Soo, danke für die Reviews, hrhr.
Kapitel 23 -
"Er war so nah dran."
Clarissa, Marianne und Lily saßen wieder einmal in Lilys Zimmer und gaben vor zu lernen. Marianne hatte Lilys Schreibtisch eingenommen und darauf ihre Zauberkunstaufzeichungen ausgebreitet, während Lily und Clarissa umgeben von Büchern auf dem Bett saßen.
„Ich meine, ich könnte schwören, dass er es sagen wollte", führ Lily fort. „Warum tat er es nicht? Warum ist es so schwer für ihn, es zu sagen? Es sind doch nur drei Worte."
„Ich habe dir gesagt, warum", sagte Clarissa.
„Ich weiß", meinte Lily bedrückt. „Und er hat sich wirklich nett verhalten. Die ganze Woche. Er trug meine Bücher und schob Zettelchen unter meiner Tür durch. Und in den Nächten bestand er darauf, die Rundgänge alleine zu machen und mich schlafen gehen zu lassen, weil ich so müde war, wegen, na ja, wegen dieser Sache mit Remus."
„Das klingt schön", grinste Clarissa. „Ich meine, wir sprechen hier von James Potter. Mr. Ich-zeige-niemals-meine-sensible-und-romantische-Seite. Dem König der Coolness. Na ja, mal von Sirius ganz abgesehen."
Marianne schnaubte. Clarissa und Lily blickten zu ihr.
"Was ist denn?", wollte Clarissa wissen.
„Nichts", sagte Marianne kurz angebunden und sah nicht von ihrem Zauberkunstaufsatz auf.
Für einen Moment musterte Clarissa sie nachdenklich, aber Mariannes Kopf war über ihre Hausaufgabe gebeugt und es schien, als würde sie sie gänzlich in Anspruch nehmen.
„Jedenfalls", fuhr Clarissa fort, „kann ich nicht glauben, dass du das Waschbecken abgebrochen hast, Lil."
„Ich weiß", kicherte Lily. „Aber irgendwie bin ich froh, dass es passiert ist. Immerhin war ich etwas, na ja, verlegen nach... du weißt schon. Das Waschbecken hat... die Spannung verschwinden lassen, denke ich."
„Und natürlich hast du damit eine amüsierende Geschichte für Schlummerpartys geschaffen", grinste Clarissa.
Marianne schnaubte wieder; sie klang empört, sagte aber nichts.
„Marianne?", fragte Lily bedächtig. Sie sah zu Clarissa.
"Du bist so furchtbar still, Marianne", sagte Clarissa. „Bist du... okay?"
„Alles bestens", erwiderte Marianne. „Es ist alles bestens. Bitte, führt eure endlose Diskussion über Potters verbale Schwierigkeiten und seine Rohrprobleme ruhig fort. Es ist faszinierend. Und überhaupt nicht ablenkend von meinen Hausaufgaben!" Ihre Stimme stieg mit jedem Wort, das sie sprach, immer mehr an, bis sie in einem Schrei endete.
„Marianne", sagte Clarissa.
Marianne sah sie scharf an. Kurzzeitig sagte sie nichts, aber dann füllten sich ihre Augen mit Tränen.
„Marianne, was ist los?"", fragte Lily alarmiert.
„Oh, verdammt!", krächzte Marianne, warf die Feder weg und stürzte ihren Kopf in ihre Hände.
„Marianne, sprich mit uns", bat Clarissa und schloss ihr Arithmantikbuch.
„Geht es um Sirius?", fragte Lily schnell.
„J-ja", schluchzte Marianne.
„Was hat dir dieser Dummschwätzer angetan?", erboste Clarissa. „Willst du, dass ich seine Eier schrumpfen lasse?" Sie zog ihren Zauberstab aus dem Umhang und machte sich ans Aufstehen.
„N-nein!", schrie Marianne.
„Was ist denn dann los?", fragte Clarissa und setzte sich wieder.
