Titel: Lebenslänglich – Die Rückkehr -
Autor: Eve
Rating: P 18
Beta:
Typ: Harry Potter Fanfiction
Pairing: Lucius Malfoy/Hermine Granger
Warnung für dieses Kapitel: Lemon
Disclaimer: Leider gehört Lucius immer noch nicht mir. Alle Charaktere gehören Frau Rowling. Die Idee zu dieser Story ist aber von mir!
Epilog
Kommentar:
So, hier ist er nun der Epilog und mit diesem ist die Geschichte um Lucius und Hermine nun endgültig beendet.
Ich bedanke mich sehr herzlich bei Marron-Kätzchen, der ich leider nicht durch eine Mail antworten konnte, weiterhin bei Irm63, SoyTryphena, Caput Mortuus und nicht zuletzt besonders bei Tiziana für ihre Reviews. Allein schon wegen Eurer Kommentare, hat es sich gelohnt zu schreiben und regelmäßig zu posten. :-)
Besonderer Dank gilt meiner Beta, die trotz immensen Arbeitspensums noch Zeit hatte, meine gesammelten Fehler auszumerzen. :-)
Ich verabschiede mich nun für wahrscheinlich längere Zeit von Euch, wünsche Euch einen ganz tollen Sommer und viel Spaß mit diesem superlangen, hoffentlich aber nicht langweiligen Epilog.
Eure Eve
PS: Ich weiß durchaus, welchen Patronus Severus Snape bei JKR hatte! :-) Ich hab mir die schreiberische Freiheit genommen, einen anderen für ihn zu wählen. *zwinker*
~~~~~~~~~~~~LM/HG~~~~~~~~~~~
Ein Jahr später:
„Onkel Severus?"
Der Angesprochene pflückte weiter seelenruhig und äußerst sorgfältig die wenigen Heilpflanzen auf der kleinen, sonnendurchfluteten Waldlichtung.
„Onkel Severus?", ertönte die helle Kinderstimme ein zweites Mal. Severus Snapes gebückte Körperhaltung straffte sich ein wenig, aber sonst gab es keine Anzeichen die darauf hindeuteten, dass er das Kind gehört hatte. Lediglich ein dunkles Augenpaar wurde genervt gen Himmel gerollt, ehe Severus weiter seiner Arbeit nachging. Wenn man das Übel lange genug ignorierte, würde es sich vielleicht ein anderes Opfer suchen.
Das Übel, in Form eines kleinen Jungen mit schwarzem Wuschelkopf und großen, für sein Alter viel zu ernst drein blickenden Kinderaugen, tat Severus leider nicht den Gefallen und verschwand einfach. Der Tränkemeister spürte plötzlich ein leichtes, aber hartnäckiges Zupfen am Ärmel seiner Robe und fuhr mit einer schnellen Bewegung zu dem Kind herum, welches erschrocken den Ärmel losließ und einen Schritt zurück taumelte.
„Was?", blaffte Severus ungehalten, während sein Gesicht alles andere als eine freundliche Miene zeigte.
„Onkel Severus, Alyssa sagt, du kannst auch ein Tier aus deinem Zauberstab springen lassen, genau wie Onkel Lucius", erklärte der Kleine entschlossen und ignorierte völlig die abweisende Miene des Tränkebrauers. Er ließ sich niemals von Severus' meist unwirschen, abweisenden Verhalten abschrecken, denn er wusste, dass sein Onkel, wenn er ihn nur lange genug und vor allen Dingen höflich bat, immer Rede und Antwort stand und in sehr seltenen Fällen auch mal kleinere Wünsche erfüllte.
Auf eine recht eigenartige Art verband die beiden eine Freundschaft, die sich Außenstehende nicht erklären konnten. Nicht einmal Severus Snape selbst, wusste, warum er den kleinen Jungen, der seit gut einem Jahr bei Hermine und Lucius nebst ihrer kleinen eigenen Tochter lebte, so mochte. Dragan war oft in der Gesellschaft des Zauberers zu finden, wenn dieser nach Australien zu Besuch kam. Der Zauberer hatte das Kind sogar in Latein unterrichtet und er nahm ihn oft mit, wenn er los ging um seltene tropische Kräuter für seine Tränke zu sammeln.
„So, hat sie das?", bemerkte Severus nun, während er nachdenklich zu dem kleinen Mädchen sah, welches sie heute auf ihrer Sammeltour durch das kleine Wäldchen nahe am Meer begleitete. Alyssa saß nahe an einem Busch voller roter Beeren. Ihr ganzes Gesicht war rot vom Beerensaft. Die Hände und die Kleidung zeigten ebenfalls rot leuchtende Spuren der Früchte. In ihrer fleckigen Hand hielt das blond gelockte Kind einen Zauberstab und während ihre Finger unablässig die roten Beeren pflückten und zum Mund führten, schwenkte sie mit der anderen Hand lässig ihren Zauberstab und zupfte mit Hilfe von Magie große Farnwedel ab, die sie in den Korb, der neben ihr stand, schweben ließ.
„Alyssa, ich habe dir schon oft gesagt, dass du die Pflanzen nicht magisch pflücken, sondern sie gefälligst mit der Hand ernten und sorgfältig im Korb verstauen sollst und iss bitte nicht alle Beeren, sonst wirst du Bauchschmerzen bekommen", grollte Severus und schickte dem erschrocken aufblickenden Mädchen einen grimmigen Blick.
Slytherin! Sie wäre eine perfektes Mitglied des Hauses Slytherin und sie ist genauso faul, wie Lucius es war,wenn er etwas tun sollte, was er nicht mochte, dachte Severus, als ein erneutes bestimmt ausgesprochenes 'Onkel Severus?' ihn aus seinen Gedanken riss.
Mit einem missmutig klingenden „Ja!", wandte er sich wieder zu dem immer noch wartenden Dragan um.
„Ich habe dich gefragt, ob du auch..."
„Ja, ja, ich weiß, was du gefragt hast", unterbrach Severus das Kind und runzelte nachdenklich die schwarzen Brauen. „So, Onkel Lucius hat also ein Tier aus seinem Zauberstab hervorspringen lassen. Bist du sicher?", fragte Snape zweifelnd.
Dragan nickte eifrig. „Ja, eine große silberne Raubkatze", erzählte er begeistert seinem Onkel.
„So, so Lucius hat tatsächlich einen Patronus zustande gebracht. Interessant!", wunderte sich Severus und hockte sich nun neben Dragan, damit er auf Augenhöhe mit dem Jungen war.
„Weißt du auch, was man sagt, wenn man ein Tier aus seinem Zauberstab hervorbringen will?", fragte er und der Junge nickte so heftig, dass die schwarzen Locken, die widerspenstig vom Kopf abstanden, wild auf und nieder flogen.
„Ja, weiß ich, 'Expecto Patronum'", erklärte er mit wichtiger Stimme und schwenkte seinen eigenen, kunstvoll verzierten schwarzen Zauberstab, der dem seinem Patenonkels so ähnlich sah, wild in der Luft herum. Er war ein Geschenk von Severus, der ihn extra aus England mitgebracht hatte. Als einziger Muggel unter lauter hervorragenden Zauberern sollte er wenigstens einen eigenen Zauberstab haben, auch wenn er damit niemals einen Zauber wirken konnte, fand Snape. Der Junge trug den Stab ständig bei sich, in der Hoffnung, dass vielleicht irgendwann einmal die Magie seiner neuen ungewöhnlichen Familie auch auf ihn überspringen würde.
Dragan war ein kluger Junge und kannte die geläufigsten Zaubersprüche, auch wenn sie ihm gar nichts nützten. „Richtig!" nickte Severus beifällig und zog nun seinen eigenen Stab aus der Tasche seiner Robe.
„Expecto Patronum!"
Aus Severus Stab kam feiner silberner Nebel und verdichtete sich allmählich zu einem geflügelten Wesen, welches sich auf einem nahen Ast niederließ und mit seinem starken gebogenen Schnabel über die silbern leuchtenden Federn strich.
