Titel: Lebenslänglich – Die Rückkehr -
Autor: Eve
Rating: P 18
Beta: Lady of the Dungeon
Typ: Harry Potter Fanfiction
Pairing: Lucius Malfoy/Hermine Granger
Warnung für dieses Kapitel: keine
Disclaimer: Leider gehört Lucius immer noch nicht mir. Alle Charaktere gehören Frau Rowling. Die Idee zu dieser Story ist aber von mir!
Kapitel: Vier
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2. Januar
Der klapprige LKW, der sich mit beängstigendem Schlingern über die Serpentinen der schmalen Straße im Hochgebirge quälte, holperte mit einem hohlen Krachen über eine kniehohe Schneewehe hinweg, die sich inmitten der Straße aufürmte. Die beiden Insassen des altertümlichen Gefährts, welches seine besten Jahre wahrscheinlich in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts gehabt hatte, wurden ordentlich durchgeschüttelt, wobei der Fahrer, ein schwarzhaariger, breitschultriger Hüne sogar mit dem Kopf das schmutzig graue Deckenfutter der Fahrerkabine berührte. Während Hermine sich krampfhaft irgendwo festzuhalten suchte, lachte Iwan Antonjewitsch unbekümmert. Seine großen Hände schwangen das Lenkrad herum und der Motor des LKW jaulte in den höchsten Drehzahlen auf und rutschte in die nächste Kurve, dem fernen, jetzt menschenleeren Bergdorf entgegen.
Hermine hatte es schon mindestens zehn Mal bedauert, nicht einen der neuen, zusammenklappbaren Nimbus 4001 mitgenommen zu haben. Die Wunderwerke modernster Zaubermagie passten in zerlegtem Zustand durchaus in eine Damenhandtasche der Größe, wie sie Hermine mit sich herum trug, und waren in Nullkommanichts zusammengebaut. Mit dieser Art Transportmittel hätte sie auf jeden Fall schneller und auch gefahrloser den Ort des grausamen Überfalls in der rumänischen Bergregion erreicht. Jedenfalls theoretisch. Praktisch jedoch war es so, dass sie trotz langjähriger Flugerfahrung und ausgiebiger Trainingsstunden als Aurorin dem Fliegen immer noch nichts abgewinnen konnte. Sie nutzte diese Art der Bewegung nur, wenn es überhaupt keine andere Möglichkeit gab, und so hatte sie den Nimbus, den ihr Harry für diesen Auftrag empfohlen und auch liebenswürdigerweise vor ihrer Abreise vorbei gebracht hatte, wohlweislich in ihrem Büro „vergessen".
In Ermangelung einer Alternative musste sie jetzt eben dieses historische Automobil in Kauf nehmen und hoffen, dass es nicht vor ihrer Ankunft im Dorf in seine Einzelteile zerfiel, und dass es sie auch wieder heil und gesund vom Berg herunter bringen würde. Iwan, ihr vertrauenswürdiger Fahrer, den sie mit einigen nagelneuen Euroscheinen, für diesen Ausflug gemietet hatte, war jedenfalls fest davon überzeugt, dass sein Baby auch die nächsten einhundert Jahre noch überstehen würde. Fröhlich lächelnd saß er hinter dem großen Lenkrad und versuchte die junge Frau, die still und in sich gekehrt neben ihm hockte immer wieder mit Liedern aus seiner Heimat aufzuheitern, die er in großer Lautstärke, ein wenig falsch, jedoch mit großer Inbrunst vortrug. Hermine lächelte hin und wieder, versuchte die falschen Töne neben sich ebenso zu ignorieren wie das gefährliche Schlingern des Autos nah am Abgrund, und versank immer wieder in Grübeleien.
Der Besuch des Kinderheims hatte Spuren in ihr hinterlassen. Noch immer sah sie sich mit der Leiterin der Einrichtung durch kalte, weiß gekalkte Flure laufen. Ebenfalls weiß gestrichene Türen öffneten sich hin und wieder, und gaben einen flüchtigen Blick in kärglich eingerichtete Zimmer frei. Auf den blank geschrubbten Holzböden saßen Kinder verschiedenen Alters und beschäftigten sich mit einigen wenigen Spielsachen, die alt und abgegriffen aussahen. An den großen Holztischen, die es anscheinend ebenfalls in jedem Zimmer gab, saßen meist die älteren Kinder und schrieben oder zeichneten.
