Zu viel auf einmal

Edwards POV

Der Elch unter meinen Händen hat keine Chance. Wie ich ihn geschnappt habe, weiß ich schon nicht mehr. Sein Blut fließt mir die Kehle hinab, kann mich aber nicht ablenken von dem schmerzenden Gesicht, welches Renesmee vorhin auf ihrem Gesicht hatte. Sie war so beschämt, als wenn wir sie abstoßend finden würden, nur weil sie das Karibu nicht töten konnte. Was für ein Unsinn.

Ich bin irgendwie froh darüber, dass ich meiner Tochter nicht dabei zusehen muss, wie sie tötet. Bei Bella mag es anregend aussehen, aber Renesmee kann ich mir dabei einfach nicht vorstellen, so unschuldig, wie sie ist. Auch im Wissen, dass es in unserer Natur liegt, zu töten, wäre es für mich schwer, ihr dabei zuzusehen. Gut, dass wir das große Glück haben, an Spenderblut zu kommen.

Pass auf, Eddie, höre ich Emmetts Gedanken. Doch seine Warnung kommt zu spät. Er war gerade dabei, einen Elch zu jagen, welcher in meine Richtung flüchtete und mich soeben umrannte. Natürlich lande ich im Matsch. Wie auf Kommando steht die komplette Familie vor mir und schaut mich verblüfft an. Bis auf Emmett, der sich vor Lachen den Bauch hält.

„Emmett", ermahnt ihn Esme.

Jasper und Carlisle reichen mir eine Hand und ziehen mich aus dem Dreck.

„Die schöne Jeans", klagt Alice.

„..geht auch wieder sauber", sagt Esme hinterher und lächelt mich warmherzig an.

„Bist wohl nicht ganz bei der Sache?", will Rosalie wissen.

In ihren Gedanken sehe ich, dass sie genau weiß, warum ich so abgelenkt war und dem Tier nicht ausgewichen bin.

„Renesmee wird schon zurechtkommen, Edward. Gib ihr Zeit."

Scott wird sie schon ablenken, denkt Emmett und bringt mich zum Knurren. Scott schaut mich nur ängstlich an, als hätte er unsere Gedanken lesen können.

Gut, dass ich es besser weiß als Emmett. Scott ist, ich muss es leider zugeben, ein vernünftiger Junge. Ich habe in seinen Gedanken keine Absichten gesehen, bei denen ich ihm lieber den Kopf abreißen möchte. Im Gegenteil. Er ist wie ich und der Rest der Familie besorgt und will nur das Beste für Renesmee.

„Lasst uns nach Hause laufen. Vielleicht hat sie sich ja schon wieder beruhigt", hofft Carlisle.

Keiner widerspricht, so machen wir uns auf den Weg zurück zum Schloss. Ich laufe so schnell wie möglich, denn ich kann es nicht abwarten, wieder bei Bella und Renesmee zu sein. Es ist erstaunlich, welchen Effekt meine Tochter auf die ganze Familie hat. Sie hegen die gleiche Sorge wie ich und wollen schnellstens nach Hause, um zu sehen, dass es Renesmee gut geht.

Am Schloss angekommen, wartet schon Bella auf uns. Ich schließe sie in meine Arme und hauche ihr einen Kuss auf die Lippen. So wohltuend. Doch in Jaspers Gedanken sehe ich, dass etwas nicht stimmt.

Sie sorgt sich, Edward.

Erst jetzt merke ich, dass kein Herzschlag im Schloss zu hören ist. Keine Renesmee.

„Wo ist sie?", frage ich verzweifelt - Panik steigt in mir auf. Die Volturi sind zurück.

„Sie ist mit Jacob spazieren", antwortet sie mir leise. Aber da ist noch etwas.

„Das ist zwölf Stunden her."

Ich dachte, es wäre mein Knurren, was ich höre, aber Scott übertönt mich ohne Probleme.

„Du hast sie mit diesem Hund losziehen lassen?", fragt Rosalie aufgebracht.

„Ich vertraue Jacob."

„Tja. Man sieht, wo das Vertrauen hinführt."

„Rose..", versucht Esme Rosalie zur Vernunft zu bringen. Aber ich kann ihre Wut verstehen. Wie konnte sie nur.

Immer schön geschmeidig bleiben, Blondie.

Es gibt nur einen, der Rosalie so nennt. Jacob, der auch gleich um die Ecke kommt, mit einer bewusstlosen Renesmee auf seinem Rücken.

„Was hast du getan?", knurre ich ihn an. Scott geht neben mir in Angriffsstellung.

Pssst. Sie schläft, grinst er.

Sie mag mich und mein kuscheliges Fell eben.

„Sie schläft", entwarne ich die Anwesenden und höre erleichterndes Ausatmen.

Vorsichtig nehmen Bella und Esme, Renesmee von Jacobs Rücken und können es nicht vermeiden, dass sie dabei aufwacht. Jacob verwandelte sich derweil wieder in einen Mensch und ist nur noch in Hose bekleidet.