„Ein Rabe", erkannte der kleine Junge staunend. Snape nickte und schwenkte seinen Zauberstab noch einmal. Der Rabe schüttelte sich, spreizte die Flügel und stieg lautlos, wie eine wallende Nebelschwade gen Himmel. Dragan lachte hell auf und in Severus Mundwinkel zeigte sich der Anflug eines leichten Lächelns. Dragan lachte nicht oft und Severus freute sich aufrichtig darüber, dass es ihm gelungen war, dem Jungen, der so viel Grausames erlebt hatte und bis vor kurzem nicht einmal reden wollte, ein wenig Freude zu schenken.
Er beobachtete noch eine Weile aufmerksam, wie die beiden Kinder Kräuter Kräuter sein ließen und lachend dem Raben hinterher jagten. Seufzend wandte er sich dann wieder seiner Arbeit zu. Er hoffte, dass Lucius nicht ewig brauchen würde, für das was er vorhatte.
Sein Freund hatte ihn heute gebeten, eine Weile auf die beiden Kinder aufzupassen, weil er ein wenig mit Hermine allein sein wollte. Severus hatte zuerst verächtlich geschnaubt, weil er annahm, dass Lucius nur seine unendlich große Libido ungestört ausleben wollte. Malfoy hatte ihn daraufhin in seinen Plan eingeweiht und widerstrebend hatte Severus sich bereit erklärt, die beiden Kinder mit zum Kräuter sammeln zu nehmen.
„Hoffentlich dauert es nicht ewig. Ich bin doch kein verdammtes Kindermädchen", grummelte er unwirsch vor sich hin, während er versuchte den Waldboden aufmerksam nach den seltenen Heilkräutern abzusuchen und gleichzeitig aber auch die Kinder im Auge zu behalten.
~~~~~~~~~~~~LM/HG~~~~~~~~~~~
Währenddessen schlenderte einige Meilen entfernt, ein großer, breitschultriger Mann zusammen mit einer wesentlich kleineren, zierlichen Frau gemächlich am Strand des Ozeans entlang.
Sie hatten ihre Finger ineinander verwoben und genossen das Alleinsein miteinander, ohne das sie sonst üblicherweise begleitende Kindergeplapper. Alyssa löcherte meist, wenn sie spazieren gingen ihren Vater mit unzähligen Fragen über die Zauberergesellschaft, während Dragan still,oftmals an Hermines Seite, seine kleine Hand in ihrer, aufmerksam zuhörte, was der Zauberer alles erzählte.
Hermine genoss die Wärme der Sonne, die am Vormittag noch nicht so heiß brannte, die kleinen Tropfen der Gischt, die sie hin und wieder trafen und den warmen, feuchten Sand unter ihren Füßen.
Gemächlich gingen sie auf die kleine, versteckte Bucht inmitten einer Ansammlung großer Steine zu, die ein wenig verborgen zwischen den Klippen lag. Sie beide mochten dieses kleine Versteck, welches sie vor fremden Augen schützte. Selten kam jemand bis hierher und an diesem versteckten Ort konnten sie die wenige Zeit, die sie wirklich für sich allein hatten, ungestört genießen.
Der Wind, der hier am Meer stetig zu spüren war, trieb Hermine die langen Haare ins Gesicht. Immer wieder musste sie sich die widerspenstigen Strähnen beiseite wischen. Verwundert sah sie zu ihrem Geliebten auf, dessen langes blondes Haar, welches ihm in langen weichen Wellen über die Schulter fiel, zwar ebenfalls im Wind flatterte, ihm aber niemals ins Gesicht wehte.
Er hat bestimmt einen Zauber benutzt, überlegte Hermine, während sie Lucius, der ungewöhnlich wortkarg neben ihr her lief, beobachtete.
Seitdem sie vor einem Jahr nach den schrecklichen Ereignissen und dem nicht minder schrecklichen Tod von Draco nach Australien gekommen waren, hatte Lucius selten gezaubert. Er und Hermine hatten sich dazu entschlossen, ganz normal unter Muggeln zu leben und ihr Zaubererdasein hinter sich zu lassen. Es war notwendig, um eine Entdeckung durch das Zaubererministerium zu vermeiden. Immerhin war Lucius ein gesuchter Schwerverbrecher auf der Flucht.
Lucius fiel diese Entscheidung, weitestgehend auf die Anwendung von Magie zu verzichten, im Gegensatz zu Hermine relativ schwer. Es gab Zeiten, da war er unausgeglichen, geradezu ruhelos, höchst gereizt und erinnerte in seinem Verhalten an eine gefangen gehaltene Raubkatze.
Hermine hatte herausgefunden, dass es in diesen Momenten gut war, wenn sie Severus bat für einige Tage zu kommen. Die beiden Männer verschwanden dann irgendwo in den menschenleeren Weiten Australiens und wenn sie nach mehr als einem Tag wieder kamen, war Lucius ausgeglichen und ruhig und wieder voller Tatendrang.
Sie hatte niemals gefragt, was die beiden in dieser Zeit taten und Lucius hatte es ihr nicht erzählt. Aber sie vermutete, dass Severus es Lucius irgendwie ermöglichte seine überschüssigen magischen Kräfte, die er stetig in sich ansammelte, loszuwerden.
Hin und wieder zauberte Lucius ein wenig für die beiden Kinder und natürlich brachte er seiner Tochter den einen oder anderen komplexeren Zauberspruch bei. Er vergötterte sie geradezu. Hermine lächelte, als sie daran dachte, wie die beiden sich das erste Mal gesehen hatten.
Sie waren damals aus der unterirdischen Grotte zu Lucius' Haus zurück gekehrt. Lucius hatte Dracos leblosen Körper die ganze Zeit in seinen Armen getragen. Er gestattete es weder Severus ihn ihm für eine Weile abzunehmen, noch wollte er mithilfe Magie Dracos Leichnam vor sich her levitieren.
Die größte Entfernung legten sie per Apparation zurück und als sie bei dem ehemaligen Feriendomizil der Malfoys ankamen, erwartete sie schon ein höchst nervöser Harry Potter, der zugleich hocherfreut war, als er Hermine lebend wieder sah und auf das tiefste geschockt, als er erkannte, wer da leblos in Lucius Malfoys Armen hing.
Eigentlich wollte er Lucius gleich wieder in Gewahrsam nehmen, aber angesichts der Ereignisse sah er ein, dass der Vater, der noch immer unter einem großen Schock stand, sich von seinem Sohn angemessen verabschieden sollte und ihn auch beerdigen musste.
Lucius sah bleich und abgekämpft aus. Die Strapazen der letzten Tage hatten sich in sein Gesicht eingegraben. Es wirkte grau und eingefallen und Hermine entdeckte bei näherem Hinsehen eine dicke Strähne grauer Haare in dem leuchtenden Blond. Mit unbewegter, versteinert wirkender Miene begann er, nachdem er Draco im Keller des Hauses aufgebahrt hatte, die Beerdigung zu organisieren. Er hatte beschlossen Draco in der Nähe des Hauses zu beerdigen. Keine zehn Pferde brachten ihn und seinen toten Sohn zurück nach England, wo Draco in der Familiengruft hätte beigesetzt werden können. Lucius wollte auf gar keinen Fall wieder als Gefangener in Malfoy Manor enden. Trotz seiner unsagbaren Trauer, ließ er keinen Zweifel daran, dass er niemals wieder eingesperrt sein wollte.
Drei Tage später fand die Beerdigung statt. Der Pfarrer des nahen Dorfes sprach ein paar Gebete und Lucius rezitierte ein Gesicht in einer Sprache, die von den Anwesenden niemand verstand. Ganz in schwarz gekleidet, hoch aufgerichtet stand er bewegungslos vor dem Grab seines Sohnes, bis irgendwann ein paar gemietete Männer begannen es langsam mit Erde zuzuschaufeln. Nach ein paar Wochen würde der Steinmetz den schlichten Stein, den Lucius ausgesucht hatte aufstellen und so würde sein Sohn in der Nähe einer Korkeiche im warmen Süden, nahe am Meer, seine letzte Ruhe finden.
