Couchkartoffel
Hab vielen Dank für dein Review.. Gibt Grund weiterzuschreiben..
Versuche mein besten so schnell wie möglich zu updaten, allerdings werde ich wohl nur einmal die Woche posten können..
Immer meine Tochter
Bella's POV
Edward und ich kommen gerade vom Jagen zurück. Es hat lange gedauert, mich daran zu gewöhnen, morgens nicht mein gewohntes Müsli zu essen, sondern alle paar Tage lang, ein Reh oder Ähnliches, zu erlegen und dessen warmes Blut zu trinken.
Mit den Jahren wurde das Verlangen nicht mehr ganz so stark. Es ist fortwährend da, aber es gab Tage, da war das Verlangen so schmerzhaft, dass ich mein da Sein, als Vampir, verflucht habe.
Dank Edward ist das Leben als Vampir zur Normalität geworden. Ehrlich gesagt ist gerade unser Liebesleben, durch meine extreme Sinneswahrnehmung, einer meiner Lieblings Seiten, an meinem Vampirleben.
Es gibt noch viele weitere schöne Dinge, vor allem, dass ich ohne bedenken bei meiner Familie, den Cullens, sein kann. Jasper sehe ich seit meiner Verwandlung, so entspannt wie nie. Es ist, als sehe ich eine ganz andere Seite an ihm, eine schönere.
Nach meiner Verwandlung zog ich mit den Cullens nach Denali. Nach den vielen Jahren an der Highschool, war es wieder an der Zeit, für einen Umzug, um unsere Tarnung nicht zu gefährden.
Dort leben wir nun schon seit 16 Jahren, zusammen mit vielen anderen Vampiren, die, wie wir‚vegetarisch' Leben. Sie haben uns warmherzig aufgenommen. Hier haben wir uns ein neues Leben aufgebaut.
Dieses Leben ist wunderschön, wäre da nicht meine menschliche Vergangenheit. Es gibt eine Menge, was ich vermisse. Charlie und Reneè, stehen ganz oben auf dieser Liste. Auch meine Freunde aus Forks. Ja, selbst das verregnete Forks vermisse ich. Ein klein wenig vermisse ich auch Jacob. Ok, ok. Auch ein wenig mehr.
Aber diese Sachen sind nichts, im Vergleich zu dem, wie ich meine Tochter vermisse. Renesmee.
Was sie wohl gerade macht?
Jedenfalls bin ich sehr stolz auf sie, auch wenn ich sie seit über 18 Jahre nicht sehen konnte. Wohl er nicht durfte.
Nach ihrer Geburt stellte sich heraus, dass sie rein menschlich ist. Gut, nicht ganz, denn nach ausgiebiger Untersuchung von Carlisle, stellte er fest, dass in ihr einige vampirische Gene schlummerten, dennch war sie völlig menschlich.
Sie isst, trinkt und schläft. Erst war ich erfreut, dass sie ein Mensch ist. Aber schnell stellte ich fest, dass uns genau dieser Unterschied trennen würde. Und so kam es auch.
Renesmee konnte nicht bei uns bleiben. Es war zu gefährlich.
Eine Welt brach für mich zusammen, als ich sie Reneè in die Arme legte und von Edward weggezogen wurde. Der Abschied war sehr schmerzhaft. Ich wollte sie nicht verlassen.
Monate habe ich mit niemandem gesprochen. Selbst Edward kam nicht an mich heran. Mir blieben nur ein paar Bilder und Erinnerungen von Renesmee. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass ich es durchstehe, sie nie wieder zusehen, aber irgendwann geht es weiter.
Meine Familie war für mich da und schaffte es, dass sie, nach einigen Monaten wieder auf mich zählen konnten. In dieser schwierigen Zeit waren vor allem Rosalie, Alice und Esme eine große Hilfe für mich. Sie schafften es, mich zu überzeugen, dass es das Richtige war. Zumindest für Renesmee.
An Renesmees ersten Geburtstag fühlte ich mich erst sehr schlecht, bis mir Edward einen Brief überreichte. Danach fühlte ich mich, als hätte ich Geburtstag, denn in dem Kuvert waren Bilder von meiner Tochter.
Das fuhr die Jahre weiter fort. Zu jedem Geburtstag von Renesmee bekam ich ein paar aktuelle Bilder. Und jedes Jahr glüht, mein nicht mehr schlagendes Herz, vor Freude, wenn mich der Brief ohne Worte erreicht.
