A/N: Schaut doch mal in mein Profil. Ich habe eine neue Twilight FF begonnen und würde mich auch da über zahlreiche Leser freuen.
Highlands, North Carolina
Bellas POV
Wochen, Monate vergingen, seit dem Zwischenfall mit Emmett. Es dauerte lange, bis sich Renesmee selber verziehen hatte, was geschehen war, obwohl Emmett ihr täglich erklärte, wie harmlos es war und er ihr nie böse war. Das könnte er eh nicht, egal was sie anstellte.
Wir schafften es nicht mehr, Renesmee so weit zu bringen, dass sie die Kontrolle über sich verlor. Ich bin natürlich sehr froh darüber. Emmett versuchte so selten wie möglich dabei zu sein, denn es erinnerte Renesmee immer zu sehr an den Tag, als sie das letzte Mal die Kontrolle verlor.
Scott lebte sich wunderbar in unsere Familie ein. Seine Selbstbeherrschung war verblüffend. Bei einer Jagd kam uns unverhofft ein Mensch entgegen. Er war schon dabei, ihn anzugreifen, bis Renesmee eingriff. Sie hielt ihn auf, sah ihm in die Augen und redete immer wieder auf ihn ein, dass er den Menschen nicht töten möchte. Dass er dessen Blut nicht will. Und es half.
Ihre Beziehung kann man mit der von Alice und Jasper vergleichen. Renesmee, die keine Angst vor solchen Ausbrüchen haben muss, war in solchen Momenten immer für Scott da. So waren wir der Meinung, dass einem Umzug nun nichts mehr im Wege stand.
Renesmees größter Wunsch war es, endlich wieder in die Schule zu gehen, neue Leute kennenzulernen und in einen vernünftigen Alltag zu kommen. Als Vampir sehr schwierig, aber es war uns wichtig, sie glücklich zu machen. Und ganz ehrlich, ich konnte es ebenfalls nicht mehr abwarten, endlich aus Denali raus zu kommen.
Es hatte nichts mit den Denalis zu tun. Im Gegenteil. Sie waren mit ein Grund, warum wir noch da waren. Wir waren für ihre Hilfe sehr dankbar. Auch nachdem wir Renesmee aus den Fängen der Volturi befreit hatten, waren sie immer für sie da. Jeder half, wo er nur konnte. Sie waren es zum Großteil, die mit Renesmee die Übung vollzogen, um ihre Kontrolle zu bewahren. Was uns Cullens ein wahrer Segen war, denn niemand brachte es mehr so richtig übers Herz, sie zu ‚ärgern'. Ich war bei den Übungen nie dabei. Das war zu hart für mich.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich ihr erzählte, dass wir umziehen. Ihr Gesicht, ihre Reaktion war das Schönste, was ich seit Langem gesehen habe. Sie strahlte wie lange nicht. Als sie dann erfuhr, wohin es ging, musste sie erstmal googeln. Und als sie herausfand, wohin es genau ging, war sie etwas enttäuscht. Fasste sich aber schnell wieder.
Wir können nicht an Orten leben, wo sie gerne hin möchte. Nicht ohne uns den ganzen Tag zu verstecken und wie die typischen Vampirgeschichten es sagen, nur des Nachts das Haus verlassen. Das sah Renesmee dann auch ein.
So machten wir uns auf, einmal quer über den Nordamerikanischen Kontinent, zurück in die USA. Die lange Strecke war selbst für die viel zu schnell fahrenden Vampire unter uns zu lang. So flogen wir. Unser Hab und Gut, vor allem die Babys, wie Emmett unsere Autos liebevoll nannte, waren schon da. Wie auch Esme und Alice, die unser neues Haus einrichteten.
„Habt ihr einen guten Flug gehabt?", fragt Alice unnötigerweise, weil sie es längst wissen müsste.
Sie und Esme holen uns mit zwei Wagen ab. Es ist schon sehr belustigend, Alice aus Emmetts großen Jeep aussteigen zu sehen. Er war schon den ganzen Flug über knurrig, weil er jemand anderes ans Steuer lassen musste. Esme fuhr Carlisles Mercedes, welcher keine Probleme damit hatte, dass seine Frau seinen Wagen fuhr.
„Lang war der Flug und langweilig", sagt meine gereizte Tochter, die nicht genug Schlaf bekam während des Fluges, da Emmett nichts Besseres zu tun hatte, als sie zu ärgern.
„Danke, Emmett."
„Oh, bitte, bitte, Bella. Immer wieder gerne doch."
„Au…"
Ich brauchte mich nicht umdrehen. Wenn Rose' Hand mit Emmetts Kopf kollidiert, erkenne ich es schon allein an dem Geräusch. Wir steigen in die Wagen und fahren los.
Es hat etwas von dem, als ich damals nach Forks kam, denn unser neues Zuhause war ebenfalls weit weg von einer größeren Stadt. Alles war sehr grün und an Sonne war auch nicht zu denken. Wie bin jetzt schon auf den ersten Schultag gespannt. Zumindest bin ich mir sicher, dass mir keine geheimnisvollen Cullens mehr begegnen können.
Renesmee neben mir stöhnt auf, als wir das Ortseingangsschild erreichen.
(Bild im Profil)
Highlands. Eine kleine Stadt im US-Bundesstaat North Carolina. Bekannt für ihre Wasserfälle und ist ein Mekka für Golfer, da in den Dreißigern der berühmte Golfer Bobby Jones in Highlands einen Golf Club gründete, der noch heute einer der Top Clubs ist. Das gefällt Carlisle natürlich.
