A/N: Danke fürs FB… *hugs*

starchild: War tatsächlich im Urlaub und bin jetzt schon wieder im Arbeitstress, deshalb die verspätung… Sorry…

ViSissi: *freu*

A/N 2: Hab ganz vergessen, dass hier keine Links funzen… Also die Links zu den Autos gibt's in meinem Profil…

Großer Bruder

Emmetts POV

Nun komm schon. Wie lange muss ich denn noch warten, bis sie endlich aufwacht? Von wem ich rede? Natürlich von meiner lieben, kleinen Nichte. Renesmee.

Wir waren kaum zehn Minuten zusammen in einem Raum und schon fühle ich eine besondere Verbindung zwischen uns. Klingt verrückt, aber so ist es nun mal.

Als sie uns dann auch noch ihr großes Geheimnis präsentiert hatte und mir offenbarte, dass sie sich schon immer so einen großen Bruder wie mich wünschte, war ich logisch stolz wie Oskar. Ich hab mir auch immer eine kleine Schwester gewünscht. Mit Bella ging es schon damals in Erfüllung, aber so klein, wie sie auch aussieht, ist sie gar nicht mehr. Zudem hat sie ihren eigenen Beschützer, Edward, immer an den Hacken. Edward weicht ihr so selten von der Seite, die zwei sind schlimmer als meine Rosie und ich.

Jedenfalls ist Renesmee sowas wie eine kleine Schwester für mich, auch wenn sie meine Nichte ist. Irgendwie ist das ja das Gleiche. Egal.

Beschützen werde ich sie so oder so, auch wenn sie es als Halbvampir kaum nötig hat. War schon gewaltig, wie sie Edward durch die Gegend schleuderte. Und mit ihren Fähigkeiten ist sie wohl bald stärker als ich.

Quatsch. Niemand ist stärker als ich.

Rose, Jasper und ich sitzen im Wohnzimmer und hören gespannt zu, was in Edwards Zimmer abgeht. Alice hatte eine Vision, dass Renesmee wieder krank wird. Also nicht krank, aber halt ihre komischen Entzugserscheinungen.

Mir wird das Warten, dass sie endlich aufwacht, allerdings zu bunt. Sie hat genug geschlafen. Und da Eddie und Bells sie nicht wach bekommen, wird's Zeit für Emmett-Man einzugreifen.

In ihr Zimmer gerannt, brülle ich, „AUFSTEHEN, KNIRPS." Ich liebe es, sie so zu nennen.

Wie erwartet, zeigt es seine Wirkung. OK, dass sie Rücklinks vom Bett fällt, wollte ich nicht bezwecken, aber Edward, der Beschützer, ist natürlich zur Stelle.

Was mir etwas bange macht, ist Alice Vision, die sie wohl gerade hatte. Was hat sie gesehen, was Renesmee vorhat? So wie Alice, Eddie und unser Knirps grinsen, verspricht es nichts Gutes.

Grrr. Das kriegen die wieder. So was macht man nicht mit Emmett. Die Rache ist mein.

Beleidigt verschwinde ich aus dem Raum.

„Hab dich auch lieb, Emmy."

„Ja, ja", sage ich halbherzig.

Wobei ich mir sicher bin, dass sie es ernst meint. Ich hab sie nämlich genauso gern.

Zurück bei Jasper und Rose bekomme ich von meiner lieben Gemahlin erst mal eine gelangt.

„Wofür war das denn?"

„Ist das nicht eindeutig, Emmett?", lässt Jasper erklingen.

„Hör auf, Renesmee zu ärgern. Sie ist noch keinen Tag hier und hasst dich wahrscheinlich mehr als alles andere", belehrt mich Rose.

Renesmee mich hassen? Wartet mal ab, bis sie mein Willkommensgeschenk sieht. Sie wird mich danach lieben.

Wir kommen ganz schnell auf ein anderes Thema, denn Renesmee hat Schwierigkeiten mit dem Blut. Es ist schon komisch, einem Vampir zu begegnen, der diesen Blutdurst nicht empfindet und sich vor dem roten Nektar so sehr ekelt.

Als sie dann raus haut, dass ihr Lieblingsgetränk Whiskey-Cola ist, sind wir plötzlich alle starr vor Schock. Jasper, Rose und ich schauen uns mit großen Augen an, bis ein großes Gelächter ausbricht und Jasper erleichtert ausatmet.

