Autorenbemerkung: Ich freue mich, dass die 100-Hit-Marke von dieser Geschichte inzwischen durchbrochen wurde. Ebenso möchte ich mich hier noch mal bei QueenAlex für ihr Review zum letzten Kapitel bedanken. Und außerdem freue ich mich darüber, dass schon drei Leute diese Geschichte auf ihrer Story-Alert-Liste haben. Ich hoffe, dass niemand allzu sehr enttäuscht ist, dass das nächste Kapitel nicht so lang ist. Aber es kommen auch wieder längere. Ich versuche mich außerdem jetzt auf einen Update-Rhythmus von Montag und Freitag einzupendeln, für alle, die unangemeldete Leser ohne Alertfunktion sind, und für die Leute, die sich nicht auf den Story Alert verlassen wollen, weil man sonst manchmal wirklich verlassen ist.

Sorry, dass der Titel des neuen Kapitels etwas einfallslos ist, andererseits wollte ich gerne überhaupt Kapitel-Titel haben. Falls euch irgendwas zu der Geschichte einfällt, auffällt, wie auch immer: Kritik ist Willkommen, ebenso wie eigene Meinungen und Gedanken. Ich reiße niemandem den Kopf ab, wenn jemand sagt: "Hm, ich weiß nicht, aber ich sehe den Charakter irgendwie anders." oder "Irgendwie passt das nicht so richtig.". Jeder hat seinen eigenen Blickwinkel.

Ach ja: Wer einen Rechtschreibfehler findet darf ihn natürlich behalten. Wenn Word und ich ihn nicht gefunden haben, dann wird er bestimmt auch verdammt wertvoll sein. ;-) Falls sich Logikfehler einschleichen sollten, dann kann es daran liegen, dass ich ohne Beta arbeite, oder auch, dass der Charakter sich weiterentwickelt ohne Erklärungen, auch so was ist als Kritik oder Review natürlich herzlich Willkommen, denn ich liebe aufmerksame Leser und versuche auch selber einer zu sein.

Und nachdem ich euch jetzt mal wieder mit der Anmerkung zu Tode gelangweilt habe viel Spaß mit dem Kapitel!


Kapitel 4: Sich ablenken

Es war gut, dass ich genug Dinge zu tun hatte, die mich von Danny ablenkten: Zu Hause wartete immer noch ein Buch auf mich. Und ob man es glaubt oder nicht, ich lese nicht nur Bücher zur Weiterbildung. Eigentlich lese ich sogar sehr gerne Romane, manche auf höherem Niveau, manche auf niedrigerem. Ich mag es gut unterhalten zu werden, und dafür brauche ich nicht zwangsläufig einen Fernseher. Eine Tasse Tee, einen Becher Kaffee oder ein Glas Wasser, ab und an vielleicht sogar mal ein Bier oder ein Glas Wein, den bequemen Sessel am Fenster neben dem Bücherregal, das ist alles was ich brauche. Manchmal stelle ich etwas Musik an. Und selbst da würde ich wohl viele überraschen, da ich mich nicht nur auf einen Musikstil beschränke. Mir gefällt vieles. Deswegen liebe ich wohl auch meine Arbeit so, weil sie so vielseitig ist und niemals Routine wird. Routine wird höchstens der Vorgang in der Beweismittelaufnahme, aber jeder Fall ist einzigartig.

Ich schlug den Rest des Tages mit Lesen tot, die nächsten Tage war ich im Büro mit Arbeit eingedeckt, zum Glück. Es hielt mich davon ab nachzudenken. Über Danny nachzudenken. Es hat definitiv noch ein paar mehr Vorteile der Chef zu sein: Ich war in der Lage Danny und mich nicht gemeinsam für Fälle einzuteilen. Vielleicht war es verrückt, aber ich versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, und gleichzeitig wollte ich ihm nur nah sein.

Nach ein paar Tagen kam der erste Tag von Sheldon Hawkes im Außendienst. Seine Stelle in der Gerichtsmedizin war von einem der Springer vorläufig übernommen worden, bis wir einen weiteren Gerichtsmediziner eingestellt hätten. Nicht, dass sich die Leute nicht darum gerissen hätten. Okay, die Gerichtsmedizin fällt nicht in meinen Aufgabenbereich, und davon habe ich auch nicht so eine Ahnung, als dass ich mich da mit eingemischt hätte. Aber von Tatortermittlung, davon habe ich Ahnung. Dementsprechend nahm ich Hawkes an seinem ersten Tag unter die Fittiche. Oder besser gesagt: Ich testete ihn. Und zwar auf Herz und Nieren.