Als Mrs. Gregoriewic Hermines neugierige Blicke bemerkte, wies sie mit bitterem Lächeln darauf hin, dass sie ein staatliches Kinderheim wären, eines von Hunderten in ganz Rumänien, und natürlich war das Geld für Neuanschaffungen, wie Spielzeug, Kleidung und Einrichtungsgegenstände immer knapp. Der Staat sorgte nur unzureichend für die Schwächsten in seinem Machtbereich. Sie konnten froh sein, wenn es genug Essen und Kleidung für alle gab. Man konnte das wenige Geld nicht auch noch für Einrichtungsgegenstände, Bildung oder gar Spielzeug für die Kinder ausgeben. Hermine schüttelte betroffen mit dem Kopf. Wie gut ging es doch den meisten Kindern bei ihr zu Hause. Obwohl sie natürlich auch wusste, dass es in Großbritannien ebenfalls genug Elend und Leid unter den Kindern gab, und nicht nur bei den Muggeln, sondern auch bei den magischen Einwohnern ihres Landes. Sie war ihrer Begleiterin sehr dankbar, dass diese nicht extra erwähnte, für private Spenden an das Heim sehr dankbar zu sein. Sie nahm sich fest vor, auch hier irgendetwas zu tun. Langsam musste sie sich wohl eine Liste für Bedürftige machen, fand sie. An allererster Stelle stand aber für sie immer noch Lucius Malfoy. Für seine Probleme musste sie zuallererst eine Lösung suchen, wenn sie wieder zu Hause war, sonst würde er garantiert Mittel und Wege finden, um sich selbst aus dem Leben zu katapultieren.
Endlich waren sie vor dem Besucherzimmer angekommen. Der kleine Dragan war schon von einer weiteren Erzieherin gebracht worden. Hermine konnte durch die große Glasscheibe, die in eine der Wände eingelassen war, sehen, dass der Junge, wie hier anscheinend üblich, auf dem Fußboden hockte und malte.
Nachdem sie tief Luft geholt hatte, wahrscheinlich um sich damit irgendwie selbst Mut zuzusprechen, hatte sie den Raum betreten, war langsam näher gekommen und hatte sich schließlich zu dem Jungen gehockt, der bis dahin mit keiner Bewegung zu erkennen gab, dass er ihr Eintreten überhaupt bemerkt hatte.
Dragan hockte in einer Ecke, die Beine dicht an den Körper gezogen. Seitlich von ihm lag ein Stück Papier, welches schon mit allerhand Kritzeleien bedeckt war. Hermine hatte einen Blick darauf geworfen und sofort erkannt, was der Junge da zeichnete. Das Blatt war über und über von Abbildungen, welches Männer in weiter schwarzer Kleidung zeigte, die lange Stöcke in den Händen hielten und deren Gesichter hinter Masken lagen, bedeckt. Dragan hatte mit erschreckender Präzision in einer Ecke einen großen Totenkopf gemalt dargestellt, aus dessen Mund eine Schlange hervor kam. Großer Merlin, dies war beängstigend! Als Hermine daran zurück dachte, wie sie da vor dem Jungen gehockt hatte, der stumm, blass und ohne jede Regung dasaß und immer wieder dasselbe malte, kroch ihr wieder die nackte Angst in die Knochen.
