Hermine wurde zusehends unruhiger. Bis jetzt hatte sie noch nichts von einem Besuch Lord Snapes zu hören bekommen und das belauschte Gespräch lag mittlerweile schon eine Woche zurück. Zeit war allerdings etwas, dass sie nicht im Überfluss besaß. Außerdem konnte in einer Woche schon so viel geschehen sein. Vielleicht hatte der Kampf schon begonnen und möglicherweise hatte der Feind mit Hilfe seiner Informationen einen Hinterhalt auf die bereits stationierten Truppen des Ordens geplant.

Hermine spielte schon mit dem Gedanken eine Eule mit einer Botschaft diesbezüglich zu Dumbledore zu schicken, selbst wenn es sie möglicherweise demaskieren würde. Wäre sie verantwortlich für den Tod vieler Menschen, nur weil sie nicht im Stande gewesen war ihre Informationen von dem Wissen des Feindes rechtzeitig zu übermitteln, wäre das unerträglich für sie ... nicht auszudenken wenn Ron und Harry ... Sie wurde aus ihren Grüblereien gerissen, als Pansy polternd in ihre Kammer trat.

„Hermine, was treibst du dummes Ding hier in deiner Kammer? Wobei ich es schon verstehen kann, wenn du dich hier eine Weile verkriechen willst ... würde mir vielleicht auch so ergehen."

Hermine sah Pansy misstrauisch an, doch diese sprach unbekümmert weiter.

„Mir sind da äußerst interessante Dinge über dich zu Ohren gekommen. Ich habe ja schon immer gewusst, dass du ein leichtes Mädchen bist, aber anscheinend mit wenig Qualitäten ... Lord Malfoy war außer sich deshalb... Durch die halbe Burg soll er dich gejagt haben, weil du ihm die verängstigte Jungfer geben wolltest... Aber glücklicherweise hat sich Isabella seiner angenommen und für das Wohlergehen unseres Gastes gesorgt, wie ich hörte bis zum Morgengrauen. Wenn ich nicht so gutmütig gegenüber dir wäre, dann hätte ich dich mit gutem Grund ohne Referenzen auf die Straße setzen können, aber du weißt ja, ich bin überaus großherzig."

Hermines Hände hatten sich in ihre Röcke gekrallt und sie versuchte mit aller Macht ihr Temperament im Zaum zu halten. Pansy wusste nicht einmal von was sie überhaupt sprach und ihr infames Grinsen hätte sie beinahe dazu gebracht ihr eine Maulschelle zu verpassen. Hermine atmete tief durch bevor sie gute Miene zum bösen Spiel machte um sich Pansys verletzende Kommentare zu ersparen.

„Seid Ihr nur gekommen um mir das zu sagen oder kann ich noch etwas anderes für Euch tun?"

Pansy kniff misstrauisch die Augen zusammen und funkelte sie hasserfüllt an.

„Mach mir gefälligst die Haare und such mir mein schönstes Kleid heraus. Lord Snape hat so große Sehnsucht nach mir, dass er mich noch heute hier besuchen will."

Hermines Herz klopfte erwartungsvoll schneller. Snape würde noch heute kommen! Dann konnte sie ihm endlich ihre Neuigkeiten berichten. Sie mussten nur einen passenden Moment finden oder aber Pansy betäuben und ...

„Halt nicht Maulaffenfeil! An die Arbeit!"

Hermine beeilte sich der Aufforderung nachzukommen und dachte bereits fieberhaft nach, wie sie wohl Snape am besten allein abpassen konnte.

Snapes Ankunft verlief nicht annähernd so pompös wie die Lord Malfoys. Er ritt nur mit einer Handvoll Soldaten in den Burghof ein, stieg von seinem Pferd, wechselte ein paar Worte mit dem Stallknecht und lenkte seine Schritte gemächlich auf das Eingangsportal zu. Dieses öffnete sich jedoch plötzlich und Pansy flog ihm schluchzend entgegen. Snape zögerte kaum merklich den nächsten Schritt zu tun, als Pansy schon die Arme um seinen Nacken geschlungen hatte und ihre Brüste an ihn presste.

„Ich habe Euch so schrecklich vermisst, Lord Snape! Ich glaubte schon, Ihr hättet mich vergessen!"

