Titel: Lebenslänglich – Die Rückkehr -
Autor: Eve
Rating: P 18
Beta: Lady of the Dungeon
Typ: Harry Potter Fanfiction
Pairing: Lucius Malfoy/Hermine Granger
Warnung für dieses Kapitel: Hurt, Folter
Disclaimer: Leider gehört Lucius immer noch nicht mir. Alle Charaktere gehören Frau Rowling. Die Idee zu dieser Story ist aber von mir!
Kapitel: Zehn
~~~~~~~~~~~~LM/HG~~~~~~~~~~~
6. Januar (6:00 Uhr)
Mit einem ohrenbetäubenden Kreischen und so langsam, dass man das Gefühl hatte, alles geschähe in Zeitlupe, öffneten sich die riesigen, eisernen Tore der Zaubererhaftanstalt Askaban.
Es war noch stockdunkle Nacht, als eine ungewöhnlich hohe Anzahl Wärter mit einsatzbereit gezogenen Zauberstäben eine kleine Gruppe von Häftlingen, die noch immer ihre weithin gut sichtbare Anstaltskleidung mit den breiten, fluoreszierend gelben Streifen trugen, auf den glatten, vom Wetter gerade geschliffenen schwarzen Fels hinaus führten.
Eine ebenso zahlreicheGruppe gefährlich aussehender Auroren, sämtlich mit ziemlich grimmig wirkenden Gesichtern und kampfbereit gezogenen Zauberstäben erwartete die Männer und Frauen am Rand der Klippe. Hinter ihnen toste laut das Meer. Immer wieder schlug die Gischt kraftvoll auf den Rand des in Jahrhunderten glatt gescheuerten Steins, und sämtliche Anwesenden wurden von feinem Wassernebel eingehüllt. Neben der Gruppe der Ordnungshüter standen, etwas abseits als Beobachter, hochrangige Mitglieder des Zauberergamots, einschließlich des Ministers höchst selbst. Auch Harry Potter in seiner Eigenschaft als oberster Auror war anwesend. Das Licht einiger Fackeln, angezündet um gerade eben noch die in den Fels gehauenen steinernen Stufen erkennen zu lassen, welche hinunter zur tosenden See führten, beleuchtete sein blasses, versteinertes Gesicht.
Am Fuße der Treppe war ein geräumiges Boot festgemacht. Die Häftlinge, die erst vor wenigen Stunden erfahren hatten, dass ihre Freiheit erpresst worden war, verhielten sich still. Sie waren noch viel zu überrascht, ja geradezu überfordert mit dieser unerwarteten Situation und konnten allesamt noch gar nicht glauben, dass es jemand für wichtig befunden hatte, sie aus dem Kerker herauszuholen.
Jeder von ihnen war zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, und keiner hatte damit gerechnet, so bald schon wieder auf freiem Fuß zu sein. Sie konnten ihr Glück noch gar nicht richtig fassen und erwarteten jeden Augenblick, dass man sie wieder zurück in das Gefängnis trieb, aus dem sie gerade eben kamen. Dicht gedrängt bewegten sie sich vorwärts, ängstlich darauf bedacht, nicht noch im letzten Moment die Aufmerksamkeit der Auroren auf sich zu lenken und somit eventuell die schon nahe Freiheit wieder zu verspielen.
Harry fröstelte, er zog die Schultern nach vorn und vergrub die Hände in den Taschen seines schwarzen Mantels. Man konnte ihm sein Unbehagen ansehen, welches schon fast greifbar in der Luft hing. Bei dem Gedanken, die Forderung des mysteriösen Mister X zu erfüllen, ohne dass sie überhaupt wussten, ob Hermine noch am Leben war, zog sich ihm der Magen zusammen. Nachdem aber auch noch Lucius Malfoy auf geheimnisvolle Weise aus seinem bestens bewachten Domizil ausgebrochen und wie vom Erdboden verschwunden war, hatte man im Ministerium einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen und es für besser befunden, die genannten Delinquenten freizulassen. Man entschied, dass es besser wäre, zunächst auf die Forderungen des Erpresserbriefs einzugehen, zumal auch Malfoy frei war, und dies sicherlich ebenfalls im Zusammenhang mit den jetzigen Schwierigkeiten stand.