Edward mag mir gegenüber nicht zeigen, wie auch er darunter leidet, seine Tochter nicht zusehen, aber sobald er die Bilder in den Händen hält, kann ich genau sehen, was in ihm vorgeht.
„Sie sieht aus wie du", sagte er zu den letzten Bildern.
Es war von Renesmees Geburtstagsfeier. Sie schien viele Freunde zu haben, zumindest war das Haus von Reneè voll mit Teenager. Auf einem Bild war Renesmee mit einem Jungen zu sehen, der sie in seinen Armen hielt und ihr einen leichten Kuss auf ihr Haar gab. Auf der Rückseite stand in Reneès Handschrift geschrieben.
‚Nessie und Scottie.', mit einem Herz versehen.
Als Edward das zusehen bekam, knurrte er unüberhörbar auf. Alice und ich lachten dabei herzhaft, während sie auf der Lehne des Sessels saß, auf dem ich mich bequem gemacht hatte. Alice wartete, wie auch alle anderen immer gespannt auf die Bilder.
Wir sitzen mittlerweile alle im Wohnzimmer und warten darauf, dass Emmett endlich mit den neuesten Filmen kommt, die er uns versprochen hat. Für uns gibt es nicht viel zu tun. Selbst Carlisle hat sich heute zu uns gesellt, um in familiärer Atmosphäre ein paar Filme zu genießen.
Zu meinem Ungunsten hat sich Emmett über alle Köpfe hinweg, für ‚Transporter 3' entschieden. Die männlichen Vampire im Raum waren schier begeistert. Wir Frauen schauten uns nur genervt an und schmiegten uns an unsere Männer.
Es war schon ein erhabenes Bild, was das Wohnzimmer zierte. Emmett saß auf dem Boden, Rose auf seinem Schoss, Emmetts Arme fest um sie verschlossen. Carlisle und Esme saßen auf der kleinen 2er Couch. Er hatte sie seitlich in den Arm genommen, während ihr Kopf schläfrig auf seiner Schulter ruhte.
Jasper, Alice, Edward und meine Wenigkeit, saßen, beziehungsweise flegelten wir uns vielmehr auf dem großen Sofa. Alice tat es mir gleich und liegt mit ihrem Kopf in Jaspers Schoss. Natürlich habe ich mich auf Edwards Schoss bequem gemacht.
Genau so genieße ich mein Leben. Mein da Sein. In Edwards Nähe habe ich alles, zumindest fast alles, was ich brauche. Seinen Duft einzuatmen, wenn ich ihm so nah bin, bringt mich immer wieder auf andere, schönere Gedanken.
Im Film rast Frank Martin gerade mit seinem Audi A8 auf zwei Rädern, zwischen zwei LKW's hindurch, als ein Handy klingelt. Es ist kaum zu hören, da Emmett den Sound so laut gestellt hat, dass ein Mensch das Klingeln nicht hören würde.
Alle im Raum haben das Klingeln vernommen. Emmett stellt den Fernseher aus und wir lauschen noch einmal dem Klingeln. Ich erkenne den Sound sofort, dieses Klingeln bedeutet nichts Gutes, auch wenn sich an der anderen Leitung sicher Reneè befindet.
In Vampir Geschwindigkeit renne ich zu einem Pult, worauf das Handy seit Jahren unberührt liegt. Noch vor dem nächsten Klingeln nehme ich ab. Genauso schnell, wie ich am Handy war, bin ich auch wieder im Wohnzimmer und setzte mich neben Edward, als ich ins Handy spreche.
„Mom?"
Ich traue meiner Stimme kaum, so bebt sie, als ich die 3 Buchstaben über meine Lippen presse. Meine Angst, wer dran ist und was diese Stimme mir zu sagen hat, bringt mich in Aufruhr. Sofort spüre ich, wie Jasper versucht mich mit seiner Kraft zu beruhigen.
Auch Edward versucht alles, um meine Angst zu bändigen.
„Bella?"
Sofort erkenne ich die Stimme meiner Mutter, aber auch, die dahinter verborgende Sorge.
„Ja Mom. Ich bin es. Was ist passiert?"