Es hatte also wieder angefangen. Obwohl sie sich im Aurorendepartment sicher waren, dass - wenn überhaupt - noch ein Todesser ihrer gründlichen Recherche und sehr sorgfältigen Suche entgangen war, dieser eher als harmlos einzustufen war. Sie hatten doch wirklich alle Handlanger Voldemorts erwischt. Es gab Akten über sie alle. Jeder einzelne war gefangen und abgeurteilt worden, zumindest diejenigen, die die große Schlacht überlebt hatten. Einige wenige Todesser lebten noch in Askaban. Der Rest war tot. Es war undenkbar, dass sie jemanden übersehen hatten, und soviel sie wusste, konnten nicht viele Todesser das Morsmorde heraufbeschwören. Derjenige, der dieses Zeichen in den Himmel geschickt hatte, musste ein enger Vertrauter Voldemorts gewesen sein und zum inneren Kreis gehört haben. Aber gerade das war nicht möglich. Hermine raufte sich die ohnehin schon buschigen Haare.
Vielleicht sollte sie Lucius fragen, dachte sie. Nicht nur wegen ihrer Haare, sondern vor allen Dingen, was das Heraufbeschwören eines solchen dunklen Zeichens anging. Vielleicht wusste er ja auch noch etwas über abtrünnige ehemalige Verbündete. Sie seufzte leise. Es wäre eventuell keine schlechte Idee, ihn mit in die Ermittlungen einzubeziehen. Vielleicht lenkte ihn das von seinen Selbstmordabsichten ab. Auch, wenn man bei ihrer Behörde nicht gerade sehr begeistert war, jemand wie Lucius Malfoy zu befragen, sprachen sich einige der Auroren dafür aus und Hermine wusste auch, dass es bei den Muggelbhörden, beziehungsweise Geheimdiensten fast die Regel war, Inhaftierte nach Insiderwissen zu befragen. Also würde sie als Erstes, wenn sie wieder zu Hause war genau das tun, nahm sie sich vor.
Ihre Gedanken kehrten wieder zu dem kleinen Dragan zurück, der ihr allerdings in ihren Ermittlungen auch nicht helfen konnte.
Sie hatte ganze zwei Stunden bei dem kleinen Jungen verbracht, in denen sie versucht hatte, sein Vertrauen zu gewinnen. Was nicht einfach war, wenn man die Muttersprache des Kindes nicht sprach und gezwungenermaßen, durch einen Dolmetscher mit dem Kind zu redete. Sie erzählte ihm erst einmal von sich selbst. Natürlich nichts, was mit der Welt der Zauberer und Hexen in Verbindung gebracht werden konnte. Danach versuchte sie ihn nach der Zeichnung zu fragen, und als das nicht funktionierte, setzte sie sich neben ihn und erzählte ihm einfach Geschichten von Elfen, Riesen und Drachen, in der Hoffnung, so an ihn heranzukommen. Aber es war zwecklos. Nicht eine Reaktion, kein Laut, gar nichts. Selbst, als sie ihn tröstend in den Arm nehmen wollte, rückte er ängstlich noch weiter von ihr ab. Das Trauma, welches ihn beherrschte ,war tief und allumfassend. Leider war sie nun mal keine Psychologin und wusste einfach nicht, was sie tun sollte. Enttäuscht und überaus frustriert verließ sie nach zwei Stunden den Raum und nach kurzer Zeit auch das Kinderheim. Dieser Besuch war sinnlos gewesen. Der Kleine war ihr überhaupt keine Hilfe gewesen und wenn sie ehrlich war, dann war sie eigentlich sehr froh, dass er so unkooperativ gewesen war. Vielleicht hätte er vollends den Verstand verloren, wenn er sich ihr geöffnet und den Mord an seinen Eltern gezwungenermaßen noch einmal miterlebt hätte. Und sie wäre Schuld an diesem Drama gewesen. Mrs. Gregoriewic meinte zwar, dass es mit der Zeit vielleicht besser würde, dass Dragan irgendwann einmal in die Welt zurück fände, dennoch bezweifelte Hermine dies stark. Dragan machte einen so hoffnungslosen Eindruck auf sie und schürte somit noch zusätzlich den Hass, den sie gegen diese gewissenlosen Zauberer empfand, die einfach keine Ruhe geben wollten und Terror, Angst und Schrecken über die Welt verbreiteten.