Von der Größe ist es sogar doppelt so groß wie Forks. Allerdings liegt es hinter Forks, was den Regen angeht. Highlands ist die Stadt mit dem zweitmeisten Regenniederschlag. Ein Grund, warum wir Highlands gewählt haben. Ein anderer sind die vielen Wälder in näherer Umgebung.
Somit müssen wir nicht mehr so lange von zu Hause weg bleiben, um zu jagen und ich müsste Renesmee nicht mehr so lange missen. Wir haben keinen weiteren Versuch gestartet, ihr das Jagen beizubringen. Aber da haben wir zum Glück immer noch Carlisle, der schon sehnsüchtig im Krankenhaus von Highlands erwartet wird. Man könnte dem neuen Chef der Klinik sicher nie beweisen, dass er Blut entwendet.
Ja Carlisle begnügte sich nicht mehr, nur Arzt zu sein, sondern übernahm gleich die Klinik. Und was das Blut angeht, wird die Klinik froh sein, denn so oft werden laut Carlisle keine Blutkonserven benötigt. Denn wie in Forks, ist hier nicht all zu viel los.
Alice ist sehr begeistert. Denn wir sind nicht mehr so weit von New York entfernt, wie noch in Forks und Denali. New York bedeutet für Alice, shoppen. Hoffentlich bin ich jagen, wenn sie die Shoppingwut packt.
Unser Haus, oder sollte ich es eher Villa nennen, liegt in den Wäldern Highlands. Und es ist genauso traumhaft, wie das in Forks. Nur mit einer größeren Garage. Bald werden dort zehn Autos Platz brauchen. So wie Scott seinen ersten Tag in der Schule überstanden hat, bekommt er sein Willkommensgeschenk in der Form eines Autos. Emmett konnte ihm leicht entlocken, auf was er so steht.
Schon die lange Auffahrt lässt Großes erahnen. Und ich werde nicht enttäuscht, was das Haus betrifft.
(Bild im Profil)
Die Empfangshalle ist genauso prunkvoll, wie ich es von außen erwartet habe.
(Bild im Profil)
„Nicht schlecht", betitelt Scott, der immer mehr auftaut und sich bestens mit Emmett versteht.
Das Haus hat genug Schlafzimmer für jeden Einzelnen, auch wenn wir uns alle die meiste Zeit ein Zimmer mit unseren Partnern teilen werden. Edward hat mittlerweile auch keine Probleme mehr damit, dass Scott sich im Zimmer von Renesmee aufhält, wenn sie schläft. Auch nicht, dass sie sich ein Bett teilen. Er versucht auch nicht, ihn als Freund von Renesmee anzusehen, sondern vielmehr als ein Mitglied der Familie. Das macht die Sache für ihn etwas leichter.
Esme und Alice haben wirklich ein tolles Werk getan. Die Zimmer sind ein Traum. Jedes Einzelne hat etwas Besonderes und ist auf uns zugeschnitten. Sie haben sogar an die Jungs gedacht und ein ‚Spielzimmer' eingerichtet. Denn in Forks, wie auch in Denali wurde meistens das Wohnzimmer von Emmett als ‚Spielzimmer' okkupiert. Platz haben wir hier genug.
Für die älteren Cullens, für die es schon der zigste Umzug ist, ist es nichts Besonderes. Sie kennen den Luxus und haben nur ein kurzes Auge für alles. Renesmee und Scott hingegen rennen durchs Haus und schauen sich alles genau an.
Renesmee kommt die Treppen runtergelaufen und ihrem Gesicht nach, war sie gerade in ihrem Zimmer. Sie wirft sich erst Alice um den Hals und dann Esme.
„Danke, danke, danke…"
So enthusiastisch habe ich meine Tochter noch nie gesehen. Und es gefällt mir. Edward grinst mir nur zu. Ihm geht es genauso.
Scott kommt aus dem Kellerraum hochgesaust und sieht genauso begeistert aus.
„Ein Pool. Im Keller ist ein Pool", sagt er sprachlos.
Das zieht tatsächlich auch die Aufmerksamkeit der anderen an. Einen Pool hatten sie auch zuvor eher selten. Aber auch das war wieder etwas, was Alice und Esme für Renesmee getan haben. Sie liebt das Wasser und das Meer. Und da hier kein warmes Meer in der Nähe ist, haben sie doch tatsächlich ein Haus mit Pool gekauft.
Mit unseren Fähigkeiten haben wir es schnell geschafft, unsere Sachen auszupacken. Und schnell fühlen wir uns Zuhause. Die Sammlung von Absolventenkappen darf natürlich nicht fehlen. Wie stolz werde ich erst sein, wenn Renesmees erste Kappe dort hängt.
Die nächsten Tage erkunden wir erstmal die Gegend. Alice sucht nach Einkaufsmöglichkeiten, Esme kümmert sich um die Schule, Jasper und Emmett prüfen unser neues Jagdgebiet und Carlisle beginnt seine erste Schicht im Krankenhaus. Sie haben ihn dort aufgenommen, wie einen Star. Gut, dass Esme die Blicke der anderen Frauen, die Carlisle anschmachten schon gewohnt ist. Die armen Krankenschwestern. Ich hoffe nur, die Patienten müssen nicht drunter leiden.