„Er - er sagt, dass er sich etwas aus mir macht", schniefte Marianne.
Lily und Clarissa tauschten einen Blick aus, dann sahen sie zurück zu Marianne.
„Äh, Marianne", sagte Lily sanft, „warum ist es schlecht, dass Sirius sich etwas aus dir macht?"
„Weil er damit alles ruiniert!", rief Marianne bitter.
Lily tauchte einen weiteren Blick mit Clarissa aus.
„Marianne, was ist denn nun dabei, wenn er sich-"
„Weil er das angeblich nie tun wollte!", jammerte Marianne. „Versteht ihr denn nicht? Wir waren doch nur... nur Sexpartner! Nicht mehr! Wir hingen nur miteinander rum und hatten von Zeit zu Zeit Sex, wenn uns das Verlangen packte. Ich meine, ich wusste immer, dass er nebenbei herumhurt. Das ist doch auch der Grund, warum ich nichts mit ihm angefangen habe. Und zwischen uns war alles fein, bis - bis - gestern. Und dann musste er alles ruinieren, nachdem wir miteinander geschlafen haben, indem er mir sagen musste, dass er sich wirklich etwas aus mir macht und - und-" Ihre Stimme ging in Schluchzen über.
Lily und Clarissa starrten ihre Freundin überrascht an.
„Und was?", hakte Clarissa nach.
„Und dass er sich, du weißt schon, mit mir treffen will. Dass er mich als seine - seine FREUNDIN haben will!" Marianne brach in heftigeres Schluchzen aus, legte ihren Kopf auf die Unterarme, vergrub ihr Gesicht.
Lily sah Clarissa erstaunt an. Marianne sprach so verzweifelt, als wäre ihre Mutter kürzlich gestorben.
„Äh, Marianne", zögerte Clarissa. „Ich denke, es ist gut, dass Sirius dich auch außerhalb eurer Bettgeschichten mag. Ich meine, klar, er hat sich auch so noch ein bisschen umgesehen."
Marianne schnaubte höhnisch, ihr Kopf lag noch immer auf ihrem Armen.
„Okay, mehr als ein bisschen. „Aber vielleicht hat er ja gemerkt, dass das Leben zu bieten hat, als Röcke jagen. Vielleicht hast du ihn irgendwie - inspiriert, weniger, na ja-"
„Weniger herumzuhuren?", fragte Marianne und sah auf.
„Ja", murrte Clarissa behutsam. „Weißt du, vielleicht hat das Herumhängen mit dir Sirius reifer werden lassen."
„Ich will nicht, dass Sirius reifer wird!", meinte Marianne. „Ich will nicht, dass er sich etwas aus mir macht!"
„Warum nicht, verdammt noch mal?", fragte Lily und fühlte die Wut in sich aufkommen.
„Weil... wenn er sich etwas aus mir macht, bedeutet das, dass ich - ich mir-"
„Du dir auch was aus ihm machen musst", beendete Clarissa den Satz. „Das versteht sich von selbst."
„Ich will mir aber nichts aus ihm machen!", sagte Marianne. „Er ist die letzte Person auf der Welt, aus der ich mir etwas machen will!"
„Oh, komm schon, Marianne", seufzte Lily. „Du verhältst dich so wie ich damals James gegenüber. Und jetzt schau, wie sich alles verändert hat. Menschen können sich ändern, weißt du. Und Sirius wäre glücklich, dich zur Freundin zu haben."
Das war genau das Falsche, was sie hätte sagen, denn Marianne brach erneut in Tränen aus.
„Oh je", sagte Clarissa. „Sieh mal, uh, vielleicht werde ich sie zu Madam Pomfrey bringen, um ihr einen Beruhigungstrank oder so zu verabreichen."
„Ich will nicht zu Madam Pomfrey gehen", sagte Marianne in einem sehr infantilen gereizten Tonfall.