Ein erneuter, schwungvoller Schlenker des LKW ließ sie aus ihrem Grübeln hoch schrecken. Offenbar hatten sie ihr Ziel erreicht. Iwan deutete mit einem Finger nach vorn, um sie darauf aufmerksam zu machen. Die enge Straße, die sie nun schon seit einigen Stunden mit ihrer Unberechenbarkeit im Griff hielt, wurde kurzzeitig breiter. Die schroffen Felswände auf der einen Seite wichen zurück und gaben den Blick auf etwas frei, das einmal eine kleine Ansammlung von Häusern gewesen war. Jetzt jedoch bestand es eher aus einem Haufen verkohlter Ruinen, die immer noch schwach qualmend dünne Rauchsäulen gen Himmel schickten.
Kurz vor der ersten Ansammlungen rauchigen Holzes hielt Iwan den LKW an, und noch bevor das Auto richtig zum Stehen kam, hatte Hermine schon die Tür aufgerissen und war hinaus gesprungen. Sie war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, versank jetzt allerdings erst einmal bis zu den Knien in weißem Pulverschnee.
Auf undamenhafte Weise laut fluchend, stapfte sie - eine bunte Strickmütze tief über die Ohren ziehend, die grüne Umhängetasche über der Schulter zurecht rückend - auf einige Trümmer zu, die einmal ein Haus gewesen waren.
Während Iwan sein Vehikel geschickt auf der engen und einzigen Wendemöglichkeit vor und zurück manövrierte, um abfahrbereit zu sein, wenn Hermine mit ihrer Spurenfindung fertig war, umrundete die junge Frau langsam das, was von dem Haus noch übrig war.
Sie wusste eigentlich nicht wirklich, warum sie hergekommen war. Helfer und Rettungskräfte sowie danach einsetzender, heftiger Schneefall hatten alle Spuren zunichte gemacht, falls überhaupt welche vorhanden gewesen waren. Es gab hier eigentlich nichts mehr zu untersuchen. Sie ging auch nicht davon aus, dass sie etwas entdecken würde. Sie begriff diesen Überfall als das, was er war: Eine Warnung und eine Nachricht, die besagte, dass „man" wieder da war. Das Grauen war noch nicht vorbei -es hatte lediglich im Verborgenen geschlummert, und nun, nach dreizehn Jahren war es wieder aufgetaucht. Sie hoffte sehr, dass es niemanden an der Spitze dieser neuen Todesservereinigung gab, der sich als Erbe Voldemords betrachtete, obwohl das Morsmodre im Grunde darauf hinwies, und sie das Schlimmste befürchten musste. Die Hoffnung starb immer zuletzt, jedete sie sich ein und hörte auf ihre Eingebung, die ihr gesagt hatte, den Ort des Verbrechens aufzusuchen und irgendwo musste man ja mit den Ermittlungen anfangen.
Während sie langsam um die übrig gebliebenen Reste des Dorfes herum ging, immer darauf bedacht, dennoch nichts zu übersehen, das eventuell wichtig war, und sie vielleicht auf den Aufenthalt oder aber die Identität dieser neuen Bedrohung hinwies, geriet sie immer tiefer in das Labyrinth von verkohlten Mauern. Abwesend strichen ihre behandschuhten Finger über halbverkohlte Balken. Wieder einmal verdammte sie ihre blühende Fantasie, die sie in diesem Augenblick mit Bildern eines anderen Schauplatzes und des damit verbundenen Schreckens heimsuchte. Sie fühlte sich zurückversetzt in die Stunden des Kampfes, in denen es um sie herum unentwegt zischte, krachte und aufblitzte. Zaubersprüche wurden geschrien und gleichzeitig abgewehrt, die Luft war erfüllt von Todesschreien, der schwere, metallische Geruch von Blut lag über allem, und ringsum wimmelte es von großen Kerlen mit schwarzen Roben und Todessermasken. So musste es auch hier gewesen sein. Die Todesser hatten das Dorf umringt und systematisch ein Haus nach dem anderen heimgesucht. Sie hatten die Menschen in ihren Betten ermordet, und diejenigen, die fliehen konnten, wurden gejagt und bestialisch hingerichtet. Jedes, absolut jedes Haus wurde danach in Brand gesteckt. Obwohl Hermine in ihrem Job und auch davor beim Kampf gegen das Böse immer wieder grausame Dinge gesehen hatte, war sie immer noch nicht abgebrüht genug, das Grauen, welches hier geschehen war, einfach so wegzustecken. Ihr ganzer Körper überzog sich mit Gänsehaut, sie fror entsetzlich, und das war keine Folge der Kälte, sondern lag einzig und allein an dem Ereignis, welches jetzt schon ein paar Tage zurück lag.