Renesmee hat die letzten Tage damit verbracht Tyra zu berichten, wie schön es hier ist. Eigentlich wollte Renesmee, dass Tyra und Dolton mit uns ziehen, aber die beiden haben uns erklärt, sie möchten die Familie jetzt nicht stören, wo wir gerade erst zusammen gekommen sind. Unsere Wege werden sich schon wieder kreuzen, sagte Dolton zum Abschied.
Ich sehe das ganze mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite schon etwas egoistisch, denn unsere Familie ist schon sehr groß. Sie mit noch mehr Personen zu teilen, würde für mich noch weniger Zeit mit ihr bedeuten. Aber Tyra ist unter den Vampiren Renesmees beste Freundin geworden, und sie zu vermissen, bedeutet wieder ein Stück weniger Glück für meine Tochter.
Wer weiß, in ein paar Jahren, wenn es wieder heißt, umzuziehen, vielleicht sieht man sich dann früher wieder, als wir alle denken. Besuchen können sie uns, wann sie möchten. Das gilt für den ganzen Denali Clan.
Morgen ist es soweit. Der erste Schultag an der neuen Schule. Renesmee liegt schon im Bett, während der Rest der Familie im Wohnzimmer sitzt. (Bild im Profil) Irgendwie war uns danach eine Movie Nacht zu veranstalten. Die Hauptdarstellerin war Renesmee. Wir dachten uns, es ist besser, ihre Kindervideos ohne sie anzusehen. Sie sagt immer, die sind einfach nur peinlich. Wenn sie wüsste, wie viel mir diese Videos bedeuten.
Gegen Mitternacht kommt Scott die Treppen hinunter. Für uns alle überraschend, da er nie die Seite von Renesmee verlässt, wenn sie schläft. Stimmt etwas nicht?
Scott lächelt mir zu, als wenn er meine Gedanken lesen könnte.
„Sie kann nicht schlafen", sagt er, als wäre es eine logische Antwort.
„Aber bist du nicht eigentlich der, der sie sonst immer zum Schlafen bringt?", fragt Rosalie.
„Heute wohl nicht. Ich denke, dass sie heute eher ihre Eltern braucht."
Wenn er nicht so lächeln würde, wäre meine Sorge mal wieder auf dem Höhepunkt. Edward nimmt meine Hand und sieht mich lächelnd an. Er weiß natürlich schon, was Renesmee bedrückt.
„Kannst du dich noch an die Nacht erinnern, vor deinem ersten Tag an der Forks High?", fragt er mich.
Ich muss tatsächlich etwas überlegen, denn meine Erinnerungen an mein Menschenleben verblassen von Tag zu Tag. Aber an diese Nacht kann ich mich dennoch sehr gut erinnern. Geschlafen hatte ich nicht viel und meine Gedanken kreisten über meine neuen Mitschüler, meine neuen Lehrer. Ich war wahnsinnig aufgeregt. Und so wird es wohl auch Renesmee gehen.
Sofort steh ich auf und Edward folgt mir auf dem Fuße. Renesmees Zimmer ist im zweiten Stockwerk, am Ende des Flures. (Bild im Profil)
Renée hatte als kleines Willkommensgeschenk für Renesmee, ihre Truhe hier hergeschickt. Und noch immer liegen dort drin ihre geheimen Hefter über uns. Obwohl sie sie uns überlassen hat, finden wir es besser, dass Renesmee sie behält. Nur wenn wir Lust haben, drin zu stöbern, fragten wir sie danach.
Renesmee wartet schon in ihrem Bett auf uns.
„Ich will euch nicht stören, ich schlaf schon irgendwann ein."
„Du glaubst doch nicht wirklich, dass wir uns die einmalige Chance nehmen lassen, mit dir in einem Bett zu liegen", sagt Edward und legt sich neben unsere Tochter.
Es stimmt. Solche Momente vermisse ich. Scott hat diesen Part übernommen. Aber heute braucht sie uns.
„Danke", sagt sie und hebt die Decke für mich an.
Ich bleibe lieber bekleidet, sonst friert sie nur. Edward hat es sich gleich abgewöhnt, mit unter die Decke zu schlüpfen.
Renesmee kuschelt sich sofort an mich und sucht die Hand ihres Vaters. Edward greift danach und haucht ihr einen Kuss auf die Wange.
„Du brauchst nicht aufgeregt sein", sagt Edward leise.
„Du bist morgen nicht alleine", füge ich hinzu.
„Ich weiß", seufzt sie und schließt die Augen. Allerdings nicht vor Müdigkeit.
„Aber?", will ich wissen.
„Wie werden sie alle auf uns reagieren? Ich meine, wir sind offensichtlich keine normale Familie. Du hast mir selber erzählt, was du gedacht hattest, als du Dad und die Anderen das erste Mal gesehen hast. Und du hast da schon unmenschlich reagiert. Die Jugend von heute ist da viel oberflächlicher."
Edward und ich müssen schmunzeln. Renesmee redet, als würde sie zu eben dieser Jugend nicht dazugehören. Dabei steckt sie vom Alter her noch mitten drin.
„Mach dir nicht zu viele Gedanken, Schatz. Lass die Leute denken, was sie wollen. So erkennst du schnell, wer wirklich ein wahrer Freund werden will. Und ich bin mir sicher, dass du auch unter den Menschen tolle Freunde finden wirst. Bitte denk dabei nicht an uns, sondern nur an dich. Wir wollen für dich ein so menschliches Leben wie nur möglich schaffen. OK?", sage ich ihr.
Renesmee hat sich mittlerweile an meinen Bauch gekuschelt und ich merke, wie sie nickt. Ich nestel mit ihren Haaren, während ihr Edward liebevoll den Nacken krault. Damit hat er sie schon einige Male zum Schlafen gebracht.