„Ach Mensch. Sie hat so schön geschlafen."

„Halt die Klappe, Jake", motzt Bella, die sehr wütend auf ihren Freund ist.

„Ich hab so schön geträumt", quengelt Renesmee, woraufhin Alice und Esme lachen müssen.

„Wo wart ihr, Jake? Ich hab mir Sorgen gemacht. Ihr wart lange weg."

In Bellas Stimme klingt noch die pure Panik. Ich drücke sanft ihre Schulter und ihre Sorge ebbt etwas ab. Auch wenn es unserer Tochter allen Anschein gut geht, kann sie so schnell das Gefühl der Angst um sie nicht abschütteln.

„Wir waren am Nordpol. Da müssen wir noch mal hin. Das ist so wunderschön dort", schwärmt Renesmee, ihre Augen leuchten vor Begeisterung. Sie schmiegt sich eng an Scott, wohl um ihn etwas zu beruhigen, denn unser jüngster Familienzuwachs rast vor Eifersucht.

„Nordpol? Das verstehst du unter nicht zu weit weg?", keimt Bellas Wut wieder auf.

„Jap. Da eure Tochter auf dem Weg zurück eingeschlafen ist und ich es nicht übers Herz brachte, sie zu wecken, bin ich etwas langsamer gelaufen", grinst Jake, der sich gerade einen Pullover überzieht, den ihm Esme gegeben hat. Sie ist einfach zu gutmütig.

„Geht's dir gut, Carlie?", sorgt sich Scott, nachdem seine Eifersucht abgeflacht ist.

„Hört endlich auf. Mir geht's prima. Jacob war supernett zu mir und ganz ehrlich bin ich froh über die Zeit, die wir miteinander verbracht haben. Wir haben viel geredet. Ich sehe jetzt einiges anders. Vielleicht ist es doch nicht so schlimm, dass ich nicht töten kann", sagt sie und ein angenehmes Lächeln umspielt ihre Lippen.

In Jaspers Gedanken sehe ich, dass die ganze Familie erleichtert ist, dies zu hören. Bella nimmt Renesmee in ihre Arme und streicht ihr liebevoll über den Rücken. Ich kann mich nur glücklich an sie schmiegen und beiden einen Kuss aufs Haar geben. Renesmees Lächeln, welches sie mir schenkt, berührt mein nicht mehr schlagendes Herz. In den letzten Stunden hat sich in Renesmee viel getan. Und so wie Jasper lächelt, scheinen alle so glücklich zu sein, wie ich mich gerade fühle.

„Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe einen Bärenhunger", sagt Renesmee und bringt alle, vor allem Emmett, zum Lachen.

Er schnappt sich Renesmee und wirft sie über seine Schulter. Zusammen mit Alice, Jasper, Rose und Scott rennen sie ins Schloss, wobei Renesmee freudig quiekt.

„Du bist ebenfalls willkommen, bei uns zu essen", sage ich Jacob.

„Oh, danke", gibt er zurück und rennt los. Allerdings halte ich ihn noch mal auf.

„Jacob?"

„Ja?"

„Danke, für…"

„Geschenkt. Versprecht einfach nur, immer auf sie aufzupassen und dass ich sie öfter mal besuchen darf, oder sie mich."

„Natürlich", antwortet Bella für mich. Sie ist ihm genauso dankbar.

„Dann wäre das ja geklärt", sagt er noch und rennt ins Schloss. Esme und Carlisle folgen ihm schmunzelnd und eng umschlungen.

Ich hingegen nehme Bellas Hand und gehe mit ihr eine Weile im schneebedeckten Schlossgarten spazieren. Beide hängen wir unseren Gedanken nach. Das merke ich daran, wie Bella ihren Daumen über meinen Handrücken kreisen lässt. Eine Angewohnheit, die sie sich in den letzten Jahren angeeignet hat und ich auch nicht missen möchte.

„Hast du gesehen, wie befreit sie eben aussah?", fragt mich Bella nach etlichen Minuten Schweigens.

„Ich bin immer wieder erstaunt, welchen Effekt Jacob auf euch hat. Mir ist es natürlich nicht entgangen. Und ehrlich gesagt, ist es mir im Nachhinein egal, wer sie von dieser Last befreit hat. Die Hauptsache ist doch, dass sie endlich glücklich ist und mit dem Dasein eines Vampirs zurechtkommt. Und so, wie es vorhin aussah, scheint es der Fall zu sein."

„Da hast du recht. Sie sah sehr glücklich aus", seufzt Bella.

Wir setzen uns auf eine kleine Bank, auf der wir öfter Zeit verbringen und beobachten die weißen Flocken, die wieder angefangen haben zu fallen. Es ist ein zauberhaftes Bild, wie die Schneekristalle in Bellas welligem Haar hängen bleiben.