Es muss etwas passiert sein. Reneè war es nur erlaubt, diese Nummer in äußersten Notfällen zu wählen. Und da sie es in 18 Jahren noch nicht einmal getan hat, sorgt es mich um so mehr.
„Renesmee, sie ist krank."
„Aber sie kann nicht krank sein", platzt es aus mir heraus.
„Bella, sie hat hohes Fieber. Mindestens 45° Celsius. Weiter reicht unsere Thermometer nicht. Ich habe das Gefühl sie brennt."
Ich blicke mich zu meiner Familie um. Mit unserem sensiblen Gehör haben sie alles gehört. Carlisle nimmt mir das Handy sofort aus der Hand, während ich mich zu Edward hinab fallen lasse und er mich geborgen auffängt.
„Reneè?", höre ich Carlisle sprechen.
„Ja?"
„Hier ist Carlisle."
Ich kann in Reneès Stimme genau hören, wie aufgebracht sie ist. Es scheint Renesmee wirklich sehr schlecht zu gehen, was seltsam ist. Sie mag zwar ein Mensch sein, dennoch hatte sie einige vampirische Gene. Wie auch, dass sie nie krank wurde.
„Hallo Carlisle."
„Was hat sie noch für Symptome?"
„Keine. Sie hat nur hohes Fieber."
„Schau dir ihre Augen an."
Carlisle und seine beruhigte Art. Damit konnte er selbst mich beruhigen.
„Sie sehen wie immer aus. Glasig und etwas geweitet, aber sonst nichts. Was hat sie Carlisle? Normalerweise müsste sie schon tot sein, mit dieser Temperatur. Können wir sie nicht doch in eine Klinik fahren?"
Mom. Sie ist völlig am Ende. Noch nie habe ich die flippige Reneè so erlebt. Als sie ein Krankenhaus erwähnt, schreckt Edward neben mir auf und knurrt, „Nein, keine Klinik", hervor.
Im ersten Moment bin ich erschrocken, es geht schließlich um das Leben unserer Tochter. Aber ihr Leben könnte in noch größere Gefahr sein, wenn jemand ihr Blut abnimmt und herausfindet, dass sie besonders ist.
„Das ist nicht möglich, Reneè. Renesmee hat kein Menschenblut, auch wenn bis jetzt noch ihre menschliche Seite die Oberhand hat, schlummert in ihr dennoch der Vampir", schreitet Carlisle besonnen ein.
Uns wird sofort klar, dass wir zu ihr müssen. Über Telefon kann Carlisle keine Diagnose stellen, auch wenn ich glaube, sehen zu können, dass er etwas ahnt. Und so erschrocken, wie Edward schaut, hat er Carlisles Gedanken gelesen. Es kann also nichts Gutes bedeuten.
Jasper sitzt längst am Laptop und bucht uns Flüge nach Phoenix. Carlisle übergibt mir wieder das Handy, um meiner Mutter die Neuigkeiten zu berichten.
„Mom, ich bin's wieder. Wir kommen nach Phoenix. In circa 20 Stunden sind wir da."
Ich kann meine Stimme kaum mehr kontrollieren. Sie zittert regelrecht. Ich bin froh, nicht weinen zu können, sonst wäre alles zu spät. Edward streicht mir sanft über den Rücken, was mich wieder etwas beruhigt.
„Bitte beeilt euch, Bella. Ich mache mir große Sorgen."
Die Verzweiflung meiner Mutter gibt mir nun den Rest. Das Handy rutscht mir aus meinen Fingern. Ich bin einfach nur geschockt. Es steht schlimm um Renesmee.
Edward ergreift das Handy, bevor es zu Boden schellt. Er zieht mich eng an sich heran, worüber ich sehr dankbar bin, da ich sonst fallen würde.
„Wir sind unterwegs, Reneè."
„Wo ist Bella?", fragt meine Mom.
Edward sieht mich mit seinen funkelnden Augen an und haucht mir einen Kuss auf die Stirn, bevor er sagt, „Sie macht sich ebenfalls große Sorgen, Reneè."
Carlisle sagt Edward noch was von Eiswasser. Ich höre gar nicht mehr richtig hin. Meine Gedanken kreisen nur um mein Kind. Meine Tochter, der es im Moment sehr schlecht geht.
„Legt Nessie für einige Minuten in Eiswasser, um ihre Temperatur etwas runter zu bekommen", vernehme ich Edwards brummende Stimme an seinen Bauch, an den ich mich gelehnt habe, um auf meine Weise zu weinen.
