Muhahaha, es war ein Genuss, dieses Kapitel zu übersetzen. Vielleicht geht es nur mir so, aber ich war am Dauergrinsen. :P
Kapitel 24
"Herrgott noch mal, Krone, du spielst jetzt schon seit einer halben Stunden an deinen Haaren herum", stöhnte Sirius entnervt. Er lag entspannt auf seinem Bett im Schlafsaal der Siebtklässlerjungen.
„Es ist nicht meine Schuld, dass ich nicht mit einer perfekten Frisur wie du geboren wurde", fuhr James ihn an und versuchte, ein paar Strähnen in die Stirn hängen zu lassen. Doch auch das half nicht. „Verdammt. Moony, hast du noch Sleakeazy?"
"Auf meinem Nachttisch", rief Remus aus dem Bad raus, wo er sich gerade rasierte. James ging zu dem Spiegel neben dem Eingang zum Schlafsaal und holte sich das Haargel.
„Willst du dich nicht auf fertig machen, Tatze?", verlangte James zu wissen, als er etwas von dem Gel auf seine schwarzen Zotteln verteilte.
„Im Gegensatz zu dir und Moony brauche ich keine Stunden damit zu verbringen, mich herzurichten", sagte Sirius.
„Stimmt", sagte James Augen rollend. „Du musst nur aufstehen und jedes Haar fällt an seinen Platz."
„Und er hat sich seit fünf Tagen nicht rasiert", rief Remus und spülte das Rasiermesser im Waschbecken ab, „was bedeutet, dass er die optimale Länge der Barthaare erreicht hat."
„Ich kann doch nichts dafür, dass ich gut aussehe, oder?", sagte Sirius spöttisch und unschuldig zugleich. Er stand vom Bett auf und ging zum Spiegel über seinem Nachttisch.
James gab ein würgendes Geräusch von sich und tat so, als würde er sich den Finger in die Kehle stecken. „Dein ganzes „Ich bin zu toll, um mich herrichten zu müssen" Gehabe wird langsam alt, Tatze. Und nebenbei, denk an Marianne. Der Bart könnte dem armen Mädchen ihr Gesicht zerkratzen."
„Sie mag meinen Bart", grinste Sirius. „In ihrem Gesicht und auch sonst überall."
„Zu viele Informationen", meinte Remus.
„Sieh mal an, wer da spricht, Mr. Sofa-Ficker", lachte Sirius. Er mimte eine hohe weibliche Stimme nach: „Oh, Remus, du bist so ein Tier." Dann senkte er seine Stimme und gab ein Stöhnen von sich. „Oh, Clarissa, du schmutziges kleines Mädchen."
In der nächsten Zehntelsekunde kam eine Seife aus dem Bad geflogen und traf Sirius geräuschvoll am Hinterkopf.
„Au!", schrie er. „Moony!"
Letztendlich hatte James sein Frisurproblem gemeistert und lachte über die Faxen seiner besten Freunde.
„Wenn du in meinem Sexleben herumschnüffelst", sagte Remus, betrat den Schlafsaal und tupfte sein rasiertes Gesicht mit einem Handtuch ab, „dann ist es nur fair, wenn ich dich auch ein bisschen aufziehe."
„Wovon sprichst du?", spottete Sirius.
James konnte nicht widerstehen. „Er spricht von Marianne", erklärte er. „Darüber, wie du sie gefragt hast, deine Freundin zu sein."
„Ich muss gestehen, Sirius, ich weiß nicht, ob ich beeindruckt oder enttäuscht sein soll", sagte Remus kopfschüttelnd.
„Jemand anderes wird sich den Titel der größten männlichen Hure Hogwarts' ergattern", ergänzte James. „Weil Tatze nicht mehr auf dem Markt ist."
„Halt die Klappe", knurrte Sirius und warf ein Kissen nach James, das ihn am Kopf traf.
„Verdammt, Tatze!", jammerte James und beäugte seine ruinierte Frisur voll Aversion. „Ich habe zwanzig Minuten gebraucht, um meine Haare zu stylen und du zerstörst sie."
„Hört ihn euch an", grinste Sirius. „Er ist zimperlich wie ein Mädchen."
„Er will doch nur perfekt für Evans aussehen", griente Remus. „Heute ist die große Nacht, nicht wahr, Krone?"
„Die Nacht", sagte Sirius, verbreitete dramatische Stimmung und hielt sich eine Hand theatralisch an seine Stirn, „in der du der wunderschönen Miss Lily deine unsterbliche Liebe gestehst."
„Hey, hast du vor, vor ihr auf die Knie zu gehen, Krone?", fragte Remus und öffnete dabei seine Schulblade, um sich ein frisches Unterhemd herauszuziehen.