„Sie hat uns verarscht. Cool", lache ich begeistert, auch wenn die Anderen meine Freude nicht teilen können. Spielverderber.

Aber noch mehr komme ich ins Schwärmen, als Renesmee, nachdem sie ihre Ration Blut runtergeschluckt hat, anständig rülpst.

„Das ist meine Nichte", freue ich mich und springe ekstatisch auf.

Rose Blick holt mich allerdings sofort wieder runter. Manno. Gönnt mir hier denn keiner den Spaß? Spaßig geht es ein paar Zimmer weiter nicht zu, denn Nessie hat echt mit ihrem Gewissen zu kämpfen, was das Blut angeht. Für mich ist es schwer, sich in ihre Lage zu versetzen. Ich kenne nichts anderes. Allerdings bin ich froh, dass wir die alternative Ernährung beanspruchen. Ich hätte kein gutes Gefühl, einen Menschen zu töten, um meinen Durst zu stillen.

Den einzigen Menschen, den ich töten würde, wäre Royce. Royce und seine Freunde, für das, was sie Rose damals angetan haben. Aber das hat Rose schon erledigt. Ich habe mir eigentlich verboten, an dieses Thema zu denken, denn jedes Mal steigt in mir eine unbändige Wut auf, die einzig und allein Rose und ihr Lächeln mildern kann.

„So wie die Volturi?", hören wir plötzlich Renesmee fragen.

Erneut verfallen wir in einen Schock. Woher weiß sie von denen? Rose greift nach meiner Hand, welche ich leicht drücke. Sofort spüre ich von Jasper Ruhe und Gelassenheit auf mich einströmen, die Edward gerade sehr gut gebrauchen kann, denn er verweigert Renesmee zu erklären, wer oder was die Volturi sind. Wenn sie wüsste.

Bevor ich weiter drüber nachdenken kann, platzt Edward aus seinem Zimmer. Er will an uns vorbei rennen, doch ich halte ihn auf.

„Alter. Was sollte das?"

„Lass mich los, Emmett", knurrt er mich an. Jasper, Rosalie und auch Esme, die die ganze Zeit in der Küche war, stellen sich zur Verstärkung neben mich.

„Erklär mir erst, was das eben sollte."

„Sie braucht nicht zu wissen, wer die Volturi sind, um dann in ständiger Angst zu leben."

„Angst, Edward? Angst hast du ihr eben gemacht", mischt sich Jasper mit ein.

Das scheint Wirkung zu zeigen, denn sein Gesicht wirkt nachdenklich.

„Meinst du nicht, es ist besser, sie kennt die Gefahr, als wenn sie plötzlich vor ihnen steht und sie nicht weiß, wer die Volturi sind? Außerdem wird sie es so oder so rausfinden. Vergiss nicht, dass sie, wie du, Gedanken lesen kann und ich werde dies bezüglich meine Gedanken nicht für dich verstecken", wütet Rose und hat es auf den Punkt getroffen.

Sie hat recht, Edward. Besser, sie kennt die Gefahr, als wenn sie ahnungslos in sie hineinläuft. Vergiss nicht, dass wir alle da sind, um sie zu beschützen. Meiner Nichte krümmt keiner ein Haar. Klar?

Edward nickt mir zu.

„OK. Ich rede mit ihr, aber nicht jetzt gleich. Ich muss erst mal raus. Bitte verratet ihr nichts über eure Gedanken."

„Das verstehen wir doch, Sohn. Und Renesmee sicher auch", sagt Esme und drückt Edwards Schulter.

Eine Hundertstel später ist er verschwunden.

Wir folgen Esme, die ein Tablett voll mit Essen trägt, in Edwards Zimmer. Dort tröstet Bella gerade ihre Tochter. Ich werde ihm später noch in den Arsch treten dafür. Es ist lange her, dass ich jemanden weinen gesehen habe. Dennoch war es für mich schon viel zu oft, dass ich Renesmee hab weinen sehen. Das macht mich wirklich traurig. So möchte ich sie nicht sehen.

Ja, ich bin auch sensibel, wenn es mir wohl auch niemand abnimmt.

„Guten Morgen, Kleines", sagt Esme so liebevoll, dass wir alle ins Schmunzeln kommen. Für sie es die reine Freude, Renesmee hier zu haben und ihr Gutes zu tun, in dem sie sie bekocht.

Renesmee löst sich aus der Umarmung ihrer Mutter und versucht Esme ein Lächeln entgegen zu bringen. Ein kläglicher Versuch.