Snape hob eine Augenbraue.

„Wie könnte ich Euch vergessen."

Seine Ironie prallte völlig an Pansy ab, die sich wenn möglich noch mehr an ihn schmiegte. Snape entwand sich aus ihrer Umklammerung und lenkte ihre Schritte auf das Burgtor zu.

„Nicht doch in aller Öffentlichkeit, das geziemt sich nicht."

Pansy kicherte nur verlegen zur Antwort und ließ sich von ihm zum Portal führen ohne auch nur eine Sekunde von ihm abzulassen. Hermine stand währenddessen im Burgeingang und beobachtete Snape. Sie konnte ihre Aufregung und Ungeduld kaum noch verbergen. Sie warf ihm einen verstohlenen Blick zu und wie schon damals im Stall, so wirkte er in einer Art und Weise auf sie, die sie sich nicht erklären konnte. Jedoch war es unverkennbar, dass er seit seinem letzten Besuch schmaler geworden war, was ihr Sorgen bereitete. Was war wohl in den letzten Wochen geschehen? Ihre Gedanken wirbelten wild durcheinander und dann hob Snape den Kopf und ihre Blicke trafen sich unverhofft. Es war als würden sich seine schwarzen Augen erneut tief in ihre Seele bohren und ihre Gedanken erkunden. Ein brennendes Gefühl der Scham und Schande überkam sie wie loderndes Inferno. Hastig senkte sie den Blick und starrte angestrengt auf das Pflaster unter ihr. Sie konnte diesem Mann einfach nicht in die Augen sehen, nicht nach dem Vorfall mit Lord Malfoy. Sie hatte Angst sich in den Tiefen seines Blickes zu verlieren und dabei zu viel über sich selbst preis zu geben. Sie fühlte sich befleckt und schämte sich unendlich und sie selbst konnte es sich nicht erklären, aber das Gefühl war nahezu unerträglich.

Snape hingegen war Hermines ungewöhnliches Verhalten sehr wohl aufgefallen und musterte sie im Vorbeigehen. Etwas musste geschehen sein, seitdem er das letzte mal zu Gast bei Lord Parkinson gewesen war. Ihre ganze Haltung hatte sich stark verändert. Warum war sie seinem Blick ausgewichen? Pansy zog ihn jedoch mehr mit sich in die Burg, als dass sie sich von ihm führen ließ. Ihr gefiel es ganz und gar nicht, dass sich ihr Bräutigam in spe für ihren Geschmack zu intensiv mit ihrer Zofe beschäftigte. Wenigstens hatte diese den Anstand besessen und demütig zu Boden geblickt. In diesem Moment schwor sich Pansy, dass sie keine andere Frau in das Bett ihres Zukünftigen steigen lassen würde! Sie würde wohl oder übel einen wachsamen Blick auf Lord Snape werfen müssen. So bugsierte sie ihn in die Halle und verfrachtete ihn auf einen Stuhl bevor sie herrisch nach einer Stärkung verlangte. Hermine war indes in die Halle gefolgt und hatte bereits eine Magd darum gebeten, die auch schon aufgetragen wurde. Sie riskierte einen kurzen Blick auf Snape, der von Pansys Benehmen ganz und gar nicht begeistert war, was Hermine schadenfroh feststellte. Seiner düsteren Miene nämlich zu urteilen hatte er alle Mühe seinen Zorn im Zaum zu halten.

„Hermine! Steh nicht so nutzlos in der Gegend herum, sondern sag meinem Vater bescheid, dass unser Gast eingetroffen ist!", keifte Pansy schließlich zu ihr herüber und schreckte Hermine aus ihren Gedanken.