Hermine sorgte sich mittlerweile um ihren Geliebten. Lucius hatte noch nicht eine Träne vergossen, seitdem er seinen Sohn in der Grotte in seinen Armen gewiegt hatte. Es machte den Eindruck, mit Dracos Tod waren auch Lucius' Fähigkeit zu empfinden verloren gegangen. Selbst zu Hermine war er distanziert und ließ ihre liebevollen Berührungen nur zögerlich über sich ergehen. Lucius war ein Schatten seiner selbst. Er atmete, aß und trank ausreichend. Er schlief aber so gut wie nie, gab nüchtern Antwort wenn man ihn etwas fragte, aber keinerlei Gefühl oder Regung zeigte sich auf seinem Gesicht. Kein Schmerz, keine Wut, keine Trauer - nur sture Resignation.
Es schmerzte Hermine unendlich, dass er ihre Berührungen meist mied und sie selbst so gut wie nie anfasste und sie hatte den Eindruck, dass er ihre Gesellschaft nur schwer ertrug. Severus, der den Freund seit unendlich langer Zeit kannte, hatte ihr gesagt, dass Lucius auf diese Weise um seinen Sohn trauerte und er sich ganz sicher mit der Zeit wieder in den alten Lucius Malfoy zurück verwandeln würde. Aber Hermine war sich da nicht so sicher. Sie musste ihn auf andere Gedanken bringen. Vor allen Dingen weg von Portugal, weg von allem, was in ihm den Schmerz über Dracos Tod noch mehr anfachen würde. So reifte ein Plan in ihr heran.
Nach der Beerdigung hatten sie ein kleines Essen geplant und danach wollte Harry mit seinem Gefangenen wieder nach England zurück kehren. Hermine wusste, dass sie dies auf gar keinen Fall geschehen lassen konnte.
Nachdem die wenigen Menschen, die an Dracos Beerdigung teilgenommen hatten, sich auf den Weg zurück zum Landhaus machten und nur noch Lucius allein am Grab seines Sohnes stand, um mit steinernem Gesicht zuzusehen, wie die lockere Erde, die die Arbeiter langsam in das Grab schaufelten, den schwarz polierten Sarg seines Jungen nach und nach zudeckte, trat sie an ihn heran und nahm seinen Arm. Er ließ es wortlos geschehen. Nur ein kurzes Anspannen seiner Muskeln sagte ihr, dass er ihre Berührung überhaupt wahr genommen hatte.
„Wir müssen gehen, Lucius", flüstere Hermine
„Ja, ich weiß", erwiderte Lucius ergeben, machte aber keine Anstalten sich zu bewegen.
„Es gibt da noch jemanden, den du kennenlernen musst und wir werden sie jetzt besuchen", erklärte sie in bestimmten Ton und trat näher an den Mann heran. Sturmgraue Augen rissen sich widerwillig vom Grab los und sahen sie abschätzend an.
„Ich weiß nicht, ob ich schon bereit dafür bin", gestand er, fast unsicher.
„Doch, das bist du", erklärte Hermine fest. „ Außerdem müssen wir dich jetzt in Sicherheit bringen. Harry wird dich in Kürze mitnehmen wollen"
„Ja, das wird er wohl", seufzte Lucius und wandte sich nun, nach einem letzten Blick auf den braunen Erdhügel vor ihm, zu Hermine um.
„Wir werden apparieren in drei großen Etappen. Verlass dich ganz auf mich", erklärte Hermine entschlossen und dann spürte Lucius schon den leichten Schmerz in der Magengrube, als sie mit einem leisen Plopp verschwanden.
Sie brauchten im ganzen fünf Etappen nach Australien. Hermine war es nicht gewohnt, zu zweit zu apparieren. Sie fühlte sich noch immer schwach von der Tortur, die sie erlebt hatte und Lucius war ihr auch keine große Hilfe. Wie ein Sack hing er an ihrem Arm, ließ sich willig in jede bestimmte Richtung lenken.
Aber schließlich hatten sie es doch geschafft und mit einem letzten fast verzweifelten Apparationssprung landeten sie nur fünf Meter von der Terrasse ihrer Eltern entfernt im weichen Gras des Vorgartens. Hermine ließ sich, als sie sich vergewissert hatte, ihr Ziel erreicht zu haben, einfach mit einem erleichterten Seufzer auf den sattgrünen Rasen fallen. Sie war am Ende ihrer Kräfte.
Lucius hingegen stand steif neben ihr und starrte fassungslos auf das kleine Mädchen nicht weit entfernt, welches bis eben noch mit einer Handvoll Puppen und Teddybären gespielt hatte und nun erstaunt aufsah, als die beiden Besucher so plötzlich vor ihr erschienen.
Sie erkannte ihre Mutter und mit einem freudigen Aufschrei lief sie ihr über den Rasen entgegen.
Kurz bevor sie Hermine erreichte, stoppte Alyssa jedoch, als würde sie erst jetzt merken, dass ihre Mutter diesmal nicht allein gekommen war. Voller Staunen sah sie auf den groß gewachsenen Mann, neben ihr, der sie immer noch völlig entgeistert anstarrte.
Alyssa klemmte sich entschlossen den Teddybären, den sie noch in der Hand hielt unter den kleinen Arm und trat langsam, mit misstrauischem Gesichtsausdruck näher.
„Wer ist der Mann, Mama?", wollte sie von ihrer Mutter wissen, während sie sich von Hermine, die sich etwas aufgesetzt hatte, umarmen ließ. Alyssas Blick wich keine Minute von Lucius.
Noch ehe Hermine etwas sagen konnte, ließ sich Lucius plötzlich mit einem Laut, den sie noch niemals von ihm gehört hatte, neben ihr auf seine Knie nieder.
„Guten Tag, Alyssa", hörte sie ihn freundlich sagen und diese Stimme, die in den letzten Tagen so emotionsfrei geklungen hatte, war keineswegs mehr frei von Gefühlen. Dies ließ Hermine erstaunt aufhören. Das war nicht der Lucius, der in den letzten Tagen so gut, wie kein Wort gesprochen hatte. Dieser Lucius klang, fast so, wie der Lucius, den sie vor mehr als drei Jahren kennen- und lieben gelernt hatte.
„Woher weißt du wie ich heiße?", fragte das Mädchen immer noch misstrauisch und presste ihren Teddy an sich.
„Ich weiß sehr viel von dir, junge Dame!", Lucius lächelte, sein ganzes Gesicht hellte sich förmlich auf und das grau seiner Gesichtsfarbe verschwand zusehens. „ Deine Mutter hat mir viel von dir erzählt", erklärte er dem kleinen Mädchen.
„Hat sie dir auch erzählt, wie mein Lieblingsteddy heißt und was meine Lieblingsspeise ist und warum hat sie dir überhaupt von mir erzählt, bist du jetzt der Freund von Mama?", prasselten die Fragen unaufhörlich auf den knienden Mann ein und der verzog schmerzlich das Gesicht bei so viel kindlichem Enthusiasmus. Ganz behutsam, um sie nicht zu erschrecken, streckte er die Hand aus und strich seiner Tochter sanft die langen blonden Locken aus dem verschwitzten Gesichtchen.
„Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal, kleine Lady." Alyssa kicherte, als Lucius sie 'kleine Lady' nannte. Noch niemals war sie so genannt worden und sie fand, dass das eine sehr passende Anrede für sie war.
„Hat deine Mutter, denn niemals von mir gesprochen?", fragte Lucius seine Tochter gespielt erstaunt und ignorierte das belustigte Schnauben Hermines an seine Seite.
Alyssa zog die Stirn kraus und überlegte angestrengt, während sie den Mann vor ihr eingehend von oben bis unten einer überaus strengen Musterung unterzog.
Sie hob ihre Hand und fasste nach einer von Lucius langen Haarsträhnen, die ihm über die Schulter fielen. Sanft ließ sie das Haar durch ihre Finger gleiten, während Lucius ganz still hielt und seine Tochter fasziniert beobachtete, während Hermine still daneben saß und interessiert das Kennenlernen zwischen Tochter und Vater beobachtete.
