Hey Leutz… Weiter geht's…

Couchkartoffel

THX again.. Und es wird noch spannender… Muhaa.. xD

Immer schön dran bleiben…

juna

Danke!!! Das ist für dich ein Cliffie? Oh dann halt dich besser fest, wenn einer meiner richtigen Cliffhanger kommt.. *devil-grin*

Ups.. Wollt dich jetzt nicht zum spoilern bringen, aber es freut mich trotzdem…

Böses Erwachen

Bellas POV

Mir bleibt die Luft weg, als ich die ersten Schritte auf der Treppe höre. Ich sitze perfekt, da mein Blick genau auf die Treppe gerichtet ist. Kaum sehe ich zwei paar Beine, schlucke ich schwer. Warum bin ich nur so nervös? Sie ist doch meine Tochter.

Die, die ich 18 Jahre nicht gesehen habe und nichts von mir weiß.

Als dann ihr ganzes Abbild zum Vorschein kommt, ergreift mich die Freude und ein breites Lächeln bildet sich auf meinem Gesicht. Die Angst, verflogen, wohin auch immer. Edward neben mir geht es ähnlich, ich kann es spüren. Alle Anderen sind in Alarmbereitschaft.

Rosalie hält Renesmee am Arm. Sicher zur Unterstützung, aber auch als Sicherheit. Nur, wenn Renesmee wirklich reagiert, wie ein typischer neuer Vampir, würde auch dieser Griff nichts nutzen. Braucht es aber auch nicht. Renesmee sieht nicht danach aus, als würde sie sich in jeden Moment auf jemanden stürzen.

Sie bleibt am Treppenende stehen und nimmt erstmal alles auf, was sich vor ihr bietet. Rosalie stützt sie noch immer. Renesmees andere Hand hält sich am Gelände der Treppe fest. Sie scheint noch ziemlich schwach zu sein.

Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt schon wach ist. Schließlich war sie noch vor einer halben Stunde im Fieberdelirium. Wie ist das möglich?

„Mom?", sagt sie schwach.

Ich wäre am liebsten aufgesprungen und hätte sie in meine Arme geschlossen. Aber sie schaut schon so verängstigt, das würde sie nur noch mehr ängstigen, zumal Reneè ihrerseits aufspringt und auf Renesmee zu geht.

„Schatz, wie fühlst du dich?"

„Besser. Wer sind diese Leute?"

Reneè lächelt meiner Tochter liebevoll zu und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn.

„Das wirst du gleich erfahren. Setzt dich erstmal, mein Kind."

Renesmee nimmt mit Reneè neben Phil Platz, der uns gegenüber sitzt. Allerdings steht Phil prompt auf und schaut Renesmee fragend an.

„Hast du Hunger, Schatz?"

Wow. Ich bin überrascht. So habe ich ihn nicht in Erinnerung. Er war immer nett und zuvorkommend, aber Schatz hat er zu mir nie gesagt. Aber es bedeutet ja was Gutes.

„Nur Durst."

Sofort blicken wir alle geschockt auf Renesmee. Emmett und Japser waren bereit, einzugreifen.

„Was ist denn los? Warum seid ihr alle so angespannt? Hab ich in meinem Fieberwahn was Dummes angestellt?"

Sie schaut richtig verzweifelt und verängstigt. Und das haben wir ausgelöst. Ich hab den Drang zu schreien, aber ich schlucke es runter.

„Nein, hast du nicht. Was möchtest du?", fragt Phil.

Ich merke, wie er sich extrem anstrengen muss, um seine Wut vor Renesmee zu verbergen.

„Einen Saft bitte Dad. Vielleicht auch ein Sandwich?", schaut sie ihn mit blinzelnden Augen an.

Edward greift nach meiner Hand, als Renesmee Phil Dad nennt. Mir läuft auch einen Schauer über den Rücken. Das war alles so falsch, aber leider doch für Renesmee alles richtig.

„Alles, was du willst, mein Schatz", sagt Phil und drückt Renesmee demonstrativ einen Kuss auf die Stirn.

Das knurrende Geräusch kam von Edward, der Phil am liebsten den Kopf abreißen würde. Renesmee hörte es natürlich, konnte es aber nicht zuordnen.

„Wo ist Emmy, Mom?"