Und auch jetzt werden ihre Augen immer schwerer.
„Das wird so lustig mit meinen Eltern in einem Jahrgang zu sein. Hoffentlich belegen wir viele Kurse zusammen", sagt sie schläfrig.
Diese Aussage erstaunt mich. Ich hätte wirklich gedacht, sie fände es peinlich. Mich freut es natürlich und hoffentlich sind wir wirklich in einigen Kursen zusammen. Aber mit Scott, Edward, Alice, Renesmee und mir in einem Jahrgang, werden wir wohl nie in einem Kurs alleine sein.
„Nacht, Mom. Nacht, Dad", nuschelt sie noch und schläft wohl ein.
„Wir sind immer bei dir", flüstere ich in ihr Ohr und gebe ihr einen Kuss auf die Stirn.
Edward tut es mir gleich, aber vergisst mich nicht dabei. Die ganze Nacht beobachten wir Renesmee beim Schlafen. Wenn wir das nicht tun, schauen wir uns ins Gesicht. Ich denke, mein Glück spiegelt sich in meinem Gesicht genauso wider, wie bei Edward.
Als es Zeit war für Renesmee aufzustehen, hätte ich eigentlich gerne die dunklen Jalousien aufgemacht und sie von den Sonnenstrahlen wecken lassen. Aber stattdessen begrüßt mich der Regen, als ich etwas Licht in Renesmees Zimmer lasse. Ich lege mich wieder zu meinen beiden und es tut mir fast leid, Renesmee jetzt wecken zu müssen.
Ausnahmsweise halten sich Alice und Emmett zurück und lassen sie uns in Ruhe wecken, um den Tag entspannt zu beginnen.
Edward grinst mich an. Er kann es gar nicht abwarten, zu sehen, wie sie aufwacht. Aber ich muss ihm da beipflichten. Es ist ein wunderschönes Erlebnis. Und es beginnt…
Wie jedes Mal seufzt sie mehrmals, bis sie anfängt, sich zu drehen, als suche sie eine neue Position, um wieder einzuschlafen. Das tut sie auch einige Male, bis sie sich soweit dreht, dass sie Edward fast vom Bett schubst.
Sie schlägt sofort die Augen auf und schaut sich etwas verwirrt um, bis sie uns richtig wahrnimmt. Ein Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Sie umarmt uns beide, denkt aber nicht dran, aufzustehen. Im Gegenteil. Sie zieht sich ihre Decke wieder über den Kopf und schmiegt sich an mich.
Bevor Edward und ich etwas sagen können, kommt unsere Pixie ins Zimmer geschossen.
„Nicht so schnell, junge Dame", sagt sie und zieht Renesmee die Decke weg.
Renesmee rollt sich ein, wie ein Fötus im Bauch einer Mutter. Doch jeder weiß, gegen Alice hat niemand eine Chance. Renesmee hängt sich noch mal an mich, als hinge ihr Leben davon ab, aber Alice schafft es dennoch, sie aus dem Bett zu ziehen und ins Bad zu schieben.
Der restliche Morgen vergeht ohne weitere Zwischenfälle. Alice und Renesmee einigen sich sofort auf ein Outfit. Wir alle gehen mal wieder top aktuell gekleidet in die Schule. Alice würde auch nichts anderes zulassen. Selbst Rosalie hat keine Chance dagegen anzugehen.
Amüsant wird es nochmal beim Frühstück. Bevor Renesmee normale Nahrung zu sich nimmt, schluckt sie erstmal eine ordentliche Portion Blut hinunter, um dann in aller Seelenruhe ihr Frühstück zu genießen. Für Alice viel zu langsam, denn sie tapt schon die ganze Zeit mit ihren Fuß.
„Relax, Alice. Wir kommen schon nicht zu spät", lacht Renesmee.
Alice stöhnt genervt auf und verabschiedet sich schon zum Auto.
„Du sollst Alice doch nicht immer so ärgern", erwähnt Esme lächelnd.
„Sie lässt mir keine Chance, Grandma", sagt sie und zuckt mit den Schultern.
Esmes Augen leuchten jedes Mal, wenn Renesmee sie Grandma nennt. Nie hatte sie geglaubt, dass sie die Chance dazu bekäme, mal so genannt zu werden. Und nun ist Renesmee da, lebte kaum ein paar Tage bei uns, als sie Esme zum ersten Mal so nannte. Auch Carlisle ist für sie selten Carlisle, sondern Grandpa. Allerdings nennt sie ihre Tanten und Onkel nur beim Namen. Es wäre zu freaky. Allerdings, wenn Renesmee etwas von ihnen möchte, holt sie die Tante oder den Onkel schon raus. Gerade bei Jasper fruchtet das wunderbar.
Jasper ist eh so ein Renesmee Phänomen. Wenn er mit ihr zusammen ist, lernt man viele neue Seiten an ihm kennen. Einen viel offeneren und unbedrückten Jasper. Ich frag mich, ob selbst Alice ihn so noch nicht gesehen hat.
Wir teilen uns in zwei Autos auf. Edwards Volvo und Emmetts Jeep. Die anderen Wagen wären zu protzig, wobei Renesmee ja immer beharrte, in ihrem fahren zu wollen. Aber gerade am ersten Tag wollten wir zusammen fahren. Sie weigert sich noch immer strikt, in Edwards Volvo zu steigen.
‚Ich setz mich doch nicht in ein Opa Auto', sagt sie immer.