Unsere Körper sind so kalt, dass der Schnee an unserer Haut und Haaren nicht schmilzt. Das Bild wird noch perfekter, als Bella mir ihr strahlendes Lächeln schenkt. Ein Lächeln, das ich Jahre nicht mehr gesehen habe. Um genau zu sagen, war es das letzte Mal in unseren Flitterwochen, bevor Renesmee geboren wurde. Seitdem konnte sie nicht mehr so befreit lächeln, denn ihr Gewissen machte es nicht mit, da unsere Tochter nicht bei uns war.

Doch jetzt ist sie da. Sie ist glücklich. Somit sind wir alle glücklich, was man an der Atmosphäre im Schloss eindeutig erkennen kann. Jasper wird darüber ganz froh sein, denn er hatte unser aller Trauer zu tragen mit seiner Gabe. Er wird jetzt umso befreiter sein. Er muss nicht mehr diesen Abstand halten, um den Schmerz aus dem Weg zu gehen, denn es gibt keinen mehr.

Bellas Lächeln ist ansteckend. Je mehr sie strahlt, desto höher ziehen sich meine Mundwinkel nach oben. Meine blasse Hand fährt in ihren Nacken und ich ziehe sie zu mir ran, bis sich unsere Nasen berühren. Ihre Augen leuchten, wie die von Renesmee wenigen Minuten zuvor, nur mit dem Unterschied, dass Renesmees dunkelbraun sind.

Bellas volle Lippen ziehen mich magisch an.

„Ich liebe dich so sehr, Bella", flüstere ich und lasse ihr keine Chance, meine Worte zu erwidern.

Meine Lippen berühren ihre ganz sanft, aber sobald sie den Kuss erwidert, wird mein Verlangen drängender. So auch unser Kuss. Bella greift in meine Haare und zieht mich so eng an sich heran, wie es nur geht. Ihre Augen funkeln. Nicht mehr vor Glück, sondern voller Begierde, welche auch ich spüre.

„Esmes Häuschen?", frage ich sie und als Antwort bekomme ich nur ein aufreizendes Grinsen.

Ich schwinge Bella auf meinen Rücken und laufe in westliche Richtung. Dort hat Esme ein kleines Häuschen bauen lassen und eingerichtet, für Momente wie diese. Wenn sich jemand aus der Familie Cullen zurückziehen möchte, geht er hier her. Das Haus ist 20 Kilometer vom Schloss entfernt und hat ungefähr die Größe von Charlies Haus in Forks.

Bella und ich waren oft hier. Manchmal auch jeder für sich alleine. Bella zog sich gerne hier her zurück. Zum Einen um Jasper aus dem Weg zu gehen und ihm ihren Schmerz entziehen wollte. Auch wollte sie nicht, dass er ständig ihre Gefühle manipulierte, was für ihn aber schon fast notwendig war, um mit Bella in einem Raum zu sein.

Sie wollte den Schmerz spüren, um Renesmee nicht zu vergessen. Aber das war so oder so unmöglich.

Auch vor mir flüchtete sie hier her, um mich nicht erkennen zu lassen, wie sehr sie die Trennung unserer Tochter belastete. Dabei wusste ich genau wie sehr es sie belastete.

Aber jetzt sind wir aus anderem Grund hier. Kaum dass ich die Tür zum Haus aufmache, steigt mir ein lieblicher Duft in die Nase. Bella schaut mich nur an und grinst.

„Alice", sagen wir gleichzeitig.

Sie muss gesehen haben, dass wir heute das Haus besuchen werden, und hat überall frische Blumen verteilt. Wo immer sie die auch hier im winterlichen Alaska herhat. Unser Weg führt gleich ins Schlafzimmer, das von Kerzen erhellt wird. Bella lege ich aufs Bett und beuge mich über sie.

Sie tut etwas, womit sie weiß, mich um den Verstand zu bringen. Sie öffnet mir ihre Gedanken und ich werde überströmt von Liebe und Glückseligkeit. Ihre Gedanken sind frei von Sorgen und Ängsten. Was sie jetzt nur noch will, ist meine Liebe. Und das lasse ich sie spüren. Sehr lange.

Ich hatte Angst, das Bett gebe bald nach, nach so vielen Stunden heißer Zweisamkeit. So was hatte ich mit Bella noch nie erlebt. Ich merke mal wieder, dass sie sich mir nie komplett hingegeben konnte. Aber heute, an einem Tag, wo unser Glück perfekt ist, ließ sie sich richtig fallen. Und ich werde mir mal wieder bewusst, wie perfekt Bella für mich ist und welches Glück ich eigentlich habe, diese Frau kennengelernt zu haben.

Noch immer liegen wir im Bett und schauen uns nur ins Gesicht. Noch immer kann ich nicht von Bella lassen und streiche mit meinen Fingern ihren Körper auf und ab. Bellas Gedanken sind dabei noch immer für mich offen. Und so merke ich, dass die Sehnsucht nach unserer Tochter immer größer wird.