„Hey", begrüßt sie uns mit gebrochener Stimme.

„Ist das für mich?", fragt sie Esme und schaut interessiert aufs Tablett.

„Glaub mir, du bist die Einzige, die diesen Müll runter kriegt", lasse ich verlauten.

„Klappe Emmett", fährt mir Jasper übers Maul.

„Das ist kein Müll, Emmett. Esme hat sich solche Mühe gegeben", meckert nun auch noch Renesmee mit mir rum.

„Das sieht echt lecker aus, Granny. Danke", sagt Renesmee noch und bringt Esme zum Strahlen.

„Gern geschehen. Iss erstmal was und dann sieht die Welt schon anders aus. Dein Vater hat sich schon wieder beruhigt und wird bald mit dir reden.

„Und dann zeig ich dir meine Überraschung", sagt Alice hastig.

Dieser Zwerg hat bestimmt gesehen, was ich eigentlich gleich sagen wollte. Na warte.

„Ja. Nachdem sie meine gesehen hat", weise ich sie zurück.

„Erst meine."

„Nein, meine."

„Meine."

„Meine."

„Meine."

„STOP! Wie alt seid ihr eigentlich?", will Renesmee wissen, wenn es sicher auch eine rein rhetorische Frage ist.

Alice und ich müssen überlegen. 70? 85?

„Argh. Vergesst es. Schnick, Schnack, Schnuck entscheidet."

„Witzig, wo Alice genau sehen kann, was ich vorhabe zu nehmen."

„Na gut. Dann spielen wir eben. Gewinne ich, darf Alice mir zuerst ihre Überraschung zeigen. Gewinnst du, …"

„Ja, ja. Schon klar. Los geht's."

„Schnick, schnack, schnuck", sagen wir beide und bringen unsere Hände hervor.

Ich hab Stein, sie Papier. Mist.

Aber warte mal.

„Du hast geschummelt. Geh aus meinem Kopf raus", und so wie sie mich angrinst, lag ich richtig. Die Familie steht amüsiert um uns herum.

Denk an Rosie, denk an Rosie, denk an Rosie. Da bleibt sie sicher aus meinem Kopf.

„Schnick, schnack, schnuck."

Ich Schere. Sie Stein. Mist.

„1:0 für Ness", verkündet Alice freudestrahlend. Grrr.

„Schnick, schnack, schnuck."

Ich Papier. Sie Schere. Man.

„2:0 für Ness. Wir haben gewonnen."

„Vergiss es. Wer als Erstes dreimal gewonnen hat."

„OK. Wenn du dich wirklich so blamieren willst?"

Warum grinsen die Anderen nur so doof?

„Schnick, schnack, schnuck."

Ich Stein. Renesmee Papier. Ich heul.

„Juhuu. Meine Überraschung zuerst", freut sich Alice wie blöd.

Erst jetzt bemerke ich, dass Alice die ganze Zeit ihre Hand auf Renesmees Schulter hatte. Konnte sie nicht… ?

„Ihr habt mich reingelegt."

„Und? Ich hab gesehen, dass sie meine Überraschung zuerst bekommt."

Jaspers Zwerg geht mir gerade gehörig auf die Nerven.

„Ach Emmy", kommt es von Renesmee grinsend und wirft sich mir um den Hals.

„Ich kann's gar nicht abwarten, deine Überraschung zu sehen. Wird bestimmt prima. Schon allein, weil sie von dir kommt", lächelt sie mir zwinkernd zu, schnappt sich die Sachen, die Alice für sie raus gesucht hat und verschwindet im Badezimmer.

Keine fünf Minuten später kommt sie wieder raus. Leicht geschminkt, die Haare wie ihre Mom, geht sie zu ihren Koffern. Sie hat doch was an. Merkwürdig. Aus den Koffern holt sie sich einen dicken Pullover. Als sie wieder hoch schaut, sieht sie, wie wir sie alle anstarren.

„Was? Es ist verdammt kalt hier. Von einer Heizung habt ihr wohl noch nichts gehört."

Alice und Esme scheinen aber an alles gedacht zu haben.

„Heute Nachmittag kommen Handwerker, die die alte Heizung wieder in Gang bringen", berichtet Esme.

„Oh danke."

Renesmee hat kaum ihren Pullover angezogen, da zieht Alice sie am Arm haltend aus dem Zimmer.

