich habe nur einen Witz gemacht", klärte sie ihn auf und lächelte noch immer.
„Nein", beharrte James und ging einen Schritt auf sie zu. „Eine neue Feder. Okay. Die bekommst du."
Sie schmunzelte. "Na gut, einverstanden. Eine neue Feder. Eine wirklich ausgefallene."
„Eine ausgefallene, teure neue Feder", fügte er grinsend hinzu, als er mit sich kämpfte, das zu sagen, was er eigentlich sagen wollte. Er wusste, dass sie es nicht vor ihm sagen würde; er wollte nicht, dass sie es vorher sagte.
„Eine ausgefallene, teure, hochwertige Phönixfeder", grinste sie schelmisch, als er auf sie zu trat.
„Sind wir nicht gierig?"
„Ja, sind wir", bestätigte sie und ließ ihn ihre Hand in die seine nehmen.
„Was noch?", fragte er und hob seine Hand, um ihre Gesicht zu berühren.
„Wie ‚was noch'?", stellte sie eine Gegenfrage.
„Ich bin noch nicht fertig", sagte er. „Ich schulde dir noch immer etwas." Er konnte es nicht sagen. Es steckte zu tief in seiner Kehle. Warum konnte er es nicht sagen? Er wollte es doch.
„Ich - ich weiß nichts mehr", sagte sie.
Er lächelte und küsste sie leicht.
„Kein Problem", entgegnete er. „Ich denke, ich weiß schon was."
Natürlich wusste er etwas. Sie wollte, dass er ihr sagte, dass er sie liebte. Aber es schien, als konnte er es nicht sagen.
Feigling. Volltrottel. Idiot.
Er war mehr, als diese Worte ausdrücken konnten. Aber sein Mund wollte ihn bei dieser Erklärung nicht unterstützen. Also tat er das Einzige, von dem er wusste, dass er es tun konnte.
Er küsste sie erneut, langsam, tief, öffnete seinen Mund und ließ seine Zunge hervorgleiten. Sie erwiderte den Kuss, traf auf seine Zunge und presste ihren Mund gegen seinen. Seine Hände wanderten von ihrem Gesicht zu ihrer Hüfte und er zog sie näher an sich ran, stöhnte auf, als sich ihre Brüste gegen seine nackte Brust drückten, nur dieses dünne Stück Stoff trennte sie voneinander.
Seine Hände verhakten sich in ihren Haaren, er küsste sie härter. James fühlte den ansteigenden Druck in seiner Hose aufkommen, seine Hände legten sich auf ihren Hintern und pressten ihn gegen seine Hüften, ließen sie seine Erregung spüren. Sie keuchte.
„James", murmelte sie, „es... es ist Morgen. Vielleicht sollten wir-"
„Shh", wisperte er leise gegen ihre Lippen.
Er küsste sie wieder und wieder und drehte sie um, bis ihr Hintern gegen das Waschbecken drückte und er zwischen ihren Beinen stand. Er rieb seine Hüften an ihren, seine Hände fanden über dem Nachthemd ihre Brüste, massierten sie sanft durch den dünnen Stoff hindurch und sein Mund streifte über ihren Nachen, ihre Schultern und ihre Halsbeuge. Er konnte ihr Stöhnen hören, ihre Finger waren in seinem Haar.
„Du fühlst dich so gut an", murmelte er und knabberte leicht an der Haut ihrer Halsbeuge.
„James", flüsterte sie und sein Name klang von ihren Lippen wie der Himmel. Sein Mund bewegte sich zu ihrem Nacken zurück, als seine Hände den Saum des kurzen Nachthemdes über ihre Hüften schoben. Sie keuchte, als er sich von ihr entfernte und auf seine Knie sank, welche auf der Robe lagen, die nun ein Haufen auf den kalten Fliesen war.
„James, was tust du da?", verlangte sie zu wissen, ihre Brust hob und senkte sich schnell.
Er fuhr mit seinen Händen unter das Gummiband ihres Schlüpfers und zog diesen über ihre Hüften, ihre Knie und ihre Fußknöchel. Sie keuchte wieder. Er sah zu ihr auf und lächelte.
„James", stöhnte sie.
„Vertrau mir", sagte er.
„Warte-", setzte sie an.
Aber er wartete nicht. Er bewegte sich zwischen ihre Schenkel und fand ihr Zentrum, das mit dunkelbraunen Locken umgeben war. Er stöhnte etwas, als er den geheimen Ort fand, den er zwar berührt, aber nie gesehen hatte. Er legte eines ihrer glatten blassen Beine über seine Schulter, um sich einen besseren Zugang zu verschaffen. Er teilte ihre empfindlichen Falten mit den Fingern und tauchte mit der Zunge ein, fand ihre Klitoris.
„Oh!", schrie sie aus. Er öffnete seine Augen gerade lange genug, um zu sehen, wie sie ihren Kopf zurückwarf. Er kostete sie erneut und fühlte seine Erektion pochen, als er sie mit seinem Mund befriedigte. Als er seine Zunge und Lippen bewegte, verschlang sich eine ihrer Hände in seinem Haar. Süßer Merlin, sie schmeckte gut. So gut. So weich. Es war tausendmal besser, als das Erlebnis in der Bibliothek. Hier versuchte sie nicht, leise zu sein.