So machen wir uns schweigend, aber höchst zufrieden, zurück zum Schloss. Immer mit kleinen Zwischenstopps, um uns zu küssen. Ich fühle mich wie frisch verliebt.

Da es tiefste Nacht war, spähen wir leise in Renesmees Zimmer, die eng an Scott geschmiegt ist und tief und fest schläft. Dabei spielt er mit ihren Haaren und bemerkt nicht mal, dass wir sie beobachten. Erst als er Bella schmunzeln hört, schaut er auf, sie winkt ihm kurz zu und zieht mich aus dem Zimmer.

Ganz wohl wird mir nie sein, zu wissen, dass Renesmees Freund zusammen mit ihr im Bett liegt, aber es macht sie glücklich und Bella würde mir ewig böse sein, wenn ich was dagegen unternehme. Er sollte es nur nicht zu weit treiben. Denn dann lernt er mich erst so richtig als Renesmees Vater kennen.

Am nächsten Tag ist es dann so weit. Wir wollen mit Renesmees Training beginnen. Wir fangen mit leichten Übungen an. Auch um zu sehen, wie weit und wie lange ihre Kraft und Sinne reichen.

Was Geruch, sehen, hören, Schnelligkeit und Geschicklichkeit angeht, unterscheidet sie sich nicht von uns. Auch ihre Kraft gleicht der von uns. Wenn sie gerade frisches Blut hatte, war sie uns manchmal etwas voraus, aber schnell pegelte sie sich ins Normale ein.

Was nicht nur Carlisle bemerkt, ist, dass Renesmee immer länger ohne Blut auskommt. Selbst wenn sie den ganzen Tag ihre Kräfte benutzt. Also auch da nähert sie sich uns an.

Ich trainiere mit ihr das Gedankenlesen, so wie Bella es unserer Tochter lehrt, mit dem Schild umzugehen. Wobei Bella mit ihr bessere Fortschritte macht, als ich. Wir versuchen es immer wieder, dass sie mir oder anderen ihre Gedanken öffnen kann, doch es klappt nie. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Renesmee das überhaupt will, auch wenn Jasper mir bestätigt, dass sie immer mit vollem Einsatz dabei ist.

Bella und Renesmee haben ihre Schutzschilde bestens im Griff. So ist es kein Problem mehr, wenn sie ihre Schilde zusammenführen und niemand eindringen kann. Auch nach mehreren Versuchen ist für Emmetts Schulter kein Durchkommen. Selbst mit Dolton und Jasper zusammen laufen sie wie gegen eine Wand. Allerdings ist dies auch für Renesmee die kraftaufwendigste Übung. Deshalb kann sie den Schild nicht länger als zwei Stunden halten. Aber es wird bei jedem Training länger.

Dolton und Tyra wurden, nachdem alles noch mal bis ins Detail geklärt wurde, in Denali willkommen geheißen. Aber selbst nach Wochen fällt es mir schwer, es Dolton ganz zu verzeihen. Dafür hat meine Familie und vor allem Renesmee zu viel durchmachen müssen. Auch wenn er nur seine Schwester retten wollte, komme ich nicht drüber hinweg, in welche Gefahr er Renesmee gebracht hat.

Tyra ist ein sehr zuvorkommendes und aufgeschlossenes Mädchen mit einer ebenfalls besonderen Gabe. Sie weiß, dass ich ihren Bruder noch immer nicht verziehen habe, und hat deshalb ein wenig Angst vor mir. Das braucht sie allerdings nicht.

In ihr hat Renesmee auch eine beste Freundin gefunden. Was vor allem Alice sehr beneidet, da sie ihre beste Freundin sein wollte. Familie hin oder her. Aber Renesmee hat so ein großes Herz und vernachlässigt niemanden.

Während Esme sich darauf spezialisiert hat, Renesmee mit Nahrung zu verwöhnen, Renesmee liebt Esmes Gerichte, ist Carlisle ihr Privatlehrer geworden. Aber wir alle helfen ihr, jeden Tag mehr zu lernen. Noch können und wollen wir sie nicht in eine Schule stecken. Auch wenn sie es unbedingt möchte, so gut, wie Carlisle sie auch unterrichten mag. Und diesen Wunsch kann ich ihr auch nicht ewig verwehren.

Alice, so energisch, wie sie ist, macht gleich zwei Dinge für Renesmee. Zum Einen macht es ihr Spaß, meine Tochter jeden Morgen zu stylen. Und wenn Renesmee sich nicht so sträuben würde, ginge das den ganzen Tag so. Alice arbeitet aber auch daran, in Renesmees Zukunft zu sehen. Bisher aber ohne Erfolg.