„Es wird alles gut, Reneè. Renesmee ist stärker, als wir alle denken."
Ich hoffe Edward hat recht. Ich weiß er hat recht, aber reicht es auch um das, was immer es auch ist, zu besiegen?
„OK", höre ich Reneè schluchzen.
„Wir sind bald da", sagt Edward noch und legt auf.
Alle Augen waren auf uns gerichtet, was mir natürlich überhaupt nicht behagte. Gut, dass ich nicht mehr wie sonst, rot anlaufen kann. Aber selbst wenn, wäre es mir im Moment egal. Ich schmiss mich Edward regelrecht entgegen, denn ich brauche gerade seine Nähe mehr denn je.
Was ich an meiner neuen Familie liebe, ist, dass sie immer für einen da sind. Kaum hat Edward seine Arme um mich geschlungen, merke ich, wie sich weitere Arme um mich fesseln. Sie alle wissen, wie sehr ich unter der Trennung meiner Tochter litt und noch immer leide.
Sie alle fühlen gerade mit mir. Schaue ich in Jaspers Gesicht, habe ich das Gefühl in einen Spiegel zu blicken. Sein Gesicht sagt genau das aus, was in mir gerade vorgeht. Und selbst Japser scheint unter diesen Schmerz zusammenzubrechen.
Es bleibt nicht viel Zeit, denn unser Flug geht schon bald. Ich will auch so schnell wie möglich zu Renesmee. Die Sorge um meine Tochter ist groß, dennoch spüre ich auch ein wenig Freude aufkommen. Ein wenig ist untertrieben, ich freue wahnsinnig, sie nach 18 langen Jahren wiederzusehen.
Um aus Denali raus zu kommen, braucht es ein wenig Zeit. Bis wir im Flieger nach Phoenix sitzen, verstreichen schon drei schmerzvolle Stunden. Im Flugzeug fällt mir etwas ein, was mir Angst bereitet. Jasper, der eine Reihe vor mir sitzt, dreht sich zu mir um, als er fühlt, welche Angst mich gerade durchfährt.
„Was ist, Liebes?", fragt mich Edward, als er Jaspers besorgtes Gesicht sieht.
Dies rief natürlich auch alle anderen Vampire im Flugzeug auf den Plan, so kam es schon bald, dass auch Rose, Emmett, Alice, Esme und Carlisle sich zu mir wenden. Vor ihnen kann man einfach keine Geheimnisse haben.
„Was sagen wir Renesmee, wer wir sind? Sie ist nicht dumm und wird erkennen, wie ähnlich wir uns sehen. Ich möchte sie nicht anlügen. Es ist so schon alles schmerzhaft genug", sage ich ihnen mit einem schmerzerfühlten Blick.
Edward, der schon den ganzen Flug über, meine Hand nicht mehr los lassen will, sieht mich lächelnd an.
„Ich denke, es ist an der Zeit, dass sie die Wahrheit erfährt. Sie ist alt genug, um die Wahrheit zu verkraften. Und wenn sich Carlisle Vermutung bewahrheitet, haben wir so oder so, keine andere Wahl."
„Und was ist deine Vermutung?", frage ich den Doktor in der Runde, etwas schnippisch.
Ich mag es überhaupt nicht, wenn sie mich wie ein Dummchen behandeln und mir nicht alles sagen. Manches möchte ich vielleicht auch nicht wissen, aber das schon. Es geht hier schließlich um meine Tochter.
Carlisle blickt mich traurig an. Das kann wirklich nichts Gutes bedeuten. Und irgendwie habe ich jetzt auch schon eine Ahnung, will es aber nicht aussprechen.
„Bella, ich habe die Vermutung, dass…. dass Renesmee sich in der Verwandlungsphase zum Vampir befindet."
„NEIN!", schreie ich so laut, dass es auch die anderen Passagiere hören.
Ich konnte damals nie verstehen, warum Edward so dagegen war, dass ich gerne verwandelt werden wollte. Doch jetzt, wo es um Renesmee geht, möchte ich es genauso wenig, wie er damals. Mein Traum war es schon immer, dass sie wie ein normales Mädchen aufwächst. Was nun nicht mehr möglich war.
Renesmees Leben wird sich schon bald auf drastische Weise ändern.
TBC