Sirius jauchzte, fiel auf eines seiner Knie und schnappte sich James' Hand. „Oh, Lily, mein Liebling", trug Sirius verzückt vor. „Ich liebe dich mehr als mein Leben. Du bist meine Sonne. Meine Erde. Die Luft, die ich atme!"
"Halt die Klappe, du Trottel", zischte James und versuchte, ihm seine Hand zu entziehen. Sein Gesicht brannte, aber er lachte.
Remus griff das Thema auf, kniete sich nieder und nahm sich James' andere Hand. „Lil, du bist der Grund, warum ich lebe", rezitierte Remus singend. „Ohne dich bin ich... nur die leere Hülle eines Mannes!"
„Ich warne euch, ihr Bastarde-", setzte James an.
„Lily, dein Haar ist wie Feuer und deine Augen sind Smaragden gleich. Und ich sehe mich danach, dass du deine milchweißen Schenkel um mich schlingst!", fuhr Remus fort und Sirius lachte so heftig, dass Tränen über dein Gesicht liefen.
„Ja, Lily, ich muss dich heute Nacht ficken oder meine gesamte Manneskraft wird SCHRUMPFEN UND STERBEN!", gackerte Sirius und schnappte schwer nach Luft.
„Fuck you", knurrte James, entriss ihnen seine Hände und lachte nicht mehr. Inzwischen sanken Sirius und Remus hysterisch auf den Boden, aber sie hörten auf zu lachen, als sie sahen, dass sich James schwerfällig auf Sirius' Bett plumpsen ließ.
„Hey", sagte Sirius. „Was ist los, Kumpel? Wir machen doch nur Spaß."
James erwiderte nichts, fuhr sich aber mir der Hand durch sein Haar (er hatte bereits aufgegeben, sich die Frisur zu verpassen, die er wollte).
„James, alles in Ordnung?", fragte Remus, als er sich auf sein Bett setzte, das neben Sirius' stand.
„Nein", sagte James bitter.
„Er ist nervös", mutmaßte Sirius und warf einen Blick auf Remus.
„Einen Scheiß bin ich nervös!", schrie James. „Ich... verdammt. Du weißt, als das Ganze mit Lily begann, wollte ich sie nur ins Bett bekommen, aber jetzt..."
„Hey, ist schon gut, Kumpel", beschwichtigte Sirius ihn und setzte sich neben ihn. „Du liebst sie. Das wissen wir."
"Ja, ich liebe sie", bestätigte James. „Zu euch zwei Trotteln kann ich das sagen. Aber warum kann ich es ihr nicht gestehen? Es ist so, als ob mein dämlicher Mund jedes Mal wie betäubt ist, wenn ich es ihr sagen will. Und ich will es ihr wirklich sagen. Ich will, dass sie es weiß. Ich meine, Mädchen... hören so etwas gerne, oder?"
„Wenn du meinst, ja", sagte Remus.
„Du bist zu streng mit dir, Kumpel", meinte Sirius. „Lily weiß bestimmt, wie du fühlst."
„Ja", murmelte James. „Ich weiß."
"Du wirst schon einen Weg finden, es ihr zu sagen", behauptete Sirius. „Es wird passieren. Nur hör auf, dich damit verrückt zu machen."
"Ich versuch's", versprach James. "Ich weiß ja auch gar nicht, ob sie es will... Es sei denn, ich sage es zu erst. Und ich will es ihr ja sagen, aber nicht, um sie ins Bett zu bekommen. Davon abgesehen will ich natürlich schon mit ihr schlafen... scheiße, das macht keinen Sinn."
„Da hast du Recht", grinste Sirius.
James sah zu seinen beiden besten Freunden auf. Sie verstanden ihn. Das taten sie immer. Lustig, wie sie erwachsen wurden. Reifer wurden. James wollte nie wirklich erwachsen werden, aber nun war er es und es machte ihm nichts aus. Er wollte sich seinen Kumpeln lieber als junge Männer anvertrauen, als als Jungen. Auch wenn die jungenhaften Streiche und Plänkeleien noch immer zu ihrer Freundschaft gehörte.
„Nun", sagte James nachdenklich, „ich habe „In Liebe, James", auf den Federkiel, den ich für sie habe, eingravieren lassen."
„Stimmt ja, der Federkiel", grinste Sirius. „Um die zu ersetzen, die sie zerbrochen hat, also du-"
„Klappe", befahl James, griente aber auch.
„Ein zerbrochener Federkiel, ein zerbrochenes Waschbecken", zählte Remus auf. „Was plant ihr, als Nächstes kaputtzumachen?"
„Wenn heute Nacht alles klappt, dann sein Bett", sagte Sirius und haute James auf den Rücken. Er sah auf die Uhr auf seinem Nachtkästchen. „Scheiße, wie spät ist es?"
"Fast sieben", meine Remus. "Scheiße. Wir sollten uns lieber beeilen."