Sie verneigte sich höflich und beeilte sich ihrem Auftrag folge zu leisten. Sie fand Parkinson lautstark schnarchend in seinen Gemächern in einem Stuhl vor dem Kamin sitzend vor. Zögernd trat sie näher zu ihm um ihn zu wecken. Nachdem sie ihm laut räuspernd auf die Schulter getippt hatte schrak dieser erschrocken auf, grunzte und blinzelte sie dabei verschlafen an. Sie trug ihm Nachricht von Lord Snapes Eintreffen vor und wartete auf Parkinsons Antwort. Dieser grummelte nur etwas Unverständliches vor sich hin, doch auf Hermines Drängen wies er sie barsch an, seiner Tochter auszurichten, sie möge sich selbst um die Unterbringung ihres Zukünftigen bemühen, schließlich müsse sie lernen selbst Verantwortung zu übernehmen. Danach schlief er sofort wieder ein. Hermines Magen hatte sich schmerzhaft zusammengezogen. Snape konnte niemals diese Frau heiraten! Es verabscheute sie doch! –Und dennoch fielen ihr seine Worte diesbezüglich deutlich wieder ein: Kriege verlangen Opfer ... mein Schicksal ist bereits vorherbestimmt.

Trübselig erreichte sie schließlich wieder die Halle. Pansy redete gerade beschwichtigend auf Snape ein, der allem Anschein nach seiner Wut freien Lauf gelassen hatte und nun die Tafel zwischen sich und Pansy gebracht hatte. Hermine versuchte sich so gut es ging unsichtbar zu machen, was ihr jedoch nicht gelang, denn Snape hatte sie längst bemerkt. Hermine zuckte leicht zusammen und wich seinem Blick erneut aus. Um nicht unhöflich zu erscheinen sah sie ihre Herrin erwartungsvoll an, als würde sie den lieben langen Tag nichts anderes tun als Pansy ihre Wünsche von den Augen abzulesen. Dummerweise hatte diese sich hilfesuchend zu ihr gewandt und erwartete wohl, dass Hermine die Sache wieder in Ordnung bringen würde. Bevor Hermine jedoch einen Ton herausbrachte, hatte Snape ihr schon harsch das Wort abgeschnitten:

„Ich bin müde von der Reise. Gebt mir eine Kammer in der ich eine Weile meinen Frieden habe!"

Hermine befürchtete in diesem Augenblick, dass Pansy in Tränen ausbrechen würde, aber erstaunlicher Weise riss diese sich zusammen und nickte Hermine auffordernd zu.

„Natürlich, Mylord. Hermine wird Euch selbstverständlich sofort eine Kammer herrichten lassen."

Hermine verneigte sich erneut und veranlasste alles notwendige um Lord Snape einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Sie war froh gewesen aus der Halle flüchten zu können, nachdem die Feindseligkeit, die Snape Pansy in diesem Moment entgegengebracht hatte, beinahe greifbar gewesen war. Hermine hatte sich einen - wie sie fand - wirklich guten Plan zurecht gelegt, wie sie Lord Snape ihre Nachricht überbringen konnte ohne in die peinliche Situation zu geraten persönlich mit ihm darüber sprechen zu müssen: sie würde ihm einfach eine Nachricht unter der Türschwelle hindurchschieben.

Nachdem sie Snape wortkarg den Weg gewiesen und so gut es ging vermieden hatte ihm in die Augen zu sehen, machte sie sich daran ihren Brief zu verfassen. Es war bereits dunkel geworden und Hermine hatte sich ihr Nachtmahl auf ihr Zimmer bringen lassen, unter dem Vorwand, dass es ihr nicht besonders ginge. Ihr Plan würde in die Tat umgesetzt werden, wenn alle beim Essen in der Halle waren, sodass niemand sehen konnte, wie sie an Snapes Zimmer vorbeischlich. Es gab bereits genug böse Gerüchte über sie, sie konnte es sich nicht leisten die direkte Zielscheibe für Pansys geballte Eifersucht zu werden und auf der Straße zu landen. Jetzt da sie wusste, dass Parkinson Spione hatte, würde sie besonders Acht geben müssen, wer ein und aus ging, also durfte sie ihre Anstellung nicht verlieren. Sie las sich erneut bei Kerzenschein ihren Brief sorgfältig durch um sicher zu gehen auch alles wichtige hineingepackt zu haben. Ein Luftzug ließ ihre Kerze aufflackern und ihre Stirn in Falten legen. Sie hatte die Fenster bereits geschlossen, es war unmöglich, dass ...

„Guten Abend, Hermine."

Hermine fuhr erschrocken herum und klammerte sich angstvoll an ihren kleinen Tisch den sie zum Schreiben genutzt hatte. Wie konnte das nur möglich sein! Sie hatte ihre Türe verriegelt!