„Er ist im Garten. Er war etwas nervös bei den vielen Gästen."

„Kann ich ihn rein holen?", richtet sie die Frage an uns.

Wir nicken alle samt, bis auf Emmett. Mittlerweile hat sich unsere Alarmbereitschaft gelockert. Sie scheint kein Verlangen nach Blut zu haben. Noch nicht.

Als Renesmee aufsteht, sackt sie auch gleich wieder zurück ins kleine Sofa.

„Alles OK, Schatz?", fragt Reneè.

Renesmee nickt nur, während Carlisle an ihre Seite tritt.

„Mir ist nur etwas schwindelig", sagt sie noch und schaut Carlisle argwöhnisch an.

„Du hast viel Flüssigkeit verloren und musst jetzt ordentlich trinken. Dann geht das schon bald vorbei", lächelt er ihr zu.

„Sind sie Arzt oder so?"

„Ja. Dr. Carlsile Cullen."

„Oh. Äh…. Cooler Name."

Wir grinsen alle und ich bin froh, dass die Stimmung sich etwas lockert. Während Reneè aufsteht und Emmy rein lässt, untersucht Carlisle nochmal Renesmee.

„Und Doc, werd ich es überleben?", lacht sie und bringt erneut alle ins Schmunzeln.

Meine Tochter hat Humor, das gefällt mir. Sie ist auch viel offener als ich bin.

Ehe wir uns versehen, kommt der Hund ins Wohnzimmer geschossen, nicht wie erwartet auf Renesmee zu, sondern auf Emmett und fängt laut an zu bellen. Diesmal lässt sich der Hund nicht von Emmetts Knurren einschüchtern und knurrt seinerseits.

„EMMY!"

Wie auf Kommando schaut der Boxer zu Renesmee, wie wir alle, da ihr Ton sehr energisch war. Hund und Mensch, oder viel mehr Halb-Vampir sahen sich tief in die Augen. Es war seltsam, als würden sie miteinander kommunizieren. Nach einer Minute zog Emmy den Schwanz ein und trottete mit gesenktem Kopf zu Renesmee. Er legte den Kopf auf Renesmees Schoß und schaute sie flehend an.

„Aww. Du weißt genau, wie du mich kriegst, mein Kleiner", sagt sie noch lachend, als sie den Hund ordentlich knuddelt.

Es erweicht wirklich mein Herz, sie losgelöst zu sehen. Macht es mir aber auch schwerer, sie aus diesem Leben zu reißen.

Phil kam zurück und reichte Renesmee ihr Sandwich und ein großes Glas Saft, was sie in einem Zug leert. Wir warten, wie sie auf das Getränk reagiert, finden wir Vampire menschliches Essen einfach nur widerlich. Aber nicht so Renesmee. Man kann in ihrem Gesicht erkennen, wie gut der Saft tat.

Wir lassen sie erstmal in Ruhe essen, bevor wir mit den schockierenden Nachrichten kommen. Aber Emmett konnte es nicht abwarten.

„Warum hast du deinen Hund Emmy genannt?", will er wissen.

Ehrlich gesagt bin ich ebenso wie er auf die Antwort gespannt. Renesmee schluckt ihren Bissen runter, um Emmetts Frage zu beantworten.

„Du darfst fragen. Auch wenn ich nicht mal eure Namen weiß", sagt sie ernst und schaut uns etwas vorwurfsvoll an.

„Entschuldige. Das war wirklich sehr unhöflich von uns", schreitet Carlisle ein.

Carlisle stellt uns einer nach dem anderen vor. Nur mit den Vornamen, um noch nichts weiter zu verraten. Dennoch sehe ich eine Regung in Renesmees Augen, die ich nicht deuten kann.

„Und das hier, der dich so neugierig ausfragt, ist Emmett", stellte er unseren Kraftprotz vor.

„Das ist ja witzig. Jetzt weiß ich auch, warum Emmy so auf dich reagiert. Ich hatte vor vielen Jahren mal einen Traum. Dort hatte ich einen großen Bruder, namens Emmett. Da ich aber keinen Bruder habe, bekam mein Hund den Namen. Wobei Emmy nur die Kurzform ist", berichtet sie uns.

Wird sie etwa nervös? Zumindest rutscht sie auf dem Sofa merklich hin und her. Ihr angebissenes Sandwich stellt sie auf den Tisch und massiert sich die Schläfen.