Rosalie hat keine größere Aufgabe, wobei sie mit dem, was sie tut, mir immer wieder zeigt, welch eine herzensgute Person sie doch ist. Sie hilft Esme dabei, Renesmee zu bekochen und kümmert sich auch so um ihr Wohl. Und sie passt auf, dass es Emmett nicht übertreibt. Denn er und Jasper zeigen Renesmee das Kämpfen.

Mir ist natürlich nicht wohl bei der Sache, aber es muss sein, sollten wir irgendwann wieder mal einem Feind gegenüberstehen. Was Renesmee noch nicht weiß, dass die beiden sie bis zum Äußersten reizen sollen, denn wir wollen wissen, wie weit es reicht, bis sich ihre Emotionen so umschlagen, dass sie die Kontrolle verliert. Denn seit Volterra hat sie die Kräfte von Benjamin nicht mehr benutzt. Wenn sie sie überhaupt noch in sich hat.

Seit zwei Wochen trainieren Jasper, Emmett und Renesmee täglich. Es ist beeindruckend, welche Fortschritte sie dabei macht. Ihr Freund wird dabei gleich einbezogen. Er verliert den Spaß daran nicht, aber Renesmees Gesicht zeigt eindeutig, dass ihr das Kämpfen schon keinen Spaß mehr macht. Selbst als Emmett ihr Training immer mit Späßen verfeinert.

„Komm schon, Ness. Greif mich an", triezt er sie und boxt ihr für seine Verhältnisse sanft an die Schulter.

Doch Renesmee reagiert nicht wie gewollt. Deshalb macht Emmett weiter und weiter. Jasper steht daneben und versucht, ihre Emotionen auszumachen.

Ich kann zwar nichts spüren, Edward. Aber ich kann ihr ansehen, dass sie gleich explodiert. Und ich muss meinem Bruder recht geben. Sie sieht äußerst wütend aus. Und Emmett macht es nur schlimmer. Aber das ist es, was wir wollen.

Renesmee atmet tief durch, als wenn sie versucht, die Beherrschung zu bewahren.

Hey, Ed, wie lange soll ich das weiter machen? Mir tut es in der Seele weh. Wenn Emmett schon so denkt, scheinen wir wirklich nah dran zu sein. Ich deute ihm, noch einmal nachzulegen. Schweren Herzens tut er es.

„Nun mach schon, Knirps. Willst doch nicht ewig das kleine Baby bleiben."

Oh, wie ich es hasse. Ich ärger sie ja gerne, aber bestimmt nicht so. Hoffentlich verzeiht sie mir, wenn das alles vorbei ist.

„Das wird sie Emmett", sage ich ihm.

Noch einmal boxt er sie und dann passiert es. Renesmees Augen werden plötzlich rot. Emmett fällt nun auch die letzte Farbe aus seinem Gesicht, während Jasper vor Schmerz auf die Knie fällt.

Ihr Schmerz ist unerträglich. Mach, dass sie aufhört, Edward.

Ähm, Eddie. Hilfe bitte?

Renesmees Augen sind starr auf Emmett gerichtet. Ihr Zorn unübersehbar. Ihre Gedanken beherrscht von Wut. Ja, ihre Gedanken sind für mich offen, aber genauso schmerzhaft für mich, wie ihre Emotionen für Jasper.

„Beruhige dich Renesmee", versuche ich, doch sie reagiert nicht.

Stattdessen springt sie auf Emmett und schmettert ihn durch zwei Bäume. Sein ohrenbetäubender Schmerzensschrei schlägt auch im Schloss Alarm und schon höre ich, wie sich der Rest der Familie auf den Weg macht.

Ich helfe Jasper auf die Beine und zusammen laufen wir Renesmee und Emmett hinterher. Sie hat ihn Hunderte Meter weit befördert und drückt ihn nun zu Boden. Noch gibt es keine Anzeichen von Benjamins Kräften. Auch nicht, dass sie andere Kräfte übernommen hat.

„Versuch sie zu beruhigen, Jasper."

„Ich bin dabei. Aber ihr Schmerz, ihre Wut ist einfach zu groß. Meine Wellen können sie nicht erreichen", stöhnt er.

Als ich meine Hand auf ihre Schulter lege, stößt sie mich weg. Weit weg. Ich fliege fast wieder an die Stelle zurück, von wo wir kamen und jetzt gerade Bella und der Rest auftauchen.

„Was ist passiert?", will Carlisle wissen.

„War das Emmett?", fragt Rose besorgt.

„Edward?"

Bellas panikklingende Worte können mir auch keinen Satz abverlangen. Aber meine panische Miene lässt ihre Gedanken aufscheuchen. Sie erkennen, dass etwas nicht stimmt. Ohne ihnen zu antworten, mache ich kehrt und laufe wieder in die Richtung von Emmett, Renesmee und Jasper. Die Familie folgt mir mit angsterfüllten Schritten.

Als wir ankommen, ist Jasper noch immer auf seinen Knien, zudem hält er seinen Kopf in beiden Händen und versucht den Schmerz zu vernichten.