„Wie kommt Ihr hier herein!", keuchte sie ungläubig und versuchte nicht in Panik auszubrechen.

„Ich denke, ich habe die Türe benutzt. Ich muss schon sagen, ich hätte eigentlich mehr Widerstand erwartet."

Hermine stieg die Schamesröte ins Gesicht. Natürlich hätte sie ihre Türe auch mit einem Zauber belegen können, aber sie hatte nicht erwartet überfallen zu werden! Sie senkte ergeben den Blick und warf den Brief in ihre Feuerstelle.

Snape musterte die junge Frau vor sich zum ersten mal ausgiebig und stellte erneut fest, dass etwas nicht stimmen konnte. Sie war um einiges dünner geworden und in ihrem Gesicht lag ein Schatten, der das Strahlen aus ihren Augen geraubt hatte. Er ließ sich nachdenklich in einen Stuhl sinken und wartete auf eine Reaktion. Es dauerte lange, bis sie schließlich recht ungeduldig ihren Blick hob und ihn mürrisch anstarrte. Sie verschränkte defensiv ihre Arme vor der Brust und versuchte erwartungsvoll auszusehen als angespannt.

„Was wollt Ihr hier?"

„Ich dachte, du wärst diejenige gewesen, die Informationen für den Orden sammelt und mir übermittelt. Ich hatte angenommen, ein ungezwungener Plausch wäre vorzuziehen, nachdem Pansy allmählich zu einer größeren Belastung wird. Ihre Eifersucht scheint sie beinahe zu Höchstformen auflaufen zu lassen."

„Ihr habt sie noch nie in Höchstform erlebt.", schnaubte Hermine und entlockte Snape ein seltenes Lächeln.

Diese Geste schien die Stimmung etwas zu lockern und Hermine versuchte mit aller Macht das Geschehene zurückzudrängen und Snape seine Information zu geben, damit er wieder verschwand, also straffte sie ihre Schultern und berichtete ihm von Parkinsons Kenntnissen. Snape schien dies zu beunruhigen, denn er fragte einige male genau nach ohne dass sie ihm oft eine Antwort hätte geben können. Sie wusste weder wer seine Männer waren noch ob Malfoy bereits Schritte unternommen hatte. So starrte Snape nachdenklich in das Feuer, während Hermine unruhig auf ihrem Schemel herumrutschte.

„Was ist geschehen, seit ich das letzte mal hier zu Gast war."

Hermine zuckte unmerklich zusammen, bevor sie versuchte, sich so normal wie irgend möglich zu geben.

„Was soll schon passiert sein? ... Pansy hat mich wie immer tyrannisiert ... u-und ich habe die Angelegenheit mit Parkinson und Malfoy in Erfahrung bringen können ... I-ich habe nicht wirklich ein sonderlich aufregendes Leben. Und überhaupt, was geht es Euch an!"

Snape sagte kein Wort, sondern sah sie nur ungläubig an, bevor er eine Augenbraue hob und die Arme verschränkte.

„Ach wirklich? Soweit ich mich erinnern kann kämpfen wir für dieselbe Sache. Dann stellt sich mir doch die Frage, warum sich meine Mitstreiterin plötzlich so merkwürdig verhält."

Hermine erwiderte nichts. Sie würde nur noch mehr preisgeben und mittlerweile steckte ihr Kopf schon ziemlich weit in der Schlinge. Noch konnte sie sich aus dieser Angelegenheit befreien, indem sie Lord Snape einfach aus ihrem Zimmer wies, doch irgendetwas hielt sie davor zurück.

„Ich kann dir nur helfen, wenn du mir sagst, was passiert ist und dafür sorgen, dass es nicht wieder vorkommt."

Es war merkwürdig, wie sehr ihn doch das Schicksal dieses Mädchens berührte. Seine Lebenseinstellung war bisher immer die gewesen, andere Menschen -und besonders Frauen- aus dem seinen herauszuhalten und sich nicht um sie zu kümmern, weil sein eigenes schon kompliziert genug war. Dieses Mädchen ging ihm allerdings nicht mehr aus dem Kopf und sie in dieser Verfassung zu sehen machte ihn so wütend, dass er am liebsten zu Parkinson gegangen wäre und ihn zur Rechenschaft gezogen hätte.