„Meine Mama hat mir von einem großen, hübschen Zauberer mit langem blonden Haar, so wie deines, erzählt", plapperte Alyssa und ihr Gesichtsausdruck wurde wachsam, ehe sie fort fuhr. „Sie hat gesagt, dass er weit weg in England lebt, sehr viel arbeiten muss und dass ihn seine wichtigen Geschäfte davon abhalten, mich zu besuchen. Sie sagt, dieser Mann sei mein Vater. Bist du mein Vater?", erklang es hoffnungsvoll aus dem kleinen Kindermund.
Lucius konnte nur wortlos nicken. Eine Träne stahl sich aus seinem Augenwinkel und rollte langsam seine stoppelige Wange herunter. Ehe sie im Kragen seines schwarzen Hemdes verschwinden konnte, wurde sie von einer kleinen, weichen Kinderhand weggewischt.
„Nicht weinen, Papa. Ich bin dir nicht böse, dass du solange gebraucht hast, um mich zu besuchen. Denn jetzt bist du ja da", tröstete Alyssa leutselig ihren Vater und schlang ihre kleinen Ärmchen um den vor ihr hockenden Mann.
Mit einer fast verzweifelten Bewegung, die aber immer noch so beherrscht war, dass er der Kleinen, die sich in seine Arme schmiegte keinen Schrecken einjagen würde, schloss Lucius Malfoy seine Tochter in die Arme. Während er das Kind an sich drückte, verbarg er sein Gesicht in ihrem blonden Haar, welches ein wenig dunkler war, als sein eigenes. Hermine jedoch entgingen die Tränen nicht, die unablässig über sein Gesicht rollten. Von den eigenen Gefühlen angesichts dieser herzlichen Vereinigung von Vater und Tochter überwältigt, schlang sie ebenfalls ihre Arme um Mann und Kind und so hockten sie eine sehr lange Zeit auf dem Rasen vor dem Haus von Hermines Eltern.
Irgendwann hob Lucius den Kopf und sah Hermine tief bewegt in die Augen.
„Sie sieht Draco so ähnlich", flüsterte er heißer und strich seiner Tochter immer wieder durch das lange Haar. Hermine lächelte und strich ihm ihrerseits über die Wange. „Sie ist definitiv deine Tochter und nicht nur, was das Aussehen betrifft", erklärte sie lächelnd.
Von diesem Zeitpunkt an waren Vater und Tochter fast unzertrennlich. Als müsste er die Zeit, die er nicht bei ihr sein konnte, nachholen verbrachte er die folgenden Tage und Wochen, in denen er und Hermine zu Gast bei ihren Eltern waren, fast ausschließlich mit Alyssa. Sie unternahmen Ausflüge in die nähere Umgebung, gingen Schwimmen, saßen dicht beieinander, während Alyssa staunend beobachtete, wie Lucius mit Hilfe seines Zauberstabes verschiedene Gegenstände umher schweben ließ und sogar einen Patronus wirkte. Er war selbst ganz überrascht, als der große kräftige Tiger, der sich rasch seinen Weg aus dem Stab bahnte, mit langen geschmeidigen Sprüngen über den menschenleeren Strand eilte. Sehr oft sah man Lucius Malfoy, wie er als Reitpferd für sein kleines Mädchen herhalten musste und Abends brachte er sie ins Bett und erzählte ihr Geschichten von Elfen, edlen Rittern und wilden Sagengestalten.
Hermine sah mit stiller Freude, wie Lucius allmählich zu seinem Selbst zurück fand. Er trauerte immer noch still um Draco. Es brauchte eine lange Zeit, bis die Wunden, die ihm sein eigener Sohn beigebracht hatte, heilten. Vermutlich würde er noch länger brauchen, um die immensen Schuldgefühle, die ihn oftmals mit großer Wucht überfielen und ihn in schweigsames Grübeln versetzten, langsam nachließen und er sich nicht immer wieder selbst die Schuld für Dracos Werdegang gab.
Alyssa hatte es jedoch fertig gebracht die Gefühle in ihrem Vater, die er bei Dracos Tod in seinem Herzen vergraben hatte wieder neu zum Leben zu erwecken.
Auch Lucius' distanziertes Verhältnis zu Hermine änderte sich wieder. Hatte er kurz nach Dracos Tod noch jegliche körperliche Berührung vermieden und kaum mit ihr gesprochen, was Hermine unheimlich verletzte. So sehr, dass sie schon daran zu zweifeln begann, dass er jemals tiefere Gefühle für sie gehegt haben könnte, normalisierte sich ihr Verhältnis bald nach ihrer Ankunft in Australien wieder. Er zeigt ihr offen seine Zuneigung, nahm sie, so oft es ging in den Arm und bald darauf zeigte er ihr auf sehr leidenschaftliche Weise, wie sehr er sie die drei Jahre vermisst hatte. Hermine selbst genoss seine Zuwendungen unendlich. Sie liebte sein leichtes Streicheln auf ihrer nackten Haut, seine Küsse, die je nach Stimmung von unendlich sanft bis leidenschaftlich wild und unglaublich erotisch ausfielen. Sie verbrachten viele Nächte am Strand, wo sie die kleine Bucht entdeckt hatten und liebten sich hemmungslos im von der Sonne aufgeheizten Sand, unter hellem Mondlicht.
Die Folgezeit verbrachten sie damit, ihr neues Leben in Australien zu ordnen und zu organisieren.
Lucius änderte seinen Namen in Jean-Louis Malavoy und gab sich als adeligen Franzosen aus, der lange in England gelebt hatte. Dank seines untrüglichen Geschäftssinnes hatte er es innerhalb eines Jahres geschafft, sich mit einem schwunghaften Weinhandel, bei dem ihm Hermines Vater anfangs ein wenig behilflich war, zu etablieren. Er belieferte mit vorzüglichen Weinen aus verschiedenen australischen Anbaugebieten bereits Neuseeland und Japan und wie es aussah, würde die Firma mit der Zeit immer mehr expandieren.
Hermine entschloss sich noch einmal zu studieren und so belegte sie auf der Universität von Melbourne, Jura. Mittlerweile zeichnete sich schon ab, dass sie ihr Studium in Rekordgeschwindigkeit absolvieren würde und Lucius freute sich über seine sehr intelligente Lebenspartnerin, die ihn irgendwann als Rechtsanwältin auch in seiner Firma unterstützen konnte.
Severus Snape hingegen hatte zunächst einmal alle Hände voll zu tun gehabt, um Harry Potter von der Verfolgung seines entflohenen Gefangenen abzuhalten. Er erzählte seinem ehemaligen Schüler von Hermines und Lucius' gemeinsamen Kind und ihrem schon sehr lange andauerndem Liebesverhältnis. Der staunende Harry konnte es gar nicht fassen, dass ausgerechnet die beiden zu einander gefunden hatten. Selbstverständlich war er nicht angetan von Hermines Wahl und im Nachhinein musste er natürlich auch erfahren, dass sie ihren Job für ihre eigenen Interessen missbraucht hatte. Das enttäuschte ihn. Allerdings gab er dem gerissenen Lucius Malfoy sowieso die Schuld an Hermines Ausrutscher. Wer weiß, wie er sie damals dazu gebracht hatte, ihre Aufgabe und ihren Hass auf ihn zu vergessen. Trotz seiner schweren Bedenken, was das Zusammenleben von Hermine und Lucius betraf und seinem Pflichtbewusstsein gegenüber dem Ministerium beschloss er, die Suche nach Lucius Malfoy einzustellen. Allerdings nahm er Severus das heilige Versprechen ab, dass der Gesuchte niemals wieder nach England zurück kehren würde und lud die schwere Aufgabe auf sich, zu Hause, bei seinen Freunden zu erklären, warum Hermine, die zwar gerettet worden war, es vorzog nicht nach England zurückzukehren, stattdessen ihren Job kündigte und auf Weltreise ging.