„Dann hör auf damit, dich wie ein verdammtes Baby zu verhalten", sagte Clarissa scharf. „Ehrlich, Marianne, du tust so, als ob es etwas Schreckliches wäre, einen Jungen zu haben, der dich auch ohne Sex interessant findet. Es wurde höchste Zeit, dass Sirius reifer wird und bemerkt, dass Mädchen mehr als nur ein Strich auf seinem Bettpfosten. Sei stolz auf dich, das Mädchen zu sein, das ihm die Augen geöffnet hat."
„Das ist richtig", stimmte Lily zu. „Hast du auch nur die geringste Ahnung, wie viele Mädchen töten würden, um in deiner Haut zu stecken? Aber Sirius will dich. Umso besser."
Marianne hörte auf zu weinen und sah ihre zwei Freundinnen Tränen verschleiert an. „Ich dachte nur - ich wäre - immun gegen dieses Liebesgeschwätz", sagte sie. „Ich wollte es sein. Ich wurde schon ein mehrfach enttäuscht und das will ich kein weiteres Mal durchmachen."
„Das will keiner", äußerte sich Clarissa. „Aber, na ja, das Leben ist kurz und Liebe ist ein Risiko. Und meistens ist sie das Risiko wert. Ich meine, nimm mich und Remus. Ich habe Angst, aber ich bin auch wirklich glücklich. Ich bin lieber ängstlich und glücklich, als sicher und traurig."
„Ich auch", steuerte Lily ihr energisch zu.
„Marianne lächelte. „Wirklich?"
"Wirklich", sagte Clarissa und streckte ihre Hand aus. Marianne nahm sie und Lily legte ihre Hände auf die von den beiden.
Marianne lachte und schniefte.
„Scheiße", sagte sie. „Ich glaube, das bedeutet, dass ich Sirius ein Weihnachtsgeschenk kaufen muss."
x-x-x-x
"Glaubst du wirklich, dass er es mögen wird?"
„Lily, zum hundertsten Mal: Ja, ich denke, James wird das Geschenk, das du für ihn hast, verdammt gut gefallen!", sagte Clarissa, rollte mit den Augen und trug etwas Lippenstift auf.
Sie, Lily und Marianne waren am folgenden Samstag in Lilys Zimmer und machte sich für den Weihnachtsball zurecht. Lily beäugte das eingepackte Geschenk - ein Luxus-Besen-Reparations-Set - mit einer Spur von Skepsis. Für einen Jungen einzukaufen war sehr schwer, besonders für James. Eigentlich wollte sie ihm etwas Romantisches schenken, aber dann fiel ihr ein, dass er nicht der Typ für romantische Geschenke war. Er trug kein Parfum auf, las weniger Bücher als ihm gut tat und er hatte mehr Pullover als er anziehen konnte. Am Schluss hatte sie sich für das Besenset entschieden, weil es mit dem Sport, den er liebte, zu tun hatte: Quidditch.
„Marianne, glaubst du-"
"Ja, Lil", sagte Marianne. „Aber ich glaube immer noch, dass du ihm nichts hättest kaufen müssen, wenn du heute Abend mit ihm ins Bett gegangen wärst."
„Marianne", warnte Clarissa.
„Ich sag ja nur", sagte Marianne in einem Singsang.
Die Mädchen hatten den Morgen in atemloser Vorahnung verbracht, jede von ihnen hatte ihr Geschenk verpackt und jetzt redeten sie darüber, wie sie ihr Haar für den Ball herrichten konnten. Die Jungs dagegen hatten ausgeschlafen und nachdem sie aufgewacht waren und das Wetter gesehen hatten - ein klarer Sonnentag mit Neuschnee, der in der Nacht gefallen war - zogen sie ihre dicksten Wintermäntel an und machten eine Schneeballschlacht auf ihren Besen. Peter Pettigrew, der nicht allzu viel mit den anderen Rumtreibern nicht so viel herumhing, trotzte dennoch den Elementen und tat sich mit seinen Freunden zusammen, obwohl er sich etwas unwohl fühlte. James erwähnte, dass Peter sich in den letzten Wochen mehr und mehr von ihnen entfernt hatte und dass er zu viel Zeit in der Bibliothek verbrachte. Lily und James rätselten, warum Peter - der niemals besser als ein Durchschnittsschüler gewesen war - unbedingt so gut in den Z.A.G.s abschneiden wollte.