„Kopfschmerzen?", fragt Carlisle.

„Ja. Es ist mehr wie ein Stechen. Es kam ganz plötzlich", antwortet sie mit geschlossenen Augen.

Carlisle, der bei Renesmee steht, dreht sich zu Edward um und vermittelt ihm sicher etwas über seine Gedanken. Danach blickt er zu Japser und Alice und schüttelt den Kopf. Was? Ach so. Ich verstehe. Sicher haben alle drei ihre Kräfte an Renesmee angewandt.

„Es ist weg", sagt Renesmee plötzlich.

Wir blicken uns alle irritiert an. Renesmees Verwandlung ist wirklich fern ab von dem, was wir kennen.

Ich schaue zu Edward und frage ihn: „Kannst du..?"

Noch, bevor ich es ausgesprochen habe, verneint er mit Kopfschütteln. Ebenso wie Jasper und Alice, als ich zu ihnen schaue.

„Mag mir jetzt vielleicht mal jemand erklären, was hier vor sich geht? Es ist schließlich nicht normal, dass ein Arzt gleich sein ganzes Personal mit bringt. Und ihr seht auch nicht gerade alt genug aus, als würdet ihr schon arbeiten", fordert Renesmee recht forsch.

„Wir sollten ihr es endlich erzählen", sage ich und schau direkt in Renesmees rehbraune Augen.

„Was erzählen? Bist du sowas wie eine Schwester?"

Ihr ist unsere Ähnlichkeit also nicht entgangen. Dabei kann ich sogar noch schmunzeln. Aber das vergeht mir schnell.

„Nein, nicht deine Schwester", sage ich ernst.

Auch ihr Lächeln verschwindet, als sie merkt, dass es dennoch etwas mit der Familie zu tun hat. Edward drückt meine Hand, um mir Halt zu geben, für die nächsten Worte.

„Ich bin deine Mutter."

„Bitte was?", fragt sie entsetzt.

„Ich bin deine Mutter."

„Ja, klar", trieft sie vor Sarkasmus.

Mir brennen die Augen, so sehr drängt es mich zu weinen. Im Raum herrscht vollkommene Stille. Keiner der anderen vermochte etwas zu sagen und wartet auf Renesmees weitere Reaktion.

„Ich bin noch im Fieberdelirium, oder? Das ist alles nur ein Traum."

„Nein", greift Reneè jetzt ein.

„Bella ist deine Mutter", sagt sie unter Tränen.

„Was? Wie soll das möglich sein, Mom. Sie ist doch genau so alt wie ich."

„Meine Gestalt mag so aussehen, als wäre ich sie so alt wie du, dennoch bin ich viel älter."

„Bist du in einen Jungbrunnen gefallen, oder wie?"

Ihre harschen Worte schmerzen. Erst recht, als sie sich aus der geborgenen Umgebung Phils und Reneè pellt, um aufzustehen.

„Kein Jungbrunnen."

„Was dann?"

„Setzt dich bitte. Das ist eine längere Geschichte."

„Nein, Danke. Ich stehe lieber."

„Du bist noch geschwächt, bitte."

Mein Flehen hilft. Sie setzt sich wieder, allerdings nicht zu Phil und Reneè, sondern auf einen freien Hocker. Ihre harte Reaktion macht es mir wirklich nicht leicht, aber was habe ich mir vorgestellt? Dass sie alles mir nichts dir nichts aufnimmt?

„Vor zirka 20 Jahren bin ich nach Forks gezogen, weil ich meiner Mutter Reneè und ihrem neuen Mann Phil etwas Zweisamkeit schenken wollte."

Erst sah Renesmee mich geschockt an und dann zu Reneè und Phil. Reneè streckte ihre Hand aus, doch Renesmee weicht ihr aus.

„Dort in Forks lebte ich bei meinem Dad Charlie, deinem Großvater."

Erneut zuckt sie zusammen. Mehr möchte ich ihr im Moment eigentlich nicht zumuten. Das ist genug, für ein ganzes Leben. Aber besser, sie weiß endlich alles, bevor wir sie später nochmal schocken.