Lucius Malfoy blieb für das Ministerium verschollen und nach einiger Zeit wurde die erfolglose Suche nach ihm eingestellt. Es wurde niemals geklärt, wer der mysteriöse Mr. X gewesen war, noch warum die Angriffe auf unschuldige Menschen plötzlich aufgehört hatten. Dieses Geheimnis bewahrten die vier Menschen, die Draco Malfoy in seiner Rolle als Mr. X erlebten hatten für immer.
Es hätte also alles wunderschön sein können, wenn Hermine da ein kleiner, verloren aussehender rumänischer Junge nicht aus dem Kopf gegangen wäre. Sie machte sich Sorgen um das Kind und Lucius, der ihre zeitweilige und gar nicht zu ihr passende Melancholie bemerkte, hakte hartnäckig immer wieder nach und fand schließlich heraus, was sie bedrückte.
Eines Tages kam er von einer längeren Geschäftsreise, die ihn durch ganz Australien geführt hatte, zurück und auf seinem Arm trug er den kleinen Dragan, den er der sprachlosen Hermine grinsend in den Arm drückte.
„Er ist bei uns sicher besser aufgehoben, als dort wo er bisher gewesen ist", erklärte er lapidar und ein Hauch von Schuldbewusstsein streifte ganz kurz sein Gesicht, ehe es wieder so schnell verschwand, wie es gekommen war. Immerhin war Draco indirekt für das Leid des Kindes verantwortlich. Hermine drückte den Jungen, der widerspruchslos und regelrecht lethargisch alles mit sich geschehen ließ an sich und übernahm die schwere Aufgabe, sich um ein Kind zu kümmern, welches unter einem enorm schweren traumatischen Schock, litt.
Sie fragte nicht, wie Lucius es fertig gebracht hatte, den Jungen nach Australien zu bekommen. Sie war einfach nur glücklich, dass er da war.
Dragan gewöhnte sich jedoch nur schwer an die für ihn fremde Umgebung. Sein Verhalten änderte sich nicht. Er reagierte kaum auf äußere Einflüsse, saß immer noch so still und teilnahmslos, wie Hermine ihn kennen gelernt hatte da, malte grausige Bilder, sprach nicht, weinte nicht und nahm nicht einmal seine veränderte Umgebung richtig wahr.
Nachdem alle Liebe und Verständnis die sie aufbringen konnten nichts half und sein Zustand sich nicht veränderte, entschlossen sich Hermine und Lucius, Severus um Hilfe zu bitten.
Snape, war wie immer, wenn man ihn um etwas bat, wenig begeistert. Es brauchte alle Überredungskünste von Lucius und zusätzlich noch die Hartnäckigkeit von Hermine, bis er überzeugt werden konnte, bei Dragan Legilimentik anzuwenden und somit zu versuchen das schreckliche Ereignis, welches der Junge nicht verkraften konnte, aus seinem Kopf zu entfernen.
Severus ging schließlich äußerst behutsam vor und brauchte mehr als vier Stunden, bis er sich, sichtlich erschöpft schließlich aus dem Kopf des Kindes zurück zog. Dragans Wesen änderte sich daraufhin allmählich. Severus hatte ihm die Erinnerung an die Umstände des Todes seiner Eltern und seine Schwester, sowie den gesamten Todesserüberfall auf sein Dorf genommen und ihm stattdessen suggeriert, dass seine Angehörigen, wie auch der Rest des kleinen Dorfes an einer Epidemie gestorben seien. Der Junge war zwar im nach hinein immer noch traurig, aber sein an sich fröhliches und wissbegieriges Wesen brach sich erneut endlich Bahn. Das Kind stellte sich als wahres Sprachtalent heraus. Er erlernte in Windeseile die englische Sprache, nebenbei brachte ihm Lucius Französisch bei und von Severus bekam er Lateinunterricht. Wie Alyssa beherrschte er bald sämtliche Zaubersprüche, die Lucius seiner kleinen Tochter beibrachte, meist musste er ihr sogar noch vorsagen.
Man konnte nur vermuten dass Dragan aufgrund der von Snape ausgeführten Gedächtnismanimpulation ganz besonders auf ihn reagierte. Der Junge entwickelte ein geradezu inniges Verhältnis zu dem zurückhaltenden Tränkemeister. Severus war es anfangs sehr unangenehm, so ihm Fokus der Aufmerksamkeit und Zuneigung des Kindes zu stehen. Aber Dragan konnte hartnäckig sein und so akzeptierte Severus schließlich das Objekt der gebrochenen Zuneigung des Kindes zu sein und akzeptierte sogar das ehrenvolle Amt des Patenonkels für den Jungen, dem er mit großen Ernst nachging.
Wieder hätte alles so schön sein können, wenn Lucius nicht das Gefühl gehabt hätte, das in seinem Leben noch etwas fehlt. Eigentlich war es nur eine Kleinigkeit. Für ihn war diese allerdings ein Symbol für etwas, was nun schon eine gewisse Zeit andauerte und endlich legitimiert werden sollte.
So hatte er schnellst möglichst einige besondere Vorkehrungen getroffen, wichtige Besorgungen erledigt, sich einen freien Tag genommen und schließlich Severus gebeten, die Kinder für eine Weile zu beaufsichtigen.
Hermine hatte er kurzerhand aus ihrer Universität entführt und der etwas erstaunt und gar nicht so begeistert drein blickenden jungen Frau erzählt, er müsse dringend einmal ausspannen und das könnte er nun einmal am Besten nur mit ihr. Widerstrebend, weil sie doch besser lernen sollte, als Ausflüge zu unternehmen, für die auch noch später Zeit war, war sie ihm zu seinem schwarzen BMW gefolgt, den Lucius schon seit einiger Zeit besaß und ihn auch mit wachsender Begeisterung fuhr und war mit ihm hinaus zum Strand gefahren.
Lucius war äußerst nervös und hoffte, dass er diese für ihn eigentlich ungewöhnliche Gefühlsäußerung vor Hermine gut verbergen konnte. Sie durfte nicht zu früh ahnen, was er geplant hatte.
Er spürte durchaus ihre prüfenden Blicke, die immer wieder auf ihn fielen, als sie beide über den weichen Sand am Strand zu laufen begannen. Lucius hielt Hermines Hand fest in seiner, als hätte er Angst, dass sie im letzten Moment bevor er sie etwas Wichtiges fragen konnte, noch entwischte.
Nachdem sie eine Weile gelaufen waren, kamen riesige Felsbrocken in Sicht, die anscheinend eine natürlich Grenze zum anderen Teil des Strandes bildeten.
Sie kletterten beide geschickt über einige große Felsbrocken hinweg. Hinter dieser steinernen Barriere befand sich eine kleine Lagune, die sich nur denjenigen offenbarte, die den Nerv und die Geschicklichkeit aufbrachten, über steile Felsen mit scharfen Kanten zu klettern. Somit war die Gefahr, hier wirklich Gesellschaft zu bekommen äußert gering. Dies war Hermines und Lucius' geheime Stelle, an der sie schon oft verweilt hatten. Allein mit sich, dem Strand, der Sonne und dem Meer.
Lucius führte Hermine ein wenig abseits, in die Nähe eines großen Felsens. Dieser ragte weit über einen Teil des Strandes und bildete so ein natürliches Dach und schirmte die zur Mittagszeit heiß vom Himmel scheinende Sonne weitestgehend ab. Dort wartete die erste Überraschung auf Hermine.
Lucius hatte in einem Versteck einen riesigen Picknickkorb mit allerlei Leckereien deponiert. Den holte er jetzt hervor, breitete eine große Decke auf dem Sand aus und forderte Hermine, deren Augen nun belustigt funkelten Platz zunehmen.
„Du hast dir aber wirklich Mühe gegeben, Luc", lächelte Hermine und ließ hungrig ihre Augen über die Lebensmittel gleiten, die Lucius nun vor ihr ausbreitete.
„Für dich ist mir nichts zu schwer und zu teuer", schmeichelte Lucius mit rauchiger Stimme und steckte ihr eine Weintraube zwischen die Lippen.