Was war ich dankbar, dass er mir die geradezu beste Ausrede gab, mich voll und ganz auf meinen Job zu konzentrieren. Stella warf mir immer mal wieder fragende Blicke zu, immerhin wusste sie in Bezug auf Danny Bescheid, aber ich konnte mich auf Hawkes konzentrieren, und wenn ich mich auf meine Arbeit konzentriere, dann kann ich alles andere ausschalten.

Aber wenn ich abends im Bett liege, dann kann ich nichts mehr gegen die Flut der Gedanken unternehmen. Und natürlich kamen die Gedanken an Danny oft abends und nachts. Als wenn meine Schlaflosigkeit durch Claires Tod nicht schon schlimm genug gewesen wäre, jetzt gab mir Danny auch noch schlaflose Nächte. An dem Morgen, als ich meine Abteilung über die personelle Veränderung mit Sheldon Hawkes' Versetzung in den Außendienst unterrichtete sah ich Danny wieder. Ich weiß nicht, wie ich meine Gefühle Beschreiben sollte, aber jedes Mal, wenn ich ihn sah hatte ich das Gefühl, dass alle Welt sofort sehen müsste, was in mir vor sich ging. Dabei war ich sonst jemand, der so etwas gut für sich behielt. Ich hielt meine Gefühle fast immer gut unter Verschluss.

Stella konnte es natürlich viel offensichtlicher sehen als alle anderen, denn sie wusste was los war, und sie versicherte mir, dass keiner sonst was bemerkt haben könnte. Mein Blick ging an diesem Morgen durch den Raum, in dem ich meine Mitarbeiter zusammengerufen hatte. Es war keine lange Besprechung, nur eine kurze Information. Für die Techniker und alle anderen in der Abteilung war es nur gut zu wissen, wer ihnen jetzt auch noch Arbeit auf den Schreibtisch legen würde. Für Aiden, Danny und Stella war es etwas anderes, denn sie würden mit Sheldon einen neuen Partner bei einem Fall zugeteilt bekommen. Aber immerhin kannten sie ihn schon. Als Don Flack zwischen drin mal reinschaute teilte ich ihm auch die Neuigkeit mit.

Aber bei der Besprechung… Da vermied ich es erst, Danny anzusehen, und als Sheldon kurz was sagte, da konnte ich meinen Blick nicht von ihm, Danny, wenden. Ich sah mir seine Gesichtszüge an, als würde ich ihn das letzte Mal sehen, so, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich wunderte mich kurz darüber, dass mir nie so richtig aufgefallen war, dass er eine Brille trug. Natürlich war es mir aufgefallen, aber in diesem Moment realisierte ich es erst so richtig, als ich versuchte herauszufinden, welche Augenfarbe Danny hätte. Es erschien mir wie eine Mischung aus blau und grün, aber wirklich sicher war ich mir nicht. Die Gläser seiner Brille reflektierten doch auch das Licht.

Meine eigenen Auge wechseln ja auch öfters die Farbe: Mal sind sie tiefgrün, mal einfach nur grün, und dann wirken sie wieder fast braun. Je nach Lichteinfall, Tageszeit und meiner Gemütslage. Nicht, dass man wirklich was an ihnen hätte ablesen können.

Plötzlich sahen alle mich wieder an, und ich merke, dass Hawkes seine kurzen Worte beendet hatte.

„Okay, dann an die Arbeit." teilte ich ihnen nur knapp mit, und der Raum leerte sich. Ich stand alleine dort und wartete ein paar Minuten. Mich hatte das alles aufgewühlt. Ich wollte Danny so sehr, ich erinnerte mich daran, wie seine Lippen aussahen, als ich Stellas Hand auf meiner Schulter fühlte.

„Alles okay, Mac?"

Ich nickte nur, bevor wir im Pausenraum uns einen Kaffee holten, in mein Büro gingen und ihn dort tranken und Stella mich beruhigte, dass niemand was mitbekommen hatte.

„Vielleicht will ich ja, dass jemand was mitbekommt…" meinte ich schließlich.

Ihr Blick war fragend.

„Danny… Wenn er was merken würde…"

Sie presste ihre Lippen zusammen. Anscheinend gab es irgendwas, das sie mir nicht sagen wollte.

„Spuck es aus, Stella."

„Männer merken so was nicht. Und wenn, dann wird er es wohl nicht glauben. Selbst wenn er auch so fühlt." Bingo. Frag Stella, wenn du etwas hören willst, was du selber weißt, aber dich nicht traust es laut auszusprechen.

„Hm." brummelte ich und stürzte mich in die Arbeit.