„In der High School lernte ich diesen geheimnisvollen Jungen kennen. Ich war so fasziniert von ihm, dass ich nicht merkte, in welcher Gefahr ich bei ihm schwebe. Dass er mich aber gleichzeitig genauso anziehend fand, wusste ich ebenso wenig. So nach und nach, entdeckte ich weitere Merkwürdigkeiten an ihm. Seine Augen wechselten die Farbe, seine Haut eiskalt, er war so schnell und geschickt. Bis ich wusste, er ist ein Vampir."

Keine Sekunde weiche ich von Renesmees Blick, während mir Edward unterstützend die Hand drückt. Ich bin froh, dass Renesmee mich diesmal nicht unterbricht. Gleichzeitig irritiert es mich. Sie reagiert jetzt anders, als ich es erwartet habe. Gefasst, aber dennoch geschockt.

„Wir haben uns ineinander verliebt."

Dabei sehe ich Edward so verliebt an, wie am ersten Tag. Dafür bekomme ich einen Kuss auf die Stirn, den selbst meine Mom einem Lächeln nicht verwehren kann.

„Wir haben geheiratet und… Na du weißt schon. Eins kommt zum anderen."

Bin ich froh, dass man mir meine Verlegenheit nicht mehr ansehen kann. Das übernimmt Renesmee stattdessen für mich.

„Als ich mit dir schwanger war, gab es einige Komplikationen, deshalb musste mich dein Vater verwandeln und ich wurde zum Vampir. Du hingegen zeigtest keine Anzeichen, dass du ein Vampir bist. Schnell fand Carlisle heraus, dass du zum größten Teil ein Mensch bist."

Dass lasse ich Renesmee erstmal aufnehmen, aber ihr Gesicht zeigt mir, dass sie schon bereit für alles ist. Ich weiß nicht warum, aber wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, sie hat diese Worte schon geahnt.

Sie fasst sich erneut schmerzverzerrt an die Stirn, weil Edward sicher gleiches denkt und versucht ihre Gedanken zu lesen. Aber anscheinend schafft er es nicht und löst bei ihr Kopfschmerzen aus.

„Dadurch, dass durch deine Adern menschliches Blut floss, warst du in zu großer Gefahr, um bei uns zu leben. Deswegen befanden wir es für sicherer, dass du bei Reneè und Phil aufwächst, um ein menschliches Leben führen zu können."

Geschafft, aber damit ist noch lange nicht alles hinter mir, da Renesmee auf jeden Fall was dazu sagen wird. Ihr Gesicht ist mittlerweile knallrot, aber nun aus Wut.

„Floss?", fragt sie.

„Was meinst du?"

„Du hast gesagt, durch meine Adern floss menschliches Blut", sagt sie mit immer lauter werdender Stimme.

Ich bringe es einfach nicht übers Herz, es ihr zu sagen. Mit einem Blick zu Edward, bitte ich ihn, es unsere Tochter zu sagen. Er nickt mir lächelnd zu, aber ich kann in seinen dunklen Augen erkennen, wie auch ihn das alles mitnimmt.

Er steht auf und geht auf Renesmee zu, die ängstlich etwas nach hinten rückt. Doch Edward zeigt, indem er vor ihr in die Knie geht, dass sie keine Angst haben muss.

„Das Fieber, was du die letzten Tage hattest, war keine Krankheit, es war ein Symptom von vielen, dass du eine von uns wirst. Ein Vampir."

Wie von der Tarantel gestochen springt Renesmee auf und entfernt sich einige Meter von Edward. Tränen sprießen aus ihren Augen und ihre Lippen beben, in Erwartung des ersten Schluchzens.

„Das ist nicht wahr. Ihr verkohlt mich doch. Das ist alles nicht wahr. Mom? Dad?", wendet sie sich an Phil und Reneè, doch die senken beide betrübt ihr Köpfe und geben Renesmee so ihre Antwort.

In Vampirgeschwindigkeit bin ich an ihrer Seite, um ihr zu zeigen, dass es kein Scherz ist. Ich hätte es vielleicht lassen sollen, da sie mich jetzt noch verängstigter ansieht.

„Es tut mir Leid. Ich wollte dich nicht erschrecken, aber es ist alles wahr."