"James", stöhnte sie. "Oh Gott..."
Ein stechender Schmerz durchfuhr seine Knie, aber er ignorierte ihn und konzentrierte sich nur darauf, was sein Mund hier tat. Konzentrierte sich nur auf die Geräusche, die sie von sich gab. Ihre Hüften drängten sich ihm entgegen, ihr anderes Bein legte sich auch auf seine Schulter, als sie sich gänzlich auf das Waschbecken setzte. Seine Hände setzten sich in Bewegung; die eine wanderte unter ihr Nachthemd, um ihre Brüste zu streicheln; die andere platzierte er zwischen ihren Beinen. Er ließ zwei Finger in sie eindringen, als sich seine Zunge zu ihrem süßesten Ort verschanzte.
„James, warte!", rief sie aus. „Ich will - oh GOTT - bitte-"
Seine Erregung pulsierte wieder, aber er hörte nicht mit dem auf, was er mit seinem Mund und seinen Händen tat. Er bewegte seine Zunge und Hände schneller, ihre Hüften drängten sich hektisch an ihn. Sie war fast soweit. Er bemühte sich noch mehr, die Muskeln ihrer Beine spannten sich an, sie drückte seinen Kopf näher an sich. Seine Finger drangen ein und aus, sie war so feucht und eng, er stellte sich vor, dass es seine Exaltation war, die in ihr war...
Sie kam hart, schrie seinen Namen aus, als sich ihre inneren Muskeln um seine Finger zusammenzogen. Er leckte sie weiterhin sanft, ihr Höhepunkt klang ab und er brachte sie zurück in die Realität.
Für beinahe eine Minute blieb er auf seinen Knien, ließ sie sich von ihrem Orgasmus erholen. Dann küsste er die Haut auf der Innenseite ihrer Schenkel und stand den Schmerz in seinen Knien vernachlässigend auf. Schwächlich saß sie auf dem Waschbecken, ihr Kopf lehnte sich gegen den Spiegel, ihre Brust hob und senkte sich, als sich ihr Atem verlangsamte. Seine Erektion stand hart ab, aber er versuchte, sie zu ignorieren. Er zog sie in seine Arme und drückte sie an sich, wo sie an seine Brust geneigt verweilte. Ihre Beine baumelten schwach vom Waschbecken herunter. Er wünschte sich, er würde es ihr sagen. Es waren doch nur drei Worte, nicht wahr?
Drei Worte, die du noch nie zuvor zu einem Mädchen gesagt hast.
Ja, das musste es sein.
„Alles in Ordnung, Schatz?", fragte er und streichelte ihr sanft über ihr Haar.
Für einen kurzen Augenblick bekam er keine Antwort, aber ihre Schultern zitterten und sie kicherte.
„Du bist ein sehr, sehr ungezogener Junge, Potter", sagte sie.
„Mochtest du es nicht?", fragte er, obwohl er wusste, dass sie es gemocht hatte.
„Doch", erwiderte sie. „Sehr. Grundgütiger." Sie setzte sich zurück. "Das war schön."
"Du bist schön", sagte er und küsste sie auf die Nase. „Und delikat." Er küsste sie tief und ließ sie sich selbst schmecken. Sie seufzte und legte ihre Arme um seine Taille.
"Ich denke, du hast mich endgültig verdorben, Potter", lächelte sie. Sie wollte ihn küssen, als plötzlich ein lautes Stöhnen ertönte. Noch ein Stöhnen.
„Uh oh", sagte Lily und wollte vom Waschbecken runterspringen.
Zu spät. Mit einem lauten Krachen brach das Becken aus der Wand. James fing sie auf und brachte sie beide in Sicherheit, als das Waschbecken polternd auf dem Boden aufkam. Ein Rohr brach und überall spritzte Wasser umher.
„SCHEISSE!", rief James, aber er lachte. Lily schrie auf und lachte ebenfalls, als das Wasser sie anspritzte. Lily stürzte aus dem Badezimmer, schnappte sich ihren Zauberstab von seinem Schreibtisch und richtete ihn auf das Waschbecken. „Reparo!"
Das Waschbecken schwebte und montierte sich, wie das Rohr auch, von selbst an seinen ursprünglichen Platz und nach einem Aufleuchten war alles repariert.
„Gut mitgedacht, Evans", grinste er und war erfreut zu sehen, dass sie das Wasser derart nass gemacht hatte, dass sich ihr Nachthemd verlockend an sie schmiegte und ihm somit einen besseren Blick verschaffen konnte, wie es darunter aussah.
„James, hör auf, mich anzustarren und hilf mir lieber, das Chaos zu beseitigen", wies Lily ihn an und errötete bis in die Haarspitzen.
„Na gut."
Ende Kapitel 22
Wenn ihr das hier lest, seid ihr am Ende angekommen und dürft reviewen... :)
i. A. von Thorin, Balin und Durin
DiamondOfOcean