„Mein lieber Schatz", murmelte Hermine belustigt, während sie kaute und runter schluckte. „Ich kenne dich viel zu gut, als dass ich annehmen würde, dass du nicht irgendwelche finsteren Pläne mit dieser Aktion verbinden würdest", neckte sie ihn und fütterte ihn im Gegenzug mit einem Stück Käse. Lucius nahm den Käse, sog gleichzeitig Hermines Finger mit in den Mund und saugte leicht daran. Während seine grauen Augen fest auf sie gerichtet waren und ihre Reaktion beobachteten.
Hermine holte laut Luft. Bei Merlins karierten Unterhosen, er hatte so eine Anziehungskraft auf sie. Er brauchte eigentlich nur zu zwinkern und schon war sie ihm mit Haut und Haar verfallen. Dieses Saugen am Finger ließ ein angenehmes Kribbeln in ihrem Inneren entstehen, welches direkt zwischen ihre Beine fuhr. Nur zögerlich ließ Lucius ihren Finger los und kaute, als wenn überhaupt nichts geschehen wäre, ausgiebig auf dem Käse.
„Meine liebste Hermine, die Zeit finsterer Pläne ist ein für allemal vorbei. Ich bin ein ehrbarer Mann, mit sehr ehrbaren Absichten geworden", erklärte er mit völlig ernstem Gesichtsausdruck. Nur das belustigte Funkeln in seinen Augen sagte ihr, dass Lucius diese Aussage, wohl selbst nicht so richtig ernst nahm.
Sie verschluckte sich fast vor Lachen an dem Schluck Rotwein, den sie gerade im Mund hatte. „Ehrbare Absichten? Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie die heute aussehen werden", gluckste sie und beugte sich nach vorn, um ihm einen schnellen Kuss auf die Lippen zu hauchen.
Lucius griff schnell in ihr langes, windzerzaustes Haar und zog sie näher. Er verwickelte sie in einen tiefen, leidenschaftlichen Kuss, den er erst nach einer ganzen Weile ziemlich atemlos beendete. Nah an ihrem Mund flüsterte er heißer. „Hab ich dir heute eigentlich schon gesagt, wie schön und begehrenswert du bist?"
„Das hast du, aber ich höre es trotzdem immer wieder gerne", flüsterte Hermine und strich ihm verlangend mit der Zunge über seine Lippen.
„Ich kann es dir nicht oft genug sagen, mein Herz", murmelte Lucius, während er ihre Zunge in seinen Mund saugte. Wieder küssten sie sich lange und ausgiebig, während Hermine ihre Hände langsam unter Lucius' Hemd schob. Sie genoss es unendlich, seine warme Haut unter ihren Fingern zu spüren. Lucius war noch immer ein attraktiver Mann. Sein Haut war glatt und spannte sich straff über einige recht ausgeprägte Muskelstränge. Verlangend glitten Hermines Fingerspitzen an seinem flachen Bauch entlang, unter seinen Armen hindurch und fuhren langsam den Rücken hinauf. Sie spürte genau, wie ihr Geliebter auf die sanften Streicheleinheiten reagierte, denn er drückte sich ihren Händen leicht entgegen, während er sie näher an sich zog und leise in ihren Mund stöhnte.
In Hermine stieg ungeahnte Hitze auf und das Kribbeln in ihrem Schoß verstärkte sich zu einem leichten Pochen. Ihr war das Essen, welches auf der Decke verteilt war, jetzt ziemlich egal. Lucius war der Einzige, der ihren ganz besonderen Hunger stillen konnte und sie wollte ihn jetzt und auf der Stelle vernaschen, mit Haut und Haar.
Ehe sie ihn jedoch mit dem Rücken auf die Decke drücken konnte, um ihm sein Hemd aufzuknöpfen, damit sie besser an seinen sehr verlockenden Oberkörper heran kam, zog sich Lucius leise seufzend von ihr zurück und hielt ihre Hände, die ihm schon sein Kleidungsstück ausziehen wollten, fest.
„Noch nicht, mein Herz, noch nicht", beschwichtigte er sie, während er ihr tief in die rehbraunen Augen blickte.
„Ich muss dir noch etwas sagen und das möchte ich tun, bevor wir beide hier wild übereinander herfallen."
Hermine zog schmollend die Unterlippe hoch. Es pochte jetzt sehr intensiv zwischen ihren Schenkeln und das Letzte, was sie wollte, waren tiefsinnige Gespräche.
„Kann das nicht warten bis wir..."
„Nein, kann es nicht", erklärte Lucius bestimmt und suchte nach den richtigen Worten, während er ihre Hände immer noch in seinen festhielt.
Verdammt, er war angespannt und so nervös, wie selten in seinem Leben. Bei Merlins runzeligem Gesicht, er hatte dies doch schon mal getan! Vor unendlich langer Zeit in einem anderen Leben, wie es ihm schien, aber damals war es ihm überhaupt nicht schwer gefallen, die entsprechenden Worte zu finden. Vielleicht, weil die Situation damals einfach eine andere, wesentlich einfachere war und weil Narzissa seinen Antrag damals nur noch als Förmlichkeit betrachtete. Immerhin waren sie damals einander schon lange von ihren Eltern versprochen worden. Aber jetzt saß er hier einer jungen Frau gegenüber, die seine Tochter hätte sein können und ihn plagte der schreckliche Gedanke, dass sie seinen Antrag nicht annehmen könnte.
Vielleicht wollte sie nicht mit einem ehemaligen Todesser verheiratet sein. Er verkörperte schließlich immer noch das, was sie eigentlich immer gehasst hatte. Dass sie sich zu ihm hingezogen fühlte, änderte nichts an der Tatsache, dass sie eine sehr lange Zeit auf sehr gegensätzlichen Seiten gestanden hatten und außerdem höchst unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten entsprangen. Ihre gesamte Vergangenheit unterschied sich gravierend voneinander.
Hermine war eine selbstbewusste junge Frau, der es eventuell reichte mit dem Vater ihres Kindes nur zusammenzuleben, ohne Trauschein und eventuelle eheliche Verpflichtungen. Eine eventuelle Trennung wäre schnell vollzogen. Vielleicht sehnte sie sich nicht nach Geborgenheit oder Ordnung in ihrem Leben, so wie er. Vielleicht wollte sie auch auf gar keinen Fall seinen Namen tragen ..naja, nicht seinen richtigen Namen. Einen Lucius Malfoy gab es ja offiziell nicht mehr, aber dennoch.... Sie hatte niemals gesagt, dass sie heiraten wollte. Sie hatte nicht einmal eine Andeutung gemacht, ob sie gerne seine Frau werden wollte. Vielleicht machte er jetzt den Fehler, ihre an sich harmonische Beziehung aufs Spiel zu setzen, wenn er Heiratspläne äußerte.
Lucius seufzte innerlich. Wenn er noch lange hier saß, würde er niemals herausfinden, wie Hermine tatsächlich zu ihm stand.
Er wusste, dass er sie liebte und dass er den Rest seines Lebens mit ihr verbringen wollte und das würde er ihr sagen und abwarten, wie sie reagierte.
„Damals, vor einem Jahr, als ich Draco tot in meinen Armen hielt, dachte ich mein Leben sei zu Ende. Ich habe mir so viele Vorwürfe gemacht bezüglich mancher, sicherlich falscher Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe. Es tat unheimlich weh, zu erkennen, dass mich die Fehler der Vergangenheit in der Gegenwart wieder eingeholt hatten und mich nun erbarmungslos für mein Handeln bestrafen würden. Ich bin schuld, dass Draco überhaupt auf den Gedanken kam, Voldemort nachzueifern. Ich habe ihn letztendlich auf dem Gewissen. Ich versank in Schmerz, Trauer und Selbstmitleid, welches ich ja schon vor seinem plötzlichen Wiederauftauchen reichlich angesammelt hatte. Ich dachte damals, wenn sich jetzt der Boden auftun und mich verschluckte, würde ich es nicht mal bedauern, sondern es als gerechte Strafe willkommen heißen."
Hermine drückte Lucius`Hände leicht. „Lucius, es...."