Das Ministerium wollte Zeit schinden, und man konnte sich offenbar kaum vorstellen, welche Probleme die freigelassenen Zauberer und Hexen überhaupt bereiten konnten. Schließlich waren sie sämtlich keine überzeugten Todesser, sondern eher Mitläufer...harmlos eben.
Man hatte auf Harrys Intervention hin definitiv keinen Zweifel gelassen, dass es zweitrangig war, ob Hermine Granger tatsächlich noch am Leben war oder nicht. Trotz Harrys hartnäckigem Protest in dieser Sache, ließ man nun eine Gruppe von schwarzmagisch orientierten Zauberern frei, von denen man nicht wusste, warum sie eigentlich so wichtig für einen anonymen, verbrecherischen Zauberer waren. Außerdem setzte das Ministerium auf den Einsatz von Muggeltechnologie, weil man annahm, dass X dazu in der Lage war, jedweden Verfolgungszauber aufspüren und eliminieren zu können . So wurden sämtliche Freigelassenen mit gut versteckten Peilsendern ausgestattet, die man ihnen heimlich mittels Magie unter die Haut implantierte. Nachdem Harry selbst so kläglich versagt hatte, erhoffte man sich auf diese Weise den Aufenthaltsort von X und somit letztendlich auch den von Hermine herauszufinden.
Harry hatte das ungute Gefühl, dass diese Aktion ein Fehlschlag war. X war ganz sicher clever genug, seine neuen Rekruten - oder als was er die Freigepressten auch immer gebrauchen wollte - sorgfältigst zu untersuchen, bevor er sie zu seinem geheimen Aufenthaltsort mitnahm. Wahrscheinlicher war sogar, dass diese Gruppe vorher von Mittelsmännern abgefangen wurde und genauestens inspiziert wurde. Auch das hatte Harry bereits als Argument angeführt. Sein berechtigter Hinweis, dass man sich womöglich blutig für die Verwanzung der entlassenen Häftlinge rächen würde, verhallte ungehört. Lucius Malfoy, von dem es bisher keinerlei Nachricht gab, war Potters einzige und auch letzte Chance. Er vertraute ihm kein bisschen, aber er hoffte, dass Severus Snape einen nicht unerheblichen Einfluss auf den schwarzmagischen Zauberer hatte und ihn eventuell dazu zwang, sich entsprechend um die Angelegenheit zu kümmern.
Harry ballte verzweifelt seine Hände zu Fäusten, als er mit ansehen musste, wie alle in das auf der wilden See hin und her schwankende Boot stiegen. Er hatte überhaupt kein gutes Gefühl bei der Sache, konnte den Fortgang der Aktion aber nicht mehr verhindern. Kopfschüttelnd über soviel Ignoranz und Leichtsinn und mit gut sichtbarem Ärger im Gesicht, stieg er als einer der Letzten zusammen mit dem Rest der Regierungsabordnung in ein zweites Boot, das sie wieder zum Festland zurück bringen würde.
Steif stand er während der gesamten Fahrt zurück zum Festland an der Reling und spürte das Beißen der eisigen Gischt auf den Wangen. Er ließ das vor ihnen fahrende Boot mit den darin dicht gedrängt stehenden Freigelassenen nicht aus den Augen. Jeden Moment rechnete er damit, dass es vor seinen Augen verschwinden würde. Aber nichts geschah.
Die Barkasse mit den Häftlingen legte an, und einer nach dem anderen kletterte mühevoll aus dem stark schwankenden Schiff hinaus. In einer langen Reihe, immer noch bewacht durch einige Auroren, die von Askaban mit aufs Festland gefahren waren, kletterten sie die Böschung des unbefestigten Ufers hinauf. Während sich Harry nebst einigen nervösen, ziemlich blassen Bürohengsten des Zaubereiministeriums bereit machte, das Boot , welches in der Zwischenzeit angelegt hatte, ebenfalls zu verlassen, geschah das, womit im Grunde alle hier gerechnet hatten.