Aber als sie nachmittags mit ihren beiden besten Freunden in ihrem Zimmer saß, dachte sie nicht über Peter Pettigrew an. Sie war wegen dem herannahenden Abend viel zu aufreget und nervös. James und die anderen waren noch immer draußen und waren fest entschlossen, die letzten Minuten vor dem Ball abzuwarten, um hineinzugehen.
„Also wirklich, uh, ich habe darüber nachgedacht", sagte Lily langsam. „Sex... zu haben. Mit James. Heute Nacht."
Clarissa ließ ihren Lippenstift auf den Schreibtisch fallen, wo er ihn verschmierte. Mariannes Hand erstarrte mitten in der Bewegung, ihre Haare zu trocknen.
„Du machst Witze", keuchte Clarissa.
„Nein, mache ich nicht", erwiderte Lily.
„Bist... bist du sicher, dass du bereit bist?", fragte Clarissa.
„Hat James das L-Wort gesagt?", erkundigte sich Marianne.
„Nein", meinte Lily traurig. „Ich weiß aber, dass er es bald tun wird. Vielleicht... vielleicht wartet er nur auf den richtigen Moment, verstehst du? Um romantisch zu sein. Ich meine, ich will ja nicht, dass er es mir während einer Zaubertrankstunde sagt oder so."
„Ich sag's ja", sagte Marianne. „Das Letzte, was du willst, ist, dass er dich überrascht. Aber als Sirius mir sagte, dass er sich etwas aus mir macht, war das direkt vor einer Unterrichtsstunde mit Hufflepuff und ich war ein emotionales Wrack."
„Warum eigentlich?", dachte Clarissa laut, als sie ihr Haar zu kämmen begann. „Ich bin in Tränen ausgebrochen, als Remus es mir gestanden hat. Lächerlich. Warum sind Mädchen eigentlich solche Heulsusen?"
"Ich weiß nicht", sagte Marianne, „aber es versaut das ganze Augen-Make-up. Es gibt nichts Unattraktiveres, als Wimperntusche, die einem über das Gesicht läuft."
„Bist du dir wirklich sicher, Lil", wiederholte Clarissa. „Ich meine, nun, du hast schon eine Menge im körperlichen Bereich getan, aber wir reden hier über deine Jungfräulichkeit."
„Ich weiß", sagte Lily. „Dieses... dieses ganze Jungfrauengetue geht mir nur langsam auf den Geist. Und... und ich weiß, dass James der Richtige ist. Ein Teil in mir fragt sich, worauf zur Hölle ich warte. Ich meine, ich weiß, dass er mich liebt, nicht wahr? Das hat er mir seit Wochen gezeigt. Ich... frage mich nur, ob es nicht dumm von mir ist, darauf zu warten, dass er es mir sagt. Handlungen sollten doch mehr als Worte zählen, meint ihr nicht?"
„Ja, sollten sie", sagte Clarissa. "Aber es ist noch immer furchtbar nett, so etwas zu hören."
"Sieh mal, Lil, egal, wofür du dich entscheidest, es wird das Richtige sein", sagte Marianne. „Aber ich sag dir eins: Wenn du wirklich vorhast, heute mit ihm zu schlafen, solltest du nicht darüber nachdenken, ob ihm das Besenpflegeset gefallen wird. Du tauchst nackt in seinem Zimmer auf und schon ist er glücklich und wird alles andere vergessen."