„Jasper", ruft Alice und ist sofort an seiner Seite. Sie umklammert ihn fest und steht ihm bei, obwohl sie noch nicht mal weiß, was den Schmerz auslöste.

Noch immer drückt Renesmee Emmett zu Boden, man kann Knochen knacken hören. Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Das, oder Emmetts Schmerzenslaute, die ich so noch nicht gehört habe.

„Warum tut sie das, Edward? Hilf Emmett, bitte", fleht Rosalie, die nicht weiß, was sie machen soll, aber am liebsten Renesmee von ihrem Mann runterziehen würde.

„Ihre Augen…", bemerkt Bella.

Jetzt merken es alle. Sie sind wieder so rot wie in Volterra, als sie Jane tötete und sofort geht die Angst um, dass Emmett Gleiches wiederfahren könnte.

„Wir müssen sie aufhalten", schreit Rosalie und will auf Renesmee zulaufen, doch ich halte sie am Arm fest.

„Lass mich los, Edward. Ich lasse nicht zu, dass sie ihn tötet."

„Das wird sie nicht. Sie kämpft dagegen an."

Denn so war es. Wo vorher nur Wut und Rage herrschten, tobt jetzt der innere Kampf. Es ist so, als würden ihre Gedanken zwischen zwei verschiedenen Welten hin und her gerissen. Die Eine, die Emmett wehtun will und die Andere, die gegen die Erste ankämpft und Emmett von seinen Schmerzen befreien will.

„Rede mit ihr, Emmett", ist Bella kaum zu hören.

„Wa was?", fragt Emmett schmerverzerrt.

„Rede mit ihr. Zeig ihr, dass du ihr nicht wehtun willst und es falsch ist, was sie tut."

Allerdings ist es schwer für Emmett, irgendwas zu tun. Renesmees Hände haben sich regelrecht in seine Schulter gebohrt und lassen keine Bewegung von ihm zu. Er glaubt, er könnte sich ihrer Hände sogar entziehen, hat aber furchtbar Angst, ihr dabei wehzutun.

„Hey, Ness…", kaum beginnt er, verstärkt Renesmee ihren Griff.

„Aahh. Verdammt. Du bist echt stark, Kleine. Aber jetzt ist gut, oder? Ich weiß jetzt, dass du stärker bist als ich."

Immer wieder muss er abbrechen, weil Renesmee ihren Griff nicht löst.

„Bitte, Renesmee. Ich weiß, du willst mir nicht wehtun, aber momentan tust du mir wahnsinnig weh. Das bist du nicht. Zeig mir deine Schokoäuglein. Kämpf dagegen an, Ness. Bitte…"

Kurz sieht es so aus, als würde sie ihn jetzt noch mehr zusetzten, aber minutenlang passiert nichts. Keine Regung. Nur Emmetts und Jaspers Ächzen ist zu hören, so wie Rosalies, Esmes und Alices leises Schluchzen. Carlisle und ich, so wie Scott, der vom Jagen zurück kommt, stehen wie versteinert da.

Nur Bella zeigt eine Regung. Sie geht auf Renesmee zu und kniet sich neben Emmett, so dass sie ihrer Tochter in die Augen sehen kann. Als sie die roten Augen aus der Nähe sieht, schockt es sie erneut. Doch sie reißt sich zusammen.

Vorsichtig, um sie nicht zu erschrecken, streicht Bella über Renesmees Wangen und bleibt bei ihrem Kinn stehen. Sie dreht Renesmees Gesicht zu sich und ich weiß, könnte es Bella, sie würde jetzt Tränen vergießen.

„Lass ihn los, Renesmee. Das bist du nicht", sagt sie so einfühlsam, dass man glauben müsste, nicht in der Lage zu stecken, in der wir gerade sind.

„Komm schon, Ness", setzt Emmett nach.

Und wären das die magischen Worte, blinzelt sie mehrmals und ihre roten Augen lösen sich erneut in blutigen Tränen auf. Als sie die Augen wieder ganz aufschlägt und Emmett unter ihren Händen erblickt, schreckt sie zurück und nimmt Abstand von Emmett. Rosalie ist sofort an seiner Seite.

Renesmees Blick wandert zwischen meinem, Bellas und Emmetts hin und her.

„Was hab ich getan?"

Bella geht auf sie zu, doch Renesmee weicht von ihr.

„Nicht. Ich will dir nicht auch noch weh tun."

Bella bricht es das Herz, dass ihre Tochter sich von ihr entzieht.

„Das warst aber nicht du, Renesmee", versucht es Bella weiter.

„Mir geht's schon wieder gut, Knirps. Kein Ding", witzelt Emmett.

„Kein Ding? Emmett, ich habe dir Knochen gebrochen. Wie weit hätte ich noch gehen können? Was, wenn ich so weit gegangen wäre wie bei Jane?"