Allerdings will mir Renesmee wohl nicht glauben, denn sie schüttelt vehement den Kopf. Ihre Wangen bedeckt mit Tränen, die ich ihr am liebsten wegstreichen würde, aber als ich meine Hand zu ihr strecke, weicht sie mir aus. Diese Abneigung bricht mir das Herz und Edward spürt es, genauso wie Jasper, der versucht mich aufrecht zu halten.

Aber im Moment sind bei mir seine Kräfte nutzlos. Zu tief sitzt der Schmerz.

„Ich.. Ich geh auf mein Zimmer", sagt sie und dreht sich um zum Gehen.

„Warte bitte Renesmee. Lass uns reden", versucht Edward sie erst mit Worten aufzuhalten.

Doch sie geht weiter, rechnet aber nicht damit, dass Edward ihre Hand greift. Was dann passiert, jagt mir Angst ein. Eigentlich wollte Renesmee sich nur aus dem Griff von Edward befreien. Doch der landet mit einem Satz in der gegenüberliegenden Kommode.

Entsetzt schlägt sich Renesmee die Hand vors Gesicht, während wir sie ebenso entsetzt anstarren. Edward, der nur durch den Schock, nicht gleich wieder aufstand, kommt wieder zu uns. Renesmee versucht rückwärts zu flüchten, da sie wohl Angst hat, Edward würde sich jetzt rächen.

Als er es merkt, bleibt er stehen und lächelt sie liebevoll an.

„Hab keine Angst Renesmee. Ich würde dir nie etwas antun. Meiner eigenen Tochter könnte ich doch kein Haar krümmen."

Sie zuckt zusammen, als Edward das Wort Tochter sagt, entspannt sich aber wieder.

„Ich geh auf mein Zimmer. Das muss ich erstmal verarbeiten", sagt sie und geht langsam die Treppe hoch, in Angst, sie könnte etwas zerstören.

Mein ganzer Körper schmerzt, als könnte ich wie Jasper das Leid meiner Tochter fühlen. Aber es braucht nicht seine Fähigkeit, um zu wissen, was sie im Moment spürt. Ich schaue in Edwards Augen, die genauso schmerzvoll auf mich zurückblicken.

Als er mich zu sich ran zieht und seine Arme um mich schlingt, lasse ich mich fallen. Seine Nähe brauche ich jetzt mehr, als ein Mensch die Luft zum Atmen. Aber ich bin erleichtert, dass sie jetzt alles weiß. Und ich muss zugeben, dass sie es relativ gut aufgenommen hat.

„Ich hab's mir schlimmer vorgestellt", durchbricht Emmett die unangenehme Stille.

Wie auf Kommando schallt von oben Musik runter. Ich hätte nicht gedacht, dass die Jugend noch immer auf Evanescence steht, wenn man wütend ist. Wir können unten im Wohnzimmer jedenfalls jedes Wort verstehen, was die Sängerin der Gruppe singt.

Etwas lethargisch bringt mich Edward wieder zurück zum Sofa und zieht mich auf seinen Schoß. Ich vergrabe mein Gesicht in seine Schulter und versuche selbst erstmal, das Geschehene zu verarbeiten.

„Konntest du etwas sehen, Alice?", höre ich Edward fragen.

„Nein, nichts. Es fühlte sich an, als würde sie mich nicht reinlassen", antwortet Alice, in deren Stimme ich die gleiche Niedergeschlagenheit höre, wie ich sie spüre.

„Jasper?"

„Ebenso. Es war wie bei Bella, wenn sie mich abblockt, aber irgendwie anders."

„Dann gehe ich mal davon aus, dass du genauso wenig ihre Gedanken lesen kannst", kommt nun von Rosalie.

„Nein. Und es macht mich noch verrückter, als bei ihrer Mutter", sagt er verbissen, drückt mir aber dennoch einen Kuss aufs Haar.

„Also können wir davon ausgehen, dass sie dieselbe Kraft hat wie Bella", fügt Carlisle zusammen.

„Nur mit dem Unterschied, dass sie nichts davon weiß. Sie hat ihre Fähigkeit nicht angewendet. Es fühlte sich so an, als wenn ihr Gehirn auf ihre Angst reagierte und zum Schutz diese Kraft ausgelöst hat", sagt Edward und so langsam kann ich mir auch einen Reim drauf machen.

„Deshalb wohl auch die Kopfschmerzen. Sie kennt es einfach noch nicht", schlussfolgert Carlisle.