Sie sagt es aber nur, wenn Edward nicht dabei ist, um ihn nicht zu verletzten. Allerdings hat er es längst mit bekommen und ist eher amüsiert, als verletzt. So teilen wir uns auf, dass Alice und Jasper bei Edward und mir mitfahren und Scott und Renesmee bei Rose und Emmett. Natürlich ein gefundenes Fressen für Emmett, dass Renesmee lieber bei ihm mitfahren möchte.
In der Geschwindigkeit, die wir drauf haben, dauert es keine zehn Minuten, bis wir an der Schule sind, obwohl wir soweit außerhalb wohnen. Schon an der Auffahrt zur Schule begrüßen uns blaugelbe Flaggen. Die Farben der Schule. Passend zu Highlands, heißen die Sportmannschaften Highlander. Highlands Highlander. Wie originell.
Zu Emmetts Verdruss gibt es keine Football Mannschaft. Aber ein Baseball- und Softball- Team, was Scotts und Renesmees Herz höherschlagen lassen. Allerdings sind wir noch am Proben, ob sie dem Team beitreten können. Gerade im Eifer des Sports könnten Ausrutscher passieren, die wir uns nicht erlauben können. Es wäre doch schon sehr auffällig, wenn Renesmee den Ball nicht nur über den Zaun schlägt, sondern direkt in die nächstgelegene Stadt.
Kaum, dass wir aussteigen, sind wir der Blickfang. Plötzlich ist alles still, anscheinend atmet niemand mehr. Durch Renesmees Gebummel sind wir ziemlich spät dran, die meisten Schüler sind schon da und starren uns jetzt hat.
Scott kitzelt es in den Fingerspitzen etwas zu sagen, allerdings hält ihn Edward auf. Wir wollen doch nicht gleich einen schlechten Eindruck machen. Doch soweit, wie die meisten Münder offen stehen, haben wir schon Eindruck geschunden, dem erstmal nichts entgegen kommen kann.
„Diese pubertären Kinder", grummelt Edward.
„Die Gedanken von Teenagern können echt eine Qual sein", sagt Renesmee und scheint etwas angewidert zu sein.
Also nicht anders als Forks.
„Was denken sie?", fragt Emmett.
„Um es kurz zu sagen, die Jungs träumen jetzt schon vom Ball mit uns Mädels. Und die Mädchen überlegen, wie sie wen zuerst ansprechen", sagt Renesmee und schüttelt sich.
„Ich wusste, es würde schlimm werden, aber Gedanken zu sehen, wie sich die Eine vorstellt meinen Dad ins Bett zu zerren und der Andere jetzt gerne mit meiner Mom in die Besenkammer verschwinden möchte, ist grauenvoll."
Während sich Renesmee weiter schüttelt, können wir nur herzlich lachen. Bis auf Edward, der sich ein Knurren unterdrückt.
„Was ist, Edward?"
„Es ist genauso grauenvoll, zu sehen, wie sie deine Frau und deine Tochter am liebsten gleichzeitig vernaschen wollen", grummelt er.
Oh der Arme. In solchen Momenten beneide ich ihn nicht um seine Kraft. Ich nehme seine Hand und küsse ihn auf die Lippen. Damit bekomme ich ihn immer wieder abgelenkt. Rosalie genießt die Aufmerksamkeit richtig, im Gegensatz zu mir. Auch wenn ich weiß, dass ich längst keine graue Maus mehr bin, fühle ich mich dennoch unwohl, von allen angestarrt zu werden.
Gemeinsam gehen wir ins Office, wo eine blonde Frau Mitte 40 sitzt. Sie ist schwer beschäftigt, doch als sie hört, dass jemand hineinkommt, schaut sie auf und ihre Arbeit ist plötzlich vergessen.
Ich schätze, sie ist so etwas wie Mrs. Cope in Forks.
„Wie ka-kann ich euch helfen?", fragt sie nervös.
Es ist doch immer wieder das Gleiche, wie sie reagieren. Wenn Edward ihr weiter so sein schiefes Lächeln schenkt, kippt sie noch vom Stuhl.
„Wir sind die neuen Schüler aus Alaska", sagt er extra schwungvoll.
„Die Cullens?"
Edward nickt.
Die Dame scheint in so was wie einen Schock gefallen zu sein, denn sie starrt uns nur noch an, tut aber nichts mehr.
„Ma'am?", versucht Edward sie zum Sprechen zu bringen.
„Oh natürlich. Ich bin Ms. Judy. Es ist wirklich ein Segen, dass ihr Vater die Klinik gekauft hat. Wir dachten schon, sie müsste geschlossen werden", erzählt sie und kramt in irgendwelchen Fächern.
„Da sind sie, eure Stundenpläne."
Sie rattert noch denselben Text runter, den man immer zu hören bekommt, wenn man neu an einer Schule anfängt, deshalb hör ich auch nicht mehr wirklich zu, und teile die Stundenpläne aus, die Edward mir überreicht. Natürlich haben Edward und ich Biologie zusammen bei Mr. Sanders. Physik habe ich mit Renesmee und Alice bei Ms. Sidle. Alle zusammen sind wir bei Mr. Grissom in Wissenschaften. Sport habe ich nur mit Renesmee und Scott bei Mr. Stokes. Musik? Oh nein. Aber wenigstens bin ich dort wieder mit Edward zusammen bei Mr. Brown. Sozialkunde habe ich mit Alice zusammen bei Mrs. Willows. Und Englisch bei Mr. Robbins zusammen mit Edward und Renesmee. Alle zusammen sind wir dann wieder in Mathe bei Mr. Hodges.