„Zeit für meine Überraschung", singt Alice mehr, als dass sie normal spricht.

Der Rest der Familie, außer Daddy Edward, der wahrscheinlich irgendwo im Schnee spielt und mit seiner schlechten Laune arme Elche erschreckt, folgen den zwei Mädels mit einem amüsierten Lächeln.

Weit müssen wir nicht gehen, denn Alice Überraschung ist direkt gegenüber. Alice und Esme haben die ganze Nacht und den Morgen daran gearbeitet. Ich bin selbst überrascht wie sie das geschafft haben. Vor allem wie schnell sie an die ganzen Möbel gekommen sind.

Naja. Wahrscheinlich genauso wie ich an meine Überraschung für unsere Kleine.

„Alice", quiekt Renesmee, als Alice ihr die Augen zuhält.

„Stell dich nicht so an."

Wir gehen ins Zimmer, Alice mit Renesmee bis in die Mitte des Zimmers, wir Anderen bleiben nah an der Tür stehen, damit Renesmee alles gut überblicken kann.

Also ich muss zugeben, Esme und Alice haben wirklich ne klasse Arbeit geleistet. Ich könnt glatt neidisch werden. OK. Bis auf das viele Lila.

„Fertig?", fragt Alice.

„Schon lange", antwortet Renesmee genervt.

Ein witziges Bild, wie Alice Renesmee die Augen zuhält, denn mein Knirps ist mindestens einen Kopf größer als Alice und die hat ganz schön zu tun, Renesmees Augen zu erreichen.

Alice nimmt endlich ihre Hände weg und muss nicht mehr auf Zehenspitzen stehen. Renesmee schaut sich gleich erstmal um.

„Dein neues Zimmer", verkündet Alice.

Renesmee ist platt. Zumindest denke ich es mir, da sie sich ihre Hand vor dem Mund schlägt und ihre Augen weit aufreißt. Und feucht werden sie auch noch. Ich blicke zu Bella, die zufrieden lächelt, genau wie Esme.

Viermal dreht sich Renesmee, um auch ja nichts zu übersehen und um nochmal sicher zu gehen, dass auch wirklich alles da ist, was sie gerade vor sich sieht.

„Wow", kriegt sie nach einigen Minuten raus.

„Gefällt es dir?", fragt Alice schüchtern wie nie.

„Gefallen? Das Zimmer ist der Wahnsinn. Ich meine, dieser Saal ist der Wahnsinn."

Und das ist es wirklich. Man kann sich hier drin verlaufen. Eigentlich ja unfair. Sie alleine hat ein größeres Zimmer, als Rose und ich. Wie bei ihren Eltern im Zimmer steht das Bett in der Mitte des Raumes. Was Bella gefällt, sollte wohl auch Renesmee gefallen. Zudem gibt es gleich zwei Sitzgruppen, mit genug Platz für uns alle.

Einmal mit einem nagelneuen Plasmabildschirm davor, wobei die andere Sitzgruppe nah an den Fenstern steht. Der begehbare Kleiderschrank, der Alice ein riesen Grinsen ins Gesicht brachte, ist bald so groß, wie Renesmees Zimmer in Phoenix. Und er ist jetzt schon beachtlich mit Klamotten gefühlt. Dabei war sie noch nicht mal mit Alice shoppen. Oh ha.

Außerdem steht noch ein sehr antiker Schreibtisch nahe den Fenstern. Ich glaub sogar das ist Carlisles alter Schreibtisch aus Forks.

„Danke Alice. Es ist so schön", sagt sie und kommt auf uns zu gelaufen. Vielmehr auf Esme und umarmt sie fest.

„Danke Esme. Das Zimmer ist wirklich bezaubernd."

„Das hab ich doch liebend gern gemacht, mein Kind", strahlt Esme übers ganze Gesicht.

„Der Schreibtisch ist von mir. Den habe ich schon sehr, sehr lange", verkündet Carlisle. Wusst ich's doch.

„Cool. Ich mag solche alten Sachen", sagt sie und umarmt ihren Opi.

„Und die ist auch für dich", sagt er und überreicht ihr Alice Lieblingskarte.

„Eine Kreditkarte? Wozu das denn?"

„Na wozu wohl, du Dummerchen. Zum Shoppen", freut sich Alice.

Alice Augen leuchten, als hätte sie gerade eine Nacht im Einkaufszentrum gewonnen.