Lucius Zeigefinger legte sich sanft über Hermines Mund. „Hör mir zu mein Herz, bitte", beschwor er sie und fuhr fort.
„Allerdings hatte ich damals nicht bedacht, dass es da noch zwei Menschen in meinem Leben gibt, die mir etwas bedeuten. Soviel, dass ich bereit war, mich für sie zu ändern, mein komplettes Leben hinter mir zu lassen, aus meinen Fehlern zu lernen und ein völlig neues Leben mit ihnen anzufangen."
Lucius drückte Hermines Finger an seine Lippen und küsste einen nach dem anderen. An Hermines nachgewachsenem kleinen Finger der linken Hand verhielt er besonders lange und strich sanft über das nachgewachsene Fingerglied.
„Ich weiß, ich war in der ersten Zeit nicht gerade erträglich. Ich ignorierte dich völlig. Versank in meinem Schmerz und in der Wut auf die Welt und einen gewissen Dämon, der meinen Sohn hätte retten können, es aber nicht getan hat. Ich kümmerte mich nicht um dich, obwohl du ebenfalls Schweres durchgemacht hattest. Ich gab dir keinen Halt und zeigte kein Verständnis , wie es eigentlich hätte sein müssen und das tut mir unendlich leid. Kannst du mir dies verzeihen, mein Herz?"
Hermine schluckte schwer, angesichts dieses für Lucius ungewöhnlich ehrlichen Geständnisses. Sie konnte sich nicht erinnern, wann er einmal so offen über seine Gefühle gesprochen hatte. Über das, was ihn seit Dracos Tod bewegte, hatte er bisher mit ihr noch niemals gesprochen, obwohl sie oftmals das Gespräch mit ihm gesucht hatte.
Sie strich ihm leicht über die Wange und er schmiegte sich dankbar in ihre Berührung. „Ich verzeihe dir, Liebling. Ich kann gut verstehen, dass die Zeit nicht leicht für dich war. Dracos Tod und die Umstände, die dazu geführt haben, waren schrecklich. Kein Kind sollte vor den Eltern gehen und wenn ich daran denke, ich könnte vielleicht Alyssa auf diese Weise verlieren, dann würde ich wahnsinnig.", erklärte sie bestimmt und Lucius schloss kurz erleichtert seine Augen. Als er sie wieder ansah, stand eine solche innige Verbundenheit in ihnen geschrieben, dass es Hermine ganz warm ums Herz wurde. Auf was wollte dieser faszinierende Mann nur hinaus, fragte sie sich und ihr Herz begann ein wenig schneller zu schlagen, als ihr ein Gedanke kam, der sie fast überwältigte. Er würde doch nicht...
„Als ich wieder einigermaßen klar denken konnte, hatte ich plötzlich eine kleine, wahnsinnig intelligente und hübsche Tochter, die ich vom ersten Augenblick an, über alles liebte und obendrein noch eine nicht weniger intelligente und sehr hübsche Partnerin an meiner Seite. Auf welche ich mich immer verlassen konnte, die mir den Rücken stärkte und in all dieser Zeit des Umbruchs und Neuanfangs immer Halt und Zuversicht gab. Nämlich du", erklärte er lächelnd und begann nebenbei in seiner Hosentasche nach dem Schächtelchen zu suchen, welches er nun schon eine kleine Ewigkeit mit sich herum trug.
„Ich weiß eigentlich nicht, warum ich solange gewartet habe oder worauf. Ich liebe dich und nicht erst seit diesem einen Jahr, dass wir jetzt hier in Australien verbracht haben. Sondern eigentlich schon seit damals, als du mein Haus an diesem einen Morgen verlassen hast und ich zu diesem Zeitpunkt noch der Ansicht war, dass ich dich niemals wieder sehen würde und es auch besser so sei. Ich bin dem Schicksal, trotz aller Schrecknisse, die auf unserem Weg lagen sehr dankbar, dass wir nun zusammen sind und ich kann gar nicht sagen, wie glücklich du mich gemacht hast, mit unserer gemeinsamen Tochter."
Lucius holte tief Luft, um zum Kern des Gespräches und zu dem Allerwichtigsten überhaupt zu kommen.
„Ich liebe dich, Hermine. Ich wäre wohl der glücklichste Mann der Welt, wenn du meinen Antrag annehmen und meine Frau werden würdest."
Hermine saß für einen Augenblick starr da. Ihre Hände hatte sie, je weiter Lucius mit seinem Antrag kam, immer mehr in sein Fleisch gekrallt. Ihr Mund hatte sich zu einem O verformt. Sie hatte sich schon lange gewünscht, dass er sie fragte, ob sie ihn heiraten wollte, aber als es jetzt doch geschah, war sie etwas sprachlos.
Lucius war die Nervosität nun doch anzusehen. Hermine regte sich nicht und starrte ihn weiter mit großen Augen an und er wusste tatsächlich nicht, wie er mit dieser Reaktion umgehen sollte.
„Wenn du nicht willst ist es auch okay, ich kann warten....vielleicht..", redete er ein wenig verwirrt und versuchte die in ihm aufsteigende Enttäuschung zurückzudrängen. Er würde sie schließlich nicht zwingen seine Frau zu werden.
Angesichts seiner etwas enttäuscht klingenden Worte, kam das Leben, welches für eine kurze süße Schrecksekunde aus Hermine gewichen war, mit aller Macht zurück. Mit einem Jauchzer fiel sie Lucius um den Hals und riss den Mann, der mit so einer freudigen Bekundung nicht mehr gerechnet hatte, mit sich.
„Aber ja, ja...ich will deine Frau werden. natürlich will ich das.", sprudelte sie atemlos hervor und bedeckte sein etwas fassungslos aussehendes Gesicht mit Küssen.
Laut aufseufzend zog Lucius Hermine nun vollends in die Arme und küsste sie weich. „Ich dachte schon, du willst mich nicht heiraten", erklärte er ihr erleichtert.
„Ich liebe dich, Lucius. Ich dachte, dass wüsstest du, warum sollte ich dich nicht heiraten wollen?", fragte Hermine voller Übermut.
„Ich weiß nicht, vielleicht weil ich zu alt bin, zu anstrengend, zu arrogant, zu besitzergreifend, zu energisch..", zählt er all eine schlechten und weniger schlechten Charaktereigenschaften auf.
„Ach was, ich liebe Herausforderungen und du bist auf jeden Fall eine und außerdem gebe ich dich sowieso niemals wieder her", gestand Hermine glücklich während sie es immer noch nicht fassen konnte.
„Nun, dann fehlt jetzt nur noch der Ring", erklärte Lucius und hielt ein kleines grünes Schächtelchen hoch. „Ich trage ihn mit mir herum, seit ich Malfoy Manor verlassen habe. Ich danke Merlin dafür, dass ich damals, als ich so kurzfristig gezwungen war mein Heim zu verlassen, an ihn gedacht habe. Ich hoffe er gefällt und passt dir, falls nicht, gehen wir gleich morgen zu einem Juwelier und du suchst dir einen anderen aus", erklärte er und man sah ihm an, dass er sehr gespannt war, was Hermine zu diesem Ring sagen würde.
Vorsichtig mit vor Erwartung gespannter Miene setzte sich Hermine auf, nahm die Schachtel und öffnete es.
Auf schwarzem Samt leuchtete ihr ein schmaler, eleganter Reif aus matt geschliffenem Weißgold der Mitte prangte zwischen einigen kleineren Diamanten ein blau leuchtender Amethyst, in dessen Inneren sich das Sonnenlicht zu konzentrieren schien.
„Oh", hauchte Hermine ergriffen. Sie hatte in ihrem Leben noch nichts Schöneres gesehen. Außerdem war sie sich sicher, dass sie noch niemals etwas Wertvolleres in den Händen gehalten hatte.
„Gefällt er dir?" Lucius nahm den Ring vorsichtig aus seinem Bett und steckte ihn Hermine an den Ringfinger der rechten Hand.