Ungeachtet der düsteren Gedanken, die sie mit aller Macht heimsuchten, war Hermine aufmerksam und so entging ihr der Gegenstand nicht, der vor ihr zwischen Schutt und Asche auf dem Boden lag und ihr sehr bekannt vorkam. Mit einem erstaunten Ausruf ging sie auf das kleine, dreißig Zentimeter große Stück Holz zu. Ein Zauberstab! Ohne Frage! Ihre geschulter Blick erkannte die charakteristische, etwas verbogene Form mit dem Griff am dickeren Ende sofort. Zedernholz mit einem Kern, den wohl nur Olivander auf den ersten Blick identifizieren konnte.
Später fragte sich Hermine stets, warum sie alle Vorsicht außer acht gelassen und dieses augenscheinlich vergessene Artefakt überhaupt angefasst hatte, und wieso sie nicht erst besondere Sicherungsmaßnahmen ergriff, wie es jedem Rekruten eingebläut wurde. Aber in diesem Augenblick war es, als wären sämtliche Gedanken an Vorsicht und Bedacht einfach aus ihrem Kopf gefegt worden. Sie benahm sich in diesem Moment nicht besser als ein blutiger Anfänger, bückte sich und ergriff den Zauberstab. Augenblicklich wurde sie sich der Leichtsinnigkeit ihres Tuns bewusst, jedoch ehe sie das Stück Magie, welches sie in ihren Händen hielt, wieder loswerden konnte, fühlte sie schon, wie ihr Magen auf die Größe einer Pflaume zusammenschrumpfte, um sich Millisekunden später mit einem schmerzhaften Reißen wieder zur Größe eines Kürbis auszudehnen. Der Schmerz übertrug sich auf sämtliche Körperteile, und sie konnte nicht mal einen entsetzten Schrei ausstoßen, so schnell hatte sie sich dematerialisiert.
~~~~~OoO~~~~~
Irgendwo
Wenig später materialisierte sich Hermine im diffusen Halbdunkel einer unterirdischen Höhle.
„Ein Portschlüssel", japste sie völlig außer Atem und warf das nun nutzlose Stück Holz von sich, während sie sich gleichzeitig aufmerksam umsah. Sie wusste natürlich, dass dies kein echter Zauberstab gewesen war, sondern nur ein als Portschlüssel, getarnter Zauberstab, der außer der Transportenergie über keinerlei magische Kräfte verfügte. Leider hatte sie sich von diesem geschickt getarnten Utensil täuschen lassen.
Noch hatten sich ihre Augen nicht an die herrschenden Lichtverhältnisse gewöhnt. So konnte sie lediglich feststellen, dass sie anscheinend in einer großen Höhle gelandet war. Hermine konzentrierte sich erst einmal auf ihre unmittelbare Umgebung: Sie kniete auf einer Art Erdhügel. Die kleinen Steine darin bohrten sich schmerzhaft durch den Stoff ihrer Hose in ihre Beine. Mit einer schnellen Bewegung versuchte sie sich noch recht benommen hochzurappeln und gleichzeitig ihren Zauberstab aus ihrer Tasche zu ziehen. Leider war sie viel zu langsam. Während sie, noch ein wenig schwankend, mit dem Verschluss ihrer Tasche kämpfte, fühlte sie, wie sich plötzlich die Spitze eines harten Gegenstandes in ihren Rücken bohrte, und eine tiefe, spöttisch klingende männliche Stimme sagte. „Das, meine Liebe, würde ich lassen."
Bedrohlicher wurde noch hinzugefügt. „Die Hände nach oben und langsam umdrehen."
Tbc.