Remus und James zogen sich um. Sirius zog seine Jeans und seinen Pullover aus und warf sich in edlere Kleidung und Roben. Innerhalb von fünf Minuten war er fertig, sein Haar lag perfekt über seiner Stirn.
"Okay, ich bin fertig", sprach er sardonisch. „Warum braucht ihr zwei denn so lang?"
x-x-x-x
James schritt im Gemeinschaftsraum auf und ab. Sirius und Remus saßen beide in einem riesigen Sessel neben dem flackernden Feuer.
Schüler gingen in Festumhängen an ihnen vorbei und verließen den Gemeinschaftsraum, um in die Große Halle zu gehen. Die Mädchen waren spät dran. Gut, nur ein paar Minuten, aber spät waren sie trotzdem.
„Was hält sie denn auf?", fragte James. Er konnte sich nicht erinnern, jemals so nervös gewesen zu sein. Es war dumm. Er und Lily hatten heute nicht ihr erstes Date, sie waren doch schon seit Monaten zusammen. Warum also war er derart angespannt?
„Hör auf, herumzurennen", wies ihn Sirius an. „Du machst mich ganz schwindelig."
Weitere Schüler verließen den Gemeinschaftsraum auf dem Weg zum Korridor.
„Die Mädchen sind, wie heißt es noch gleich, vornehm spät dran", dachte Remus laut. „Sie wollen bestimmt einen großartigen Auftritt."
„Ich sollte großartig sein, wenn man betrachtet, wie lange sie brauchen, um sich fertig zu machen. „Drei Stunden? Was machen sie drei Stunden lang?"
Das Portraitloch öffnete sich und Sirius und Remus sprangen auf. James drehte sich um.
Marianne trat zuerst ein. Sie trug einen Samtumhang aus sattem Burgunderrot mit Spitzen am Kragen und an den Ärmeln. Ihr dunkles Haar war zu einer eleganten Frisur hochgesteckt. Sie hatte eine kleine Samthandtasche bei sich, die an dem Umhang befestigt war; darunter trug sie ein burgunderrotes Seidenkleid. Sie war wunderschön.
Dann kam Clarissa hinein. Ihre blonden Locken waren gezähmt und in einem Knoten in ihrem Nacken zusammengebunden. Sie trug blassblaue Roben über einem dazu passenden Kleid. Auch sie war wunderschön.
Zuletzt trat Lily ein. James fühlte seinen Magen eine Etage tiefer fallen.
Er nahm verschwommen wahr, dass noch andere Leute im Raum waren, irgendwo zumindest, aber er konnte sie nicht sehen. Das Einzige, was er sah, war Lily. Sie trug einen grünen Umhang, der mit ihren Augen harmonierte. Ihr Haar war in einen sorgfältig ausgearbeiteten, dicken Zopf geflochten, in welchem kleine Perlen hingen. Ein paar einzelne Strähnen rahmten sanft ihr Gesicht ein. Unter dem Umhang hatte sie ein einfaches schwarzes Kleid an. Ihre cremige sommersprossige Haut schimmerte, ihre Lippen waren feucht und wirkten wie pinkes Satin. Sie sah aus wie eine zarte Waldelfe. Wie eine dieser wunderschönen zerbrechlichen Elfen, die er auf Muggelgemälden gesehen hatte. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals.
Schneller als er schauen konnte gingen seine zwei Kumpels mit ihren Mädchen an ihm und Lily vorbei und verließen den Gemeinschaftsraum.
„Hi", lächelte sie schüchtern.
„Wow", entkam es James, er nahm ihre Hand, seine Augen waren in den ihren gefangen. „Lil. Du siehst... du siehst atemberaubend aus."
„Danke", sagte sie und lächelte noch immer.
„Äh, sollen wir... sollen wir gehen?", fragte er und bot ihr seinen Arm an.
„Einverstanden", nickte sie, nahm seinen Arm an und stellte sich dann auf die Zehenspitzen, um ihn auf die Wange zu küssen. Er drehte seinen Kopf und küsste sie stattdessen auf die Lippen.
Sie kicherte und trennte sich nach einem langen Kuss von ihm.
„Wofür war der?", wollte sie wissen.
„Mistelzweig", erklärte er sanft.
Sie blickte an die Zimmerdecke. „Da ist kein Mistelzweig, James", wisperte sie.
„Uups, wie kann das denn sein?", grinste er.
Sie kicherte erneut. „Du bist wirklich schlimm."
"Das liebst du doch", sagte er.
„Ich liebe dich", erwiderte Lily.
James erstarrte. Lily keuchte. Jedes Geräusch, jede Bewegung, alles im Raum hielt inne.
Ende Kapitel 24
Tja, öh... Ende? Mein Gott, tut mir das aber Leid... :P
Hättet ihr die Güte, ein Review zu hinterlassen? -grins-
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i. A. von Thorin, Balin und Durin
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