Schwarze Schatten zischten durch den aufkommenden, dichten weißen Nebel. Im Lichte der Dämmerung kamen plötzlich aus allen Richtungen vermummte Gestalten auf Hochgeschwindigkeitsbesen auf sie zu. Harry kannte die charakteristischen Geräusche der neuesten Entwicklung aus dem Hause Nimbus. Diese Dinger waren erst seit kurzem auf dem Markt und galten als unübertroffen, was die zu erreichende Höchstgeschwindigkeit anging. Damit konnten diese Bastarde jedem eventuellen Verfolger mit Leichtigkeit entkommen. Harry knurrte ärgerlich und frustriert. „Wo haben diese elenden Kerle nur ihre Spielzeuge her?" Und während er so schnell wie möglich die steile Böschung empor kraxelte, landeten genauso viele Besen, mit jeweils einer bis zur Unkenntlichkeit vermummten Person darauf, wie es Freigelassene gab. Es war eine perfekt und zeitgenau geplante Aktion. Die Zauberstäbe, mit an der Spitze weiß leuchtendem, grellen Licht, wurden auf sämtliche Bewachungskräfte gerichtet, und jeder dieser dunklen Gestalten zog einen ehemaligen Gefangen zu sich heran und ließ ihn hinter sich auf den Besen steigen. Es wurde nicht ein einziges Wort dabei gewechselt, und noch während Harry auf den Kreis der leise summenden Besen mit ihrer Fracht zu lief, hoben diese schon wieder ab und entfernten sich mit stetig wachsender Geschwindigkeit. Innerhalb von einer Minute war der Spuk vorbei und ließ eine Gruppe ziemlich betreten drein blickender Männer im ersten Grau des kalten Morgens zurück.
„Nun, ich hoffe, wir wissen bald, wohin sie unterwegs sind", ließ sich die Stimme des Ministers hoffnungsvoll vernehmen. Harry schüttelte nur den Kopf. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn. Er hatte grauenvolle Vorahnungen und hoffte, dass er sich dieses Mal wirklich irrte.
Bedauerlicherweise irrte Harry sich nicht!
Nur eine Stunde, nachdem die Forderung von X erfüllt worden war, wurde ein Dorf in den schottischen Highlands, welches ausschließlich von Zauberern und Hexen bewohnt war, von wild aus Zauberstäben um sich schießenden Berserkern heimgesucht. Die mordende Bande ging genauso vor wie bei dem Dorf in den Karpaten. Sie töteten nicht nur jeden, der es wagte, sich ihnen in den Weg zu stellen, sondern ausnahmslos alle Menschen, die sie finden konnten. Selbst vor Alten und Kindern machten sie nicht halt. Dieses Mal überlebte lediglich ein kleines Mädchen, welches immer wieder die gleichen Worte vor sich hin murmelte, als man es Stunden später jämmerlich zitternd zwischen den Leichen ihrer Eltern fand.
„Das war für die Peilsender. Wagt es niemals wieder, meine Anordnungen zu hintergehen!", murmelte das Kind unablässig, während es noch unter einem Imperiusfluch stand. Über den rauchenden Trümmern unzähliger brennender Häuser prangte der bekannte und nach wie vor gefürchtete Totenkopf mit der sich aus seinem Maul windenden Schlange.
In Windeseile sprach sich in der Zaubererwelt herum, was geschehen war. Dieses Mal konnte niemand verhindern, dass die grauenvollen Ereignisse publik gemacht wurden. Namenlose Angst und Verzweiflung machten sich unter den meisten Mitgliedern der magischen Gesellschaft breit. Die Geschehnisse um Voldemort waren bei vielen noch immer fest im Gedächtnis verankert, und man befürchtete nun das Allerschlimmste. Während das Zauberereiministerium alle Hände damit zu tun hatte, eine Massenpanik schlimmsten Ausmaßes zu verhindern, raufte sich Harry Potter in seinem Büro die Haare und ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken. Alle seine verzweifelten Hoffnungen lagen nun auf einem Mann, nein, eigentlich auf Zweien, die vielleicht die Dinge, die aus dem Ruder zu laufen begannen, wieder in Ordnung bringen konnten.