Was ich zum ersten Mal sehe, ist, dass auf den Stundenplänen auch der Name vom Direktor steht. Mr. Ecklie. Wohl ein ganz wichtiger Typ.
Augen zu und durch, heißt es jetzt. Unsere erste Stunde ist mit Mr. Grissom. Wissenschaft ist nicht gerade das Fach, mit dem man den ersten Schultag beginnen möchte. Aber nun denn. Wir verabschieden uns von Emmett, Rose und Jasper, die ‚Älteren' von uns, und verabreden uns zur Pause im Speisesaal.
Als die drei gehen, muss ich lachen, wie wütend Emmett die Jungs anschaut, die Rose hinterherstarren und pfeifen. Sofort zieht er sie enger an sich, was Rose natürlich gefällt. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass mir Gleiches widerfährt, denn Edward hat mich jetzt auch fest im Griff. Sein Blick versteinert.
„Entspann dich, Edward", lacht Alice.
Doch Alices Gelächter macht es nur schlimmer. Zeit, einzuschreiten. Ich drehe mich zu seinem Ohr und puste leicht hinein. Ich weiß genau, seine Aufmerksamkeit damit zu erlangen.
„Ich gehöre nur dir. Mein Blick gehört nur dir. Alles an mir gehört nur dir", flüster ich und beiße ihm sanft ins Ohrläppchen.
„Könnt ihr bitte aufhören damit? Das ist so peinlich", schimpft Renesmee. Doch in diesem Augenblick muss ich sie ignorieren, denn Edward hat diesen absoluten Liebesblick drauf.
„Gott, ich liebe dich, Bella Cullen."
Mein Grinsen wird größer und selbst Renesmee findet gefallen dran. Alice kichert noch, während Scott mit seiner eigenen Eifersucht zu kämpfen hat. Denn auch Renesmee zieht einige Blicke auf sich. Sie findet die Gedanken allerdings sehr amüsant. Wie mir, ist ihr klar, zu wem sie gehört und zeigt es ihrem Freund durch einen zärtlichen Kuss.
„Genug geturtelt. Wir wollen doch nicht gleich am ersten Tag zu spät kommen", hetzt Alice.
Wir gehorchen und gehen zur ersten Stunde. Anders wie in Forks, ich muss es einfach immer als Vergleich ziehen, ist es ein großes Schulgebäude, nicht verschiedene Gebäude, so dass wir alle immer, bis auf Sport, in einem Haus sind. Für die Gedankenleser und Empathen sicher nicht einfach, aber ich weiß alle unter einem Dach zu haben. Wenn etwas nicht stimmt, wüsste Edward sofort bescheid.
Als wir den Klassenraum betreten, hat man das Gefühl, in ein Labor zu kommen. Auf dem Schreibtisch des Lehrers steht ein geschlossenes Glas mit einem Schweinefötus drin. Alice schaudert, als sie das sieht. Scott hingegen ist total begeistert. Er geht auch direkt auf den Lehrer zu, der etwas erschrocken ist, und schüttelt dessen Hand.
„Es ist mir eine Ehre, Dr. Grissom. Ich hab alle ihre Bücher gelesen. Das Buch über Entomologie, gefällt mir am meisten", sagt er aufgeregt.
Renesmee ist genervt, während Mr. Grissom völlig überrumpelt ist. Das hat er wohl nicht erwartet. Ich kenne ehrlich gesagt auch nicht eines seiner Bücher. Und wenn sie alle mit Entomologie zu tun haben, weiß ich auch warum.
„Ähm, ja Danke, Mr. ?"
„Hale. Scott Hale."
Ja, Scott ist jetzt der kleine Bruder von Jasper und Rosalie. Noch ein Cullen wäre wohl zu viel des Guten gewesen, vor allem in Anbetracht, dass er vielleicht mal Renesmee heiraten möchte.
„Ich wusste gar nicht, dass wir neue Schüler erwarten", spricht er mehr zu sich selbst.
„Mr. G, davon erzählt doch schon die ganze Stadt seit Wochen", erwähnt ein Schüler.
Mr. Grissom geht darauf gar nicht ein und streicht sich stattdessen über seinen Bart. Einen gräulichen Vollbart, der die gleiche Farbe hat, wie sein Haar. Aber der Bart passt hervorragend zu ihm. Er scheint nett zu sein und nicht auf den Stadt Gossip zu hören. Das gefällt mir.
Er nimmt unsere Passierscheine entgegen und schaut auf unsere Namen.
„Gleich vier Cullens? Ich hoffe es ist OK für sie, wenn ich sie beim Vornamen nenne."
„Oh ich bitte drum", sagt Renesmee. Sie hasst es, wenn man sie mit Sie anspricht. Sie fühlt sich dann so alt. Edward denkt das Gleiche und lacht.
„Gut. Dann setzen sie sich mal", sagt er und deutet auf zwei freie Tische und einen freien Platz neben einem schüchternen pickeligen Jungen.
Scott und Renesmee rennen zu einem der freien Plätze. Sie wollen nicht getrennt werden. Alice schaut mich und Edward an.
„Dafür hab ich einen gut bei euch. Ich mach das auch nur, weil ich dich so lieb hab", flüstert sie mir ins Ohr und setzt sich neben den Jungen, der, von der energiegeladen Alice, sofort zurückschreckt.