„Bist du aber nicht. Du hast dagegen angekämpft, noch bevor wir die ersten Versuche unternehmen konnten, dich von Emmett zu lösen", sage ich ihr.

„Aber ich habe ihm wehgetan", sagt Renesmee leise und wagt es nicht, Emmett anzuschauen.

Dieser geht ohne Angst auf Renesmee zu, obwohl ihn Rosalie versucht, daran zu hindern.

„Ich muss das tun, Rose. Sie war nicht sie selbst", erklärt er ihr und haucht ihr einen Kuss auf die Stirn.

Vor Renesmee bleibt er stehen, während Bella nur einen Schritt zur Seite geht, um nicht von ihr zu weichen. Emmett nimmt Renesmees Gesicht in beide Hände und zwingt sie, sie anzusehen. Sie versucht alles, seinem Blick auszuweichen. Zu sehr ist sie beschämt.

„Hey, Ness. Komm schon. Sieh mich an. Ich bin's, Emmy. Kein Grund, sich zu verstecken."

Seine Worte lösen nur weitere Tränen aus, die sich schnell über ihre Wangen verteilen.

„Ich wollte dir nicht wehtun, Emmy."

„Das weiß ich doch. Ich habe dich ja fast da zu gezwungen. Selber schuld, würde ich sagen. Bitte schieb das schnell zur Seite, was du da von dir denkst. Das warst du nicht. Wir wollten dich so weit treiben, um zu sehen, ob, wann und vor allem wie du die Kontrolle verlierst. Glaub mir, ich werde dich nie wieder ärgern."

Er zieht sie in seine Arme und drückt sie fest an sich. Bella streicht ihr über den Kopf und küsst ihre Nasenspitze.

„Wir wussten, es würde nicht leicht werden, Schatz. Aber wir mussten so weit gehen, um deine Kräfte näher kennenzulernen."

„Aber nicht auf Kosten von Emmett."

„Hey. Ich lebe noch. Vergiss nicht, dass ich ein Vampir bin. Ich geb' zu, dass du ganz schön was auf dem Kasten hast. Man, tat das weh. Aber jetzt ist es nicht mal mehr ein Kitzeln. Es verheilt. Und du hast diesmal niemanden in die Luft gesprengt."

Renesmee quält sich ein Lächeln auf, auch wenn das nicht sehr witzig von Emmett war. Aber so ist er nun mal und Renesmee gab es nur Sicherheit, dass es Emmett wirklich gut geht.

Emmett löst sich von ihr und stupst ihre Nase.

„Wieder gut?"

„Nur, wenn es dir gut geht."

Zum Beweis befördert er den nächst besten Felsen mal eben einige Hundert Meter weit.

„Ich bin immer noch der Stärkste", lacht er.

„Soweit ich weiß, warst du gerade noch unter Nessies Händen gefangen", stellt Alice mal klar.

Emmett will gerade ansetzten, um zuzugeben, dass er der zweitstärkste der Familie sei, als Renesmee ihn aufhält.

„Wie du schon sagtest, Emmett. Das war nicht ich."

Alle sind erleichtert, dass sie es einsieht.

„Also sind wirklich deine Emotionen der Auslöser. Vor allem deine Wut. Das kriegen wir schon unter Kontrolle", sagt Carlisle lächelnd und streicht Renesmee über den Rücken, die endlich wieder lachen kann.

„Also sollten wir gleich weiter machen, bis Renesmee sich unter Kontrolle hat."

Alle schauen mich an, als hätte ich mich in einen Wolf verwandelt.

„Nicht heute, Edward. Das war Aufregung genug für einen Tag."

„Wir können nicht länger warten, Bella. Sie muss weiter trainieren."

„SIE steht hier", sagt Renesmee und stellt sich vor mich.

„SIE hat heute keine Lust mehr. SIE ist deine Tochter", sagt sie wütend.

„Renesmee…"

„Nein, Dad. Seit Wochen tue ich nichts anderes, als trainieren. Ich habe keine Zeit, mal wieder was mit meiner Familie zu unternehmen."

„Aber du bist doch bei deiner Familie."

„Willst du es nicht verstehen? Klar war das Training immer ganz lustig, aber ich stelle mir unter Familientag was anderes vor. Ich will nicht jeden Tag trainieren und abends zu müde sein, um Scott einen Kuss zu geben oder euch noch mal zu umarmen. Ich will endlich ich sein. Renesmee, 18 Jahre. Ich weiß, du sorgst dich, aber versuch mich zu verstehen und vor allem mir zu vertrauen."

Ihre Worte treffen mich da, wo sie sollen. Und mir wird bewusst, vor allem, wenn ich in die flehenden Augen meiner Tochter schaue, was ich die letzten Wochen vergessen habe. Sie ist erst seit drei Monaten bei uns und ein Halbvampir. Wir haben sie aus einem Leben gerissen und sie in ein anderes geschmissen. Und was mache ich? Ich mache es täglich schlimmer.