„Marianne, du bist schrecklich", kicherte Lily. Für einen Moment herrschte Stille, weil die Mädchen ihr Haar herrichteten oder verschiedene Lippenstiftfarbtöne ausprobierten. Schließlich gab Marianne ein frustriertes Stöhnen von sich.
„Ich verfluche die Jungs", maulte sie, als sie ihren Zauberstab schwang, um ihr feuchtes Haar zu trocknen. „Warum brauchen sie nur zehn Minuten, um sich fertig zu machen?"
„Sirius vielleicht, aber wir alle wissen doch, dass Potter sein Haar erst noch verstrubbeln muss", grinste Clarissa. „Das kostet ihn bestimmt eine Stunde."
„Ha, ha", sagte Lily trocken, lächelte aber. Es stimmte, James hatte seine Neigung nie wirklich aufgegeben, sein Haar so zu verstrubbeln, dass es Wind zerzaust wirkte.
„Wie fühlt sich Remus eigentlich?", fragte Marianne und verwendete ihren Zauberstab nun dazu, Schwung in ihr Haar zu bringen.
„Besser", versicherte Clarissa. „Nach den Vollmondnächten ist er natürlich immer müde, aber seit einer Woche geht es ihm wieder besser. Immerhin ist er gerade draußen, nicht wahr?" Clarissa verzog ihr Gesicht vor dem Spiegel. „Diese Lippenstiftfarbe kann ich nicht hernehmen. Das sieht aus, als hätte ich die Gelbsucht." Sie wischte den Lippenstift mit einem Papiertuch weg, dann verwandelte sie die Farbe mithilfe ihres Zauberstabes in eine andere Farbe - das grelle Korallenorange wurde zu einem zarten Pink.
„Das ist schon viel besser, 'Riss", sagte Lily, als Clarissa nun den pinken Lippenstift auftrug.
„Definitiv", sagte Clarissa, verzog die Lippen und lächelte dann anerkennend in den Spiegel. „Wenn ich jetzt nur noch was mit meinem verdammten Haar anstellen könnte."
„Ich liebe deine Haare", meinte Marianne. „Naturlocken. Ich bin so eifersüchtig. Es kostet mich eine Ewigkeit, Locken in meine Haare zu bekommen." Als ob sie es demonstrieren wollte, schwang sie ihren Zauberstab erneut, um eine weitere Strähne lockig zu bekommen.
„Oh, klar, ich freue mich immer riesig darüber, wenn meine Haare im Sommer kraus werden und ich aussehe wie ein explodierter Besen", schnarrte Clarissa und beäugte ihre Haare mit einer Spur Verachtung. „Hast du noch etwas von diesem Sleakeazy (1) Haargel, Lil?"
„Yep", sagte Lily und ging ins Band. „Hier ist es."
„Danke", raunte Clarissa und schüttete sich eine gesunde Menge des Gels auf ihre Haare, dann knetete sie es durch.
„Verdammt", sagte Lily und musterte ihr Haar kritisch. „Ich weiß nicht, was ich damit machen solle." Sie zupfte eine Strähne heraus und ließ sie wieder fallen.
„Lass es offen, Lil", beschloss Marianne. „James liebt es, wenn es offen ist."
„Auch wieder wahr", sagte sie. „Aber ich wollte immer eine Entschuldigung dafür haben, es hochzustecken. In eine dieser ausgefallenen Frisuren, die die Filmstars immer haben. Wie Grace Kelly, weißt du?"
"Grace wer?", fragte Marianne.
"Eine Muggelschauspielerin", erklärte Clarissa. "Ich weiß nicht so recht, Lil. Versteh mich nicht falsch, aber du bist nicht wirklich der glamouröse Typ Mädchen. Eher... wie eine Präraffaelitengöttin (2), finde ich."
„Dankeschön", lächelte Lily.
„Clarissa hat Recht, Lil", sagte Marianne. „Diese Frisuren sind zu pedantisch für dich. Du brauchst etwas Sanftes und Feminines."