Edward und ich nehmen in der hintersten Reihe platzt. Ein guter Platz, denn Renesmee und Scott sitzen direkt vor uns. Wir können sie also beobachten und aufpassen, dass sie auch dem Unterricht folgen. Sie müssen immerhin noch ihren ersten Abschluss schaffen, während wir es schon mindestens einmal geschafft haben.
Die Stunde geht schneller vorbei, als ich dachte. Und wir haben richtigen Unterricht gemacht. Mr. Grissom zwang uns nicht, uns groß vorzustellen und sein Unterricht war richtig interessant. Alle Schüler folgen seinen Erzählungen mit spannenden Gesichtern. Auch ich war überrascht, wie sehr es mir gefallen hat.
Scott hat wohl sein Lieblingsfach und seinen Lieblingslehrer gefunden, denn Renesmee war für die Stunde abgeschrieben. Sie folgte dem Unterricht zwar auch, aber nicht ganz so begeistert wie ihr Freund, der den Lehrer über alles Mögliche ausfragte. Renesmee musste ihn förmlich aus dem Raum ziehen.
In der zweiten und dritten Stunde habe ich Sozialkunde und Bio. In Bio kommen natürlich alte Erinnerungen hoch, wo ich Edward das erste Mal kennenlernte, wir die ersten Worte wechselten, aber auch wie er mich, wegen seines Verlangens fast umbringen wollte. Aber er hatte es nicht getan. Seine Liebe war viel zu groß.
Mr. Sanders ist ganz OK. Ziemlich jung für einen Lehrer und sehr witzig, aber Carlisle ist auch noch sehr ‚jung' und schon Klinikchef.
In der großen Pause treffen wir uns dann alle wieder. Während wir Mädels schon an einem großen Tisch sitzen, holen unsere Jungs etwas zu Essen. So fällt es nicht ganz so auf, dass am Ende ja doch nur Renesmee isst.
Diese erzählt mir gerade ganz begeistert von ihrem Erdkundelehrer Mr. Brass. Zwar ein alter Knaus sagt sie, aber ein lustiger Lehrer, der schon viele Länder gesehen hat. Auch Australien, wo Renesmee ja immer mal hin möchte. Vielleicht können wir ihr den Traum ja mal erfüllen, wenn sie ihren Kräften wirklich voll und ganz gewachsen ist, dass sie sich einer Reisetruppe anschließen kann. Oder es geschieht ein Wunder, dass wir nicht mehr in der Sonne glitzern, als hätten wir in Diamanten gebadet.
In der Pause selbst reden eigentlich fast nur Scott und Renesmee. Scott von Mr. Grissom und Renesmee, die unbedingt das Softball Team kennenlernen will. Wir älteren Vampire sehen das etwas relaxt und genießen die Zeit mit unseren Partnern. Alice und Jasper besonders, wo sie doch die ganze Zeit über getrennt sind. Die zwei sind einfach zu süß.
Die Blicke der anderen Schüler harren tatsächlich die ganze Zeit auf uns. Renesmee wird dadurch auch langsam unruhig. Es behagt ihr gar nicht, so wie mir ebenfalls.
Wir wollen gerade aufstehen, um uns schon mal auf dem Weg zur nächsten Stunde zu machen, als ein Junge unseren Alters, mit dunkel gegelten Haaren auf unseren Tisch zu kommt. Vielmehr auf Renesmee. Ich glaube in Sozialkunde sitzt er vor mir.
„Ähm, hi, ich bin Jason. Du bist Nessie, oder?"
Ein Raunen geht durch unseren Tisch. Keiner, aber wirklich keiner, wagt es mehr, sie so zu nennen. Worüber ich sehr dankbar bin. Renesmee schnauft wie ein wildes Tier, ist aber noch unter Kontrolle, auch wenn ich Edward seine Bedenken ansehen kann.
Renesmee steht auf und stellt sich direkt vor ihm. Sie ist doch tatsächlich fünf Zentimeter größer als er. Im Speisesaal ist es schlagartig still. Ich höre eine Gabel auf den Boden fallen, die einem Mädchen aus der Hand fällt, die mit offenem Mund dasteht und uns ebenfalls anstarrt.
„Niemand nennt mich so, kapiert?"
Alice kichert, während Jasons Kniee anfangen zu zittern und er schnell nickt.
„Ähm, ich wollte dich fragen, also, ob du vielleicht, ich meine…."
„Ob ich Lust hätte mit dir auszugehen?"
Als Renesmee das sagt, zuckt Scott ein wenig zusammen. Ich glaube damit hat er nicht gerechnet. Aber ich lege ihm beschwichtigend eine Hand auf die Schulter.
„J-ja…", stottert Jason.
„Tut mir Leid, Jason. Ohne dich beleidigen zu wollen, du bist einfach nicht mein Typ", sagt sie und nimmt dann Scotts Hand, um ihn aus seinem Sitz zu ziehen.
„Außerdem habe ich einen Freund. Da brauche ich niemanden anderen, der mich ausführt. Ich habe alles, was ich brauche", sagt sie, küsst Scott leidenschaftlicher, als man es in einer Schule machen sollte und stolziert mit ihm aus dem Speisesaal.
Wir folgen ihnen lachend. Emmett kann es nicht lassen und klopft dem verdatterten Jason auf die Schulter, aber nicht, ohne ihm zuzuflüstern, dass er so oder so nie eine Chance bei seiner ‚Schwester' gehabt hätte und wenn er es nicht kapiert, wird er sein blaues Emmett Wunder erleben.