„Und natürlich, damit du dich hier auch frei bewegen kannst, ohne Einschränkungen."

Renesmee scheint etwas sprachlos zu sein und nimmt Carlisle die Karte erst gar nicht ab. Das übernimmt Alice für sie und steckt die Karte in Renesmees Hosentasche.

Nun will meine Rose Renesmee ihr Willkommensgeschenk geben.

„Das ist von mir."

„Uhm. Danke."

„Na pack schon aus", fordere ich.

Im Nu ist die Verpackung vernichtet und in der Hand hält sie ein glänzendes kleines Handy. Es mag zwar klein sein, aber es kann einiges. Und, was sie nicht weiß, dass wir sie orten können, falls sie verloren geht.

„Unsere Nummern sind alle eingespeichert. Auch die von Reneè, Phil und Charlie… und Scott", sagt Rose leise.

„Scott. Ich hab total vergessen…."

„Ruf ihn an", hindert Bella sie am weitersprechen, wohl um in Renesmee erst gar kein schlechtes Gewissen aufkommen zu lassen.

Gesagt, getan. Renesmee hat absolut keine Probleme, das Hightech-Handy zu bedienen und hat es schnell am Ohr.

Ein Freizeichen ertönt.

Und noch eins.

Und noch eins.

Nach 15 Mal Klingeln gibt sie entnervt auf. Ihr enttäuschtes Gesicht spricht Bände.

„Versuch es später nochmal", sagt Bella vorsichtig und nimmt ihre Tochter seitlich in den Arm.

Diese schaut nochmal aufs Handy und dabei erhellt sich ihr Gesicht wieder.

„Es ist noch Schule. Bei uns sind Handy strickt verboten. Du kommst mit so einem Teil gar nicht erst ins Gebäude", strahlt sie wieder ein wenig.

Wir sind hingegen erleichtert.

Was sie momentan durchmacht, kann man sich nur schwer vorstellen. Aber sicher ist es vergleichbar mit einer Achterbahn. Ein ständiges Auf und Ab. Ich kann mir mein Dasein nicht ohne Rosalie vorstellen. Das geht gar nicht. Nur zusammen funktionieren wir.

„Ich versuche es später nochmal", sagt sie und steckt das gute Stück in ihre Hosentasche.

Jetzt ist Jasper dran. Er nimmt Renesmees Hand und führt sie wieder zum Schreibtisch. Wie ein protziger Gentleman, aber so ist Jasper nun mal, geleitet er sie zum Sitzen. Vor ihr steht nun einer der neuesten Notebooks überhaupt. Hab auch so eins.

„Das ist mein Geschenk. Ich hab es schon für dich konfiguriert, sämtliche Messenger sind installiert, damit du mit deinen Freunden chatten kannst. In meinem Zimmer steht eine große Festplatte, auf der sich sämtliche Musik und Filme befinden. Du hast natürlich vollen Zugriff darauf."

„Hey. Sie ja und ich nicht?", wüte ich.

„Du lächelst eben nicht so bezaubernd wie deine Nichte, mein Lieber Emmett", sagt er und zwinkert Renesmee zu. Dieser Schleimer.

Nach einem kurzen Gelächter herrscht Stille, bis Renesmee seufzt und uns alle entspannt ansieht.

„Danke. Ich weiß, dass es auch keine leichte Zeit für euch ist. Und schon gar nicht für dich… Mom."

Wow. Was für ein Moment. Könnte Bella weinen, sie würde Sturzbäche heulen. Dass Renesmee sie Mom genannt hat, bedeutet ihr sicher mehr als alles andere.

„Ihr habt euch solche Mühe gegeben, mir in so kurzer Zeit zu ermöglichen, dass ich mich wohlfühle. Und trotz kleiner Missstände fühle ich mich wirklich wohl. Wie Zuhause. Als ich die anderen Vampire sah und die mich eher feindselig begrüßten, hatte ich erst Angst. Tierische Angst. Aber ich wusste, dass ich es eigentlich nicht brauchte, denn ihr würdet nie zulassen, dass mir etwas passiert.

„NIEMALS!", rufe ich hinein, wobei mir Renesmee zulächelt.

„Unsere Familienzusammenführung lief anfangs sicherlich nicht so, wie es hätte sein sollen, aber ich sehe wirklich positiv in die Zukunft."

„Na das überlass mal mir, Schätzchen", grinst Alice.