Hermine hatte sich bei seinen Worten mit geweiteten Augen von ihm abgewandt und starrte angestrengt auf ihre geschlossene Fensterlade. Sie konnte ihm doch unmöglich erzählen was passiert war! Ein Brennen trat in ihre Augen und sie hatte Mühe die Tränen zurückzuhalten.

Snape betrachtete ihre verlorene Gestalt und seufzte. Entweder sie erzählte von sich aus oder er musste akzeptieren, dass sie ihm nicht vertraute.

„I-ich kann Euch nicht sagen, was geschehen ist. Ihr ... Ihr würdet mich verachten und das könnte ich nicht ertragen.", flüsterte sie schließlich kaum hörbar.

Snapes Augen verengten sich zu misstrauischen Schlitzen und er erhob sich. Irgendetwas stank zum Himmel und er ahnte welche Fährte er verfolgen musste.

„Was hat er dir angetan?", seine Stimme bebte vor unterdrückter Wut.

Hermine versteifte sich bei der Schärfe seiner Worte und erkannte ihre Niederlage. Es half nichts mehr. Entweder sie sagte ihm, was er wissen wollte oder sie warf ihn hochkant hinaus, auf die Gefahr hin, dass er sie nie wieder mit den gleichen Augen betrachten würde, wie zuvor.

„Er hat versucht ... er hat versucht sich mir aufzudrängen, a-aber ich konnte davonlaufen ...", wisperte sie mühsam darauf bedacht ihre Gefühle im Zaum zu halten und nicht ihrer Schwäche nachzugeben.

Es war nach ihren Worten schlagartig still in der kleinen Kammer geworden. Draußen krächzte ein Käuzchen und im Kamin knackte es. Hermine hielt den Atem an. Ihr Herz schlug vor Aufregung und Anspannung schneller. Wieso sagte er nichts?

Snape konnte sich kaum noch zurückhalten. Er hatte das drängende Bedürfnis sich umgehendst auf den Weg zu seinem alten Freund zu machen um ihm einen kurzen, aber schmerzhaften Besuch abzustatten.

Hermine drehte sich zögernd zu Snape herum, der mit geballten Fäusten und angespanntem Gesichtsausdruck ins Feuer starrte. Nach einigen Minuten qualvollen Schweigens wandte Snape sich ihr wieder zu und starrte ihr in die Augen. Hermine war entsetzt über die dunkle mörderische Intensität die sie dort zu Erkennen glaubte. Dann war der Augenblick vorüber und Snape hatte sich wieder in der Gewalt. Seine Augen verrieten nichts mehr von seinen Gedanken, sie waren jetzt wieder so klar wie zwei tiefschwarze Seen.

„Ich werde dafür sorgen, dass dieser Bastard es bereuen wird, es auch nur in Erwägung gezogen zu haben, glaube mir."

Hermine war ob dieser Worte sehr ergriffen. Sie errötete tief und wandte den Blick verlegen ab. Er verachtete sie nicht, im Gegenteil er schien Anteil an ihrem Erlebten zu nehmen. Dieser Gedanke verursachte ein wohlig warmes Gefühl, das ich von ihrer Körpermitte bis hin zu ihren Fingerspitzen ausbreitete. Dieser Zustand verwirrte sie zusehends. Plötzlich spürte sie, wie Snapes Finger sich sanft unter ihr Kinn legten um ihren Blick wieder auf sich zu lenken. Hermine hatte das Gefühl, als wollte er irgendetwas sagen, aber sie waren plötzlich wie gebannt. Snape trat näher an sie heran, sodass sie seinen männlichen Körper an ihrem spürte. Hermine konnte keinen klaren Gedanken fassen, die Realität schien ihr immer mehr zu entgleiten. Die Spannung zwischen ihnen wurde immer intensiver, sie spürte seinen Atem heiß über ihre Wangen streichen und sein Blick konzentrierte sich immer wieder auf ihre leicht geöffneten Lippen. Erwartungsvoll stockte ihr der Atem. Langsam näherten sich Snapes Lippen den ihren ...