Wieder trennen sich die Wege von Emmett, Jasper, Rose und uns. Die nächste Stunde ist Physik. Auch nicht so mein Fach, aber ich werde es noch einige Male durchnehmen. Kein Grund zur Sorge.
Noch auf dem Weg zum Raum fängt Renesmee an zu kichern. Edward lacht ebenfalls. Was haben sie gehört? Umso näher wir den Raum kommen, höre ich Mr. Grissoms Stimme und die einer Frau. Da wir etwas früher aus dem Speisesaal geflüchtet sind, sind wir auch ein paar Minuten eher am Klassenraum.
Das Gespräch dreht sich um nichts besonders, aber der Ton macht ja die Musik und der klingt irgendwie verliebt, aber beklemmend. Als wir in der Tür stehen, schaut uns ein verstummter Mr. Grissom an, während Ms. Sidle uns allen schüchtern zu lächelt.
„Uhm, vielen Dank Ms. Sidle für ihren Rat. Wir sehen uns dann heute Nachmittag zur Lehrerkonferenz", sagt er und geht für sein Alter, ich schätze ihn mitte Fünfzig, sehr schnell davon.
„Hallo. Ich bin Ms. Sidle eure Physik Lehrerin. Mr. Grissom hat euch schon erwähnt", erzählt sie und Renesmee unterdrückt ihr Gekicher.
Ms. Sidle schaut sie irritiert an und bringt Renesmee dazu, sich zu räuspern, um ihr Lachen unter Kontrolle zu bringen.
„Alles OK?", fragt Ms. Sidle.
„Bestens. Musste nur über einen Witz von meinem Bruder lachen", antwortet Renesmee und stupst Edward an, der ebenfalls lacht. Was haben sie wohl in deren Gedanken gesehen.
Wir haben Glück. In Physik arbeiten wir an Sechser-Tischen, sodass wir fünf tatsächlich zusammensitzen. Unser Tisch ist ganz hinten und als die anderen Schüler in den Raum kommen schauen Alice und ich drängend zu Edward und Rensmee.
„Erzählt schon", ist Alice ganz ungeduldig.
„Ms. Sidle und Mr. Grissom", beginnt Renesmee.
„Ja, das wissen wir. Was läuft da?", springe ich mit ein.
Renesmee kommt nicht dazu, etwas zu sagen, sie wird immer wieder von ihrem eigenem Gelächter unterbrochen. So schaue ich zu Edward, um meine Antwort zu bekommen.
„Sie sind ineinander verliebt. Nur haben sie sich das noch nicht gestanden", schmunzelt er.
„Du hast etwas vergessen, Dad. Sie war mal seine Schülerin und schon da waren sie ineinander verliebt", fügt Renesmee so leise wie möglich hinzu.
Alice kann ihr Lachen nicht mehr unterdrücken und wir stimmen mit ein. Ms. Sidle vorne am Lehrertisch läuft rot an, als hätte sie uns gehört.
„Wir müssen ihnen helfen", flüstert Alice mir zu.
Renesmee und ich stimmen nickend mit ein, während Edward und Scott nur aufstöhnen. Ms. Sidles Unterricht ist sehr interessant. Sie scheint eine kluge Frau zu sein, wo sie doch erst mitte Dreißig ist. Ich könnte tatsächlich gefallen an Physik finden. Sie hat Renesmee sogar angeboten, ihr etwas Nachhilfe zu geben, denn Physik scheint auch nicht ihr Fach zu sein. Renesmee wollte erst ablehnen, bis Alice ihr gedanklich etwas mitteilt und Renesmee doch noch schnell das Angebot annimmt.
Der restliche Tag läuft ohne besondere Zwischenfälle vonstatten. Jason macht einen großen Bogen um uns, wie auch einige andere, die sicher von Jason informiert wurden. Uns soll es nur recht sein.
Auf dem Weg nach Hause schmollt Renesmee. Mr. Stokes, unser Sportlehrer, hat uns in unserer ersten Stunde nicht mitmachen lassen. Wir mussten stattdessen Regeln lesen, wie wir uns in der Sporthalle und dem äußeren Sportplatz zu verhalten haben. Renesmee rächte sich gekonnt, indem sie Mr. Stokes am Ende der Stunde einen Fußball an den Kopf schießt. Natürlich nur aus Versehen.
Kaum, dass Emmetts Jeep steht, fliegt Renesmee förmlich ins Haus. Ich kenne auch ihr Ziel und höre es sofort.
„Oh Granny, ich hab dich so vermisst."
„Ich dich auch, mein Schatz", höre ich Esme mit ihrer liebevollen Stimme.
Sofort plappert Renesmee los, wie ihr erster Schultag war. Der Ton ihrer Stimme lässt dabei sämtliche Glückshormone in mir frei. Es ist alles super verlaufen, wo es doch auch hätte ganz anders laufen können.
Wir sind auch sehr stolz auf Scott, der nicht einmal mit sich haderte und seinen Blutdurst bestens unter Kontrolle hatte. Jasper ist am stolzesten, denn er war derjenige, der mit Scott am meisten trainierte, um sich unter Kontrolle zu bekommen, weil er wusste, wie schwer es hätte sein können.
Eine tolle Familie, in der ich lebe. Highlands könnte wirklich so etwas werden, wie der perfekte Neustart. Ohne Probleme, die vorher zu beseitigen sind. Highlands wird sicher nicht unser Lebensdomizil sein, aber der Anfang des nun auf zehn Vampire angewachsenen Cullen Clans.
Ich freue mich auf die Zukunft.
TBC