Wir Anderen, und auch Alice, sind noch immer berührt von Renesmees Ansprache. Bella nimmt ihre Tochter in eine feste Umarmung, die Renesmee nur vertieft. Ich kann nicht anders und muss beide umarmen. Schnell folgen Esme, Alice und Rose. Jasper will erst nicht, doch als ihn wohl unsere Glücksgefühle erreichen, kommt er auch dazu. Selbst Carlisle umarmt uns. Ok, mehr Esme, aber was soll's.

Perfekt wäre das Bild natürlich mit Edward, aber der musste sich ja irgendwohin verkriechen und schmollen.

„Was geht hier ab?"

Meine Familie fährt auseinander und blickt zur Tür. Dort stehen Irina, Tanya und Dolton. Das neue teuflische Trio. Kate hat sich seit unseren Umzug hier her, etwas von ihnen abgeseilt und hängt mehr mit uns ab.

Dolton kam vor fünf Jahren zu uns, nachdem er Jahrzehnte alleine durch die Straßen von verregneten Städten streunte.

Ich weiß nicht, ob er mit einer der beiden Denalis was hat, aber die drei trifft man nur zusammen an. Was mir ganz und gar nicht gefällt, ist, wie dieser Schleimer Renesmee ansieht.

„Glaub mir, das wird nie geschehen", meldet sich Renesmee wütend, an Dolton gerichtet.

Ich kann nur erahnen, was sich in seinem Hohlschädel gerade abspielte. Er scheint erst schockiert zu sein, doch dann setzt er wieder dieses widerwärtige Grinsen auf.

„Schade!"

Ich bin zwar kein Empath, dennoch weiß ich, dass Renesmee Angst hat. Ihre Angst ist zu riechen. Sie fühlt sich sichtlich unwohl, sobald Dolton in der Nähe ist. Dann ändern wir das doch mal schnell.

Ich schnappe mir meine Kleine und pack sie über meine Schulter.

„Emmy", brüllt sie.

Es macht mir immer weniger aus, dass sie mich so nennt. Nein, so langsam gefällt es mir sogar.

„Zeit für meine Überraschung, Knirps."

„Ihr entschuldigt uns?! Familienzeit", sage ich zu den Denalis, als ich an ihnen vorbei fege. Die Anderen folgen.

„Danke, Emmett", höre ich Bella.

„Keine Ursache, Bells."

Nach wenigen Sekunden kommen wir an unserem Ziel an. Dieser Raum ist mein Spielplatz. Tief inmitten des Schlosses, ist unsere Garage. Die Denalis haben ihre eigene. Das habe ich angeordnet, da ich es satt hatte, dass sie laufend meinen Jeep fuhren. Mein Baby darf niemand anderes fahren.

Auch ich halte Renesmee die Augen zu, bis wir vor einer Reihe von Wagen stehen. Vor einem ganz besonders Speziellen, welcher allerdings noch abgedeckt ist. Spannung ist schließlich alles.

Bevor ich ihr noch über meine Gedanken verrate, was auf sie wartet, nehme ich meine Hände von ihren Augen, welche sich sofort weiten.

„OH. MEIN. GOTT."

Die Reaktion gefällt mir. Ihre Kinnlade hängt bis zum Boden. Fehlt nur noch, dass sie anfängt zu sabbern. Wenn Bella mal auch so reagiert hätte, dann hätte mein Bruder nicht solche Probleme gehabt, ihr damals ein neues Auto zu schenken.

„Darf ich sie dir vorstellen?", frage ich mit einem Grinsen, wobei sie mich nur mit hochgezogener Augenbraue ansieht.

„Ich schätze das ist ein Ja."

„Also Jaspers und mein Baby kennst du ja schon", sage ich und deute auf meinen roten Jeep und den weißen Bentley.

„Dieser gelbe Flitzer gehört Alice. .

Der Volvo deinem Vater. /images/uploaded/cars/new_cars/silver_

Frag mich nicht, warum er ausgerechnet darauf steht."

Renesmee zuckt nur mit den Schultern. Sie kann es wohl auch nicht verstehen. Gutes Mädchen.

„Dieses niedliche Ding gehört Esme. http://portal./images/842/284842,h=365,mxh=400,mxw=600,pd=2,w=

Und daneben Carlisles Schlitten. .

Wenn du darin sitzt, kann dir nichts passieren. Carlisle steht auf James Bond Autos", lache ich, genau wie Renesmee.