„Er ist wunderschön", lächelte Hermine überglücklich und hielt die Hand verspielt weit von sich. Fasziniert betrachtete sie das Funkeln des Edelsteins in der Sonne.
„Er hat meiner Großmutter gehört. Sie vererbte ihn meiner Mutter. Doch die fand, der Ring kleide ihr nicht und so hat sie ihn in den Famliensafe getan. Ich fand ihn zufällig, als ich aus lauter Langeweile, während meiner erzwungenen Einzelhaft den Safe durchsuchte. Er passt dir wie angegossen", bemerkte er, während er Hermine zärtlich auf den Hals küsste und sie wieder näher an sich zog.
„Deine Frau hat ihn nie getragen?", traute sich Hermine noch einmal nachzufragen. Sie würde keinesfalls Schmuck tragen, den Narzissa Malfroy getragen hatte.
„Aber nein, mein Herz. Glaubst du wirklich, ich würde dir zur Verlobung den Schmuck meiner Ex-Frau anbieten?", fragte Lucius gespielt entrüstet und biss sie zur Strafe leicht in die weiche Haut des Halses.
„Au", beschwerte sich Hermine und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Lucius zu. „Ich wollte mich ja nur noch einmal vergewissern", rechtfertigte sie sich und ihre Hände glitten, wie schon eine halbe gefühlte Ewigkeit zuvor, wieder unter Lucius' Hemd.
Jetzt, wo er alles geregelt hatte und endlich mit sich im Reinen war, konnte Lucius sich voll und ganz auf den Sex mit der Frau, die er liebte, konzentrieren. Es dauert nicht lange, bis die Leidenschaft zwischen beiden wieder aufflammte.
Hermines streichelnde Hände auf seiner nackten Haut erregten ihn ziemlich schnell. Stöhnend presste er seine Lippen auf ihren weichen, schon einladend geöffneten Mund. Ungestüm zog er sie auf sich. Während sein Mund sie geradezu gierig verschlang, versuchte er Hermine aus der dünnen Bluse zu schälen, die nur noch locker an ihrem Oberkörper hing. Schnell hatte er sie davon befreit, der leichte BH, den sie darunter trug, folgte augenblicklich. Mit weit gespreizten Fingern zog er genießerisch Kreise, auf ihrer, von der Sonne warmen Haut und spürte, wie sie trotz der Hitze eine Gänsehaut bekam. Er wusste, dass sie auf seine Liebkosungen oft so reagierte und fand dies unheimlich anziehend.
Mit einem tiefen Knurren, drehte er sich um und ehe Hermine es sich versah, lag sie auf dem Rücken und Lucius hatte eine ihrer Brustwarzen in den Mund genommen, an der er heftig saugte. Hermine stöhnte, versuchte ein Hohlkreuz zu machen, um ihm damit noch mehr Zugang zu ihrem Körper zu gewähren. Ihre Hände gruben sich in das weiche lange Haar ihres Geliebten und versuchten ihn noch näher zu ziehen. Sie liebte es, seine Zunge überall auf ihr zu spüren. Es machte sie halb wahnsinnig und das Pochen zwischen ihren Schenkeln nahm unentwegt zu.
Irgendwie schälten sie sich aus dem Rest ihrer Kleider, während sie sich gegenseitig voller Gier küssten, leckten, aneinander knabberten, jeden einzelnen Quadratzentimeter des anderen erkundeten, als hätten sie dies nicht schon eintausend mal vorher getan. Hier und da verweilten Münder und Finger etwas länger, fanden verborgene sensible Stellen, die besonders verwöhnt wurden und beide trieben dieses Spiel solange, bis sie vor Erregung fast glühten.
Hermine spürte Lucius' harte Erektion, die sich an ihren Oberschenkel drückte. Ihre Hand umfasste und streichelte ihn hingebungsvoll, was Lucius schon fast zum Höhepunkt brachte. Ihr Daumen strich unentwegt über die glatte, feste Spitze, an der sich schon bald ein Lusttropfen bildete. Laut stöhnend senkte Lucius den Kopf, saugte an der weichen Haut ihres Halses und markierte sie, während seine Finger zwischen ihre Beine glitten und das feuchte Fleisch dort erkundete. Versuchsweise drang er ihn sie ein und nun war es an Hermine verlangend aufzustöhnen. Der Griff um seinen Schwanz wurde fester, als sie versuchte, sich seinen Fingern entgegen zu schieben. Aber es war ihr nicht genug. Sie wollte ihn ganz und gar in sich spüren.
„Lucius bitte...", keuchte sie und rieb sich in erregender Weise an ihm.
„Was möchtest du, Liebes?", nuschelte dieser an ihrem Hals, während er sie weiter an ihrer Perle stimulierte, welches wahre Stromstöße in Hermines Inneres schickte.
„Ich brauche dich tief in mir, bitte....", bettelte sie und schob auffordernd ihr Becken nach vorn, während sie ihn weiter unentwegt rieb, was seine ganze verbliebene Beherrschung forderte, um nicht schon in ihrer Hand zu kommen.
„Dein Wunsch ist mir Befehl", erklärte er deswegen, er konnte sich nicht mehr länger zurückhalten und auch er sehnte sich danach, sich bis zur Wurzel in sie zu versenken, eins mit ihr zu sein.
Er hockte sich zwischen ihre Beine und sah mit glühendem Blick auf sie herunter. Noch einmal betrachtete er voller Verlangen ihren schlanken, von einigen wenigen Narben gezeichneten Körper, der mit lustvoll ausgebreiteten Beinen vor ihm lag. Diese Narben, die ihr von ihrer Gefangenschaft geblieben waren, waren mittlerweile ein Teil von ihr und was ihn betraf, so sah er sie schon gar nicht mehr. Er liebte diese Frau, mit allem, was sie ausmachte, eben auch mit diesem Makel. Hermine streckte verlangend die Hände nach ihm aus und seine prachtvolle Erektion, die steil zwischen seinen Beinen hervorragte, zuckte voller Erwartung.
Mit einem einzigen kraftvollen Stoß brachte er sich in sie. Beide schrien voller Lust und Begierde auf. Kraftvoll begann er sich in ihr zu bewegen. Da gab es keine Unsicherheit, kein Zögern. Er nahm sie mit der Gewissheit eines Mannes, der wusste, dass er gewollt und geliebt wurde und sie gab ihm alles, was sie ihm zu geben hatte und nahm von ihm, was er ihr gab.
Hermine schlang ihre Beine fest um seine schmalen Hüften, um ihn noch tiefer in sich aufzunehmen. Gemeinsam fanden sie einen Rhythmus der sie auf einer Welle der Ekstase und unendlichen Begierde nacheinander über die Klippe katapultierte. Eng umschlungen erlebten sie ein wahres Feuerwerk der Gefühle und schrien letztendlich den sie gemeinsam überrollenden Orgasmus laut hinaus, während das Tosen des Meeres und der Wind die Laute ihres gemeinsamen Höhepunkts hinweg wehte.
Noch lange lagen sie, ermattet von ihrem leidenschaftlichen Liebesspiel, sich gegenseitig streichelnd, eng aneinander geschmiegt im Licht der brütend heißen Nachmittagssonne. Flüsternd, Mund an Mund, gestanden sie sich erneut ihre gegenseitige Liebe, die hoffentlich für den Rest ihres Lebens ausreichen würde, um alle Hürden und Probleme, die ganz sicher noch auf sie zukommen würden, gemeinsam zu bewältigen.
Als das Licht des Tages langsam verblasste und die Sonne mit einem rot glühendem Leuchten langsam hinter dem Horizont versank, sah man einen großen, breitschultrigen, Mann mit wehendem weithin sichtbarem blond leuchtendem Haar, der den Arm um eine wesentlich kleinere, brünette, schlanke Frau gelegt hatte. Eng aneinander geschmiegt, schlenderten sie langsam auf dem menschenleeren weiten Strand davon ....
...und wenn sie nicht gestorben sind, dann wird Severus Snape wohl mindestens die nächsten zwanzig Jahre seines kostbaren Urlaubs mit Babysitten im schönen Australien verbringen müssen....
ENDE