Im Hauptquartier von X, das wie Hermine inzwischen wusste, an der Küste von Portugal lag, schluckte die junge Hexe verzweifelt. Sie fühlte sich miserabel. Sie hatte Durst, ihre Kehle war ausgetrocknet und ihr immer währendes krampfartiges Schlucken verursachte nur, dass sie ein ständiger Hustenreiz plagte. Versuchsweise bewegte sie ihre Handgelenke, zuckte aber von dem schneidenden Schmerz zusammen, der sie blitzartig überfiel.
Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Sie wusste nicht mehr, wann sie durch diesen manipulierten Portschlüssel in diese Höhle gekommen war. Sie wusste nicht mehr, seit wann sie an der kalten, von unzähligen Unebenheiten gezeichneten Felswand, angekettet war und sie wusste schon gar nicht mehr, wie vielen Demütigungen sie ausgesetzt war und wie viele Schläge sie seither erhalten hatte. Alles, worauf sich ihr geschundener Körper oder vielmehr ihr geplagter, vernebelter Verstand, konzentrierte, war, dass er ab und zu ein wenig Feuchtigkeit zu sich nehmen musste, damit sie nicht vollends austrocknete.
Hermine versuchte ihr verschwollenes Augenlid etwas zu öffnen, um zu sehen, wo dieser Dreckskerl, der sie seit Ewigkeiten mit seinen Gemeinheiten folterte, den Napf mit Wasser hingestellt hatte, der sie seit Tagen am Leben erhielt. Essen bekam sie nicht. Sie konnte lediglich wie ein Hund mit der Zunge Wasser aus dem Napf aufnehmen
Man hatte die Eisenketten an ihren Händen nur so lang gelassen, dass sie, wenn sie ihren Körper weit genug zu Boden neigte, die flache Schale erreichen konnte. Doch dies war für sie eine Tortur. Essensmangel, ständige Schläge und Schlafentzug hatten dazu geführt, dass ihr Körper ständig schwächer wurde. Neigte sie ihren Kopf nach unten, begann sich alles zu drehen. Schon einige Male überkam sie der Brechreiz und sie hatte das bisschen Wasser wieder von sich gegeben, welches sie gerade zu sich genommen hatte.
Zweimal am Tag kettete man sie los, führte sie ein Stück zur Seite, wo sie in einer natürlichen Kühle am Boden ihre Notdurft verrichten konnte. An Flucht war natürlich nicht zu denken. Hermine war durch die Tortur, die sie erleiden musste, auch nicht mehr in der Lage, einen einzigen klaren Gedanken zu fassen, geschweige denn an Flucht zu denken. Durch den großen Flüssigkeitsverlust wurde sie träge und auch ihre Gedanken wälzten sich quälend langsam wie Gummi durch ihren Kopf. Resignation macht sich in ihr breit. Sie fand sich ganz allmählich damit ab, hier zu sterben. Mittlerweile hatte sie die Hoffnung auf Rettung aufgegeben. Niemand wusste von dem Versteck und selbst, wenn man es irgendwann aufspürte, würde es für sie wohl zu spät sein. Die Lethargie, in die sie immer wieder zurück fiel, half ihr zumindest teilweise ihr Schicksal zu akzeptieren. Nur manchmal, wenn die brutalen Schläge, die man ihr immer wieder verabreichte, sie für kurze Zeit aus ihrem dumpfen Brüten rissen und sie sich der Wirklichkeit um sie herum wieder bewusst wurde, überkam sie abgrundtiefe Trauer. Sie dachte dann meist an Alyssa und ihre Eltern im fernen Australien und nahm gedanklich Abschied, während sie versuchte, den Schmerz irgendwie zu ertragen. Meist jedoch glitt sie schon nach kurzer Zeit in erträgliches Dunkel davon.