Lily hob ihr Haar an und wickelte es willkürlich herum, dann ließ sie es fallen.
„Hoffnungslos", sagte sie. „Ich bin nicht gut in Frisurenstyling."
"Ich helfe dir, Lil", versicherte Marianne ihr, als sie die letzte Locke mit ihrem Zauberstab gefertigt hatte. „Gib mir nur ein paar Sekunden."
Marianne schwang ihren Zauberstab erneut und ihr perfekt gelocktes Haar verwandelte sich in eine elegante Frisur an ihrem Hinterkopf; ein paar lose Locken rahmten ihr Gesicht ein. Einen weiteren Zauberstabschwung später flogen einige kleine Haarnadeln in ihr Haar und hielten es so an ihrem Platz.
„Marianne, das ist brillant", rief Clarissa beeindruckt aus. „Wo hast du das gelernt?"
„In der letzten Ausgabe der Hexenwoche", klärte Marianne sie auf. „Da waren alle möglichen Haarzaubersprüche drin. Sehr nützlich. Und jetzt bist du an der Reihe, Lil."
Lily nickte. Ein Teil in ihr war ein bisschen nervös. Marianne war immer diejenige unter ihnen gewesen, die mit ihren ganzen Kosmetika und Haartränken am glamourösesten war. Sie war immer die, die am meisten 'aufgetakelt' war. Lily war da ganz anders. Sie trug selten Make-up auf, außer einem Lipgloss und ihr Haar zu stylen bedeutete, es über ihre Schultern hängen zu lassen oder es mit einem Pferdeschwanz oder einer Haarspange zurückzubinden. Also hoffte sie, dass Marianne ihr Aussehen nicht zu stark verändern würde, indem sie komplizierte Haarfrisuren machte oder mit dem Make-up übertrieb.
Marianne besah Lily kritisch. Sie fuhr mit ihrer Hand durch Lilys Haar, dann strich sie über ihr Gesicht und hob Lilys Hände an.
„Grundgütiger, Lil, sieh dir mal deine Nagelhaut an, sie ist total schmutzig", schüttelte Marianne ihren Kopf. „Du hast Glück, dass ich hier bin."
Sie setzte sich aufs Bett und Lily ließ sich auf dem Stuhl nieder. Marianne grinste aufgeregt.
„Warte, bis ich mit dir fertig bin", sagte sie begeistert, als Lily besorgt schluckte. „James wird es umhauen, wenn er dich sieht."
„Du wirst mich aber nicht, na ja, zu pedantisch aussehen lassen, oder?"
„Entspann dich, Lil", wies Clarissa sie an. „Marianne weiß, was sie tut."
„'Riss hat Recht", bestätigte Marianne. „Du bist in sicheren Händen, Evans."
Lily nickte und Marianne machte sich an die Arbeit.
x-x-x-x
(1) Im Original „Sleakeazy (Hair Potion)". Ich glaube ja nicht, dass dieses Wort eine direkte Übersetzung hat, darum ist das hier einfach der Produktname und somit ließ ich es unverändert...
(2) Präraffaeliten, englisch The Pre-Raphaelite Brotherhood, 1848 in London gegründete Gruppe von Malern, Dichtern und Kunstkritikern. Die Maler unter den Präraffaeliten wollten mit ihren oft religiösen Bildern in der Tradition Raffaels die Kunst vom klassizistischen Akademiestil befreien. Sie standen auch unter dem Einfluss der Nazarener, einer 1809 in Wien gegründeten Vereinigung, die unter Rückgriff auf die altdeutsche und italienische Malerei (Albrecht Dürer, Perugino, Raffael) eine Erneuerung der religiösen Kunst anstrebte.
(Quelle: Microsoft® Encarta® Professional 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation.)
Ende Kapitel 23
Soo, da wären wir auch schon wieder.
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i. A. von Thorin, Balin und Durin
DiamondOfOcean