„Wow. Ein BMW Convertible. . Den wollt ich schon immer mal fahren", weiß Renesmee bescheid.

„Wie ich sehe, kennst du dich aus?!", stellt Rose fest.

„Na hör mal. Wer kennt dieses Auto nicht? Ein Traum."

„Das stimmt. Du darfst ihn gern mal fahren."

„Cool."

Das darf ich nie. Ich räusper mich kurz, damit die Damen wieder aufmerksam auf mich werden.

„Tschuldige, Emmy."

„Und dieses rote Gefährt gehört deiner Mutter." .

„OK. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. Aber warte mal. Steht nicht so einer, etwas rostiger, vor Charlies Haus?"

„Er-er hat meinen alten Truck noch immer?", ist Bella überrascht.

„Jap. Und er fährt sich ziemlich cool, auch wenn er ganz schön laut ist."

Meine Familie lacht nur. Sie müssen sicher wie ich daran denken, als die kleine schüchterne Bella mit ihrem großen, lauten, roten Truck in Forks zur Schule kam. Ich hab nur jedes Mal darauf gewartet, bis das Ding seinen Geist aufgibt. Aber sie hat ihn geliebt.

Deshalb haben Edward und ich uns die Mühe gemacht, einen ähnlichen restaurierten Truck zu suchen.

„Und was ist da drunter?", fragt Renesmee neugierig und will schon mal unter dem Verdeck schauen, um meine Überraschung zu sehen.

Ich hab alle drum gebeten ihre Gedanken für sich zu behalten, um nicht zu verraten, was sich darunter befindet.

„Das ist meine Überraschung für dich", sag ich noch und ziehe endlich das Verdeck ab.

Renesmees Blick ist unbezahlbar. Das Leuchten in ihren Augen erinnert mich daran, wie ich damals das erste Mal vor meinem Jeep stand.

„Das ist meiner?"

Ich nicke nur grinsend.

„Das ist mein Lieblingsauto. Ich hab ein älteres Modell in schwarz in Phoenix stehen."

„Ich weiß."

„Woher?"

„Ich musste doch schauen, was meine kleine Nichte für ein Auto fährt."

„Wie…"

„…bin ich so kurzfristig an das Auto gekommen? Na sagen wir mal so. Ich habe einen Freund, der hat einen Freund, der solche getunten Autos herstellt. Und zufällig hatte er diesen."

„Zufällig…"

„Ja, zufällig", grinse ich nur. Mehr muss sie wirklich nicht wissen.

„Spritztour gefällig?"

„Logisch", sagt sie schnell und springt ins Auto. Steigt aber gleich wieder aus und sprintet auf die Anderen zu.

Sie umarmt einen nach dem anderen und bedankt sich nochmal für alles. Sie ist Geschenken also nicht ganz so abgeneigt wie Bella. Das wird Alice freuen. Renesmee beteuert aber auch, dass es nicht nötig gewesen wäre. Natürlich war es das.

Unsere Spritztour ist der Wahnsinn, denn Renesmee hat es wohl von ihrem Vater im Blut, schnell zu fahren. Ihr kleines Baby gibt aber auch einiges her. Renesmee bricht in Jubel aus, als sie die 200 hm/h erreicht. Sie schafft es wirklich, innerhalb einer Stunde den vollen Tank leer zu fahren.

Zurück im Schloss springt sie, wie sonst Alice, vor Begeisterung auf und ab und umarmt mich immer wieder.

„Wie ich sehe, hat dir die Fahrt gefallen?", fragt Bella Renesmee, als wir das Wohnzimmer erreichen.

„Und wie", bringt sie nicht mehr heraus.

Ich schaue mich im Raum um. Edward ist noch immer nicht zurück.

Hör endlich auf zu schmollen Eddie und kümmer dich um deine Tochter. Vielleicht ist er ja in der Nähe und kriegt es mit.

Unterbrochen wird die fröhliche Stimmung von einem Handyklingeln. Bis Renesmee begreift, dass es ihr Handy ist, vergeht einige Zeit. Es ist ja auch nicht ihr Standard-Klingelton.

Sie holt es aus ihrer Hosentasche und schaut ungläubig aufs Display. Ich kenn mich da nicht so aus, aber ich würde sagen in ihrem Gesicht sind gerade Freude und Angst gleichzeitig zu sehen. Mit ängstlichem Blick schaut sie zu uns auf. Vielmehr zu Bella.

„Es ist Scott."

TBC