„Kraft hat sie jedenfalls ne Menge", freut sich Emmett und wir sehen gemeinsam auf die zertrümmerte Kommode.

„Ist das normal, diese Kraft?", fragt Phil, für mich überraschend in einem ruhigen Ton.

„Das war noch gar nichts Phil. Neue Vampire verfügen über unsagbar starke Kräfte. Aber das gefährliche ist, dass sie sie noch nicht ganz unter Kontrolle haben. Das ist ein Grund, warum sie bei uns sein muss", antwortet Carlisle so beruhigend wie möglich.

Als Phil dann auch noch zustimmend nickt, bin ich völlig erstaunt. Er scheint begriffen zu haben, dass es keinen anderen Ausweg gibt und wir ebenfalls nur das Beste für Renesmee wollen.

Reneè hingegen, kann nicht aufhören zu weinen. Und es schmerzt mir, zu wissen, dass ich ihr diesen Schmerz zugefügt habe. Hätte ich Renesmee nicht in ihre Obhut gegeben, würde sie jetzt nicht so am Ende sein. Ich bereue es aber dennoch nicht, da sie sich wirklich gut um Renesmee gekümmert hat und aus ihr ein wundervoller Mensch geworden ist.

Renesmee scheint mir ein aufgeschlossenes, frohes Mädchen zu sein. Hübsch obendrein. Definitiv die Gene ihres Vaters. Und ich bin mir sicher, dass sie auch, wenn sie den ersten Schock erstmal verdaut hat, dem anders gegenüber treten kann.

Hoffe ich.

Ein Handyklingeln bringt mich aus meinen Gedanken. Der Sound kommt mir auch noch bekannt vor.

„Guru Josh Project - Infinity 2008", klärt mich Jasper auf, der mein fragendes Gesicht bestens lesen konnte.

„Das ist Renesmees Handy", sagte Reneè und sieht aufs Display.

„Scottie."

Es klingelt weiter.

„Sie hört viel Musik aus dieser Zeit", fällt es Rose auf.

„Ausschließlich", sagt Reneè.

„Wir brauchen ihr keine CDs von heute kaufen. Willst du ihr eine Freude machen, schenk ihr eine CD aus dieser Zeit", informiert uns Phil.

„Ich bringe das Handy zu Renesmee. Vielleicht kann ich sie dazu bringen wieder runter zu kommen", klingt Reneè noch immer sehr traurig.

„Sie darf ihrem Freund nichts von uns erzählen", sagt Edward lauter als gewollt.

„Das würde sie auch nicht tun", kommt es biestig von Reneè.

„Bitte entschuldige, Reneè. Es ist nur sehr wichtig, um Renesmee nicht in Gefahr zu bringen."

„Ich werde es ihr nochmal sagen."

Damit ging sie die Treppen hinauf.

Edward schaut mich entschuldigend an, aber ich kann beide Seiten verstehen, drum lächle ich ihn mitfühlend an und streiche ihm sanft über seine blasse stahlharte Wange.

„Es wird alles gut", muntert er mich nun auf.

Ich würde ihm gerne glauben schenken, aber noch kann ich es nicht, erst, wenn Renesmee uns akzeptiert hat.

„BELLA!!! SIE IST WEG!!", hören wir von oben Reneè rufen.

Sofort laufen wir zu Renesmees Zimmer, in dem das Fenster weit auf steht. Ich weiß von meiner eigenen Zeit in diesem Zimmer, dass es ein leichtes war, sich nach draußen zu schmuggeln.

„Wir gehen sie suchen. Weit kann sie noch nicht sein", sagt Edward.

„Weißt du das sicher? Darf ich dich daran erinnern, wie sie dich vorhin durch die Luft geschleudert hat?", sagt Alice schnell.

„Und sie hat nicht mal eine Duftmarke, der wir folgen können", hakt Japser nach.

„Wir müssen sie trotzdem suchen. Sie weiß nicht, was in ihr steckt. Das kann für sie, aber auch den Menschen um sie herum gefährlich werden", mische ich mich auch endlich ein.

Edward sagt Phil und Reneè noch, dass sie zu Hause bleiben sollen, falls Renesmee sich meldet, während wir uns auf die Suche begeben und hoffen, dass nichts Schlimmes passieren wird.

TBC

PLEASE REVIEW!!!!