Manchmal allerdings dachte sie auch an Harry, dessen jungenhaftes Grinsen sie immer wieder vor Augen hatte. Wehmütig erinnerte sie sich an Lucius, dem sie nun nicht mehr helfen konnte, wie sie es versprochen hatte, und der vergeblich auf sie warten würde. Das sehnsuchtsvolle Ziehen, welches sie immer verspürte, wenn sie an den großen, attraktiven Zauberer dachte, blieb jetzt aus. Es gab keine Hoffnung mehr darauf, ihn jemals wiederzusehen.
Hermine dämmerte in ihrem Elend dahin und wünschte sich mittlerweile nichts sehnlicher, als endlich erlöst zu werden. Ihr gesamter Körper war von Hämatomen übersät, und die verschorfte Wunde an ihrer Hand, wo einst ihr kleiner Finger gewesen war, fiel in der Masse der Schmerzen, die sie ertragen musste, nicht mehr so sehr ins Gewicht. Sie achtete kaum noch auf die Umgebung, einzig der Wassernapf war noch von Interesse.
Ein einziges Mal allerdings hob sie interessiert den Kopf, als wieder diese große, schlanke Gestalt vor ihr stand, die sie am Anfang ihrer Gefangenschaft schon einmal gesehen hatte, und die ihr nach wie vor bekannt vorkam. Noch immer konnte sie sich nicht erinnern, woher sie diesen Mann kannte; eigentlich war es ja auch nicht mehr wichtig. Sie hatte längst aufgegeben, in ihrem Gedächtnis danach zu suchen.
Doch diesmal stand er nicht nur einfach da und sah ihrem Leiden zu, sondern er kam näher, beugte sich zu ihr, und ein langer, behandschuhter Finger schob sich unter ihr schmutziges Kinn, während sie sich bemühte ihre verschwollenen Lider zu öffnen.
Ein paar blaue Augen starrte sie intensiv aus einem maskenverhüllten Gesicht an. Eine Stimme zischte in ihr Ohr, bei deren hämischem Klang sich jedes Härchen auf ihrem Körper aufrichtete.
„Na, Granger, wie fühlt es sich an zu wissen, dass du bald sterben wirst?"
Hermines Mund öffnete sich, aber kein Laut drang heraus. Fassungslos starrte sie in diese blauen Augen, die sie so kalt und herzlos ansahen und mit einem Mal wusste sie, wer hinter dieser Maske steckte. Auch der Mann schien erkannt zu haben, dass seine Tarnung nun nutzlos war, aber das kümmerte ihn offenbar nicht weiter. Die Frau, die in Lumpen gehüllt mit blauen Flecken und schwärenden Wunden übersät am Boden hockte, würde diesen Ort sowieso nicht lebend verlassen. Was für eine Rolle spielte es, dass sie ihn nun doch erkannt hatte? Immerhin wusste sie nun, wem sie ihre Pein tatsächlich zu verdanken hatte.
„Überraschung, Schlammblut!", zischte der Mann noch einmal in ihr Ohr, und ließ ein wenig Speichel darauf zurück, während er sich wieder aufrichtete.
„Du wirst sie noch nicht sterben lassen, Giles. Zu gegebener Zeit wird es ein Vergnügen für mich sein, ihr den Gnadenstoß zu geben", erklärte er mit einem perfiden Frohlocken in der Stimme, während Avery zustimmend nickte, ein gemeines Grinsen auf dem rattengleichen Gesicht.
„Natürlich Boss, was immer Sie wünschen", erklärte der Angesprochene unterwürfig und gab den Befehl von Mr. X auch an Harold, Hermines Folterknecht weiter. Dieser schien nicht sehr begeistert; offensichtlich hatte er sich schon darauf gefreut, die junge Frau selbst in die ewigen Jagdgründe zu schicken.
Während ihre Peiniger sich wieder entfernten, saß Hermine immer noch fassungslos da und schaute dem Mann hinterher, den sie bis jetzt für tot gehalten hatte. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, und sie hatte Mühe einen panischen Schrei zu unterdrücken. Bilder vergangener Tage wirbelten durch ihren schmerzgeplagten Verstand, und ihr Mund formte lautlos immer wieder den Namen desjenigen, der für ihren Tod verantwortlich sein würde.
Tbc.