„Nein, Dad. Du hast es nicht schlimmer gemacht. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich bei euch bin, aber die letzten Wochen war ich nicht bei euch. Nicht so, wie es sein sollte. Ich weiß, das Training ist wichtig, aber ich finde, nicht so wichtig, wie die Familie, von der ich nicht genug kriege", sagt sie und schaut allen noch mal ins Gesicht. Sofort bildet sich auf jedem ein Lächeln.

„Warum machen wir es nicht so, wie ein Stundenplan? Täglich zu ihren Stunden bei mir, kommt eine Stunde Training hinzu. Der Rest der Zeit gehört der Familie", kommt es von Carlisle.

„Einverstanden?", fragt mich Renesmee, obwohl sie Antwort längst wissen müsste.

Ich nicke nur, was sie veranlasst, mir um den Hals zu fallen. Bella kommt hinzu und umarmt uns beide.

„Aww. Wie süß. Aber jetzt genug mit dem Geknuddel", kommt es von Emmett.

„Unser Knirps will was mit der Familie machen? Na dann los."

„Und was schwebt dir vor, Emmett?", fragt Esme.

„Was passt zu Alaska am besten?"

„Das ist was für Kinder, Emmett."

„Ach, Rosie. Du hast das größte Kind zum Mann, sagst du doch immer."

Emmett weiß es am besten, gereizte Stimmungen zu sprengen.

„Kann mir mal einer sagen, von was ihr redet?", fragt Scott.

Renesmee hat schon dieses Leuchten in den Augen, das mir sagt, dass sie die Idee klasse findet.

„Auf zum Mount Bear. Wir gehen Schlitten fahren", verkündet Emmett freudig und klopft Scott auf die Schulter.

„War klar, dass du dir den Berg aussuchst", bemerkt Renesmee. Emmett streckt ihr nur die Zunge entgegen.

Am Mount Bear angekommen wird Renesmees Strahlen immer heller.

„Ich bin noch nie Schlitten gefahren."

„Ich auch nicht", verkündet Scott.

„In Arizona sieht man wohl nicht viel Schnee?", fragt Emmett.

„Nur im Fernsehen", lacht Renesmee und schwingt sich auf einen der Schlitten.

„Wer als Erstes unten ist", sagt Emmett und fährt los, gefolgt von Alice, Jasper, Rosalie, Renesmee und Scott. Carlisle und Esme sind im Schloss geblieben. Sagten sie. Aber ihre Gedanken verrieten mir, dass auch sie mal eine Auszeit in Esmes Haus wollten.

Bella und ich sitzen oben auf dem Berg auf unseren Schlitten. Ich habe das Bedürfnis, noch ein paar Worte zu sagen.

„Es tut mir leid, wie ich mich vorhin verhalten habe."

„Ich weiß, Edward. Du möchtest nur das Beste für mich und Renesmee…"

„..und gehe dabei wie immer den falschen Weg", sage ich niedergeschlagen.

Bei Bella habe ich auch nicht immer alles richtig gemacht. Ich mag an meinen fatalsten Fehler nicht denken, bei dem ich sie fast für immer verloren hätte.

„Es ist wahr, du gehst öfter mal die schmerzhaften Wege", lacht sie.

„Aber Renesmee und ich wissen, dass du uns liebst und alles für uns tun würdest. Vater sein ist nicht leicht, was?", lacht Bella und weiß es wieder mal, mich in bessere Stimmung zu versetzten.

„Wie recht zu hast. Du machst deinen Mutter-Job viel besser."

„Nicht doch, Edward. Ich mache sicher auch nicht alles richtig. Du darfst nicht vergessen, auch wenn Renesmee schon 18 ist, sind wir eigentlich erst um die drei Monate Eltern. Ich finde, dafür machen wir unseren Job ganz gut", grinst sie mich an.

Von Weitem hören wir das fröhlicher Gelächter der anderen, wobei Renesmees begeisterte Stimme am höchsten klingt und mich mit Glück bereichert. Als könnte Bella meine Gedanken lesen, macht sie sich auf ihren Schlitten bereit.

„Wer als Erstes die Anderen einholt?"

„OK", antwortet sie mir und fährt los.

Ich verharre noch einen Augenblick oben auf dem Berg. Bella hat es geahnt und winkt mir noch einmal zu.

Vater sein ist wirklich nicht einfach. Vor allem wenn man eine Tochter hat. Ich will sie vor allem und jeden beschützen, zu jedem Preis. Nur lässt sich das nicht ganz damit kombinieren, um ihr den Spaß und die Liebe zu schenken, die ein Mädchen ihren Alters braucht und nachdem, was sie schon durch machen musste.

Ich muss in Zukunft mehr auf mein nicht mehr schlagendes Herz hören, als auf meinen Verstand, denn Renesmees Glück ist mir immer noch am wichtigsten. Sie kann sich auf mich verlassen und das werde ich ihr beweisen.

TBC